Skip to main content

Full text of "Liv, Esth und Curländisches Urkundenbuch nebst Regesten 1. Abteilung / Friedrich Georg von Bunge. 13011367"

See other formats


w. 

wv 



Digitized by Google 



• 



I 



- 



Digitized by Google 



Liv-, Esth- inid CiirlSndisches //*■/ 

■ 

Urkundenbuch 



Rejyesten 



llerausgcgcbcn 



»r. Friedrich Georg vett Buttge* 

Kaiaeriich Russiscbem Staatsratlj und Kitter des St. Annen-Ordens 2. Ctasse, rechtsgelebrtem Kiirgeroieister und Syndicns 
d er Stadi ReTal, PrSsidenten des Stadtconsiitoriums daselbst, Ehrenmitgliede der Kaiserlicben fillentlichen Kliiliothek sit 
v, Peteraburg, ordentlichem Mflgtiede der CurliiodMrbeu Gripllschaft fUr Lltteratur und Kuost io Mitau, der Geseilscbafi 
fur Geachichte oud Allerthumtkunde der Ostseeprovinien in Rlga, der gelehrten Esthniscben Gesellschaft in Dorpai, der 
Estlililndlachen Iitler3rischen GeselUcfaaft in Reval, der Gesellschafi IUr (Vordische Aliertblimer in Kopeohsgeo, des 
Tbflriogiocli - Sactisischen Verelns fur vaterlandische Allerthilmer In ilatle, rorrespondirendem Miiglicde der Schleswtg- 
Holatein-Lauenburgischen Gesellschari fiir vaterlandiiche Geschicble in Klel und des Vereins lur Luberkische 

Geschichle in Lliberk. 



S ■ •■ » 

>_ V _ . 
, 



w e I t c r Band. 
i :ioi - 1361. 



Hcnnf , 

i n C o m m i s s i o n b c i K 1 u g e u n tl S t r 6 li m . 



Druck von Heinr. Laakmaiin in Dorpat. 
18 5 5. 



Digitized by Goog 



Der Druck winl unicr der Bedingun:; geMailei, da«s nacli Beendigung desselheu der Abgwbcilten (>n<ur in Dorpat 
arschrirtmaasige Anzabl Hi*-m;ilare z«§e»telli werde. 
Dorpal. den 15. Jull IS55. 

83.) - Abgetheilter Cen»or de la Croix. 

(L S ) 



Digitized by Google 



SEINER DlRCIILUJCnT 

DEM 

_ _ _ _ 

ALF CREMON UM NES0HTE.1t, 
CAPITAN 1M SCIlOTZEN-REGIMENT DER IiAIM KLK FAMILIE, 

UND 

SEINER EXCELLENZ 

DEM HERRN OBERBEAMTEN DER ZWEITEN ABTHEILUNG DER EIGENEN CANZLEI 
SEIHEB K USKItl B< III V MJBSTXT, 

WIRKLICHEN STAATSRATII VKD RITTER 




MIT DANKBARER VEREHRUNG 



IIOCHACHTITNG8VOLL GF.WIDMET 



VOII 



UERAV8QEBKM. 



Digitized by Google 



V o r r c (1 c. 

w 

W ider alles Vermntlicn ist die regelmiissige Fortsetzung diesps Werks und die 
Vollenduiig des zweitcn Bandes desselben unler dcn scheinhar ungiiiistigstcn Vcihaltnisscn 
nidglich geworden. Im Mfirz 1854 wurden, wegcn des Herannahens der Anglo-Franzdsischen 
Flotte, sammtlichc in der Stadt Rcval befindliche Archivc unzuganglich, indcm sie, zum Tlieil 
durch Versendung nach andcrn Orten, in Sicherheit gehracht wnrden. Namcntlich wanderte 
das reicbste dieser Archivc, das des Revalcr Rathcs, nach Weissenstein. Glucklicher Weise 
musste, auf Allerhochsten Befehl, auch der Herausgeber dcs IJrkundcnhuchcs eben daliin 
ribcrsiedcln, und so konnte cr nicht nnr scine wichtigste Oucllc ungestort nnlzen, sondcrn 
es gewfihrte ihm auch die grdssere Ruhe, dcren er wahrend eines achtmoiiafliehcn Aufcnt- 
halls an diesem Orte sich crfreute, die eiforderliche Musse zur Ausffihrung sehwieriger und 
zcitraubendcr Vorarbeiten ffir sein Werk. Dahin gehorte vor Allem die Zeiibeslimmung fur 
eine Anzahl von etwa 500 Archivstiicken, aus der zweiten H.ilflc dcs 14. und dcn ersten 
Jahren des 15. Jahrhunderts, welchen, oft bei gcnauer Bezeicbnung des Tages ihrer Aus- 
stellung, die Angabe des Jahrcs fehlt. Eine dfters wicderholtc, sorgsame Vergleichnng 
dicser Stiicke, in Beziehung auf Inhalt und aussere Form, sowohl unlcr einander, als mit 
dcn gleichzcitigen vollstandig datirten Arcbivstficken, fuhrte nicht selten zu den erfreulichsten 
Resullaten. In Betreff des Acussern dienten dabci dem Hcrausgeber, ausser den Sehriftzugen, 
als ein nicht unwichtiges Criterinm die Wasserzeichen im Papier. Es stellte sich namlich 
bci deren Untersuchung herans, dass — besondcrs bei der sladtischen Correspondenz jener 
Zeit — irf eineni und demselben Jahre in der Regel Papier, das mit demselben Wasser- 
zeichen versehen war, gehraucht wurde, so dass also, wenn das Blalt Papier, auf dem das 
Archivstfick gcschrieben war, ein Wasserzeichen halte, aus dicsero mindeslens mit ziemlicher 
Wahrscheinlichkcit das Ausstellungsjahr bcstimmt werden konntc. Trafen auch die flbrigen 
Crilerien, nicht nur dic Schriftzuge, somlern auch der Inhalt und der innere Zusammenhang 
der einzclnen Sliicke unter einander, zu, so erhob sich jene Wahrscheinlichkcit zur vollen 
ficwissbeit. Wie mfihsam uud zcitrauhcrid aber solchc Arheilen sind, wie viele Rcgistra- 
turen, bloss fur diesen Zweck, sie erfordern, davou kanu sich nur dcrjenige einen Begriff 
mnclien, dcr sich selbst mit Sludieu der Art bcfasst hat. Um so crfreulichcr sind dann 
freilich auch dic dadurch — wiewohl mitunier duifiig — gcwonncnen Erfolgc. Von solchcn 
iluden sich in dcm gegenwiirtig vollcndeten zweilen Bandc nur noch wcnige Beispiele ; dcsto 
rciclilichcr wird sie der dritte Band licfcrn. — Das Ritterschaftsarchiv war in Reval zuruck- 
goblieben ; dahcr konnte leider bci dcm Abdruck vou ein Panr Crkumlen (Nr. 680 und 811) 
der Urtext nicht verglicben werdcn : der Abdruck eincr drittcn IJrktindc (Rcg. Nr. 1000) 
niusste sogar vorlaufig ganz untcrbleibcn. D igegcn wurde vom Archivvorstandc dcr bctref- 
fendc Band der in sicheren Gewolben bereits geborgen gewesenen Konigsheiger IJrkunden- 
ahschriften mit seltencr Loyalil5t aufgesucht, und dcm Herausgcber nach Wcisscnstcin zur 
BemiUung zugestellt. 



Digitized by Google 



I 

VI 

Wie dergestalt nacli dicser Scite hin — d. i. in Bcziehung auf Benutzung der Quellen 
und Musse zur Arbeit — die Verhallnisse sich unerwarlct gunslig gestalteten, so vrar dies 
nicht mindcr der Fall i:i Hinsieht auf die pecuniaren Mittel zur Bestreitung der Kosten. 
Bereits l.ingc vor Bccndigun" des ersten Bandes hatte sich die Zahl der Subscribenten auf 
das Werk bedeutcnd vcrmindert , und sank allmalig auf weniger als zwei Drittlieile herab, 
so dass dadurch die Fortsetzung des Werkes gefiihrdct erschien, trotz der forujauerndcu 
hcdeutenden Beisteuer des Fursten Paul von Lieven, des hochherzigen Patrioten, dcn 
der Herausgcber schon in dcr Vorrcde zum ersten Bandc als cinen Haaptforderer des Unter- 
nehmens bczeicbnete, und dcsscn Nanien dcn Lesern nennen zu durfen ihm jetzt gestattet ist. 
l)a votirte die Esthlandisclie Hilterschafi, als ilir auf dcm Landlage im Januar 1854 dcr voll- 
endete erste Band des Lrkundcnbuchcs vorgelegt wurde , eine namhafte Lntersttitzung auf 
drei Jabre. I)<idurch, so wic durch cine von der Livliindischcn Hittcrschaft auf dem Land- 
tage im Mai v. J. bewilligic Subvention, wurden die Kostcn zur llcrausgabe mindeslcns zweier 
BSnde des Urkundenbuchs sichergeslcHi, von dcncn einer nunmehr abgeschlossen vorliegt. 

Bei diesem zweiten Bande i&t dcr Uerausgeber den uber dcn Plan des Werkes im 
ereten Bande bcfolgtcn und in dessen Vorrede dargelegten Grundsatzen durchaus treu geblie- 
ben. Mit Vcrwcisong darauf, wird hier dic Bemerkung geniigen, dass fast die Halfte der 
im zweiten Bande gelicferleu Urkunden und andern Arehivstueke (204 *) von 437) znm ersten- 
mal gedruckt sind, ausserdem nicht wenige, von denen fruher nur ungenauc Abdrucke vor- 
hauden waren, nach den Originalicn und corrcclcren Copieen gcliefert worden. 

Iliermit kOnntc diese Vorrede gcschlossen werden, wenn nicht der Herausgeber das 
Bedorfniss fiiblle, bei einem Gegcnstande noch langer zu verweilen, der manches eigenthum- 
liche Interesse bietct : bei dcn dcn beiden erslen BSnden beigegebenen Pereonenregistern. 
Es wird namentlich manchen Leser befremdet haben, dass sammtlichc im Urkundenbuche ge- 
nannten Persoucn nicht nur nach ibren Gcschlechts- oder Familicnnameu, sondern auch 
nacb den Vor- odcr Taufnamen registrirf sind. Solches durch Angabe der Grfiode za 
rechtfeiiigcn, uud daran cine Reihe historisch - genealogiseher Bemerkungen zu knfipfen, ist 
der Zweck der nachslehenden Krorterung. 



Bis in das zwdlfte Jahrbundcrt findet man in Urkunden und andern Gcschichtsdenk- 
inalcrn Personen stcts imr nach ihrem Taufnamen benannt, allenfalls mit Angabe ihrer hOrger- 
licheo Stellung. l)a jedoch dic Zahl der haufiger gebrauchten Taufnamen im Ganzen gering 
war**), da ferner zu jencr Zcii Jeder nur einen einzigen, nicht, wie heut zo Tage fiblich, 

•) Darunier bei Wcitem .11* Mehrtahl, nllmlich 143, aue ilem Revaler Railuarchlv , 21 au* dem Kliui«»b«rger 
grheimen Orden*arrhiv . 13 mh Uiiirns Collert..neeii . S aus der bel dem lht\pu nden Senal awervirlea Litthauiachen 
Mrlrika elc. 

•*) Im allen Livland waren zu jener Zeit, d. i. im 13. und 14. Jahrhundert, nichl mehr ali elwa 16 Taufnamen 
haufigrr Im Gebraurh, und unier diraen nabmrn awri einen ao brdeulemlrn Hang rin, d««a ihre l reouenz im Verxlelcfa 
r.u den Qbrigrn Taurnainrn in gnt keinem Verhiiltni»* Meht. E* hedarl nur eine» Hlicke* in die Peraonenregitter zu drn 
beidrn eralen Kiinden un*erra Urkundenburh* , nm aicb davon zu ilberzeugen. Inter den In dieaen Hiindrn genannlen 
l'er»oneo fOhrr» nicht wrnigrr ala 452 den Nninrn Johann ond 327 den IVaroen Heinrich. Dle nacb dieaen am h*ufa> 
aien ;d. h. mrhr al* 40malj vorkommrnden Taufnamen siud : Diedrich oder Theoderich 131, Hermann 130, SicoUtu 127, 
Conrad 100, Albert 5«, (iottfried und Friedrich 50, Art,old, Bernhard, Gerhard und Peler je 48, Jacob und Wilhelm 44 
und Itertotd 41 mal. Drmnarh.l .tebeu die Namen Ludolph, Ludwig , (Mto, Eberhard, Andrea», CotUchatk, Lambert 



Digitized by Google 



VII 

zwei oder mebrere Namen bei der Taufe erhielt, so mnssle dies zu Vcrweehselnngen nnd 
Imingen, und dadurch zu Missstfinden fuhren, welehc um so ffihlbarer wurdcn, je grosser 
der gesellige Verkehr ward, je mehr Menschen, namenllieh in Stadtcn, enger zusommen 
wohnten, je mehr endlich in Folge dessen Rechtsgeschfifte vorgenommen und Irkunden dar- 
uber abgefasst wurden. In diesen finden sich in der Regel, ausser den Namen der Haupt- 
interessenten, aueh die der Zeugen aufgeftihrt, daber bei der Nennung ciner grdsseren Zahl 
identiscber Namcn Verwechselungen — hesonders wenn, nach Verlnuf einiger Zeit, das Ge- 
dachtniss der Theilnehmer am Rcehtsgeschfift nicht mchr zu Hulfe genommen werden konnte 
— immer hfiufiger wurden, und wohl Ofters nicht gcringe Vcrwickelungen und Rerhtsstreite 
vcranlassen mochten. Dicse Uebclstande mussten zu der Einsieht fiibren, dass es znr genane- 
rcn Bezeiehnung der Personcn nothtvendig sei, ihren Taufnamen noeb einen Zu- oder Bci- 
iiamen hiuzuzufiigen. In den Stadten musste dieses Bedurfniss, dureh die grossc Zahl der 
iifiher zusammen lebenden Eiuwohner und den regeren Verkehr unter ihnen, ohne Zweifel 
frubcr hervorgerufen werden, als auf ilem Lande, und hier wieder fruher hei dem ritler- 
btlrligen Adel, als bci den Bauern, bei welchen, ebcn wegen ihrcs geringen Gcschiiftsver- 
kebrs, das Bedurfniss so wenig obwaltetc, dass selbst in Deutscbland bei dem freien Bauer- 
stande, und vollends bei dcn Ieibeigencn Landleutcn der Oslseeprovinzen, crst scbr spfit 
Beinamen entstanden sind. 

Die urspriingliehen Beinamen, von dcncn bishcr die Fedc war, waren jedoch noch 
keinesweges Familien- oder Geschlechtsnamen, d. h. solche, dic sieh vom Vater auf den 
Sohn fortpflanzten. Sie wurden vielmehr von den persoulichen Verbaltnissen dcrjenigen ent- 
lebnt, denen sie beigelegt wurden. Der Regel nach mochten also erst Erwachsene solche 
Beinamen erhalten ; ja dieselbe Person wccbselte niebt selten mit ibren Vcrhiiltnisseo ihren 
Beinamen, ffihrte wohl aurh gleicbzeitig mcbrere, abwechselnd gebiauclite Zunamen *). Die 
personlicben Verhfiltnisse aber, von welcben die Beinamen hergeiiommen wurden, waren von 
der manniglalligslen Art, uud, wie die Lebens- und Geschiiftsvcrhallnisse nach den Standen 
verschieden waren, so lassen sich — zum Tbeil wenigstens — auch die Beinainen der riltcr- 
bnrtigen Edelleute und der Sladtebewobner der Gattnng nnch von einamler unterscheiden. 
Die Ritterburtigen, welchc in der Regel cinen Gulerbcsitz auf dem Lande hatten, wurdeu 
gew6hnlich uach diesen ihren Besitzungen zubenannt ; demuaVhst nach den Aemtern, welehe 
sie bekleidelen. Bei Slfidtern war, bei der grossen Bewegliehkeit ibrer Bewobner, die nfihere 
Bezeichnuug durch Angabe ilires Valerlandes, nameiitlich des Geburtsortes, bcsonders hfiufig; 
zuweilen wurden sie auch nach der Lage ihrer Wohnung zubenannt ; die Handwcrker rueist 
oach ihrem Gewerbe. Vorzugsweise bei Stfidtern, abcr auch bei Ritterburtigen, gaben auf- 
fallende Eigenschaften des Korpers oder der Seele fur den Zunamcn die Veranlassung, und 



(mehr al* 20 Us 31 mal j , Burchard, Rudolph, Werner, Chriition, Siegfrird, Woldrmar, Hinze, Marquord, Ricknrd, 
Odtcard, Alexandtr, Cerlarh, Htlmold, Gertein, Philipp, ttotgtr und Vtrith (wrniger aU 20, mehr »U 10 uial). Alte 
flbrfgen Tanfnarom kommen our ganz vrreinzelt vor. 

•) Eln HeUplel davon l.ielei l.ambert ton Wtrmt (U.B. Nr. »35, 81 \ der sirh an einrr andern Slelle (Nr. 935, 
89) Lambtrt Vocke nenni. An beiden Orlen wird er als Hruder dra Engelbert ton Werne ftntkhMt-, ea M d»ber 
unsfrritig eine und dieselbe Person uoler beidea Name» tu versleben. Cbenso Ut es mehr aU wnltrsrheinlirh , dasa der 
Revaler Raihsberr Htrmnu* vnn Ltnrpt (Hr. 9i3, 14. 16. 18. 20.) idenliacb Ut mil Gtrwinus Rodt (Kr. «23, ». 24. 
8. aucfa 26.. 



Digitized by Google 



VIII 



gleichen oder doch verwandlcn Ursprongs sind wolil auch die meisten sog. Spitznamen 
Endlich wurJe auch dem Taofnaium der Name des Vaters ziir genauern Bezeichnung des 
Individuums binzugefugt. l)ie lielege ffir diescs Alles sollcn weiter unlen geliefert werden. 

Mit der Eigeoschaft dieser Beinamcn, als meist hochst persdnlicher, war ihre V T ercr- 
bung auf die Nachkoninien katiin vereinbar. Dass sie dcnnocli erblich wurden, dazu fiihrten 
andere Unistilnde, und, wie oben angegeben wurde, dass der Ursprung der Beinamen uber» 
haupt zunachst in den Stiidten zu suclien ist, dort wenigstens friih h3ufigcr vorkommt, so 
muss umgekehrt angenommen werden, dass dic Erblkhkeit der Beinamen, ihre Umgeslaltung 
in Familien- oder Gescblechlsnamen, zunachst beim Adcl cntslanden, und von dem Biirger- 
stande, so wie den sog. gemeinen Frcien Uberhaupt, vielleicht nur nachgeahmt ist. Dic 
Veranlassung zudieser I mgestallung der Beinamen beim Adel mdchlc aber zuniichst in zwei 
Momenlen zu suchen scin; nnmlich 1) in der grosscren Stctigkeit des adeligen Grundbesitzcs, 
von welcliem der Beiinme meist slammle : der Vater vererbtc mit seincr Bcsitzung auch deu 
von derselben enllebnten Beinameii auf den Sohn. In dem Falle, wo mehrere Sobnc sich 
in die Besilzungen des Vaters tbeilten, verlauschlen freilich die cinzeluen Sdbne nicht selten, 
bei uns selbst nocb iin 14. Jahrhundert, den vaterliclien Zunamen mit dem Namen der ihnen 
in der Rrblbeilung zngefallenen Besitzung. Einen starkern Grund gab indess zur Beibehal- 
tung des vSterlichen Zunamens ohne Zwcifel 2) dcr im zwolftcn Jahrhundert aufgekoinmene 
Grundsatz, dass nur derjenigc als ritlcrsmassig und namentlicb als lelnisfiibig aozusehcn sei, 
desscn Vorfaliren bis in dic zweitc Gencration rittcrsmassig gewesen wareu. Scbon zur 
Feststellung dicses factischen Verlialtnisscs war unslreilig die Beibehaltung des vaterlichen 
Beinamens, auch bei einem Wcchscl dis tirundbesilzes, cin den zu fuhrenden Beweis we- 
senllich erleiclitemdes Miltel. Vor Allem aber fulirte jener («rundsatz zunSchst zur innern 
Abschlicssung der einzelnen (jesclilechter, welche zu dem Zweck eiuen sammtlichen Glie- 
dern desselhen (>eschlcehts gemeinsamen, sic voo den andern Faniilicn unterscbeidenden Bei- 
namcn, der eben dadurcb Geschlcehts- oder Famiiienname wunle, annahmen ; wie sie schon 
friiher ein gleiches, erbliches Wappen zu ruliren pflegten. In den Siadten adoplirteo ohne 
Zweifel zunadist die daselbst ansiissigen (ilieder ritterbflrtiger tJeschlechter, die sog. Patricier, 
die Namen ihrer Familien als erbliche Namen, und ihrem Beispiele folgten alliniilig, aus Grun- 
den der Zwcckmassigkeit, die Familien aus den untern Stiindcn. — Schliesslich kann hier 
nocb bemerkt werden, dass, mindestens bis in das 16. Jahrhundert hinein, die Ehefrauen 
noch nicht den Familiennamen ihres Ehemanncs annchmen, viclmchr deu Namen des vater- 
lichen Geschlecbls, auch als Wittwcn, bchaltcn; indess werden sie auch mituntcr bloss beim 
Vornamen, mit dem Zusalze : Ehefrau oder Wittwe (relicta) des N. N. genannt. 

Bevor zu dieser Darslellung*) die erforderlichen Belege aus dem Urkundcnbuche 
gegeben werden, wird es zweckmiissig sein, zuniicbst in Beziebung auf die Persooenregisler 
nachstebcnde Bemerkungeu hieran zu reihcn : 

1) Aus der Darstellung wird vor Allem die Nolhwendigkeit, io dem Personenregister 
sammtlicbe Individuen auch bei ihrcm Taufnamen in der alphabetiscben Reibenfolge aufzu- 

— -^— — — - • 

•) Uabei 1*1 KBcluicbl geMMimea auf F. G. A. Schmidt, Beitrilge sur Gescbichte dt* Adeli in DeaUcbland. 
M. I. (Briiun.fhweig, 1794. 8.) S. 09 f«. und IF Amold, Verfa»»iiiif;i g c*cbichte der Dealschco FreUlSdte. Bd. II. 
iGoib», I8M. 8.; S. 197 fgg. 



Digitized by Google 



fiihren, sich zur Geniige ergeben habcn. Dcnn selbst noch nach Entstehung der Familicn- 
namen ist es nichts Ungewdhnliches, dass deren Angabe in Urkunden un'erbleibt, besnnders dann, 
wenn der Vorname ein selten vorkommendcr ist*). Unter sehr vielen Beispielen der Art 
mdgen hier bloss einige Namen von Gliedern des Revaler Rathes in der Urk. Nr. 923 ange- 
luhrt werden: Hildemar von Vicsen, Hunotd Ostinchusen, Wemiemar Holloger, Rembold 
non Lenepe, Cdsarius Stalbiter u. a. werden viel haufiger bloss beim Vornamcn, als niit 
Hioznfugung des Familiennamens, genannt. Bis gegen das Ende des 13. Jahrhunderts (na- 
mentlich bis zum J. 1291) werden haufig auch ritterbfirtige V T asallen nur beim Taufnamen 
genannt, z. B. der Ritter Walter in den Urkk. 89, 101 und 109: die Vasallen der Curlan- 
discben Kirche Lvthard, Segheard, Witlekin und Wolter in der Urk. 247, Adotph, Herwig 
und Florekin io der Urk. 540; die Danisch-Esthlflndischen Vasallen Helmold, Heinrirh, 
Herbert, Ftorentius, Gebhard, Egbert und Wago in Nr. 337 ; die Vasallen der Rigisehcn 
Kirche, Ritter Witscelus und Jacob, in der Urk. 524, und viele Andere. Nnmeritlieh liefert 
aach der Liber census Daniae eine grosse Zahl von Beispielen. Aus dem 14. Jahrliiinilert 
gebort hierher bloss der Ritter Atexius in den Urkk. 667 uud 734 von den Jahren 1319 
und 1328. — Die Nebeneinanderstellung solcher bloss beim Taufnamen genannter Personen 
im Register neben denen, deren Familiennamen zugleich genannt ist, fuhrte nicht selten 
auf die Entdeckung des Faniiliennamcns der erstern, wovon die Register nianchen Bcweis 
liefern. Uebrigens ist der Taufuame in Fiillen der Art nur dann nicht besonders niifgefuhrt, 
wenn flbcr die ldentitat der denselben fuhrenden Person mit der an eitiem andern Ortc aueh * 
mit dem Beinamen benannten gar kein Zwcifcl obwaltetc. ln zweifclhaften Fallcn ist dic 
Ungewissheit durch ein „idem? kt angedeutet. 

2) Bei der Vorliebe, dic in einzelnen, bcsonders adeligen Familien, fiir gcwisse Tauf- 
namen herrscht, ist es oft sehr schwierig zu bcstimmen, ob derselbe Name, z. B. Heinrich 
von Bekeshovede, Chrisiiern von Scherembeke, Johannes von Bremen etc, einer oder 
mehreren Pcrsonen zukommt. Im Zweifel ist im Rcgister mdglichst specialisirt worden, uud 
siod , naeh dem Alter ihres Vorkommeus , die einzelnen gleiehnamigen Familienglieder durch 
die Hinzufugung eincr Romiscben Ziffer iiintcr dem Taufnamen von einander nnterschicdcn 
worden. So wird man im Register Heinrich L, 11., 111., IV. und V. von Bekeshovede, 
ebcnso 4 Christian ScheremhekJs, 3 Johamies von Bremen etc. angefiihrt finden. Bci aller 
Sorgsamkeit der Untersuchung konnen indess in dieser Bezichung manche Irrthumer in das 
Register eingeschlichen sein, deren Berichtigung dcn Genealogcn von Fach vorbehalten 
blciben muss. Fiir die spatere Zeit wird die Unterscheidung bei den Namen Adeliger weit 
leichter und sicherer, weil dann, wenn nieht immer, so dnch sehr gcwohnlich in Urkundcn 
dem Tauf- und Familiennamen aueh noch der Name des Vaters, zuweilen aueh der Name 
der Besitzung, hinzugefugt wird, bcsonders bei gleiehzeitig lebenden, gleiehnamigeii Fami- 
liengliedero. 



•) Bei den hiiiiiifier gebrauchiea Taiifaamea, wie Johann, Heinrick u. a. dgl. , fehlt eln Beioame achon im 
Jakrhundert fa»« nle ; ein achlagender Beweia fllr die oben auagefQhrte Veranlauung *ur Beilejtung von Beioamen ; dle*^ 
mdgeu geriide xuerat bei Peraonen, die Johann und Heiorich hieaaen, aafgekommrn »ein , weil hei der grouen Zabl der- 
telbe» xunSctiat uod an leicbteaten Verwecbaelun^pn vorkommen muaaten. 



Digitized by Google 



3) Fur vicle Taufhnmen giebt es, ausser der ursprfinglichen Forro, noch andere, ab- 
geleitcte, nameutlicb verkiirzte und sog. Diminutivformcn. Beispicle fOr crstere sind : Arnold — 
Arnd, Joliannes — Hans, Nicolaus — Claus, Odward — Odert, Woldemar — Wolmer ; 
fiir letzterc : Adam — Adt-ke, Brand — Brendcke, Engelbert — Engelke, Gebhard — Ge- 
beke, Gottfried — Godeke, Heidenreich — Heideke, Hinze — Hinseke, Ludolpb — Lydekc, 
Meinbard — Meineke, Robert — Robeke, Wilhelm — Willeke. Alle auf ke sich endcnden 
Diminutivnamen haben im Lateinischen die Endform kinus, i. B. Brendckiuus, Godekinus etc. 
Einzelne Taufnamen kommen in beiderlei Nebenformen vor, wie Bcrnhard — Bcrnd, Beneke j 
Ebcrhard (Evcrardus) — Ebert, Evcrkinus. Noch anderc haben niannigfaltigerc Formen. 
Dahin gchort z. B. Conrad, mit deu abgeleiteten Forinen : Cord, Conekinus, Conemann ; Ger- 
hard — Gerd, Gerike, Gercichin ; Heinrieh — Henncke, Heinemann, wahrscbeinlicb auch 
Hciiic odcr Heino (auch Hinke ?) ; Heinhard — Reineke, Regner und Reiner (nicht zn ver- 
wechseln mit Reimar) ; Rotger — Rother, Roger, Rottcmann ; Diedrich — Tbeoilerich, Tbi- 
dekin, Tilekin, Tidemann, Tilemann, Tile und Tilo. Dass die angegebenen abgeleiteten Formen 
in dt-r That nur solche, nicht aber selbststandige Taufuamen siud, ergiebt sich unzwcifelhaft 
daraus, dass sie abwechselnd bei denselben Pcrsonen vorkommen. Beispiele davon liefert 
das Urkundenbuch nicht wenige ; nur einigc miigen hier angefuhrt werden : Conrad, Cone- 
kinus und Conemannus von Werne (U. B. Nr. 935, 81, 89, 134) ist nnstreilig dieselbc Person; 
cbenso Brand und Brendekin Slalbiter (U.B. 923, 24. Si6. 28 30 etc); Gottfried und 
Godeke Isurede (923, 28, 30, 32, 994) : Gottfried und Godeke von Brakell (621 und 713); 
Heinrich und Hennekin von Brakell (ebendas.) ; I/einrich und Heino von Relzon (U.B. 730 
und 738); Nicolaus und Claus Huvesforde (U.B. Nr. 621 und Reg. Nr. 713); Reinhmrd, 
Regner, Reiner und Reinekinus Crotvel (U.B. Nr. 797. &97. 923, 1. 4. 6. 8. 20. 22 u. a. m ); 
Thiderich, Tidemann und Tylo von Kele (U.B. 808. 818 und 846); Theoderich, Diderich 
und Tile von Kivel (U. B. Nr. 621. und Reg. 713 und 768) ; Thidcrich und Tydemann von 
Warmsdorp (U.B. Nr. 880 und 881); WUhelm und Willekin von Embeke (U.B. Nr. 621 
und 713), u. a. m. Uebrigcns scheint es, dass die einzelnen Formen vorzugsweise bci ein- 
zelnen Standen gebraucht wurden. So werden Geistliche stcts nur beim ursprunglichcn 
Taufnamen geuannt ; vorherrscbend ist der Gebranch dieser Namen auch bci den Ritterbur- 
tigen, obglcich hier auch die Diminutivfonn nicht selten ist*), und, besonders in sp.ltcrer Zeit, 
die abgekurzte Form sehr beliebt wird. Beini Biirgerstande fast ausschliesslich findet sich 
die auf „mann" endende Form gebraucht. 

4) Hanfig finden sicb in Lateiniscben Urkunden die Beinamen latinisirt, daher man 
sich nicht zu dem Irrthum verleitcn lassen darf, die so bezeichneten Personen uicht fur 
idenlisch zu haltcn. So ist uustreitig Albericus Slotel und Albertus Clavis (U.B. Nr. 936, 
153 und 166) dieselbe Per&on ; eben&o Johannes WUle und Johannes Albus (U. B. Nr. 923, 
2. 3. 5. 7), Rotherus Stene und de Lapide (U.B. 884. 923, 1.4.2126.28.30.32), Her- 
mann von dem Wolde und de Sylva (U.B. 923,1.3. 927). Mehr Beispiele Latinisirter 
Namen werden noch weitcr unten angegeben werden. 

5) In dcr Uebergangsperiode ist es hiufig sehr zweifelhaft, ob der Zuname, der dem 



I J AulUllend «ind dic vielen Uenndnn; in der Urk 713. 



Digitized by Google 



XJ 

• 

Taufnamen in der Urkande beigefflgt ist, ein erbticlier Familienname, oder ein einfacher Bei- 
name, oder gar nur ein Appellativ ist, namcntlich bei den von Gewerben hergenommenen 
Namen der Handwerker. In den meist Lateinischen Urkanden ist die Unterscheidung doppett 
schwierig, weil der Beiname stets, auch wenn er bloss das Gewerbe bezeichnen soll, hinter 
den Vornamen gesetzt ist, und das in Deutschen Urkunden entscheidende Criterinm — der 
Artiket — feblt. Im Zweifel ist in den den beideu ersten Biinden beigegebenen Begistern 
der Beiname f&r ein Nomen propriam gcnommen worden. Als sotchen kann man ihn wohl 
ziemlich sicher dann annehmen, wenn er in Lateinischen Urkunden eine Deutsche Form hat, 
oder wenn neben der Lateinischen die Deutsche Form vorkommt, wie z. B. Mcolaus Smet 
in der Urk. Nr. 748, Johannes Srrodere in der Urk. Nr. 935, 6, Marquardus Tegeler io 
der Urk. Nr. 1003, Hermannus Kursenerte oder Pellifex in der Urk. Nr. 1007 u. a. 

Schliesslich geben wir zur nahern Begriindnng der obigen Darstellong uher die Knt- 
stehung der Bei- nnd Familiennamen eine Zosammenstellung von diesen, nach ihrem verschie- 
denen Ursprooge classificirt, und von erlauternden Bemerkungen begleitet. Es sotl dabei zunaehst 
auf die entschieden den Ostseeprovinzen angebflrigen Namen Rflcksicht genommen werden. 

t) Der Grundbcsitz gab, wie oben erwahnt worde, vorzogsweise Rittcrbiirtigen 
den Beinamen, indem der Gutsname dem Taufnamen, gewdhnlich durch die Partikel de, 
von, verbunden, angehangt wurde. Noch heut zu Tage ist es, besonders in Cuiiand, im 
gemeinen Lcben ganz gewohnlich, dass die Gutsbesitzer nicht nach ihren Familiennamcn, 
sondern nur nach ihren Gfltern benannt werden. Bei ausgebreiteten, mit mehreren Giitcrn 
angesessenen Familien, wird flberall zur Unterscheidung der einzelnen Glieder oder Zweige 
der Fauiilie der Gutsname wenigsfens dem Familiennamen hinzugefugt. Es ist diese Sitte 
so allgemein verbreitet, dass cs der Anffihrang von Beispielen nicht bedarf, und wird hier 
bloss angefuhrt, um zu zeigen, dass in eben solcher Weisc im 13. und 14. Jahrhundert die 
vom Gruudbesilz hergenommenen Namen entstanden, ohne deshalb gleicb Familiennamen zn 
sein. Freilich kommt auch der amgekehrte Fall vor, dass nSmlich ein Gutsbesitzer dem Gute 
seinen Bei- oder Familicnnamen bcilegt. Allein dies ist jedenfalls weit scltener geschehcn, 
als Ersteres, und dann wird auch gevvdhnlich dem Familiennamen das Wort Hof oder ein 
aiinliches angehangt, z. B. Wrangelshof, Mexhof, Sievershof u. a. m. Wo abcr der Guts- 
name mit dem Familiennamen ganz gleicblautend ist, kann man nur dann mit Sicherheit den 
erstern vom letztern ableiten, wenn der Name von der Familie nachweislich schon vor deren 
Einwanderung in die Ostseeprovinzen gefflhrt wurde. Wo dagegen die Orlsnamen sich 
friiher vorfinden, als die Familiennamen , wofor namentlich in Betrcn" Esthlands der Liber 
census Daniae so vielfacbe Beweise liefert, da muss entschieden das Gegentbeil angenommen 
werden. So hat das Gut Buxhovden in Esthland seine Benenuung unstreitig von der gleich- 
namigen , mit diesem Namen bereits eingewandertcn Familie erhalten , deren Nnme freilieh 
' wieder von ihrer Norddeatschen Besitzang herstammt. Auch mogen die Namen von Sebloss 
Lode und Asserien hierher gehdren. Ein sicheres Criterium fflr die Herstammung des 
Familiennamens vom Gute ist amgekebrt die indigene — Eslhnische oder Lettisehe — Form 
des Naniens. Woj>freilich die Gatsnamen keine indigene, sondern eine Deutsche Form haben*), 



•) Uebrigeu d»rf mao auf die Deolccbe Form aucb aicbl lu viel Gewicbt legen. Denn ofi »ind dergleichen 



Digitized by Google 



XII 



und dennoch der auswartige Ursprung des gleichlautenden Familiennamens sich nicbt oach- 
weiscn lasst, wie Stenhttsen, Ostinchusen, Uosenhagen, Nienhove, Wittenhove u a., da 
wird die Entscheidung der Frage besonders schwierig. — Hicroach wird man unter den in 
den ersten beiden Banden des Urkundcnbuchs vorkommenden Bei- und Familiennamen Ritter- 
biirtiger mit ziemlicher Sicherheit die nachstebend genannten als von ibren hiesigen Besitzun- 
gen herstammend annehmcn ktinnen : Aytes, Angaer, Azegal/e, Coskuflc, Cundes, Engedes, 
Herky/a oder Herkel, Hoppannrma, Ikeskide, Kele, Kirktdta, Kokenhusen, Lechtes, Lene- 
trart, Mekes, Minnekorp, Nappale, Nattamtde, Pernigel, Pickvere, Polle, Rokula, Hopa, 
Huentacken, Sylktda, Sorsevere, Talsen, Tammekes, Thoreida, Tois, Waggete, Wrangele*). 
Allein bei Weitcm nicht alle diese Namcn sind Gc schlechtsnanien im engeren Sinne ; nicbt 
wonigc davon sind blossc Beinamen, von den Giitern hergeiiommen, welcbc die rcsp. Bcsitzer 
zur Zeit inneliatten. Dies crgiebt sich mit besonderer Evidenz aus der von 40 Esthlandischen 
Vasallen ausgcstcllten und besiegelten Urkunde vom 11. Juni 1325 (U.B. Xr. 713). An dem 
hn Konigliclien Archiv zu Kopenbagen aufbewahrten Origihal biiiigen nnch 36 vpn denSiegcln; 
allcin die in diescn entbaltencn VVappenfiguren gehdren zum Tbeil Familien an, die einen andern 
Geschleehtsnamen fuhren, zum Theil findet sich dasselbe Wappen bci verschicdenen beige- 
nannten Pcrsonen. So hat Hennekin von Nappa/e das Wappen der Familic Lode in seinem 
Siegel ; Hennekin Nattamule das der Familie Orgies ; das Wappen der Familie Ilerkidl Gndet 
sich in den Siegeln von Role von Ilerkyla , Ti/o von Kirkutta und Eberhard von Engila; 
dcs W T appens dcr Mekes oder Mex bedienen sicb : llennekin von Sytktda, Hennekin Raven, 
Ilennekin von Ilarmse/eke und Rerto/d von Laydes ; ja die Umschrift von dem zweiten dieser 
le^ztern Siegel, dem dcs //. Raven, lautet sogar : Ilennekin Mekese. Es diirfte demnach kaum 
einem Zweifel unterliegen, dass die vier zuletzt genannten Personen insgesammt der Familie 
Mekes, die drei vorhergebenden dem Gcsclilechte Ilerk&U angehoren, dass der Besitzer von 
Nappalc ein Iah/c , der von Nattamule ein Orgies war, tind dass sie sich alle in dcr 
hier in Redc stehenden Urkunde nicht bei ihrem Geschlcchtsnamen, sondern bloss nacli ihren 
(■utern gcnannt haben. Dies mag nuu auch bei nicht wenigen andern, in Urkundcn vorkom- 
mcnden Namen dcr Fall sein ; daher viele Namen bald wieder verschwinden, ohne dass man 
deshalh annchtnen darf, dass dic Familien, die sie fuhrten, ausgestorbcn sind. Uebrigens 
fchlt es auch uicht an Beispielen, dass derglcichen von den Besitzungen angenommenc Bci- 
namen Geschlechtsnamen eines Zweiges der Familie wurden, wahrend ein andercr, in der 
Regel wohl der altere, Zweig den ursprunglichen Geschlechtsnamen beibchielt. Bcsonders 
belehrend ist in dieser Beziehung die rn dem nocb gcgetiwarlig bluhenden Geschlecbt der 
von Tiesenhausen aufliehaltene Sage iiber den Ursprung ihres Namens. Ein Herr von Plesse 



Deutsch klingende Naraeo ursprilnglich indigeoe, ira Muode der Deulichen umgeforrate. So i»t e» bekannt, das» der ecbt 
DeuUcli lautende Narac der Sladl Nasenpoth in Curland nur eine Verunstallung der iirspriloglich Letlischen Benennung 
de» Orte» AUputte i»t. So «ind ferner Kukenhu»en und Luggenhuten our die Deutscben Forrnen ftir die ind 1 . 
genen KokanoU und Lygenus. 

•) Nlcht wenige Nameo der Arl «ind elwa» spateren Ur»prung», wie Corbes, Ermes, Holstever, Kaviger oder 
Kaver, Metztarken, Purdrs, Patkull, Paykull, Savijertte. Titfer, Tolks. Auch die ooch jetit IjJQheode Familie Maydell 
dOrfle hierber geburen. Zwar leitet »ie ibren Ur»prung, einer Familiensage znfolge, too elnem Ilauptlinge der allen 
Preu»«en, Namen» JUaidelo, ab. Allein es liegt un»trelllg niiher, den in Eslhland luerst vorkommenden Naraen von 
eincni der leiden im Liber censu» Daniae aufgefubrten Dflrfer Maidalae abslamraeo zu laaseo. 



Digitized by Google 



XIII 

in Meklenburg, so erzitalt die Sage, besass ausser scinero Stamtnsctalosse Plesse noch 
zwei andere, von diesem aus sicbtbare Schldsser, und theilte diese drei Schldsser oder 
Hiuser auf seinem Todtbette unter seine drei Sdhne, in dieser Weise: „Du, — sprach er 
zom iltesten Sohne — wirst lierr von Plesse ; Du — zum zweiteu Sobne gewendet — 
wirst llerr von diesem Hause (auf dasselbe hindeutend), und Du, — zuin jfingsten Sohne 
sprechend — Herr von jenem Hause. (( Seitdem theiite sich das Geschlecht in dreiZweige: 
Plesse, Tiesenhausen und Jennhausen; alle drei Zweige bcstehen noch heuliges Tages und 
alle drei fubren dasselbe Wappen. 

2) Wenn die Stadter, schon durch die Natur ihrer Bcschaftigung, weniger au ihren 
Geburtsort gefesselt waren, als die Landbewohner, wenn insbesondere den Handelsmann sein 
Beruf bestandig in die Fremde fiihrte, und die Aussicht auf ein eintragliches Geschaft ihn 
nicht selten zum Wechsel seines Wohnorts veranlasste, so lag es gewiss am naclisten, den 
Ort seiner Herkunft seinem Taufnamen beizufugen, um ihn von seinen Namensvettern zu 
unterscheiden. Daher sind die vom Vaterlande hergenommencn Beinamen in den Stadten, 
und uberhaupt bei den sog. gemcinen, nicht ritterburtigen, Freien, aus denen meist auch die 
Geistlichen hervorgingen, seit jeher die haufigsten gewesen : vollends aber musslen sie vor- 
herrschen in den SUidten des alten Livlands, dercn Bewobner in dem Zeitraum, von dem 
wir bandeln, lauter Eingewanderle wareu, und zvvar aus den verschiedensten Gegenderi, 
besonders Norddeutschlands und Scandinaviens. Man kann unter dcn Bcinamen dieser Gat- 
tung zwei Hauptclassen unterscheiden, die vom Vaterlande, im eigentlichen Sinne des 
Wortes, und die ganz speciell vom Geburtsortc hcrgcnommenen. Die ersteren sind im 
Gauzen weit selteuer, ihrer Form nach aber wieder zweierlei Art : cntwedcr ist nimlich der 
Name des Vaterlandes mit dem voranstehenden Taufnamen durch cin de oder von verbunden*), 
wie Ludolphus de Flandria, Fridericus de Gothlandia, ebcnso de tmbria, Osilia, Polonia, 
Pryssia, fVestphalen ; — oder es wird der Volksname dem Taufnamen unmittelbar ange- 
hangt, wie Vrese oder Friso, Sasse oder Saxo, Holsatus, Oselere, Prus, Swave oder 
Svevus. — Ungleich hiiufiger, als das Valerland, wird der Ort der Geburt oder doch der 
Herkunft mit dem Taufnauien verbunden, und vor Allem sind es Namen Norddeutscher Stadte 
(Preussen und die Niederlande mit inbegrilTen), aus welchen ja auch Livlands Stidte den 
meisten Zuzug an Einwohnern und Biirgern crhielten. Die in den beiden ersten Bfinden dcs 
Urkundenbuchs vorkommendcn Deutschen Stidtenamen, die als Beinamen gebraucbt werden, 
mogen hier simmtlich stehen, wobei die Ofters vorkommenden durch gesperrte Schrift aus- 
gezeichnet sind: Bardewich, Harnecon, Berewich, Brema (de Bremen, de BremisJ, Bruns- 
niek, Cassel, Colmar, Colonia, Cosfelt, Deventer, Duderstadt, Elbinge, Elvervelde, 
Essen oder Essende, Geilenhusen, Gripeswold, Gustrove, Hanover oder Honover, Hilden- 
sem, Jericho, Kamburch, Lippe, Lubeke, Magdeborch, Mansvelde, Memele, Minden, 
Monasterium (Milnster), Osenbrugge, Osterode, Haceborg, Sa/lwedele, Sost oder Sosa- 
tum Slade (Urbs), Utrecht, Verden, fVernigerode. Seltener finden sich Namen Scandi- 
navischer uud Finulandischer Stidte : Abo, Arosla (fVesteras), Arus, Calmaria, Haseborg, 



•) Die*e Partikel kooimt ia dieier Zeil bei bBrgerlicheo N.men daher sehr baofig, j« fait ooch hSufiger ror, 
Ali bei adligeo, aod Isl daber eio sehr oosicberea Keonxeicbea fur dea ritterbunigen Staod. 



Digitized by Google 



XIV 

Roskild, — Caporie. Vereinzelt trifft man die Namen Polnischer und Russisclier Stidte: Kra- 
kowe gehdrt jenen, Pleskovce (Ploskowe), vielleicht auch Nowgardia, diesen an. Aber auch 
der Name einheimischer Stadtc wird nicht selten als Beiname gcbrancht: de Riga, de 
Bevalia (ran Rercle), de Hapsele, Pernowe, Yelin, Wenden, Wesenberg. Bemerkenswerth 
isf, dass Dorpafs Name — so viel ich bis jctzt gefunden, auch in sp&terer Zeit — als Bei- 
name nicht vorkommt. Endlich finden wir bei vielen gemeinen Preien, namentlich auch bei 
Geistlichen, dem Taufnamen dcn Namen von einheimischen Schldssern irnd Ddrfero bcigefugt, 
welche offenbar nicht von dem Besitz dieser Schlflsser und Dorfer, sondern nnstreitig von 
der Abstammnng aus denselben oder dem Wohnsitz in ihnen hergenommen sind. Dabin 
gehoren: Carchus, Miloria, Thoreida, Wittenstein, Cauttlt, Jtgelecht, Ktgele, Kokenhusen, Lohah, 
Mespol, Rastijerwe, Rigemunde, Rugele, Sagentacken, Sobolis, Teristerere , Vdenkul, Vickelt. 
Ob etwa einzelnc der so benannten Personen eingeborne Nationalen gewescn, welche aus den 
gedachten Dorfern in die Stfidtc gewandert uud sich daselbst niedergelassen , dfirfte schwer 
zu eimitteln sein: sithere Spuren davon finden sich nicht. Schliesslich ist ubrigcns zu 
bemerken, dass auch Ritterbfutige vom Vatcrlande ihren Bei- und resp. Geschlechtsnamen 
erhielten, wie die dt Vngaria oder von Ungeren ; die Lyve oder Liven, welche ihren Ursprung 
von dem LivenSltesten Caupo herleiten. Auch gingen Zweige einiger oben gcnannten stidti- 
schen Familien in den landsassigen Adel iiber, wie die de Revalia, de Velin, de Bremen u. a. m.*) 

3) Den bisher betracbteten Beinamcn diirften zunachst verwandt sein die von dem 
Wohnort mid dessen Lage hcrstammendcn. Daliin kann man nachstehendc Beinamen rechnen: 
ran der Reke, Bomgarde, de Caslro, Deptnbrock, von der Hagene oder dt lndagine, de Molendino 
oder van der Molen, dt Molenstrate, Sandstrate, Musgart, de Ponle, Rodtportt, van dtm Woldt, 
oder de Syha, van dtm Levenwolde (d. i. von dem lieben Walde), de Stove (d. i. von der 
Bndstube), van dcm Yelde, luxfa Portam, Suptr Fotsam, Transtigam, durch den Rusch, Dordt- 
murt. Vielleicht dflrfen auch Gutaeker, Haverland, Moor, Htidt, Wiest, Hove, Wackt, hierher 
gezahlt werden. Dcr aus Lubcck .stammende, in Livland im 14. Jahrh. ziemlich verbreitete 
Namc von Yiffhustn oder de Quinqut Domibus ist einer der wenigen Namen von Stadtern, der 
von dem Besitz entnommen ist. 

4) Eine fernere und zwar zahlreiche Classe von Beinamen bilden die von der Be- 
scbSftigung uud andcrn Lebensvcrhaitnisscn hergenommcnen, und zwar a) vonAemtern und 
Wfirden, dergleichen sowohi bei Ritterbtirtigen, als auch bei gemeinen Freien vorkommcn, 
als: Rischop, Borgemester, Camtrarhis, Marschall, Papt, Presbyltr, Beckler, Scuhtlui, Scriptor, 
Tolk. Kunege und Bex mogen wohl eher zu den sog. Spitznnmen zu zahlen sein. 6) Von der 
Lebenswcise und den hdheren Arten eines Lcbensberufes (d. i. mit Ausschluss des Handwerks) : 
Miles odcr Bitter, Schutte oder Balistarius, Medicus, Monetarius, Dunevar (Diinafahrer), Sia- 
lanzfar (Scelnndsfabrer), Nauta oder Scheper, Sturmann. Vielleicht kann man aoch die Namen 
Vppem Perde nnd Pugil in diese Categorie stellen. — c) Von dem Gewerbc im engern 
Sinnc odcr dem Handwerk: Aurifaber, Auriga, Brutcer, Carnifex, Clensmet, Clippiator, Col- 
lifex, Cuprifaber, Dolealor oder Dolifex, Faber, Genctr, Gktdialor, Gropengeter, Institor, Kurte- 



*) Ob aurh der Name de< Revaler Ralhiherrn GottschaUt uter Ilne in dieae Categorie gelrfrt, deagleichen der 
etwaa «pller vorkommeode, gleichartige Naiue eines Dorpater Rath»herrn, Alef vlrr Olp t , wage ich nlcht iq enUcheiden. 



Digitized by Google 



XV 

veerte oder Pellifex, Pannitontor, Penesticut, Pittor, Sartor oder Scrodere , Stllator, Smet, Sten- 
kacker, Slenpkktr oder Lapicida, Sutor, Jrgekr, Textor, Tingetere, Tontor. — Dass es besonders 
bei atlen diesen Namen hiiufig ,.\\ i ifelhaft ist, ob sie wirkliche Beinamen, vollends Familien- 
namen sind, oder eben bloss die Beschaftigung bezeicbnen sollen, daher als Appellativa zu 
betrachten sind, ist bereits obcn bemerkt worden. Dass aber viele von ihnen Familiennauien 
geworden sind, ist gewiss, bei nicht wenigen ergiebt es schon in diesem Zeitraom der Zu- 
samntenbang deutlich, z. B. Tileke Gerrter. Steinbrechcr zu Reval (T.B. Nr. 950), Johannes 
lnstitor, Priester daselbst (U.B. Nr. 936. 183). 

5) So hiufig in neuerer Zeit, besonders in Estbland und im nordlichen Livland, es 
bei den niedern Standen fiblich ist, neu entstehende Familiennamcn dadurch zu bildcn, dass 
man mit dem eigenen Taufnamen den des Vaters mit einem angehangten „sohn u verbindet, 
so sehr zahlrcich in unsern Tagen in diescn Stiinden die Eigennamcn Johannsohn, Jftrgen- 
sohn, Petersohn, Martensohn etc. sind, so selten war dies in den Zeiten der Fall, von denen 
bier die Rcde ist. Die in den beiden ersten Bandcn des Urkundenbuchs vorkommenden 
Naoten der Art gehfiren fast ausschliesslich Scandinaviern — - Schweden und Danen — an. 
Man sehe in den Regislern die Namen : Abiornasson, Absahnson, Agesson, Anderson, 
Axelson, Banditson, Barnamson, Boson, Clemitson, Ebbison, Elmaszon, Erikson, Golaeson, 
Hermannson, Ingertaldson, Jonesson, Kiaetibnundson, Magnusson, Naeskunungson, Tiiklisson, 
Olaefton, Peterson, Rametsun, Saxison, Thurton, Ubbaeson, Ulfton. Nur Attei'ton und 
Bantton sind Namcn Esthlandischer Vasallen, und auch dicse mdgcn wohl Danischer Her- 
knnft sein. — Hicrher gehoren fibrigens auch dic Bei- und Familiennamen mit einer Latei- 
nischen Genitivcndung , indem hintcr densclben „filius" zu subsumiren ist, z. B. Amulphi, 
Beronit, Chrittiani, Clementis, Pauli, Petri, Sigismundi, Simonit. Ableitungen der Art 
werdcn aber nicht bloss vom Taufnamen des Vaters gemacht, sondern milunter auch von 
seinem Gewerbsnamen, wie Fabri, Kockii, Monetarii. Auch dicse Namen mit der Gcnitiv- 
endung sind in Livland scltcn ; die meistcn gchoren Scandinaviern an. Noch seltcncr finden 
sich unveranderte Taufnamcn als Beinamen gebraucht, wie Claus, JJegener. 

6) Die von Eigcnschaftcn des Kurpcrs, wie der Sccle, cntnommenen Beinamcn 
sind sehr gewohnlich, und ursprunglicli wohl grosstcntheils Spott- odcr sog. Spitznamen 
gewesen. Wir kfinnen hier unterscheiden : a) Beinamcn nach dcr Farbe, wohl zun3chst 
der Haut und dcs Haupthaars, als: Witle oder Albus, Swarle oder Niger, Bode odcr Bufus, 
alle drei oft vorkommend ; anch Grone und Brun gehfiren wohl in diese Catcgorie. — b) Bei- 
namen nach andern Eigenschaften des Kfirpcrs, als: Bese oder Gygas, Litle (Klein) oder 
Parnts, Lange oder Longus, Langemqnn, Langeside, Stumpel, Vette, Starke, Cracht, 
Dr&ge (Trocken), Cruse oder Crispvs, Goldoge, Scel odcr Ltiscvs, Cocus, Botermund, 
Scotelmund, Arnoldus cum ferrea manu. — c) Bcinamcn nach den Eigenschaften der Secle: 
Quade , Stolte, Stullus, Unruwe , Wise. Dahin kann man auch Kind und Jungfrvwe 
recbnen, so wie das bereits oben erwiihnte Kunege oder Bex. — d) Beinamen von andern 
persdnlichen VerhSltnissen entlehnt : Bike oder Dives, Fiende, Vrende , Wese (Waise), 
Luck (Gliick). Obschon alle diese Beinamen einen ganz individuellen, hochst personlichen 
Ursprung haben, so sind doch schr viele, ja dic meisten von ihnen, in der Folge wirkliche 
Faroiliennamen gewordcn. 



Digitized by Google 



XVI 



7) Offenbar nahe verwandt mit den Beinamen der zuletzt erwahnten Classc sind 
endlich noph nachstehcnde Arten von Namen, welche raeist wohl auch urspriinglich Spitznamen 
gewesen sind : a) Thiernamen, als: Bere und Ursus, Birkhan, Borch, Crevet (Krebs), 
Dolen, Tuve (Taube), Falk und Falke, Hane, Hase, Uecht, Hummer, Mackrel, Naghtegale, 
Specht, Sperling, Stockfisk, Vogel, Vos, Wulff ; dass auch der Name Soie hierher gehftrt, 
ist zweifelhaft, da er urspriinglich Zage odcr Sage lautet. — b) Beinamen, welche von 
andern Naturproducten entlehnt sind, als : Buchen, Ek odcr Eke, Esche, Kersebom, 
Sledom, Blome, Rosen, Lilige, Piper, Stein oder de Lapide. — c) Namen von Glie- 
dern des menschlichen Korpcrs: Foot, Vust, Pollex, Nagel, Spissenagel. — d) Namen 
von GerStbschaften und andern leblosen Gegenstandcn, wie : Plate, Pumpe, Pepersack, 
Sabel, Klinge, Slotel odcr Clavis, Schilling. 

Zwar haben im Vorstehenden einc grosse Anzahl von Bei- und Familiennamen die 
Erklarung ihres Ursprungs gefunden. Es bleiben jedoch nicht wenige ubrig, dercn Ursprung 
ungewiss, oder doch in Dunkel gehullt ist, indem manche unter ihnen Stoif zu etymologischen 
Forschungcn bieten, wie Wanemal und Naestemal (Esthnisch), Havesvorde, Parembeke, 
Risebiter, Stalbiter, Vitinghof u. a. Zur Erkliirung des letztern dient vielleicht der Name, 
den wahrscheinlich ein nach Frankreich ubcrgesiedelter Zweig der Familic angenommen, 
nSmlich Betancour : offcnbar eine wortliche Uebersetzung des Deutschen Vitinghof. Beide 
Familien fuhren noch heut zu Tage dasselbe Wappcn. 

, Wir furchten indess an diesem Orte scbon zu lange hci unserm Gegenstande verweilt 
zu haben, und schliessen mit dem Wunsche, dass es uns gelungen sein mdge, durch diese 
Erdrterung manche bei uns verbreitete Irrtbumer berichtigt, und zu weiteren, grundlicheren 
Forschungcn uber unser Thema angeregt zu haben. 

Reval, Freitags vor Pfingsten, im J. ift>5. 



Dr. F. f*. v. Bumge. 



Digitized by Google 



Regresten 

IJv-, Esth- und Curlandischer 

Urkunden. 

II. 1301 - 1361 M 690 - 1*36. 

- 

Digitized by Google 



Digitized by Google 



Regesten 

der Liv-, Esth- und Curlandischen Lrkunden, 



1301. i30i. 

690. Brnder Burchard, Blaehof ron CurUnd, nrkundet, dasa er den Grinsstreit swischen ft 

den Domherren seiner Kirche nnd den Bruder Detmar, Comthor ron Goldingenj in Betreff 

dc» Landes Zerenden dahin enUchieden habe, dasa die Grinze gehen boII lings dem 

nlten Weg, der ron Goldingen nach dem Gehols in Aralden fuhrt, nnd 

Holse herab nach den daselbat errichteten Kreuien nnd Zeichen. Uebrigens iat M den 

▼on Zerenden gestattet, mit den Lenten der obgenannten Ordensbrfider Hen m mihen. 

Nacb einer Abschrift I* der oft erwaboten Mitao achen UrkundensammluBg (lod. 360) in Uenningt 
Geschlchle von Goldingen S. 188, in den Milllieill. IV, 505 Nr. 34 nnd lm LItI. U.B. Nr. DCIV. 

— Der Ton Gadebtuch I, 351 in dieaea Jahr geaetste Vergleicb xwiaehen dem D. O. 

•nd dem Enbiachof ron Rigs geh&rt ina Jahr 1304. 8. nnten Reg. 701. 

1502. Nfc 

691. Itarntu, Ersbischof Ton Rigs, beatitfgt daa Tom Torig» Samlindischen Bischof April 8. 

[ etc. Datnm in ciriute Rigenai, a. Dom. MCCCII, VIII. dle mensia Aprilia. 

Nacb eloer Abachrin Im K&nlgsb. gefa. ArcbiT (Jnd. 361) abgedr. in VoigTt Codes dipl. II, 51 
Nr. XLIII. Dieae Urknnde bal filr Livland bloas wegen des Ansatellera derselben Interesse, ond 

Erich Menved, Kdnig der Dinen iind Hersog von Esthland, nrkundet, dass er dle j Bn | 19. 
tob Weaenberg, mit allen ihren Reehten und ihren Angchorlgen, in seinen Frieden 
nnd seinen Schuti genommen, und ihnen Ailen und Jeden, in der eigenen Stadt wie aosser- 
halb, desmittelst alle Freibeiten, Rechte und Gesetse Terlelhe, deren aich die Bnrger Ton 
Reval mitNntien bedienen. Er Terbietet daher, daaa keiner seinerVogte oder anderweitigen 
1, noeh tenat Jemand, sie oder Uire Angehorigen, an ihren Gotern oder Personen 
>, bei Befurchtung der Koniglichen Ungnade und Rache. 

Nacb dem Transsiimt In der Urkonde des Freiberrn Reinhold tori Brederode vom Oaterme-atag 
1631 iaa ArcbW der Eatbland. CoaTernementaregiernng abgedr. im Inland 1837 Nr. 34 Sp.571 Anm. 
und im LiTl. U.B. Nr. DCV. Eine Deutscbe Uebersetsnng in deo gelehrten Beitrlgen sn den Rig. 
Anxeigen 1765 S. II. 

«393. Itarmu, Eribischof von Riga, lum Oberschiedsrichter erwihlt einerselta ron dem Jasi 16. 
Biichof Conrad, Tom Decsn, Cspitel und Volke Ton Oesel und der Wieck, so wie toh Mcolaus, 
Capellnn des Bischofs, Anhiogern des genannten Bischofs, — andererseits ron dem Meister 
Gottfried, von den Briidem des DeuUchen Ordens in Lirland, Ton dem Volke, von . 
Oesel, und vom Ritter Johannet von 
IM. 1 Irt . u.f II. 




Digitized by Google 



* 

2 

1303. aters — um uber ihre gegenaeitigen Forderuogen wegen der einsnder wihrend dea Krieges 

lugefijgten Schiden, Beleidigungeu etc. iu erkennen, urkundet, dass er durch Vernehmung 

beider Parteien, so wie der von denselben aufgefOhrten Zengen, eine vollstindige Kenntnlss 

der Sachlage erhalten habe. Wcil jedoch die canonische Autoritit suweilen von der Strenge 

abiugehen gestatte, je nachdem es in Betracht des Zustandes des Landes und der Menge 

und Quaiitat dcr Schuldigen rathsam erscheint, und er demnach die Gefahren in Erwigung 

geiogen, welche dem von Feinden der Christenheit umgebenen Lande durch die Uneinigkeit 

der streitenden Parteien erwacbsen, so hebe er die gcgenseitigen Forderungen durch Com- 

pensation derselben auf, und gebiete beiden Theilen, dasa aie, mit Vcrbtnnung jegHcher Rache- 

gedanken, ihren Strcitigkeiten und deren Vcrfolgung entsagen, und aich gegenseitig getreutich 

beistehen etc. Diejenigen, welche hiergegen, sei es personlich oder dnrch Andere, offen oder 

verborgen, wie es auch sei, etwas unternehmen, verortheile er in die Strafe, welch« auf den 

Bruch des Eides gesetit ist, den sic bei Eingehnng des Compromissea gclcistet, indem er den 

Bischof uud den Melster fur «oichen Fall vom Eintritt in die Klrche ausschliesse, iiber das 

Volk aber das Interdict verhinge. Der Entscheiduag der iibrigen iwischen beiden Theilen 

noch obschwebendcn Fragen enthalte er sich bia su seiner Riickkehr von Rom. Er verlange 

jedoch, dass der Biachof in BetrefT der Personen, Wiirden oder Lehen des Volkes sich jeder 

Neuerung enthalte, es sei denn, dass er es von dem Schlosse entferneu wollte, in welchem er 

wohnt ; dies dsrf er thun, muss ihm dann aber einen andcrn angemessenen Wohnort anweisen. 

Die Schlosser Lealis und riapisai, mit allen Rechten nnd Zubehor derselben, werden dem 

Bischof restituirt und seiner unbeschrinkten Verwattung Obergeben. Dem Meister und den 

Briidern des Ordens endlich befehle er, auf der Insel Oesel keine neue Befestigung ansulegen, 

und nur alienfalis die alten wieder in den friiheren Zustand iu setien. 

Nach einer sehr feiilcrhaftcn Copie abgedr. bei Turgenew I, 87 Nr. XCVIII, und darnach im 
Livl. U.B. Nr. DCVI. 

JuoiU. 694. Waldemar III. , (GegcnOKonig von Dinemark, bestitigt dem St. Michaelis-Nonnen- 

kloster iu Reval dessen Besitiungen. Die Urkunde dariiber ist wortiich ubereinstimmend mit 
der desselbea Konigs vom 5. Juni 1286 (U.B. Bd. I. Nr. DVIII, Keg. 579), nur dass der eine 
Reihe von GBternamcn eiithaltende Passua nach den Worten „munde cum inftuvio" bis „Sil- 
mele, Womes" fehtt. Datum Nyburg, anno Dom. CCC secundo, quinta feria pentecostes. 

Das Original auf Perg. mit dem aiemlich erhaltenen Sieget im Archiv ilvt KsthlSnd. Rltterscbaft. 
Bel Vergleichung dieser Urkunde mit der vom J. 1286, welche auch zu Njburg, quarta feria pen- 
tccostcs ausgcstelit ut , uod der vom Kfinig Erich Uenved 4. d. Nyborg, a. D. 1287, quarta feria 
pentecoste», U.B. I. Nr. DXIV, steigcn groue Zweifcl an der Ecblbeit der beldcn Waldemar- 
schcn Diplome auf. Vcrgi. dlc Reg. 579. 

1303. 1305. 

0. T. 695. Erich Menved, Kdnig der Danen, setit seineu Bruder, den Hersog Ckristoph, 

welcher bis dahiu mit Samso, Holbeck und Kallundborg belehnt gewesen, auf aechs 
Jahre dem Hersqgthum Esthland in der Weise nnd nnter der Bedingung vor, dass cr solches 
Hersogthum gegeu feindliche Eiufille sctiutie, wobei ihm der Konig, im Falle des Erfordar- 
nisses, mit seincr Kriegsmacht beistehen will; dagegcn soll der Henog dem Konige funfiig 
bewaffnete Mihncr stclien, und ihm, als Brudcr und Vasall, Treue und Gehorsam gcloben. 
AogefBhrt bei Huitfeld I, 321 fg., Pontan S. 393 und darnach bci Arndt II, 75 u. A. 



Digitized by Google 



696. harnut, Eribitchof too Lund, vtdimirt elne Bulle Pabat Innocmx'* IV. ron 88. 1S13 - 
Januar 1880. Dat. Lundls, XV. OlL Febr. J *"' ' 8 ' 

Abgedr. bei Liljtgrm II, 693 Nr. 1752. Vergl. Reg. Dan. I, 194 Nr. 1588. Dlese Urkonde 
wird hier bloss oogeiubrt, weil aleJ» aus Ihr ergiebt, dass der bisherige EnbUchof von Riga, 1«™, 
bereits im Januar 1303 Enblscbof von Lund war. Vergl. aucb dle Reg. Dan. a. a. 0. Nr. 1587. 

697. Hermann, B. von Culm, und Christian, Elect von Marienwerder, urkunden: es Oct. 18. 
hitten sich in Elbingen veraammelt der Grosscomthur, der Tresaler des Hanpthauscs in 
Vencdig, die Landmeister von Deutachland, Livland und Prcussen, und andere Landcomthure, 
Vdgte ^ind sonstige Briider des D. O., um iiber verschiedene Angelegenheiten, und imb&on- 

dere uber das Amt des Hochmeiatera zu beratheu, welches geraume Zeit vorher Gottfried 
ron Hohenloch, in Gegenwart vieler Comthure, Vogte und anderer Ordeusbriidcr, In die HSnde 
der Meister von Livland und Preussen frciwillig niedergelegt hatte. Da indess einige der 
OrdensbrSder in die Entsagung des Hochmcisters Zwelfcl setzten, so sei er daruber befragt 
worden, und habc die Wahrheit seiner Entaagung, so wte dass diesclbe freiwillig geschehen, 
bestaligt. Er habe schon vor zwei Jahrcn diesen Schrilt bestlilossen , und selbst wenn er 
ron Neuero zum Hochmeister gewahlt wiirde, verbiete ihm sein Gewissen, solches Amt wieder 

« 

snzunehmen. 

Nach einem OriginaltranssuiDt vom 29. Fcbr. 1304 im Konigsb. geh. Ordensarchiv (Ind. Nr. 262) 
abgedr. bel Lucas Darid V, 146 fg. Airo., und iro Livl. U.B. Nr. DCVII. Vergl. Voigt, Preuas. 
Geach. IV, 171 fgg. 

1504. i3o*. 

698. Der Meister und LandroarschaH des, Dcutschen Ordens in Livland, die Comthure Febr. 25. 

von Vellin, Wittensten, Wend(cn), Segcwold, Perona (Pernan), Leal und Aschrad, und die 
i 

Vogte von Jcrwen, Transpalen, Wend, Sackele und Carchus, urkunden, dass sie — in Erwi- 
goug der gefahrlichen Lagc des Landes zwischen feindlichen Nationcn, und damit die 
Pflanzung des Glaubens nicht zn Grunde gehe, — mit deu Bischofen, Capitcln und . 
Vasallen der Kirchen zu Dorpat und Oesel, ao wie mit sammtUchen Vasallen des Konigs von 
Danemark in Esthland, ein auf ewige Zeitcn unverletzlich zu haltendes Fricdens- und Freund- 
schaftsbundniss zum Schutz Liv- und EBthlands abgeschlossen, nnd dorch feierliches Hand- 
gelobniss (fides manualis) Nachstchcndes festgesetzt haben : 1) Da der Kdnig seine genannten 
Vaaallen »on der Krone veraossert, wozu er kein Recht hatte, da sie urspriinglich und durch 
Erbrecht mit der Krone Danemarks vcrbunden sind , so wollcn dic Verbundeten solcher den 
gedachten Vasallen angethanen Gewalt widerstreben, und nicht gestatten, dass dic Vasalleti je 
und auf irgend eine Weise der Krone DSnemarks entfremdet werden. Wenn daher Jemand 
im Innern oder ausierhalb/uber kurz oder lang, aie der Krone Danemarks entziehen wollte, — 
da sie nur diese Krone als Herrscherin ansuerkennen Willen» ond gehalten seieu, — so wollen 
die Verbundeten deti Vssallen sum Widerstande dagcgcn mit atlen KrSften beistehen, wie 
denn anch gegen diejenigen, welche ihr Bundniss so zerstorc» versuchen sollten, sie sich gegen- 
seitigeo Beistand sosagen. 8) Ueber dasjenige, was in den Schldssern, Befestigungen oder 
(f eommissnm: confiscirt?) ist oder noch begaugen werden sollte»), darf keiner 



•) Biarmit atebt obne Zweifel die Urk. vom 25. Juli 1305 (Reg. 71») ln Verbindong, welche Uber 
dfese donkelo Stelle einiges Licbt verbreitet. 

A. 



Digitized by Google 



der verbfindeten Tbeile, ohne Rath der fibrigen, einen Separatverglelch eingehen. 8) Naeh 
der von Alters swischen den Flfiiaen Duna und Nirwia hergebrachten Gewohnheit wollen 
■ie alch gegenseitig beiatehen. Wer jedoch einen Todachlag verfibt und aui dem Lande der 
elnen Partei in daa einer andern fliichtet, soll daselbst nach jener Gewohnheit Frieden ge- 
nieasen. 4) Den kunftigen Eribischof von Riga, sobald er personlich anweaend aein wird, 
wollen die Rlachofe von Dorpat und Oesel, der Ordenaneiater, die Brfider und Vaaallen 
freundachaftlich und dringend auffordern, aich diesem Biindniss anauachliesaen. S) Wenn aich 
die Stidte, Flecken oder aonat Jemand twiachen der Narwia und Diina dieaem Bfijiduiia 
entiieht oder demaelben entgegenwirkt, ao werden aolche Wideraacher aia dflentliche Feinde 
betrachtet, und ao lange mit vereinter Kraft verfolgt, bia aie aich dem Rfindnias anschliessen. 
6) Wer aich uutersteht, gegen die Verbfindeten einen fremden Herrn ansurufen, eoll durch 
verelnte Gewalt geswungen werden, von aolchem Vorhaben abiuatehen. 7) Alle diejeuigen, 
insbesondere die Rigischen Burger, die sich unterfangen sollten, mit dea Litthauern, Jleiden 
oder Russcn ein Separat-Bundniss oder Frieden abiuachlieasen, oder die bbherigen Verbindun- 
gen der Art nlcht aofloaen, aollen ermahnt werden, dieaem Biindniaa beiiutreten; weigern 
•le aich, ao sollen die Verbundeten sich gegen aie, ala ihre fifientlichen Feinde, mit gesammter 
Kraft erheben. 8) Die Streitigkeiten , welche iwischen dem Orden und der Stadt Riga be- 
•teben oder noch entatehen sollten, soll der Bischof von Dorpat, im Verein mit den Aebten 
▼on Dfinamiinde und Valkena, und drei andern vom Bischof iu wahlenden Praiaten, ao wie 
mit Zoiiehung von iwolf Riltern aus der Zahl der Konigl. Vaaallen, geborig untersuchen. Findeo 
•ie die Sache des Ordens gerecht, so ermabnen aie die Rfirger Riga's, daas sie von ihrer 
ungerechten Forderung abstehen ; Widrigenfalll die beiden Biachdfe und die Kdnigiichen Va- 
aaiien dem Orden beistehen sollen, die Rigenser mr entsprechenden Genugthuung zu iwingen. 
Wird dagegen die Sache Riga's als gerecht erkanut, und soiches durch den Eid aller ein- 
■elnen Untersucbungsrichter bekriftlgt, so aollen die Dorpatenaer und die Koniglichen Vaaallen 
•Ich friedlich verbalten und keinem der atreitenden Theile Rath nod Reiatand ieisten. 9) Weno 
iwischen den Verbundeten, ailen oder eimelnen von ihnen, eineraeits, und den Rusaen anderer- 
■eits flber die Laodeagrinse oder sonst Etwas Streit ansiubrechen droht, ao versammeln aich 
an einem geeigneten Orte drei gute Minner aua der Rigiachen Dioceae, deagleichen drei au» 
der OeaePachen (wenn man ihrer ao viel mit Dequemlichkeit erhalten kann), secha von Seiten 
dea Richofa von Dorpat, aechs dea Ordens und aechs aua der Zahl der Koniglichen Vasallen, 
om den Streit in achlichten ; befinden dieae Richter, daaa die Ruaaen Uorecht habeo, und 
dieae stehen, nach geschehener Ermahnung, von ihrer ungerechten Forderung nicht ab, ao 
erheben aich aammtliche Verbfindete gegen aie, bia aie nachgebeo. Wird aber die Sache der 
Rusaen ffir gerecht erkannt, und solchea von den Richtern eidlich bekriftigt, so werden die 
•treitendcn Theile von keinem der Verbundeten unteratutat. 10) Entsteht ein Streit unter 
den Verbfindeten, so treteu je sechs Manner aua den Bisthumern Dorpat und Oesel, aus der 
Zahl der Ordensbriider und der Koniglichen Vaaallen lusammen, um den Streit in GQte bei- 
■olegen; wenn aie nichta ausrichten kdnnen, so soll der Aufaitsige von den Uebrigen vereint 
nr Eintracht geswungen werden. II) Keine der Parteien soll, ohne Beratfaong roit den 
ubrigen, einen ungerechten Krieg mit den Ruasen beginnen, widrigenfails aie ohne alle Unter- 
•tutiung gelaaaeo wird. 12) AUea dieaes iat obne alles Prijodii ffir deo Ersbischof von Riga 



Kirc bc beichlouen, und ron deii Partelen eidUch bekriftlgt worden. 13) Zwiichen 
dem Orden and den Koniglichen Vaaallen wird noch acbJiesalich abgemacht, da&s wenn die 
Vasallen der Ordensbriider snr Beilegung irgcud einea Streits bediirfen soliten, letitere, sobald 
■ie gerufen werden , erscheinen wollen. Wenn dcr Ordensmeister, Marschall oder einer der 
Comthure oder Vogte mit Tode abgehen, oder toq seiuem Amte abtreten sollte, so soil der 
Nachfolger, aus Llvland iu Vellin binnen secbs Wochen, ans Esthland in Wittenatein binncn 
Wochen, nachdem die Vaaallen deahalb erinnert, erscheinen, um alies Angcfiihrte 



Nacb dem Original im Kouigl. Arcbiv xu Kopenhsgen abgedruckt in dem Livl. U.B. Nr. DCVIII, 
und acbon friiher in den bUtor. Abhandlungen der Kiinigl. Gesellscbaft der Wissenschaften zu Ko- 
penhagen. Deulscbe Uebersetzung voo P. A. Uehue, Bd. II (Kiel 1786. 8.) S. 372 fgg. Nacb 
eine m Transswat des KBnigs Magnus von Schweden vom J. 1348 im Grosshersoglich-Meklenburgl- 
scben Arcbiv abgedr. iu den Mitlbeiil. II, 471. 

099. Pabst Benedict XI. schreibt an das Volk der Stadt und Diocese Riga : Bereita vor 
Zeit habe sein Vorginger, Pabst Bonifacius VIII. , den damaligiu Ersbischof von 
Riga, Itarnut, nach Lund, und den Lundischeo Erzbischof Johannes aus gewissen Griinden 

* 

nach Riga versetzt. Da aber der Letstere diese Veraettung nicht hat annehnsen wollcn, und 
der ersbischufliche Sits in Riga daher bis jetst nnbesetzt geblieben, so habe cr, nach gcpflo,- 
gener Berathnng mit den Cardinalen, und auf den Ralh der Predigerbriider , dcn Bruder des 
Minoritenordens Friedrich, seinen Pdnitentiar, der aich dnrch wissenschaftliche Bildung und 
Sittenadel auszeichne etc, sum Ersbiachof von Riga ernannt und selbst dasu geweiht, so wie 
endlich ihm durch vier Cardinaldiaconen dss erbetene Pallium uberreichen lassen. Lr apricht 
die Hoffnung aos, dass Ersbischof Friedrich die ihm anvertraute geistliche und weltliche Ge- 
wait weise handhaben werde etc. 

Nacb dem Original im Kigischen Ratbsarchiv (|»d. Nr. 963) abgedruckt in den Mitlheill. V, 316 
Nr. 43, und im Llvl. U.B. Nr. DCIX. 

700. Isarnus, Erzbischof von Lund, Primas von Schweden, einstmala Erzbischof von Mlrl 31 * 
Riga, zurii Schiedsrichter ernannt von dem Meister und den Brudern dea D. O. einerseits, 
ond den Burgern und der Stadt Riga andererseits, in Bctreff der Fehden und Misshelligkeiten, 
welche zw|achen ihnen vorgefallen, und der daraua hervorgegangenen Schaden, Gefangenachaften, 
etc, urkundet, dasa er — nachdem er sich von dem Sachverh&ltniss aui dcn 



t, und mit den ihm vom Pabste Benedict XI. su dem Zweck beigeseilten Cardiualprie- 
stern Jokannes vom Titel St. Marcellini und Petri und Gentilis vom Tltel St. Martini in 
Montibut die Sacbe berathen — dahin erkannt habe : dasi die-gegenseitigen Schadenstanda- 
fordernngen durch Compensation su heben, und beide Theile deshalb su absolviren und zu 
ieien. Der Orden wlrd demnichst angewiesen, der Stadt alle Giiter und Gebiude, 
r sur Zeit der Fehde in der Stadt und deren Mark innc gehabt, surBcksugeben. 
der Stadt und dem T«n den Ordensbrudern bewohnten Hause oder Uofe* soll auf 
Koaten des Ordeua eine massive Maner von aecha Ellen Hohe, ohne daas dadurch die Strassen 
und PiiUe der Stadt beengt werden, nsmentiich die Strasse swischen der Kircbe sum heil. 
Georg nnd dem Hause, in welchem Herr Woldemar von Roza wohnt, aufgefiihrt werden. 
Die Ordenabriider diirfen nur innerhalb der eben gedachten Mauer Wohnungen haben, und in 
nnr eine Hinterth&r von 4 Fnis Breite und 6 Fuss Hohe auruckgclasien werden, 



Digitized by Google 



durch welche ein Mcnsch rait den gekauften oder anderweitig erworbenen Lebensmitteln lum 
Unterhalt der Brfider frei cin- nnd aosgehen kann. Auitec dem Thore, welchcs die Brfider 
Tor dem Streite in dcr Stadtmaucr gchabt, dfirfen sie kein anderes, auch nicht in der Kirche, 
haben. Melir als zwanzig Brfider, nebst eben so viel Dienern, diirfen in der Sladt nicht woh- 
nen ; auch darf daselbst keine Zusammenkunft (parlamentum) und kein Capitcl gehalten wer- 
den, ausaer einmal ira Jahre, und auch dann dfirfen iu dero Zweck nicht mehr als funfiig 
Ordeiisbruder hinkommen, und darf, bis zur Auffuhrung dcr gedachtcn Mauer zwischen der 
Stadt und dem Ordenshause, in der Stadtraauer von den Ordensbrfidern keln Thor angelegt 
werden. Die Fischwehre in der Scmgallcraa soll von den Ordensbrfidern und den Burgern 
gemeinschaftlich zum Fischfang benntzt und auf gcmeinsame Kosten unterhalten werden. Die 
Ordensbrfider durfen kcine Befcsligung und keinen Thurm in der Stadt und deren Mark 
errichten. Die von den Biirgerh fiber den Fluts Riga gebaute Brficke bleibt ; es sollen jedoch 
die klcinen und grossen Schiffe der Brfider frei dnrchpassiren konnen. Der Ordensmeister und 
die Brfider tollen den BOrgern und diese jenen und ihren Angehorigeu und Vatallen gcstatten, 
frei zu kaufen, zu vcrkaufen und Handel m trcibcn ; aic sollen sich gcgcnseitig freundlich 
aufnehmen, beffandcln, vertheidigeu und beschutzeu, und ohne Aufenthalt Rechts pflegcn. Sle 
aollen von einander keine neuen Zdlle und andcrwelte Abgabcn fur Personen odcr Sachen 
fordem und erheben, welche nicht durch Gewohnheit anerkannt oder vom Pabst auferlegt 
sind odcr kiinftig auferlegt werden. Wenn Meister oder Brfider selbst oder durch Aiulerc 
Biirger todten, Terletien, oder boslich gefangen nchmcn, desgleichen wenn sie die Stadt be- 
selzen oder belagcru, so tollen tie aller Gfitcr und Rcchte, welchc aie in gedachter Stadt 
besitzen oder betessen haben, verlustig gehen, und solche Giiter und Rechte der Rigischen 
Kirchc und deren Eribischof oline Weiteret lufallcn. Wegen der 1500 Haken Landes, welche 
dle Stadt vom Orden in Curland, uiid der 100 Hakcn, welche tie von demselben in Oetel 
fordert, «ird sie an den pabstlichen Stnhl terwiesen und diescm dat Erkenntniss darfiber 
vorbehaltcn. 

Nacb einetn Origtaaltranssumt des tinsere Urkunde aufnebmenden Scbreibens des Enb. Friedrich 
vorn 2. Juli 1336, vom 12. Mai 1399 abgedr. bei Dogkl V, 109 ». LXXI, und darnach ini Livl. 
U.B. Nr. DCX. 

701. Enbischof harnu» entscheidet, im Auftrag dct Pabstes, die Streitjgkeiten zwischea 
dcm Erzbischof von Riga und dem D. O. nachstehend : Erzbischof und Orden erlasscn tich 
gcgenseilig dic Kosten, Zelirnngcn und Schiden, derenthalben sie durch ihre Procuratoren 
Bcschwcrdc geffihrt. Der Meister und die Bruder sollen allc Landguter wieder haben, welche 
sic vor Ausbruch des Krieges in dem Rigischen Gcbiet bescssen. Das Haus, welcbca Wolde- 
mar Rnae bewohnt hat , wird ihm zuruckgegeben. Den Brudcrn aber wird die Kirche zu St. 
Georg *) in Riga eingeraumt, damit tie darin Gottesdienst halten miigen, so jedoch, dass ihrer 
nicht mchr als zehn an der Zahl in der SUdt zusammen wohnen, tie auch kein ungebuhr- 
lichet Gefolge von Volk mit tich fuhren. Sie tollen daaelbst keiuer Art Zntammenkiinfte 
(Mode eller Steffne), weder heimlich noch dffentlich halten, nnd keine Thurme und Befesti- 
gungen weder in der Stadt, noch in deren Gebiet errichten. Die von den Bfirgern erbaut* 

♦)• Sollte nicbt hler, gleichwle in der vorhergeliendcn Urkoude, nnter der Kirche zu St. Georg das 
Orden»»rhlo«* gemeint «ein. welches der St. JBr R en*ltof hiess ? 



Digitized by Google 



7 



Bruckc wll erhalten bleiben, eo jedoch, daaa auch fiir die Schifie des Ordens, grosse wie 1304, 
kleine, der freie Durchgang durch dieselbe offen atcht. Die Briider mogen mit den Bflrgern, 
und diese mit jenen Handelsgeachafte frei betreiben ; beide Theile sollen freundachaftlich mit 
einander uragehen und sich gegenaeitig beschfitien. Neue Auflagen aollen nicht eingefuhrt wer- 
den. Daa ganxe Land aoll, wie ea bisher gewesen und nie pabstliche fJrknndcn ea beatatigen, 9 
aach fortan dem Pabste- verbleiben ; den Brudern aber iat es rergonnt, auf daas sie daselbst 
das Christenthnm verbreiten. Wegen der Gfiter, welche inuerhalb der Geriohtabarkeit dea 
Rigischen Stifta den Ordensbriidern nnd dagegen in LIv- und Curland den B&rgern enlriasen 
aiad, wird dem piibstlichen Stuhl die Entscheidung Torbehalten. Die Handhabung von Recht 
rad Gerechtigkeit in der Stadt aowohl, als in der Voratadt, die Einweihong der Kirchen, die 
Anordnung der Lectionen und Ceremonien gebfihrt, wie friiher, auch hinfuro dem Enbisehof 
Friedrich und seineu Nachfolgern, wenn es dem Pabat nicht andera beliebt, oder die Parteien 
daruber andera mit einander ubereinkommen. 

Der vorstehende lohalt der Urkonde, welche volUtanriig sicb nicbt erballeu bat, Ut eine wOrt- 
Hche Ucbertetzim;; dc» Kcfcrats ;iui demelhcn bel Iluitfeld I, 315 (g. , aus welche m auch Pontan 
S. 389, Uiiim S. 142 und Arndt II, 73 geiicli<ipft baben. Nachdem Iluilfeld a. a. O. bcim J. 1300 
von riem Biiiiritiit* des RigUchen Kr/.»lifls mit dem kunih' von Diincmark {». Keg. G55 n. 056) £t - 
handelt, fiilirt er fort : ,,Padnrrh wurde rier Pahst veranl.isst , seinen Capcllan lsarmts dorthin f 
ncndcn, ias J. IVtO, 6. feriu jgte KcminUcera. Dleser IMIte t-in Endurthell etc", uad nun foift 
dle Toratahand mitgetheillc Belation. Die Ubrlgen Chronisleo, dle — wie angefUhrt — aos BmtfeU 
schiipftcti , haben die»es Datiim fiir dai dca Sc>iieil>sprtu Jis yenuniiiicn ; jedoth init Unrecht. Penn 
es geht offenbar nur auf die Zeit der Sendnns Itarris nach Livland. Un»ere Urkunde dajsjsga 
ial, wenn roan tie mit der vorhersjohsnden [Btf. "00? veTglcicht, ohne allen Zweifel in das Jalir 
1304 vt aelaen, und awar bdchat wahrschetnlich in dieselbe Zeit, vicllcicbt gar anf denselben Tag, 
wle jene, da die bel Ilttitfrld am Sclilim ge uanntcn Zcu^eti dlcsclhen slnd, wlc in der ebeni;edacliteii 
Qrktmde (Keg. 700), niimlicll : ,,llrinrirh, Biscbof von Reval , Ksgrr ./»/, PomheiT ZU Kibe , des 
Koni^n Procuralor, lirrnard Yirolrlle, Uischof zu Karcke» (Carcamone V\ , Ueinrich von Lubvck, 
Pomherr von Ribc, Porrius dr ( asa, lacobtts dr. Cnsulis, Pero de >S7. lienrdicto , LL. ductores 
et curife Romannc advocati." Aiis der Aelinlichkeit vieler, ja dcr meUlcn Siiliic mit denen der 
vorlier^chetidcn Urknndr murhtc mrm auf dcn erslcn Klirk snsnr fulgrrn . riu>.s Uuitfeld riicsclbc 
Urfcauda, — r ungcnaa, eslrahlrt, wenn nlcht die wicderholie Erwfihnung dea ErtbUchofa (von wel- 
chem in der vorlieri;cliendcn 1.,'rkiinde ;;ar nichl dic Hcdc isl) darnnf fiihrlc, dif>s liier iu der Tliat 
der Schicdg»nruch iwi»clien Enbi»chof und Orden vorliegt, milhin in den drei Urknnden, welthe In 
den Keg. C93, 700 ii. 701 tviedergc;;cben siml, die Kntacheidiingcti iiber die drel in den Heg. 667, 
668u.til)y enllioltciren Klagcn 7.n snrlicn sind. Uebriijen.s srhcint docll Manches in dcm Hcferat Iluil- 
feld's unxenan zu seui, und mUaste, wo WidergprUclie zwitchcn dcmsclbcn nnd der Reg. 700 gich 
linden, dem lnh.ilt ricr lclz.teren ilcr Vornii; gci;chen werden. 

702. Erich Mvnvvd , Konig ilcr Daiicn uiul Slaven und llerzog vou Esthland, bcstatigt Ang. II. 
die Verordnung aeines Vorgangers Krich Glipping vom 11. Juni 1260 (Reg. 594) in Betreff 

des Seinlkorna, njtd bejjajMt allen Einwohnern Estblands, daaa bei Vermeidnng seiner Rache 

Niemand sich der Entrichtiing dcr angfordncten Lcistung ciitziclicii solle. 

riacb eioer Abscbrift naf Papier ans dem 10. Jahrh. im Ksthlhnd. Ritterschafiiiarcliiv abgedr. la 
/lungt's Archiv I. 278 Nr. 5 und im Livliinil. U.H. Nr. DCXt. Uine andere Abtchrift im Hcvaler 
Rathnarcbiv. 

703. Dertelbe urknndct, daas er dem Wmandvon Stantforde und dessen wahren Erben Aug. 25. 
die bei Reval belegene Mnhle, welche er, Winand, von Johann von Hyldentem gekauft, und 
weiche Miihle inerat der Vater dea Johann vom Konige iu Lehn gehabt, nach Lebnrecht iiber- 
tragen, und iwar mit den ingehorigen Wisaern, Weiden und anderen Gercchtsamen, ao jedoch, 

dass dcurch dlese Mihle der ebendaaelbst belegenen Koniglichen Muhle kein Priijudii entatehe ; 



d by Google 



8 

1304. flbrlgens darf bo jener Muhle tod Einielnen, die deasen bediirfen, Getreide sam Vermahlen 

gefObrt werden. Demnach wird den Koniglichen Vogten und anderen Beamten untersagt, den 

Winand oder seine Erben in gedachter Muhle irgend su belietigen. 

Nach eioer Abacbrift Im Corpus privilegiorutn clviutla Revalieaais Nr. 99 in dortigen Rathsarcblv 
* abgedr. in Bungt'* Revaler RechUquellen II, 90 Nr. 93 und im Livl. U.B. Nr. DCXII. 

Nov. 99. 704. Theoderich, Bischof vou Dorpat, und Conrad, Biachof Von Oesel, transsumiren die 

Vereinigang Konig Waldemar'» II. mit dem Deutachen Orden vom 7. Joni 1238 (Reg. 179). 
Datom: Wittenatene, in vigilia b. Andreae, MCCCIV. , 
Abscbrifdich in Hi&rns Cotlectaa. I, 137. lodex Nr. 3391. 

— Die im Index Nr. 264 ii| dieses Jshr geseUte Deductiou gehdrt iu's Jahr 1306. 
8. Reg. 714. 

1303. 1305. 

Mal 18. 705. Erich Menved, Kdnig der Dinen and Slaven und Heriog vonEsthiand, ertheilt, 

auf Bitte der Burger Rostock's, allen Kaufleaten der Seeatidte, welche die Ostsee befahren 
wollen, die Freiheit, mit fhren Sachen nnd Waaren, sa Lande wie su Wasser, sicher in aein Reich 
. sn kommen, und dort frei und ron keinem Beamten beheliigt, Handei sn treiben. Inabeaon- 
dere gestattet er ihnen, durch aeine Linder, nimlich gans Eathland und Livland, bis 
sum Narowafluss, und von da nach Nowgorod, ohne Verhinderung so fahren. Falia aie 
Schiffbruch leiden sollten, durfen sie ihre schiffbriichigen Guter in allen aeinen Reicben retten 
oder durch Andere retten lassen, ohne dass sie durch die Kdniglichen Vogte oder sonst Je- 
mand daran behindert werden. , 

Narh einer allen Pergamentabachrlft im Grossberzoglicb • Meklenburgischea Arcblv copirt fBr die 
Urkundenaammlung im Humianzotctchen Museum In St. Petersburg, und darnach abgedr. in dea 
Mittbeill. I, 460 Anm. und Im Livl. U.B. Nr.DCXIII. Bei Sartoriu*- Lappenberg II, 333 werdea 
noch folgende Ullere AbdrQcke angefUhrt: Ungnaden, amoenit. dipl.-hiat.-iurid. 15; histor.-dlplont. 
Abbandlung von der Stadt Koatock GerechUsnten. 1757. S. XL. Roatock. wocheati. Nachr. 1753, 33. 

Mal 18. 706. Dieselbe Urkundc ist auch furLubeck, deigleichen fflr Stralsund ausgefertigt. 

Die leutere Ausfertiguog itt nach Sarinritu a. a. O. abgedruekt in Scktoartt , dipl. Gescfa. der 
Pommersch-Rugiacben Stiidte S. 83. 

Mai 96. 707. Libertut, Abt von Dunamunde, Ditmar, Abt von Valkana, Johaanet, ehcmals 

' Ceilerarius in Amelongsburn, und 7%., einit Hospitalarius ia Porta, abgesandt von dem Ge- 
neralcapitel des Cisterciemerordem in der Sache wegen Veriegung (tranilatio) dei Hauses 
Diinamiindc, iiber welche in dem im Jahr 1303 bei Cisters gehaltenen Generaicapitd ent> 
schieden und — kraft der dem Capitel in dieser Besiehung sustebenden Autoritat — dem 
Abte Morimundu* , und von diesem wieder den genannten Brudern Johanne* und Th. der be- 
hufige Auftrag ertheilt worden, — bekennen und machen sich verbindlich, dasa nachitehender 
von ihnen mit dem Meister und den Brudern des Deutichen Ordem abgeichlouene Vertrag 
vou den Prioren des gesamraten Cisterciemerordens anerkannt werden soll : De die Heiden 
das Haus Dunamiinde vorlingst erobert, die Conventiglieder umgebracht, und auch nachher 
vielen Schaden an Sachen und Peraonen sugefigt, man ihnen auch nlcht weiter orlderitehen 
kdnne, da es dem gedachten Haose an Gebinden ond EinkBnften gebricht, so verkaofen die 
Eingangs gedachten Aussteller, mit Rath und Genehmigung des gansen Conventi von Dfini- 
munde, dieici Haui dera DeuUchcn Orden, mit allen Imraobilien, welcbe daueibe swischen 



Digitized by Google 



9 

der Semgaller-Aa, der Thoreids und dem Meere, so wie in der Sudt Riga and deren 1305. 
Gebiet beaitst , ' namentlich die Hofe und Hinser in der Stadt nnd aaiaerhalb, Aecker und 
Wieaen, Walder und Wisser, und iiberhaupt alle Immobiiien, mit Ansnahme der hdisernen 
Bethiuser der Laienbriider (aedes ligneae oratorii conversorum ) , wie nicht weniger die von 
dem gedachten Hauae in Curland besessencn Immobilien, und xwar Allea mit vollera Eigen- 
thamarecht, jedoch uuter der Bedingung, dasa aie bis Michaelis um ein Jahr tm BeiiU dea 
Hausea und aller Guter in der Rigischen Diocese bleiben. Meister und Brfider des D. Ordena 
ithlen defiir aofort 1000 Mark reinen Siibera Cdlnischen Gewichts ; wollen aie die Summe 
sich Rigischcm Gewicht xahlen, so mfissen sie aum Gewicbt einer Rigischen Mark einen 
balben Ferding Silbera hintutbon und ein Loth aur Reinigung. Nach Abiauf eines Jahrea 
aahlt der Orden au Michaelia abermali 1000 Mark Sllb. Coln. Gew. , und leiatet geniigende 
Sicherheit (caotio) wegen der Zahlung von noch 2000 Mark, iudem er eine gleiche Ansahl 
Haken, wie daa Kloster Valkana in Jerwen, und das Kloster DQnamiinde in deo Dioceaen 
Dorpat und Curland' besitst, den Verkaufern dergestalt Teraetst (ponant), dass, wenn um iwei 
Jahr nach dem bevoratehenden Michaelisfcst 1000 Mark nicht gesahlt werden, die Verkiufer 
das Recht haben sollcu, die Frfichte der versetaten Haken vom ersten Jahre nach dem 
nichsten Micbaeliafeste an bis sur erfolgten Zahlung der gedachtcn 1000 Mark su erheben. 
Und weno drei Jahr nach Micbaeiis nicbt abermals 1000 Mark gezahlt werden, so genieaaen die Ver- 
kiufer die Fruchte der veraeUten Haken von Michaelis fiber zwei Jahr an bis sur Zahlung. Sollten 
die Verkiufer durch irgend welchen Zwang an der rechtseitigen Ernillung dieses Vertrages 
verhiodert werden, so wollen sie die suerst empfangenen 1000 Mark dem Ordcn zurficker- 
sutten, und dafur Sicherheit ieiaten, dasa die Linder der Abtei keinem Andern ala ihm (ver- 
kaoft werden sollen), wenn er daffir den obangeffihrten Preis sahlen will. Wenn die auerst 
gezahlteu 1000 Mark nicht rechtzeitig suruckerstattet werden, so versetsen die Verkaufer 
ihre Immobilien in den Diocesen Coriand und Dorpat, und (diejenigen, welche die Brfider) 
von Valkana in Jerwen beaitsen, dergestalt, dass der Orden vom ersten Jahre nach dem be- 
voratehenden Michaeliafeate an die Fruchte der eben genannten Imraobilien bia sur Zahlung 
genieasen aoll ; jedoch io, daas sobaid von Seiten des Kloatera Valkana 500 Mark gezahlt worden, 
die Guter deaselben von der iibernoramenen Verpflichlung frei sein sollen, desgleichen die dea 
Klonters Diinamunde, wenn dieses 500 Mark entrichtet. Gewinnt dagegen dieser Vertrag 

Fortgang, so leisten die Verkiufer Gewahr (warangiara facieraua), und Meister und 

Brudcr dea D. Ordens verpflichten aich dasu, das* allwochenUich ffir die auf dera Kirchhof 

bei «ilen Todtenfesten (commemorationes defunctorura) auch ihrer speciell gedacht werde. 

Nach dem (sebr .tbadh.-.ften • Origiaaltranasiimt anf Pergament vom '19. Mai 1393 itn Kdabjsb. 
geb. Archiv (Jndex 265) al.gedr. In dea Mittheill. VI, 267 Nr. 19 uad im Llvl. U.B. Nr. DCXIV. 
Vergl. noch das Inland 1851 Nr. 19 Sp. 207. 

708. 4sarnu$, Erzbischof von Lund, transsumirt die Urkunde Konig Erich Glipping'$ j an | 71. 
Tom 13. Juni 1283 (Reg. 555) : Datum Lund, auno Dom. MCCCV, Dominica infra octavu b. 
lohannin BaptiaUe. 

Nacb eioer Abschrift aaf Papier aos dem 16. Jahrh. im Archiv der Estbliind. Ritleraebaft, ver- 
glichen mit einer alten Abscbrirt im Kdnigl. Archiv tn Kopenhagen, abgedruckt in Bungtt Archiv 
I, 289 Nr. 10. 

IM, i;rk. - n H , n. b 



Digitized by Google 



40 

130». 709. Erich Menved, Kontg der DEnen nnd Slaven nnd Herzog von Eithland, orkundet, 

JnU *• dm _ nkchdem lelne Vasallen in Eathland stch bet ihro genflgend nnd rollstindig enUchnl- 
digt nnd einlenchtend geieigt haben, dass sie die KSniglichen Befeitigungen daselbst nur iu 
ihrer nnd dea Landes 8Icherheit, nnd in de» Kdnigs nnd der Krone kunftigem Bcsten cinge- 
nommen ttnd beietit gehalten haben, und in kelner andern Absicht, durch welche lie (die 
Befestigungen ) etwa der Krone des Reiches entmgcn werdcn konnten, oder wodurth dem 
K5nlge eine Nichtachtuog beielgt worden wire, — cr scine gedachten Vaiallen, alle utrd 
jeden, Sn Betreff dessen, dass sie jene Befestigungen mit den Koniglichen Giitern cingenom- 
men und bcsetat gehalten, Ton jeder Beschnldigong durch ihn oder Beine Nachfolger v5IHg 
ireisprecnc. 

Nach dem Original auf Per^. im Eathidnd. Rltterschaftsarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCXV. 

8epi, 14. 710. Friedrich, ' Knbiscliof von Riga, erklirt, er habe befunden, dass ihro, den Vasallen 

setner Kirche und deu BQrgern Biga's von Seiten des .Ordensroeisters Gottfried (von Rogga) 
und selner Bruder grosser Nachtheil nnd offene Beschwerungen augefngt wurdcn, indcra schon 
vor seiner Ankunft in aein Enblsthnm der Orden in unerlaubteu Zusammenkunfteu (Reg. 698) 
die erzblschoflichcn Vasallen und die BOrger Biga'» seinem Gerichte, und dem des Herrn 
Theoderich, der sich als Bischof von Dorpat gerire, so wie der Danischen Vasallen factisch — 
da ea rechtlich nlcht geschehen konnte — unterworfen. Uneingedenk dea vom Erzbischof 
ltarnm auf Befchl des Pabstes Benedict XI. vor den Cardinalpriestern Johannes und Gentiiit 
gefillten Schiedesprocha (Reg. 700), hatte er, der Orden, den Rigischen Biirgern, die er vor- 
Ber nnendlich belistigt, dnrch ungerechte und tingehorlge Anordnungen 2000 Mark abgepresst, 
ond sie uberdies geawungen, von ihrer Klage wegen der Guter, die sie in Curland bcsassen, . 
ginilich abiustehen. Neuerdiugs hatte er das Schloss Iksknll, das seit jeher dem Erzbischof 
gehort, eingcnommep. Ferner hatte er dem Ertbischof zu dessen Tafel gehorige Guter uad 
EinkCnfte entiogen, indem er den See Lnban, daa Land Astijerwe, die Schlosser Mitau 
und Kerchholm, nebst alleu Pertinenzcn derselben an Dorfero, Leoten, bebauten und unbe- 
bauten Aeckern, Wlesen nnd Wefden, Bergen und Flachen, Wiildern und Gebiischen, Fische- 
reien und andern Gcrechtigkeiten , sich zugeelgnet. Er treibe ei mit aolchen Besitznahroen 
anch der Linderelen der erzbischoflichen Vasalten so weit, dass — wihrend der Enbischof 
iwei Thelle des Landes und der Ordejt deu dritten habcn sollte — ersterem kauro ein Drit- 
theil geblieben aei, und auch dieses werde ihm durch unertragliche Belisttgungen verkiimmert. 
Der Orden suchc den Erzbischof mit scinen Suffraganeen , die Bischofe unter einander und 
mit ihreu CaptteTn, diese unter aich, dic Gemcinden, die Vasallen unter einander zu entzweien, 
bemichtlge lich nnter dcm Schotie dieser Zwiatigkeiten des Eigenthums der Streitenden, 
uhd sehaltc willkarlich in der erzbischoflichen Provinz. Er sei durch Rath und That be- 
hiilflich gewesen aur Gefangennehmung uud Vertreibung dea Fitkin, gewesenen Rigischen 
Probstes, welcher luletit auf der Flucht mit eincra Domherru und mehreren Andern in der 
Cathedralkirche jammerlich umgebracht sci, und awar deshalb, weil jener Probst und Dom- 
herr bei dcr Roofischen Curie gegen dcn Orden inr Unterstutzung der Christenhcit der ge- 
dachten Provini gewirkt. Er erhebe eigenmachtig die Waffen gegen die Christcn und tddte 
gewohnlich ohne Gnade diejenigen, welche ihm nicht beistimroen, sie seien Geistiiche oder 
Laieu. ' Er babe sich unterfangen, nacb dcm mit der S,tadt Riga abgeschloisenen Vergleich, 



Digitized by Google 



drei Rigisehe BiJrger su tddten, und in der ganzen Provint durch sein weltlichee Schwert 
(aacerialis gladine) clne mlche Furcht verbreitet, dass Niemand weder dnrch Wort, noch, 
dnrch That, wider ihn etwae su unternehtnen wage, ntit Ausnahme der Stadt Riga, wclche 
leineo Missethaten maanlich widerstrebt, dafur aber auch von ihm mit der hochaten Erbitterung 
verfolgt wird, so dasa er sie ganalich zu untergraben und ausaurotten strebe. Er maaae 
aich das Amt eines Untersuchuugsrichtere an und schlachte ohne Erbarmen Christen, wie noch 
kurslich in Oeael geschehen, indem er in dies Btsthnm - aus Rache gegen den Biachof, der 
seinen Schandthaten nieht beipflichtele, aondern aieh ihm widerseute, - mit einem grossen 
Heere eindrang, und viele tansend Menschen, Greise und Kinder, tddtete. Den vacanten 
Pfriinden ond Aemtern in den Cathedral- und anderen niederen Kirchen drange er gegen die 
canonischen Institute nach seinem Belieben Peraoneu auf, darunter unwiirdige, ond vertheidige 
diese mit dem Schwert. Die Domherren und Geistliehen, welche, nachdem sie ihren Kirchen 
Schaden augeffigt, aum Orden fliichten, nimmt dieacr in seinen Befestigungen auf und schutat 
sie. Aus dem Stift Cnriand hat er die weltlichen Domherren, rechtiiche und ehrhafle Manner, 
vertrieben, und an deren Stelie Canoniker seines Ordens eingesetat, welche nur dem Orden 
beiiebige Deutsche Ordensbriider zu Bischdfen wiililen, unter deren Regimente der Orden 
thut, was er will. Sowohl der Cnriandische , als die anderen aus dem Orden entsprossenqn 
Biachofe seien aus Furcht mit Wcnigem aufrieden, wagen es nicht, die Rechte ihrer Kirchen 
tn vertheidigen , so dass letttere immer raehr verfallen, und der Orden ibre BesiUungen mit 
Gewalt einnimmt. Seines Berufea, die Rigische Kircbe und die Chriatenheit tu verlheidigen, 
nicht eingedenk, habe der Orden daa an der Granze gegen die Heiden belegene Schloas Plotk, 
welches dem Erabiacbof gebort, den Ungliubigen uberlassen, und das Schloss Duueburg den 
Heiden fiir 300 Mark verkauft, sei dergestalt ron der Granze turiickgewlchen und habe ein bedeu- 
tendes Stiick Land der Christenheit enttogen. Er verkaufe deu Heiden Waffen, Eisen und aller Art 
Wnaren, halte Zusammenkunfte mit ihnen und «chlie.se mit ihnen Vertrage ab. Als der Er» r 
bischof von Rom nach seinem Stift getogen, in der Abaicbt mit dem Orden in FrieJen su 
lebcn, habe er in Yenedig den Hochmeister sufgesucht und mit demaelben dahin einen Ver- 
trag abgeachloaaen, daas der Orden seine Kirche gegen die Feinde vertheidigen, in ihren Frai- 
heiten schutsen und alleii feindlichen Ankampfungen Widerstand ieiaten solle, wogegen der 
Erzbischof veraprochen , dea Ordens Rechte und Freiheiten zu vertheidigen , woruber der 
nociuneister ihro Brief und Siegel gegeben. Dieser Brief habe ihm aber roehr geschadet, ais 
geniitzt. Denn als er nach den Ordensschldssern gekommen und dem Orden, auf dessen 
Bitte, nehr Zugestandnisse gemacht, als seioe Vorginger, sodann, in Riga angelangt, von der,. 
Reiae anszurnhen gewiinsclit, habe der Orden, ibm und den Friedensvertragen zum Hohnc, 
das im erzbiscboflichen Antheil belcgene Sehloss und Kioster Dunamunde, nnd den in der 
Nahe Riga's befindlichen ersbischoflichen Hafen, — aeinen, dea Erzbischofs, der kirche, det 
Sudt und aller daselbst wohnenden ChrUten leUten Trost und iuaaerste Znflncht, welchen 
Hafen teine Vorginger Allen tum Ein- ond Auaiaufen freigegeben hitten, — gewissenloa an 
sich gerisseu und eingenommen, to dsas er, der Erzbiachof, in der Stadt eingeschlotte». sei, 
and ana Forcht, die anch deu Beberzten treffen wurde, seine Amtsautoritit in seiner Proyins 
nicbt ausiiben kiinne, denn es hatten die Ordenabriider die Drohung auageaprochen : Andere 
Ersbischdfe haben wir verhsftet nnd dabei nlchta gewonneu; es lohnt aich eher, ihn «aun- 



19 

1 305. brlngen, darait er uns kelne Schande bei der Rdmiachen Carie mache ; iat er todt, ao konne» 
wtr onaern Willen leichter durchffihren ; achade, daaa wir ihn nicht im Waaaer ertrinkt biben, 
well er uns nicht beistimrate. — ■ Parochialkircben nnd Capellen, welche dic Seelsorge haben, 
"* vergeben aie ohne dea Ersbischofi Mitwiisen ; die excommunicirten Ordensbrfider, welche die 
fruhern Ersbiicbofe verhaftet, werden, ohne dasi iie um Abaolution gebeten, geichwcige 
denn aolche erhalten, in hoheren Ordensamtern angeatellt ; die gefstlichen Briider dea Ordcna 
bedienen die Kirchen, ohne absolvirt ra aeln. Predlger- und Minoritenbrfider halten aie 
gefangea, and verbieten ihnen, den Heiden und Neubekebrten dai Wort Gottea xu predigen ; 
aie erbauen ffir die Ncubekehrten keine Kirchen, atellen keine Prieater an, welche ihnen die 
. Sacramente reiehen, ao dan dai Volk ao irrglinbig iit, wie beim Anfange der Bekehrung. 
Aach geatatten sie keinem Mdnch, aich unter den Neubekebrten niederxulaasen, ausser au den 
von den fruheren Ersbischofen aeit Alters eingerichtcten Orten. Wirft man ihnen ihre Ex- 
ceaae vor. ao nehmen aie ea fibel und schieben die Eicesae boalich auf Andere, oder aagen, 
aie hitteu aur Forderung dea Glanbena ao gchmdelt. Wihrend der Meister und die Briider 
dea Ordena rechtlich Unterthanen des Ersbischofa und ihm xum Gehoraam und xa vielem 
Andern, wie die iibrigcn Unterthanen, verpflichtet aeien, erheben aie aich hochmiithig, auf 
ihre Macht vertrauend, wideritreben hartnickig der Wahrheit und erkennen ihre Verpflichtun- 
gen nicht an. Die Anhinger des Erxbischofs und besonders diejenigeu, welche gegen sie bei 
der Rdmlschen Curie gewlrkt, verfolgen sie mit dem Schwert, so daaa aicb kanm Jemand 
findet, der es wagt, die Angelegenheiten der Rigiachen und der anderen Kirchen nach Rom 
iu bringen, und wenn sie Jemanden umbringen, aagen aie : der Pabat wird dir helfen ! Eigeu- 
michtig gcatatten aie gesunden uud starken Perionen in der Quadragcaima Fleiach su gc- 
nieiaen. Sie ordnen Concilien oder vielmehr Conventikel an, und berufcn daxu Biachofc 
und andere niedero Prilaten wider deren Willen, widrigenfalla ile Allea, was sie haben, ver- 
lieren wfirden ; auch dem Erabischof haben sie aolche Ladungen xukommen laasen, der ihnen 
aber theils aus Furch», theila weii eine aolche Ladung in seiner Provios nur ihm aelbst ge- 
bfihrt, nicht gefolgt. Unterthanen des Erxbischofi, welche derielbe wegen ihrer Excesse 
peremtorisch vorgcladen, nnd die achon auf der Reise begriffen gewesen, haben <aie davon 
abgehalten, ond ihnen heimsukehren geboten. So sei der Erxbischof ausser Stsnde, iiber 
seine eigenen Cloterthanen, die, im Vertrauen auf die Unterstutsung des Ordens, seiner nicht 
achten, die Gerichtsbarkeit ausxuiiben. So viel und solches Unrecht begehen die Ordens- 
brQder gegen Bischofe und niedere Prilaten, Geistliche und Laien, Ritter und Burger, Reiche 
und Arme, durch Beschneidnng ihrer Beaitsungen, Todtungen und andere Widerwartigkeiten, 
dasi ei kaum Jemanden in der Provins giebt, der nicht von ihnen verletst worden; alle rufen 
sum Hiramel, dass es keinen Richter gcbe, bei dem sie in der Ordnung Rechtens Gerechtig- 
keit finden kdnnen, und Niemand wagt ea, fiber aie Sflentlich sa klageu, weil ein solcher den 
Tod von ihnen su ffirchten hat - Ala der Ersbischof aolche achwere Klagen uber aie ver- 
noramen, habe er sie liebreich und wiedcrholl ermahnt, von ihren GewaltthiUgkeiten abso- 
stehen, sei aber von ihnen dagegcn mit Drohuugen IbctMaft worden. Er aei aber entschlos- 
aen gewesen, lieber su sterben, als ihrem Thun beisupflicbten, und habe daher, von den 
Biirgern Riga'a und anderen wackern Minnern unteratiltst, ihnen ins Angesicht Widcrstand 
geleiatet. Es gicbt keinen irgeren Feind der Rdraischen uud Rigischeu Kirche, als die Ordens- 



Digitized by Google 



truder, denn dareh Ihr Trcibcn sei in der Riglschen Provinz die Christenheit znm grotsen 1305. 

Theit fertllgt, undGltabe and Slttlichkeit fsst ausgerottet, und — wenn der pibstliche Stuhl 

nicht tchleunige Ilulfe leiste — so wird dss Christcnthum , wie bei Accon and Tripolis, so 

sach In Livland ganz Ternichtet werden. — Ferner zwingen die Ordentbruder die Bischdfe 

theila durch Liat, theila durch Gewalt, in den Kirchengiitern Bruder ihres Ordens als Pro- 

cnratoren und Verwalter (Tillici) ansnatellen, welche letztere die Rcchte und Freiheiten der 

Biachofe und ihrer Kirchen unwiderbringlich Terletaen und Ternichten, ond ihnen tiglich un- 

siglichen Schaden znfBgen ; und namcntlich wenn die Bischofe Terrcist sind, achallen die 

Procuratoren gans willkiirlich, zum ginzlichen Verderb der Kirchenguter. Um in allen Bis- 

thumern der Rigiachen Provinz Ordensbruder einzusetsen, haben aie die Einkunfte mehrerer 

weltlichen Biath&mer verringert, andere aber, welche wegen ihrer Tielfachen Rechtsatorungen 

bis sum heutigen Tsge Terlassen sind, gsns zerstort. Dassclbe beabsichtigen sie mit dem 

Bisthum Riga und andereti weltlichen Bisthumern zu thun, wenn der apostolische Stuhl nicht 

bald gedeihliche HOIfe leistet. Wegen ailer dieser ihm, der Kirche, den Vaaallen und der 

Stadt Riga toh den Ordensbriidern widerfahrenen Belistiguogen appellire und provocire er, 

Ersbischof Friedrich, mittelst dieser Schrift in bester Form Rechtens an den apoatolischen 

Stuhl, und bitte um desaen Schuts fBr sich, aeine Kirche, die Stadt Riga, aeine Vasallen 

nnd Alle, dle ihm anhangen oder in dieser Beziehung aich ihm anschliesscn wollen, bis diese 

Appellationssache Tom Rdmischen Stuhl vdllig entachieden tind abgemacht sei. 

Nach dem Orlginal auf Pergament im KSnlgsb. geb. Arcfalr (Indez 366) abgedr. im Livl. U.B. 
Nr. DCXVI. 

711. Friedrich, Erzb. ron Riga, beatitigt, auf Bitteu dea Vojgta, des Rathea und der Oct. 9. 
Burger von Riga, ihnen alle ron seinen Vorgingern Terliehenen, vom Rdmischen Stuhl geneh- 
migten und in der Urkunde des pibatlichen Legaten (B. Wilhelm Ton Modena) ausgedriickten 
Rechte und Freiheiten, welche hier in der Kiirse nach Inhalt der Reg. 86 recapitulirt werden. 

Sie sollen ferner frei sein toh Zehnten und Auflageu jeder Art, wie sn Zeiten der Vorginger 
Fritdrich's. Mi t der Vorstellung dea Richters sur InTestitor durch den Rrsbfschof ist ea nicht 
ttreng sa halten, ao dass namentlich, wenn der letztere abweaend oder anderweitig nicht ieieht 
saginglich ist, es den B&rgern nicht nachtheilig sein soll, wenn ale die Voratellung anf eine 
Zeit aufschieben. 

Nacb eioar Abacbrift aus dem R!g. Rathtarchlv, wo das Orlginal aufbcwahrt wlrd (Ind. Nr.267), 
abgedr. bei Gadebwch I, 364 Anm. d, und daruach im Livl. U.B. Nr. DCXVJI. 

1506. 

712. Conrad, Biachof von Oesel, erklirt: Wihrend er die Stadt Riga, aammt deren 
Ton Herzen gcliebt, was er dadurch bewiesen, dass er Rigiache IJiirger su Vbgten 

seine beweglichen und unbeweglicben G&ter bestcllt, auch in friiherer Zcit scine Person 
der Sudt vorgestellt, ala seincn besondern Gonnern ond Freunden ; so hitten dagegen jene 
Burger ihn in den ihnen ubertragenen Aemtern schwer verletst, indem aie ohne tein Wissen 
Ton seinen Gutern fortgeschleppt, was tie konnten, ihm uber diese entsogcnen Guter und 
ihre sonstige schlechte Verwaltung keine Rechnung abgelegt, und aogar, ala er sich zn ihrem 
ScJhutz nnd Trost in Riga aufgehalten, aeine Peraon und seine Getreuen iibel behandelL 
Zwar habe er auch dies mit Ergebung hingenommen. Nun aber hilten tie, um ihren Uebel- 



Digitized by Google 



thaten die Krone auftusetzen, Ihren Probst und seiuen, dei Bitchoft, Neffen, «o wie «eiae 
edlen Angehdrigen (noitram lirgam et nobilem familiam) iunerhalb der Manern der Metro- 
politankirche jiimmerlicb crmordet. Solche uuerhdrte Schandthat habe er nicht gleichmuthig 
aniehen konuen, vielmchr aicli und seine Nachfolger zur Rache fOr verpflichtet eracbtet. Weil 
ihm aber der allmachtige Gott unter andern Gaben auch ein mitleidiges Herz rerliehen, ao 
habe er, aus Liebe au Gott nnd aus Achtung fiir den Erabiichof, wiewohl mit wideratre- 
bendcm Ileraen, lich zu einem Vergleich eqtschloiaen, falja ihm eine ehrenvolle Genugthuung 
geboteu wurde. Er habe daher denx Ersbitchof Fritdrich die Vermitteiung dieser Sache iiber- 
trageiL, vortusgesetzt, dass die Bedingungen dea von dlesem herbeizunihrenden Vergleicht 
•einen, Conrafs, Beifall erbaitcn wiirdeu. Widrigenfalis solle die Sache in der bisherigen 
Lage verbleibeo. 

Nach dem »ehr Mhadbafien Origioal auf Pergamcnt im Rigi*chen Raihsarchiv (lodez Nr. 5170) 
abgeJr. in den Mittheilt. VI, 274 Nr. 20 und im Livl. U.B. Nr. DCXVHI. 

713. Die nachstehend genanuten Kdniglich Danischen Vasallen in Esthlaud versammeln 
sich zn einer Berathung und Beschlussuahme iiber gute Gebrauche und Landeaordnangen : 
Woldemar Rose, Henrich Lodde, Diderich Thdt/es, Diderich vou Kivelle, Bfiino von Dollen, 
Ludolf Farenbeck, Johannes von Levenwolde , Johannes Uxkul*), Woldemar von Fangelin, 
Johannes von Vagithae, Leo Orges, Johann Vackolt, Nicolaua Adserson, Johannea Vestenberg, 
Otto voii Kevelle, Nicolaus von Hafvesorde *•) , Odvard von Jtevel, Conrad Sage, Henrich 
von- Legtes , Albrccht oad Nicolaus von Dollen. Sie beriihrten das heil. Evangelium und 
schwuren feat zu balfen, dasa fiir einea heimlichen Mord, Mordbrand und Ranb dle Parteien 
vor dem Richter ertcheinen sollen, nnd wenn sie dort nicht uberwiesen werden, so soll der 
Ricbter die Sache. vor den Landearath vcrweiaen, Wenn dieser bei seinem Eide Jemanden 
tchuldig findet,'io soli letzterer den Konig, wie den Ankliiger, snfriedenatellen. Der Anklager 
(den som tiltaier) darf nicht zegleich einer von dieien Richtern sein, sondero dreizehn Er- 
nannte, und wena dieae verscbiedener Meinung sind, so entscheidct Stimmenmehrheit unter 
ihnen. Alle Vasalfen des Kdniga, ihrc Briider, Kinder und ihr Geainde, solcher Sachen be- 
schuldigt, sind nnter demselben Recht und Urtbeii. Aber iiber die Esthen ist solches Recbt, 
daas, wenn einer wegen eiuer aolchen Sache angeklagt wird, derjenige, welcher fir die Sache 
itt (den lom for tagen er), ihm solche Sache aufschworen toil (skal tverge hannem alig sag 
paa), er wiase uicht richtiger, als dass der Esthe dies oder jenes gethan habe ; dann kann 
der Eathe aich nicht anders als mit dem Eisentragen entschuldigen. — Ferner darf Niemand 
einea Andern Vieh anfnehmen (optage) auf adeligen Besitzmigen oder in einem Dorfe ; wer. 
et thut, wird fiir einen Rauber angcsehen ; kommt es aber in den Wald, Granzen oder Felder, 
so darf es aufgenommcn (gepfandet) und gesetzlich damit verfabren werden. Dieses haben 
Sr. Majestat Vatallen nach des Herrn Heinrich, Bischofs von Reval, Gutdunken fur gut an- 
gesehen, so dasa es swei Jahre gehaltcn werden soll zu dea Landea Besten, und kann die 
Zeit verlangert werden mit Willen Sr. Koniglichen Majcstat, wenu cs gut erscjieint. 

Nach dem Referat in Uuitftlds Dao. Cbronik I, 328 aus dem Danischen wdrllich ubersetzt. 
Vergl. auch Pontan S. 396, tliarn S. 144, Arndt II, -76 etc. 

*) Bei Uuitfcld offenbar ver»tflmmelt : „Wrkul". 
"-) Dai. unrichiig: „GauVe»f©rde". 



15 

714. Auf dic Appellttlon dea Ersbischofs von Rlga erklirt aich der Procurator des 1306. 
Dentachen Ordens ntehstehend : Der Anordnung de« Ersbiacbofs Isarnus gemisa hit der Orden O. J.o.T. 



dem Capitel von Oeiel, ala vollgultig anerkannten Schadensersats, 160 Laat Getreide gebusst, ^ 00 " 
welche *u 600 Rig. Mark Silber geschatst worden sind. Seitdem herrscht gntea Einremeh- 
nen, nnd der Orden besiUt, nnangefochten rora Bischof und Capitel, aein Drittel von Oeael. 

— Nie hat «Ich der Orden dei Richteramt* iiber den Ersbischof von Riga, die Suffraganeen 
oder anderc Geiitliche und deren Unterthanen anmasaen, noch wenlgcr ihre Giiter mit Beachlag 
belegen wollen. Dagegen iat auch er, sowohl io Preusaen, ala in Livland, von dem Gerichte 
Jener exlmirt, selt 100 und mehr Jahren. — Nle hat der Orden auf den Dntcrgang der 
Bistbumer hingearbeitet ; eher will er fiir sie sein Leben einsetsen. Seit 90 Jahren und lan- 
ger bestehen in Preussen und Livland 7 Bistliiimer : das von Dorpat, von Oeael, von Curland, 
Cnlm (Colomienaia), Pomeaanien, Ermeland und Saralaud ; auiserdem ein Ersbiithnm : das 
tou Riga, onter welchem jene atehen. In Livland giebt ea drei Cathedralkirchen : die Rigiache 
Metropolitan - nnd die Cathedralkirchen von Dorpat und Oeael. — Die Rigischc Kirche iat 
von jeher im Besitz sweier Drittel ihres Dioccsangebieta ; 50 Jahre surSck und daruber wCiaa 

'Nlemand alch su erlnncrn, dass es andera gewesen. Der Orden dagegen beakst unter gleicher 
Anerkennung den dritten Theil der Rigischcn Diocese durch pabstliche Schenkung. — Die 
Kirche von Oeael ist ebenso dotirt und ein Drittel der Insel besitzt der Orden seit Menschen- 
gedenken. Die Sircbe kann von ihren su 3000 Mark Silb. veranschlagten Einkiinften aehr 
wohl beatehen. — Die Kirche von Dorpat und, auf Grund pabstlicher Scheokung, x der Orden 
besitsen su gleichen Theilen das Dorptschc Dibcesangcbiet. — In Curland besitsen dorch 
pibstiiche Schenkung, seit 100 und mehr Jahren, die Kirche ein, der Orden swei Drittel. 
Jene hat nie mehr ais sechs Canonici gesihlt, nnd die fortdauernden Kriegsliufte lassen sie 
von ihren Einkiinften nnr achlecht bestehen. Seit mehr als 40 Jahren gehort sie, auf Ver- 
fugen dea damaligen Erzbiachofs nnd mit Znstimmung des Bischofs nnd Capitels, der Ordeni- 
regel «h. In ihrer Vertheidigung sind dem Orden 200 Hriider und 2000 Untersassen gefallen. 

— Die Kirche von Culm, in derselben Weiae, wle dle von Curland, an den Orden gekom- 
men, sihlt eben «o viel Canonici, ala vorher, und beaitst ein Drittel ihrer Diocese ; die beiden 
andeni Thtile gehSren dem Orden. Daaselbe ist in Pomeaanieu, Samland ond Erme- 
land der Fall. Das Capitel wihlt die Canonici nnd denBiachof; jene diirfen nur vom Bischof 
bei besonderer Verschuldung abgesetst werdeu und sind auch von ihm su beatitigen ; den 
Bischof bestitigt der Ersbischof. - Diese BUchofe «ind noch jetst der Rigischen Metro- 
poHtanklrche untergestcllt, wie daa auch mit dem eben verstorbenen (per. cuius mortem nunc 
nltimo vacat eccleaia) Biscliof Chrittian Ton Pomcsanien der Fall war. — Die Biathiimer von 
Litthauen und Semgallen aind in Gewalt derlleiden, seit 100 und mehr Jahren, ebeuso seit 
100 und raehr Jahren ist das Biathum von Polosk (Ploscoviensis) in Gewalt dcr Russen (Rutheni). 

— Der Bischof von Dorpat, Thcoderich, der Probst Johannes und der Decan Conrad, alle drel 
tnchtig, ihrem Amte vorsustehen, aiitd auf die oben erwihnte Art gewihlt und bestitigt wor- 
den. Nur daai die Beititigung dei Biachofs vom Rigischen Capitel auaging, da der ersbischof- 
lichc Stuhl durch Ueberfuhrung des Ersbischofs uach Lund gerade vacant war. Dcr Orden 
hat fur jcne Wahlcn nicht machinirt. — Steta Iiat der Orden allen, weiche am Romiacheo 
Hofe gegen ihn verfahren woilteu, freien Dorchsug dnrch seiue Lander gestattet. — Der Edle • 



Digitized by Google 



16 

130«. Johanne$ von Ikescul hat aein Schlosa Ikeacnl, daa er, wie schon seit 50 nnd mebr Jahren 
aeine Vorfabren, ala Lehn der Kirche beaitst, dern Orden gegen 300 Mark Silb. verpfindet; 
aobaid diese zurockgeaahlt werden, licfert der Orden ibm und aeinen Erbeu daa Verpffiudete 
wieder aus. — Das auf eigene Koaten erbaute Schlosa Mitove hat der Orden seit 50 und 
mehr Jahren in Beaits. — Ebenso crbaute der Orden daa Schloss Duneburca; die Heidcn 
aber gewannen, serstdrten cs und todteten die Ordensbriider suf ihm. — Stadt und Schlota 
Ploske dagegen sind von jeber in GewaJt der Russen gewesen. — Mindaw, Kdnig von Lit- 
thauen, kam zur Rdmischen Curie und wurde in ihr mit mehreren der Seinigen (familiarium) 
getauft; nach der RQckkehr in scin Land wnrden er und dic ubrigen Bekehrten von den er- 
grimmten Litthauern erBchlagen. Seitdem hat ea dort weder Bischdfe , noch Priester, noch 
Mindere- oder Predigerbruder gegeben. — Der Orden hat weder die Minoriten, noch die 
Predigerbruder je verhindert, den Heiden sn predigeu, aie datu vielmehr aufgefordert ; eben- 
sowenig hat er die Erabischofe und Biscliofe verhindert, den Neubekehrten Kirchen und Altire 
sn bauen, im Gegentheile aie dasu ermuntert. So erbauten auch die Biachdfe auf Wunsch 
d«s Ordens 40 Kirchen (item quod episcopi dictarum partium ad petitionem dictorvm prae- 
ceptoris et fratrum ad eorum [?] espensas quadraginta eccleaias aedificarunt et construxerunt) 
und sctzten Rectoren cin, welche den Neubekehrten die sustehenden Sacramentc ministrirten. 

— Die Ordensbrnder haben nic Kriegsbeute dnrch des Ersbischofs Land geflihrt, damit dieser 
darunter leide, und seine Vasallen aufgefaugen und bestraft werden, vielmehr haben aie Ihn 
und die Seinen stets beschirmt nnd vertheidigt. — Die Bewohner dea Bisthums Semgallen 
tiud auf eignen Antrieb abgefallen ond haben alle Ordensbriider im Lande getddtet und daa 
Schlott Tervetcne*) genommen. Zwar hat der Orden, mit Hulfe der Vatailen det Ers- 
bitchofs und der Bitchofe und der Rigischen Biirger, die Heiden wieder mit bewaffneter Hand 
Terdrangt, aber Niemand wagt dort (propter defectum Chriatianorum) seinen Sits so nehmen. 

— Der Orden hat die Boten, welche die heidnischen Konige an den Ersbiachof oder andere 
Chrlatliche Landeaherren aandten, nm Frieden und Eintracht sn vermitteln, nie getodtet, son- 
dern in Ehren aufgenommen und unbehindert her- und surucksiehen lassen. — Ersbischof 
Itarnut itt vom Orden ttett geehrt und nie verletzt worden, und war aelbtt ein Frennd des 

, Ordent (Ittnd ett ponendum contra primtm partem). — Der Orden hat die in Geneinachtft 
anderer Christlicher Herren mit den Ileiden eingegangenen Vertrige stcts geachtet; dagegen 
wurden aie von den Heiden vieifach gebrochen. Nach dem Abgange dea Ersbiachoft harnui 
flelen aie mit grosser Macht dat Land der Rigiachen Kirche und dat Schlots Marxen an, 
fingen und tddteten 500 Untersatten der Kirche nnd verbrannten die Bnrg. — Vorher hatten 
die Brudef nie gewagt, durch daa Lsnd det Erzttiftt gegen jene Heiden sn ziehen oder von 
ihnen Beote sn nehmen. — Beim Wiederaufbau jener Burg ist der Orden den Vasallen der 
Kirche vielfach snr Hand gegangen. Ea waren die neubekehrten Untersatsen der Kirche, 
welche um den Fluss Enstert wohnen, ntchdem sie vom Probst, Capitel und Volgt det Ers- 
bischoft Friedrich auf ihre Bitte, ihnen sum Schnts eine Burg su baucn, dort, wo am Fluate 
mehrere grone Strasien sich kreusen (viae mignte), weil tie tontt su den Heiden Sn das 

•) Im Ortginal heiist es Terstoromelt: „Trimeteae«'. Die UraMellung de« r kommt in dieser Urkuode 
Oberhanpt bSufig vor, to: ..Isranos, TrabatensU etc"; fiir m ut wohl u to leseo. Voigt IV, S. 238-343 
Hest „TrBo«tene". Offeobar Ist ..TenreUae" geoeiot. 



Digitized by Google 



17 



heiduische Land ubersiedeln mussten, abschligig beschiedcn worden, den Orden mit derselben 1306. 
Bitte angegangen, worauf dieser sie bedeotete, er durfte ohne Genehmigung det Capitela und 
des StiftsToigts in das Stiftiland nicht bauen, doch wollte er dem Capitel beim Aufbau sor 
Hand gehen und sur Vertheidigung der Burg Ordenabruder su Fuaa und so Rois auf eigene 
Kosten stellen. Mit diesem Bescheide, nnter Wiederholung der fruheren Drobung, wandten 
die BitUtellenden sich abermals an das Cauitel und den Voigt, auch sogen dann in der Tbat 
90 Familien jener Neubekehrten su den Heiden iibcr. — Die Rigischen Burger ffihren In 
Kriegsseiten den Heiden Waffen, Eisen, Lcbensmittel und andere Waaren su, und der Ordcn< 
welcher seit mehr als 50 Jahren ein erklartcr Feind jener Heiden ist, und ibnen uie derglei- 
chen Terachafft, hat Rlg. Biirger, welche Waffen und Eiaen sn den Heiden brachten, oder 
auch Heiden, die mit soicher Waare aus Riga kamen, tum Oeftern aufgefangen. — Dem 
Orden gestatten seine mchr als 50 Jahre alten Privilegien, nach Belieben Ksufscblag su treiben. — 
DerOrden hat ron jehcr Verwundcte, mochten es Brfider oder andere Christen sein, gepflegt 
nnd geheilt, und seine Todten auf den Friedhbfen be( Kirchen bestattet, nie aber Terbrannt. 
Der Orden hat sicb nie mit Vogelschso und Wahrsagen befasst, sondern stets gegcn solchen 
Aberglauben, der Ton den Heiden stammt, gewirkt. — Im Lande dea Kdniga Ton Nowgorod 
(Nogaria), wo seit 50 Jahren nnd langer sahllose Christcn om det nandels willen wohncn, 
•ind Kaufleute aua Riga und uberseelschen Stadtcn, nach eigener Aussage, Ton Litthauern be- 
ranbt worden, haben darauf jeden wciteren HaudelsTerkehr bei Lebensstrafe untersagt, um 
den Kdnig snr Herausgabe dcr geraubtcn Waaren su zwingen, dennoch abcr nach wie Tor 
Haodel getricben und endlich jenc Vcrorduung aufgehoben. Aiich sind der Konig und seine 
Russischen Unterthanen den Christen wohl getinnt — Der Orden stcllt fttr diejenigen Kirchen 
in- nnd tutierhalb det Ertstiftt, in wclchen er das „ius patronatus" hat, die Rcctoren dem 
Ersbitchof oder Bitchof tnr Bestatigong ror, nnd htt sie nie Ton sich aus cingesetst. — Die 
Neubekehrten sind jetst Tiel glaubensfrendlger und Torkommenden Fails ponitcnsbereiter, alt 
friihir, und, wenn man sie fragt : Glaubt Ihr an Gott? so antwortcn aie : Wir glauben an 
Gott, an die beil. Juogfrau Maria, an die Heiligen Gottcs und an das, was die heil. Romische 
Kirche glaubt, to wie die Glaubenssrtikel , gleich anderen wahren und gutcn Christen. — Der 
Orden nnd die Rig. B&rger, als letstere dcn ihnen in der Stadt Sffentlich verkundeteo Ausspruch 
Cdes Ersbischofs Iiamut) nicht anerkenncn wollten, vcreinigten sich dahin, dass der Orden 
sein Schloss ln Riga fur 1000 Rig. Mark Terkaufe, die Burger dagegen in Jahreafrist aile rcit 
den Litthanern sum Nachtbeile des Ordcns oder irgend welcher Christlicher Lsndesherrcn 
geschlossenen Vertrige aufsagen, und anch ferner mit jenen allein Ton sich aus wcder Waffen- 
stillstand noch Frieden tchliessen ; sugleich entsagten bcide Theile allen aus jenem erwahntea 
Aussprach etwa rcsultirenden Rediten und AntprQchen. Der Orden aber hatte sein Schloss 
den Burgern nicht fur 30,000 Mark Terkauft, wenn er gewusst, dass sie nichts Ton dem Ge- 
lobten htlten wurden. — Der Ersbischof harnut hat, bis su seinem Abgauge, lund cbenso 
nach Ihm dat Capitel, bls sur Ernennung des Ersbischofs Friedrich durch Benedict XI., ruhig 
und onangefochten alle Guter der Kircbe besitsen und benutsen konnen. Dcn neuen Ers- 
biscbof geleitete- dann dcr Orden 15 Tage lang auf eigcne Kosten too Preussen nach Riga, 
wo die Burger und StiftsTasallen ihn willig aufnahmen. Anch hat der Orden diese nie tum 
Ungehorsajn rerleitet, noch wenigcr, wenn sie dem Erzbischof Gehorsam ubten, eingekerkert 



IM. Vtk. -IUc. II. 



c 




ond ihrer Habe beraubt. Auch Eribi.chofFnVr.incA hat alle Kirchengiitcr unan gefochten be- 
senen, und aeine Proviut ateta ungefahrdet bereist, obgleich die Bruder ihn leicht aufheben 
und an der Reise tur Curie rerbindern konnten. Als er aber eingetreten war t erueuerten 
die Riglschen Biirger ilsobald Ihre Vertchworungen etc. mit dea Litthauern f cura Litninia 
Sarracenia), den Feinden dea catholiachen Glaubena, dea Ordena, des Bischofa ron Dorpat, 
der Vaaallen desselben, und der RJtter des Konigs ron Dinenark. (Ittud aubsequens est super 
prlmo arUculo.) Die so Bedrohten, tu gegemeitiger Hulfeleiatung Terbunden, tandten nach 
Riga den Caplan dea Bischofa Hermattn, nnd dic Ritter Johannea de Tyaenauaen, Frederieus 
de Wranghele, Helmoldua de Rosen, mit der Drohung der Fehde, wenn die Burger ron ihrem 
Unterfangen nicht abstiinden. Aber der Erabitchof ermahnte tie, jcne Vcrtriige mit den Lit- 
thauern unverbriichilch tn beobachten. Ala dann der Erabitchof fortgesogen war, fielen, voo 
den Rigensern aufgerufen, die Litthauer in daa Land det Bischoft von Dorpat und des Ordent, 
fingen viel Manuer nnd Frauen, und flohen vor den herantiehenden Briidern rait den Gefan- 
genen und groster Beute unter die Bfauern voh Riga. Ilicr mussten die Briider die Neutrt- 
litat der Burger mil dem Versprechen von 70 Mark Silb. und rerachiedenen Freihciten erkau- 
fen, und die Rlgenaer lieasen es geschehcn, dass, alt es tum Gefecht kam, ror ihren Augen 
die Heiden jene gefangencn Chriaten erschlugen. Die Bruder aber todteten uber 1000 Lit- 
thauer', erbeuteten dercn Waffen und Pferde, nnd rerUieilten die wiedergewonnene Beute an 
die Verwandten der ertchlagencn Gefangencn. Von den Rigenseru abermals aufgerufen, kamen 
die Litthaucr tum zweitenmal, erschlugen 800 Christcn nnd nahmen Tiel Beute, auf dcm Ilin- 
und Herzuge von den Rigensern mlt Lebenamitteln und Wegweisern rersorgt. — Ala dat 
Rigitcbe Capitel den Probat Windehindut, da er iiber dat ihm eingehandigte Kircbengut nicht 
Rechenschaft ablegen wollte, rertrieben, er dagegen mit Hiilfe des Canonicus Henricua de 
Lubek und 24 Bewaflneter aich gewalUam wieder in Beaitz teiner Probatei gesetzt hatte, 
und nuo die StiftsgeisUichen die BQrgcr zusamraenlauleten, wurden dcr Probst, tein Gcnosse 
und die Bewaffhclcn allc in der Kirche erachlagen. Ihre Verwandten aber tuchen Raclie und 
ttcllen den Rigischen Btirgern zu Land nnd zu Wasscr nach , berauben und tbdten sie, wo 
tie aie nur lreSen ; der Orden aber ist unacholdig daran. — Der Orden hat hundertjahrige 
PriHlegien der PSbste ond Kaiser, scine Liinder, Ilauser und G&tcr mit den Waffen zu ver- 
tbeidigen und wieder zu eroberm Seit 40 'Jahren und langer gehort der dritte Theil von 
Oetel, laut pibstlicher Schenkung, dem Orden. Ala nun der Bischof Ton Oetel, Conrad, ond 
roehrere Stiftageistliche, mit den Rigischen und den Litlhauern gegen den Orden vertchworen, 
alle Bruder tuf Oesel einkerkerten und ihrer Ilabe bevaubten, nnd den Ordens - Gesandten, 
welcbe die im Ordensantheile Eingeaessenen zum Gehorsam gegen den Orden zuruckzuluhren 
tucbten, in Getncinschaft mit den SUfltTasallen erklartcn, sie wiirden wedcr den dritten Theii 
einriumen, noch ron ihren Vertragen und Biindnisien abstehen, da mussle der Orden zu den 
Waffen greifen, und, als er Widcrstand fand, wurden auf beiden Seiten Viele getodtet. Dann 
erlangte der Orden sein Drittel und eine Ausgleichung durch Vermittclung det damaligen 
Erzbischofa Iiamua, — Die „tanguine aut semine" befleckten Kirchcn tind itett durch den 
betreffenden Biichof mit Weihwisier gereinigt worden, und iclbst in denjeuigen, in welchen 
er daa Patronatsrecht ubt, hat der Orden die Rcinigung nie durch untere Priester ohne Ein- 
wiltigung der Bischofe Tornehmen lassco. Ebenso rerhilt es tich mit Auferlrgung ron Ponl- 



19 



tenien. — Jedea recbtmiasige Interdict hat der Orden geachtet, mochte es suf Kirchen, 1306. 
Stidte, Ddrfer oder Burgen gelegt sein. Doch hst kein Erzbischof , kein Bischof der gsnien 
Welt ein Recht, den Orden oder des Ordens Ktrchen su «communiciren oder mit dem Inter- 
diet z.i belegen. Da» stebt eimig dem Pabstc oder seinen Legsten iu. Dsrum Ist slles 
Beiuglieh Geschehene sn sich eitel nnd krsftlos. - Johannea de Vacatu (ton Fechten), ehe- 
msla Kigischer Ersbischof, ist in Cokenausen voo seinen eigenen Vasallen mehrere Monate 
im Kerker gehalten und vom Orden befreit worden. Der Monch Heinrich aus dem Clstercien- 
serkloster Valkena hat, wie ajle Pilger nach Rom, freien Durchzog durch des Ordens Liuder 
gebabt. — Der Orden hat ans sciuen Schlossern und Hausern die Bannbelegten und Abtrun 
nigen und Pfaffensdhne stets verstossen und nie iu eiuem Amte sugelaasen. — Der Orden is^ 
den Enbiachof Friedrich oft angegangen, innerhalb der Erzdidceae in den Parochialkirchen 
des Ordens die Visitation und Firmelung vorzunehmen, aber stets absclilagig bescbieden wor- 
den. — Wenigstens siebenmal jihrlich beichten die Briider den Ordensprieatern und gehen 
ium Abendmahl und richten aich darin nach den Vorscbriften ihrer Beichtiger. — Den Scha- 
den, den er Oesel zugefugt, bat der Orden ersetzt, und er bat dic Kirchcn ihrcr Gfiter nie 
beraubt, vielmehr sie bcschirmt. — Von etwaiger Excommunication hat der Orden stets durch 
diejenigen Pralaten, denen es zukommt, sich losen lassen. — Nie haben Ordensbruder hi 
den Seestidten ubel von den Erzbiachofen gesprochen, sondern nur lobcnd. — Die Ein- 
wohner vonPrnsia, Curonia, Lettovia, Estonia und fast ganz Livonia waren Ileiden, 
ala der Orden sich in Livland nlederliesa, und jetzt aind sie, uber 100,000, durch des Ordens . 
Eifer bekebrt, and wijrden gewiss ohne den Orden wieder abfallen, wic die Rnthcni uud 
Estones, die Semigalli und Oailiani. — Der Orden bcobachtct strenge, waa er den Pabaten, 
den Cardlnalen oder Legaten je gelobt. — Der Orden hat die Stiftsvssallcn lum Gehorsam 
gegen den Ersbischof angehalten. — Zur Aufrechthaltung des Fricdena mit dem Ersbischof 
hat der Orden alles Erainuliche gethan. — Die Burgcr der Stadt Danzig (Dancike) in der 
Provinz Pomerania, welche einst dem KSnige von Bdhroen gehorte, nach dcssen Tode, da er 
kdne mannlichen Erben hinterlieas, an den Roniischen Konig Albrecht kam, und ron dieaem 
dem Markgrafcn von Brandenburg abgetreten worde, hatten aich mit dem Markgrafen verbun- 
dea nnd beherbergten Diebe und Riuber bei, aich welche dea Ordena Unterthanen belistlgtcn 
und pl&ndcrten, und mehrere Ddrfer dea Ordens verbrannten. Nach vefgeblidier Ennahnung, 
jene Riober ausiutrelben, ksm das Ordensheer vor die Stadt, drohte den Burgeru den Tod, 
erhielt 16 Riuber ausgeliefert , und aog riann ohue weitere Verletsnng der Stadt wieder ab. 
Dle Bfirger aelbst zeratdrten dsnn ihre Hiuser und siedelten sich an anderer Stelle an. — 
Die Rigischen Bfirgcr ond der Orden hatten dert Eribfschof hamut ala Schiedaricbter 
anerkannt und bei 10,000 Mark Silb. Strafe, dem Gegenpart su entrichten, Unterwer- 
fung untor seinen Aoaspruch gclobt. Der Ersbischof Itarnu», im Anftrage BenedicU XI., in 
Gegenwart der Cardinalpriester Johanne» und Gentilis, der Syndici und Procuratoren beider 
Parten iu Rora , aprach das Urtlieil folgendergestalt (hier war wohl daa Arbitrium I$arn't 
einmschalten). Von diesem Ausspruche appellirte der Procurator der Stadt Riga an den 
pibstlicben Stnhi ; der Orden dagegen hat ihn Tollkommen anerkannt (approbaverunt et acce- 
ptarcrant et ratam et gratum habuerunt). 

Daa Orlgiaal, auf cioer aui vler Pergameutbogen tutanmengesetsten Rolle im geb. Arcbiv su 

C 



■Digitized by Google 



1306. Konlgaberg (Indez Nr. 264), Itt,— wegen teiaer groeaeo Weitschweifigkell ood der Tielen darin vor* 

kommenden Wiederholuogen, — im Urknndenbocb nicbt mit abgedrnckt wordea; die vorstehende 
Regeste, von dem Hrn. Cand. Schirren verfasst, liefert eioeo vollstindigen Ausxug. BruehstBcke 
aus der Dcduclion selbst •. lo VoigVt Preuat. Getch. IV, 239 bla 243 io denAnmerkk. DieUrkande, 
deren Eingaog fehlt, lat vieileicbt nur ein Entworf, ond bat kein Datum, mou aber onstreitig ia 
da* Jahr 1306 gesetzt werden. Denn I) iat die Deduction ofenbar zunSchit gegea die AppeHatioo 
dea Ersbitchofs Friedrich vom 14. Sepibr. 1305 (Reg. 710) gerichtel i 2) wird dario angegeben, 
datt der Biscbof Chrittian voo Pomeaanien vor Kurzem gettorbeo sci, wat am 14. Decbr. 1305 
gcfcfaab {Voigt a. a. O. S. 243 Anmerk. I), ond 3) worde der Muuch lleinrich aus Valkena, detscn 
Reise erwiihnt wird, «war oicht in Livland, wolil aher in Preussen , bel Brandenbnrg, am 2I.Mara 
1306 vom Orden gefangen genommen (s. unten Reg. 737). Untere Deductioo kaoo also oicht frflber, 
als In dem zweiten Viertel dea Jahres 1306 verfaast teio. 

Joll 2. 715. Friedrich, Erzbischof von Riga, bittet den Bischof Engelbert vod Dorpat, er moge 

dafiir sorgen, daas der Schiedsspruch nnd die Anordnung seines Vorgangers Isarnut (Rcg. 700), 
beobachtet, und datjenige, was dadurch dcm Erzbischof zugesprochen worden, von dem Orden 
mit Erfolg Euruckgefordert werde. Dic Urknndc tiber jenen Schiedssprucb (Reg. 700) ist zuglcich 
vollstindig aufgenommen, mit der Bemerkung, dass der Erzbischot Friedrich bei deren Ab- 
fassung als Ponitentiar des Isarnus gegenwirtig gewcten, und dass der Rigische Burger Jo- 
hann Ottinchusen, der damals Procurator der Stadt Riga bei der Rdmischen Curie war, die 
Urkunde in Empfang genommen. 

Nach einem Originaltranttomt voml2. Mai 1399 im Archiv des Polnischen Reichttchaliet abgedr. 
bel Dogid V, 110 Nr. I .XXI, und darnach im Livl. U.B. II. Nr. DCXIX. 

Juni G, 716. Gottfried (tfon Rogga), Meister des Dcutschen Ordena in Livland , Cono, Mar- 

• schaii desselben Ordens, und Bruder A., genannt Pladere , Comthur von Wenden, bescbeini- 

gen, dass der Rath nnd die Biirger Riga's von den 1000 Mark Silb. , welche sie ihnen und dem 

Orden ils Ersatz fnr ihren Hof m St Georg zu geben versprochen, 800 Mark ausgezablt haben. 

Nach dem Original auf Pergament lm Rig. Ratbsarchiv (Jadez Nr. 371 ) abgedr. in den Monoai. 
Liv. aal. IV, CLXX Nr. 52 und im Livl. U.B. Nr. DCXX. 

Sept. 22. 717. Johannes von Revalia, Theoderich von Tots, Heinrich nnd Hermann von Lode, 

Theoderich nnd Otto von Kivele , Woldemar von Roten, Johannes und Odward von Dolen, 

Johannes von Levenwoldc, Johannea von Uskuil, Peter von Haudss, Johannea von Wayguthe, 

Conrad von Saga, Woldemar uud Friedrich von Wranggll, Odward von RevaUa, Clana Ton 

Havenfort, Bertold nnd Heinrich von Lechtis, Bertold von Korbit, Nicolaos Ton Dolen, Ludolph 

nnd Jacob von Parenbeck, Nicolaus Asserson, Leo von Orgis, Albert von Alfen, Jobannea tou 

Wacholt, Gottfried Daniel nnd Heinrich von Brackel, Wilhelm von Embeck, Jobanhes von 

Wesenberch, Gerhard von Fetckit tand Johannea 2?t«er, Ritter, und die Gesammtheit seiner Va- 

aalien in Esthland, achreiben dem Kooige Erich von D&nemark, dasa sie die Koniglicher. 

Schlosser und Befestigongcn, weiche sie «ur Ehre der Krone Daneraarks, damit sie derselben 

nicht ehtsogen werden, bewahrt, zur Erfiiliung des Kdniglichen Wiiiens nnd Anftrags, wie sie 

dazu rechllich verpflichtet, liebcr dem Bischof von Reval, als irgend einem Andern uber- 

geben haben, wegcn seiner dem Konige, wie dem Lande, bewiesenen treuen Anhanglichkeit. 

Alles, was dem Konige und ihm gesetzlich gebiihrte, habe er bis auf den heutigen Tag mit 

Milde eingefordert, die Angelegenheiten des Kdnigs im HerzogUium und ausserhalb ehrenvoll 

uud friedfcrtig gefdrdert, ohue Jemanden in ganz Esthland zu besteuern (talliando), wie denn 

uberhaupt Niemand aich iiber ein ihm von dcmselben zugefiigtes Unrecht beschweren kdnne. 

Sie bitten dahcr den Kdoig, er rooge, falls ihm von irgend einer Seite das Gegentheii hiervon 



Digitized by Google 



berichtet sein sollte, solchem Bericbte keinen GUuben schenkcn. Besiegelt iit dieics Docu- 1306. 

. , luiscr den Siegeln der einzelnen Vasallen, auch mit dem Siegel der Gemcinheit der- 

# 

(slgillo commuuitatis noatrac). 

Nach elner alten. Abtchrift ira Konigl. Arehiv tu Kopenbagen nbgedr. in Bunge'» Arehiv I, 300 
Nr. 10, und ini LM. U.B. Nr. DCXXI. Eia frBberer Abdrnck bei Suhm XI, 898. 

— Dic in VoigV» Geschichte IV, 244 und darnacb im Index Nr. 269 in dieses Jahr 
Proteatation wider dcn Bischof Kngelbert von Dorpat gchort in daa Jahr 1326 oder 

1327. S. unten Reg. 858. 

— Daa im Eithlind. Ritterschaftsarchiv aufbewahrte, vou diesem Jahre datlrte PriwU-- 
gium, welchea too einer Konigiti Magaretha ron Dinemark dem St. Michaeliskloster in Reval 
ertheilt worden, kann nicht hierher gehoren, da Margaretha derzeit schon langst todt war, 
und ist uberhaupt, wie Tiele andere Urkunden dieaes Klosters, ohne Zweifel unecbt. 

1507. 1307. 

718. Heinrich, Biscbof von Rcval, transsumirt die Bullc Pabst Martia'» IV. vom 13. Febr. 10, 
September 1282 (Reg. I. 549). D. D. XX. (?) cal. Martii MCCCVII. 

Eine Abacbrift in BiHrns Collect. I, 117. Indez Nr. 3322. 

719. Durch Vermitteluug dea Bruders C(««o) von Oldenberch, Comthura Ton Leal, dea Mal 1. 
Brudera Ravo, Priestera daselbst, dea Bruders J/erbold, dcs Bruders So. HoUaten, Voigta in 

der Wieck, dea Ilrn. Wal, des Rittera von Wrangell, der Ilerren Gerlach Reec, Lambert Seyme, 
Rathaherren und Boten der Stadt Biga, wird der swischen Conrad, Bischof Ton Oesel, und dcn 
Burgern Itigas, wegen der. durch Letatere Ersterem augefiigten Schmach, entstandene Streit dahin 
entachieden: Die Burger Riga s geben in die Hinde dea Bischofs oder der Ton ihm dazu Beauf- 
tragten alle ihm weggenommenen Sachen, aowohl Pferde, aiaWaffen, aofern aie uocb Torhan- 
den sind, am bevorstehenden Marii - Himmelfahrtafeate in Neuermuhlen oder in Dunamunde 
suriick ; die nicht mehr Torhandenen ersetzcn sie nach ihrem wahren Werth. Die Tier Rigi- 
schen Ratbsberren, Lambert Seyme, Heinrich Holite, Johanne» von Warendorpe und Giaeler 
Wymon, welche Namens der Stadt in Pernau Terhandelt haben, ieisten in der Stadt einen 
Eid, wodurch sie sich einer fur den andern Terpflichten, falla elner tou ihnen sterben sollte^ 
den Defect su ertetzen, ao dasi dai Weggekommene ohue Verkursung erstattet wird. Die 
wegen der veftbten Todtung wird dem Erzbischof und den Landesherren sur Eut- 
ubergeben, wenn sie aich dariiber nicht binnen zehn Tagen gutlich einigeu kounen. 
Die Rigenaer sollen in den Griinzen der OesePschen Diocesc Frivde und Sicberheit genieisen, 
und wenn sie daaelbst ron Fremden beraubt werden, und das Geraubte in die Griosen Oesel's 
oder der Wieck kommen sollte, so aoll der Voigt des Orls sich dessen bemachtigen, und den 
ommenden Rigensern auf ihre Klage volle Gerechtigkeit angedcihen lasaen. Ebenso 
die Oeseler bei den Rigensern Frieden und Slcherheit genicssen. Die Schulden 
fibrigens, mit welc'aen der Biachof allen Gcdachten vcrhaftct ist, wie die dariiber ausgcfer- 
tigten Doeurnente besagen, haben mit dieaer Angelegenheit nicbts zu thun, aondern verbleiben 
in ihrer KrafL 

Nacb dem Original auf Pergament im Rigischen Ratbsarchiv (Indes Nr. 272) abgedr. in den 
Miltbeill. V, 319 Nr. 41 und im Llvl. U.B. Nr. DCXXIl. 

720. Erich Menved, Konlg der Dinen und Hersog Ton Esthland, gcstaltet den Nonnen Mai 1. 



Digitized by Google 



22 " 

1)07. Cistercienser Ordens (Im St. Michacliakioster su Revai), ihre in Eilhland belegenen Aiodien 
und Haken m verkaufen, m vertauachen, uod gani nach ihrem Bclieben damit iu schalten' 
wie ea ihnen fur ihren Orden und ibr Kloster angemessen eracheint. Nur lollen die ver- 
kauften und vertauschten Giiter ebenao dem Koniglichen Gehorsain nnd Rechten unterliegen, 
wie die andereu Gutcr der Kdniglichen Vaaallen. 

Nach dem Original auf Perg. im EtthlSnd. Rltiencbaflaarcbiv abgedrackt Im Inland 1841 Nr. 3S- 
Sp. 607 und ira Livliind. U.B. IVr. DCXXIU. 

J«H 25. 721. Dertelbe erlaubt, auf Bitte der edlen Frau Christina, Aeblisain des St. Michaelia- 

klosters in Reval, mit Rath und Einwilligung aeiner Rilhe, der gedachten Aebtissin nnd dem 

Conveute dea Klostera, in ihrem Gebrauch und sum Unterhalt dcr im Klosters dienenden 

Peraonen in dcm Ilerzogthurn Esthland drcisslg Haken m kaufen ; nnr sollen aie nicht die 

vollstiudigeu Giiter einea Vasallen, noch solche eratehen, welche gerade rucksichtlich des 

„Anfslls" (anefaal) geaetilich an den Konig gelangen musaten. 

Nnch dem Orig. auf Perg. 1u demt. Arcbiv obgedr. im loland a. a. 0. Sp. 008 und im Livlaod. 
U.B. Nr. DCXXIV. 

Joli 25. 722. Dertelbe bestatigt demselben Kloster die Freiheit und das Eigenthum des Ortes, 

an dem ea residirt, mit den daiu gehdrigen Girten, Brunnen, Daida etc. , dcsgleichen das 
Recht im Gemein-Walde IIoli zu hauen und anf der Gemeiu-Wieae Heu iu tnahen. 
tlach dem Orig. auf Perg. in dems. Arcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCXXV. 
Juli 25. 723. Dertelbe nimwt die Aebtissin und den Conveut dea St. Michaelisklostcrs in Reval 

in aelnen Schutz ond Frietten, und trfigt seinen Vbgten und deren Beamten auf, ale, Oire 
Giiter, Mitbriider, Angehdrigen (familia) und Diener gegen Jeden, -der aie beeintrichtigen 
wolle, in vertheidigen. Wenn einer der eben Genannten getodtet wird, so aoll fiir einen 
Mitbruder eine eben ao grosse Busse erlegt werden, wie f&r einen Koniglicben Vasalien, nnd fOr 
einen Diener sovlel, wie fur einen Deutschen. Zugleich befreit er die Nonnen und ihre Ange- 
horigen ven allen Stcucrn (tallia), Lasten, Zahlongen und Contributionen , weiche lur Zeit 
von den Konigl. Vatallen geleistet werdcn, ond bcstatigt schtieastich alle von seinen Vorgin- 
gern dem Klotter verlichene Rechte, Freiheiten und Privifegien. 

Nach dem Orig. anf IV.;. In dems. Archiv abgedr. in Pauckeft Auagabe der Cbronik von M. 
lirandit (Mon. Livou. ant. III, I, 103) und Im Ltvl. U.B. Nr. DCXXVI. Die Urkunde bat dieJahr- 
tahl MCCVII, wetche aber nichl richllg sein kann, un.l ist wohl nm so melu in dieses Jahr, 1307, xu 
•etzen, als aie mit den beiden vorbergehcnden, von demselben Monalstaga dalirten Urkunden ofTen- 
bar im Ziuammenliange slehl. Vergl. aucb Paucker a. a. O. S. 194 Anm. I, der iibrigens iwitcben 
der Annahme der Jabre 1287 und 1307 schwankt. Iliernacb ist aucb die Verweitung im arsten 
Bande dieter.Regesten S. 5 su bericbtigen. 

1508. 

— Dass die von Dogiel V, 25 Nr. 36 in dieses Jahr gesetiten Klsgeschriften wider 

den Orden in das Jahr 1299 gehorcn, ist im Bd. I. S. 178, 180 u. 182 der Regcsteu nach- 

gewiesen worden. . 

1509. 



O. T. 724. Conrad, Custos, nnd Hartung, Domherr der Oesefscheo Kirche, transsumiren die 

Bulie Pabat Gregor"» IX. flbcr die Rechte des Rigischen Domcapitels ( Rcg. 189). 



Nach dem Origioat abgedr. bei Dogitl X, 37 Nr. Nr. XXXVIII. 
Junl 19. — Die *on Dogiel V, 33 Nr. XXXVII in dieses Jahr gcsetztc Bulie Clemem V. gehort 

zum folgenden Jahrc. S. nnten Reg. 728. 



Digitized by Google 



x 523 

725. Heinrich, Bischof roD Reval, Heinrich Pottok und dai ganze Capitel, transsurairen 1 309, 
nachstehende daa Cistercienser - Nonnenkloster zu St. Michaelis in Reval belreffende Urkun- 

Oc.br. 4. 

den : I) der Konlgin Margaretha von Danernark vom 1. Augost 1267 (Reg. 458); 2) dea 
Koniga Erich Menved vom 28. Mai 1287 (Reg. 586); 3) und 4) swei Bullen des Pabitea 
Martin IV. vom 5. April 1283 (Reg. 551 und 552); 5) die Bulle einea Pabstes Vrban, 
aus detsen achtem Regicrungajahre, und 6) eine Bulle Alesander» IV. vom 27. April 1255 
(Reg. 319). 

Nacb dem Original aufPerg. im Ealhl. Ritleracbafisarcbiv abgedr! im Inland 1811 Nr. 48 Sp.763. 
Da die Qbrigeo hirr tranisumlrten Urkuaden bereits im Lirl. U.B. Nr. CCLXXXIII, CDtV, CDLXXXIV, 
CDLXXXV u. DXIV abgedruckt sind, ao wird bi«r unler Nr. DCXXVl nur die Bulle Vrbatft geliefert, 
welcbe bUher nicbt Im Urkundenbuch abgedruckt worden , weil aich ron ihr oicbt erluillelo liisst, 
welchem Vrban sie angehOrtj denn seil dem 13. Jahrb. bts zum J. 1309 gab ea nur zwel Pabste 
dleses Namena, von denen aber keiner acht Jahre den pKbstllclien Sluhl eionabm ; Vrban III. war Pabst 
von 1185-87 (wo das St. MicbaelUkloMerin Iteral, ja Reval aelbal, nocb oicbt ezistirte), o. Vrban IV. 
von 12GI — 64. Diesem letztern raflssta demnacb die Bulle zugescbricben werdea, wenn nicbt auch » 
an ibrer Ecblbeit, wie an derjenlgen mehrerer Urkunden des Kloslers, acbon wr^rn dleses oflenbar 
falscben Datums, gesweifelt wtrden mQsste. Vergl. auch die Regesten Bd. I. S. ta.E. ondS. 114- 
— Der lulw.lt gedachter Bulle besteht in dem Verbot, das Kioater mit Interdlct, Excommunication 
oder Suspensioa zu belegen, und in der Vorschrift, dass weder Krzbischofa noch BUchofe von der 
eingesegneten oder eiozusegnenden Aeblissin eiue andere Profession rerlangcn sollen, aU die ihrer 
Silnden, nicht aber irgend etwas gegen die Sjatuten des Ordens. . Auch sollen dle BUcbSfe bei der 
KrOnung, Scbleierung und Einsegnung der Nonsen von dlesen keiaerlei Gabe dafQr fordera dOrfei. 

726. Bruder fl«rcA<w</,.Bischof von Carland, arkundet, dass er, mit Genehmigung seines Dec. 3. . 
Capitels, scinen in Christo geliebten Brfidern (des D. 0.) sein Bisthum, nebst dem Schloss 
Pilten nnd allen Einkiinften und Rechten desselben, so wie der weltiichen Gerichlsbarkelt, 

auf seine Lebensselt fiberlsasen, und sich nur ein Dorf Vede, so wie die Spiriiualien In 
ganz Carland vorbebaiten htbe. Sollte das Schloss Pilten ohne Schuld der Briider dnrch 
Feaer odcr darch Feindeshsnd serstort werden, so sind die Briider fur solchen Schaden dcm 
Bischof und seinen Nachfolgern nicht vcrantwortlich; sie sollen das gedachte Schloss nach 
Belieben bewachen nnd vertheidigcn. Sollten emzeloe Ilaken vacsnt werden, so durfen die 
Brfider dieselben, gleichwie der Bischof es bishcr nach Curlindischer Gewohnheit gethan, 
verkaufen. Alles Angefuhrte fiberlasat der Bischof dem Orden fur die Kirche Kilgunde 
nebst Zubehor und fur 25 Mark Rig. Slb. , welche dem Bischof jahrlich lebenslanglich vom 
Hofe (arris) Poids sa zahlen sind. Nach dea Bischofa Tode erhalt der Orden in der Kirchc , 
Kilgunde und als Dos derselben alle Pferde, alles Vieh, Getreide und simmlliche Gerith- 
schaftt-n , so wie was er sonst daeelbst gcsaramelt habcn wird, mit Auanahme der silberncn 
Gefisse, des Silbers, des bsaren Geldes nnd der bischoflichen Kleider; Solches sotlen seine, 
des Bischofs, Treuhinder (manu fideles) fiir seine Secle hingclicn, wenn er nicht, wie ihm 
zasteht, bei Lebzeiten daruber diaponirt haben wird. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Curliind. Provincialraiiaeum (Indez Nr. 3323) abgedr. in den Mitth. 
II., 481 und im Livland. UB. Nr. DCXXVlll. 

— Die von Bergmann (Magazin I, 1, 45) in dieses Jahr gcsetzlc Dednclion des Or- 0. T. 
dens gehdrt ins Jahr 1306. S. oben Reg. 714. 

1510. 1310. 

727. Burchard, Bischof von Curland, urkunilet, dass vor ihm erschicncn scien ffigger Febr. 3. 
und JohanncB, Domherrcn der Rigischen Kirche, nebst ihrem Mitbruder Johanne», Voigt in 



Digitized by Google 



24 

1310. Dondangcn, ura gewisse Grinzslreitigkelten twischeu ihm, dtm Bischof too Curlaud, und 
dcm Rigischcu Doracapitel beiiulegen, hinaichtlich deren auch die Curen in den beiderteitl- 
gen Besitzuugcn rait einander nicht zu Tereinigen waren, tuleUt jedoch auf den Auaspruch 
dea gedachten Biachofs und des Rig. Capitela compromittirten. Letitere hatten aich demnach 
dahin geeinigt, dass die iltesten und tuTerlissigaten Curen Ton Dondangen too dcn Grinzen 
des Dorfea Anacen an bis zu zwei bezeichnctcn Biumeu der Linge nach, und Tom Flnsae 
Iruwe au in der fireite einer halben Mtile die richligen Grinien beieichnen sollten, welchca 
denn auch geachehen sei. Zugleich aei featgeaetit worden, daaa die Curen in den beiderseitlgen 
Landeatheilen nicht zn ihrera gegcnseitigen Nachtheil den Flusa Iruwe iibertchreiten sollten. 

Nach dcm Orig. auf Perg- im CurlSnd.* ProTinclalmu*eum (Indez Nr. 3334) abgedr. in den 
Mhlheil. II., 482 «od im LiTland. UB. Nr. DCX.VX. 
Junl 19. 728. Pabat Clemetu V. tcbreibt an den Eribiachof Johatme» Ton Bremen und dcn 
Domhcrrn Ton Rarenna, Albertut de Mediolano, wie cs zur Kcnntnisa des Romiichen Stuhlt 
gclangt, dass der Mcister und die Briider des Dcutschen Ordent, die toh gedachtem Stuhl 
nur au dera Zweclc in den Sprengelu ron Riga, LiTland nnd Preussen cingesetzt tcien, um 
die Kirchen, Geistliche und andere Glaubige gegen die Einf|lle dcr Ileidcn und Ketter iu 
achiitzen und daseibst das Bekenntnits dct Cttholitchen Glaubeni m Terbreiten, ttatt 
dessen leider als innere Feinde sich erweiien, indem sie die Feinde dei Chriitikben 
Glaubens begunatigen, gegen Christura uud deasen Getreue kimpfen, an einige Erzbischofe 
und andere Prilaten die Hand angelcgt, aie ergriflfen, in harten Kerkern gefangen gehalten, 
und ihuen andere korperliche Bekummerniaie angethan, von vierzchn SufTragankirchcn, welcbe 
die Rigliche Metropole gehabt, aieben ganz zerstort, die tieben andera aber in tolchen 

dle canoniach eingeaetzten Doraherren Tertricben und an deren Stelle Briider Ihres Ordent 
eingetettt, welche Ton ihnen willkOrlich angcstellt und abgetetit werden, nnd diejenigen 
IndiHduen, die der Orden ihnen ani der Zahl teiner Mitbriider tu wahlen befiehlt, in 
Bischdfen erwihlen mQnen. Die dergestalt Erwahlten latsen aich ohne die gehorige 
oder Tielmehr ohne alle Beititigung iu Biachofen weihen, ohne der Rigiichen Kirche, ihrer 
Metropole, in gehoraamen. Den iibrigen drei Cathedraikirchen driingen aie bei Vacanten 
ihnen bellebige, auch unwurdige Peraonen auf, und laasen tie tu Bifthdfen weihen. Die GOter 
dieser Kirchen, mit welchen die Bischofe und ihre Capitel reichlich Tertchen, Terwenden iie 
zu ihrem, der Ordensbriider, NutieR, und unterw erfen dcren Befestiguugcn, Schlotter, Linder, 
Gcrichttbarkeiten ond Itechte ihrer Botmisaigkeit. Mit den Heiden achlieaaen aie Freund- 
schaftabundniase ab, leiiten ibnen gegen die Glaubigen Rath und Hiilfe, Terkaufen ihnen Eiaen, 
WalTcn, Pferde und andere Waaren, und losscn ihncn dergleichen durch Andcre zorubren. 
Die Ordenabriider sind ferner nicht nur Ton der heidnischen Granze, welche sie Tertheidigen 
sollten , turiickgewichen , tondcrn haben aogar den Ileiden «ein der Rigitchen Kirche gehGrig 
geweiencs Schlosa Terkauft. Daa Kdnigreich Plock, detsen Hcrrscher, zum Chrittenthum 
bekehrt, da er keiuen ehelichen Nachkommen hatle, tein Reich der Rigischen Kirche fiir tein 
Seelenheil ubertragen, haben sie — nicht ohne Verlust einer Menge von Gliubigen, — den 
gedacliten Ileiden iiberlanen. Bei der Gelegenheit tind die bcideu Cathcdralen Ton Selonien 
und Ruthenien, wclche in jenem Rciche bcttandcn, Ternicl.let. Dic Heidcn haben die i» 



Digitized by Google 



r 

25 

* 

dieiera Gebiet angeaeasen gewesenen Glaoblgen Uieilt vcrlrieben, theils get6dtet, theila ge- 1310. 

kaechtet, and dat Land verWiistet. 'Zowellen nehmen die Ordensbriider den Scheia an, ala 

wollten aie die Helden nnter irgend einem Vorwand angreifen, oad ergreifen gegen aie hinter- 

listig die WafTen, wodurch aie nur die Heiden reisen, die Schldsser des Rigischen Sprengela 

ga seratdren. Ea heisst auch, daas, nachdem ein Kdnig der Ileiden mit seincn Unterthanen * 

das Chriatenthum angenommen, und mehrere Biachdfe und Weltgeistliche, deagleichen Prediger- 

nnd Minoritenbruder in aeinem Reiche verordnet, der Orden ea durch heimliche Rinke sn 

▼eraastalten wusste, dssa mehrere jener Bischdfe und Geiatlichen theils vertrieben , theila 

amgebracht wurden, ao dass die bekehrten Hciden wieder zu.ihren fruhcrn Irrthiimern snrfick- 

gekehrt. So aei die dort errichtet geweaene Litthauische Cathedralkirclie mit ihrer Stadt 

nad ihrer Diocese vernichtet worden. Das ChristNche Volk im Semgallerlande, welches 

einen Blschof aod rechtgliabige Priester hatte, haben die Ordensbriider ganz vertilgt. Die 

Edlen Jenes Landes, die aie zu einem Gastmahl'einluden, hrachten sie verratherischer Weise 

am ; daa Volk, an hunderttausend Kdpfe beiderlei Geschlechts, floh zu den Heidea und wurde 

von diesen, zur Unterdriickung des GJaubena, ewiger Knechtschaft nnterworfen. Deshalb 

warde auch das Biatlium Semgallen, dessen Diocese sich auf sicben Tagerelsen erstreckte, 

aufgehoben. — Das Schloss Brunsberg iu der Rigischen Diocesc, von welchem aus die dort 

wohnenden Minoriten mit besonderem Erfolg das Christenthuro unter den Ilciden verbreiteten, 

baben die Bruder des D. 0. zcrstort, und die Minoriten daraus vertrieben, diesen daa Predi- 

gen dea Wortes Gottcs vcrboten, die Errichtung von Kirchen, Bcthiusern und Capellen fiir 

die Neubekehrten nicht zugelasscn. Sie befolgrn die heidnische Sitte, daaa sie diejeaigen 

ihrer Mitbruder, welche im Kampfe verwundet werdcn, bevor sie ihr Leben aushauchen, todtcn 

nnd die Lcichen aodann verbreniicn. Denjcnigen Geistlichen und Laicn, welche gezwungen 

sind, mit Beschwerden wegen ihnen ztigcfugtcr Uebclthaten den Rornischen Stuhl anzugehen, be- 

reiten aie aelbat oder durch Andere den Tod, wie dies mit dem Meister Alesiut, Doctor des 

geistlichen Rechts, und roehreren Andem geachehen. Die Wege zur Stadt Riga bewachen 

aie ao, dass sie nur denjenigen, denen sic wolien, den Eiu- und Ausgang geatatten ; su wel- 

chem Zweck aie auch das Schloss beiro Uafen des Kloiters zu Dunamunde, in welchem die , 

Rigiache Kirche daa Patronat hat, unter dem Titci eines Kaufa eigenmichtig an aich gebracht, 

da doch Atn Kloatern jede Vcrausierung vcrbolen und dcm Kloster Dunamnnde insbcsoudere 

jede AlienaUon darch Pabst Crregor IX. aasdrucklich untcrsagt sei. Neuerdings habe er, Pabst 

Clemens, erfahren, dass Meister uud Bruder dea D. Ordens in daa Land des Hersogs von 

Cracan und Sandomirien, Wladitlaus, eingedrungen, und in der Stadt Gdanak uber 10,000 

Meuachen mit dem Schwert umgebracht, aad aelbst Kinder getodtet haben. Es wire su weit- 

lauflg, allea daa Verabscheuungswurdige aufznzihlea , wa< dem Meiater und den Briidern des 

D. Ordena noch aonst sur Last gelegt wird. Weil er, der Pabat, aolcbe Schandthaten nicht 

langer rohig ansehen konne etc, trage er daher den Einganga Genannten (Ersb. von Bremen 

and Domherrn von Ravenna) auf, daaa aie aich in jcne Gegenden und diejenigen Orte der- 

selben, die ihnen sar Vollfuhrung dea Geschifts am geeigueUten eracheiaen, peradnlich hin- 

begeben , nnd hinsichtiich der einselnen Artikel, welche den Ordeusbrudern im Obigen, ao wie 

ia dem beaondern Beischlusse, sur Laat gelegt werdeo, ao wie in Betreff anderer Verbrechen 

and Exceste, deren aie offentlich besiichtigt werden aoliteu, fleiastg die genaue Wahrhcit 

LM. Urk. IUc. D. 0 



Digitized by Google 



26 



i, und ilber den Befuiid ihm, dem Ptbite, berichten 

das Schloai D&tumunde, welches der Orden unter dem Vorwande, daca er es gekauft, beietit 

halte, demiclben abnehmeu, und, bia iut weiteren Verfugung dea Pabstei, durch geetgnete 

und luverlasaige Personen bewachen laasen. l'm tnit dem gehorigen Nacbdruck bandeln iu 

koaaea, werden die beiden Commissarien toui Pabat ermicbtigt, wo und wann sie es f&r 

nothig eracbten, die Hiilfe und Unteratiitzung der Praiaten, Fiirsten und andercr weltlicher 

Gewalthaber amurufen etc, anch aollen aie sich bei der Verhandlung Terschiedener Exem- 

tionen tou den Geboten dea Canoniachen Rechta etc. m crfreuen haben. 

Nach dcm Original abgedr. bei Dogiel V.33 Nr. XXXVII und darnach lm Livl. U.B. Nr. DCXXX. 
Eiu anderer Abdruck in Jo. Duglosti hUlor. Polon. (ed. Uenr. L. B. de Bugssen. Lip». 171 1. fol.) 
L. IX. 8.945, ond darnach in Napitfskg's Ausgabt von A. Possevins Lironiae comraeotariua ( Kiga, 
1852 , 4.) 8. 8 Anm. 40. liier wird auch nachgewieaen , daza dieae Rulle nicht, wl*. ron Dogiel 
gescbiebt, ina Jabr 1309, nocb nach Dlugosch in das Jabr 1311, aondern faierher su setzen ist. 

Sept. 9. 729. Erich (Menved), Konlg der Dinen und Ilenog Ton Esthlaod, bestatigt dem Nonuen- 

kloiter in Reral dessen Uesitzungen, und die Freiheit, im gemeinen Walde HoU nu hauen, 
und auf den Gemeinwiesen Heu m miben. Seinen Vogten und deren Beamten aber tragt 
er auf, die Vertheidiger und BeschiiUer der Nonnen wider die Gewaltthatigkeiten boscr Meu- 
•chen iu sein. 

Nach dem Original im Euhland. Kittertcharisarcbiv abgedr. in PanekerU Ausg. der Chronik von 
Moritz Brandis (Monum. Livon. ant. III.) S. 194 Nr. 10 und im Llvl. U.B.'Nr. DCXXXI. Die Jahr- 
sabl I'2I0 im Orlginal kann nicht rlcbtig scin, daber die Urkunde, wenn *ie Oberbaupt echt ist, ia 
dieaes Jahr zu setzen war. S. auch Ucg. 1 > m. I, 210 Nr. 1735. 

Sept. 16. 730. Johannes Canne*), Gesandter Cnuntius) des Kouigs Krich von Danemark nach 

Estbland uud der Stadt Reval, urkundet, dass er, durdt dea Konigs Brief mit der Anord- 

nnng in BetreiT der Befestigungswerke RevaPs beauftragt, in Erwagung der Gefahren, denen 

die Stadt auagesetit iat, indem sie den Nachstellungen der Tyrannen in aehr geoffnet und 

durch die haufigen Ueberfalle der Heiden belastigt wird, dem Rathe und der 

gestattet habe, die Stadtmauer an der Sudseite iiber den Stadtgraben hlmus n 

oder an der bisherigen Stelle su lasaen, oder mehr in das Innere der Slidt iu liehen, so dasi 

■ie die Mauer den Berg des grossen Schlosses hioauf (per ascensum montis magni castri), so weit 

aiewollen, msdehnen diirfen, nur dasa dieMauer den Wiiikcl oder die Ecke (cornu) des grossen 

Schlossea bei der Pforte, welche am kunen Bcrge sich befindct, bertihre, daaa von jener 

Ecke an die Mauer weiterhin in der Ilohe tra scchs Ellen an der Stidseite des gedachtea 

kunen Berges herabateige, bis auf drei Ellen von dem dortigen Thor (clauaura) der SUdt, 

welchea Cingele gemnnt wird, ttnd dus jener Rium von drei Ellen iwischen der Mauer und 

dem Thor Cingele mit holiernen Gebiuden bebaut werde. Auf der Nordieite soll die SUdt- 

raauer uber daa Nonnenkloater hinausgehen, und bei der Badstube, wenn sie den Abhang 

(cUtus) des Berges des grossen Schloases erreicht, endigen. Sie diirfen auch die SUdtmauer 

■tirker machen und h&ber liehen, und mit Graben, Th&rmen und Schotiwehren befestigen, 

je nacbdem aie es fur daa gemeine Beste der Stadt fur gut halten. Die Nonnen muascn 

ihre eigenen Kosten einen so grosscn Theil der Stadtmauer baucn, als, mch 



) lm Original slanden hier nocb die Worte: „m»es ac«, d. I. „Ri«er uud", welche aber wieder 



Digitized by Googl 



27 



dem Ermeiten der Stidter, ihr Klosterhof tlch an derseiben himieht Rath nnd Biirgerachaft 1310 
diirfen die «wei Thore (clausurae), welche gewohnlieh Cingele genannt werden, dai eine ror 
Berge des Schlossea, daa andere »or dem langen Berge, frei und fiir immerwah- 
haben, «od toiche nach Belieben unterhalten. Anch dfirfen aie die Stadt nach 
der Seeteite, wann nnd 10 weit et ihnen beliebt, erweitern. Uebiigens rerapreche er dem 
Rath nnd der Biirgerschaft, datt der Kdnig ille dentelben roratehend bewilligten Zugestand- 
nisse durch einen offenen beiiegelten Brief bestitlgen werde. 

Nach dem Orlgiaal auf Pergament im Reraler Rathsarchlv abgedr. in Bunges Rev. R.Q. II, 100 
Nr. 33 und in l.ivl. U.B. Nr. DCXXXII. 

731. Derselbe bekennt, daai er vou dcn Kouigl. Vaiallen in Eathland 82 Mark Rig. Silb. Sept. 16. 
rort dem Silber, welchet tie dem Konige nach dem Weggange det Ilerrn Aicolaus Vbbiison 
uhlen mnaaten, am 16. September empfangen habc, nnd quittirt daruber. 

Nach dem Orig. auf Parg. im EitbUind. RitterachafUarchir abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCXXXUI. 

1511. 

732. Erich Menved, Konig der Diinen und Herzog ron Eslhland, wiederholt die Anord- 1311. 

nong de* Joh. Cannt uber die Befetligungen ReTals (Rcg. 730) wortlich, ohne jedoch des " ta «■ 

Canne Erwahnung xu thnn. 

Nach einer Abscbrift in dem Corpo» privile&iorum der Stadt Reral im dortlgen Rsiluarchiv abgedr. 
in Bungrs Rerater R.Q. II, 102 Nr. 21 uod im Lhrl. U.B. Nr. DCXXXIV. Ira genanmeu Arcbive 
finden skh aucb iwei NiederdeuUclie Ucberietzun^en auf Papier. 

733. Johannet Kalle bekennt, dast, nachdem wegen der in Riga erfolgten Ermordung ^ jri 
teinet Bruders, zwiichen den Rigischen Burgern einerseiti, und ihm, teinen Briidern, Ver- 
windten und Ficunden andereraeita, eine heftige Feindachaft (rancor, d. i. Rache, Blutrache) 

■ 

i, die Parteien aich geeinigt, indem die gedachten Biirger ihm und seincn Freunden 
nordeten Brnder eine ehrenrolle Genugthuuug gcleiitet. Er habe dagegen fur 
und Erben, geborene wie ungeborene, deaglcichen fur aeine anderen Freunde 
nnd Verwaudten, fiir ewige Zcit die aog. Urfehde gclciitet, so dasa weder er, noch teine 
Briider, Erben und Freunde, die Rigbchcn Biirger uud ihre Angehdrigen, weder in Betreif 
ihrer Guter, uoch ihrer Peraonen, weder dflentlich noch heimlich, je beachuldigen oder be- 
leidigen, rieimehr tie ttett nach Kraflen fordern uud ehfen wollen. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Rig. Raih»arcbir (Index Nr.273) abgedr. fn den Miltheill. V, 321 
und im LhrL U.B. Nr. DCXXXV. 

734. Friedrich, Erzbischof von Riga, «chreibt an den Voigt, den Rath lind die Gemeinde Aug. 16. 
der Stadt Riga: lu dem Hofe seiner Caihedrale hefinde aich ein Thor, welchea ron ihm , 

dem Erzbiachof, <weder bewacht werdc, noch ohne Gefahr bewacht werden kdnne, nnd dnrch 
welches jeder in die Stadt hinein und aua dertelben hinantgelangen koone. Um den daraus 
fur die Sladt entstehen kdnnenden Gefahreu iu begegnen, geatatte cr, daaa aie das gedachte - 
Thor mit eioer featen Mauer umgcben, nachdem aie die Thorflugel herautgehoben. Zuglelch 
ordnet er an , daaa in demjenigen Theile der Stadtmauer, welcHer den Hof und Garten der 
Domherren umgiebt, weder Thore, noch Fenster, noch irgend welche Oeffiiungen angebracht 
werden, und wenn tolchet gctchieht, Rath und Gemeiude das Recht haben tollen, tolche, 
der obgedichten Pforte, zu rermiuern. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Ri 8 . Ratbiarehiv (Index Nr, 274} ahgedr. in Hupds nauen nord. 



I, 352 und im Livl. U.B. Nr. DCXXXVI. 



Digitized by Google 



1311. 735. Pabst Cletnetu V. ermichtigt den Ersblachof Johannos von Bremen ond den Dom- 

Nov. 83. berrn von Ravenua, Albert ron Malland, seine Commissarien in der Streitsache swlschen dem 
Orden nnd Ersbischof (Reg. 728), tod dem Ertbischof Ton Riga, deaaen Suffragsneen , dem 
Meister, den Gebietigern, Ordensbrudern nnd Qbrigen geistlichen und weltlichen Peraonen 
der Stadt Riga und der Provini Diaten au verlangen; und swar soll ikr Ersbischof taglich 
14, der Domherr 6 Goldgulden erhalten. Wer diese Diiteu nicbt sahit, soll von den Com- 
raissarien mit dem Baune bestraft werden kdnnen. 

Eine Abtchrift aos dcn Rege.iii Clementi» V. Im Copleobuch des geb. Archiva sn Koolgsberg. 
Voigts Cescb. IV, 304 Anm. % 

1312. 

1311 736. Friedrich, Ersbischo f Ton Riga, urkundet, daas Hartung, Bischof von Oesel und 

Febr. 97. j esgeB Vaaallen fiir sich cinerscits, und Voigt, Rath und Biirgerachaft der Stadt Riga anderer- 
■eits, Tor ihm erschienen, ond tiber den Tod des Probstes Wedekin und dcs Domherru Hein- 
rich der lligischen Klrche und die andern dsmals ver&bten Todschlige und anderweitige 
Escesse sich dahin verglichen, dass in der Minoritenklrche ein Altar, nnd ein anderer in 
der Kircbc der Predigerbrudcr su Riga errichtet und Priester angestellt werden sollen, nm 
dieselbcn zu bedienen. DSe Brudcrschaften (der Minoriten und Predigerbriider) machen aich 
nnheischig, Seelmessen fur die Getodteten in alleu Klostern Livlands und der Seestidte, nim- 
lich Lubeck's, Rostock's, Stralsund's, Wisrnar's ond Gotliland's, halten su lassen, und drei 
Rigische Biirger unternehmcn eine Wallfahrt sur Kirche der heil. Maria su Roquemadur (in 
der Guienne in Frankreich). Alle ubrigen Excesse und Beleidigungen vergeben sich beide 
Theile gegenseitig, und versprechen, einander deshalb in keiner Weise furder in Anspruch 
su nehmen. 

Nacb dem Orig. aor Perg. Im Rig. Raibtarchiv (Indes Nr. 275) abgedr. in den Mitlheill. V, 3» 
Nr. 46 uod im Uvl. U.li. Nr. DCXXXVII. 



MSrs 737. Vor dem von Pabst Clemeiu V. snm Auditor und Inqnisitor nach Riga delegirtea 

blsJuli. Franciscus de Moliano, Domherrn von Laon, treten unter Andern als Zeugen auf: VI. Hein- 
rieh Langemann, Capellan anf Oesel, am 14. Mirs; VII. Heinrich, Clstercienser-Prlor su 
Falkena, am 20. Mirz; VIII. Jacob von Westphalen, Cisterciensermonch so Falkena, seit 
actt Jahren in der Provins Livland, am 4. Aprll; XIII. Daniei t Prior der Predigerbruder su 
Dorpat, am 23. Mai; XVII. Berthold, Predigermonch su Rlga, am 14. Juni; XVIII. Heinrick 
von Kokenhusen, Minoritenmdnch sn Riga, sm 17. Juni; XIX. Nicolaus Berca von Rign, 
Predigermdnch , am 20. Juni; XX. Bruno von Riga, Predigermonch sn Riga, am 25. Juni; 
XXI. Gerhard, Rigischer Domprobst, am 27. Juni; XXII. Conrad Rubro, Rigischer Domherr, 
am 28. Juni; XXIII. Matthias, Rigiacher Domherr, am 1. Juli; XXIV. Wesserus von Treiden, 
Predigermonch zu Riga, am 5. Juli. Ihre auf 230 von der Rdmisclien Curie dem Auditor 
sugefertigte Frsgepnnkte gemachten Aussagen, ao wie die einiger anderen Zeogen, von deren 
Depositionen sich bloss Fragmenle erhalten haben*), enthalten im Wesentlichen Folgendes : 

Die Ordensbriider haben gewalUam gefangen : vor mehr als 40 Jahren (XIII. XXIII.) 
den Ersbischof Albert in seiner Hauscapelle su St. Michael in Riga (VIII, 4), woranf er auf 



*) Is deo nachfolgeoden Citaien bedeulet die RomUche Zifier die Nuuimer des Zeugen, dle Arablsche 



Digitized by Google 



das dorllge Ordenshans (XXIII), nich Segewold (XIII), nach Wenden (XXIII) gebracht, der 1319. 
gieichseitig ergriffene Domherr ffermami aber an erlittenen Misshandlungen geitorben sei (VII). 
Gleichseitig vor 40Jahren am 24. Norbr. (in noete b. Catharinae), anf einem Gute (alodium) 
der Rigischen Domherren (XXIII), Astegalle (XXIV), den tpateren Ersbischof, damaligen Probst 
Johann von Fechten (Vecthe), der auf Segewold (XXIV) gefangen gehalten, apiter aber', als 
Erxbiachof , auf Anstiften des Ordens von weltlichen Kittern abermala eingekerkert worden ' 
sei 1 XXIII). Unter dem Ordeuameiater Bruno ror 14 Jahren (VII. XIII), ror 16 Jahren (XIX), 
bei der Uebergabe setnes ron ihnen belagerten Schlosses Treiden (XX XXIII), haben sie den 
Erxbischof Johann, von Schwerin, nachdem aie mit ihm gespeist, ergriffen, auf ein kleines 
Pferd gesetst, gehohnt und verlacht, nach Segewold und Wenden gebracht und ihn einige 
Tage aogar auf Wasser und Brod gehalten (XIX. XXIII). Gleichseitig seien ergriffen und in 
Fellin elngekerkert worden ein Rigischer Domherr (XIII), Johanne» Perama, und des Krsbi- 
' schofa Capellan Gerhard (VII). VorTrelden seien damals, um Frieden sn stiften, der Zen- 
ge XIII mit dem Gnardian der Rigiachen Minoriten gekommen. Die Ordenabrfider hatten 
aber bereits die ror dem Schloss (Treiden) befindlichen Gebiude in Brand geateckt, und 
aeien in das Schloss eingeruckt, ala gerade ein Bote aua dem Schloss kam, und dem Ordens- 
meister bcrichtete, der Erxbischof wolle ihm xu Willen than (XIII, 4). Derselbe Erxbischof 
sei vor 14 Jahren wegen aeiues gebrocheneu Schienbein» tu arstlicher Consultalion nach Flan- 
dern gesogen, wibrend der Ordeu in dessen Besitsungen geichaltet hibe (Vll n. XVI, 96). 
Von den Briidera seien ferner gefangen worden auf Komischen Klagereisen : Der Rigiiche 
Domherr Hermann, welcher an den Miuhandlungen gestorben (VI u. VIII, 21), und vor 6 Jahren, 
feria secnnda post domln. Judic* (fli dis Jahr 1306 der 21. Mirs), der Monch IJeinrich aus 
dem Kloster Falkena bei Brandenburg in Preussen vora Predigermonch Johann von Niphel, 
dem Schiitsen des Comthurs von Kdnigsberg und mehreren Knechten des Livland. Ordensmei- 
■ters (migistrL generalis de Lironia), doch oline dass ihm die Hande auf den Rucken gebunden 
worden (VII, 195). 

Der Orden habe einige Dorfer um Ledige (XXIV, 3), alle Orte om Kiga beaetst, und 
a«ch dem ReTaPschen Hanptmann igo den Zutritt xum Erxbischof und snm Inquisitor Frane. 
de Moliano untersaet (VIII, 22). 

DerOrden aei ror lSJahren (VI, 2, 131, 141, wogegen VII, 152 ror etwa 14 Jahren den 
rertriebenen Bischofvon Oesel In Riga gesprochen haben will) feindlich in das StiftOeiel einge- 
fallen, wobei der Ordensmeiiter Bruno mit 60 Brudern und dem Domprobit ron Curlahd 
Menichen, Vieh und Korn geriubt (VI, 141); 1n Gegenwart des Ordensprocurators Gerhard 
von Duerga, der anf die Ermihnungen dea Biichofi hamisch geantwortet, aeien mehrere Nen- 
bekehrte ron Oesel in der Kirche xn Kannele getddtet und rerwundet worden (VI, 127); — 
ror dem Erxbischof von Oesel haben xu Hapsal die Abgeaandten Vtnerhat und Phyledene 
KJage gefiihrt (VI, 131), und ebenso durch ihre Vogte die neubekehrten Esthen beim Pabst 
BonifaciuM (VI, 29). Aus CurJand haben die Ordensbriider Leute, die vom Glauben nichts 
ala die Taofe hatten, nacb Oesel gebracht, nm den Thurm in Polda einxuuehmen, und sich 
dadurch die ganxe Insel xu untcrwerfen (VI, 130). Nachdem die Kirchen der heil. Elisabet 
xn Leal, nnd eine andere des heil. Martin xerstdrt, die Mauern des Hospitals sum heil. Geist 
von dcn Curen im Ordensheere verbrannt worden, habe dcr Bischof Conrad gcxwungener , 



Digitized by Google 



» 

30 

1313. Weiee, wie ausdriicklich in der betreflenden Crkunde erwihni sei, Leal dem Orden einge- 
riunit, nnd es sei daselbst sor Verwsltung der biachdflichen Gfiter »on dem O.M. Bruno, 
dem Comthur von Fellln (Welun) nnd Andern in Gegenwart dea Biechofa nnd Capltele ein 
Probtt eingeeetst wordeu, der auch vier Jahre wie ein Biachof geachaltet habe. Ferner habe 
der O.M. Jtruno su Hapsal die Grnndstucke und Hinser (grantiaa seu alodia et domos) 
des Doiuhenrn Kerwil nnd Anderer verbraimt, daa Capitel verdrangt, nnd in der Cathedrale 
einen Ordenepriester, in den Hospiaen dee Capitele aber einen Ordeneconvent aua den Briidern 
Nicolaus von Parso, Sacob Paiu (Patre), Uraus und anderen, unter Jlermann ton Lingen 
ale Cemthur, eingesctit (VI, meist al« Augenzeuge ad 127, 130, 136, 140, 145, 146, 152). 

Auch die Kirche von Curland sei von Ordenegeistlichen , etatt wic zuvor von Secular- 
Domherren, bcsetst (VII, 6), und in ihrcn Einkiinfteii durch den Orden auaserordentlich be- 
echrinkt worden (XVIII, 5). 

Vor 7 Jahren (VII, 213. XIII, 23) haben der O.M. Gottfried und die Ordenabriidcr 
Ftorechin, Comthur zu Diinaburg, Lesco, Comthnr zu Mitau, Heinrich von Hecht (Hetch), 
damala Oomthur sn Diinaburg (VII, 213), der Comthur zu Wenden, mit Zunamen ffil (XIII, 23), 
ii. A. aua Diinamiinde, welchea der Orden durch Kauf su beaitsen behaupte f XIII, 23), die 
Cislerciensermdnche, Prieeterbruder Johannea und Johannes Albns, den Bruder Heinrich von 
Wismar, und deu Laienbruder Heinrich (VII, 213), aueserdem aber Heinrich Marschall, Hein- 
rich Man (VIII, 209), und erst nenllch swei Mdnche (V, 213) vertrieben; eo wie der vom 
Guardian zum Predigen nach Kokenhuaen geschickte Minorilcnbrnder Heinrich von Koken- 
husen vom Geainde dee Ordene sum Orte hinauegejagt worden eei (VI, 19). 

Der Orden schutze den Rilter Johann von Tiesenhausen im Desitze des clcm Erabischof 
suetehenden Schloeeee von Kokenliusen (VIII, 163); habe daa Schloas Uexkiill ale Pfand 
gegen eine dem Besitser, einem Vaeallen des Ersatiftes , vorgestreckte Geldstimme im Besits 
gehabt,dessen Sohne aber wieder abgetreten (XIII, 23. XVII, 167), von dem gefangenen Krzbi- 
echof Johann von Schwerin die Abtretuug der Schliieeer Kokenhueen und Belbeguard er- 
swungen; Mltau dagcgen habe er in rechtmaseigem Besits, u:id an Kirchholm (Cherchioll) 
einea gewieeen Antheil (XVII, 167.) 

Die Ordeusbriider haben gelddtet : die Kigischen Biirger Godolia, bald nach des Ers- 
biechofs Jsarnus Zeit (XIX, 165), und Ludolph Krudener (Xll, 165), welcher letstere nach 
Aacheraden gekommcu war, um von dort sur Analdsung einiger Gefangenen ina Land der 
Heiden su siehen (XII, 229) ; femer den Edlen Olto von Rosen ; ob dieser sber Marachall 
der Rigiecheu Kirche geweeen, weies Zeuge nicht (VIII, 199). — Ein Diencr des Ordens, 
Namens Hecbert , sei anf den Wunsch der Ordensbriider in das Kloster sn Dilnsmfinde als 
Laienbruder anfgenommen worden. Ala nun der Prior des Klosters dem Orden nlcht bei- 
stimmen und ihm nicht anhiingen wollte, habe der Ordenevoigt von Jerwen, Oier von Gol- 
denberg, den Hecbert schriftlich (wie ein Mdnch aus Falkena, der den Brief geleeen, be- 
hauptet) aufgefordert, den Orden zu rachcn oder ihm nie mehr unter die Augen zn kommen. 
In Folge dcesen habe Hecbert vor vier Jahren um Maria Ilimmelfahrt (15. Auguet), in Gegen- 
wart einee Knechtes Vicco, der dsrUber dem Zeugen berichtet, den Prior bel Reva), in eincm 
' dem Kloster su Diitismiinde gehiirigen Dorfe, iiberfallen , und ihm die Zunge und die rechte 

Iland abgescbnitten , co dase der Misshandelte bald daranf geetorbeu sei. Der Thater aber 



Dfgitizfed by Google 



habc deoen, welche ihn in der Stadt ReTtl greifen wollte... mit Berufung auf hoheren Schutz 1312. 
gedroht, habe lich ii.s*ii, Ordeosschloss gefliichtct, iei dort weltlich umgekleidet in das 
Gesindo aafganommen, und den imAuftrag des AbU und ConrenU ron Falkena in Gegenwart 
dea Zeugen um Auslieferuug aosuchenden awel Mdnchen, untcr Berufuug auf dea Ordens Aayl- 
recht, nicht ausgeantwortet worden (VI, VII, 224). 

Vor etwa 12 Jahren habe der O.M. in einem Briefe, den Zeuge geleseo, dem daraaligen 
Rigiaebcn Probate Wethechin gerathen, rait ihm nach Riga su kommen, wo er* ihn in aeinen 
Angelegenheiten unterstiiUeu wolle; gleichzeitig habe er, der O.M., demjenigen, der alch 
ala Probst gerirte, geachriebea (auch dieaeu Brief babe Zcuge geleaen), er mdge, wenn 
Wethechin nach Riga kommen aollte, denaelben nicht loslsssen, sondern die Hand an ihn 
legen (VII, 188). 

Der Orden nehme Abtriinnige des Cistcrcienser- und Predigerordeas ohne Dispensation 
iii Priestern anf: so Tor aechs Jahren in Weiaaenstein und ln die Kirche za Choichel 
den Theodor ton Illa, uad einen Andera, mit dem Bcinamen ron Indese , ferner die bcideti 
Prieaterbriider Bertram zuPoida auf Oeael und Johanne* Perama anderswo (VII, XVI, 196). 
Er verachte die Eicoromunicationssentensen des luquisitors Franc. de Moliano, wie die des 
Erzbiachafs (XVII, 193), und erkenne selbst dera Pabst, dem er mit dem Verfahreti Jener 
Lombardischen Stadt drohe (VIII, 104), nur fiir drei Falle das Rerht su, den Ordcn zn ei- 
commanicireu (VI, 22S). Er Terbreiine seiue Schwervcrwundcten auf Kriegasiigen ; so sei der O.M. 
Gotlfried, da er noch einfacher Bruder gewesen, Tor solchem Schicksal nur auf Bittcn seinea Koap- 
pea bewahrt worden, der spiter als Monch zu Falkcna dicse Aossage gemacht habe (VII, VJII, 20). 

Ala der Kdnig toh Plochec (Polozk?) und seiue Cnterthanen zum Christenthum bekehrt 
waren, and Blsehofe, Prilsten und andere Geistliche liatten, seien die gedachtcn Cnlerthauen 
ron den Ordensbriidern so gedruckt wordcn, dass sie die fleiden zu lliilfe gerufen, welche 
auch erschienen, dic gcdachten Briider thells vertriebeo, theils todteten, theils gefangen weg- 
fuhrten, in Folge dessen denn anch die dortigen Cathedralkirchen zcrslort wurden (VII, 44). 
Ein anderer Zeuge will gehort habcn, der gedachte Konig (r« Plocenais) habe, weil er 
keine Nachkommenschaft gehabt, aein Land der lligtschen Kirche geschenkt, die Heiden 
aber hatten das Land in eine Wfiste Terwandelt; wie es in ilirer, der Ileideo, Hande 
gekoramen, sei Zeugen unbckannt (VIII, 14). 

AfiWo, Koaig Ton Litthsaen, sei rom Glsubcn abgefallen, weil dcr Orden die seinem 
NelTen (nepoa XIII, aToaculus XVII) abgenommcnen Giiter sjicht Tollig herausgeben w.ollen, 
und die Grossen sich deshalb emporten (XVII, nach dem Berlcht seines Lehrcrs, der selbst 
als Geistlicher bei Miudo gelebt hatte); Tor 50 Jahren habe der Konig der Litthauer den 
Tom Ersbischof an Ihn Gesandten (daronter dem Vater des Zeugen VII) erklart, die Furcht 
Tor einem Schicksal, wie die Semgaller vom Orden erfahrcn, hindcre ihn an der Bekehrung. 

Vor 33 Jahren haben Gesandte des K5nigs in Semgallen den Ersbischof Johann von 
Lunen.mtnn sie ubertraten, um Schutz gegen den Orden angesprochen, und bei seiner Un- 
macht sich rait dem Zeugen VI. uach Rom begebcn, wo im Auftrage des Pabstcs der episcopus 
Portuensis (Port bei Mmes) und der Monch Johann ihreu Antrag entgcgengenommcn haben 
(VI, 37); das Valk in Semgallen, anter dem Konig Nameyxe (XXIV) bekehrt, sei wegen 
Bedriickungcn dcs Ordensroigts sbgefallen (XVII), worauf erst dic Orticnsbriider zu einem 



Digitized by Google 



UIJ. Gelage cingeladene vornehrae Semg.ller eraclilugen (VIII, XIII, XVll). Der Zeuge XXIV, 

dessea Vater in Semgallen 40 Hakeu beseaaen, will gehort hsben,«dsss ein Ordenabruder 

dem Konig einen Backenschlsg gcgebcn, und daaa deshalb der Konig mit den fibrigen Sem- 

gallern vom Glauhen abgefallen. 

Der Orden habe unthatig zugeaehen, ala die Heiden in daa Stift Dorpat vor 10, in daa 

Ersstift vor 3 Jahren einfielen (VII, VIII, 2); als vor den Augen dea Marschalla und mit seiuer 

Zustimmung 260 Vssallen (?) der Rigischcn Kirche iu die ewige Knechtschaft geflihrt worden 

(XVII, 230); die Heiden haben das Scliloss Hiri (Marx VII, 185) im Ersstift seratort, und 

Viele getddtet und gefangen, ala sic Ordensbriider, welche ihnen 18 Stuck Vieh geriubt, ver- 

folgten (VI, 175. 185). Zeuge VII giebt das Factum ohne die Veranlassung an. — Das Schloss 

Duna b urg habe der Orden serstdrt und sich daflir eine namhafte Summe sahlen lassen (XX, 13). 

Das mulhmasslicbe Origlnal dieses wichtigen ActenstOcks, auf vier grossen Pergamentrollen, be- 
findet sicb im Kiinigsb. geh. Arrhiv, Ut aber leider defeci. in ilrm aowohl Anfang, aU Schluti, anrb 
einige SiUcke in der Mitte feblen. Kei dem j-ns,ru Umfange detselben ( ex miatt im Original, bel 
einer Kreile von 1 V» Kigiichen Ellen, 51 Ellen in die LSnge), und den vielen Wiederbolungen ond 
oichtstagendeu Aussagrn der Zeugen»), ertchien die Aufnahme des Ganzen in das Livliiod. li.B. 
nicht rathxara. Auch in die ritterschafilirben Sammlungen der Kclnigsberger Abtchriften Ut nur ein 
Auszug aufgenommen, vvelcber in der Abtrhrift dcr Etlhlanditchen Riltertcbaft 64 Folioseiten belriigt. 
E* kontile daber ura so mehr genflgen, autter der vontehenden, ulle bei dem Zeugenverhor ver- 
lautbarlen Thal&achen volltlandig und illiertirhtlich zutanimentlelleuden Kegetle, gleicbsani zur Probe 
imU.B. unler Nr. DCXXXVIII die Aottageo einei der wichtigslen Zeugen (VII) aufzunebmen, welcbe 
deu vierten Thell det gedachten Autzugei ,'16 S.) autmacben. In Betreff der Zeit, in welcher daa 
Verbor tlatljand, giebt die Urkunile selbsi nur dieTugean, an welchen dic Zeugen verhiirt vvurden, 
nichl dat Jahr. Zur Besiiminung dieset ielzteren gehen aber mehrere Ausiageu der Zeugen Anleitung, 
indein sie die Zeit der von ihnen bezeugten Tbatiarhen durch Angabe der leildem verfloitenen 
Jahre mebr oder weniger genau bezeicbnen. So getchah, nach Aussage det Zeugen VII. die Ein- 
nahme Diinaiuiindei durch den Orden vor 7 Jabren ; und da diea Factuni ins Jahr 1305 fiillt (a. die 
DilnamQnder Chronik in R.unye's Arrhiv IV, 272 1 vergl. aucb ohen Reg. 707 u. 710), sn moss das 
Zettgenvcrhiir ira Jahr 1312 tlallgefunden haben. Diet Jahr nimmt aucb Voigt (Preuts. Cetcb. IV, 
304) an, irrt aber onenbar, wenn er dat Verhiir ent im Juni beginnen ond bii zum iSovember dauern 
lasst, wozu er wabrsrheinllch durrh dle Urkunde vom 30. Septbr. 1313 flteg. 746) verleilet wordew, 
in welcher dem Nuntins Fr. de INoliano, welcher das Verhfir leilete, die Diiiten vom I. Juni bis 
zuin I. Deceniber berecbnet werden. Dss Verbiir begann vielmehr wobl schon mehrere Tage vor 
dem II. Miirz, an wclchem der 6. Zeuge vernommen wurde. 

Juni 10. 738. Conrad, Subprior, und der ganse Couvent des Predigcrordens in Liibcck, urkundcn, 

dass sie, auf Anreguug dcs Lubischen und atif Biltc des Kigischen Kalhes, die Seeleu der in 

Rjga umgcbrachten Persouen, des Probstea ffffrfeiis, dct Domherrn Ueinrich und einigcr 

ehrhaften Diener lamuli), aller Messen, Vigilien, Gebcte etc. ihres Convents theiihaftig gemacht. 

Das Orlg. auf Perg. , einstmali Im Betitz des Oberpastors 1/6. v. Bergmann in Riga ( Index 
Nr. 276)} damach abgedr. in den Millbeill. VI, 276 Nr. 21 uad im Livl. U.B. Nr. DCXXXII. 

O. T. 739. Der Kath der Sladt Greifswalde beseugt : es seicn um ' den 1. Mai 1312, 

Nach d. wiihrenil der Kehde (der Seestsdte mit dem Kdnig JtVirA Menred von Daiicmark) iwei grosse 
1. Mal, R e val'sche HandelsschifTc (liburnae) mit der Fracht und der Mannschaft in dem Hafcn Niendep 
Ton den Greifawaldern genomraen, jedoch, nachdem sie belehrt worden, dass die Schifle ihnen 



i 

*) Viele dieser Aussagen bezengen blost das Nicblwltsen der im Frageartikel aofgeftibrtrn Umitiinde, 
andere bejaben einfacb den Artikel. Da nun die Artikel In der Urkunde nicbt volUtaodig, tondern nur nach 
der Nummer und den Anfangsworlen angefUbrt werden, aucb anderweitig sicb nirbt gefunden, so wird da- 
durch die Antworl bedeutungslos. 



Digitized by Google 



53 

befreuodeten Biirgcrn gehorten, wieder freigegeben worden, niiter der Bedingung, dsss die 13J2. 
Capitlne nnd Etgenthtimer der Schiffe, mit ihrer gesammten Mannschaft und den Befrachtern, 
fBr aieh aowohl, ala fiir die Sladt Revai und fur alle ibre Freuude in und ausscr Reral, die Urfehde 
achworen , dass die Einnahme dca Schiffca rechtmassig (ratiooabiliter) gescheben, und dass 
ale dieselbe an den Biirgern Grcifswslde'* nicht rachen, vielmehr mit ihnen Friede balten 
wollen. Solche Urfehde wurde gcleistet von dem RevaPschen Rathaherrn Sifrid von Hanek, 
Ton Johann Cicloht, Degenhard von Borch, Bernhard Klein (Parvut), Henneke Dridinghane, 
Ludwig Rotten, Peter Buntow, Friedrich von Ottinghuten, Heinrich Slutcre, Gotwin Colnere, 
Johann von Colmar , Ditmar von Werden , Richard von Uldagen , Johann von Hagen 
(de Indagine). 

Aus dem Grcifswalder Sladibuche ab&edr. in J. G. L. Kotegarlent Pommer schen Cascakhts- 
denkmalern Bd. I. (Grelf.wald, 1831. 8.) S. 93, und daraach iu den MlttkcBL III, 104 Nr. 4 and 
im Livl. U.B. Nr. DCXL. Vergl. auch das Inland 1838 ISr. 2 Sp. 33. 

740. Erich uud IValdcmar, Heradge von Schweden, orkonden, dass sie auf Bitte Aug. 15. 
der Stadt Lfibeck, den Biirgern Lfibecke, so wie den Kauflcuten aller Stadte, welche mit ihreo 
Waaren den Flnss Ny (Ncwt) hinanf und hinab aach und von Nogardia (Nowgorod) pas- 

siren wolleo, die Freiheit ertheilen, soichea. nach Belicbcn zu thun, und sie daran in keiner 
Weise behiodero, noch dnrch ilire Untcrgebenen bebindcrn lassen wollen. Wena aie bei 
dieser Gelegenheit SchiiTbruch leiden, soll ihr Recht am schiffbrfichigcn Gut unverleUt bleiben, 
das der Umgekommenen aber dcren Erben bewahrt werden. Zngleich wird ihoen die Befog- 
niss erlheilt, aicher die zu ihrem Reiche gehorigcn Lande zu besuchen, dort sicher zu verweilen, 
wieder wegzuziehen, nnd wenn aie daaelbst Schiffbruch leiden sollten, gleicher Freiheiten, wie 
in der Nj zu gcniessen. Schliesslich werden ihneo alle voo den Vorfahrcn der genannten 
Herzuge bewUIigten Rechte und guten Gewohnheiten bestatigt 

Nach dem Original auf der Trese xu Lilberk abgedr. bei Dreyer, spec. de iure naufr. 8. CXIX, 
und darnach mit den Bericfaligungen bel Sartoriut- Lappenberg II, 202 Im Livl. U.B. Nr. DCXLI. 
Aoch fiodet sich ein Abdruck bei Li\jegren III, 73 Nr. 1860 1 und ebeodas. Nr. 1861 eine Nieder- 
deutsche Uebersetzuag nach einer Abschrirt im Rostocker Rathsarcfaiv. Eine damlt abereioalimmesde 
Urkimde batten dieselben fierzdge bereiU frBher in demselben Jahre au»gefertigt: Lubecae/ sabbato 
ante passlonem Domlnl (den 18. MSri), wovoo sich auf d«r Trese su Lttbeck swel Etemplare be- 
Cndes : Dreyer und Sartoriut a. a. O. 

1315. 

741. Wahrend der Verwaltung Esthlands durch den Heinrich Bernauer (Henricus 1313 

O T 

Bernoverus), welcber dcm Konigl. Stalthalter Ago Sasiton im Amte gefolgt war, wnrde die 



Vcrordnung erlassen , daas wenn Jemand, ohne Erben zu hsben, seine Gater in der Abslcht 
verkauft ond veraussert, ftir den gelosten Prels eln anderes unter aeiner (des Konigs ? ) Herr- 
scbaft*) belegenes Gut zu kaufeo, und uoverrichteter Sache stirbt, das aus den verkanften 
gcldste Geld dcm Koniglichen Fiscus verfallen solle. .Johann Bmrnauer aber erhilt 
Konig den Auftrag, dergleichen Beaitsungen im Namen dea Kdnigs in Besitz zu nehmen. 
So referirt Jluitfeld I, 307 snd nach ihra Potdan S. 410, UiHrn S. 146 ond Andere. 
742. Heinrich , Abt zu Cisterz , bezeugt , dass von dem to Cisters abgehaltenen q t. 



*) Bei Huitftld bei.it es: „i bani faerredumme" ; bet Pontan wird diei Bherietat: ,,at alibl sibi 
etc." 

IMa 1/*k. ■ Rtg. K 



Digitized by Google 



34 

1313. Generalcapitel die Uebertragnng und Eiuigung, welche zwiachen dem Abt des Cistercieoser- 

klostcra zu Stolpe und dctn Hochmeiater und den Briidern dea Deutschen Ordena in Betrefl* 

dea Hauses DGnamiiiide geschlossen worden, in der Wcise bestiligt sei, dass dazu die Ge- 

uehmigung des Pabstes crbetcn wcrde. 

Nach einem Tranisuml de« B. GotUchalk von Curland vom 3. Januar 1416 Im geh. Archiv tu 
Kdnigaberg (Indes Nr. 281) abgadr. In den Mittheil. VI, 277 Nr. 22 und im Livl. U.B. Nr. DCXLII. 

M a i I]. 749. Jacob von Columna, Cardinaldiacon der Bomiachen Kirche, nrknndet, Pabat 

Clemens V. habe ihn miindlich mit der Erortcrung der Sache beauftragt, betreflend die Ap- 

pellation des Hochmeisters , der Gebietiger und Briider des Deutscheu Ordeiis in Preussen 

und Livlaml, wegen verschicdeucr ihncn angethaner Beschwerden und gegen «ie vom pabst- 

Bchen Capclian Franciscus de Moliano, wclcher vora Pabat zur Untersuchuug verschiedener 

wider den Orden angcbrachter Artikel in jenc Provinsen geschickt worden, erlassenen Kx- 

communicationsscutenzen. Der sur Betreibung dieser Sache vom Orden ernaunte Procurator, 

• Bruder Conrad, habe deranachst vorgetragen, wie gedachler Franciscus, der Form des ihm 

ertheillen Auftrags zuwider, und ohne vorherige Untersuchung, dem Hochmeiater und Orden 

in Livland und Preussen befohien, das dem Orden suatehende Schloss Diinamiinde iu einer 

so kurzen Zeit von wenigen Tagen ihm oder aeincm Bcvollmachtigten einzuriamen, dass es 

ibm unmdglich gewesen, Solches zu thun, uud swar bei Strafe der Kxcommunication, die 

denn auch sogleich gegen sie nebst dem Interdicl gegen ihre Kircheu ergangen. Obgleich der 

- 

Orden gegen diesen Befehl im gcsetslichen Termin an deti pibstlichen Stuhl sppellirt, so habe 
demioch Franciscus scine Eicommunicationssentenz publicirt, daher denn der Anwald gebe- 
ten, dass der Orden von besagter widergcsetzlichen Scntenz absolvirt und das Interdict aof 
Caution (ad caulelam) gehoben wcrden mdchle. Aur des Cardinaldiacona Vortrag dieser Sache 
habe der Pabst denselben ermichtigt, die auf Caution gebetene Absolution zu ertheilen und 
das Interdict, sofern ea rechtlich geschehen kdnne, su heben. Als demnach der Ordenapro- 
curator aeine Bitte um Absolutiou wiederholt, habe der Magister Peler von Piperno, der 
sich fiir einen Anwald des Ersb. Friedrich von Riga ausgegeben, Einwendungen dagegen 
erhoben, nnd narhdem darQber von beiden Seiten viel disputlrt worden, sci der heutige Tag 
zur allendlichen Entacheidung der Sache angesetst. Demgemass aeien denn auch au diesem 
Tage der Bruder Conrad und aein Mitanwald, Mag. Jokann von Rocca, von Seiteu des Or- 
dena, und Mag. Peter vor dem Cardinaldiacon erschienen, und habe letsterer, nachdcra 'er 
alle Umatindc reiflich crwogen und das Gutachten weiser Miinner eingezogen, den Ordcn 
von der durch Franci$cut de Moliano ausgesprochenen Excommunicationsseutenz auf Cautlon 
abaolvirt, nachdero von den beiden Ordensprocuratoren in die Seelen ibrer Vollmachtgeber 
ein korperlicher Eid geleiatet worden, dass sie sich zu Ilecht stellen und den Bcfehlen der 
Kirche in den Dingen, wegen welcher das Bannurtbeil wider sie ergangen, unterwerfen wollen, 
wenn es ausgemacht sein wird, dass das Urtheil rechtmissig gefillt worden sei. Die Auf- 
hebung des Intcrdicts anf die Kirchen dagegen wird einstweilen ausgesetzt. 

Nacb dem Original aof Perg. Im Konignb. geb. Arcblv (Indez Nr. 278) abgedr. im Livliind. U.B. 
Nr. DCXLIII. 

Mai 15. 744. H(einrich), Bischof von Beval, Harf(vng), B. r. Oesel, J(go) Sasison, Kiinigl. 

Hsuptmanu zu Revai, die gcsammten Vasallen dcs Konigs von Danemark, die Gemeindc der 
Burger su Reval und simmtliche OcsePsche Vasallen schreiben an den Ordensmeister G(erd 



Digitized by Google 




ton Jocke) und die fibrigen Ordeusbruder in Livland : Auf gcmeinMmen Beschluss senden 1313 
wir an Euch die aus verschiedcuen Diocesen gewiihlten Ritter Daniel von Brakele, Woldemar 
ton Jfrangelc, Jacob con Parembeke, Heinrich con Lechtes, Nicolau* von Engedet und 
Heinrich von Bexhovede, deagleichen swel Reraler nnd swei Dorpatcr Burger, auf dast sie 
Euch verkiinden und iu Ilerzcn fuhren, dass Ihr den Biirgern Riga'e alle Freiheiten und Rechte, 
welche dieselben bisher, in wclcher Beziehung et auch sei, genossen und von Euch oder 
aoderweitig zugeatanden erhalten, wieder erstattet, sie in dereu Ausiibung nicht hindert, viel- 1 
mehr ihnen forderlich sein moget ; den Litthauern aber, wclche in Riga oder der Uragegend . 
zum Schutz der Burger anwesend sind, gestattet, sicher heiinzukehren , wenn sie friedlicb 
sich zuruckziehen wollen. Wenn Ihr die Rigcnser nach dcm ror mehreren Jahren zwischen 
Euch xu Stande gekommcncn FWcden beleidigt oder verlrtzt lubt, so entschadiget sie deshalb 
sach der Schatzung ron Schiedsmiinnern, welche beide Theile erwahlen. Falla ihr unsern 
Rath nud uusere Bitte zurQckweisct, die Rigenser aber, die an sie gleichzeitig gerichtete Bitte 
nnd Rath (in cinem Schreiben, welches unsere Boten Euch vorweisen solltu) init Erfolg er- 
ffillen, ao werden wir uns genothigt sehen, damit nicht die ganse Chriatenhelt durch Enre 
Zwietracht leide, dcn gedachlen Burgern mit aller Kraft durch Rath und That mit llulfe 
Chrisli gegen Euch Beistaud zu leisten. Auf gleiche Weise wollcn wir, nach dieaer letzten 
and permetorischen Mahnung, wcun die Burger unserem Rathc nicht folgen, gegen aie mit 
Euch gemcinachaftliche Sache machen , unbe«chadct ubrigens in Allem der Anordnungen det 
Pabstea, der bei der Romischen Curie von dem Erzbischof von Riga, von Euch oder von 
dfn Burgern gepflogencn oder noch zn pflegendcn Verhandlungen, und dcs geistlichen RechU. 
Wenn endlich bcidc Thcile in Gegenwart unserer Boten sich vertragen, so iat der abznschlie- 
ascnde Fricde in deraclben Boten Beiaein dergestalt zu bekrafiigen, dass : i ) die angeaehen- 
ftcn Manner (aut Eurer Mittc) nnd zwolf oder mehr Burger auf das Cruciflx (super Domini 
nostri corporia aacramcnto) einen Eid ablegen ; 2) dass ebcnsovicle Pcrsonen korperliche (ala 
6eisel?J Sicherheit leisten, und 3) daas cinc Lrkunde ausgefertigt und sowohl von beiden 
Parteien, als von den Landeshcrrcn , Capiteln nnd anderen Edeln, welche ihr zu dem beror- 
stebenden allgemelnen Landtage (diea placitorum omnium noatrum) zu wahlen beachtiessct, 
besiegelt wird. Ucbcrdiea ermiichligen wir nnaere genannten Bolen, obige Artikel in Eurer 
«nd der Burger Gegenwart zu crklaren und zu beleuchteu, ctwanige EinwOrfc so beantwortcn, 
und sich mit Euch iiber die Zeit, wenn der Landtag am bequematen su halten iat, su cinigen, 
um daa im Obigen etwa Uebergangene su erginsen, und, mit Gottea Hulfe, die Angelegenheit 
so elnem gedeihlichen Ende su fuhrcn. Alle unsere Bricfe, welche wir Euch hierbel uber- 
senden, bltten wir uns durch die gegenwartlgen Boten ohne Schwierigkeit wicder sususlellcn. 

^acb dem mit vler Siegeln rersehenen Ori S ioal auf Perg. im Reraler Ralbsarcbir abscdr. Im 
Lirl. U.B. Nr. DCXLIV. 

» 

745. Dieaelben richtcn ein lm Weaentlichen gleichiauteudea Schreiben an die Pro- Mal 15. 
ceosuln, Consaln und die ganze Gemeinde der Stadt Kiga, worin nnr die Anforderungen su Anftng, 
der Natnr der Sache nach, andere sind, nnd namentlich dahin gehen : die Rigenscr mogen 
die familiire Frenndschaft mit den nnglanbigen Litthanern — - unter Erhaltung ubrigena dea 
fegenseitigen Handelsverkehra — aufgebcn, dagegen mit dem Orden cine feste und danernde 
Preondachaft eingehen , denselben in der Aus&buug seiner Rechte und Freihciten anf keine 

E * 

Digitized by Google 



36 

1313. Weise behindern, vielmehr ihra nach Kriften forderlich aein ; denn der Orden werde den iur 
Zeit in und ura Riga tur Untersttitiung der Sladt anwesenden Litthauera gestatten heiraiu- 
kebren, wenn sie aich friedlich, und ohne den Ordeusbriidern noch aonat Jemand Schaden 
luiufugen, auriickiiehen wollen etc. 

N.ch eincr ebcniolcl.eo Origioalauifertiguog in demtelben Archiv abgedruckt im LiWliod. U.B. 
Nr. DCXLV. 

* 

Octbr. 8. 746. Notariatsiiutrument , durch welches beurkundct wird, dasa, nachdem der Domherr 

Franz von Moliano, kraft apostoliacher Autoritit, dem Bischof Eberhard tod Ermeland und 
den Probaten Heinrich zu Ermeland, Hermann zu Culm, Peter zu Pomcaanlen und Gerwin 
ron Samland befohlen hatte, ihm in eiucm gewisaen Termin eine ihnen und ihrer Kirche 
•uferlegte Somme Gcldes, als Bcihulfe zu den bei der ihm aufgetragenen Untersuchung er- 
forderlichen Kosten fiir aecha Monate — Tom f. Juni bia zum 1. Decbr. 1312 gerechnet — # 
aoszuzahlen , uud fur dcn Nichtzahluugsfall gegeu die Saumigen tou da an (Toro I. Decbr.?) 
den Bauti ausgesprochen und die reap. Kirchen dem Interdict unterworfen, di« angefuhrten, 
Prilaten, da sie dcn Termin nicht gehalten, sich den Bannspruch zngezogen, obgleich aie 
nlcht glaubten, dass sie in denselben Terstrickt wiren. Spater hattcn die gcnannlen Pralaten, 
80 wie der Meistcr und die Briider des Ordcns, dic ihnen auferlegte Zahlung geleistet nnd 
durch den Ordensprocurator, Bruder Conrad genannt Bruel, gebeten, sie von dem Bannspruch 
zu befreien und drs Interdict zu heben, worauf denn auch, zumal auch die Verwendung 
Berengara, Biscbofs tod Tuaculum und pibstlichen Pdnitentiars, hinzugckommen, der Domherr 
Frans ton Moliano ilie genannten Prilalen, den Meiater und die Bruder dea Ordens, Tom 
Bano absolwrt nnd daa Interdict gehoben, und besagtem Procurator im Namen des Biachofs, 
der Probste, des Meistera und der Briider eine heilsame Pdnitenz auferlegt. Schliesslich iat 
dem Instrument das Schreibcn dca cbcngenanntcn Bischofs Bertmgar an den Domherrn Franx 
von MoUano Tom 30. Seplbr. eiuTerleibt. 

Nacb dem Orig. aof Perg. iro Kanig*b. geh. ArchW (Indez Nr. 279) nbgedr. in Voigfs Codex ■ 
dipl. II., 86 Nr. LXXII, uod im LItI. (J B. Nr. DCXLVI. 

« 

NoTbr. 747. Gerhard, Probat, Ludfried, Prior, und das ganze Capitel der Rigtachen Kirche 

orkonden: Da unsere eine Zeitlang geschlossen gewesene Pforte (Reg. 734) mit Vcrgiinsti- 
gung und Genehmigung des RigUcheu Rathes wieder geoffnet worden, haben wir es, unter 
Vorbehalt unscrer PririlegieD, fiir angeraessen erachtet, die Schliissei zu dieser Pfortc dcm 
Rathe fur den Fail der rechtcn Noth, aobald wir rom Rath deahalb angeaproehen werifen, 
auf einige Zeit zur Aufbewahrung zu ubergeben. Deunoch wolien wir aolcbe Schlussel bis- 
weilen, so weit wir deren bedurfen, benutzcn, ohne dadnrch die Stadt irgend in Schaden zu 
bringen. Sollte die erwihnte echte Noth so weit steigcn, dass dcshalb die iibrigen Pforten 
der Stadt, welche roinder gefabrlich sind als die unarigc, Termauert werdeu mussteti, so wolltn 
wir, auf ergangeue Mahnung des Raths, unsere genannte Pforte auf uuaere Kosteo ron aussen 
▼ermauero. Unterlaasen wir aolches aber, ao soll der Rath das Recht baben, die Schliesaung 
derselben dergestalt zo bewcrkstclligen, dass sie ohne dea Raths Genehmigung nicbt wieder 
gedffnet werden darf. , 

ISacb dem Orig. aof Perg. im Rig. RathmehiT (lod. Nr. 980) abgedr. in Uuptti neoen nord. 
Hlacell. t, 364 uod daroacb Eftj Livl. U.B. DCXLVII. 



Digitized by Google 



37 



I5H 



748. Johann von Reval, Ritter, und seine Sdbne : Odeward, Ritter, ffillekin und nM 
Hemrich, bekcnnen, dass sie den MinoritenbrGdcrn in Riga eine Ilofstitte (area) in Reval ' ' br ' 
dafiir geschenkt haben, dass sic ihnen Scelmessen zu halten vcrsprochen fiir die gcdachten 
Ritter Johann und Odeward, fQr Willekin, Heinrich, Nicolaus und Odeward, Sdbne dcs 
Harbert, noch bcim Leben ihrer Frauen «nd Kinder, desglcichcn fiir die Eltern des Ritters 
Johann, nanilich den Vater Conrad uud die Mutter Abele, und aeine Ehegattin Margaretha, 
ferner fflr Harbert und Evert, Heinrich, Conrad, Sohne der Margaretha, fur die Herren 
Odeward, Conrad 1 * (Sohn), Gevehard, Everhard, Jo. Uarbetfs Sohn, Uenne Jfillekin's Sohn, 
Jo. Uemrich^s Sohn, den Herrn Conrad von Saghc, Heinrich von Wrangele, Arnolits Sohn, 
den Herrn Daniel, und zwar oicht nur bei ihren Lebzeiten, sondern anch nach ihrem Tode. 
Die gedachte Hofstatte in Verbindnng mit der Hofstitte des llrn. Conrad von Saghe auf 
dem Piatze, an welchcm Werner Lange wohut, wird den Minoriten frei und freiwillig 
etc. 



Nacb eineas OrigioaltraiUiumt aui iVrg. v. 3. Febr. 1322 im Revaler Ratbsarcblv abgedr. im 
Livl. U.B. Nr. DCXLVIII. I !. In t. Itunge^ Hriellade Nr. 31. 

749. Dle Briider Friedrich und Conrad Lange ( Longua ) vom Predigerorden , und p e br. 24. 
Johannes von Hildensem und Ueinrich von Cokenhusen vom Minoritcnorden bezeogen, dass 

aie auf dem Rathhause (consistorium) der Stadt Riga gcgenwiirtig gewcsen, ala der «ath 

daaelbst den Burgern We nde n's das Geld anbot, wclches aus ihren ihnen im offenen Kricge 

abgenommenen Giitcrn gelost werden, wie solches von dcn Laudeshcrrcn auf dcro bclPernao 

abgehaltcneu Landtage angeordnet worilen war. Die Wenden'schen Biirgcr hatten jedoch daa 

bereit liegende Geld nicht cmpfangen wollen, und erklart, ao sei es nicht (auf idetn Landtage) 

beliebt worden. Hicrauf hattp dcr Riglsche Rath erwidcrt, cr wolle sich dem Ansspruch 

jeoer zehn hierzu speciell erwfihltcn Minner unterwcrfen, wclche, fuuf von der eiiicn uud 

ffinf von der andern Scite ernannt, dic Streitfrage cntscheiden aolllen, wic aolchea in dem 

dariiber aufgenommenen Documente verschriebcn sci. Solltcn diese zehn slch nicht einigen, 

so seien sie bereit, sich vor den Landesherrn zu stellen, damit dicse den Streit allendlich 

erledigen. Auf dies Alles aber hitten die Wendcn'schen Biirger kurzweg geaulwortet : aie wollten 

sich dein Ausspruch weder der zehn Manner uoch der Landesherren unterwcrfen, sondern 

einfach ihre Giiter zuriickhabeiu — In Ermangelung cigener Sicgel unlersiegcln die Ausateller 

diese Urkunde mit den Siegeln ihres Priors und ihres Gardians. 

Nacb dem Orig. auf Perg. im Rig. Ratbsarrhiv (lades Nr. 283) abgedr. in den Moanm. Livon. 
anl. IV, CLXXlNr. 54. und im Uvl. U.B. Nr. DCXLIX. Vergl. aocfa das Inlaad 1838. Nr.3. Sp. 26. 

750. Bruder Cottrad Gruel, Generalprocurator dea Deutachen Ordens am Romischen Hofe, Aprfl 
bescheinigt, dass der Bruder Johann von Riga, Priester desselben Ordens, mit seinem Wissen 

an gedachtcm Hofe nachstehendes Geld in Livlandischen Angelegenheiten ausgegeben : Als er 
das erstemal an diesen Hof kan, hat er dem Bruder Conrud 28 goldene Dublonen, iu 
Prisent fiir den Cardinal von Alba 20 goldene Dublonen ; dem Advocaten Remerus und 
Notar fur das Aufsetzen der Artikel 16 g. Dubl.; dem Magister Chrislian von Coln fur seine 
BemuhuDgcn t Dubl.; sum Geschcnk fur dcn Cardinal Peter v. Columna 3 Florcotin- Gold- 



Digitized by Google 



38 

1314. gulJen gegeben. Als Brudrr Johann zum zweitenraal an denllof krm, hat er vcrausgabt : fur 
ein dcm Pabst tu uberrdchendci Geschenk 4000 Goldgutdrn; dcm Hrn. Raimuud von Sargis, 

Cardinal . . .00 gold. Dubl.; dem Bruder Bartholomau» fiir aeine Auilagen 14 Tnro- 

neaen ; den Boten (Brieftrigern) dcs Pabates 40 Turoneien ; dcra vorgenanntcu Meg. Chrittian 
2 Gulden ; bci dem heil. Georg . . . dcm Bruder Conrad Ton wegen dcs Brudcrs M. von 
MezUngen fiir 7 Mark tind J Loth Gold, wciche den Cardiniilcn geschenkl und fiir am Hofe 
gclelstete Dienste 487 Gutdcn und 25 Dubloncn; fiir zwel grofae Gcfaise und cine Kafe >on 
Silber vergoldet B0 Gulden; endlich in Malansana dem Bruder Conrad 427 gold. Dublonen, 
um damit den Cardinalen aufznwarten, und fiir andcre Dicnstleiatungen zum Bchuf dcs Ordeni. 
Dae Uebrige hat er schon ln'a vierte Jahr fiir nothwcndigen Unlerhalt und Kleidung verwendet. 

Nach dem vom Moiler beschlidigien Orlginal auf Perg. Im KOnigsb. geb. Arcbiv (lodei Nr. 282) 
in deo MUcheill. VI, 278 Nr. 23 und iro Livl. U.B. Nr. DCL. 

Juni 15. 751. Erich Menved, Konig der Danen, vergleicht sich mit dero Ordensmeister in Liv- 

laud dahin, daaa die Granzstreiligkeiten zwischen den Kduiglichcn and Ordensuuterthancn 
durch eine Coramission entschieden werden sollten, lusaromcngesetzl aui dem Konigl. Ilaupt- 1 
mann m Heval, drei Konigl. Vasallen und vier Ordensbriidern. Ihr Ausspruch soll bindcnd lein. 

Nach d. Relation bri lluitfeld I, 372, Pontan S. 4 10, lliarn S. 1 47, Arndt II, 79, Gadebutch I, 1 , 387. 

Jani 13. 752. Dertelbe trsnssumirt und bcatatigt das von Johann, Erzbizchof von Riga, und 

Heinrich, Biichof von Reval angefertigte Trinssurot dea von Kdnig Waldemar II. mit dcm 
Ordenameister /Jermann (Ball) am 7. Juni 1238 zu Stenby abgeschlosienen Vergleicha (Rcg. 
I, 179), ao wie die Urkunde des Kdniga Abel vora 8. Augmt 1251 (Reg. I, 257), unter dcr 
Vorausaetzung , dasa sie mit dcm Origiual fibcreinatimmeu. D. D. Koldinghae, die b. mart. 
Viti ct Modesti. 

Abgedr. in Thorlcelint diplomal. Arna-Maga. I, 300. Vergl. Reg. dipl. Dnn. I, 216 Nr. 1790. 

Aug. 13. 753. Dertelbe thut kund: „dasa Unsere Estlil&ndischen Vafallen vor Uns in Roakild 

bezeuget, dasa Herr Ago Sasitun die Giiter in Marte, Zarnea und Usenkulle, mit dem , 

inNeystenove undApones belegenen llofe, sammt allem Zubchor, fur den Vorzeiger dieses, 

Herrn Chrittiern von Skerbeke, nachdem er Unser Hanplmann bei Euch geworden, gewaltsim 

und widerrechtlich in Bcsitz genomracn hat, tind jetzt noch zuriickhalt; daher sprechen Wir 

ibm besagte Gtiter zuin freicn Besitz zu, und tragen Unscrm Ilauptraann und Unscrn Vasillcn 

In Esthland auf, dcn gedachteo Hrn. Chrittiern in den korperlichen Besitz solcher Guter 

einaufuhreii und darin ao lange zu vcrthcidigen, bis sie ihm nach dcn Esthlindiachen Geaetzen 

etwa aberkannt werden." 

Nach dem Originaltraait. aof Perg. v. 15. Mnrs 1318 im Estbl. Rittertcbaftsarrbiv abgedr- im ln 
laod 1841 Nr. 34 S\i. 54G ond bericbiigt im Llvl. U.U. Nr. DCLI. Drulscb in der Hrlellade Nr. 32. 

Sept. 17. 754. Auf die Beschwerde der Esthlandischca Geiitlichkeit, dass, da die Vasallen nach 

einem kleineren, als dem biaherigen Maassc den Zina von den Bauern entgegenznnehmen 
angefangen, man auch ihr nur mit dem kleinern Maasae den Zina cntricbten wolle, ordnet 
Konig AVicA Menved an, daaa der Zins der Geiatlichkeit nach dem grossern Maatse entrichtet 
werden aolle, tind droht den Ueberiretern alieaca Gebotea mit der Strafe der Maasifalschung. 

Nach der Retaiion bel Uuitfeld I, 376, Pontan 8. 411, UiSrn S. 147, Amdt II, 79, Gadebutch 
I, I, 387. Bei Pontan wird gar keio Datum angegeben< lliarn dalirt: SteenlSse, am 3. Tage 
(soll heiisen: am Dientiage) vor Viil und Modesti, d. I. am II. Juni 1314; Arndt: am 3. Tage vor 
Mattbiiii lluitfeld: Datum Steolotae, III. feria aute festom Maltbaei, d. i. am 17. Seplember. 



Digitized by Google 



755. Reimar, Comthur ron Wittenatein, vom O.M. Gerhard zum Schiedsrichter ernannt 1314. 
in der Granzslreitigkeit swischen Heinrich, Bischof toh Reval, und seiner Kirche einer-, und 
Heinrich, Prior ron Padis, und seinem Convent andrerseits, wegen der Fluaj Sayentaken 
belegcnen Gfiter, entscheidet, mit Zuzichuiig der Ritter Brun von Dalhem, Berthold von 
Lechtet, Odoard von Reval, Jacob von Parembeke, Friedrich von Wrangele nnd Heinrich 

von Parembelte, den Strcit dahin, dass ron dcn am Fluss Sayentaken belegenen Gfitcrn 

alle Aecker, Wicsen, Weiden und anderweiten Giiter, welche an der Ostseite belegen aind, 

bis In die Mitte des Flusses, dem Bischof, die an dcr Westseite belegenen dagegen, bis in 

die Mitte dea Fluues, dem Prior und Conrent ron Padis gehoren sojlen. 

In llirirns Colleetsneen finden aich Abathriflen von twel TriinMurolen dieser Crkunde, belde 
Huchiig uod fehlerbafi: I, I, 276 v. 21. MSrz 1384 (Imlez Nr. 3349) und 2, I, 748 vnm 20. Hta 
1389 (Index Nr. 3357). Dla Abweichungen belder Texte von einander sind in dem Abdruck lm 
Livland. U.B. Nr. DCLII angegeben. Deutacb in t>. Ilunges lirirlh.de Nr. 33. 

1515. 

756. Das von Konig Waldemar II. ron Danemark seincn Esthlandisjhen Vasallcn 1315. 

bewllligte und auf VeranlaBSung Koniga Erich Menced scbriftlich aufgeseichnete Lehnrccht. °- T - 

Eine Abn hrift Im sr>g. rothen Buch im EathUinil. Rilterschaftaarcblv. AbdrQcke: in HupeVs neuen 
oord. Miacellaneen V, 257, In !w r\ Auagabe dea Eatbliind. Ritler- und Landrerbts S. 46 , uml in 
Paucker's Satnmlung der Rllter-, Lebn- und Landrecbte, Lief. I. S. 91. Ueber die Gearhichte 
dieaes Rechtabuchs s. fiunges Livl. Recbtagescbichte | 46. « 

757. Gerhard, Probst, und llerner, Gardian der Minorltcn, transsumircn dca Rugen- ^pril 25. 
scben Fursteii Whlaw Handelsprivilegium fur Riga vom 19. Aprii 1'.!!2 Reg. .1. 541. 

Nacb d«m per^am. Original auatugaweise in Brotzet Sylloge I, 34. Ipd. Nr. 3325. 

768. Heidenreich von Bixhovede, Rilter, urlundet, dass cr ohne Zwang, bloss in Bc- Mai 18. 

tracht des Gdttlichen Erbarmcns, elle ubeln Absichtcn, welchc er wegen des Todcs svines 

Verwandten Mauritiut wider die Stadt Riga gehabt, aufgegeben, so dass er mit setneii Erben 

und Hausgcnossen , so weit er sie dazu zu bcwegen rermag, die Rigischen Biirger freund- 

scbaftlich bchandeln, aie nach Kraften fordcrn, ror Schaden und Gefahr bewahren wolle etc. 

Nach dem Orig. auf Perg. ira Rig. Ratbaarcbiv (Indez Nr. 281} abgedr. in den Mitiheilongen 
V, 323 Nr. 47 und im Llvl. U.B. Nr. DCLIII. 

1310. 

758. Ludfiied, erwahller Probst, Johannet, erwahlter Prior, Hermann, Cantor, Heinrich, 1316. 
Canceilar, Doroherrcn, und das ganze Capilel der Rigischeu Kirche, Bruder Gerhard, Meister, A P r " 23 * 
Heinrich, Marschall, die Comthure Johannet von Feilin, Reimar von Wittenstein, Herguebert 

ron Wcnden, Cono ron Dunamfinde und Johannet 1'ngnade von Segewold, Georg.^rnold 
von Brakel und Hermann vou Dortlo, Prieater, Wicolaut von Pertow untl Hermann Buch 
und die tibrigen Briider des D.O. in Livland, Johannet von Pala, Woldemar von Rosen, Johannet 
und Rudolph von Ungern, Rittcr, Johannet von Iketcule und Johannes von Ottitichuien und die 
ubrigeu Vasallcn der Rigischen Kirche, urkundcn, dass sie, bei der schwierigcn Lage desLandes 
zwischen den Litthauern uud Russcn, aum Schutie des ncu gcpflanzten orthodoxen Glsubens, 
unter einander ein Biindniss und cine Einigung dahin verabredet: dasa jede Partel der andern 
treu anhangen uud sie zur Erhaltung ihrer Rechte und Freiheilcu mit nalh und That, nach allcn 



40 

1316. Kraften, offentlich uitd lieimlich, unterstutzcn soll gegen alle Menschen, Gcmeinheitcn und Col- 

legien, welche sie gcmeinschaftlich verletzt liaben, verletzen oder noch verlctzcn werden, wei 

Standca und Wiinle aie auch seien. Keine dcr drei Parteien darf aus Furcht, Liebe, Gnnst, Befehl 

odcr anderer Veranlassung cinen apeciellen Vergleich oder Vertrag eingehen, sondern nur mit 

eiiimihhigcr Bewilliguug Aller. Entsteht unter dcn Parteien irgend welche Uneinigkeit, so 

dclegirt jede Partci zwci gccignetc M mter nach einem angemessenen Ort, welchc aich nicht 

trennen durfen, clie sie aich in Recht oder Liebe unter cinander geeinigt. — Wer es wagt, 

eine der Parteicu wegen dieser Cotifoderation zu beunruhigen , toll mit gemeinsamer Kraft 

angehaltcn werden, davon abzustehen. Jedes von eincr der Parteien eingegangcne BQndniss, 

welchei dcr gegenwiirtigen Confodcration naclitheilig aeio kdnntc, wird fur nichtig und kraftlos 

erklart. Die Coittraheoten vcrpflicliteu sich, dic vorstehendeu Artikel fur sich und ihre Nach- 

folgcr und Erben atrcng zu beobachten, bei dem ron ihnen auf das Evangelium geleisteten Eide, 

und bci Treucn und Ehreu ; wer dagegen handelt, soll fur ewige Zeiten meineidig, rechtlos und 

chrlos scin, und su keiner Art Rcchtahandiungen (legitimas actioncs) zugelassen werden ; iiber- 

dies aber 1000 Mark Goldca odcr 10,000 Mark Silbers zahlen, wovon ein Drittheil die pibst- 

liche Kammer, zwei Dritthcile die Verletztcn erhalten, und welche von deu gecignctcstcn 

Giitern dea schuldigen Theils zu nchmen sind, ohne daas der empfangende Theil deshalb 

eiuem Bannspriich odcr aonst eiuer Belistiguug unterliegt. 

Knlbalteo ia der Kulle Pabsl Johannes XXII. vom 21. December 1317 bei Dogirl V, 38 Nr. 
XXXIX., in der Rulle desselbeo v. 7. Mal 1330, das. S. 40 Nr. XL. ; in der Urk. des B. Engelbert 
von Dorpal v. 15. Novbr. 1336, wovon die Abschrift eines Traossumtes v. 22. September 1393 Im 
KigUchen Ralhaarchiv (lodex Nr. 3333) ; endlich auch In der Urk. des Kiscbofs Johannei v. Dorpai 
v. 23. Decbr. 1476, wovoo eine gleichzeitige Ahschrift gleicbfalU im Rigisrben Ratbsarcbiv (Indez 
Nr. 3443). Der Abdruck im U.R. Nr. DCLIV ist nach dem tetftiereo Teste, als dem correctesten, 
gemochl, mit Angabe einiger Abweichuogen in dem Teste v. J. 1336, und obne Keacbtong der Cor- 
roptelen Lei Dogiel. ' 

Juli 25. 760. Brader Gerkard, Livland, Ordcnsmcisler, beseugt, dass auf Verwendung des Kouigs 

voo Schwedeo der heftige Streit zwiachen der Stadl Riga oud dem Mcholph Wackerbart, 

wegen der Ermordung seines Bruders und aeines Oheims in Riga, durch Vermittelung des 

Comthurs von Dunamunde nnd des Priesterbrudert vom D. 0. Georg, dahin verglichen worden, 

dasa beide Theile die vorgefallenen GewaltlliSligkciten, Tddtungen, Beraubungen, Gefangen- 

nehmungen, Schadcn und Beicidigungen dcr ewigen Vergessenheit ubergeben und slch gegen- 

seitige Frenndschaft und Liebe zugesichert, nachdem die Rigenser itur Versprechen wegen 

Abhaltung ron Scelmessen uud Uiilerstiitzung gegen die Heiden vollstiindig erfullt. 

Nacb dem Ortg. auf Perg. im Rig. Rathsnrcbiv flodez Nr. 285) abgedr. in den Mittbeill. V, 325 
Nr. 48 uod Im Livliiod. U.R. Nr. DCLV. 

— Die von Arndt II, 79 und nach ihm von Gadebutch I, 1,394 hierher gezogene Bulle 
Johanne» XXII *. 12. Juli gehort aom J. 1319. 

* 1317. 

1317. 7lif AVicA Menved, Konig dcr Diioen, erlaubt dem Abt ond Convent su Stolpe, ein 
Jum 2. Cistercienscrkloster zu Padis in Esthland von Stein aufsufiihreo, ond verleiht ihnen dasu, 

Gott und der heiligen Jungfrau sn Ehreu, das Gut Athenbocke. Die Maoern des Klostera 
sollen vier Ellen hoch und nicht miuder dick sein. Sollte ea sich in Zukonft ergcben, dasn 



Digitized by Google 



das KJoster dem Lande Esthland irgend Eintrag tbnt, ao aollen das Klosler und alle Gfiter 1317. 

destelben anf ewige Zeiten dem Fiirateiitbnm Eathland gehdren ; daruber soil der Abt dem 

Kdnige einen offenen Brief geben, nnd die Briider die pibatliche Bestitiguog deaaen euswlrken. 

Endlich rergonnt der Konig dem Abt, mit den Nonnen zu Leai 30 Hakeu Landea zu tanacben. 

Dai feria V. proxima post Domin, s. Trinitatis. — Die Aebte dea Kloatera Johann, Michael 

und Jurgen, achworen dem Bischof Nicolaue ron Rcval den Eid der Treue, der Unterthi- 

nigkeit nnd dca Gehorsams. 

Nach der Kelation bel Huitfeld I, 390. Elwas abwelcheod referlrt Arndt II, 70 aus der Urkonde, 
dle ibm in einem Tranisumt v. 23. Auzust 1386 vorgelegen. Den EI.I Hefero Huitfeld II, 396 nod 
Pontan S. 419, daruach auch dat Llrland. U.B. Nr. DCLVI. 

' 762. Franciscus von Moliano befiehlt, dass der Hochmeisler dea Deutschen Ordens in Joli I». 
denProvinzen Riga, Livland nnd Preosscn in allcn Kirchen ala excommoiiicirt rerkundet wer- 
den aoll , weil er dcr an ihn ergangcnen Ladung zu gchorsaracn ontcrlaaaen habe. Rigae, 
die 18. laill, anno 1317. 

Das Origlnal hefand «icb im ehemaligen Rigisrbfn crxbischiiflichen Arcbiv, wie das Reglster In 
den MHiheill. III, 68 Nr. 60 angiebi. 

763. Bruder Paul, Bischof von Curlaod, Abgeordneter dcs Hochmeisters,' Bruder Theo- Juli 19. 
derich von Lichtenhain, Comthur von Swcczc, Bruder Conrad, Comthur von Papow, und Bro- 
der Gotlfried, Yicccomthur von Kungesbcrch, Abgcprduetc dcr Prcusaischen Gcbietiger nach 
Livland, berichten dem Grosscomthur , Spittler, Trappier, Tressler und den iibrigen Ordens- 
brudern auf dcm Haupthause zu Marienbnrg, dass sic acht Tage nach Petri Pauli (d. 6. Juli) 
in Diinarounde angclangt und daselbsLroelirere Tage gewartet, bia aich die aus den einzelnen 
Conventen zusaramenberufcnen Gebietigcr und vornehmsten Bruder versammelt. , hndlicb, 
am Sountag vor Mariac Magdalenae (d. 17. JulO, vor dcrn Friihsluck (prandiuro), nachdem das 
Capitcl ublichcrroassen abgchalten wordcn, wurdcn wir nach dem Ortc gcladen, wo die Gebie- 
tiger und Bruder aich versaromclt hatten, um urisere Botschaft vorzutragen. Als wir daaelbat 
angelangt waren, erhoben sich dic augesehenaten Ordensglicder , zwel Comtbure und zwef 
Priester, und u5erfuhrteu den ihnen zum Meister bestimmten Bruder Johann von Hohenhoret, 
wie es die Ordensststuten vorschreiben , fbrmllclt des Diebstahls, indcm sie nachwiesen, dass 
er, als er Voigt von Jerwen gewesen, dem. Orden eine Summe bia zum Belauf von 169 Mark 
Silb. gestohlen. Diesc Ueberfiihrung sei schou fruher von 65 Brudern geschehen, welche 
insgesammt den gedachten Bruder Johann zur Busae uud zum Ersatz , nach der Strcnge der 
Statuten, verurlheilt. Nachdem wir hierauf unaere Bot8chaft vorgctragcn, erklirten die Ge- 
bietiger und Bruder eitisliroraig -. sie wollten dem ( Hoch-) Meister und Generaicapitel steta 
und in Allem, wie sich'8 gebuhrt, gehorsamen ; den Bruder Johann Hohenhortt aber konnten 
aie, als einen Ehrlosen und eines offeutliclien Verbrechens Ueberwiesenen, nicht zum Meister 
annehmen. Tagcs darauf, am Montag, als dic Briidcr am beatimmten Ort sich wieder ver- 
sammelt batten, erhob sich dcr Bruder Gerhard, gcwesener Litlindischer Mcister, und legte 
— nachdem er dem Hochmeister und dcasen Capitel dcn achuldigen Gehoraam gelobt — aein 
Slegel und sein Amt in die Hande der anwesenden Gebietiger nleder, indem er uns und fast 
alle Briider durch acin ehrfurchtvollea Benehmen zu Thrincn riihrte. Auch der Comthur von 
Fellin, als Sohn des Gchorsams, legte Amt und Sicgel niedcr. — Nachdem dies Alles gesche- 
hen, wolltcn wir allc Conveute einzeln visitiren; schoben es aber aus deu angefuhrten Grfio- 

LM. l'rk Rf f II P 

Digitized by Google 



I3i- dea auf, da wir einiaben und una davon uberzcugten , dais unsere ViiiUtibn frnchtlos 
«ein wfirde." 

Nacb dem Original auf Perg. im geb. Archiv su KSnigsberg (Index Nr. 257) abgedruckt ia v. 
KotzebueS Getchichle Preu«sens II, 378, In VoigTs Cod« dlpl. II, 97 Nr. LXXIX, und im Livl. 
U.B. rs r. DCLVII. Dte Urkunde bal kelne Jahrzabl, wird aber von Voigt (Preuss. Geseh. IV, 320 
Anm. 3) in dieses Jabr gesetxt; „da ec ausgemacht l«t, da*« der erate Aussleller derselben, d«r 
Bischof Paul von Curland, sein Bislhum in diesem Jabre aniral." 

• • 

Aog.94. 76 *- Erich ond "'«'«'"««■» Hcrzoge von Schweden, erklaren, dass sie jegliche Feind- 

seligkeit etc. cegen die Burger Riga s, woraui eolchc auch entstanden aei, aufgeben, 
•ichern dieaelben ihrer personlichcn Frcundscliaft, und woUcn sie durch Aile, wclche 
>u Liebe etwas thun wollcn, iordcrn. ' 

Nach dem Orig. auf Perg. im Rig. Ralbsarcblv (Index Nr. 287) abgedr. bei Liljegrm III, 335 
Nr. 2119, in den Mlllbeill. V, 326 und im Livl. U.B. Nr. DCLVIII. Lin Transsumt dleser Urkuade 
vom 15. Mai 1320 im Rig. Rathsarchiv. t 

Dee. 91. 76o. Pabst Johann XXII. erklart die am 23. April i3I6 abgeschlosscne Confdderation 

(Reg. 769), weil sie nicht nur widcr die Rigische Kirche und kirchliche Beamte jener Gegend 
gerichtet ist, sondern auch wider die der Romischen Mutterkirche achuldige Khrfurcht an- 
atoist, der Kirchcnfreiheit nachthellig iit ctc, fiir null nnd nichtig, cntbindet alle Theilnehmer 
an derselben von dem m deren Bestarkung geleisteten Kide und den auf die Ueber- 
tretung festgesclzten Strafen, nnd rerbietet dergleichen Confbdcrationen fiir die Zuknnft, bei 
Strafc der ExcommunicaUou. 

Das Original befand sich im ehemaligen erzbLchSflich-Rigischen Arcbiv (Mittbetll. III, 60 Nr. 66, 

mit dem unricbligen Datum : d. 23. Decbr.). Abgedruckt bei Dogiel V, 38 Nr. XXXIX und darnach 

im Livl. U.B. Nr. DCLIX. 8. auch Voigt, Preuss. Gesch. IV, 323. 

Dec. 23. 766. Eiue im Wesentlichcn gleichlautendc Bulle richtete dertelbe unmittelbar an den 

Orden in Livland nnd das Rigische Domcapitel. 

Nach einer Abschrifl aus den Regeslen Joltanns XXII. ia dem geb. Archlv in Kiinigsberg ab- 
gedruckt hn Llvl. U.B. Nr. DCLX. 

1318. 1518. 

0. t. 767 - Erich M* nved > Kii "'g der D»nen, schrcibt, bei Gclegenheit des Krieges twischen 

den Ordensherren und dem Erzbischof von Rign, an den Orden, er mdge die Sache so ver- 
handeln, dass Ksthland davon kcinen Schaden hattc. 

Nacb der Relation bei lluitfeld I, 406. S. auch Arndt II, Sl. 

0. T. 768. Derselbe belehnt zu Kolding nachstehcnde Livlander (soll wohl heisaen: Eslh- 

lander) roit ihren Erbgutcrn : Kngelbrecht, Woldeiuar, Nicolana und Tille (ThiJc) vou Dolen, 
Johannea Vestengberg, Godcschalk Preuen, Hinke Raliken, Simon Nicletson (Nilsson), Florke 
(Fldrike) und Ileinrich Ralike (Balcke), Godeachalk von Capelle, die von Lydinehuscn, Kngei- 
bert, Woldemor und Tille von Dolen, Adekc Hantton, Ilcinrich von Aruttel, Johannei Gode- 
ken von Oertten, die von Vorclcele, die Hyldensen, die Resbyttc (Risbglen), die Rachelle 
(Racheln), Rudcr (Luder) Brutuvig, die Sortevir (Sortevere), Lambcft Birkhan, Heinjrich 
Wttte, Waldemar, Nicolaui und Helmold von Lode, Conrad Sage (Soge), Villike Farenbek 
(Wilhclm Fahrensbach), Gcrd Hobenbeck (Hohenbeck), dic ron Pekelle (Pekelen), Otto 
Roten, Ilermann Orget (Orgiet), die von Vake (IVacie), die von Atsen, die Thamkit (Tan- 
ckes), Tile Kievelle, die ron Nattemule (Nattemiihlen), die Meckit (Thile und Evert Mekit), 



Digitized by Google 



dle Alven, Otto Byskovid (Bikishovde), Bertram und Conrad Farenbeck (Fahrensbach), Johann IS18. 
Orge« y Helne Vithe, Tile Meckis, Johann Hane, die ron Risemby, Evert Meckis, die von 
Rosenheim, Thile Valdertson, Heinrich Lechtit, Tule Tois, Uldelerape Ton Guldene, die Ton 
Wrangelte, die Ton Capelle, Kievelte, Woldemar Dolen, die Ton Moer nnd mehrere Andere. 

Naeh der Relatlon von Uwtfttd I, 408, Pontan S. 4», //Mr» S. 148. Die In Pareotl.e.e hl*- 
sugefilgten Abweiclmngen »ind aus Aritdt H, 81 entnotnnea , bei welcbein die Familiennanen , vor 
denen keln Vorname, bel Pontan aber ein blo»*e* A'. (nobllla?j atfhl, atn Schlu»» ala „Herren 
von" aufgefiilirt werden. 

769. Pabst Johann XXII. achreibt an den Meister und den Praceptor dea D. O. in Febr. 23. 
Livland, an die Comthure vou Diinamiinde, Vellin und Wcnden, an Florentin, Decan Ton 
Dorpat, an Johann r. Palen, Woldcmar r. Itosen, Johann r. Tisenhusen, Johann und Rudolph 
r. Ungem, Ritter, Johann Ostinghusen und Johann Iketkule, Vasallen dcr Rigischeu Kirche 
(rergl. Reg. 75*9) : Seln Vorginger, Pabst Gregor IX,, habe dem D. 0. in Lhiand Torge- 
schrieben, dic dasclbst znr Verbrcitung dcs Christenthums gctrofTencn Anstalten unverletzt zu 
erhvltcn, und diescs dcm heil. Pctrus gcborigc Laud Xicmandcs Botmassigkeit zu untcrwerfen. 
Nun aci aber seit langcrer Zcit bcrcita wiederholt zu seincr Vorganger uud teincr eigenen 
Kenntniss gelangt, dass dcr bliilicnclc Zustand, in wehhcm die Kirche in Lhland sich Anfangs 
bcfundeii, eincn starkcn Ruckschrilt geroacht, indcm gcgcn dicselbe so grausam und unmensch- 
lich Terfahren worden sei, dass Viele, die sich ztim Christcnlhum bekehrcn woJlen, sich 
wiedcr zurtickgczogcn, und sowohl dic Rigische Metropolc, als mchrere andere Kirchen in 
Lhlaud nnd Preusscn, ihrer Schlosser, Besitzungcn und andcrer Giitcr fast ganz beraubt aind, 
raehrere Bewohncr jcticr Gegcndcn endlich, wegen Mangels an Scehorgcrn, sich ebcr heid- 
nischen Irrthuroern wleder zuwendcn, als dero rechten Glauben anluiigen. Obgleich schon 
die Pabste Boni/as VIII. und Clemens V. die zur Abhiiifc d*cser Uebclslande erforderlichen 
Schritte crgriffen, so selen aie doch von der Ausfuhrung ihrcr Vorsatzc tlicils durch ibren 
Tod, Uieila durch andere Hindernissc abgchallcn wordcn. Durch dic wicdcrholtcn Iliilferufe 
und nnunterbrochcncn glaubwiirdigen Berichte sei er nunmehr Teraulasst wordcn, dcu gcdachlen 
Lindern und ihrcn Kirelieu, welche ron der Gottlosigkeit der Christcn mehr als von der Feind- 
seligkeit der Hciden zu leiden haben, zu Hiiirc zu cilcn, und beabsichtige, durch die Kingangs 
Genannten, denen die Znstindc dcs Landcs genau bckannt seicn, sich fiber lelztere unter- 
richtcn iu lassen, um dann die crfordcrlicheu Mittel zur Abhulfc ergrcifcn su konuen. Da- 
her befiehlt er ihnen, bei Verlust ihrcr rcsp. Acmter, Bcneticien und Lehen, so wie bei Strafe 
der Excoramiinication, binnen sechs Monsten vom Datum dieses, als einer percmtorischen Frist, 
personlich ror dcm pabstlichen Stuhl. zu erscheinen , nachdem eie sich iiber alles Angefiihrte 
gehorig nnterrichtet, um deu gedschten Stuhl vollstandig ond gcnan informiren su kdnncn, 
wie die fraglichen Liindcr dcm Chriatcnthum wiedcr ganz zugcfiihrt und darin mit Erfolg 
erhalten, und die benachbarten noch heidnischen Terrilorlen bekehrt werdcn konnten, des- 
gleichen um Terschiedene in diesen Beziehnngen zu machendc Antrage su vernehmen. Zu- 
glelch wird der Ordensmeistcr sngewiesen, die sngcblichcn Privilegien, vermoge welcher der 
Orden von der Gerichtsbsrkeit dcr Ordinarien befreit zu scin behsuplct, welrhcr Behauplung 
wjdrrsprochen worden, mitzubringen, um dtese Behauptang sn bcwahrheiten. Weil ferner 
dem Pabste herichtet worden, dass der Orden, mit seinen Rechten nicht zufrieden, sclne 
Hinde nach den Gutcrn der Rigischen Kirchc, welche er vielmehr bcschutzen sollle, ausge- 



44 

t 

1118. streekt, and den Rigischen Ilafen, in welcbem dem ErxbUcbof ron Riga daa Patronat susteht, 

mit dera snr ersbischoflichen Tafel gehorigen Schloss und Kloater DiinamQnde, ferner die 

Schloiser Toreida, Nabel, Lemsal, Doien, Kercbolme, Lenwerde, Cocken- 

hnsen, Crusebarch, Scelwene, Sundesel, Sotekele, Pcbalche, Mitsu, Cre- 

mon, Ramala und Dondangen, so wie Ddrfcr, Haine, Wicsen, Weiden, Fisclie- 

reien, Seen, Wilder, Aecker, Rechte und Gericbtsbsrkciten , desglcichen die Landgebiete 

der Schlosser, welche der erxbischoflichen Tsfel und dcm Capitei gehdren, in Besitz genom- 

roen oder nehmen lasscn , oder dic Beaitznahme durch Andere gutgcheissen habe ; so befiehlt 

der Pabst, falls das Angegebene sicb in Wahrhcit so verhalt, den gedachten Hafen, dss - 

Kloster, die Schlosser ctc. dem Erzbischof und dem Capitel zuruckzuerstalten, und alle Schi- 

den ihnen zu erselzen, indcra er, dcr Pabst, dergleichen Benachlhciligung der Pralaten nlcht 

dulden wolle etc. Endlich werden die Ordcnsangchorigcn, bei Bcfiirc.itung dcr rorgedachten 

Strafcn, ermslmt, sich allcr Beleidigiingcn und Bclastigungcn des Erzbischofs, des Capitels, der 

Kirche uud der Stadt Riga und al(er Kirchcn in Livland und Prcussen su enlhalten. Durch 

dieses Schreiben werde der Bruder Conrad, Procurator des Ordens bei der Romiscben Curie, 

der su diesem Zweck spcciell abgefertigt worden, beglaubigt. 

Ein sehr feblerhafter Abdruck bei Turgentto I, 89 Nr. XCIX und darnach Im Llvliind. U.R. 
Nr. DCLXI. Ueber elne Abscbrift im geb. KSnig.b. Arcbiv a. Voigtt Preuaa. Geach. IV, 338. 

Febr. 33. 770. . Dertelbe tragt dem Bischof von Oeael, dcm OcscPschen und dcm Rigischeu Capitel 

auf, dass sie innerhalb sechs Monaten gehorig bevollmachtigtc Procuratoren nach Rora senden 

sollen, welcbe ibn Qber dic Verhaltnisse der Rigischen Provinz und der dazu gehorigen 

Linder, Liviand uod Preussen, unterrichten sollen. Datura Avinioue, VII. calend. Martii, 

poutif. anno II. 

Da. Orlginal befand aich im ehemallgen erzbisch6llicb.Rigi.chen Archiv « Miltheill. III, 6» Nr. »5. 
MSrz I. 771. Derselbe bcficl.lt allen Erzbischbfen, dass sic durch Ihre Boten und Couriere 

(nuntios et cursores) dcn Livlandischen Ordensmeister roit seiuen Corathuren und Rittern, 
desgleichcn den Decan der Dorpater Kirche, Fhrentinut, vorladen sollen, binncn drei Monaten 
in der Romischen Curie zu crscheinen. Datura Avinione, calendls Martii, pontif. anno II. 

Zwei Esemplare des OriginaU befanden alch in deraselben Archiv : Mittheill. a. a. O. III, 68 
Nr. 62 u. 03. 

MSrz l.f 772. Dertelbe crlasst cinen gleichlautenden Befehl, mit dem Zusatz, -dass dem Mcister 

uud dem Orden aufgcgeben werde, den Rigischen Hafeti, das Schloss und Kloster Duna- 
rounde und Toreide dem Ersbischof zuriickzugeben , und seine Exemtionsprivilegten, 

wcnn er dergleichen liabe, vorzuweisen. 

Das Original wurde in demselbcn Archiv aaaervirt: Mittheill. III, 89 Nr. 64. 

MSrz 15. 773. Die gessmmten Koniglichen Vasallcn in Eathland (cotnmunes vasaili dornini regia 

in Estonia) transsumiren die den von Scerembeke erlheilten Kiiuigl. Lehnbriefe 1) vom 
87. April 15871 (Reg. I, 480), 2) vora 29. MSns 1271 (Reg. I, 479), 3) ▼om 23. Jttni 1288 
(Reg. J, 595) und 4) vom 15. August 1314 (Reg. II, 755), und bekraftigen die Urkunde rait 
ihrem Siegel : Datnm Revele, anno Domini roillesimo treccntesimo decimo octavo, feria 
quarts proxima post Dominicara Invocavit. 

Da» Orig. anf Perg. im E*tbl»nd. Rilterachafuarcbiv (das Siegel abgefallen), daroacb abgedr. 
im Inlaod 1841 Nr. 34 Sp. 545. 



«Digitized by Google 




774. Gerhard (von Jocke), Meister des D. O. in Livlaud, urkundet, daas er, mit Rath 1318. 
seiner Bruder, dem Thidemann oon TaUen und deasen Erben zwei Ilaken Landes, belegen Mal »*• 
in dem Wiikunpene genannten Orte, zn Lehn gegeben habe, begranzt durch einen Sumpf, 

von welchem man zu einem Steinc, in den ein Kreux eingegraben ist, kommt, nnd von da 
inr alten Rigischen Strassc, mit Aeckern, Wiesen, Weiden, Gehegcn und allen innerbalb der 
iwei Haken befindlichen Zubehorungen. Ausserdcm erhilt Thidemann das Recht, auf den 
ansserhalb dieser Grinzen belegenen Wiesen, welcbe von Alters her zu diesem Lande gehSren, 
Heu zu roahen. 

Das Original in der Postenden'*chea Brlellade; darnacb coptrt in der ». Hecke-tcbea Urkunden- 
•ammlung und abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCLXII. 

775. Pabat Johann XXII. schreibt an den Abt von Cisters : Bei Gclcgenheit dea vor Sept. 24. 
der pibatlichen Curie verhandeiten Streites zwischen dem Erxbischof Ton Riga und dem Deut- 
schcnOrden, sei von dem letzteren, in*Betreff def Frage, aua welchem Rechtsgrnnde (Titel) 

der Orden das ehemalige Cistercieiiserkloster Dunemunde an sich gebraclu, zu seiner Rccht- 

fertignng eine auf den craten Blick scheinbar aothenlische , mit zwci Siegeln bckraftigte 

Scriptnr beigebracht worden, welche unter Anderem Folgendes enthaltc : Wir Brnder Libertue, 

Abt von Dunemundc etc. (folgt der Kingang der unter Nr. 707 excerpirten Urkunde vom 26. 

Mai 1305). Die hier erwihnte, dem Capitel dea Cistercienserordens angeblicli vom Pabate 

ertheilte Machtvollkommenheit in Beziehung auf die Verlegung von Abteien, Verauaserung 

ibres Eigenlhuma ctc, habe ihn, Pabst Johann, und seine Briider in nicht geringes Stauneu ver- 

setit, da eine solche Gewalt nicht nur den Glaubigen, durch deren Darbringungen solche * 

Abteien fundirt worden, Anatoss gc6en, aondern auch dem Ordcn selbst grosse Verluste ver- 

anlassen konnte. Der Pabst wunsche sich daher von der pabatlichen Verleihung solcher Ge- 

walt su iiberzeugcn, und trage dem Abt von Cistcrz auf, das bctrcffcnde pabstliche Schreiben, 

das ihm, dem Abt, wenn es wirklich cxistirt, nicht fremd setn konne, durch einen zuverlis- 

sigen Monch baldmoglichst nach Rom zn senden, und ihn, den Monch, zngleich mit einer gcou- 

genden Vollmacht zu verschcii, damit er dasjenige erfullen koune, was in dieser und anderen 

Beziehungen durrh den Pabst angeordnet wcrdcn wiirde etc. Ucber den Tag dea Empfanges 

dieses Schreibens verlangt schliesslich Johann XXII. eiue Benachrichtigung. 

Nach einer Abnchrift aut den Regesten Johanrit XXll. im Konigab. geh. Arcbiv abgcdr. im 
Livl. U.B. Nr. DCLXIIl. 

776. Voigt uud Rath dcr Stadt Riga urkunden : Sie hatten verirommcn, dass in Betreff Sept. 34. 
der Kirchc zur heil. Jungfrau inWiaby dadurch Misshclligkeilen cntstaiidcn, dass der Bischof 
von Linkopiug die Eingepfarrten dieser Kircite und die dazu gchdrigc Gcmcinheit der Deut- 
schen Kaufteute in dem alten Herkomnien, zwei Pricstcr (rectorea) bei dicscr Kirche zu 
haben, storen wolle, ynd einen einzigen Priestcr fur geniigend erklart habe. Sie, Voigt nnd 
Rath, bezeugcn daher dcsmiltclst offentlich, dass von Alters her, so weit aie sich dcssen 
crinnern konnen, an jctier Kirchc stets zwci*Geistliche angestcllt gewescn atnd. 

Nach drm Orig. auf Perg. im Archlv der Wisbyschen Domkirche abgedr. bei IA\jcgrtn III, 377 

Nr.2166 und daroach im Livl. U.B. Nr. DCLXVI. Ein Sbnliches Zeugnis. slellte auch der Lflbische 

Rath am 10. Decemher 1318 aus, nach dem Orig. abgedr. bei Liljegren III, 389 Nr. 2180. 

777. Gerhardt von Jocke, Ordensmeister, transsumirt und bestitigt in dem zu Wcndcn Nov. 15. 
abgelultenen Ordenscapitcl das vom O.M. Conrad von Manderen ,,der Stadt Embcck, die 

Digitized by Google 



Janr. 3. 



1318. non Pcrnau heisst, u am 5. April 1263 verliehene Privilegium (Keg. I, 434), und verleiht 
deren Burgcrn, atatt des bisherigen Dritthcils der Gerichtsgefalle, die Halfte deraelben. 
Jedoch aollen ale die Lcote des Ordena wegen Gcldachnlden in ihrer Stadt nicht verhalten, 
noch in Banden gefangen halten, es aei denn, dass aie sic erst vor ihrem Hcrrn vcrklagen. 
In dtr Stadt bcgangenc Verbrechen, die an Hatid und Hals gchcn, aollen nicht dic Biirger 
richten, sondern dcr Comlhur. Wenn aber unter dcn BQrgern Zauk oder Irruttg uber ettich 
Recht otlcr Urtheil entstunde, davon mogcn aie sich in der Stadt Riga frei bcacheiden. 

In Deuticber Sprache (daa Orlglnal war vcrmulhllch Lateinlach abgefaul) aufgenommen ln das 
Privllegltlm Sigismund Auguttt vom 36. November 1561 im Pernauachen Ratbiarehiv} darnach 
abgedr. in 9. MiiRers Sammlung Rim. Getciiicbte IX, 437, lin Inland 1S39 Nr. 47 Sp. 742 und 
i.n Livl. D.B, Nr. DCLXV. 

131». 1,519. 

778. Krich Menved, Kiinig dcr Dancn nnd Slavcn , ttrkundct : Da nach dem gemeincn 
Recht bei jeder Mutterkirche einc Schule bestchcn muss, und dic von Unscrn Vnrfahren 
gegrundete und dolirte Cathedralc zur hcit. Jungfrau Maria in Reval um dcn Trost und dic 
Fr&chte einer solcheu Schule gebracht zu wcrden befunden wird, ao bcft-hlcii Wir tiach dem 
Rathe Unserer Riithe, dass kein Biirger Reval'», wes Standes er sci, scine Sohne, Enkcl, Stief- 
sohnc, oder auch bel ihm in Kost bcfindliche frcrude Knabuii, wclche in Schulsachen unter- 
richtet werdcn sollen, etwanige Schulcn in gcnannter Stadt zu bcsucheu crlaubc, auascr dic 
Schntc dcr dortigcn Domkirche, bci Strafe von 10 Mark Silhcrs. Wcr dawidcr handelt, und, 
vom Bischof oder Capitel ermahnt , davon nicht absttht, soll jene 10 Mark binneti 14 Tagen 
bezahlen, tind zwar 4 Mark zum Unterhalt liuseres dortigcn Schlosses, wclchc Unser Ilaupt- 
raana unnachlassig bcitrcibcn soil ; 3 Mark znm Bau dcr Domkirchc, wclche der Bischof, 
erforderlicbenfalls durch Anwendung geistlichcr Strafmittel, cincassiren aolt ; nnd 3 Mark zum 
Bau der Stadtraauer, anf dcrcn Rntrichtung der Rath mit Strenge wachen, und dabei vom 
Hanptmann unteratiitzt werdcn soll. Ucberdies gewahren Wir den dle Domschule besuchen- 
den Schuleru voltc Sicherheit vor dem Hanptmann und scinen Angchorigen (familia), des- 
gleichen vor Allcn, welche um Unsertwillen thnn oilcr lasscn wollen, und vcrlcihcn ibnen 
festcu Fricden gegen alle etwinigen Verfolgungcn von Seitcn derselben wider ihrc Eltcrn 
uud Verwandten. 

Nach eiuem Transsumt de* Erzbiicbof» llenning von Riga vom 16. Januar. 1426, wovon eino 
alle Abschrift im Konigl. Arcbfv zu Kopenbagen aufbewahrt wird, abgedr. in v. Bunget Arcblv I, 
302 und im Livl. U.H. Nr. DCLXVI. Eine nenere Uebersetzung von J. E. Sitbert in demselben 
Archiv VI, 112. 

15. 779. Hartun%, Bischof von Oesel, Johanves, Probst, Gottfried, Decan, und das ganze 

Capitel dcr OcscPscheii Kirchc thun kund, dasa rait Genehinigiiug des Herrn Johatmes, Rltterss 
Bixehovede, welcher cinigc Rigische Biirger, wegeu dcr Tbdtung sciner Verwandlen in Riga, 
gefangen gcnommcn, dcsglcichcn der Ucbrigcn, dcrcn Fretinde nnd Vcrwandtc fn Riga um- 
gebracht worden, ein Vcrgleich (composilio) dahin ahgcschtossen worden, dasa dcr Voigt und 
dcr Rath dcr Stadt Riga in der Oeserschen Cathedrale zum Evangelisten Johannes eine Vicarie 
gcgriindet, zu wclcher sie zwolf Hakcn in den Lchngutern des gcdachtcn Hrn. Johanne» von 
Bixehovede, namlich 8 in dcm Dorfc Kowrevere und 4 in dcm Dorfe Saltowcrc fiir 250 
Mark Silb. Rig. Gcw. von demiclbcn acquirirt, ftir 10 lange nSmlich, bis Hr. Joh. v. Bixe- 



Digitized byCoogle 



hovede eben so tiel Haken, welche dcm Bischof, dem Pricster und •eiuem Herrn volle Ge- 1319. 
rechligkeit gewihren, «udcrweitig in dcr OeiePachen Diikea fur genanntc Vicarie kaufen kann. 
Das PriUenUtionirecht fiir diese Vicarie gebiihrt daa eratemal denr Hrn. Joh. v. Bischovede, 
das sweitemal den Vcrwandlen dea verstorbenen Biichofs Conrad und des Rigischen Probstcs 
ftedikin, fur die Folge der Zcit aber dem Ocselschen Capitel. Ausserdem sollen dic Rigt- 
schen Domherren zum Heil der Seelen der Getodteten in ihrer Kirche, wo die Todtung be- 
gangen wnrde, einen AlUr errichtcn, an wclchem zum Gedichtniss der Gelodfetcn tigliche 
Seelincssen fttr cwige Zeilen su Iialtcn sind. lu den swisclien der Narowa und Duna, 
«lesgleichen auf Gothland, nnd in den Sladten Wisby, Bremen, Stade, Haraborch, Lubckc, 
YVismer, Rostoch, (Stral)sund und Gribeswolt bclegcnen Klbstern sollen fiberdies vom bevor- 
steheaden Michaelisfeste au binnen Jahr und Tag 1000 Messen und 1000 Vigilien su ihrem 
Gediclitnisa gefeiert werdcn. Am uichaten St. JohannisUge Sollcn Voigt nnd Rath diescn 
Vergleich ihren Biirgem auf dero Rathhause (In eorom conslstorio) bekannt machen, nnd acht 
Tage darauf in einer ihrer Kirchen eine fcierlich vcrhulltc Todtenbahre aufstellen, und nnter 
Glockengclaute, wie bei ciner Becrdigung, Vigilicn und Messen abhalten. Dic Namen der 
Gelodteten sind abcr uachsteliende : Ilcrr tf r edikin, friiher Rigischer Probst, Ilerr Heinrich von 
Lubeke, Mauritius von Hude, Graf Heinrich, Heinrich, Sohn des Cimmcrcrs Ludolph, Jo- 
hannes Wackerbart, der Mdnch Matthias, Hil. von Brunswik, Hil. gen. Sichtrich, Marquard 
Albus (Weisse odcr Witte), //. von St. Acgidius, Ludwig von Riga, Johann gen. Beseworm, 
Johann von Lubeke , Diencr des Mauritina, Heinrich ron Konde, Arnold Cocus, MondewasUs 
ron Arole, Herdcr und Ludikin, Schwcstcrgohnc dcs Herdcr, und Hennikin, gcn. durch den 
Busch. Wer diescm Verglcich nicht bcitreten, sondcrn dcn Rigciisern irgcnd Schaden zufugen 
will, er mag sich in dcr OesePschen Djocesc aufballen oder Ton auswarts kommen, soll \om 
Bischof Ton Oescl und seincra Capitcl, so wie Ton dem Hrn. Johann von Bixehovede und 
seincn Frcunden tuid Anhingcrn wedcr aufgenommcn, noch durch Ralh oder That unterstiitzt 
werden ; Ticlmehr wollen sie gegen solche Personen dcn Rigensern BeisUnd leisten, und dic 
Ton dcnselhen etwa gcraubten Giiter, wenn solche in ihre Granzen gelangen, rait Bcschlag 
belegen, bis sie jcnen vollkoramen eratattct sjnd. Zur Bekrifligung alles dessen haben sich 
beide Theile gegcnseitig eidlich Treuc gclobt, und zwar von dcr cinen Scite i.ie Rilter und 
Herren : Johann von Bisehovede, Johann ffachhoU uud Heinrich von Northen, und von der 
audercn die Glieder des Rigischcn Rathcs : Johann von fFarendorpe tind Erntt Rike (Dives, 
Kcich), fiir sich und die Ihrigcn. Den Eid haben cnlgegengenommen die Htfrren und Rittcr 
Holdemar von tYrangele, Nicolaus, Sohn des Herrn Asser, Kerstian von Scermbeke, Bar- 
thoiomdus von Vellin und die Dorpater Rathminner Gerhard von Minden uud tfessel Scil- 
linch. Dieselben Pcraonen sind zuglcich zu Zengen crbetcn, und ausser ihncu die Ocscl^chen 
Domherren : Conrad von Lubeke und Heinrich Lagcmann, dcr Rittcr AUesius, Johannes von 
Ruden, Voigt dcs Bischofa von Oescl, und Hermann, scin Cammerer. 

Nach detn Orig. auf Perg. im RigUchen Ralbaarcbiv (Indes Nr. 28S) ahgedr. in den Mittheill. 
V, 327 Nr. 50 und im Llvl. U.B. Nr. DCLXVII. 

780. Htinrich, Provincial dcr Miuoriten in Sachsen, verleiht, auf Bitte dea Rigischen Joni 16. 
Rathes, dcn Seelen tfedekins, Probstes, Heinrichs von Lubeck^ Domherrn dcr Rigischen 
Kirche, und der ubrigeu mit ihncn utngcbrachten Personcn dic Briiderschaft dcr 86 ihm 



i \ 



Digitized by Google 



48 

» 

1319. nntergebcneo Kloster, utid macht sie theilhaftig aller Messen, Vl 6 ilien, Gebete, Fasten, 
Btissungeu nnd iibrigen Wohlthaten, dcrcn die Bruder in jcnen Klostern dnrch dle Gnade det 
' Erlbsers gewurdigt werden. 

Nach dem Orig. auf Perg. in demselben Archlv (Index Nr. 28») abgedr. In den Mlllbclll. V, 331 

Nr. 51 und im LM, U.B. Nr. DCLXVIII. . . 

J.li 12. 781. Auf die an ihn gelangte Klage des Hochmeisters des D. O. iibcr die vielen E4n- 

griffe, welche sich Erzbischbfc, Bischbfe, Aebte und andere Geistliche, so wie Grafen, Barone, 

Edlc, Ritter, Corporationen etc. in die Beaitzungen, Rechte und Gerechtaarae des Ordens 

erlauben, ernennt Pabst Johann XXII. dcn Ersbischof von Salibnrg und die Bischdfe von 

Augsburg und Trident zu Erhaltern und Richtern des Ordens, ond tragt ihnen auf, sich der 

Rechte und dcs Eigenthuma des Ordens iii allen Fillen, in dcnen die Ordensbriider aich 

nicht an ihn, den Pabst, ala ihren unmittelbarcn Richter und Beschiitser, wenden konnten 

oder mdchten , gegen jcglichen Bedranger und Bedriicker des Ordcns auf s thitigste nnd eif- 

rigate anzunehmcn , gegen Alle, die aich an den Rcchten und dem Eigenthum dcs Ordens in 

irgend einer Weise vergehcn, oder sich irgend eine Ungerechtigkcit gegen ihn erlauben wiirden, 

die strengsten kirclilichen Strafen su verhaugen, und, im Fall des Erfordernissea , selbst die 

Hulfe weltlicher Macht zu gebraucben , es mogc dic Ahndung ibres Gerichts Laieu jedes 

Standcs, oder auch aelbst Bischbre md Ersbiachbfe trcffen. 

Nach einem Tran«»omt vosa 5. Januar 1138 im KGnigtb. geb. Archiv {lnd« Nr. 290) abgedr. 
im Ufl. U.B. Nr. DCLXIX. 

Juli 12. 782—781. Gleichlautende Bullen erlicss Johann XXII. 1) an die Erzbischbfe von 

Cbln und Magdeburg und dcn Bischof von Utrecht; 2) an dcn Ersbischof von Maini nnd 

dic Bischdfe von Strassburg nnd Wurzburg, und 3) an den Ersbischof von Tricr und den 

Bkchof von Metz, die er sammtlich zu Erhaltem und Richtcrn des Ordens ernannte. 

AUe dieae Bullen linden <ich in demselben Archiv, ium Theil in Tranasumten ( Index Nr. 291 
und VoigVt Preuai. Geschichte IV, 33i Anm. 1 ). Von der erslen findet slch andi e!n Transsumt 
vom 23. August 1386 ( Indei Nr. 3356) in HMrns Collectan. I, 341. 

Juli 25. 78S. Johann XXII. schreibt an deu (Hoch-)Meister und die Bruder des Dentschen 

Ordcus: Dcr Ordeti Jiabe ihm vorgestellt, wie der Meister und die Briidcr des Ordens in 
Livland das Schloss odcr Klostcr Duncmunde, in der Rigischen Diocese, welches damals, 
wie schon langc vorhcr, dcm Cistercienserordcn angchbrt, von dcm damaligen Abt und Convent 
des Klostcrs, ans rnchreren, von beiden Thcilcn fQr gesctslich crkanntcn Grundcn, mit allen 
Rechteu und Zuhehbriitigcn Tiir cine gcwisse Summe Gcldcs gekauft, und der Vater Abt nnd 
das Gcneralcapitel dea Cistercicnserordens diesen Kaufcontract gcnehmigt. Meister und Ordcn 
hiittcn dicscs Scliloss oder Kloster , um den Feinden dcs Glaubens besser widerstehen und sie 
bckampfcn zu kbnnen, befestigt, und darauf, so wje auf dic aus diesem Kauf enUlandenen Processe, 
grosse Suramen verwcndct. Obschon nuu der Erzbischof Friedrich von Riga behauptct, dass 
dic Rigische Kirche und erzbischbfliche Tafel ein Rccht auf jcnes Schloss odcr Klostcr habc, 
und cs (k-shulb dem Ordcn strcitig gcmacht, so habe er doch, als diese Strcitfrage an den 
apoatolischen Stuhl zur Bcpriifung gelangt, obschon dcr Pabst scine fieweise dariiber entgc- 
gcnsunchincu sich bercit crklart, keinc solche Bcwcise beigcbracht, noch anch habe dcr 
Procurator des Cistcrcienserordens etwas gcgen den gedachtcn Contract cingcwendet. Dahcr 
bestiitigt Pabst Johann XXII. den mchrcrwahntcn Verkauf, mit Vorbehalt dcr Reclitc Drittcr 



Digitized by Google 



<), und erginzt die etwanigen Mingel desselben kraft 



Nach eiiMT Ab«chrifi aos deo Regettea Johanns XXII. u> dem geh. AreWv su 
gedruckt im Livl. U.B. N. DCLXX. 

1520. ' 1330. 

788. In ciner TJrknnde Ckri$toph's II., Konigs der Dinen, d. d. Wibergis, io die con- Janr, 25. 
versionis b. Pauli, kommt nnter den Zeugen vor : Nicolaus, Biachof von Dorpat. 

Nacb dem Orifiinal abgedr. !■ Dakimann, Daomariu kUtorie Ted Jenssen 1,661. Ueber andere 
Abdrttcke a. dle Regesla dlpl. Dan. I, 226 Nr. 1878. , 

787. G(erhard von Jockc) , Meister des D. 0. in Livland, orkondet, daas er, mit Rath Mal 6. 
nnd Einwilligung seiuer Briiiier, dem Toutegoden*) nnd dessen Erben zwei Haken Landes sa 

Lehn gegeben, welche dessen verstorbener Vorginger Christian einst besessen, und derea 
Grinsen, am Fluss Zerenden beginnend, iangs dem Syp genannten See fortlaufen bis sn deo 
mlt Kreuten beieicliueten Baumen, und nach Ausweis der Krcose und Zeichen zuruck mm 
Fluss Zerenden; dieses Lsnd sollen sic, mit allcm Zubehdr, mit demselben Rcchte, wie 
alle iibrigen Vasallen des Ordens in Curland , fur ewige Zeiten besitsen. 

Nacb dem Original auf Perg. In der BrieDade der aog. Curischen Kiinige bei Goldiogen (lodez 
Nr. 33*6) abgedr. im Inland 1839 Nr. 16 Sp. 247 INr. I , oad im Livl. U.B. Nr. DCLXXI. 

788. Dersetbe urkuudet, dass er znm Bau des Klosters Padis in der Revai'scben Dio- Mal 10. 
ceic, welches der ehemalige Convcnt von Diinamiinde iu scinem Sits erwihlt, die beiden 
Dorfer C askenncnue uud Metzenkulle iu der Leal'schen Diocese, mit allem Zubehor nnd 

allem dem Orden daran zustehenden Rechte, dem Klosler frei und unwlderroflich geschenkt, 

to dass er in Zukunft als Grnnder gedachten Klosters angeselien werde. Aasserdem verkaafe 

nnd iibergebe er, mit Geoehmigung seiner Briider, dem Abt and Convent des geoaonten 

Klosters Padis die vicr Dorfer : Normes, Tragerevere, Wattele uod Hovestette, 

ia derselben L.eafschen Didcese belegen, mit Aeckern, Wiesen, Weiden, Wildern, Gehuschen, 

ond allem Recht und Eigenthum, nebat Zubehorongen , fur 500 Mark Rig. Silb. , welche cr 

von dem gedachten Abt und Convent sur Verwendung fur den Orden vollaliindig empfangen. 

Nacfc einer Abschrift in HiSrns CollecUneen I, 268 (Indes Nr. 3327) abgedrackl im Livl. U.B. 
Nr. DCLXXII. 

789. Dcr Revaler Rath schreibt an den Rath zu Zozat (Soest), es hatten vor ihm Mal 13. 
der bescheidenc Mann Si/rid Eggardinck, mit selner Ehefrau Margaretha und ihren Sohnen 
Hermann und Lodewig , den Vorzeiger dieses, Conrad, Eggardiuck's Sohn, su ihrem geseti- 
Hchen Bevbllmachtigteu bestellt, um dic Giitcr einzuheben, welche in Zozat durch den Tod der 
Schwester gedachtcr Margarelha, Namcns /rVAe^rf/s, der Margaretha, Mutter des Conrad, Mitglie- 

des dcs Revaler Itathes, durch Erbrecht zugefallcn. Was gcnannter Conrad in dieser Hlnslcht 
thut, soll stat und fest bleiben, als wcno Vater und Muttcr selbst gegeowartig gewesen wiren. 
Der Rcvaler Rath bittet dahcr den von Socst, dem Conrad in seinen Angclegenheiten behfilf- 
IkJi zu sein, und erbietet sicb zu Gegendienstfcn. 

Nacb dem Orlg. auf Perg. abgedr. lo F. D. Raeberhn, aaalecta med. aevi (Norimb, et Llps. 
1764. 8.) S. 282 Nr. XVIII, oad darnacb lm Livl. U.B. Nr. DCLXXJII. 



•) .,Tautaa gobd*" beiaat im Lettiscbcn : Zierde aeioes Volks. 
Mvl. Lrk.-Htf. 1J. * i 



'Qigitized by Google 




1320. 790. Da. Rigische Domeapitel, Berlold, Vieegardian der Minoriten, aud der Convent 

M.I 15. dic.er Bruder in Rig. traussumiren die Urkunde der Schwediachen Herzdge Erieh .nd Wol- 
demar vom «4. Augost 1317 (Heg. 764), d. d. Rlgae, anno Dom. MCCC rlcesimo, io •ctar. 
•teentionii Domini. 

Da* Original aof Pergament im Rigiiehen Kailnarr hiv . 

O. J. 791. Chrutoph II., Konig der Dinen, schreibt an den L&bischen Ralh : ReTal'tche 

MN 33. Bar8Cr htbe „ tIn , ober die Beleidigung, die ihnen in Liibeck widerf.hren, berichtet. Nun- 
■ehr sber hat Herr Altrintn Grope Uns angeaeigt, dsss Ihr den Reraler Rirgern wegen 
jener Releidignng Genugthuuug veracherTen wollet. Wis.et dsher, dass, wenn Ihr ihnen 
•icherea Geleit snr Hinreise nsch Liibeck und zum Aufenthalt bei Euch gehen wollt, Wir 
sle reranlassen woilen , die Reise so mschen, nm die Genugthuung su empfsngen. 

ISach dem Orig. auf Per«. i.uf der Tre.e su LUbeck abgedr. bei v. Sarioriu.t-Loppenbrrg II, 303 
Mr. CXXVUI und daroack im Livl. U.B. Nr. DCLXXIV. Das Schreiben ial ohoe Jahrsabl, gehdrt 
aber ur die.e Zeit, da Alwin Grope, Ralhtberr su Lflbeck, im J. 1335 ge.lorben isl. tiortoriiu a. a. 0. 

A.g. 14. 792. Der Wisbv'sche Rath beider Zungen beseugt, dass in seiner Gegenwart der Re- 

rsPsche Burger Johannet von Kalmarna die ibm durch deu Tod seincr Ehefrsu Marguietha, 

GottichalVa Tochter, vermbge Ehe - oder Brautsclistzrechls sugefallenen, iu der Aboschen 

Dibcese belegenen beweglichen nnd unbeweglichen Gfltcr, mit Zustimmung der gleichfalls 

anweaenden Verwandten seiner Frsu, dcr Kirche mr heil. M.ria uud sum hcil. Heinrich in 

Abo geschenkt hsbe, um dadorch die Vcrgebung dcr Siinden lier genannten Margaretha sa 

erhalten, und dass er suf alle ihm und seinen Erben an jcnen Giitcrn etwa tustehenden Rechte 

verxichtet, aucli die Domherren der Abo'achen Kirche, Johannes und Elau» , su Executorcn 

dieses seines Wiliens ernannt habe. 

Nach eloer Ab.chrift im Aboscben Kircbeoarchiv abgedr. bei Li{jtgren III, 470 Nr. 3351 und 
daruacb im Livl. U.B. Nr. DCLXXV. 

Aug. 33. 793. Hartwig, Rischof, Johannes, Probst, Conrad, Dec.n, und das gsnze Cspilel der 

Oeael'schen Kirche bestelien, in elner zu dem Zweck speciell m H.psal reranstalteten Ver- 
sammlung, ihren Scholaren, Gottfried von Memela, zu ihrem Procurator, Klager und apecielleu 
Sendeboten an den pabstlichcn Stuhl, um ror dem Pabste, den Cardinalen, den elwa depulirten 
Auditoren oder anderen ordentiiclien oder delegirten Richtern widcr den Ordensmeiater 
Gerhard nnd alle und jede Gebietiger, Comthuxe und audere Gewalthaber und Resmte des 
Ordens Klage sn erheben, wegen der rlelen uud vielfachen Beschwcrungen, Verfolgungen, 
Todtungen und anderen Verbrechen nnd Vergehen, welche Meisler, Gebictiger und Briider 
des Ordeus gegen die Kirche, den Bischof und das Capitel von Ocsel, gegen die Christenheit 
und das Christliche Volk, gegen die catholischcn Kirchen und deren Gulcr, ohne Unterlass 
sich zn Schulden kommen Isssen; desgleichen, um dcm Pabste alle flbrigen Beschwertlen der 
' OesePschen KJrche, in jeder Bcsieliung nnd gegen wen es auch sei, rorsutragen, nicht minder 
AJIes, wodurch die Oesersche Kirche reformtrt werden kbiinte und musste, ahch um solche 
Reformotion sn bitten. Sie verrprechen, unter Verplandong ihrcr und der Kirchengiiter. 
Allea, was genanntcr Procurator oder sein elwaniger Substitut in dcn gedachlen Aogelegen- 
heiten, thun werde, genehm su haltcn; geben ihm das Uecht der Substitution, ermachtigen 
ihn, Zeugen aufsufuhren, Eide aller Art zu lcisten und den Gegnern zusaschieben, und Allea 
und Jedes su Ihua, was in den angef&hrtcn Angelegenheiten gethan werden muss, wenn dszu 



- 



Digitized by Google 



•■ch eine Specielvollmacht ndthlg sein sollte. Sie wolien endlich ibn nnd seinea etwanigea 1330. 
Substituten schadloa haiten in Betreff jeglicher von ihm etwa su leiatenden Burgichift oder 
Cintieo, nnter Verpfandung ihrea aimmtiichen Vermogens. 

Nacb einer iebr Olicbtigen und fehlerbaflen Copie von Origloal la Hiim'* Collect. I, 967 (Ind. 
Nr. 3328) abgedr. ia den Miabeill. VI, 370 Nr. 34 und im UrL U.B. Nr. DCLXXVI. 

794. Ingiburgit, Hersogin too Schweden, WiUwe Hersog ErirVt, urkundet, dasa sie Octo». I. 
den Biirgern Riga'e die Liefernng verachiedenen Pelzwerks, welches sie ihrem veraterbenen 
Gemahl sn stellcn verpflichtet waren, Seitens ihres Sohnes Magnut, Kdniga von Scbweden 

nnd Norwegen, so »ie in eigenem Namcn und von wegen des gansen Reichs Schweden, des- 

aitlelst erlasse; wogegen ihr genannter Sohn, sie selbst und allo Einwohner Schwedens 

wegen dea Getrcide», welchcs ihr verstorbener Gemahl, Ilerzog Erich, den Higiscben Burgera 

ra iiefern verpflichtet war, quittirt werdcn. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Hi«. Ratluarchlv (Indes Nr. 294) abgedr. io dea Miltbeill. V, 333 
Nr. 52 oud im Uvl. U.B. Nr. DCLXXVII. Ein frBberer Abdruck bei Liljtgren III, 478 Nr. »261. 

1521. 

795. Brotherus, Diaconus nnd Domherr von Aarhuus, urkundet: In Betracbt dessen, Wk. 
dass der Tod gewiss, Ort, Weise nnd Stunde desselben aber uugewiss sei, habe cr beschlossen, 

April 36. 

bei Zeiten iiber die Fruchte aeiner Muben und Arbeiten Verfugung su treffcn, und daher, 
bei voilem Verstaude, korperlich gcsnnd und in der freien und unbcschrankten Herrachaft 
iber sein Vermogen sich befindend, zur%ierde des Gotteshsuses, dera er besonders verbunden 
sei, nimlich der Cathedraie znra beil. Clemeus zu Aarhuus, sur Vermehrung dcr Zatil der 
Diener Gottes in derselben, sn seinem dauernden Gedichlniss und zur Biissung seiner Sunden, 
ein Canonicat und eine Prabcnde zu griinden, iodem er dasn vou scinen Gfltern bestimme 
seine Miihle, Holmemdlne genaont, seine Hdfe (coriae) in Grvnskiar und Brvnnae etc., 
eachdem er hiersu zuror dic Genehmigong Etger% Bischofs vou Asrhuus, und dessen Capltels 
eingeholt. Zn diesem Canonicat und sur Pribende prisentire er sunichst den Herrn Johannet 
ron Wetenberg, Domherrn von Rcval, der durch Sittlichkeit, wisaenscbaftliehe Kenntnisse, 
Casicht in weltlichen Dingen, Bescheidenheit im Umgange sich ausscichne, und bitte, denselbea 
in das CoIIegium der Domherren aufsuuehmen, und ibm den Slts im Cbor, die Stimme im 
Capitel, den Plats an der Tafel, fur sich nnd seine Dicnerschaft anzuweisen. Hierauf folgen 
aoch verschiedene andere Stiftungen und Legate, die kein specielles Interesse fur unsere 
Zwecke bteten. 

I 

Aus den „Aarhuiieni>U liber" abgedr. ht\ Langtbtk , acriplor. rer. Dan. VI, 458, nnd darnach 
im Livl. U B. Nr. DDLXXVIII. Vcrgl. Reg. Dan. I, 228 Nr. ie»3. 

796. Etger, Bischof von Aarhuus, Johannes Diu», Archidiacon, Jacobnt, Cantor, und Aprll 36. 
das ganse Capttel gcdachter Klrche, beatitigen die vorstehende Stiftung des Brotherut 

(Reg. 795) und den von Ihm prasentirten Johannet von Wetenberg. 

Bel Langtbek a. a. 0. VI, 460 und im Livl. U.B. Nr. DCLXXIX. Reg. Dan. I, 328 Nr. 1899. 

797. Nicolaut, Bischof von Dorpat, Egbert, Abt su Padis, We%u>elut , Prior, und der J 0 ni 6. 
gsuze Convent der Predigerbriider in Riga triussuroiren die Bulle Pabst Alesander^t IV. 

vom 6. M»rs 1857 (Reg. 331). Datum ia castro Veiin, anuo Dom. millesimo trecentetimo 
viceiimo primo, in vigiiia Pentecostcs. 

Daa Orlginal inr Perg. im Kdaigib geb Arcbiv. Indez Nr. 295. 

o* « 



Digitized by Google 



1311. 796. Chritloph II., Kdnig der Diiien ond SUven und Henog von Eslhland, thut 

JodI9. edlen Mannen, Rittein and Wapenern in Esthland au wisaen: Demnach d 

Friedrich von Wrangel, Cartten von Schorrenbeck* , Johann von Sortvern und Bartkolomuut 
von Vellin, Kure besonderen Boten, una verkiindet, daas Ihr uns und unsern Nachkomruen 
treue Dienste, Pflicht und Huldigung angeloben wollel, und Alles, waa Ihr Eurem Herrn von 
Rechts wegen schuldig aeid, und uns anhangen wollt mit aller achuldigen Treue und Liebe, 
ohue je von der Krone Danemark getrennt zu werden; ala wollen wir Eoch, wie es Konig- 
licher Hoheit gezicmt, in Gnaden empfangen, alle Misshclligkeilen, die etwa vorgefallen, ver- 
gessen, Euch ehren und lieb haben, und Euch Allea gewahren, waa ein Fiirst aeinen TJnter- 
thanen zu gewahren achuldig ist; Eure alten Rcchte bewahren, dieselben nicht mindern, viel- 
mehr bessern In BetrefT der una zu leistenden Huldigung und dea Empfanges der Bclehnung 
roit Euren Giitern, gestatten wir, daas in diesem Sommer so viele, als da kdnnen, zu diesem 
Zweck ror uns erscheinen , dcsgleichen im kiinftigen Sommer, unter welchem Termin wir 
Euch, wie wir pflichtig aind, belehnen wollen. Sollten jedoch in dieser Zeit die Rusaen 
oder die Ilciden Ench anfechtcn, ao dass llir ohne Gefahr fiir unser Eathland nicht gleich- 
seitig zu una kommen konnt, so soll unaer Hauptmann, den wir Euch zu aenden gcdenken, 
wegen Eurcr Rciae, wie viele oder wie wenige aie aulreten koiinen, mit Euch unterhandeln. 

Das wahrscheinlich Lateiuisch abgelasst gewesene Original findet sicb uichl mebr im Eslblaad. 
RllterscbafUnrchiv. Die In das Livl. U.B. Nr. DCLXXX eor S enommene Niederdeutscbe Uebar- 
•etzung ist den sos- rolhen Buch entnommen, uad ist berells frOber, nach fehlerbaften Abschrirten, 
gedruckt in Hupeti neuen nord. Miscell. XI, 288 und in Ewtrs Ausg. des Eslhland. Ritter- und 
Landrecbls S. 50. 

Joni II. 799. Derselbe nimmt die Biirgcr Revals, ihre Giiter uud. Angehfirige in aeinen Scliutz, 

und bestaligt ihnen alle Freiheiten nnd Rechte, welche aie zu Zeiten seines Brudera, Koniga 
Erich, genosscn. 

Nacb dem Transsumt auf Perg. vom I. Pebruar 1347 im Archiv des Revaler Ratbes abgedruckt 
in «. Buvg, s Revaler Rechisquellen II, 103 Nr. V5 und im Livl. U.li. Nr. DCLXXXL 

Aug. 16. — Daa von Suhm XII, 43 bei diescm Jahr angefiihrte Privilegium Christopk y i II, der 

RevaPschen Domkirche ertheilt, gehort vielmehr zum J. 1325. S. ebend. S. 97 und unten Reg. 842. 

Norbr.ll. — DU Crkunde Kdnig Chriatopk't II., durch welche er den Herzog Canut mit Esth- 
land belehnt, gehort zum Jahr 13S9. B. Reg. 872. 

i». 4522. 

O.J.U.T. 800. Pabst Johann XXII. fordert den Provincialprior dea Predigtrordens ia 
land auf, aeinc Prioren nnd Predigerbriider in den Gebieten von Magdeburg, 
anderen Gegenden aufa Schieuuigate zu beauftragen, zur Unteratiitzung des Ordens und der 
Glaubigen in Preussen uud Livland daa Kreuz zu predigen und ihnen in der Sache allen 
moglichen Eifer anzuempfehlen etc. 

Naeb elner undatirlen Abscbrirt aus dem Formular. Harini Ebuli ep. 1865 im Konigsb. Arcbiv 
referirt Voigt, Preuss. Gcscb. IV, 357 fg. Qber diese Bulle. Dass sie in diese Zeit gehSrt, 
i * ist anzunebmen theils wegen der Verlusle, die der Orden kurz vorber in den Kriegszligen wider 

die Litlbauer erlillen, Ibeils dnraus, dass im Winler des J. I3M elne Kreuzfabrt uach Prenssen 
unternommen wurde. S. uberbaupt Voigt a. a. 0. 

Fabr. 3. 801. Johann Klypape , Voigt der SUdt Riga, und der dortige Ratb tranasumiren dic 



Drku.ide des Ritters Johann von Reval ro» 17. Febr. 1314 (Reg. 748), a.f Bltte des W., 13«. 
Gardians der Minoriten. Datum snno Dora. MCCCXXII, ipio die b. Bluii, episcopi et nsrtlris. 

Dm Origiual auf Pergamenl im Revalcr Ralhsarcbiv. 

802. Chrittoph f/.j Konig der Dancn und Herzog \on EBthland, bestatigi seines Brnders, Juni II. 
Konigs Erich Glipping, Verleihung einer Miihle bei Reval au Winand von Stantforde vom £> 

25. August 1304 (Reg. 703) : Datam Voburg, anno Dom. MCCCXXII, proxiras aexta feria post 
Dominicam s. Trlnitslis, in praesentla nostra. 

Eine AbKbrift im Corpns privil. civit. Reval. Nr. 20 im dortigen Rathsarrhiv ; ins Livl. U.IJ. 
nlrht aufgenommen, well diese Urkunde mlt der vom J. 1304 fast- wOrtlich gieichlauleDd 1*1. 

803. Nicolaus iunior de Seelige und seine Mitricltter erkliren tlem Revaler Rathe, dass Jnll II. 
sie, nach gepflogener Bcrathung, ihm, dem Rathc, und seinen Milburgern die freie Macht 

und Sicherheit verleihen, tu ihnen zu korameu, bei ihncn zu verweilen uud heimzukehren, 
und bekriftigen Solches durch das Siegcl ihrer Gemeioheit (universitaa). 

Nach dem Orig. auf Perg. im Revaler Ratbsarcbiv abgedr. In dem Livl. l*.H. Nr. DCLXXXII. 
• Das Siegel iat aefar bescbadigt und unkennllich. Sollte diese Urkunde etwa mit dem Schreiben 
KOnig Chri*toph's an Lubeck voin 22. Juli 1320 (Reg. 791) I* Verblndung stehen? 

804. Bruder Conrad, Stellvertreter dea Livliod. Ordensmeisters, und Bruder Heinrich Decbr.18. 
HoUatus, Comtbur in Dnnam&ude, bekeanen, dass die Doraherren der Rigischen Kirche 80 

Mark, weiche aie den Liven von Segewold ftir Lindereien, Ilonigbaume nad aus aaderen 
Contractaverhiltnissen schuldig waren, dea Ausstellern in zwei Malen vollstindig ausgezahlt, 
und quittiren ibnen desmittelst lormlich dsriiber. 

Nacb d. Orig. in der Metrika beim Senal in St. Peiersburg abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCLXXXIH. 

805. Pabst Johann XXII. gesUttet dera Deutschen Orden in Llvland, auf dessen BHte, O.J.o. T. 
dass diejenigen , welche mit dem Krcos fiir Livland bezeichnet worden , nachdem sie ihr 
Gelfibde gelost, so wie diejenigcn, welche wegen Krankheit oder Korpcrschwlche oder aus 
andern gesetzlichen Griinden ihr Geliibde nlcht erfullea konnen, dUrch dic Priesterbruder des 
Ordcns ron solchen Gelfibden anf ihreBitte entbunden werden, und dass solchen Individuen, je 

naeh dem, was sie geleistet, derjenige Siindenablass zugestanden wcrde, welcher in den deshalb 

erlassenen pabatlichen Vorschriften ihnen zugesagt ist. Die ron solchcn Personen erlegten 

Lesnngsgelder liat der Orden, yi Gemassheit gcdachter Vorschriftcn, znr Unterstiitzung 

LWIsnds getreulich zu vcrwenden. . • 

Nach einer Abtchrift aus dem Formutario Marlnl Ebuli ep. 1912 in dem Konigsb. geh. Archiv 
abgedr. io dem Livl. U.B. Nr. DCLXXXIV. Die Bnlle bat kein Datirm, gebSrt aber obne Zwelfel 
in dieae. Jahr. Vergl. J. Toigts Gesch. Preussens IV, 357 fg. und oben Reg. 8<K>. # 

1525. 13*- 

806. Reymar Hane, Comthnr zu Weuden, Heinrich HoUzete, Comthur zu Dunamunde, JanoarW. 
OMo Bramhorn, Woldemar von Dolen, Heinrich ron Parenbeke und Hcfmold von Saghen, 
urkunden, dass aie ira Naraen der ganzen Christenlieit in Nowgorod als Sendehoten gewcsen, 

uud mit dem Bischof David, dera Burggrafen (Possadnik) Olfermegv und dero Ilerzog (Ty- 
ssiatzkij) Atearine, so wie rait den Nowgorodern und allen ihrcn Unterthancn , ein ewigcs 
Biindniss sur gegenseitigen Hfilfe gegen die Littbancr, deren Frcunde und Ilclfer, sbge- 
sctdossen, so dasa fiir den Fall, dasa die Litthaacr einen von beiden Theilen angreifen, der 
andere deu Angegriffcnen unterstiitzen, und kein Theil ohne dcs andern Einwilligung rait den 
Utthaoero Frieden schliessen soll. Ebenso wollen beide Thcile bei einem Angriffskriege 




54 



13». gegen die Litthauer sich gegeneeitig mit genzer Macht beielehen. Sollte den Rosoen von 
Livland ein Schade zugefiigt werden, «o sollen tie Ibre Boten dabin senden, wo der Schade 
geichehen, und mit Giite oder mit Recht den Ersatz eropfangen; sollte der Schuldige den 
Ereats nicbt Jeiaten wollen, ao soll dadorch, ea geachehe was da wolle, der Friede nicht ge- 
djkrochen sein. Dasselbe gilt fiir den Fall, daas den Livlandern ein Schaden ron Russland su- 
gefiigt wird. Sollten die Pleskower tou den Lilthauern nicht laasen wollen, so wollen 
beide Thcile so lange roit den Pleskowern Krieg fiihren, bia dieae sich den Nowgorodern 
unierwerfen. Entsteht swiscben beiden Theilen cin Streit wegen dcr Grinse, oder ura 
Fischerei, Heuschligc, Hooigbaume, „so soll man dasn komraen, mit welchem Kechte einer 
gewinnen will, dass cr mit demselben Reclite wieder verliere, und dssa jeder aeine Landatitle 
behajtc, wie es von Altcrs her gewesen let." 

Nacb dem Ori s . auf Perg. iro Kevaler Rathsarcbiv abgedr. itn Livl. U.B. Nr. DCLXXXV. Datirt 
Ut die Urkunde toi» Freilag vor dr> beil. Kerates Tage, worunter onstreiiig der Kerzentag oder 
die Licblmesse, d. I. der 2. Februar, su reraleben ist (vergl. Pilgram calead. med. aevi pag. 174, 
Brinkmeier, Handbuch der Chronologie S. 160); ist aber unler dem „Kerslestage" der Cbrtsttag 
oder dis WeihnachUfest gemeint, so wSre die Urkunde vom 33. December zu datireo. 

MaJ 25. 807. „Zu wissen sci, daas im Jahr 1523, am Vorabend des Frohnleichnamsfeates, Herr 

Jacob, Bischof von Ocael, mit den Herren Conrad von Lubeke , Ludolph de AU»a Curia, 
Johann von Vdenkule, Sifrid von Brakele, Segebado und Bartoid de Alba Curia, Gebrudern, 
fTe$$el Schillingk, Friedrich Schilliugk, Fricdrich Sacwerdingk und audereu geistlichcn und 
weltlichen Herren die Grinzen dcs Weichbilds der Stadt Habeell beritten, und swar von 
der Miihle Pandcear aufeteigend langs dem Miihlenbach bis sa der Stelle, wo ein Hsken 
der (biechbfliclien) Tafel war, dann sur R i ch e n br iicke, von dieser nach Curientacke, 
wo die vonUdcnkule einen Haken hatten ; sodann su eiuem in Wittensee liegenden grossen 
Steine, und eudlich iiber Pargeleide su einem anderen, am Meere liegenden groasen Steine." 

Nach einer Absebrlft vom Jahr 1543 abgedr. im Inland 1841 Nn 13 Sp. 200 und darnach ira 

Livl. U.B. Nr. DCLXX.WI. 

Mai ? 808. Cedeminne, dcr Litthaoer und vielcc Rulhenen Kdnig, schreibt an den Pabst Johann 

XXII. : Wcil alle Bekcnucr dcs Christlicben Glaubens dem Pabst untergcben sind, eo sehe 
er sich veranlasst, hierdurch su erkliren, dass bcreits «cin Vorginger, Kdnig Mindowe, aich 
mit seincm ganzcn Reiche sum Christenthura bekeinrt gehabt; durch die Lnbilden und verri- 
therisclien Handlungeti des Mcislers dea Deutachen Ordcne aeien jedocb Alle wieder vom 
Glauben abtrunnig geworden, und so habe auch er lcfder bie jelzt bet den Irrtliiimern eeiner 
Vorfahrcn hcharrt. Oft schon hittcn ecine Vorginger au die Erzbiechofe von Riga sur Her- 
stcllimg dcs Friedens Boten gesendet, dieae seicn aber crraordet worden , wie dies namcntlich 
zo Zeileu des rJrzbiechofa harn der Fall geweaen. So habe ferner sein Vorgin-er Viten 
ein Schrciben an. den Legatcn Francitcut und an deu Ersbiechof Friedrich gesandt, nlit der 
fiitlc, ihin zwei Miuoriteiibrudcr zu eeuden, de.nen er eine echon erbaute Kirchc augewiesen ; 
als jeiloch die Ordcnsbriider in Preusscu davon gehdrt, hilten sie cin Heer ins Land geaendct 
und dic Kirche vcrbrannt. Die Pralateu uehmen eie gefangen, wie su Zeiten des Pabsles 
Bonifaciu» den Erzbiechof Johann ; den Erzbiechof Friedrich hitten eie durch Betrug 
seiuem Stift vcrtrieben, eiuen GeieUichcn, Bertold, iio eigenen Hause in Riga grausara 
det. Sie vcrwualen Linder, wie Semgalicn und viele andere. Und bei alle dcm sagcn eic, 
sie thatcii solchcs, um die Christen zo vertheidigcn. Er, Gedimin, kiinpfe nicht gegcn 



Digitized by «jGoogle 



Christen, um d«n catholiscbcn Glauben auszurolten, toniiera im Ihm sogefiigtes Unrecht ab- 1333. 
stwehren, wie es die Chrittlichen KSnige nnd Ffirsten thun. Dies gehe schon daraus hervor, 
daos er Briider dea Mlnoriten- und Predigerordens bei aich habe, denen er volle Freiheit 
ertheilt, zu taufeo, su predigen und andere klrchliche Handlongen su verrichten. Er schreibe 
dieo, datnit der Pabst wisse, warum seine Vorgiinger im Irrthura des Unglaubens verschieden, 
und bitte Instandig, der Pabst raoge auf seine traurige Lage Riicksicht nehmen , indem er be- 
reit sei, wie die ubrigen Christlichen Konige, dem Pabste in Allem su gehorchen nnd den 
catbolischen Glaubcn anzunehmt-n, sofern er nur den gedachten Peinigern, dem Meister ond 
den Brudern des Ordens, tn aichts verpflichtet wiirde. 

Nach eiaer giekhzeitigen Abschrift auf Perg. im KSnig»b. geh. Archiv (Indes Nr. 1737) abgedr- 
io Toigls Gesch. Preussens IV, 626 uod darnach im Livl. U.B Nr. DCLXXWII. Das Scbrolben 
bal kein Datum und scheipt nberbaupt nichl gescblossen, tvit slch namenttirb aus der Itelatlon dar- 
Ober io der Bulle Johannt XXtl. vom I. Juni 1324 ergiebi, wo am Schtuss der Bilte UediminU 
crwabnt wlrd, der Pabst moge den Enbischof Frirdrich von Riga mit eineui Legaten an ihn ab- 
aenden, uin Frieden zu schliessen und dia GrSnxeo zu regnliren. Uebrigeos mii*» dieser Brlef obne 
Zweifel In diese Zeit gesetzt werdeo , da in dea drei folgenden Kriefen firdimin't desaen, ols 
kfirxlicb gescfarieben, erwahnl wlrd. An der Echlheit aller vier Briefe wird nicht ohne Grund ge- 
swelfelt. S. besooders Voigt a. a. 0., welcher sie fUr Machwerke des Erzbiscboft Fritdrich von 
Riga srkiirl. Ea iSsst sirh iodess auch Mancbes au Gunstea der Echtbeit anfiihren, worUbcr die 
olbere Erorterung nicht blerber gehort. Vergl. oocb v. Sartorha- Leppenberg II, 308. 

809. Dertelbe schreibt an die Vorstcher dcs Prcdigerordens, zunachst in Sachsen : er Mai 96. 
habe Boten mit einem Briefe an dcu Pabst gesandl, dau er ihn mit dem crsten Talar (stola) 
bekleide uud erwarte mit Ungeduid dcsscn Gegeuboten, indem er zu allen Befehlen des Pab- 

stes bereit sei. Er wunsche Bischdfc und Priester in sein Land, nur keiue solchen, welcbe 
ihre Kloster verkaufen uud aof den Tod der Geistlicheu sinuen. Die kircblicben Rechte 
wolie er in Schuts nehmen, die Geistlichkeit ehren und den Gottcadienst auabreiten. Er 
bitte daher, solches in Stadt und Land zu verkundcn. Kriegsleuten, welche in sein Land 
kommen wollen, biete er Einkiinfte undXand an, so viel sic haben mdgen. Kauflente und 
Ilaudwerker aller Art, Schmiede, Wagenbauer, Wurfmaachiuenmeister, Sclmhmsclter etc. rab- 
gen mit Weib, Kind und Rind, ohne Abgaben und Zdlle zu entrichten oder sonst belastigt 
zu werden, frei ein- und aussiehen. Obscbon die KreuatrSg. ihm zum Schimpf, und um 
das mit Gott begonuene Werk zu verhindern nnd die Augen der Menschen su verblenden, 
•ein Siegel ins Feuer gcworfen, so bcsiegele er doch dainit dieses Schreiben, wie dss an den 
Pabst abgefertigte, uud eher soll Eisen in Wachs mid Wasser in Stahi verwandeit werdcn, 
elie er aein Wort zurucknehme. Wer aber diesc Schrift uud dieses Sicgei verdachtigt, ist 
ein Verdreher der Wahrheit, ein Aubeter des Teufels, ein Fciud des Giaubens, ein Ketser, 
eia Liigner, ein Ehrloser. Wenn dies Schreiben gelescn und a.bgeschrieben sei, mbge es 

Nach einem Transsuml v. 18. Juli 1323 im Konigsb. geb. Arcbiv (Ind. Nr. 298) abgedr. bei o. Kotze- 
bue, Slt. Gescb. Preussens II, 353 ( Verbesserungen dazu bei Sartoriiit-Lappenberg II, 305 nnd ia 
Voigtt Gesch. Preussens II, 367 Anm. 1), bei Racztjntki, Codex dl;<l. Lith. S. 27, und im Livl. 
U.B. Nr. DCLXXXVIII. Vergl. die Anm. zar Begesie 808. 

810. Dertelbe richtet ein im Wesentlicheu ubcreinstimmendes Schrciben an die Vor- Mai 26. 
ntelier des Minoritenordens, zunachst in Sschsen. Neu ist darin : i) dsss er erklart, er 
habe tiir die Minoriten bereits zwel Kirchen errichtet, eine in sciner Kbniglichen Sladt 
Vilna, die zweite in Nowgardia (das nacBmalige Nowogrudek); und yerlangt, man moge 



. Digitized by Google 



1523. in diesem Jahr ilim vier Briider senden, die der Polniachen, Semgallischen und Preuitiichen 
Sprache michtig aind. Die Predigerbriider •ollen auch roit der Zeit elne Kirehe 
8) Die Kauflente und Handwerker (untcr diei.cn werdcn auch Silberarbeiter «nd 
speciell aufgefuhrt) mbgen ihren Weg durch daa Land dea Hertoga Bonhlam von 
vien nehmcn. 

iNarh demselben TranMamt (Index Nr. 998) abgedr. bei v. Kotsebue a. a. 0. S. 357 (Va 
rangen bei Sartorius and Voigt I. e.J, bel Raczgniki S. 30 und im Uvl. UB. Nr. DCLXXXIX. 

Mai 26. 811. Denelbe sehreibt gleichmisaig an die Vdgte uud Rithe der Stidte Liibeck, Ro- 

atock, Stralsund, Gripeswald, Sxettin und auf Gothland, ao wie an die Kaufleutc 

und Gcwerbetreibenden aller Art daselbsL Ansser der Wiederholung dcr Auffordcrungen und 

Versprechungeii der beiden vorhergehenden Schreiben, wcrden in dem gegcnwirtigen Ackers- 

lcuten, die nach Litthaucn kommen und aich dort niederlassen wollen, zehn Freijahre in allcn 

Abgaben uud Arbeiteu bewiiligt ; oach Ablauf dieaer Zeit sollen sie nach Maassgabe der Er- 

gicbigkeit des Landes nur so vicl an Zchntan geben, als iu andem Lindern iiblich ist. Alle 

Einzbgliuge sollcn eich des Stadtrechts \on*Riga zu erfreuen liabeu, wenn ihnen nach dem 

Rathe bewahrter Minner ciu anderes nicht besser acheint. Schliesalich wird um die wcitere 

Befbrderung diese» Sclireibens gcbetcn. 

Nadi demselben Transnumt bei i>. Kotzcbue S. 334 {Berlebllgungen a. a. O.), bei Raczyntki 
S. 28, aach schon iruher bei Drtgtr, apec. de iure oaufr. S. CLXXXIII, ond Im Livl. U.B. Nr. 
DCXC. , 

Juii 18. 812. Johann v. Bremen, Notarius publicus, thut kund, dass am 18. Juli d. J. die Ri- 

giachen Rathsherren Heinrich von Calmar nnd Johann Rogen, in Gegenwart aelner, mehrerer 
Lubiachen Domherren, einiger Briidcr des Predigerordens und des Lubischen Rathea, in der 
Sitzung dca letzteren drei Schreiben Gedimine an die Predigerbriider , an die MJnoriten und 
an die Stidte Liibeck, Rostock etc. (Reg. 809 — 811), das zweite in einem su Stralsund sm 
15. Juli d. J. aufgenommeneu Transsumt, vorgezeigt und vortragen lassen. Die Anweaenden 
hitten demnichst die gerade in Liibeck gcgcnwirtigen Mitgiieder des Deutschen Ordent, den 
Priester Johann von Riga, den Comthur von Wenden Reimar Hane, den Volgt von Carcus 
Nieolaut von Partowe und den Bruder Gottfried Vu*t aufa Ralhliaut bitten lassen, nm mit 
ihneu dariiber zu beralhcn. Diesc seien sofort erschienen, und hitten, nachdem sie den In- 
halt jcner Bricfe gern und mit Freuden vernornmen, erklart: Wenn daa in den Briefen Vor- 
gcbrachte auf Wahrheit berulie, so wollten sie, obschou sic mit anderweiten Beaorgungen 
iiberhiiuft scien, gcrn ihrerseits allen Fleiss darauf verwenden, daas die Christliche Religion 
bei dcu Litthaucrti godeihe, und um schnellcr zum Zlel zu geJangen, verpflichteten sie sich 
im Nnmen dcs gnnzeii Ordens und ihrcr Vorgesetzten , wenn dcshalb eine Gcsandttchaft an 
die Lilthaucr abgeheu sollle, oder sonst fiir diesen Zwcck Kostcn aufzubringen wireu, auch 
ihrerxcits Uotcn mitzuscnden und die Hilftc der Kosten, ja aelli«t niehr, su tragen. Falla 
aber die Littlmucr, wie sie aus \erschiedenen Griinden vcrmuthen niiiasten, vor Empfang der 
Tanle widef Christen, deren Sachen und Lander, die Hand erhehcn wurdeu, wollten sic an 
ihrVcrsprcchen nicht gebunden und deshalb nicht alaUi-bertrcler ilirer Zusagen angeaeheo scin. 

Narh dem Origioal im Konigtb. gvli. Archiv (lodrx Nr. 288) volUtiiodig abgedr. bei Racsynski 
S. 27-32. Nach einer Originalauifcrtigting auf der Trrse *a LilbecL ohne die CWinnV.cben Briefe 
ab R edr. bci Sartoriut- Uvptnbcrg II, 305 Nr. CXXX, und im UvL U.R. Nr. PCXCI. Vergl. die 
Amu. sor Iteg. 808. 



uiyumeu uy vjvj 



ogfe 



57 

815. In dem ron dem Grossfiirsten Jury (DmiUowiUeh) ron Nowgorod mit dem Kbuig 1323 
tiagnu, tob Schweden, am Freitag vor der Himmelfahrt Marii 1323, - 




Inhalt im Uebrigen nicht hierher gehort, heiast ei nnter Anderem in der Lat 

Uebersetzung : Si autem illi de Narffra erga magnum regem et illos de Nogardia ae non 

emendarerint, Sreri non debent eos iuvare", d. i. Wenn die von Narwa aich gegen den Groaa- 

fiirsten und die Nowgoroder nicht bessern, so sollen dle Schweden ihnen nlcht beistehen. 

Der Friedeosschloss ist in Alt-Schwedischer, »o wie in I aHtshcfcst Sprache, mit einer Neu- 
Schwedischen Uebersetzting , nach Ab»chriften in den Stockbolmer Archivea abgedr. bei Liljegren 
III, 607—614. B. E. HiUUbrand, der ForUelier der Liljegren'tcheo Sainmluag, nntertcheidet 
zwei FriedenJurkunden, fa*t "anzubereinslimuieuuen Inhalts, wovon die zweile nndatirte, abgedr. 
iu denselben Spraeheo ebeoda». S. 614-623. eioe Beslailgung der ersten enlbilt. Aucb in ibr 
kommen obige Narwa befreftende Worle glekhlaiilend vor. 

814. Johannes Kanna, Hanptmanit ron Rcval, dic geschworenen Rathe des Kdnigs Ton Septbr. 9. 
Danemark und die Gesammthcit der Kbniglichen Vasallen in Esthland, thun kund, dass sie 

das vom Kdnige allcn, woher es aoch sei, mit ihren Waaren nach Nowgardien (Nowgorod) 

siehenden Kaufleuten zugcsagte sichcre Gcleit, ilirerseiln hierdurch innerhslb der Landgebiete 

des Konigs, zu Wastcr tind zu Lande, fur so lange vcrleihen, als die Hiirgcr Nowgorods 

Freunde und Gbiiner der ganzen Christenheit sein werden. Sollten die gedachten Kaufleute 

innerhalb der Reichsgranzen cinen Schiffbruch erieiden, so diirfen sie ihre Guter in Esth- 

Und frei ana Land bringen, nur miissen sic denjenigen, die ihnen dabei behulflich aind, fur 

deren Muhe einen entsprechenden Lohn geben. Wer sie dabei irgcnd benachtheiligt , hat 

den Unwillen des Kbniga und die Feindschaft der Aussteller dicser Uriunde zn gewiirtigen. 

Nach etnem Orlginaltranssunil auf Perg. vom 21. October 1323 im Rig. Rathsarchlv (Indes Nr. 
299) und einem Originaltranssumt ,mf Perg. vom 29. April 1343 im Revaler RathsarcbiT abgedr. 
im Livl. U.B. Nr. DCXCII. Johann <•* Kunna oder Kannt kommt bei Suhm XII, 15 als Mltglied 
des DanUcben Reicbsraths vor. Er starb am 21. September 1325. Suhm a. a. 0. S. 106 and 
Lavgebek, Scripi. rer. Dan. IV, 56. 

815. Gedimm, Konig der Litthauer, urkundel: In Veranlusung unserer Brrefe aind Octbr. 2. 
Tor uns sds Boten der LIt- und Esthlandischen Landesherrcn erschlenen: ron Seiten des 
Erzbischofs von Riga : Woldemar Ritter von Roten, Arnold Slorve (Stoive), Generalvicar 
deaErabiachofs; von Seiten dea Rigischen Capitels die Domherren Johannes Molendmum und 
Thomas ; von Seiten des Bischofs ron Oesei der Domherr Ludolph de Albacuria (von dem Witten- 

koce) und der Vaaall Bartholomuus Ritter von VelUn ; von Seiten des Bischofs von Dorpat, 
seiner Vasaljen und der Stadt Dorpat der Dorpater Rathaherr Hermann Lange (Longua) ; Ton 
Seiten des Koniglich Diiiiischen Hauptmanns nnd der Koniglichcn Vasallen Arnold, Prior der 
Predigermdnche in Reval, uitd Heinrich Ritter von Parembeke ; von Seiten des Melsters und 
der Bruder des Deutschen Ordens: der Bruder Johannet von Lowenbinke (Lewenbroke) 
Comtbur iu Mitau, nnd Bruder Otto Bramhorn ; von Seiten der Stadt Riga die Herrn Heinrich 
von Mithowe, Johann Langletide (Laugeside) und Krntt Dioet (Rike) ; Wescelo, Prior der 
Predigermonche, nnd ron Seiten der Mlnoriten der Bruder Albert Slut. Mlt diesen Sende- 
boten habcn wir einen festcn Fricdeu abgeschiossen, in welchen alle Christen cingeschlossen 
seia sollen, welche mit dcn Landesherren der Sendeboten Frieden halten nnd dcshalb ihre 
Boten sendeu, namentlich soll er aber gclten fiir nachstehende Lander : von unserer Seite 
ffir Eostoyten (Oustiten, Sustenten), Sameiten, Pleskowe und alle utu unterworfenen 

H 



Digitized by Google 



ISS3. Ruthencn ; ron Seiten der Landeihermi fur dai Erwtift nnd dle Stadt Biga, fur du Schloaa 

Memel, Curland, Livland und alle unter dem Schutt des Ordens stehenden Linder; 

Hlr daa Stift Oesel und alle dem Bischof Ton Oesel untergebenen Landschaften ; fur dn 

Stift und dic Stadt Dorpat, fur die Kdnigl. Dantschen Landschaften, Harrien, Wierland 

und AHentacken. Die Friedensbedingungen siud nachstehende : Alle Land und Wasser- 

straasen sollen den aus einem in das andere der erwihnten Linder Kommcnden und Gehendea 

offen und frei sdn. Alle unter den contrahirenden Theilen vorfalienden StreiUgkeiten aollen 

freundschaftlich auf dera Wcge des Rechts oder der Liebe zurechtgestellt werden. Wenn 

Jemandera in den gedachten Grinzen Unrecht zugefiigt wird, so soll die Sache nach dem 

Rechte des Landi-s untersucht und entschieden werden, wo das Unrecbt begangen ward; im 

Fall einer Rechtsverweigerung hat sich der Verletzte an den Landesherrn su wenden, der 

ihro bu seinem Recht verflilft. Wer fremdes Gut in ein«anderes Land wegbringt, muss, dazn 

aufgefonlert, cs suriickerstattcn. " Jeder freic Mcnsch darf ungehindert aua einem Lande in 

das andere rciaen. Wenn aber ein Leibeigener (serrus proprios, Drell) in ein anderes Land 

fliichtet, so rougB er, sobald er gefordert wird, ausgeliefcrt werden. Der Friede muss fest 

gehalten und darf von keinem unserer Unterthancu ohne unsere Genehmigung gekundigt 

werden. Will ein Theil aus eincm rechtmiissigen Grundc den Frieden kiiniligen, so muss 

der andere Thcil davon «wei Monate vorher benachrichtigt werden. Damit Alles in Liebe 

und Freundschaft abgemacht werdc, so Tcrleihen wir Jedem, der in unser Land komrot, in 

AHem das Rigische Recht. Endlich haben die beiderseitigen Unterthanen die freie Befug- 

niss, die ndthigen Waaren zu kaufen und «u verkaufen. 

Enthallen in der Bestaiigungsbulle dcs Pabstes Johann XXII, vom 31. August 1.124 iro Kiinigsb. 
geh. Archiv, abgedr- bei Raczvnski S. 33 Nr. III (mit der unrichtigen Jabrzabl 1323) und darnach 
im LivlSnd. U.B. Nr. DCXClll." S. die Anm. zur Reg. 816. 

•Octbr. 3. 816. Dic in der rorhergehenden Regeste genannten Sendeboten der Lir- und Esth- 

landiachen Landesherreu stelten fiber dcnselben Frieden eine gleichlautende Gegenurkunde aus. 

Nach dem PlalldeuUchen Original auf Pergament mil anhangenden Siegeln im Rig. RatbKarchir 
(lodez Nr. 300) abgedr. ln den Monura. Livoo. ant. IV, CLXXI Nr. 55, bei Stflm XI/, 353, bei 
. Racztfiuki S. 39 Nr. IV und im Lirl. U.B. Nr. DCXCIV. Hfer zugleich zur Seiie die Lateiotsche 
Uebersetiung aus der zur Reg. 815 angenibrten Best9iigung»bulle rom 31. Aug. I324< — Anch an 
der Echthetl die.ses Friedens i»t - - wiewohl ohne genugcndvii Crund — vielfach gesweifell worden. 
Vergl. daraber Uadebuseh I. 1, 404 fg. , Brotze in Ilupett neuen uord. Miscellan. 11, 488 fgg. 
Vcigtt Preutt. Getch. IV, 368 fg. 

Octbr. 16. 817. Eberhard, Bischof von Ermeland, Jordanus, Probst, Johannes, Decan, und das 
gan«e Capitel der Ermelandlschcn Kirche, erklarcn: Es gebe Menschen, welche lugnerisch 
aussprengen, dass die Litthauer, dic biaher soviel Christenblut vergossen, sich zura Christ- 
lichen Glauben bekennen mdchten, davon jcdoch durch die Briider des Deutschen Ordens 
abgehalten wiirden. Dem widersprachen dle Unglaubigen selbst durch Wort und That, indem 
sie vielmehr nach Kriften auf Vertllgung des Christlichen Glaubens hinarbeiten. So drangen 
Im J. 1323 wihrend der Fasten die Litthauer in die Koniglich Danische Landschaft Reval 
und in das StiftDorpat, plunderten und brandtichatzten das Land, tndteten und nahmen ge- 
fangen 4000 Menschen beiderlei Geschlechts, verbrannten 52 Parochialkfrchcn und brachten 
vielc Geistliche um. In demselbcn Jabr, nach dem Si. Gregoriustage, drangen aie in die 
Stadt Memel nnd nahmen und verbrannten sie roit dcn Vorstidten bis anf daa ron Manern 



Digitized b^Google 




on dcn Ordeuibriidem besetste Schloss, todteten auch einen Priesterbruder de* 13». 

Ordens, brachten viele andere Menschen nm und f&brten Weiber und Jnngfrauen gefangeu 

weg. In demielben Jahre, am Tage vor Petri Kettenfeier (d. 31. Juii) verwiiateten aie in 

der Landschaft Vilunniwef?) fUof Dorfer; am Kreuserhohungatage (d. 14. Septbr.) kam 

ein atarkea Littbauiachee Heer in daa Land der Herzogin vou Doberin, verwustete dasselbe, 

rerbrannte die Stadt Doberin, und wnrden in letsterer 2000, im Lande 6000 Meiischen bei- 

derlei Gesehlechts, awei BenedicUnennouche, sieben 1'riester, 

tfaeils fn die Gefsngenachaft abgefubrt, und, 

Feuer serstort. In dein Gebiete dea Ordens, namentlich in Straasburg, hsben sie 60 Pex- 

sonen, Jungfrauen, Frauen und Manner, getddtet, und eiuen Schadeu im Betrage Ton 1000 

Mark angerichtet. £a sei kaum glaublich, wetche Grausamkeit sie soust noch in der ganseo 

Umgegend veriibt. Darum bittc cr instandig, deu Kiugaitgs gedachten Verleumdesn des Ordens 

keinen Glanben su schenken, sondern sie als falschc Ankliger suruckzuweisen. 

Nach dem sehr schadbaften Original auf Perg. im KOnigsb. geb. ArchiT (Index Nr. 313) abgedr. 
bei Voigt, cod. dipl. II, 139 Nr. CVU und ini UtI. U 15. Nr. DCXCV. Am Schluss wird beira 
Dalum auf das „obangefilbrle" Jabr verwiesen. Wenn solches nicht in dem feblendcn Eingange 
gestanden, so kOnnle nur das in der Urkiinde angegebeoe Jabr 1323 gemeint sein, obschon es un- 
gewdhnlicfa Ist, im Contest der Urkunde das laufende Jahr mit de&sen Zabt zu beseicbnen. Dle 
Urkunde aber in dat Jabr 1335 zu setien, wie Voigt (Preus*. Gesch. IV, 399) gethan (nach ibm 
aucb der Index a. a. O.), dafBr ist keio Grand vorbanden ; wie denn auch Voigt im Codei diplom. 

I. c. wieder das Jahr 1323 annimmt: 

818. Die Conrente der Predigerbruder und der Miuoriten in Wisby transsumiren die Octbr. 21. 
Urkunde t. 9. Septbr. 1323 (Reg. 814). D. d. Wisby, anno Dom. MCCC Tlcesimo tertio, 

die nodecim millium virginum. 

Das Orig. anf Perg. im Rig. RathsarchiT. Index Nr. 299. 

819. Die Bischdfe Eberhard von Ermeland , Johannes Ton Ssmland und Rudolph von Octbr. W. 
Pomesanien, die Prbbste llermann Ton Culm, Eberhard ron Pomesanien und Johamee von 
Samland, nnd Johann, Decan \ on Ermeland, schreiben an die Bischdfe, Verweser und Capitel - 

von Riga, Oesel, Dorpat undReval, an denMeister und die Gebietiger des D.O. in Livland, an 
den Konlgl. Danischen Hanptmann nnd seine Untergebenen, an die Edlcn, Ritter ond VasaJlen 
in Lir- und Esthland, an die Rathe von Riga, Dorpat, ReTal und der ubrigeu Lir- und Esth- 
lindischen Stadte uud an alle Gemeinden : Der Friede, den sie mit dem Kdnig von Litthanen 
geschlossen, sei ein Werk des Teufels, nnd werde nicht nur ihnen, sondern anch Preussen 
sum Verderbcn gereichen, denn diese arglistigen uud falschen Sdhne des Satana wQrden erst. 
Prenssen nnd die angrinscnden Gebiete, und dann auch Lirland su 
inogen daher dieaen Frieden aufs schlcunigste wieder aurkundigen und von dem 
dieaem Volke abstehen. Daas die arglisUgen LitUiauer auf nichts Anderes, ala 
«nd Livlanda Verderben sinnen, leuchte nicht bloss aus vielen alten, sondern anch ans nauen 
beklagenswerthen Beweisen im Dobriner Lande und im Cuimischen Gebiete deuUich aln ete. 

Nach dem Orig. auf Perg. Im Kanigsb. geh. Archiv (Index Nr.301) abgedr. in Voigt, Cod. dlpl. 

II, 136 Nr. CV und im Livl. U.B. Nr. DCXCVI. Vergl. aucb die Reg. Dan. I, 233 Nr. 1939. 

820. Pabst Johann XXII. schreibt dem Kdnig von Frankreich, es habe Gedeminne, der Novbr. 7. 
sich Konig von Litthauen und von den Ruthenen nennt, ihm kilrslich dnrch ein Sehreiben 

gegeben, eV wunsche driugend mit den Bewohnern seines Reichs ticb der Etnbeit 




Digitized by Google 



60 



I, IUM 

die ibn lum rechten Glauben fiihren nnd darin 

Nach Raynald aonalca eccl. ad ann. 1323 Nr. XIX abgedr. im Uvl. U.B. ffr. DCXCVU. 

Novbr.25. 821. Nicolatu, Custoa der Minoriten in Preussen, und die iibrigen Gardiane Jci 
Ordens daselbtt besengeu — in Veranlassung der ausgesprengten Behsuptnng, als wenn der 
D. 0. deu Konig von Litthauen am Uebertritt aum Christenthum behindert - wie ea 
anTs genaueste bekannt sei, dass zwar gedacbter Konig Briefe in die Welt habe 
lassen, in denen er seine Absicht sich taufen au lassen kund gethan und dass in Folge 
mehrere feierliche Sendeboten zu ihm gekommen, welche jedoch das Ganxe als ein leeret 
Vorgebcn» erkannt und den Konig Gott lastern gehort hatteii. Ja seine Trabsnten seien iu 
die umliegenden Lander der Chriaten eingcbrochen und hitten eine uusihlige Menge Men- 
schen getodtet und in den-Kirchen verbrannt, andere in die Gefangeuschaft abgefuhrL Wie 
sei es auch denkbar, dass die Ordensbriider , die sich sur Vertheidigung der Christen tiglich 
der Todesgefahr anaselaen, einen Konig und ein Volk an der Bekehrung verhindert, die den 
Christen und dem Orden selbst so vlei Unheil zuf&gen ! Schliesslich sprechen sie den Wunsch 
ans, dass dies Zeugniss der Wahrheit dem Orden zum Nutzen und zum Lobe gereichen moge. 

Nach d. Orig. aufPerg. itn Konigsb. geh. Archiv (Index Nr. 302) abgedr. im Uvl. U.B. Nr. DCXCVIll. 

Novbr.25. 822. Dieielben statten einen mit dem vorstehenden Zeugniss wortlich ubereinstiminen- 
den Bericht an dcn Pabst Johann XXII. ab. 

Das Orig. aur Perg. ebendas. (Index Nr. 303), und in dems. Arcblv die nachstehend (Reg. 823) 
angegebenen, bei Voigt abgedruckten Transsumte. 

1524. 

1324. 823- Friedrich von Wildinberg , Landhofmeister von Preussen, lasst den vorgedachten 

Janr. 17. Bericht der Minoriten an den Pabat Johann (Ueg. 822) durch den Notarius publ. Sigmarin 

von Dachibeche tranaaumiren: „Anno nat. Chr. MCCCXXIV, indict VII., XVI. caiend. Febr., 

horn IIL, in castro Gmevensi." 

Nacb dem Orlg. auf Perg. im Konigsb. geb. Arcbiv (Index Nr. 306) abgedruckt In Voigft Cod. 
dipl. II, 138 Nr. CVI. Noch ein anderes Transsumt dieser Urk. v. 16. Januar findet aich in dema. 
Arcblv (Ind. Nr. 304). 

Janr. 17. ^ 24 ' Paut > Abt TOn 0lif *> und Jordanus, Abt von Pdlplin, statten dem Pabst Johann 

XXII. eiuen mit den Reg. 821 und 822 wdrtlich iibereinstimmenden Bericht ab. 

Nach dem Orig. auf Perg. in dems. Archiv (Index Nr. 305) abgedruckt bei Voigt II, 141 Nr. 
CVIII und im Livl. U.B. Nr. DCXCIX. 

Febr. 10. 825. Pabst Johann XXII. urkundet, es seien bei ihm wider den Hochmeister, den 
Liviandischen Ordensmeister und die Gebietiger d«s D. O. in Livland schwerc Anklagen vor- 
gebracht, welche swar vom Orden fur falsch erklart worden, indeasen doch, falls sie gegriindet 
sind, des Einschreitens der pabatlichen Autoritiit und der Abhuife im Einzelnen bedurfcn. 
So sollen sie naraentlich dic Briider des Prediger- und Minoritenordcns und andere Geistliche 
verhindert haben, in ihrem Gebiete den Heiden das Wort Gottes frei und sicher zu verkiinden. 
Deahalb habe er, der Pabst, dem vor ihm persoiilich'anwe8enden Hochnieister, dem Livl. Ordens- 
meiater, mehrcren auwcscnden Comthureu, so wie dem Ordensprocurator Contad bei Strafe 
der Excomraunication vorgeschrieben, Solches furder nicht zn thun, vielmehr den gedachten 
Geiatiichen in ihrem Lande .sicheres Geieit su gewihren nnd ihnen* in Allera Vorschub zu 



Digitized by Google 



I 



M 

leUten. — Ferner seien iie beschuldigt worden, dsss iie die Neubekchrten, stitt sie in jeder ' 1334. 
Weise iu beg&nstigea, bis sie im Glauben vollkommen befeltigt worden, aufs Aeusserste 
bedruckeu, ibnen unertrigliche Lasten auflegen und gewissermassen sie knechten, ja es nicht 
geatatten, dasa die Ordinarien oder Andere in deren Auftrag fttr jene Neubekchrten Kirchen, 
Bethioser und Capellen errichten. Anch deshalb habe er, der Pabat, an den Orden einen 
gemessenen Befehl, bei gleicher Strafe, erlaasen. — Demniichst seien Meiater, Gebietiger 
und Bruder des Ordena dessen angeklsgt, dass aie die Kirchen und die Geistlichen bedriicken, 
Krsbischofe, Bischdfe und andere Pralaten gefangen nehmen, misshandeln und so lange ein- 
sperren, bis sie sich geswungen sehen, mit Ihnen sich zn vergleichen und ihnen das angethane 
Unrecht zu vergeben; daas sie die Kirchen zerstdren und verbrennen, ihrer Rechte, Freiheiten 
und anderer Giiter berauben. In dieser Besiehung liabe der Pabst dem Orden verboten, dcr- 
gleicheo kfinftig zu wagen, bei Befurchtung der Excommunication nicht nur, sondern anch noch 
anderer canonischer Strafen; tuglaich cassire er hierdurch allc obgcdachten, den Pralaten 
abgedrungenen Vergleiche, sofern sie der Kirche und dcr Gcistlichkeit nachtlieilig sind; wahrend 
erdie der Kirche und der Geistlichen sum Vorthell gercichenden Uebereinkunfle bestitige 
und anfrecht erhaiten wissen wolle. Zugleich hahe er, der Pahst, das vom Livlind. Meister 
nnd Orden zum Nachtheil der Romischen Kirche eingegangene beachworene BOndniss vom J. 
1316 (Reg. 759), so wie jedes etwauige anderwcite Bundniss oder Verschwdrung der Art, 
widcrrufen , cassirt und vernichtet, die deshalb geleisteten Bide geldst, ffir die Zukunft der- 
gleichen Bfindnisse. verboten, und dem Orden vorgeschrieben, sich den Geboteu der Romischen 
Kirche und den von ihr erlaasenen Excommunicationssentenzen su fiigen. Alles dles hatten 
der Hochmeister, Livl. Ordensmcister und die Comthnre in seiner, des Pabstes, nnd der 
Cardinale Gcgenwart su erf&IIen eidlich angelobt, nnd auf jene Biindnisse verzichtet. — Anf 
die fernere Anschuldigung, dsss sie ihre in der Schlscht verwundeten Mitbriider, ehe dieseTben 
ihr Leben aushauchen, tbdten, und die Leiehen verbrennen, habe er solch/ss vcrboten, unter 
Androhung der darauf im canonischen Recbt gesetsten Strafe, welcher uicht bloss diejenigen, 
die ea thun, sondern auch.die es geschehen lassen, untercogen werden sollen, und sugleich 
vorgeacbrieben, daas aie nicht nur dieses unchrisUichen Gebranchs, sondern auch aller Wels- 
sigungen (auguria, sortilegia et divinationes) fiir die Zukunft aich enlhalten , und Allcs der 
Art durch besondere Statuten verbieten sollen. — In Veranlassung der weitercn Beschwerde, 
dsss sie deu Boten des apostolischen Stuhls, den Procuratoren und Vdlkern der Pralaten dcr 
Uigischen Provins, den freien Durchsug nach Rom dnrch ihr Gebiet versagen, untersagt der 
Pabst Solches fiir die Folge, bei Bcfurchtuug dcr Excommunicatinu und anderer Strafen; 
auch soilen sie die Rigischen Vasallen ond andere Christliche Volker, welche su ibrer Ver- 
theidiguog oder sonst den Ileiden entgegcnziehen, daran nicbt hindern, sie vielmehr mit Rath ' 
und That unterstiitzen. — Weil ihm, dcm Pabste, iiberdies bericlitet worden, dass sie die 
Besitzungen, Rechte nnd Freiheiten des Erzbischofs von Riga, seinea Capitels und seincr 
Suffraganeen an sich gebracht und ihnen vorenthallen , so habe cr ihnen befohlen, den 
Genannten Alles wicder zuriickzuerstatten und ihnen vielmehr nach Kraften in Allem Rath 
aod Beistand zu leiaten. Dagegen sollen aoch der Erzbischof , aein Capitel und die iibrigen 
Prilaten dem Orden Alles suriickgeben, was sie ihm etwa entzogen. — Da er ferner erfahren, 
dass der Meisler und die Ordensbriider die Burger Riga's in ihreo Rechten und Freiheiten, 



Digitized by Google 



62 

• 

1»4. namentlich in BetrefT der Ufer der Dun» und anderer Flutse, beeintrichtigen , und ihaeii 

ihre Beaitiungen entxiehen, to verordne er auxh hier Beititution des Entxogcnen, und iwtr 

auch beiderseitig. — Endlicb sei tuch daruber Beachwerde gefuhrt, dasa der Hochmeisler, 

Livl. Ordensmeitter, die Comthure und Briidcr nicht nur die Rigischen BQrger, aondern aach 

Pilger und andere Chriaten verhindern, im Ilafen ron Duuamunde frei xu Janden und von 

dort nach Riga, «o wic aua dieser Sudt wieder xuruck, xu xiehen. Auch dies wird ihnen atreng 

unteraagt, unter Androhung der obangefuhrten Strafen, von deneo es hier, wie auch in den 

vorgedachten Fallen fast uberall, heisst, dasa die Ucberlreter ihnen durch die That aelbst 

(ipso facto) verfallen sciu sollcn. Schliesslich reservirt der Pabst aich selbst die Abaolution 

derjenigcn, die io dic angedrohten Strafen verfallen wiirden. 

Entbalten in der Bulle Johann's XXII. rom 7. Mai 1330 bei Dogiel V, 40 ISr. XL. *o wie in 
den Urkuoden der Ddrptichen RUchofe Engelbert v. 15. Novbr. 1336 (Ind. Nr. 3333) und Jokanntt 
v. 29. December 1476 (Ind. Nr. 3443). Nach dem letileren Teite (». uberbaupt die Anm. xor Reg. 
759) abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCC. 

Mal4. 826. Johannes, Oeconomua, Heinrich, Decan, uod das ganxe Capilel der RevaPschen 

Kirche, thun kuod, daas aie daa Getraide ihrer Diocese von dem Jahre, in welchem Herr 
Johannes Canne als Hauptmann nach Esthfand gekommen, vor seiner Ankunft zur Besireitung 
verachiedener Bediirfniase ihrer Kirche verkauft. Ueberdies beseugen sie, dasa die Herren des 
Ratha der Stadt Reval aich auf der am Sonntag Quasimodogeniti (d. 22. April) xu Reval 
abgchaltenen allgemxineu Landesvcraammlung (placitum generale) vor den VaaaJlen dea Kdnigs 
von Dinemark und den andern daselbst veraammelt gcwcscnen Pertouen gcgen den gedachten 
Hrn. Hauptmann voo Rcval, Johannes, erbolen habeo, wegen aller und jeder Momente, die 
ihncn ron ihm vorgeworfen werden konnten, auf Grundlage des Liibiachen Becbtea tu 
Rcchte xu stehen. 

Nacb dem Orig. auf Perg. im Ravaler Ralhtarchiv abgedr. im Livl. U.B. DCCI. 

Mai 33. 827. Olaus, EribAon Upsala, eroffnet dem RevaJer Rath, dass Ranguildis, die Mutter, 

und Kctilogis, dic Muttertchwestcr des Ueberbringera diesea, Erich, die Jeiblicben Schwestern 
det verstorbenen RevaPtclien Burgen Olaus Kerteascog gcwesen, wie daa Schreibcn dea 
Dorfes Enikoping, welches er milbriogc, bexcuge. Daher mogeo sie dic 20 Mark Siibers, 
welche jetier Olaus seiueo gedachteu Schwestern in aeioem Teitaroentc vcrmacht, jenem 
Erich, der speciell xu dem Zweck Iiinubergesandt wnrden, ohne Schwicrigkeit aoTertranen. ' 
. Nacb dem Orig. auf Perg. in demaelben Archiv abgedruckt im Llvl. U.B. Nr. DCCII. 

Juul I ? »28. Pabst Johann XXII. tchreibt ao den Konig Gedimin von Litlhauen, er aei hdchiich 

erfreut worden durch desaen Schreiben, in welchem er ihm melde etc. (Hier folgt eine 
fast wortliche ReJation aus Gedimins obcn Reg. 808 angef&brtem Scbreiben. Dann heitst et 
weiter:) Nach Verlauf einiger Zeit aei ein sweitea erfreulichea Schreibcn angeiaogt, des 
Inhalts, dass er und alle andern Furaten und Baronc scines Reiches bei dem Vorhaben, das 
Christenthum anxunehroen, beharren, und durch Gdttliche Eingebung erkannt haben und glauben, 
dass ea nur einen Gott, Vater, Sohn und heiligco Geist gebe etc. Nach der Darleguog der 
Hauptgrundsiitxe der Chriatlich-catholiachen Klrche eriiffnet der Pabat dem Konige : er habe 
xur Erfiillung aeitier Bitte den Bischof Harthoiomdus von Alet und den Abt Bernhard vom 
Bencdiclinerkloster S. Theofried im Gebiete von PQy, an ihn als Nuntien abgesandt, damit 
aie ihm und aeincm Reiche daa EtangeJium predigen, aie in den Glaubenawahrbeiten uuter- 



Digitized by Google 



richten, ond, «enn sie Christum erksnnt, dnrcb das Sacrament der Taufe in ilen Schooss der 1334. 
Kfrche aufnehmen. — Was scine, des Konigs, Beschwerden ubcr dcn Meister und die Bruder 
de» D. O. anbetrifTt, io werde er diesen schriftlich anbefehlen, ron allen Beleidigungen und 
Verletsungen des Konigs, sobsld dcrseibe Christ geworden, abzustehen, und mit ihm im 
Frieden zu lebcn etc. (S. Reg. 830.) Dann aber werde er auch wegeu dea bisher Vorge- 
fallenen eine strenge Untersuchung anstellen, und in der Sache — da Gedimin sich selbst 
seinem flichteramt unterworfen — erkennen. Anch habe er scinen Nuntien aufgetragen, 
iwischen dem Konige und dem Ordeu alles Erforderliche zn verhandeln. Schliesslich empfiehlt 
ihm der Pabst, scine Nuntien wohlwollend aufsunehmen, auf ihre heilsamen Lehren zu achten, 
ihnen nod den Ton ihnen dazu Beauftragten die freie Verkundigung des Evsngeliums su ge- 
statten etc. - ♦ 

Nach einer liandschriftl. Sammlung der Bullen Johanns XXII. (Anno VIII pag. 16) abgedr. 
bei Turgenew I, 103 Nr. CVIII, desgl. bei Baynald annal. «ccl. ad an. 1324 Nr. XLVIII-L, und 
darnacb im Livl. U.ll. DCCIII. Die Bulle bal weder bei liaynald, nocb bei Tnrgenetc eln Datum, 
* ist aber obne Zweifel an demselben Tage, wie die beidcn nachfolgenden, damit im Zuaamaienhange 

stehenden Bullea (Reg. 839 und S30), ausgeferligt, wie denn von demselbeu Tage nocb eine Reibe 
Ton Eriassen an die beiden pabatlichcn Gesandten bei Turgenew I, 97 Igg. Nr. Clll — CVII und CIX 
-CXI , in dieser Angelegenbeit datirt tind. S. auoh liaynald I. c. Nr. XLVI und Manri s An- 
merkung dazu. 

829. Derselbe richtet an die gesammte hohere und niedere Geistlichkeit, desgleichen Jtinl 1. 
sn den Johsnniter-, an den Deulschen und an den Orden Ton Calatrava, ein Empfehlungsschreiben 

fiir seinc an den Konrg von Litthauen abgcfcrtigten Nuntien, den Biachof Bortholomatu und 
den Abt Bernhard. Sie mogen, weun die Nunticn dnrch ihre Gegend reisen, sie wohlwoi- 
iend aofnehmen, und tagiich dem Bischof acht, dcm Abte fiiiif Goldgulden zu ihren Bediirf- 
nissen verabreichen , fiir sie sicheres Geleit erwirken und aie mit geeigncten Fohrwerken 
versorgen, wenn die ihrigen schadhaft werden sollten ; dies Alles, sobald die Nuntien oder 
ebier derselben oder ihre Bevollmachtiglen es veriangen, es sei auf der Hin- oder Riickreise, 
oder wilhrend ihres AufenthalU in der Fremde. Wer dem nicht nachkommt, kann von den 
da der Pabst sie dazu ermachtigt, in den Bann gethan werden. Aile etwanigen 
geltcn for dcn vorliegeudcn Fall nicht. 
Nach dem Orig. im Konigsb. geh. Archiv abgedr. bei Voigt II , 135 Nr. CIV und bei Raczynski 
S. 41 Nr. V (an bekJen Orten mit der unricbtigen Jahrzabl 1323) nnd darnnck im Livl. U.B. Nr. 
DCCIV. Auch bei Turgenete I, 95 Nr. Cl. 

830. Derseibe schreibt an dcn Meister und die Briider des Deutscben Ordens : Der j ur ,i j 
Konig Gedimin habe ihm seinen Entachluss kund gethan, das Christcnthum anznnehmcn, ond 

er, der Pabst habe an denselben in dieser Veranlassung den Bischof Bartholomaus von Alet 
und den Abt des Klosters des h. Theofried Bernhard, gesandt, damit sie Gedimin nnd 
vielleicht noch audere Fiirsten durch die Taufe in die catbolische Kirchc aufnehmen. Da 
indess Gedimin wegen mehrerer Momente iiber dcn Orden geklagt ond die Hiilfe und das 
Richteramt des Psbstes in dieser Beziehung angerufen, so ermahnt letzterer den Orden, 
sobald der Konig den Christlichen Glauben angenommen haben wird, ihn und scine Unterge- 
benen nicht mehr zu belastigen und zu kranken, Tielmehr sic bruderlich so behandeln nnd 
mitihnen in Frieden su leben. Nach der Bekehrung des Konigs *olle der Pabst in Betreff 
jener Beschwerden Gedimins sein Richteramt wahrnehmen. 

Nacb einer Abachrift im KOnigsb. geh. Archiv ahgedr. bei .Voigt II, 143 Nr. CIX, bei Raczynski 
a. a. O. S.25, darn. imLivl.U.B. Nr. DCCV, aucb scbon frBhcr bei Turgenne I, 96 Nr. Cll. 



Digitized by Google 



1324. 831. Regmar, Meiiter des D. 0. ia Lirland, bclehnt Albreeht su Talsen und 

JuliS». recblen Erben mit einen Haken Landes an der Stitte der Gegend Pattenden belegen, 
welchen fruher Redyne (Redyve) und Jpele Tom Meitter Halt gehabt, — aolchen Haken 
mit denr Ilenachlage zu ewigen Zeiten zu branchen ond sn beaitsen nach Lehngutsrecbt. 

N»ch einer aUen Niederdeulscbeo Abschrift (ader wahrscbeinlicher 1'eberieUung aus dem Latei- 
» oiacheo) in der PoMende»scbeo Briefl. abgedr. io dem Livl. U.B. Nr. CDDVI. Vergl. die Hitth. VI, 884. 

4 

Aug. 31. 832. Pabst Johann XXII. schreibt an den Meiater, die Gebietiger und Briider dea 

Deutschen Ordens in Dentachland, Livland nnd Preuaaen : Nachdem der Konig Gedimin vou 
Litthanen aich an ilin mit der Erklarung gewcndet, daas er Christ sn werdcn beabaichtige, 
habe er an denselben zwei Nuntien, den Biachof Bartholomdu* ron Alet und den Abt Bern- 
hard des Klostcrs S. Thcofricds abgefertigt. Hierauf habe er durch eine besondere Botachaft 
* ein Schreiben des Voigta, des Rathes uod der Gemeinde der Stadt Riga' empfangen, worin 
dieae ibm mclden, gedachter Koulg habc zugleich an den Orden, an verscbiedene Prklaten, 
Christliche Fiirsten, Edle und Gemeinden jener Gegend die achriftliche Bitte gerichtet, sn 
ihn Boten sur Abschiieasung eines festen.Friedena zu scnden. In Vcraniasaung deaaen hatten 
die gesammten Livlandigchen nnd Eathlandischen Laudeaherren am St. Laurentiustage (d. i. 
den 10. August) v. J. an einem gcwisseft Ortc sich versamraelt, um die Giaubwiirdigkeit der 
■n sie und an die Edlen etc. gerichteten Briefe des Kdnigs su erforschen, und nach reillicher 
Erwagung der Sache einatimmig beschlossen, an dcn Kouig geeigncte Geaandten su achicken, 
mit der Vollmacht, Alles sn thun, waa der Christenheit jener Gegend zum Vortheti gereichen 
kounte. Bei dcr Ankunft der Sendeboten der genaunten Pralaten, dcr Edlen, der Stadt 
Riga nnd derer des Ordcns scien dieselben — wie der Rigiache Rath achreibt — von dem 
Konige ehrenroll empfangen nnd gliinzend bewirthet worden. Als sie sodann aeine an den 
Orden und die Landesherren gerichteten Briefe ihm rorgewiesen, habe er, nachdem er sie 
besehen und sein Siegel anerkannt, erklart, deren Inhalt sei dem Innersten seines Hersens 
entsprossen, und hinzogefugt, daas, wenn die pibstlichen Nuntien, deren Ankunft er tagiich 
entgegenaehe , kommen wurden, daajenige, waa der allmichtige Gott weiss und in aeinem 
Herzen befestigt habe, gans in Erffillung gcsetzt werden wurde etc. Er habe sodann die 
Sendeboten aufgefordert, die Friedensunterhanillungcn zu bcginnen, worauf sie denn, wie aie 
dazu errakchtigt gewesen, den Frieden rait ihm fflr alle Chriaten abgeschlossen, und aowohl 
der Konig mit deu Seinigen, als auch die Sendeboten geschworen, diesen Frieden unrerletst 
sn halten, wie er In zwei in Deutscher Sprache abgefaasten, rom Kouige nnd von den Sendc- 
boten besiegelten Urkunden anfgezeinhnet sei. Unter Beifligung Lateintscher Ucbersetsungen 
dieaer Urkunden hatten deranach Voigt, Rath nnd Gemeinde der Stadt Riga den Pabst um 
die Beatitignng dicscs Friedens gebeten. Da nun dieaer Friede dera Glauben nicht nur nicht 
zuwider aei, vielmehr nur desscn weitcrcr Verbreitung fordcrlich acin konne, so habe der 
Pabst ihn bestatigt, und ermahne nunmehr anch de» Ordcn, denselben fest su halten. Fiir 
den entgegengesetztcn Fall habe cr den Bischof, dcu Probst und dcn Decau ron Oesel 
beauftragt, ihn, den Orden, durch geistliche und andere Strafraittcl dazu anstihalten. 

Nach einer Absrhrifl aus den Regenleo Johannes XXII. im Kooigtb. geb. Arcbiv, abgedrnckt 

bei Kaczynski S. 33 Nr. III nnd daroach im Llvl. U.B. Nr. DCCVll. Auch in Rtynald aoaale» 

eccles. ad an 1323 Nr. XX. 

Ocibr. 20. 833. Die mchrmals gcnannten pibsll. Nunticn, Bischof Bartholomaus und Ab i Bernhard, 



Digitized by Google 



• - 

gchreiben Ton Riga aus an deo Deutschen Ordeo in Preusicn, dass sie den Frieden, den dfe 1324 

GeisUichkeit, das Volk und die Vasallen der Stadt, Diocese und Provinz Riga , desgleichen 

ein Theil der Ordensbriider rait dem Konig Gedimm geschlossen , und der sich namentlich 

auch auf den Orden in Preussen erstrecke, crneuert, und einen Aufsatt (processug) dariiber, 

Warnungen und Strafen gegen dic Uebertreter enthalteud, publiciren Iasseu. Diesen Aofsatz 

ffigen aie bierbei, ermahnen den Hochmeister und Orden, jenen Frieden aufs streugste zu 

beobachten, uud bedrohen ihu ffir den Uebertr^tungsfall mit dem Banne. Dcr Meister, die 

Gebietiger und Briider des Ordens in Livland hiitten von jenem Aufsatz auch Kunde erhalten; 

der Hochmeistcr moge aber auch noch deahalb an die letstgedachten cinen schriftlicfaen 

Befehi erlassen und von diesctn Befeltl ihnen, den Nunticn, eine Copie sustellen. 

Nach dem Original im Kdnigsb. geh. Arcbiv (Index Nr. 307) abgeJr. bei Joigt II, 143 Nr. CX, 
und im Livl. U.B. Nr. DCCVIII. 

8.54. Engelbert, Bischof von Dorpat, transsumirt die Bullen Pabst Alexanders IV. : Octbr. 25. 
I) vom 25. Jan. 1260 (Reg. I, Nr. 387) und 2) vom 15. Jul 1257, enthaltend, dass dcr 
D„ O. au den den Saracencn entrlsseiien Ocrtern, falls keln Bischof darin residirt, Kirchen 
erbauen dfirfe, di« dcr Bomischeu Kirche allciu unterworfcn sein sollen. Daa Transsumt 
ist ausgestellt : „in castro Segewolden, aiino Dom. MCCCXXIV, in die ss. Crispini et Crispi- 
niani martirum." 

Das Orig. auf Perg. im Kiinigsb. geb. Archiv (Index Nr. 308). 

835. Pabst Johatin XXII. schreibt an den Miuoriten-Orden in Sachsen, wegen ilirer No»br.l2. 
Wandcrung nach Littliauen, um die von Cedimin fur sie crbautcn Kircheu in Besitz zu neh- 

mcn, uud bestimmt ihnen einige Orte in Preussen und Ciirland als Ruhepunkte zur Erholung 

auf der iangen Reise. D.D. Avinion. II. idus Novembr. anno IX. 

Eine Abscbrift in detn KOnigsberger Ordensarcbiv . atis welcher Voigt, Gesch. IV, 3S9, das 
Obige referiri. 

1325. 

836. Hermann ron Stenkusen iat dem Heinrich von Cokenhusen die Summe von 60 1325. 

Mark Rigischen Silbers und Gewichta schuldlg, welche auf Mariii Himmclfahrt in Riga besahlt 0 T 

werden sollen. Conrad ron Staden, der Schneider, kann es tilgen lassen. 

Auszug aus dem Lttbischen Niederaladlbuch vom J. 1325 in V. W. Pauli, LUbeckiscbe Zustande 
(LUbeck 1847 8.) S. 233 Nr. 112 und darnach im Livl. U.B. Nr. DCCIX. 

837. ^ Notariatsiustruroent, durch welches bezeugt wird, dass am 4., 5. und 7. April, April 4. 
als am Grundounerstag, Charfreitag uud Oslersonntag dcs J. 1325, in Gegenwart der unteu 
benaunten Zeugen, der Erzbischof Friedt ich von Riga, nach rcgclmassig abgchallenem Gottes- 
dicnst in der Domkirclie «l Riga, den naclistehcndeii Bannspruch ausgefertigt uud durch den 
Rigischen Domherrn Gerhard vor der Geiatlichkeit uiid dem Voike publiciren und verlesen, 
hierauf auch durch den Pfarrer zu St. Jacob in Riga, Arnold, dem Volk in <ler Landesspracbe 

(in vulgari) habe verkiinden lassen. Der Bannspruch selbst laulct im Wesentlichen dahin: 

Nachdem wir, Fricdrich, Erzb. ctc, schon friihcr, wie bekannt, den Meister, die Briider 
und einzclne Mitglieder des Dentschen Ortlens, als Fcinde dcs Christlichcn Glaubens, Kirchen- 
terstorer, Verletaer der guten Silten etc. bci ausgeloschten Kerzen und unter Glockengelaute 

i 

Digitized by Google 



» 



eicommuttiuirt. *nd ihre Schlos.er, K,Ir«hen ond iibrigen Or|« n>U dem kircbltcfaen Interdict 
belegt, iolchet apiter wiederholt ipnd die Eicororounication auch von Seiten der nniercr 
Gerichtsbarkeit Untergebenen baben verkiinden laaaen ; mchdem feraer der apealolische Legat, 
Biscliof rqn Modeoa, «Ue diejenigen, welche setne Grinzbestimroungen ibertreten wfirden, 
obne Weitere» (ipso facto ) ftir excommunicirt erklirt hat, der Meiiter nnd die Bruder aber 
tolcbea fortwihreud gelhau und npch thun; nachdem fiberdies der vom Pabate aJs Inquiaitor 
gegni den Orden gesandte Prilat Franciacut den Orden wegen gewisaer Urastiude und wegen 
seines Ungehonams excommunicirt und ihre Kirchen ete. mit dem Interdict belegt (Reg. II, 743); 
nachdem endlicli Pabst Johann XXII. dem Hochmeister, dem Livl. Ordensraelster, mehreren 
Corothuren und dem Ordensprocurator Conrad unter angedrohtem Banne verschiedene Befehie 
und Anordnungen auferlegt (hier werden die einxelnen in der Bulle vom 10. Febr. 1324, 
Reg. 825, enthaltenen Verfugungen wiederholt), und die Genannten aich su deren Erfullung 
eidUch Tor dem P.bste und den Cardinilen verpfllchtet, so haben sie dennoch dieae eidlichen 
Zusageu nicht gehalteti; sie haufen vielmehr noch immer Verbrccheu auf Verbrechen, handeln 
ganz nach ihrer Willkur, upd verharten immer mehr in ihren Bosheiten. So haben sie einige 
vom Rdinischen Hofe kommende oder dahin gehende Geiatliche getodtet^ wie namenUich den 
geweaenen Oesel'achen Domherrn Bertold Riese (Gygas); andire haben sie gewaltsam gefangen 
genommen und so lange in harten Banden eingekerkert, bis sie ihnen das Versprechen gaben, 
nicht mehr gegen aie an den Romischen Hof gehen zu wollen, wie dies namcntlich gescbehen 
mit dem Prieater Gottfried, gcgenwirtlg Pleban zu Corbe In der OesePschen Diocese, dem 
Prieater Magister Nicolau», zur Zeit Pleban zu St. Pefri in Riga und Vlcar der OeiePachen 
Kirche, dem Minoritenbruder Thiderich Scoldo zu Riga und mit vielen anderen geistlichen 
und weltlichen Personen unscrer Stadt, Dioces und Provinz Riga, wie z. B. dem Rigischen 
Ralhsherrn Ernst und aeinen Angehorigen und andcren Rigischen Biirgern, welche ile lowohl 
auf dem freien Dunaflusse, als andcrwirta crgreifen, bcrauben, einkerkern lasseu und nur 
unter dcn harlcsten Bedingungen lu Freiheit gesetzt, wozu aui ncueiter Zeit die Rigischen 
Burger Heinrich Lokeaor, Kaykemele, Arnold, der Schuhmacher Thiderich, Tose und Kone, 
Beispiele liefern. Den Konlg von Litthauen verhindern aie noch immer daran, daa Christen- 
thum anzunchmcn, indem aie die in sein Reich gehcnden oder von dort koromenden Boten 
gefangen nehmen , einkerkern und umbringen; so haben sie deu aus Litthauen nach Riga mit 
icinen Collegen reiaanden Minoritenbruder Gerhard Dordemure noch Im J. 1324 aufgegrifTen 
und langere Zeit in ihreni Schloss Aschrad gcfangen gehalten; dfe Qbrigen Boten des Konigi 
aber, welche derselbe an dle pabatlichen Nuntien und an den Erzbiachof von Rlga gesandt, 
namentlich dcn Sedegallm, haben si.e in demselben Schlossc grausam getodtet. — Die Nen- 
bekehrten iiberlasten sle nicht nur mit unertriglichen Lelstungen, sondern verkaufen sie sogar 
an die Unglaubigen und Schlsmatiker, wie denn der Ordensvoigt von Rositen mehrere Neube- 
kehrte des ErzbUchofs aufgegriffcn und den gedachten Inglaubigcn und Schismatikern in dic 
vorige Knechtschaft verkauft hat. Und um sich den Schein zu geben, als seieu sie dera 
Litthauerkdnige in sciner Bekchrung nicht hinderllch, erflnden iie liignerlsche Vorwinde, wie 
die Juden mit Christo thaten, vor dem lie die Kniee beugten, indem sie ihn zuglelch ver- 
hiihntcn. So versprachen der Meiitcr und die Briider, unter einem gcwissen Schein der 
Aufricbtigkeit, dem Kouige, wenn er mit dcn Selnen sich taufen liesie, 1000 Mark Silbcrs 



Di 



gitized by Google 



oder 4000 Gulden zo gebcn, und einlge Burgen, welcbe sle gewattsam anf dena Grond und l3fH. 

Boden der Rigtschen Kirche erhaot, ihm zn Ehren, niederznreiaaen. W!e wenig aufrtebtig 

aVer afe dlea melnten, ergiebt slch daraua, d.ss aie den K5nig und die Seinen, ao wie alle, 

wekhc aof seine Bekefrrung hinarbeHeten, anstachten, und sowohl an die Rbmische Curie, ara 

in Teracfaledene StSdte und Llnder, den Kdntg verleomdende Schmahbriefe ansgehen liesseu. 

Dett Ton den Llvlttadischen Landeaherren und von ihnen selbst mit Gedhnm abgeschlossenen 

und beschworenen Frleden haben sie' gebrochcn: denn ala der Bischof von Oesel auf ihr' 

dringendes AnTeriangeo, jenem Frieden au entsagen, iticht eingehen woHte, trogen aie ca ihm" 

naek, ond auf der zu Peroau abgehaltenen Veraammlniig (parlamentum) aagte ihm der Ordeiti* 

meister offentHch in'a Gealcht: „Wenn Ihr dem Frieden mit dem Konlge nicht entaagt, ao 

werden wir und unser Orden solche Mlttel erahmen, und es dahin bringen, dasa die Christen- 

beit in Livland sich nie wird erholen konnen." Aehniiche Drchungen aticssen aie ebeudaselbst 

anch gegen Andere aus, welche der Aufrecbterbattung des Friedena das Wort redeten, wie 

dles in gana Liriand bekannt ist. Endlich bemachtigcn aich auch Meister und Bruder de* 

Kircben und Cspellen, und lassen darln, setbst weon auf ihhen das Interdict liegt, dureh 

Geisttiche ihres Ordena und sogar durch Fremdtinge die geistllchen Verrichtungen besorgen, 

zum offenbaren Verderbcn der Seelen und sur Veracfatnng der pafaatlichen Gewalt. — Noch 

neaerdings haben wlr, selbst mit Ilintansetzung unaerer Rechte, den Meister und die Briider 

des Ordena, so wie unsere mit ihnen TerbBndeten Vasatien, namentllch Jokann ron Tietenhauten t 

Johann von Palen, Johann und Rudolph von Ungern, Johann von Ottinhttten und Johann 

ton Iketcule {Woldemar von Roten hat vor diesem Bannsprnch uns um Vergebung und Gnade 

angefleht, daher wir ihn hier uicht mit auffuhren), dnrch Bltten und Ermahnuugen zu bewegen 

gesucht, sum Gehorsam, zur Vereinigung mit der Kirche, zur Rene und Genngthuong zuruck- 

znkehren. Unaer Bemfihen blieb jedoch ohne Erfolg. Aos allen dieaen Grunden erkliren wlr 

demnach den gedachten Mciater, die Comthore, Bruder, Vasatlen und alle Anhanger dcrselben 

fiir excommunlclrt nnd belegen deren ganzes Gebiet mit dem Interdict,. befehlen ouch, dass 

dieser Bannspruch in allen Ktrchen unscrer Dlocese publicirt, ond mit unserem Stegel ver- 

sehen an die ThBren unserer Ktrche angeschlagen werde. Dennoch wfinschen wlr, nm ihrea 

Heils wlllen, mit Aufopferung von Vortheilen, sle wieder in den Schooss der Kirche anfzu- 

nehnien, und werden, sobald sie nur setbst es wollcn, viteriich, frewndlich und edelmiithig 

mit ihuen verfahren etc. Ala Zeugen werdcn genannt: der pabstllche Nuntius, Abt Bern- 

hard und sein Gefolge, Lutfried, Probst, Ludolph, Prtor, und die ubrigen Domherren der 

Rigischen Kirche, Werner , Gardian, und die Brflder Rchard Knoke und Thiderieh Seolde 

des Minorltenconvents iu Riga. 

Naclf dem Orijrinat auf Perg. im K«ni«sb. geh. Archiv (Indez Nr. 3101 fehlerhart abgetfruckt bet 
v. Kottebm II, 368, berlchllgt bci Voigt, Cod. It, 144 Nr. CXI und darnacb im Uvl. U.B. Nr. DCCX. 

838. Johannet von Rlbing, Domhcrr der Pomezanlschen Kirche, Procurator des D. 0. Aprii. 
nnd Syndicus Reimar't, Meisters des D. 0. in Liv- nnd Eathland, legt vor Engelbert, Blschof 
von Dorpat, nachatehenden Protest ein : Am Montag vor St. Grcgor, den 11. Mirz d. J., 
hat Johann Warendorp , Domherr der Dorpfschett Kirche, meinem, iii dem in der Rigischen 
Diocese belegencn Ordensschlosse Dunamunde sich auflialtenden Herrn, dem Ordansmeister, 
ajcn mundlich aJs Procurator des a. Z. iu Riga weilenden Bischofs von Dorpat vorgeatellt, 



Digitized by Google 



13». and denselben, in Gegenwart 

interpellirt und requirirt, dass er Euch, Herr BUchof, in Eurem und Eurer Kirche 
fiir eich und fiir seine Briider, welche sich im Biathum Dorpat •ufhalten, die Handpfllcht 
(manualis obedientia, durch Handschlag oder mlt Aufhebung der Hand an Eidet atatt gelobtcn 
Gehoraam) leiste, Ehrfurcht, Unterwurfigkeit und Vertheidigung der Peraonen, Besitzungen 
und Sachen gelobe, und Terapreche, Euch und Euren Nachfolgern ateta treu an dienen, wie 
aeinem Biachof ond Ordinariua, wozu er, dcr Meister, und seine Nachfolger angeblich Ton 
Rechta wegcn Terpflichtet aeien. Wenn iibrigens der Meiater irgend ein Tom apostoliachen 
Stohl erlangtes Privilegium habe, ao wolle er, Jokannes Warendorp t der Freibeit dei apo- 
•loliachen Stuhls nicht entgegentreten; daher aetste er ihm, dem Meister, eine pcremtorische 
nennwocbentliche Friat, vora obgenannten Montage an gerechnet, binnen welcher er oder 
seine Pj-ocuratoren Eucb gedachtea Privilegium Torweisen, vollstindig zu lesen geben, auch 
Euch elne Abachrift uberreichen sollen, falls iibcr einzclnc Artikel deaselbcn ein Zweifel ent- 
•tehen aollte. Wenn ohne geaetxliches Ilinderniss der Meister das Privilegium, daa er etw« 
h«t, nicht nachweiat und die angesetzte Friat veratreichen liisat, so wiirdet Ihr Eure ordent- 
liche Gerichtsbarkeit uber meinen genannten Herrn, aeine Briider und dic Kirchen dca Ordens, 
in welchen der Orden das Patronatrecbt hat, ausubcn. — Hiergegen behaupte ich, •!• 
Procnrator nnd Syndicus des Ordens, dass mein Herr und die iibrigen Briider, so wie die 
Kirchen und Gelatlichen aeines Ordens von Eurer Gerichtsbarkeit, wie toh der einea jeden 
•ndern Ordinarius, befreit und eximirt, uud dcr Romischen Kirche nnmlttelbar untergcben 
•ind, und zwar dorch Eiemtionsprivilegien, die vom Roraischen Stuhl dem Orden Terllehen 
aind. Und wcil dies scit uuvordenklicher Zcit sich so vcrhilt, ao sind der Meiater und seine 
BrQder Euch weder zur Ilandpflicht, noch tur Ehrfurcht und Uiiterwfirfigkeit , ala einem 
Obern oder Ordinarius, verbunden, nnd kdnnen es nicht aeln, ohne aeinen und den Rechten 
dea aposlolischen Sluhla zu vergebeu etc. Von Rechts wegcn dfirfen nun dic Ordinarien 
dann erat gegen diejenigen, welche ihre Exemtion behaupten, sich ihrer Gerichtsbarkeit be- 
dienen, wenn Letztere, dazu in der Form des canonischen Rechts (canonice.) aufgefordert, 
die Exemtionaprivilegien in einer angemessenen Frist und an cinem gelegenen und sichern 
Orte nicht beibringen; die Auffordcrung ist abcr im Torliegenden Fall nicbt canoniach ge- 
■chehen, wie aich aua Folgendem ergiebt: i") \\r. Johannes Warendorp hat sich zwar rafindlich 
fur Euren Procurator ausgegeben, aein Procuratorium jedoch auf keine Weise beurkundet. 
2) Ware diea auch geachehen, so hat er nicht als Eucr Procurator, noch in Eurem Namcn 
meinen Herrn zur Vorweisung dcs pibstlicheu Privilegiums aufgefordert, wie aus dcra von 
ihm meinero Hcrrn iibergebenen Auffordcrungszcttel aich ergiebt. 3) Hr. Johannet W. hat 
meinen Herrn nicht namcntlich zur Vorweisung des Exemtions privilcgiums, — wje er canonisch 
balte thnn aollen, ■ — sondern unbcstimmt zur Beibringung dea pabstlichen Privilegiuros, wenn 
er eins habe, aufgefordert, da mein Ilerr doch viele pabslliche Privilcgieif iiber vcrschiedenc 
Berechtigungen, lndulgenzcn, Schenkongen etc. besilzt etc. 4) Aber auch von dera Allen 
abgeschen, ist die ihm ztir Beibringung gcselzte neunwochentlichc Frint kcine angemcssene, 
noch rechtmassig anberaumte, sondcrn einc unler den obwaltcnden Verhallnisscn viel au 
beschrinkte, wcil mein Herr das fraglichc Privilegiitm nicht bei sich hat, daaselbe vielmehr, 
wie ich glaube, beim Hochmeister sich befindet, welcher zur Zeit von Dorpat, wo nach dcr 



Digitized by Google 



Forderang des Herrn Johannes das Prmlegium beigebracht werden aoU, so sehr entfernt , 3 « 

wetlt, dass die deshaib an den Hochmeister abxusendenden Boten, Tollends in der gegen- 

wirtigen Jabresseit, wo daa Eis su scbmelaen beginnt, nnmbglich so schnell die Reiae bin 

und xurflck machen kdnnen. Auch w&rde, wie ich glaube, der Hochmcister die rait den 

ubrigen sorgsam xu bewahreuden Exemtionsprivijegien nicht durch einfache, ja nicbt einmil 

durch feierliche Boten seoden, es sei denn onter sicherer Bedeckung, weil sie sonst, bei der 

Linge und Unsicherheit des Weges etc, vcrlorcn gehen k&nnten, sum grossten Schaden des 

Ordens. &) Als mein Herr sur Beibringung des Privilegiums aufgefordert wiirde, befand er 

sich im Scblosse Dunamunde in der Rigischen Didcese, und Ihr, Hr. Biachof, weiltct damals 

in der Stadt Riga; daher durftet Ihr, wihrend Ihr in elner fremden Dioceae Ench aufhieltet, 

meinen ausserhalb Eufer Didcese angetrotTenen Herrn — auch angeuommen, dass alies TJebrige 

canonisch bcfolgt ware — wegen Beibringung des fraglichen Privilcgiums weder requiriren, noch 

ibm dasu einen Termtn anweisen, da das canonische Recht nicht gestattet, dass jemand in einer • 

fremden Diocese seine Gerichtsbarkeit ausiibe. Daher kann meinem Herrn, seinen Br&dern, 

den Kirchen und der Geistlichkeit seines Ordens aus gedachtcr Forderung kein Prijndix 

entstehen, weil sie ihn, wie aua Obigem oifenbar hcrvorlcuchtet, auf keine Weise bindet. 

Weil Euch endlich iiberdies bereits bei einer andcren Gelegenheit dss pibstliche Exemtions- 

privilegium meines Herrn, seiner Briider etc. von Eurer, wie von der Gerichtsbarkeit jedea 

andern Ordinarius, xum Durchlescn vorgewiesen worden, und es schon aua diesem Gronde 

keiner wiederholten Beibringung dcsselben bedarf, und ich mit Grund bcfurchte, dass Ihr Euch 

die Gerichtabarkeit fiber meinen Herrn, seiue Bruder etc, die sich in Eurcr Dioccsc befinden, 

nach Ablauf der ncunwochentlichen Frist — wle Hr. Johdnnes gedroht — anmassen werdet, 

obschon Euch gar keine Gewalt uber ihn susteht,' — so provocire und appcllire ich im Namen 

mcines Herrn mittelat dieser Schrift von Euch, Hr. Bischof, an den Pabst und seineu heil. 

Stuhl, stelle meinen Herrn, scine Brudcr, die Kirchen und die Geistlichkeit, alle G&ter und 

Rechte des Ordens unter pabstlichen Schuts, und protestire ausdrucklich, dass, wenn alle 

dem xuwider Ihr ctwas gcgen meinen Herrn etc. nnternehmt, mcln Herr gegenwirtige Appel- 

lation in der gesctxlichen Frist prosequiren werde. 

Nacb einer alten Abscbrift im KCnigsb. geh. Arcblv (Index N'r. 369) ahgedruckt in den Mittbeill. 
VI, 284 Nr.25 un<l iin Llvl. UB. Nr. DCCXI. Im Index, wie in Voigts Preuw. Cescb. IV. 244, 
wird diese uodatirte Urkund* ins J. 1306 geselzl; die Unrichtujkeil dieser Annabme Ut In den Mit- 
theilungen a. a. O. 283 nachgewiesen, und dort das Jalir 1326 oder 1327 dafUr angenoininen worden. 
Allein auch dicse Besliromung ist weder genan, noch richtig. Viclmebr i*t die Urktinde unstrelllg 
in das Jabr 1325 xu «etzen; denn dletes Jabr lat von den Re^ierungsjahren des Ordensmeisters 
Reimar das eiozige, in welchem der im Lingang gedacble II. Miirz auf einen Montag M| und da 
der Protest vor Ablauf der von jenem Tagfl an laufendt-n ne uinvOchentlkhen Frlst , also vor dem 
13. Mal, erhoben wurde, so muss unscre Urktinde zwischen dcin 12. Miirz und dem 12. Mai, wabr- 
• scheinlich im April (,,\vo das Els zn schmelzen begwnt"), 1325 ausgeslellt sein. 

839. Die pabstlichen Nuntien, Bartholomdus, Bischof yon Aleth, und Bemhard, Abt Mai 29. 
des Klostcrs . xu St. Theofricd, schrcibcn an dic Bischbfc von Samland, Pomesaiiien , Oulm, 
Ermeland und Curland, utid deren Yiearc, an die .Mcister in Preussen und Livland, die Gc- 
bietiger, Marscballe und Briidtr des Dcutschcn Ordens, uud an dic Briitkr Georg von Jhmbtke 
und Johann von Eibing, Procuratoren dcs Ortlens : Der Pabst liabe in einein ihncn bckannten 
Schreibeu (Reg. 8Si9) bcfohlen, dass von den geistlichcn Persouen dieser Linder fiir ihren, 



13». der Nantien, UnterheU und <He erforderlichen Fuhren gesorgt werde. Dt ste nunnehr xut 

See lum Pabste inruckkehren niissen, so tragen sie den Adressaten auf, bfnnen der perem- 

toriachen Frist Ton drei Wochen a dato, ihnen 380 Goldgulden zur Retse und fur ihre Diiten 

zn Riga, Liibeck, Hamburg oder Brugge ausznzahlen. Wird solehes nlcht erfflllt, so wird 

ihnen der Eingang in die Kirche untersagt, and wenn sie dieses InteTdict einen Tag atnge. 

halten, so werden sie vom Gottesdienst suopendirt; wenn sie aber das Interdiet und die 

Snapension am andern Tage ausxuhalten sich entsehliessen , so werden s!e mittelst dieter 

Schrlft excommunicirt nnd ihre Kirchen und Oerter dem kirchlichen Interdiet unterworfen; 

die Absolution und Hebung des Bannspruchs behalten die Nuntien nur ihrem Obern oder slch 

sclb-t ror. Den Bischbfen wlrd zur Erleiehterung dieser Last gestattct, auch ron den Capiteln 

und den iibrigcn Geistlichen Beitrage einznfordern. 

Nach dem Orig, auf Perg. im Konigtb. geb. ArcbfT (lodex Nr. 311) abgedr. Un LiTland. l'.B. 
Ifr. DCCXII. 

Jonl II. 840. Nicolau» Riiabit, Johonn von Lemede, Ritter, Hetmekin Riitbit, Hennekin von. 

Nappale, Role von Herkgta , Tilo von Kirkutta, Tilo von Hoppanurma, Hennekin von SgU 
kula, Hinko von Rokula, Palno Tuweson, Hennekin Haukimpe, Hennekin Nattamule, Kglard 
von Esenbek , Kfrard von Kngita, Hennekin Rawen, Lippold von Alwen, Henuekin von Hann- 
seteke, Bgske von Orgile, Hennekin von Kirkutla, Hegthekin Wara» in Harriea; Wiliekm 
von Kmbeke, Ritter, Hinke von Revela, Berthold von Lagdet, Hennekin und Gedekin von 
Brakel, Florekin und Heinrich von Hawersforthe , Hinka und Simon Mora, Gerhard Soge, 
Hennekin von Kunde», Hennekin Rosenhaugen, xwei Odwards von Revalia, Tiio und Andrea» 
von Polle, Heinrich^von YUe, Hennekin von Wacka, Berthold von Wirekes und Conrad tfon 
Hirwen in Wicrland, bckennen, dass sie deh Konigen der Danen und Siaven und Herxbgen 
Ton Esthland, Christoph und seinem Sohne Krich, ron der Snmme, welche die Bewohner 
Eathlands dem Terstorbenen Konige Erich (Menved), Chriatopha Brudcr, zu zahlen Ter- 
sprochen, ausser der letztgedachtem Konige, wie sie durch dessen offenen Brief darthun 
konnen, bereits bexahlteu Sumrae, noch zweitausend Mark reinen Silbere, Colnischen Gewichts, 
schuldig sind, und Tersprechen, diese 2000 Mark den Konigl. Boten, welche gegenwartige 
Schrift Torzuweisen baben, am bevorstehenden Michaelisfeste zu Reval auazuzahlen, auch den 
Boten xur Abfuhr dieaer Summe, um sie den Kdnigen zu iibermachen, toIIo Freiheit zu gestatten. 

Nacb dem Orig. auf Perg. tnit nocb aobiingenden 36 Slegeln (4 feblen) Ira Kcinlgi. ArcliiT zit 
Kopenhageu abgedr. in v. Bun 8 e's Archlv I, 310 und im LItI. U.B. Nr. DCCXIH. 

Aug. 14. 841. Johann Graf von Benthem erkliirt dem Rathe zu Reval, dass sein Caatellan 

Nicelau» Bevren mit dem in Reval rerstorbenen Herrmann !n solcher Verwandtschaft (affi- 
nitas) gestanden, dass des* Letzteren Nachlas» keinem Andern, als Jenem gebuhrt, und Ter- 
spricht, falls Jemand, der ein besseres Recht haben sollte, den Rath in Anspruch nehmen 
wiirde, letztern deshalb schadlos halten zu wollen. 

Nacb dem Orig. aur Perg. Im Revaler Ratliiarcbiv abgedr. im Llvl. U.B. ISr. DCCXIV. 

Aog. 16. 842. Christoph II. und sein Sohn Erich, Konige der Danen und Slaven uud Herzbge 

von Eathland, bestatigen aammtliche Rechte, Freiheiten und Privilegien der St. Marienkirche 

auf dem Schloss zu Rcval, welche ihre Vorfahren dem dortigen Bischof und Capitel vcrliehen. 

Nacb einer Abschrifl im Konigl. Archiv io Kopenhagen gedr. in Bungc'» ArchiT I, 273 Nr. 15 
uod 1« Livlaod. U.B. Nr. DCCXV. 



Digitized by Google 



843. Mcolaut, ein SUve aus Belgard, NoUrios pubiicus, traassumirt die Urkunde des 1JBS. 
Rigi.che,, Doroc.apit*is vom 17. Nov.br. 1313 (Reg. 747): Actum et dat. Rigae, anno Dom. Septb.10. 
inearn. MCOCXXV, indict. VIII, pontificU s. patrU et domini nostri, domini lohanni. papae 

XXII. anno X, mense Septenbri, die X. 

Nach dem On im Rig. Ratbsarchiv abgcdr. iaden Mittheill. V, 335 Nr. 54. 

— Das im Index Nr. 312 bierher geaetzte Schreiben des B. Eberhard von Ermeland Oetbr. 16. 
gehort richtiger in daa Jahr 1323. S. oben Reg. 817. 

844. Der Rath zu Reval urkundet, dass sein Mitglted, Johann von Massche, 60 Mark Novbr.18. 
8tib. in Pfennigen zu einer Stiftung bestimmt, damit ein clszu verordneter Priestcr in iler 

St. Olaikirche fiir ihn und seine Eltern Seelmessen lese; so jedoch, dass wenn der Bischof, 
die Domherren oder dic Pfarrer in Reval, oder der Rath daselbst diese Stiftung aus irgend 
eioem Grunde anfechten woltten, jene Sumrae zum Besten der Armcn verwcndet werden soll. 
Zu Provisoren dieser Stiftung sind vom Stifter ernannt: Thidemann Weldigen und Johann 
Cragt, Ilerren des Ralhes, Joharm von Bremen, und Heinrieh von Hagene, mit scinen niich- 
sten Freundeu. t 

Nach dem Orig. auf Perg. im Revaler Kalhsarchiv abgedr. im Livl. U.B, Nr. DCCXVI. 

845. Kanutus Joonson, Drost dcs Konigs von Schwedeii und Norwegen, schreibt «n 0. J. 
den Revaler Rath: Ihr habt mir von verschiedenen Dingen Mlttheiiung gemacht, die Eoren NoTb - TO ' 
Biirgern durch den Hauptmann von FinnUnd, Mathias (Kvdtilmunddson) , widerfahren slnd, 
insbesondere von dcm Tode zweier Menschen, davon eincr vom Gericht zu Reval, der anderc 

vom Kbnigl. Daniscben Ilauplroann zum Tode vcrurtheilt Ut; desgleicben von den Mbrdcrn, 
welcht' roit dem Ermordeten vor das Gericht zu Rcval gebracht und nach dcm Stadlrecht 
gerichtet worden sind; zugleich erklart Ihr, dass wcnn Jcmand, er sei rcich odcr arm, einen 
Revalschen Burger anklagen wollte, Ibr ihro nach Recht Genugthuung verschaifen wollet. 
Ibr bittet mich daher, dass ich den genannten Ilauplmann Mathias crroahncn robge, dass er 
Eure Stadt in Ruhe Ussc. Dies will ich gcrn thun, \»ie ich denn ihm bereits geschriebcn, 
er moge jene Angelegenheiten ruhen lasscn, bis er dariiber mit roir und den iibrigcn Rcichs- 
rathen miindlich Rucksprache gcnororoen, und ich das Wahre der Sache crkuudct. Dann 
will ich dafiir Sorge tragen, dass das freundschaftliche Verhaitniss zwischen uns, wie es von 
Allers hcr bestanden, erhatten werde. 



Nach einem Transsuml de* Predigerconvents in Reval vom 15. Mai 1336 im Revaler Rath*: 
arcblv abgedr. im l.lvl. U.B. Nr. DCCXVII. Dag lrans»iimirle Srhreibtn hat keine Jabrzuhl, tnuss 
aber uuatreltig hierher gestellt werden, wegen «eines Zu*amrnenlianges mil <ler Reg. 853. 

816. Nicolaus Naghtegale, in Wierland wohnhaft, bittet d«n Revalcr Rath, den Vor- O. J. 

zeiger dieses, seincn Mann (virum). Namtns Mathias , in dessen Geschaftcn mit Rath und Ml,r * 17 ' 

That zu untcrstutzen, da er in Beziehung auf seine Waaren und sein GeschaTl (officium) ein 

zuverlasaiger Mensch sei. 

Nach dem Orig. aufPerg. in dems. Archiv abgedr. im Uvl.U.B. Nr. DCCXVIII. Ohne Jalinahl: 
der Handicnrlft nach ongefabr ia diese Zelt zu selxen. 

1386. 

1326 

847. Ludfried, Probst, Ludolph, Prior, und das ganze Cspitcl der Rigischen Kfrche Febr a 



Digitized by Google 



13». bekennen, dasa sie die Entscheidung ihres Strcites mit der Stadt Riga, wegen der Beraubung 

ihrer Freihelten und Besitzuiigen und der gewaltsamen Verbauung ihrer Pforte nach der 

Diina, ala Schiedarichteru uhertragen den Herren Volquin, D&rptschen Domherrn, BarQiolomaua 

von Velin, Vasallen der Oeaerschen Kirche, und Holdemar von Roten, Vatallen der Rigischen 

Kirchc, Ritter, und dass sie Alles genebm halten wollen, was diese wihrend dcrZeit, dass 

der Bischof von Ocsel, Generalvicar des Erzbischofs, in Riga weilt. beschliesscn werdeu, mit 

Vorbchalt ubrigens dcr Rechte , Freiheiten und Sachen der Kirche. Ueberdles sollen sie, 

die Schiedsrichter, auch befugt seiu, wegen der den Capitelsgliedern xugeffigten Beleidigungen, 

Verleumdungen, Beschiropfuitgen etc. eineu Vergleich abxuschliesseo, wenn die Ralhmannen 

und Biirgej Riga's sich zu ciner cnUprechenden Ehrenerklirung versteben. 

Eothaheo in dem NotariaUin*triimeol v. 12. Febr. 1306 (Reg. 850) im Rlg. Ralhsarcniv (Ind. 
Nr. 313), und mlt die»em abgedruckt in Iluprl i neuen nord. Miscellaoeen Siuck 1 und 2 S. 357 
und damacb im Livl. U.H. Kr. DCCXIX. . 

Febr. 9. 848. Voigt, Rath und die ganze Gcmeiude der Bfirger der Stadt Riga, eroennen in 

dcrselben Sache (betrcfTend die gcwaltsame OefTnung einer Pforte in der Stadlmauer, durch 

Erbrechung der Schliisser und Wegraumung der Steine, wider die Rechte und Frcihciten der 

Stadt, tind dcrselben zum grosseu Schaden und Priijudix, indem einige Rathsglieder und Biirger 

jene Pforte, nicht lange nach dcrcn OcfTnung, vor Tagesanbruch, als die Menscheo noch 

schliefen, ofTenstehcnd gefunden, worfiber sic sieh schr erschreckt, und zum Schutx ihrer 

selbst, ihrer Weiber und Kinder, wie ihres Vermogcns, dieselbe Pforte mit Stcinen vcrmacht, 

wic es fruher gewesen, woraus der Zwiespalt hcrvorgegangen) xu Scliiedsrichtern die Ilerren 

Juhannes Brilo, Domherrn und Custos dcr OcscPschcn Kirchc, Arnold Stoyue, Pieban der 

St. Paulskirche in Kokenhusen, und den Ritter Rudolph von Ungarn, mit dcnsclben Neben- 

bestimmungen,' wie sie die vorhergehende Urkunde enthalt. 

Aus demselben Notariatsiiulrumenie, bei Uupcl S. 359, abgedr. im U.B. ». DCCXX. 

I 

Febr. 12. 849. Johannea, Domherr und Custos derKirchc zu Oesel, Volquin, Domherr der Kirchc 

zn Dorpat, Arnold Stoyie, Plcban zu St. Paul in Kokenhusen, Woldeniar von Roten, Bar- 
tholomdus von Veiin und Rudolph von Ungarn, Ritter, thun kund etc, dass sie auf Rath 
und untcr Lcitung Jacohs , Bischofs von Oesel und Generalvicars dcs Erxbischofs Friedrich 
von Riga. voti dem Rigischen Capitcl und dcr Stadt Riga xu Schicdsrichtern in der z.wischcn 
dcnselben schwebenden Streitigkeit wegen dcr Stiftspforte ernannt worden seicn, und sich 
iibcr nachstehcnde Vcrgleichung und Regelung dieser Sache geeinigt: Die Mauern der iuner- 
halb (Vintcr) des Hofes dcr Domherren mit Steincn vcrbauten Pforte soll bis zu den Thur- 
augeln gebffnet werden, dje iussere Mauer nach der Diina hin unverindert bleibeu, uud solleu 
holzcrne Thiiren cingehingt und in jener Mauer eine OefTnung gemacht wcrden, von dcr 
Griisse der kleinen holzcrneii Pforte, wclche in der grossen holzerncn Pfortc angebracht ist. 
Die Schliissel zur grossen, wie zur kleinen Pforte sollcn durch dcn Rath dem Capitcl fiber- 
geben, uud letztercs vom Rath ersucht wcrden, solchc Schliisscl bei drohendcr Gcfahr und 
Noth dem Rath in Vcrwahrung zu geben, welches in solchcn Fillen zu thun das Cepitel sich 
nicht weigern darf; aber auch der Rath soll bereitwillig, wcnn Probst, Prior und Domhcrren 
es bedurfcn, dic Pforte aufschlicsscn; cr behilt jcdoch die Schliissel, so lange die Nolh 
daucrt, io seiner Gewalt. Alles dies aoli der Rath, acht Tagc nachdem die Duna vom Eise 



Digitized by Google 



befreit sefn wlrd, fur seinc Kosten bewerkttelligen. Wenn Rath und Gemeinde der Stsdt, 1336. 

bei iteigender Forcht, zor grdssern Sicherheit die Pforte bewschen wollen, so sollen sie 

den Probst, denPrior und das Cspitel ersuchcn, aof ihre Kosten, um den feindlichen Angriffen 

zn widerstehen, fiber derselben eine Befesligung (propugnaculum) zu erbauen, in welcher der 

Rath zur Bewachung der Stadt und der Didceae bei Tage wie bei Nacht einen Wiichter halten 

darf. Wenn das Capilel, deshalb gehdrig erinnert, die Befestigung zu bauen uuterlisst oder 

sich weigert, so darf die Sudt den Bau, wcnn es erforderlich ist, ohne Behinderung ansffih- 

ren. In Betreff der andern Pforte, welche zwischen dem Thurme der Cathedrale zur heil. 

Jungfrau und der Pforte des erzbischdflichen Hofes belegen ist, durch welche man zur Stadt 

ein- und ausgeht, ist beliebt, dass wahrend der Dauer der Noth die Domherren diesellie den 

Biirgern, wenn und so oft es das Beste der Stadt erforderl, bei Tag und bei Nscht ohne 

alleu Wideratand aofschliessen. Wenn jedoch die Gefahr und der Nethstand voriiber ist, 

soll die ofterwihnte verbaute Pforte, mit Ueberlassung der Schliissel an die Domberren, bis 

sur Helmkehr des Erzbiachofs frei sein, mit Vorbehalt der Privilegien und Freihciten beider 

Theile. Beide Theile iasaen ab von jeglicher Appellation, Klage, Beleidlgungen , Beschim- 

pfisngen etc. Welcher von beiden Theilen diese Einigung vcrletzt, erlegt eine Pon von 1000 , 

Msrk reinen Silbers zum Bcsten der erzbischdflichen Kammer. Beide Theile sollen einander 

nicht zuwider handeln, ihre gegenseitigen Intcressen fdrdern etc. 

Aut demselben Nolariatsinstrument bei Hupel I. c. S. 300 fgg. im U.B. Nr. DCCXXI Das 
Rigiscbe Ralbiarchiv entbalt auch eine Orlginalatuferilgung: lodex Nr; 314. 

850. Arnold von Vgfnusen, des heil. R6m. Reiches offentlicher NoUr, urkundet: Naeh- Fabr. 18. 
dem die in dem vorstehenden Schiedsspruch (Nr. 849) genannten. Schiedarichter diesen ihren 
Anssprnch vor dem Bischof Jacob von Oeael und vor den Parteien verlesen und publiciren 
lasscn, nahmen Voigt, Rath und Gemeiude der Biirger Riga's lolchen Aosspruch, wiewohl er 1 
tbeilweise wider ihre Privilegien Iaute, aus Ehrfurcht vor dem Bischof und vor ihren Schieds- 
riohtern, gntwillig an, jedoch rait Vorbehalt ihrer Privilegien und Freiheiten; der Probst, 
Prior und die Domherren dagegen verwarfeu den Ausapruch und traten ab. (Hier sind die 
onter Nr. 847—849 registrirten Urkunden eingeschaltct). Unter soldien UmsUnden sprach 
der Rigiache Rath, unter Zostimmung des Biichofs vou Oesel, in Gegenwart hinzugezogener 
Zeugen, das Capitel so an: „Der Bischof von Oesel hat uns ermahnt, Euch auf keine Weise 
so belistigen, und ist sein Wiile, dass wir lolches unsern Mitburgern verkundeu, wosu wir 
bereit sind, aofern Ihr gegenseitig onsere Interessen fordern wollt." Der Probst erwiderte 
hiersuf: „Ffir uns und die Unsern ist bis jetst nichts ausgesprochen." Da trat der Pfarrer 
Arnold Stoyve, mit dem schiedsrichterlichen Ausspruch in der Hand, m, und ssgte: ,^lerr 
Probst ondHerren desCapitela! Seitens des Hrn. Bischofs von Oesel und der Herren Schieds- 
richter frage ich, ob Ibr diesc Urkunde oder eine Abschrift derselben empfangen ond deren 
Inbalt beobachttfn wollt?" Der Probst antwortete darauf fiir sich Ond die Seinen so etwe: 
n Eine Abschrift der Urkunde zu empfangen sind wir bereit, nicht als Form der Einigong 
and Eintracht, aondern um eine Abschrift zu haben, sofern Ihr sie uos zu geben beschllesat; 
die besiegelte Urkonde aber werden wir nicht cmpfangen, weil wir ihren Inhalt durcbaos 
nicht »nerken D en.« 4 Wie der Ratb solchea vernahm, appellirte er mit lebendiger Stimme an 



13«. den apoiiollscHeri Sttahl, und versprach solche Appellatlon in der 
lifch von tich zu geben. 



Dls Ortg. adf Perg. Im Rlg. Ralhiarchlv (Inde* ». 313}, and danrach abgedf. bel Buptt a. t. 
O. 8. 3» und im Lirl. U.B. Nr. DCCXXll. 

t 

1. 8ol. hudfried, Probst, Ludolph,' Prlor, und dan ganze Capitel der Rigiicben Kirebe 

ut-tnnden, dtts Engetbert, Blachof von Dorpat, mlt seinera Capitel, seirren Vasalien nnd der 

Stidt Dorpat, tur Beilegung des Streites zwischen ibnen und der Stadt Higa, iiber di« Ver- 

bahung derPforte, nachstebende feierliche Boten abgesendet haben: Thiderich Schu>ut% ifiigtf% 

Domherffl, Conrad Krmue {Critpui), Vasallen, und Heintith Seelen, Rathmann der Klrche 

und der Stadt Dorpat, welchebis inr RSckkehr dea Erzbischofs nacbstehenden von beidea 

Theiten genehrnigten Vergleich zu Stande gebracht: Dle Boten wollcn die in Rede steliende 

mit Stcineti verbante Pforte fiir ihrc Kosten offnen und die hdlzernen Thorflfigel in die 

Angeln hangen laisen; darauf soll der Rath dic Pforte Terschliessen, die Schfhssel den Ca- 

pitelaherren ehrforchtsvoll anbieten, nnd letztere aie dere Rathe gutwillig zurhckgebeii; den 

Schlfissel sur kleineu Pforte behaHen die Dotnhcrrcn zu ihrer Bequemlichkcil , nachdem sie 

lhn selbst oder durch ihren Offlcial im Ilofc Cin curia) in ihren speciellen Verwahr erhalten. 

Wetfn die Predigerbriider und die Mlnoriten dic SchlCisel zu ihren Pfortcn dem Rathe iiber- 

geben, soll das Capitel den seinigen auch dcm Rathc ubcrreichen, lettterer jedoch rerbunden 

tein, wenn ea fur daa Capitel nothwendlg ist und der Rath deshalb angegangen wird, die kleine 

Pforte zn offncn, die Schliistel indess so langc in scincr Hand behalten, tls er im Besitz der 

SchlBsiel der PredigerbrQdcr und dcr Minorlten ist. Wenn ubrigem dic Pfortea ge5ffnet und 

die ThorfiSgel eingehlngt sind, ioII das Capitel dle Pforte selbat von tunen rrach der DOna hin 

mit einer *wei Zlegel dicken Mauer (rnuro duorum laterum ipisso) feat umbauen, die 

obgedaehte kleine Pforte abcr durchaus offcn bleibeu; auch will das Capitel fiir selheKosten 

' iaber der Pforte eine Befestignng (propognaculum) ffir dic Wichter det Sttdt erbtuen. Dte 

klehie zwlacbcn dem Kirchhof der Cathedrale zur heil. Jungfrau und dem Hofe des Erz- 

bl8chofs befindliche Pforte soll mit einem Schlosse versehen wcrden, welches von auBien und 

innen mtt einem Schlfisscl geoffnet wcrden kann, so jedoch, dass das Capitel einen und der 

R*th einen aweiten SchlOssel zu dlesem Pfortchen haben se4K Diese von beiden Ttieilen 

aceeptirten Bestlmmungen sollen bis zur Ankunft des Erzbiichofi Friedrich oder teines Nach- 

folgeri gelten, welchem die allendliche Beilegung der Sachc vorbehaltcn wird. Entgegenge- 

aettten Falls soll mit Aufhebung dieses Vergletchs Alles in dem Zuataade verbleibeu, in weU 

chem die Boteu die Sachen gefunden, d. i. das Capitel soll die ron ihm an erbauende Be- 

featlgung nnd Mluer wieder abtragen; der Rath und die Bttrger aber die Pforte wiedet mit 

Steineh vcrbanen, wle bisher; Qbrigens mit Vorbehalt der Prlrilegien und Rechte beidcr Par- 

teleu. Latztete verpfiichten aich endlich, ilch gegenseitig keinerlei Leid anzulhun. 

Das Orig. auf Perg. Itn Rig. Rathsarchlv (Index Nr. 315) und darnach abgedruckt in Ilupefi 
B. n. M. I, 368 uod im Llvl. U.B. Nr. DCCXXIII. 

Mal 8. 86*2. Karl Naeskttnungson, Rath des Kdnigs von Schweden, sehreibt aq die Burger- 

meister und Rathmanrten, so wie an die Bfirger RevtPs: Ich theile Euch mit, dtta die REthe 
det Konigi von Schweden, ntmentllch der Erzblichof von Upstla, Herr Kmut Jooruon, 
i Truchseis von Schweden, ao wie der ganze Konigl. Rath mlch kurzlich abgeiendet haben, 



Digitized by Google 



am 4as uoten zu ex*ih*e»de Geichift auiznrichtco, wenn nacallch wegen ibrer Verwendnng J^. 

die Angelegenheit, welcbe zwleaben dem exllen Hexm Matthias KuatHmundason, Havptroann 

tod Finuland, eod Eugli obschwebt, ein gutes Ende und «inen StUlstand (concordiae treugaa) 

gewianen kaan, and dies, weil in den jiiugst verflosseuen Fasten der Herr Drost Kanut 

Joonson den Kdnig Ton Danemark personlich instandig gebeten , dass er in Gemeinschaft 

nit den» , Scbwedischen Rcicharath mit dem Herrn Matthias Kyatilmutidason, dcm Ihr 

bcdeutenden Scbaden zugcfugt, wegen eioes Friedeus uuterhandele. Alu ich tur Bewerk- 

ateUigwng djeaca Geichifts sum Herra Matthias aicbt ver dem Abgange aeiner Knechte 

Cfamuiorum) gelangte, kam ich su spat; dennocb wlinscht Herr Matthias, durcb so gewichtige 

BUte dazu bewogen, bia zum bevorstehenden Martinifeste mit Euch wegen des Friedens und 

Bundnisseszu unterhandeln, damit Ihr in solchem Termin, (auch) wcnn Ihr fur schuldig befunden 

werdet, bessere Friedensbedingungen erhaltet. Wenn Ibr in der arigefiihrten Zeit nach 

Finnland kommeii aolltct, so werdet Ibr vor Alleu, die aus Liebe zum gcdachtcn Herrn und 

za mir thnn und Jassen wollen, sicher sein ; weim Ihr aber mit dicser roeiner llebereinkunft 

(pleeitaUo) Euch oicht zufrieden gebt, so will icb zwei oder drei Eurer Biirger durch mebie 

offenen iiriefc sicber geleiten, zum Herrn Matthias su kommen, mit ihm zu untcrbandeln, 

heirosukehren, tad eine festere Zusicheruug (protestatio) des obgedacbteu Termias von dem- 

seiben zu erlangen , und soilen zwei oder drei von Euch nach Schweden kommeu, um, durch 

Vcrmittelung des Kbuigiichen Ratbes, den Zwist beizulegen, deu Schadcn abzuwagen und zu 

craetzen. Schrcibt mir baidigst, ob Euch diese meine Uebereinkunft genehm ist. 

Nach einem Ortgim.ltraimumt vom I5.Mai 1326 (s. die folgende Reg. 853) auf Perg. im Revaler 
RailMarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. D (XXXIV. Dent Schreiben selbst fehlt dle Angabe. des 
Jabres, iodess Ut es, rait RUcksichl auf die Reg. 845. 855 und 850, in dletes Jabr tu •etxen. 

863. Bruder Arnold, Prior, und der ganze Convent der Predigerbriidcr in Rcval trans- Mai 15. 
snmiren das Torstehende Schreiben des K. Naeskunungson. 
Das Orig. suf Perg. im Revaler Ratbsarchiv. 

854. Dieselben transsnmiren das Schreibeu dea A'o««t Joouson an den Retaler Rath Mat 15. 
vom 30. Novbr. 1325, oben Reg. 845. 

Das Qrlg. auf Perg. ebendas. 

855. Karl Neskyngenson , Voigt von Finnland, urknndet, dass er mit der Gemeinde MaJ 31. 
und Stadt Reval fiir sicb, seloe Freande, Angehorigen (familiarcs) und Goiiner, uad die 
ubrigen Bewobuer der Vogtci Finnland, nimiich Finniands, Allauds, Nylands, Tave- 

• tieus o. a. dahin gehoriger Lsudcr, eiaen festen Fricden vom bevorstebenden St. Jobannia- 

Baptistenfeate ab auf awei Jahre abgeschlossen, so dass die Biirgcr Revals mit ihren Schiffen 

in dic Hifen der genannteo Linder pfad alle audern Hifen frei und sicher »or den FinnJan- 

dern einlaufen konnen, auch alle im Uafen RevaPs uud auf der Rhede beim Hafen befind- 

lichen Schiffe von deu FiniilHudern auf keine Weise belistlgt wcrden lollen, so iange die 

Revalenser nichts gegen die Finnlander unternehmen. 

Natli einem OrigiaaliraDssumt auf Perg. v. 29. Augu*t 1326 (Reg. 858) in Uemselheo Arcbiv 
abgtdr. im Livl. U.B. Nr. DCC*XV. 

856. Pcter Joomon, Voigt toh Wiborg, urkundet, dasa aJIer Streit nad Zwiit, w*W»er Jsjll 10. 
blaher zwiichen Rath nnd Biirgerscbaft von Reval, und ihm, dero Voigt, und seinen Wjborg- 



76 

13%. tchen Burgmannen (caatreuses) stattgehabt, vollstindig beigelegt tei, nnd deaa beide Theile, 
ala wahre Freunde, wo es auch ael, einander fordern und ehren wollen etc. 

Nach dem Orig. auf Ptrg. in dem*. Archiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCXXVI. 
Ang. 16. — Die bci Arndt II, 86 «u diesetn Jahre angefubrte Urkunde ChristopKt II, Koniga 

ron Danemark, gehort ina Jahr 4325. S. oben Reg. 842. 
Aog. 37. 857. Grinaduct zwlschen Lexten und Virginare in Cnrland, d. d. anno XXVI, 
Mittwochs nach Bartholomiii. 

Ein Extract in dem Archiv des Gntes Popen in Carland, angefQbrt in den Mittheill. IV, 505 Nr.96. 

Aug. 39. 858. Olatu, Bischof von Reval, transsumirt die Urfcunde v. 31. Mai d. J. (Reg. 855). 
Datum in curia nostra Kanniaaar, anuo Dom. milleaimo CCC vigeaimo sexto, die decolla- 
tlonia a. Iohannia Baptistae. 

Das Orig. auf Perg. im Revaler Ratbsarchiv. . 

OcioL.21. 859. Laurentius, Pfarrer der Kirche au Kariis, und Lindwidut, Stenereinnehmer 
(exactor) des Herrn von Abo iiber Njland , schreiben an Btirgermeister und Rath au Reval : 
Auf den Bericht des Laurentiut Skyoldara, Ueberbringer dieses, iiber unsere an Eurem 
Strande untergegangenen Leute und Guter, danken wir Euch fur dasjenige, was Djr in dieaer 
Sache und wegen Erstattnug der geborgenen Guter an deren rechtmassige Eigenthiimer gethan, 
und bitten Euch, da wir erfahren, dass der Hauptmann (praefectus) des Schlosses jene Giiter 
•n sich genommen, Ench noch ferner der Sache anzunehmen ; zur Betreibung dieser Angele- 
genheit haben wir aowohl den Laurentiut Skyoldara, als den Kyatillut, den wir schon friiher 
•bgetandt und mit einem Briefe versehcn, ermachtigt. 

Nacb dem Orig. eof Perg. im Revaler Rathsarchiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCXXVII. 

— Der in den Mittheill. VI, 283 in dieses Jahr gesetzte Protest des Ordensprocuratora 
Johannet von Elbing gehort ins J. 1325. S. obcn Reg. 838. 

1527. 

1337. 860. Grinaduct zwischen AmbotcnundDnrbenin Curland. 

°- T ' Eine Abacbrift im Po,»eo'»chen Archiv, angef. in den Miltheil. IV, 507 Nr. 45. 

Mlrt 4. 861. Engelbert, Biachof von Dorpat, bekennt : Da zwischen Jacob, Bitchof von Oesel, 

nnd dem Livlindischen Meister wegen des vierten Theiles gewisser Giiter in dcr, Wieck 

ein Streit entstanden, so habe er denselben, mit Zuziehung seines Decans, dergestalt ge- 

scblichtet, dass, mit Vorbehalt der Rechte beidcr Theile, der Streit mittelat eines Tausches 

(per modum concambii vel per mutationem) bia zum Sonntage nach Petri-Pauli vertagt itt ; 

in der Zwitchenzeit aolien awei von jedem der beiden Theile erwihlte Unterhindler die 

niheren Verhiltniase genau crforschen, worauf der Bischof, wenn ea nicht durch Andere 

geschehen kann, allendlich die Sache verglelchen wolle. 

Nach einer flQchtigen nnd fehlerfaaften Abschrift io Uiarns Collectaneen I, 333 (Index Nr. 3339] 
abgedr. im Livl. U.B. DCCXXVIII. 

Mal 13. 862. Burgermeister und Rath der Stadt Soest (Susatum) schreiben an Biirgeraneister 

vnd Rath an Reval : Nachdera die Nachricht angelangt, dast Henhann von Soett in Reval 

Jer jnngst vcrflottenen Fastenaeit erschlagen worden, hitten die vollbiirtigen Ge- 



Digitized by Google 



t 



77 



gewiesen, daia sie die wahren ued nichsten Erben zum Nachlass des gedachten Hermann seien, 1327. 
nad den obgensnnten Heinrich, den Vorzeigcr dieses, zu ihrem gesetzlichen Frocurator ernannt, 
damit er den Nachlass dcs Hermann einfordere und empfange. Der Soester Rath bittet 
demnach den Revalschen, die Giiter dem Heinrich ausliefern zu lassen, and Qbernimmt die 
Verantwortung ffir alle etwanigen Nachforderungen. 

Nach dem Origlnal auf Perg. im Revaler Ralhaarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCXXIX. 

863. Chrittopk JL, Kdnig der Dauen nnd Hersog von Esthland, Kdnig Erich, sein August 9. 
Sohn, Otto und Woldemar, gleichfalls scine Sohne, bekennen, dass sie von dem Herrn Bar- 
thohmdus von Velin, ihrenr getreuen Rilter, Seitens ihrer Ritter, Knsppen und Mannen in 
Esthland 400 Mark Silb. Rigisch ricbtig empfangen, daher den von deu Rittern, Knappen 

und Mannen iiber jene Summe ausgestellten Bricf casairen uud vernicrhcn, und sie desmit- 

tclst vollstandig quittiren nad von jeder Nachforderung durch sie oder ihre Nachfolger bcfrcien. 

Nacb dera Origlnal auf Perg. im EitbliinH. Ritlercchafuarcbiv abgedr. in v. Bunges Archiv I, 
311 Nr. I», a und im Livl. U.B. Nr. DCCXXX. ' , 

864. Dieselben urkunden, dass sie ihre Ritter, Knappen und Mannen in Esthland wegen Auguit 9. 
der 1060 Mark Silb. Rig., welche der verstorbene Konig Erich (Mcnced), zufolge des Zeug- 

nisses (secundum veritatem) des Ritters Bartholomau» von Vclin, gehoben, von jeder Nach- 
forderung durcb sic und ihre Nachkommen befreien nnd quittircn. 

Nach d.Orlg.auf Perg. in dems.Arch. gedr. in p. Bunges Arch. l.c. Nr.l9,b u.lm U.B.Nr.DCCXXXI. 

865. Peter Joonsson, Voigt von Wiburg, bekennt, dass Rath und Burger der Stadt Aug. 15. 
Reval ihm von den 200 Mark reinen Silbers Gothiandischeu Gewichts, die sie ihm schuldig 
gewesen, 26 Marck in Reval und 174 Marck in Wisby bezahlt haben. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Bevaler Ratbtarcbiv abgedr. un U.B. Nr. DCCXXXIII. 

1528. 

866. Werner von Ortela, Hochmeister des D. O., thut kund, dass, als er mit den ,33 ®- 
obersten Gebictigern des Ordens etc. ein Generalcapitel seinea Haapthauses zu Elbing ge- 
halten, daselbst als Gesandte der Briider des Ordens. in Livland erschiencn seien ! Eberhard 
{von Monheim), Comthur zu Goldiugen, Johann genannt Vngenade, Marschaik und Erken- 
hert, Comtbur zu Wenden, genannt Luck, und vorgetragen hatten, wie der gegenwartige Or- 
densmeister in Livland wegen Gebrechlichkeit und Kriinklichkeit seinem Amt .nicht gehorig 
vorzustehen im Stande sei, und wie ferner die Bruder in Livland wegen der grosscn Entfer- 
nong des Schlosses und Lsndes Memel (Memle), und mancher andcrn Mangel desselben, 
diese Besitzungen nicht mit Bequerolichkeit handbaben, dieselben daher lieber den Briidern 
in Prcnssen abtreten mochten. Nach gepflogener Bcralhung roit dem Capitel, ernennt der 
Hochmeiater. den obgedachtcn Eberhard, Corothur zu Goldingen, "zum Meister in Livland, 
nnd nimmt den freiwilligen Verzicht auf das Schloss und Tcrritorium Memcl zum Bcsten 
der Preussischen Briider und roit deren Zustimmung, mit vollem Eigenthnm, allen Rechten, 
Nutznngen und Zubehorungen, an, und zwar in nachstehender Bcgranzung : Von der Miindung 
dea Flusses Heilige Aa ins Meer in, diesen hinauf bis iu seinem Ursprung, von da zum 
Felde Emmere gegen den Fiuss Emmerbeke abbiegend, diesen Fluss abwiirts bis zu 
seincr Muudang in die Menia, diese hinauf bla xu ihrem Ursprong aus dem See Haten- 



78 ' . 

1338. plute, und soll das Karaoviterland mit dem Sehlois und TerrJtorium toh Merael ffix inuaer 

zu Prousaen gehdren. Weil daa Ordemschloas Goldingen in Livland an Fiscken Mangel 

zu lciden pflegt, so wird bestiramt, dasi, wenn die Brudcr in Momcl mit der fiir ihren 

Bedsrf gcniigenden Quantitat Fische aich versorgt, die Briider von Goldingen, ohne daran 

gehindert su werden, von den Fischern ihrea.Bedarf an friichen Fischen, welcbe Sterkina 

(nach Hiarn: Strekevota) genannt werden, und >war 60 Stiick fiir 2' > (nach Hidrn 4) Mark 

Preusa. Pfennige, und das^Hundert Hechte fur iVs Mark, kaufen, auch dio Fiachc mit Shrem 

Salz einraachen durfen. 

Nach einer Abschrift im geb. Archir zu Konigsberg (Mittheii. IV, 491 Nr. 316, b) abgedr. in 
Voigl s Codet II, 161 Nr. CXXIII und darnach im Livliind. U.B. INr. DCCXXXIII. Eioe aadere 
Ab.cbrift in //i«fm* Coll. I, 306, Index Nr. 3318. 

Juni 15. 867. Reimar, Meister des D. 0. iit Livland , urkundet, daia, unter Vermittelung Fn- 

gelberts, Bischofs von Dorpat, lwischen Nicolaus , Bischof von Oesel, und dessen Capitel, 
Namens der Oc8el'schen Kirchc, einerseits, und dcm Ordensmeiatcr und seincn Briidern ande- 
rerseits, in Betreff dcs vierten Theiles dcr Lehngiiter toicher Vasallen dea Bischnfs in der 
Wieck, welche erblou venterbcn etc, nachstehender Vergleich zu Stande gekoramen : Der 
Orden verzichtet auf jcdes Recht und jeglichen Anspruch, welcher ihm Kraft sciner Privi- 
legicn oder durch Verjahrung oder aua einem andern ltechtsgrunde auf das gcdachte Viertel 
der erblosen Lehugutcr zustehen oder sustehen konnten, so jedoch, dass diejenigen Giiter, 
welchc der Orden zur Zeit des Bischofs Jacob von Oesei aus jenem Grunde in Bcsits ge- 
nommcn oder ala Lehn vergebcn, dcmselben verbleiben. AIs Ersatz fur dieiei Viertel iiber- 
lasst der Bischof, mit Gcnchmigung des Capitels, dem Orden mit allen Rechten und Znbe- 
horungen die 36 Hakeu, welche Herr Ritter Alexius in der Parochie Hanel von der Oeaei- 
achcn Kirche zu Lchn hatte. Desgleichen crlaiacn Biichof und Capitel dcm Orden die ihnen 
fiir daa Dorf Raidelae achuldigen 3 Mark. Schlieaalich vergeben sich beide Theile die 
gegenaeitigcn Beleidignngen etc. und versprechen mit einander in Friedcn und Einigkeit zu 
leben etc. 

Aus dem handsehrililicben Werke : Niinztatura di Polonia abgedr. bel Turgenew I, 112 Nr. 
CXIV und darnaeh im Livl. U.B. Ife DCCXXXIV. 

— Die SUtuten des Hocbraeisters Wvrner von Orteln, welche Menius (histor. Prodr. 
<j XI), Kelch S. 112, Arndt II, 87 und Andere in dies Jahr setsen, gehdren erst in das 
folgcnde: Reg. 870. 

1529. 

I3J9. 868. Helmold ton Sage, Ritter, bekennt ffir sich und mit Genehmigting seiner Erben, 

Mai 1. dass er alle Giiter, die er xwischen dem Kloster Pades und der Mittc des Flusses des 
Dorfes Wasemulc gehabt, dem Abt und Convente in Pades vermacht, und dass leine 
Esthen den von den mit Roggen besieten Feldern zu entrichtenden Zebnten dem Abt und 
Convent verabfolgen sollen. Wenn auch meine Estheu neue Aecker durch Rddung oder 
Bruch (per ignita aut fracturas) sur Gerstenaaat bereiten, ao sollen sie die Saat ernten, aber 
anch davon dem Convent den Zehnten entrichten. Nachdera in diesem und im folgenden 
Jahre die gedachten Aecker benutzt aind, sollen weder ich, noch raeine Erben, noch die 
Esthen irgend ein Eigenthum an den in den beiagtcn GrSnzen liegenden Aeckern haben, sondern 

\ 

■ 

Digitized by Google 



diesclbcn rom Abt und Convent frei benutit werden. Indess sollcn die Banern Ton Waie- 1329. 
■«ItyiM H«l«ngtrecht, das aie aeit jeher gehabt, behalten. 

Nacb dm Orig. gedrackt bet Suhm XII, 373 ut»d darnach Im L1t>. U.B. Nr. DCCOXXXV. 

869. Pabat Jokann XXll. trigt dem Bischof von Oesei auf , daa Urtheil iu volliiehen, juli 11. 
welchea der Bischof Ton Dorpat in Betreif des Dorfes Anten fur das Rigischc Capitel wider 
den Bischof Paul toh Curiand gefallt. D. d. Avlnlonae, V. nonas Iulii, pontif. anno XIII. 

Da. Orig. befand »ich Im ehemal. RigUchen eribi»cb50. Arcbiv: Hittheil. M, 60 Nr. 68. 

* • 

879. Staroten des Hocbrawiatera fFerner von Vnebt, Terfaaat auf dem grossen Ordens- Sptbr. 17. 
capitel «n Moricnburg: 1) Nach dem Tode eines HflchmeJttera wlrd oh.e Venug ein 
Sutthalter desselben gewlhlt und dieter tchreibt sofort dem Dcutschmeiater, dass er sich 
naeh Prenaaen Terf&gc, Sobaid lctiterer anlangt, empfangt er von dem Statthalter dan 
Ordenssiegcl und wird Tom Orden, wie von dem Lande Preotten alt Statthalter det Hoch- 
melstera aufgenommen, und, wenn die neue Wahl sich venieht oder streitig wird, ihm ge- 
buldigt. 2) Behufs der Ilochroeisterwahl ernennt tunlchtt der Deotschmeister, — nachdem 
er auch den Meister tn LJvland eingeladen, wenn et ilim Noth dOnkt, mit den nachatcn 
BrQdern m ertchcincn — mit Bath des Capitela einen Wahlcomthur; dieaer wablt einen 
iweitcn, dlese beiden einen dritten und so fort, bit ihrer 13 sind, welche die Wahl 
voilsiehcn. 3) Wer auf irgend cioe Weite nach dem Meiateramt strebt, darf daiu nicht 
gewihlt werden; bedient er sich dabel weltlicher Gewait oder fremden Einfluaaet, von 
Fabst, Kaiter etc, oder wirft sich eigenmichtig znra Hochmcitter auf, so geht er aller 
seiner Wftrdcn fUr immer vcrlustig und unterliegt einer lebcnaliinglichen Gefingnisaalrafe. 
4) Der Hoebmeister darf keine Schlbsscr, Sfidte, Land, noch Leute hingeben, versetzen, 
verkanfen oder vcrtauachen, ohne Wissen, Bath und Wilien des Deutschmeisters und 
det Meisters iu Livland; dic Einwillignng dcs Meisters iu Livland ailein genugt nicht, 
wenn anch alle Gebietiger in Livland und Preussen beiatimmcn. Handelt ein Hochmeitter 
dagegen, und raacht — aufVerlangcn des Deutscbmeittera — die Sache nicht in drei Monaten 
rilckgingig, so geht er seinet Amts verlustlg, falls der Wcrth dcs verauaaerten Gegen- 
atudet 2000 Mark lothigen Silbcrs iibersteigt; itt der Wcrth geringer, so gcniigt nr Ver- 
iusserung die Einwilligung der niichsten Prcussisciien Gebietiger; auch ist ea dcm Hoch- 
roeister vorbehalten, heimgefallene Lehen Prenstischer VasaJlen mit Rath aeiner Gebietiger 
des Ordcns Diencrii oder andercn edlen Leutcn tu Lehn zu reichen. 5) Wcnn der Hoch- 
meitter einen Ordejisbruder, der ein unordeutiiches Lebcn ffihrt, nicht oder nicht gehdrig 
straft, a* wird er im Capitel deshalb^erinnert; bei wichtigerea Sachen wird der Deutsch- 
roeister deahalb berufen; und wenn der IlOchmeister in drei wichtigen Fiilen der Art seiner 
PAIeht nicbt nachkomrot, so wird er seiuca Amtes entsetzt. 6) Wenn ein Hochmeister seinen 
Amtseid oder ein von ihm gcthanes Gelubde nicht hiit, wird er von dem durch den DeuUch- 
maitttr iu bcrufenderr Capitcl seinea Amta fiir verlustig erklirt. 7) Diejenigen Ordensbruder, 
welche dem Hocbmeitter in dergleichen Vergchcn, auf dencii Amtsentsetzung steht, mit Rath 
and That beigcatanden, werden gleichfalis ihrer Aemter entsetzt und dcr schwertten Busse 
und ewigem Gefingniaa unteriogen. 8) Wenn ein Hochroeistcr „zu weich odcr zu hart" 
regiert, dcsgleichcn wenn cr Siegcl und Briefe, die er gcgeben, nicht halt, 10 sollen ihrn die 



DiQitized 



I 



80 

• 

1329. Gebietlger in Prcussen sammt dem Capitel deshalb Vorstellungen machen, nnd wenn diese 
wiederholt ohne Wirkung sind, es dem Deutschmeister berichten, der die angemesseue Strafe, 
wie hier bevor, verhingt. 9) In allen obgedachten Fiilien toli der Deutschmeiater den Hoch- 
meister ein biB dreimal warnen und ihm eine Frist anberaumen , um daa Versiumte oder 
Versehcne gut zumachen; geachieht Letzteres und ist die Sache keine bedeutende, «o bleibt 
es dabei, wo nicht, ao verfahrt er, wie obgcschrieben. 10) Wenn ein Hochmeister, der aich 
vergangen, in Preusaen cinen groaaen Anhang hat, so daas der Deutachmeister es bedenklich • 
findet, sich nach Preussen zu begebeu, so darf er, der Deutschmeister, den Hochmeister ror 
cin in einem der Dctitschen Ordensschlosser veraammeltes Capjtel iaden, und muss zu solchem 
Capitel auch die nicht belheiligtcn Gebietigcr aus Preussen und Livland bcrnfen. Erscheint 
dann der Hochmcister, so hat er auf die ihm vorzulegenden Ueschuidigongen zu antworten, 
worauf das Capitel das Erkenntniss fallt. Wiil der Hochmeister dem Erkcnntnisa nicht nach- 
kommcn, oder bleibt er gauz ans, so wird er fiir keinen Hochmeister mehr gehaiten etc. 
11) Da der Meister zu Livland auch der obersten Gebietiger eincr ist und der nachste nach 
dem Deutschmeister, so ist es billig, dass er in alJen diesen Sachen ciu Mitwissen hsbe, auch 
dem Deutschmeister getreulich helfe und ratlie, auf dass dcr Ordcn iu Ehren und Wurden 
bieibe. Darnm wird verordnet: Wann und wie oft es dem Deutachmeister gebuhrt, mit den 
Gebietigern und dem Capitel einen Hochmeister zu „rechtfertigen" (d. i. richten) uber 
Artikel obgedachter Art, soll er den derzeitigeu Meister zu Livland berufen, selbst oder mit 
cinlgen seiner Gebietiger, sofern letzteru erforderlich sind, zu dem Capitel sich einzufinden, 
oder ihn sonst nach einem gelegenen Orte ohne Capitel einladen, und weun er ihm also 
schreibcn wird, zu ihm zu kommen, mnss er es thun und dem Deutschmeister behulflich sein 
und rathen, dass solche Uebeithat gestrafet werde. Kann der Meister zu Livland aus trif- 
ftigen Grunden nicht kommen, so aoll er doch eine Anzabl seiner „ treffiichen" Gebietiger, 
mindestens iwei, mit geniigender Vollmacht senden. Wenn der Meiater zu Livland weder 
aelbst kommcn, noch jemanden senden kann oder will, so soll der Deulschmeister dennoch 
die Sache vornehmen und vollfiihren, gleich als wenn der Meister zu Liviand mit seinen 
Gebietigern gegenwartig gewesen wire. Diesc Gesetse sind nicht in das Ordensbuch (d. i. die 
Ordensstatuten) einsutragen, weil sie nicht zur Kenntniss des gemeinen Mannes kommen sollen. 

Nach einer Abscbrift des Deutschen Texte» in der Kfinigl. Sfblossbibliolbek zn Kdnigtb. gedr. 
in /,. p. Baciko t Geschichte Preussen», und darnacb im Llvl. U.B. Xr. DCCXXXVI. Ein Latei- 
niscber Text in eineru Tranuumte v. 29. Decbr. 145« imKonigsb. geh. Ordensarcblv» Ind. Nr. 1837. 

Septbr. 871. Chrutoph 11., Konig der Diinen und Herzog von Esthland, urkundet, dass sein 

2L geiiebtes Land Esthland, mit den dortigen Schlossern, Stadten und Befestigungen , weder 
von ihm, noch von seinen Nachfolgern, durch Vcrkauf, Verpfandung oder auf andere Weise 
je von der Krone oder dem Reiche Danemark veraussert werden solle. Aus Ehrfurcht zur 
heil. Jungfrau Maria verleiht er den in Esthland lebenden Jungfrauen das Recht, ihren Eltern 
erblich zn succediren; nach dem Tode der Jungfrauen aber fallt die Erbschaft an den Konig 
zuriick. Demniicbat gesUttet er t dass der nichste Blutsfreund der Knaben, wejche nach ihrer 
, Eltern Tode nachbleiben, mit Zustimmung der Verwandten, deren Vormund und Versorger 
sei, bis sie zum Alter der Vernonft (ad annos discretionis) kommen. Endlich sollen die 
Kdnigl. Rithe des Landes Estbland dieselbe Autoritit bei Fillung von Erkenntnissen baben, 



Digitized by Google 



welche aic aeit jeher gehabt, und lolien die Koniglicben Hanptleute nnd deren Beamten 1339. 

(officiales) ihnen darin keinen Widerstand leistcn. 

Nach dem Orig. aof Perg. im EsthlSnd. Ritterschaftsarchiv abgedr. itn Inlaod 1839 Nr. 8 Sp. 85 
ond im U.B. Nr. DCCXXXVII. FrUhere Abdrucke in Huitfelds Cbronik I, 450 und darnach bci 
Pontan S. 450, Hiftrn S. 150, Gadebusch I, 413 Anm. d. Dentscb, aus dem sog. rolhen Buche, in 
Etcers' Ausg. der Esthl. R. und L.R. S. 5S. S. aach noch den Index Nr. 317 und 3330. 

873. Derselbe urkundet, dnss zu Ringstadt zwischen ihm und seineu Kindern riner-Novbr.il. 
seits, und dem Hrn. Canutus (Porse), Herzog toii Ifalland nud Samsd, dessen. Kindern," 
Verwandten und Gbnnern andererseits, naclisteficnde Vereinbarung getroffcn worden: Aller 
gegenseitige Streit, Zwietracht und Feindschaft werden verziehen nnd ewiger Vergessenheit 
ubergeben. Der Konig und seine Kinder geben dem Herzog Canut und dessen Erben das 
Herzogthum Esthland, so frei, als es je von der Kronc Danemark bescssen worden, mit allen 
Schlostern, Befestigungen, Stadtcn, Ddrfern, Reval, Wesenberg und Narva, und allen 
andern Regalictt, Freiheiten und Rechten, auf ewige Zeiten zu Lehn, und fuhreu ibn ond seine 
Erben in den korpcrlichcn Besitz des gedachten Hcrzogthums cin, iibertragcn ihnen das volle 
Eigenthom und Besitzrecht daran, und begeben sich des Rechts, dasselbe je zuriickzufordern. 
Sie verpflichten sich, sammtliche Einwohner Esthlanda zu beauftragen, dem Herzog Canut 
und seinen Erben den Huldigungseid zu leistcn, nnd ihm, als ihrem wahren Fiirsten und 
Herrn, gehorsam und ergeben zu sein. Sic vcrsprechen, dass der Ritter JJeinrich Spliit dem 
Hcrzog Canut und seinen Erben, oder ihren Sendeboten, das Herzogthum Esthland binnen 
dcs nachstbevorstehenden Pfingstfcstes, Namens clcs Konigs und seiner Kindcr, auftragen soll. 
SoIIte dcr Ritter Spliit zur gcdachten Zeit bchindert werden, so soll die Auflassung unfehlbar 
spitestens zum bevorstehentlen Johannistage gcschehen. Ferner verpflichtet sich Chriatoph, 
nachdem er jcnseits des Beitcssund, namlich in Fconien und Jutien, als Kdnig anerkannt sein 
wird, dem Herzog Canut und scincn Erbcn wegen Erfiillung alles Vorstehenden eine Ver- 
sicberungsschrift auszustellen, welche mit den Sicgeln allcr Danischcu Bischofe und ihrer 
Capitel, so wie von 20 dcr machtigsten Edlen bekraftigt sein soll, n.imlich zehn westlich vom 
Beltessund : in Feonien und Jutien, — und zehn fatltch: in Scanien und Syiland. Schon 
gegenwiirtig verpflichtcn sich zur Aufrcchtcrhaltting dieser Uebereinkunft, ausser dcra Konige, 
dessen Sohnc Brich und H)tto; Johann und Hennechin, Herren ron Werle, dcs KSnigs Bruder 
Johann, Graf von Holstein und Stormarn; Alberl , Junker (domicellus) von Meklenburg; die 
Ritter Ileinrich Moltzan , t"hetler von Borkwald, Emechin von Wonsflet, Sicolans von Ban- 
sow, Heinrich Mordod, Heine von Rctsow, Conrad Moltike, Vikko von Lobeke, Hermann von 
Kremmin, Heinrich Xartmann, Vipe/t Lutsoghu, Heinrich ron Barnecowe, Johann ron 
Plesse, Marquard Stake, Marqnard, Heinrich und JViculaus ron Broethorp, Ritter, Conrad 
Preen, Vico und Hcnnichin Moltike, Nicol. ron Lobekc, Eggard JJrocthorp und Gott/ried 
von der Miihlen (de Molendino), Knappen. 

Nach dciit Orig. iiu Anliquitnten-An liiv xu Stocklinlni abgedr. bei Sidim XII, 334, and darnach 
im Livl. U.B. Nr. DCCXXXVIII. Andere Abdrticke: bei Arndt II. 82, Anm. ; nach einer Abschrift 
im Ktinigsb. geh. Archiv ilndex. Nr. 320): in Paukers Atiig. der Collcclaiteen von M. lirandis 
(Montiin. Livon. ant. III ) S. 10: nach eincr Ori-iiiatausferliguiig (?) im grossherzogl. Meklenburgi- 
schen Archlv tn Scbcverln: in Lisrhs Urkundensoinmlung /.urGescb. des Geschlecht* von Mallxabn 
I, 420, worilber eine Notii in den Miitbeill. I. 401 Nr. 5. Die AhdrUckc bei Suhm und Arndt 
baben die Jahrzahl 1321, wclche aber sclion deshalb nicht richtig sein kann, weil Canut Porsr. 
erst im J. 13*2 Hertog von Halland wurde. S. HuitfcUfs Chronik I, 423. Vergl. auch noch die 
Reg. dipl. Dao. I, 229 Nr. 1905 u. S. 24« Nr. 2008. 

t 



1330. 

,33 °- 873. Notariets-lnstrwnent: Die Herren Bnrgermeistcr und Rathtninner und die vor- 

' nehmsteu Burger der Stadt Riga, in grosser Zahl versammelt, sandten dreima! Boten, geiatliche 
aod wellliche, su dcn ehrw. Ilerren, Ilrn. Ludolph, Prior, und den fibrigen Domherren der 
Rigiachen Kirchc, dass sie ihnen in ibrcm Elcnd nnd ihrer Nolh Rath und Hulfe reichen 
mochtea., DieDomherren waren aber nirgends su findeu, dahcr obgedachte Bfirger, ao gut sie 
kounten, ihre Angeiegenheiten weiter verhandelten. Der worthabende Biirgermeister, Hr. 
Heinrich Meye, brachte unter Schluchien die Worte hervor: „lhr Herren uud bescheidenen 
Mfinner, geistlichc wie weltlichc, scid hier versajnmelt, um einander in dem Elend, in das 
wir leider gerathen, zu trdslen." Als ihm bei dicsen und ahnlichen Worten vor Weinen die 
Stinme versagte, nahm ecin College, Bfirgermeiater Johann von Vellin, das Wort, und sprach, 
ubrigens auch unter Weinen und Schluchsen: „Wir befindcn uns iu der grossten Nolh, und 
sind in diesem Kricgo leider voii allen unsern Frcunden verlaasen. Zwar konntet Ihr mcinen, 
daas wlr in den diesen Krieg betreffenden Angelegenheiten nachlissig gewesen; allcin Ihr 
wisscn, daas wir dieselben flp.issig in Obacht gcnommen. Denn wir habcn wcgen nn- 
Beechwerden an dcn Pabat und aeine Cardinalc gescliriebeu und sic dcmuthig um Rath 
Hfilfe gebeten; ebcnso wandten wir uns an die Seeatidte, wie wir denn auch den Landea- 
hcrrcn und den inliudischcn Sladten wiederholt unscre Noth geschildcrt. Yon keinein dcr- 
selben haben wir irgend einen Troat, weder durch Wort noch durch That, erhalten. Nun 
fehlt ea uns an Lebenamitteln, indem allc Victualien versehrt aind, wie wir durch eine iu dcn 
einzclnen Hiusern angcstellte Nachforachung uns fibcrseugt; nur Wenige haben noch etwas, 
•nd fiir das gcmeine Volk hat die Stadt nicht mehr, denn 3Va Laat Mehl. Viele sind, dcr 
Hungersnoth wegen, mit Lebensgefahr aus der Stadt gczogen; Audere sind Hungera geatorben; 
am Schlimmstcn ist, dass ein inncrer Krieg zu befurchten ateht, bei dcm sich die Menscheo 
gegenBeitig todten. Wir haben, wie Euch bekannt ist, wiederholt auf dem Miihlgraben und 
■nderwarts mit dem Meiater und den Brfidern des Deutachen Ordens unterhandelt, konnten 
aber dadurch nichu Erfreulichea erlangen, nud werden einen fur uns nnd die Unarigen uner- 
triglichen Vergleich eingehen musaen. Waa dabei zu thon ist, mdget Ihr selbat zusehen. 
Der Rath aber fleht allc Geistlichcn und Weltlichen, welche Getreide und andere Victualien 
haben, an, dasa sie um Gottes und um ihrea eigenen Heils willeu dcn Bcdiirftigen davon 
geben, fiir Gcld, so vicl ihnen beliebt; ffir diejenigen, welche kein Geld haben, versprechcn 
wir su gelegener Zeit su zahlen, und wollen dariiber eine Urkunde auastelien; auf dass wir 
uns so noch einige Zeit behaupten, und suaehen konnen, ob wir nicht von Freunden Trost 
an Victualien oder anderen Lebensbediiifnissen erhalten." Als hicrauf Alle antworteten, aie 
hitten weder Getrcide, noch andere Lebcnamittel, rief Hr. Johann von Vellin, weincnd und 
sehluchsend, aus: „0 Herr Gotl! Was solleu wir Armen in dieser Bedraugniss thun! i4 Ein- 
stimmig antworteten Alle, wie schon frfiher in der Stube von Soest, wo dic ganze Stadt- 
gemeinde, arm und reich, versaanmelt gewesen, ausgesprochcn war: „Der Mangel an Lebena- 
mitteln, und daas wlr nicht langer subeistiren konnen, ist uns sur Geniige bekannt; es ist 
mithin bcsser, dass wir irgend einen, wenn auch listigen Vergleich abachlicssen, als daea wir 
and Vermogen in Gefahr bringcn. Daher bitten und rathen wir, daea Uir baldigst 



Digitized by Google 




dte Saeha beendet, da wir kelnen besaern Ausweg sehen. Wm Ihr in dieser Bcsiehnng an- I3tt. 
ordnet, wolle» wir stit und fest halten. 4 * Dies Itt geachrhen in dem obcrn HefecUrium des 
•bgedackten Domherren der Rigiachen Kirehe etc. in Gegenwart vleler Zeugen. 

Nach den. Lateln. Qrig. a«f Perg. in Rlg. Rathaarchiv (Indev Nr. 323) abgedr. im Inland Jabrg. , 
1840 Nr. 3 Sp. 38 und in Livland. U.B. Nr. DCCXXXIX. 

874. Voigt, Bitrgermeister, Rath nad Gemeinde der Stadt Riga tlinn kund, dass wir am Miirz 33. 
Dienstag nach Litare (d. i. d. 20. Mirz) 1390 an dem Orte, Muhlgrabcn genannt, mit dcm 
Gebietiger und den Briidern dea D. O. in Livland zuaammengetreten, wo der alte Streit 
twiachen una beigelcgt worden, und wir nna nnd unsere Stadt, Gott uad der heil. Jungfrau 
Maria, so wie der Gnsde dea Meisters ond der Briider, mit allen uusern G&tern und Freiheiten 
nnterworfen haben, mit Vorbehalt jedech der Gesundheit unseres Leibcs. Und da Meister 

und Briider mifunsercn schlichten Worten sich nicht begnugten, so haben wlr ihnen frei- 

willig swei 1 hiirme unserer Stadt cingeuiescn und ubergchcti, nimlich den sog. Sandthurm 

mit seiucr Pforte und dcm ausserhalb der Mauer angelegtcn neuen Werke, utid den sogen. 

heil. Geist-Thurm, mit seiucr Pforte und dem darm grinzenden Marstall, welche Thiirme 

sie besitxen und bcwachcn aollen, bis sie berathen und ausgeaprochen, in wclchea Recht und 

Gnade aie uns und unsere Stadt geben wollen. 

Von dieser Urkuode, gewShnlich , t der nackende Brief " groannt, s wahrscheinlich ursprungiirh 
in Niederdeutscber Spracfae abgefaMt, findet sich eine Ahnrhrifl im geh. Onlensarchiv zu kOnigsberg 
(Inilex Nr. 3J4) und ein Ahdruek hel Amdt II, 89j darnach auch im Llvl. U.B. Nr. DCCXL. 
Voa einem tateinuehen Tezte, wafamcheinlirb Uebertetzung, werden iai koni^sb. geh. Arcbiv vier 
Abscbriften aufbi-wahrt i.lndex Nr. 3*21), nach deren einrr der Ahdrurk im Livl. UB. a. a. O. 
gemacht i>l. Daa Dalum bei Arndt a. a. 0.: „Frcltags nach Juiliea" Ut ohne Zweifel unrichtlg, 
da alle Texle iin ktioigsb. Archiv .,Freilaga vor Jadica" lesen, und dleae Urk. oflenbar Mter Ut, 
aU die folgende, welrhe vom Freitag vor Palmaonnlag , d. i. v. 30. Marz, und glelchbedeulend ntit 
Freilag nach Judica, dalirt Ut. 

875. Voigt, Biirgermeistcr und Rath, und Gcmeinde der Stadt Riga bckennen etc, dass M»rz 30. 
der Strcit, welchcr vielc Jahre zwischen uns eineraeits, und dcr Chriatenheit, dem Meistcr und 

den Briidcrn von Livlsnd andrcrscits bcstanden, inGilte bcigclcgt ist, und dass die Christenheit, 
Meister ond Briider durch uns und die Ileiden, uitsere Helfer im Kriege, viele Schiden, 
Belistigungen und Verfolgungen erlitten haben. Um Solchcs eiuigcrmasscu got zu machen, 
haben wir uns frciwillig gcgen dcn Mcistcr zu nschstchenden Artikeln verpflichtct: 1) Da ihr 
Convent zum h. Georg von unseru Burgern 5m erstcu Kriege zerstort worden, und damit wir 
keiue Verbindung mit dcn Ileidcn wciter eingchen, haben wir ihnen einen Ort neben dem 
heil. Geist angewieaen, auf dass sie sich daaclbst nach Bclieben ein Ilaus bauen mogen, und 
dasn ihnen einen Platz gcschenkt, eingeschlossen zwischen dem neuen Graben neben dcm 
Sleinwege, der sich vou dem Stadtgrabcn bei der St. Jacobspfortc grgcn die Viehweide aus- 
dehnt, bis zum Qucrgraben, gcnannt Cogclage*), mit der gleichnamigen Insel und den 
pbrigen Inseln bis zum Dunastrom. Jedocli soll die Viehweide, «i« aeit jeher gewesen, 
gemeinsam iein, und der Miihlbach beim Hoapital, mit allcn Bichen, die man hineinleiten 
kaun, sollen ihren frcicn Gang haben, zu daramen, zu atauen und M&hlen su bauen, wo es 
dem Meister gut diinkt zum Nutzen aeinea Hauset; zwei Windinuhlen aber behilt die Stadi 
aieh ror. 2) Alle Aecker, welche unaern Burgern zugehdrten, auf dem Rlgeholm nnd aof 

*) la Denucbea Tezte atebt ai. gea. Cogelego: „der da geht in dea Tegetlaktn." 

Digitized by Google 



1330. Locketare, mit demHofe, der GerlachRese gehorte, mit allem Zubehor an Aeckern, Weidca 
nnd Wieaen, lasaen wir ihnen zuiu Nutzcn des Hauses. 3) Daxu aollen wir gedachtera Hauae 
jabrlich 100 Mark, 36 Schilliog auf die Mark gerechnet, geben, halb zu Oatern und halb 
zu St. Mtchaelia*). 4) Auch sollen unsere Fischcr ibnen von allen Fischen, die sie fangen, 
den zehnten Fisch geben, zum Nutzcti des Hauses; und alles Rccht, das wir an dcr Wehre 
zu Mitau hatten, fiberlassen wir frei demselben Hause. 5) Alle Erbe und Grundstucke 
(areae, wurde), die dem Ordcn gchdren, aollen frei sein vom Schoss und allem Ungeld, daa 
man in Stadten ansuordnen pflegt, wie aie es seit jeher waren; die darin Wohnenden aber 
sollen gleich den andern Biirgcrn eteuern. 6) Ferner haben wir dem Meister und den Brii- 
dern das halbc Gericht unserer Stadt uberlaascn, so dass cin Bruder, dem es der Meister 
auftragt, mit unscrcm Voigt sitzen soll, alle Verbrechen nach dem Rechte unscrer Stadt zn 
richten, und die Brucbe und Pdncn zum Besten beider Theile zu erheben. Falls aber jener 
Bruder oder ein andeYer an seiner Stelle nicht zugegen sein konnte oder wollte, so soll doch 
das, was in sciner Abwesenheit gerichtet wird, volle Macht haben. 7) Derselbe Brnder soil 
auch zu jeder Zeit, wenn cr will und Musse hat, in unserem Rathe sitzen. 8) Wcnn ein 
neuer Rathmann gekoren wird, so soll er dcm Meister und dem Orden, wie der Stadt, Treue 
schworen; dasselbe sollen die .andern Biirger thun, von dencn es verlaugt wird. 9) Wir 
wollcn dem Mcister und Orden mit Rath und Hiiifc beisteheu gegen Alle, die ihu anfechtcn; 
ubrigeus mit Vorbchalt aller Rechtc dcs Erzbischofs und aeiner Kircbe. 10) Wenn der 
Meister selbat iu den Kricg zieht (rciset) oder cin (feindlichcs) Hcer ius Land einbricht, 
wollen wir H» nach unserem Vermogen und seinem Willen unterstiitzen. Wenn aber dcr 
Landmarschall mlt denen, dic dicasciU der Diina und in den Districten von Wenden und Sege- 
wold sind, zu Felde zieht, sollen wir ihm 30 reisige Mauner zu Pferde stellen. 11) Zum 
ewigen Gedachtniss uud zur Seligkeit der Seelcn derer, die im Kriegc von beiden Sciten 
erschlagen sind, sollcn wir 5 Vicaricn stiften, wo der Meiater sie haben will, jede von 6 
Mark Silb. Rig. , die Gulte halb zu Wcihnachten und halh zu St Johannis Bapt. jihrlich zu 
entrichteu; diese Vicarien soil der Meister verlehnen, wem er wliL 12) Wenn jemand in 
•einem Tcstamentc odcr andcrweitig dem Orden ctwas zuwenden wollte, das soll von uns nicht 
gehindcrt werden und volle Macht haben. 13) Da wir alle Privilegien, die wir vom Orden 
haben, dem Meistcr wieder ausgeantwortet haben, so aollcn diejenigen davon, welche wider 
diesen Brief sind, kcine Macht habcn. 14) Sollte wider den Meister odcr Ordcn in einem 
der angefuhrten Artikel ein Anspruch erhoben oder ein Hinderniss in den Weg gelegl werdcn, 
•o wollen wir sie, mit ihrem Rath und Hulfe, herausziehen und bfefreien. 

Da« >*iederdeut*cbe Original auf Pcrg. soll friiher irn Rig. RalhsarcJiiv gelegen habeni ein Abdruck 
bel Arndl II, 88; ein anderer. nach dein Original bericbligter in Hupets neoen nord. MUccllan. 
VII, 239, und darnach im Livliind. U.K. Nr. DCCXLI. Eine Lateinischc Uebertelzung , ivahr- 
scheinlich aus detn 15. Jahrh., im geb. Archiv zu Konigsberg (Index ISr. 322), darnach der Ab- 
' druck im U.B. a. a. 0. Dlese Urk. wird der SUhnebrief genannt, wiewohl sic im Verhiiltniss 
tutn cigentlichen Sllbncbrief (Reg. 878) - ebcr der nackende lirlcf beisscn kiiunte. 

' Mai 7. ^ 76 - Pab8t Johann XXIi, sciireibt an die Bischdfe vou Padoa, Oesel uud Dorpat : es 

hattcn der Erzbischof, der Probst und das Capitcl von Riga bci ibm daruber Beschwcrde 

•) Dteser vlerte Artikel fehlt iin Lateinischen Text, welcber daher wahrichciniicb aus derZeit statnmt. 
wo jene Besiimmung abgeiindert war. S. die Urk. v. 4. Mai 1348, Rcg. 104». 



Digitized by Google 



85 

erhobcn, dttt der Hochmeister, dcr Gebietiger (prteceptor) und die Briider dea D. 0. in 1330. 
Livland den Erzbischof tller teiner Schlosser und Besitzungcn bcraubt, die Benitzungen det 
Probttes nnd Capitelt eingenommen nnd daraus alles Vieh und alle Mobilien, towohl det 
Erzbischofs und Capitelt, als der Bauern und anderer Leute, weggefiihrt, ihrcn Lcuten und 
Vasalien schwerc Krinkungen zugefiigt, sieben von ihnen mit dera Schwert durchbohrl und m 
den Beinen aufgehangen ; dtzu hatlen tie dis Klostcr und den Ilafen Dunamiinde, die der . 
Rigischen Kirchc gehoren, in Besitz geAommen, wodurch dcr Kirche und der Stadt Riga Ver- 
derb und Untcrgaug droht und Unheil aller Art bcreits entsprungeu ; ferner verwcigertcn sic 
den Priltten der Rigischen Provinz, dcrcn Vasallcn aic bckanntlich sind, dcn Eid der Treuc, 
sperren die bisher jedermann zugiiiiglich gewesenen Landstrassen und Wegc, wodurch nament- ' 
lich Geistliche, welche zur Verkiindung dcs Christenthuins in dic bcnachbartcn Lander rciscn 
wollcn, daran vcrhindert wcrden. Damit nicht zufricdcn, sollen sie dic in geistlichcn wie 
weltlichea Dingeu dem Pabsle und detn Erzbischof untergebeue Stadt Rira hart belagern, 
den Burgern den Eih- und Ausgang, die Zufuhr von Lebeusmittcln , dic Betrcibung ihrer 
Handelsgcschafte vcrwehren, so dass der Stadt Hungersnoth und andercs Unhcil droht. Und was 
schiimmcr ist, sic sorgcn nicht fiir dic Bcobachtung der pabstlichen Anorduungen und Befehle, 
die ihnen, dem Hochmeister, dem Gebietiger, einigcn Comthurcn und dem Ordcnsprocurator 
Conrad, vom Pabst und seinen Briidcrn (dcn Cardinalen) miindlich und schriftlich eroffnet 
worden tind. Demnach trage er, dcr Pabst, den Eingangs gcnannten Bischofen auf, dafiir zu 
sorgen, dass der Hochmeister etc. dem Erzbischof, Probst und Capitel ihre Besitzungcn, das 
ihnen und ihren Leutcn abgenommcnc Vieh und anderweilige Gut, mit dcn mittlcr Zeit dar- 
aus bezogenen Friichtcn, wieder erstatten, ihncn wegcn dcr zugcfiigtcn Krankungcn Genug- 
thuung leisten, und die pabstlichen Anordnungen und Befchie vollslandig erfiillcn, die Bcla- 
gerung der Stadt Riga aufgeben und dic Znfuhr von Lcbcnsmitteln in dieselbc gestatten. 
Wenn sie, dcr Hochmeister etc, solchcr AuiTordcrung nicht Folge leisten, soll der Mcistcr 
vorgeladen werden, zu cinem ihm inzuberaumenden Tcrmin vor dem Pabtt pcrsdnlich zu 
erscheincn, seine und des Ordeus rtwinige Exemtionsprivilegien mitzubringen, widrigcnfalls 
diese Privilegieii suspendirt und die Ordensbriider ihren Ordinarieu unterworfen sein sollen. 
Den anzuberaumcnden Citationstermin haben die Eingiugs genmnten Bischdfe dem Pabstc 
anzuzeigen. 

Da« Original befand sich in dem eliemal. erzbischdU. Arcbiv r.u Biga (JlitiLcil. III, 70 Nr. U9 
und 70) ; einen Abdruck lirfcrl Doffiel V, 40 Nr. XL. Ein anderer Abdruck nacb einem Transsurn! 
T. 29. Decbr. 1476 in v. Bunget Arcliiv II, 05 und iot Livl. V.B. Nr. DCCXLII. 

877. Weschelus , Prior, und der ganze Convent dcr Predigerbriidcr in Riga urkutiden, Augutt 3. 
diss der Rigische Rath ihnen dcn Platz, welcher zwischcn ihretn Kirchhof und dem St. Jiir- 
geqshof bclegen, fiir 6 Mark, 48 Oer tuf die Mark gerechnet, verkauft; nnd zuglcich den 
Gebrauch der Stidtmiuer zwischcn ihrem Klostcr und dcro Krankenhiusc dcs St. Ilrgent- 
hofet gettittet, so jedocb, dass sie die Maucr nicht niedrigcr machen, ils aic jetzt ist, 
vielmehr auf derselben eine Gallcrie (lobium) der Art erbiuen, wie bereitt eine auf der 
•ndern Seite der Miuer beGndiicli ist. Dagcgcn habeu sie ihnen dcn Altar dcs h. Thomas in 
ihrer Kirche iiberiassen und angewiescn, sn welchem fiir den weiland Proitst Jfedekin, fiir 
Rikkolf Wackerbart und fUr die mit ihnen Getodteten, wic tie- auch bisher gethan, Seel- 

Digitized by Google 



1330. messen gehalten wcrden sollen Hiermit solkn alle gcgenseitigen Mhsverstiadnuwe etc, bei- 
gelegt sein etc. 

Narb dero Orig. auf Perg. itn Rix. Rattuarchiv (lodes Nr. £28, init dem nnr irln Igea Dutoai d. 

26. Decbr.) abgedr. in den Miithrlll. V, 337 Nr. 55 und im Livl. U.B. Nr. DCCXLIII. 

Aogutt 878. Kberhard von Munheim, Meister des D. O. in Livland, Comthnre, Vogte und 

gemeine Briidcr dcnsclbcn Ordeua, bckennen, daaa der vieljibrige Streit iwiachea dem Orden 
nnd der Stadt Kiga freundlich abgethan und vcreohnt iat, und daaa, damit dieae Siilme ewiglieb, 
bestehcn blcibe, derMeisler deu Biirgern aua sonderlicher Guade und Freundschaft gegeben: 
1) alle die Cartcn (garden), die der Orden halte iilier der Uige, mit Ananahme desjenigen, 
den die Predigerbriidcr nuu beailzeu. 1) Den Kalverholm, mit clnem Stuck Landes, das' 
bei dem Vorwerk unserer Prau liegt; 3) dcn Kaum, wo der Fleiacliacharren geatandcn hatte. 
4) Krhalten aic die Freilieit zn rinclien in alltn Cenassern dea Ordena, wie sie es vor Alters 
gehalit ; 5j desglciclien dic Freiheit llolz zu hauen auf bt-iden Scilen der SemgaHler Aa, roa 
der See bia zum Waaaer der Birac und die Birsc auf zwei Meilen, mit Auauahme von Bau- 
holz, dies soll atehen zu des Meialers Gnailen. Kine halbe Meile um den Cannejerve 
diirfen sic Bork uud Bast reisseu. 6j Die Viehwcide vor dcr Staift aoll uieroand gemein 
sein, als dcnen sie von Altcrs hcr zugehort. 7) Wcnii jt-mautl ton den Ordenslenten in der 
Stadt ctwas verbricht, den aoll man richlen nach Stadtrechl, zum Nutzen beider Theile. 
Wenn ein Rigcnscr unler der Gerichtabarkeit dca Ordeua etwaa verbricht, dcn soll man richten 
nach Stadlrecht, ,.wo die Briiche geschchen warc." 8) Dcr Meiater verpflichtet alch, die 
Biirger Riga^s zu beachirmen und ihnen zu liclfen in allcn Din^eji, gleich den Brudern dcs 
Ordens. 9) Wcnn dcr Ordeusvoigt oder ein auderer Bruder von seinetwegcn nicht beim 
Gericht aein konnte oiler wollte, ho soll das, waa danii der Stadlvoigt richtet, volle Macht. 
haben ; nur iti Sachcn, die an llals oder an lland gehen, ist die Gegenwart des Ordens- 
voigtea oder Bruder* uncrlasslich. 10) Ihre Privilegien, Freiheiten und Rechtc wollen Meister 
und Orden uugt-kraiikt hallen, die deu Ordeuarcchtcn und dcm iibcr dicse neue Siihne gcge- 
benen Briefe nicht zum Verfange sind. 

Daa NirderdrulKrlie Ori^inal auf Prrg. im Rijc. Ralhaarrhiv, darnacb der Ahdrnck im Livl. U.B. 
Nr. DCCXLIV. Eio alterer Abilruck, wahrnrhrinlirh nach WMrn'i Collectanren 1,60, bei Arndt 
11.91. Dieser Urk. kommt wohl zunacbol die Bruennunx Suboebrief zu, die aie alch gewisser- 
maBirn aelbsl girbt. S. Reg. 875. 

Decbr. 879. Cilation, durch welche, untcr dem Namen von Legaten des apostoliachea Stuhles, 

* H - Eberhard, Mcister des D. O. zu Lhland, vorgeladeu wird, <tm 2. Jauuar in Riga zu eracheineu, 
um die pihstlichen Befehle zu vernehmen, welche von dcn Doinherren der Kirchcn su Oeael 
und Dorpal vollzogen werden aollen. Gep. im Scblnxs Diinamunde, den 28. Decbr. 1330. 

Dirse ISotiz Qber drn Inhall des Original*, wrlrhe* iui eheinal. crzbischoflich-Rigiscben Archiv 
sich befand, isl enlnoiumen ausMleo Mitlb. III, 70 i». 71. 

1331. 

1331. 880. Der Guardian der Miuoriten und der Prior der Predigerbruder ( in Riga) trans- 
snmiren die Crkunde dea Erzbischofs Johanti II. von Riga (v. Septbr. 1288, Reg. 597), 
mittelst welcher er daa Schloas auf der Inael Doleu dcm RigiVheu Capitel schenkt. Gege- 
ben zu Riga, im J. 1331. 

Daa Orig. befaod aich 1« rhemal. crsblachSfl. Arcblv «i Riga. Nitthcill. III. 70 Kr. 7«. 



Digitized by Google 



lee D. O., bestitlgt die Vererdnnng selnes 1331- 

Vargiagere Wemer von Orsela in BetrerT MemePt <Reg. 866), und tetit — mr Beseitigung Febr - W - 

der derin bemerkten Mingel und der dadurch entstandenen Irnwgen — fest, dass das H*us 

Menel dea Briidcrn des Ilsuses zu Goldingen fiir den Versicht auf die Fischerel, welche 

sie bia dahio in dem Curischen Haff gehabt, jihrlich twansig grosse Sehock Bresmen 

Oiquilla, eine Art Fische, vielleicht Brachsen oder Brassen), das Schock zn 2Vt Mark Prcoas. . 

Prennige, and tauscnd Hechte, das Huudert zu 1 V« Mark Preiias Pf. gcben. Feruer sollen 

die Brflder in jedero der Jahre, welche fur die Licfenmg von Getreide (pro solutione fro- 

mcntoniirO in der Stadt Lubeck feslgesetzt (dcpulatl) sind, dem Ilochmeister 5S0 Mark und 

22Va Mark Preuss. Pf. am St. Johanuistage bezahlen. 

Nach eioer Ab*chrift iu der Urknntlrnsammlung des Curlftnd. Museum* abgedr. io Hetmigt Ge- 
«chichle der Sladt Goldingen I, 189 Nr. VIII und iin Livl. U.B. Nr. DCCXLV. 

882. Thiderich, Decan der Diirptscheii Kirche, bezeugt, dass der vorsichtige Knrcht Mal II. 
(faroulus) fficger von Sost ihro dfters mitgclheilt. dass er wegen dcs Todea seines Vatere • 
nach Hausc reisen wolle, and habc Thiderich ihm geratjien, seine Abreise dem Ralh* der 

Stadl Dorpat anzuzeigen. Solches habe Wicger aucli gethan, und hinzugefiigt, dass er dasje- 
■ige, was in der Sache seiuer Mutter- Schwester durch ehrhafte Minner bei Strafe von 500 
Mark Silb. angeordnet sei, stets gcrn anerkcnnen wolle und werde. Dergcstalt iat gedachler 
Wicger, die Dorpater Ralhshcrrn Gotmar, Pkilipp Scilme, Gotttchalk ton Velin, Bruno llet- 
relt, Johann Flfinchusen und Siegfrid Blbmberg und die dortigeu Bur^cr Gerkard Uoketu- 
beke and Rotger Spissenagel eropfangend (? accipiens ?) und seine Mutterschwexter und die 
ganze Sachc ihnen und uns empfehleud, nicht heimlich, sondcrn ehrlich und offen, mit nn- 
serera Wisaen, zwischen Mitlsg und Abcnd, bei scheincuder Sonne, nach Reval gcritten, wor- 
iber ihm dies Zeugniss ertheilt wird. 

Das Lalein. Original auf Perg. im Revaler Ratbsnrrblv} danach im Livl. U.B. Nr. DCCXLVI. 

883. Das Capitel der Revaler Kirche und Johannes, Subprior der Prcdigcrbriicter und j u |j 20 
der ganze Convent za Reval transsumiren das Schreiben d«s Peter Jonesson, Voigts von 
Wvborg, vora 10. Juli 1326. Dstum Reveliac, anno Dom. MCCCXXX primo, sabbalo proiimo 

ante festum b. Mariac Magdalenae. 

Das Latein. Oiig. auf Perg. in dema. Archiv. 

881. Engelbert, Bischof von Dorpat, thut knnd, dass der Streit swischen Arnold Albus Aug. 17. 
(Wilte) und der Wiltwe des Liibeckischcn Rathsherrn Atvin Gropett und seinen Erben bei- 
gelegt sei. Beide Thcile seicn in Begleitung einlper (Lfibeckischen) Rathsherren zn ihm, dem 
Bischofe, gekommen; Aniold hahc auf einen Theil der Erbschaft Ansprucli gemacht, wilirend 
die Gegnerio behaoplete, sie hsbe keine Giiler, noch cine Erbschaft im Bcsilz, die sie mit 
Arnold theilen wolle oder solle ; und Alwn's Witlwe erbot sich mit dcn Erben zum 
igaeide in Forro Rechtens. Eudlich habe sodann Arnold seine AnsprSrhe fallen lassen. 

Narb elnem OriginallraniMimt a«f Perg. vom 36. August 1336 im Revaler Ralhsarchiv abgedrnckt 
im Livl. U.B. Nr. DCCXLVII. 

885. Nicolaus Smet bckcnnt, dass er bel Trea und Glanben dcro Marquard Breide, Apri | M> 
Hauptroann von Reval, dem Ritter Helmold von Zage und dem Rathe dcr Stadt Rcval 



Digitized by Google 



1332. sprocben, keiaem der Koniglichen Vasallen in Esthland oder der Burger Revals, so lange er 
lebe, binderiich zu seiu oder sie zu belastigen, Tielmehr wolle er sie tou heute ab anf 
allcn Wegen, zur See wie zu Lande, naeh Vermogen ehren nnd fordern. Ansserdem bekennt 
Nicolaua Boltmann, denselben obgenannten Ilerren, M. Breide etc, bei seiner Trene verspro- 
chen zu haben, falls Nicol. Smet sein rechtlich gegebenes Wort brcchen wollte, denselbeu, 
■o lange er lebe, als sernen offenen Feind zu betrachten und iiberall zu verfolgen. 

Nacb dem Orig. auf Perg. im Revaler RaUuarchiv abgedr. !■ Lirl. U.B. Nr. DCCXLVUI. 

Blai 8. 886. Ludwig IV., Romischer Kaiser, urkundet, dass er dem Hochmeister nnd dem 

canzen Deutschen Orden — ffir seine Verdienste um die Vertheidigung des Glaubens, so wie 

dem Bruder Heinrich von Zipplingin, Landcomthur des D. 0. in Franken und sehr verdientem 

Kniserlichen Secretar, zu Gefallen — die Herrschaft f riominicum ) uber die Stadt Riga in 

Livland, dcren Tcrritoritim und Kinwohner, in der Weise und mit dem Rechte sugestanden, 

wie die Stadt und ihrc Einwohncr sich sclbst dem Ordcn untcrworfcn, und die zwischen 

bciden Theilen zu Stande gckommenen Tractatc ctc. bestJtigt habe. Er verleiht demnach 

dem Orden und dessen Beamten die Tolle Gerichtsbarkeit (merum et raixtum imperium), so 

wie deu Bann in dcr Stadt Riga und dcren District, so dass sie in allen Criminal-, Ciril- 

nnd geraischten FHIIcn, ohnc Jemandcs 'Iliiulerung, richten kbuncn. 

Nach einera Orig.-TrantMimt im K6ni e *b. geh. Arcbiv :ind. Nr- 327) v. 21. MS« 1333 ab S edr, 
in den Monum. Livon. anl. IV, CLXXIV, Ifr. «0 und ini Livliind. U.B. .». DCCXLIX. lo dem 
gen.mnten Archiv finilrn tlck noch awei andcre Transsurale: Indes Nr. 328 und 490. S. auch 
Orffr.te, rernm Boicarum scriptore» I, 770. 

Mai 9. 887. Marquard Breidc, Ilauptmann von Reval, bekenut, dass er den Nachlass der zu 

Reval verstorbenen Frau ron Zaghe Seitens des Kbnigs arrestirt und occupirt, und zwar 

ohne Zuthun dcs Rathcs dcr Stadt etc. 

Nach dem Orijrinal auf Per«. im Revaler Ratbsarchiv ab^edr. iro Livl. U.B. Nr. DCCL. Deulscb 
in t>. HuMjex Brieflade I, 31 Nr. 3S. 

Juli 13. 888. Bullc Pabst Johann's XXII. in der Streitsache zwischen dem Erzbischof Ton 

Kiga und dcm Deutschcn Orden, aus wclchcr in dcr Urk. v. 15. April 1334 rcferirt wird. 
S. unleo Reg. «W. 

Novbr. 3. 889. Jfigger Soost hckennt : „dass ich den Ratli dcr Stadt Reval und deren Biirgcr 

tn Bctrcff aller Sachen und Geschafte, wclchc bcim Rathe von Sciten dcs Richard Mornewech 
fur seinen gcrechteii Excess, welchcn er dem Rathe gebiisst, vcrhandclt wordcn, vbllig ent- 
schuldige und bcfreic; auch dauke ich dem Rathe und will itin und seine Biirger nach Kraften 
fbrdcrn." 

Nach dern Orig. auf Perg. iiu Reviiler Ratlisarchiv !;edr. iui l.ivl. U.B. -\r. DCCLI. 

O. I. u. T. 890. Der Dorpater Rath meldct dem Reval'schen, dass er daa vou Seiten des Richard 

Mornewech ilim zuge§telite Schreiben empfangen- und dass die ehrb. Manncr Hermann Soi- 
gelant, Hescelus Slillinc, Hermann Langc (Longus) und Brnno Hitcelt, aUe zwischen dcr 
Schwester des vcrslorbcticn Friedrich Morntwech einerscits und dcm Johann Schimmelpcninch 
und dcm Richard Mornewech andcrerseits bcslchcnden und laafeudcn Tractatc (partitula? 
paratitlaVj in Giite vcrgliclien, so dass sie atifrecht crhaltcii werdcn sollen, bci dcr von den 
vier Mimiiern auferiegten Strafe. Wenn auch keine Urkunde geschrieben und besicgclt wordeti, 



Digitized by Google 



89 

m behalten doch die obgedachten TracUten (partitula) gieiche Kraft und Wirkiamkeit. Flr 1331. 

die Aufrechthaltung der Strafe wtll der Dorpater Rath sorgen. 

Das Original»chreiben auf Perg. im Kevaler Rath»archhj darnach abgedruckl im LivlBnd U.B. 
Nr. DCCLII. Da* Scbreibeo hat kelo Dattun, Ut jedocb bierher ge»eUI, weil ei mil der vorber- 
gehendeo Lrkunde (Reg. 889.) in Beiiehung zu slehea «cheint. 

■ * 

1335. 

881. Bruder Eberhard von Munhem, Meister des D. 0. sn Livland, urkundet, dass er 1333. 

dem Toutegudden und seinen wahren Erben, mit Rath aeiner Briidcr, xu Lehn gegeben swei Mal ,3 " 

Haken in der Pagaat Syallen, an Aeckern, Wiesen und anderen Zubchorungen , sn banen, su 

haben und ewig so besitsen, ohne Zahlung cines Zinsea und Leistung von Arbeitcn, frel and 

ruhig, wie die andern Neugetauften Curlauds ihre Lehng&ter su besitsen pflcgen. 

Itach einer Copie von dem Original aof Perg. in Brottei «vlloge dipl. I, 214 abgedr. im Inland 
1839 Rr. 16. Sp. 348 uad im Llvl. U.B. Nr. DCCLIII. Vgl. obea Reg. 787. 

892. Nicolaua Bremia (ron Bretnen?) bekennt, dass er mit Zuatimmung des Hrn. JuU 30. 
Helmold von Zaghe , Ritters, dem Revaler Rath rcchlmiaaig verkanft habe vier volJstandlg 
bereitete Angarien*) nnd drel Instrumente, welchc im Dcutachcn Springal heissen, nicht gans 
fertig, fiir 18 Mark Rig. Slb. in Pfennigen. Die gedachten Instrumente der Wurfmaachinen 
(balistarnm) habe er Seitens (ex partc) dcs Ilrn. Riltera Marquard Breide, gewesenen Haupt- 
manna von Reval, verkaufL 

Nach dem Orig. auf Perg. im Revaler Ratbtarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Hr. DCCLIV. 

893. Otlo, Junker (domicellus) von Dinemark, Herzog von Esthland und Laland, Octbr. 6. 
thut kund, dass er mit Zustimmung seines Bruders flaldemar, und uach reifiicher Erwigung 
seiner Getreuen, dem Furaten Ludwig, Markgrafen vou Brandcuburg, seinem Schwager, 

in Betracht der Ehe, welche dcrsclbe mit sciner Schwcster cingegangen, als BrautichaU 
dieser Schweiter angewiescn und gegeben habc, das Land Reval, namlich das Schloss und 
die Stadt Reval, das Recht dcr Prasentation des Bischofs, und allcs Recht, das er auf daa 
RevaPscjie Bisthum habe, das Schlosa und dic Stadt Wesenberg, daa Schloss und die 
Stadt Narva iuEalhland, und allc Befestiguugen, Flecken (opida), Dorfer, Alodicn, Ortschaften 
(vicos), alle Dicnste der Stidter, der Banern, mit Streitroaseu (deitrariorum) nnd mitWagen 
(curruum), welche daselbst nach Gewohnheit oder von Rechts wcgcn bestanden, beatehen 
oder kiinftig bestehen kdnnen, mit Weiden, Wiesen, Sumpfen, Biischcn, Aeckern, gebaut und 
uogebaut, Gold-, Silber-, Kupfer- und andcrn Metallgruben, die vorhanden aind oder kitnftig 
cntdeckt werden kiinuten, mit Geholsen, Waldern, Jagdcn, Gewassern, Muhlen, Zollen, Miinsen, 
hoher und niederer GerichUbarkeit, Fischereien und Mecrea-Fischzugeu, Abgaben (redditibui), 
Patrouatsrechten etc, wie unsere Vorfahren, die Konige von Danemark das Land besessen etc. 
Soldhes Revalsche Land etc. soll hinfort in keiuer Riickaicht mehr sum Reiche Dinemark 
gehbren, noch Namens diesea Reichs je suriickgefordert wcrden odcr an dasselbe suriickfallen 
konnen, ea sei denn, dasa Markgraf Ludwig oder aeine Erben, oder diejenigen, denen er es 
etwa verkanfcn, vcrachenken oder vertauscheu wird, ea wieder durch Verkauf oder auf andere 
Weise auf Diinemark ubertragen. . Dagegcn soll Markgraf Lu dteig das gedachte Land auf seine 

•) Angarium i.t oacb Dutang* die Vorrichiung oder Schmlede, in welcber Pferde bearblagen werden. 



Digitized by Google 



- 



'90 

1333. Erben and rechtmasaigen Nachfolger zu bringen das Recht habcn, und es nsch Beliehen ver- 
kaufen, verscbenken oder Tertauichen durfen. Faiia die Einwohner (heminee) dea gedachten 
Landes mit den Burgen nicht gulwillig an den Markgrafen Ludwig, seinen Erbeu oder Rechta- 
folger iibergehen (ae divertere) wollten, so will Otto sie mit aller Macht zum Geborsam und 
sur Leistung dca Huldigungsejdei zwingen. Schliesslich verapricht Otto, aobald er zum Konig 
geaalbt und gekrdnt aein werde, dieae Urkunde, aobald ea verlangt wird, zu ernenern. 

Nach einer Abachrlft im Konigsb. Ordensarcbiv (lnd. Nr, 329) gedrurkt in den Colleclaneen voe 
M. Brandit (Honnm. Liv. ant. III.) S. 23 Nr. 3 und im Llvl. U.B. Nr. DCCLV. Aua einem 
pergaa. Copiarum int Kfinigl. Archiv tu Berlin gedr. in Gercken, cedex dipl. Brandenb. I, 153. 
VfC Re 8 . dipl. Da». I, 852 Nr. 20»9. 

Octbr. 6. 894. Dertelbe stellt flber denselbcn Gegenstand eine kiirzere, zum Theil wortlich iiber- 
einstimmende Urkunde eua, in deren Eingauge er erkliirt, daas er das Land Reval dcm Mark- 
grafen Ludwig uberlasseu und reaignirt habe, und am Schiuas hinzugefugt wird: Wir wollen 
nicht, dass aus vorstehender Schenkung oder Ueberlassung dea gedachten Landes unserer 
Schwestcr Margaretha in Betreif ihrca wahren Erbtheila, wie endere Konigstbchter in Dane- 
merk von Altera her >u erben pflegen, irgend ein Nachtbeil oder Schaden erwachst. 

Nacb dem Origiual abgedruckt bei Suhm XII, 387 und im Livl. U.B. Nr. DCCLVIj nach d«m 
Coplarlum Im Konigl. Arcb. zu Berlin bei Gercken a.a.O.S.I58. Vgl. Ueg. dipl. Dan. 1. c. Nr. 2100. 

Octbr. 6. 89$: Dertelbe meldet dem Kaiser Luduig IV., dasa er das Land Reval dem Mark- 
grafen Ludwig von Brandenburg iibcrlaasen habe. — Saxkciping, quarta ferie ente festum 
Dionysii und sociorum. 

Nach dem Cop. in dem Bcrliner Arcbiv abgedruckt bei Gercken I. c. S. 160. Virgl. Reg. Dan. 
I. c. Nr. 2101. 

Decbr.26. 896. Jacob, Bischof von Oesel, Johannet ron Wesenherg und Werner von Alen, Dora- 
herrcn dcrselben Kirche, urkunden, daas ein Streit zwischen dem Biachof Olau> von Revat 
und einigen Konigl. Yasallen, wegen Aufnahme des Erstern in das kleine Schloss zu Ueval, 
dahin verglichen worden, dass der Bischof von Keval fiir die Ausliisung seines Brudera und 
einiger Knechtc (famulorum), welche im gedachtcn Schloss in Ketten, mit Gefahr fiir ihr 
Leben, gefangen gehalten wurden, dem Ritter Marquard, d. Z. Hanptmann in Reval, 60 Mark 
Rig. Slb. zahlen sollte. Dicsc Zahlung sollte in Gold oder anderem Geldc, welches in seiner 
Klste sich vorfiodcu wiirde, geschehen; wiirdc abcr das Geld nicht znreichen, so sollte der 
Rest von dem Roggen entrichtet wcrden, welchen der Bischof iu dem Hause des Revaler 
Rathsherrn Dertold Hamer aufgeschiittet hat, zu welchem Zweck der Biachof den Schliissel 
zu dera Hause, in welcbcm dcr Roggen aofbcwahrt wird, dem Bertold eigenhandig iiberreichte. 

N«ch dem Orig. auf Perg. im Revaler Ratlisarchiv abgedr. in v. Bunges Arcbiv I, 312. Nr. 20 
und im Uvl. U.B. Nr. DCCLVIII. 

Decbr.26. 897. Jacob, Bischof von Oesel, Johannet von Wetenberg, Hermann von Sobolit und 
Hennann von liborch, Domherren derselben Kirche, thun kund, dass in ihrer Gegenwart, so 
wie in der dcs Bruders Reymar Mnmme, d. Z. Voigts von Jcrwen, und roehrcrer glaubwiirdigcr 
Personen, ersclrienen die edlen uud gestrcngcn Rathe des Konigs vou Danemark in Esthland, 
wegen eines Streites, der zwischen dcm Ilrn. Marquard , d. Z. Kdnlgl. Hanptmann in Reval, 
und den Vasallcn wegen der UeberlasMtng (rcsignatio) dcr Schlosser Reval und Narva eut- 
standen war, und nach vielfaltigcn Vcrhandlungen aich mit dem Hrn. Marquard dahin eiuigten, 
dass der in dem steinernen Hauae des Reval schen Rathsberrn Bertold Hamer von Seiten 



Digitized by Google 



des Herrn Bischoft Ton Renl aufgeschiittete Roggen, auch zur Zahlung eiaer Schuld deoi 1333. 
genannten Hauptmann ron dem Uischof toh Reral angewieteu, durch die gedacbten Rithe 
aller Zweideutigkeit enthoben und dem Hm. Marquard iu sciner freie» BenuUung uberwieien 
wcrdcn sollc. 

iVacli dem Orig. auf Perg., im Besiu der gelelirten £*thn. Geaellscit. in Dorpat, abgedr. im Uri. 
U.B. Nr. DCCLVIL 

t 

1554. 

898. Jacob, CardiBalprieiter vom Titel der h. Priaca, uhd Bertrand*), Cardinaldiacon 1334. 
ror h. Maria in Aquiro, urkunden : Erzbischof , Probst und Capitel ron Riga hittcu vor dem A P ril 19 
Pabste im Consistorium rorgetragen, wie Mcister und Bruder des D. 0. mit einem Heere in 
da> Erzatift eingefailen und die Schlonc^, Dorfer, Vorwcrke (alodia), Stadte, Landgiiter und 
andere Beaitzungen der Rigischen Kirche, so wie Mobiiien dersclbcn in Besitz genomroen haben, 
end deren Friichte und Einkiinfte beziehen, auch Krinkungeu, Todtschlage und Schaden aller 
Art dem Erzbischof und Capitel, so wie ihrcn Vasallen und Leuten zufugen. Die Stadt Riga 
welche, nach der Behauptung des Erzbischofs, ihm mit rollem Recht zugehort, hitten sie 
belagert und luletet crobert, daraus dic Bcamten nnd Leute (gcntesl dcs Erzbischofs, welche 
ia icinem Naraen die Stadt iunc hatten, Tertricbcn und dem Erzbischof gcine» Einkiinfte aus 
derselben entzogen. Der Ordensprocurator habc hierauf geantwortet: Der Ordcn habe jene 
Linder etc. nach Kriegsrecht eingenommen , weil die Volkcr (gentes) des ErzbischoTs und 
Capitels den Meistcr und dic Briider dcs Ordcns znerst feindlich angegriffen, riele ihrer 
Leute gctiidtet, ihre Dorfer Tcrbrannt, grosse Bcutc hiuweggefulirt, und gegcn sie und die 
Christen jencr Gegcnden mit dciu heidnischen Konige der Litthauer ein Biindniss geschlosscn, 
bloss um sich und die Christenheit gegen diese Hciden zu tchutzen, nicht in der Absicht sie 
su bchalten, die SchlSuer, Dorfer etc. eingcnommen; wat die Stadt Riga bctrafe, so habe 
dieselbe keinctweget dem Erzbitchof oder seiner Kirche, rielmehr zum (R.D.) Reiche gehort, 
sud weil die Burger dieter Stadt zuertt den Orden ruit Krieg iiberzogeu, so sei es ihm 
gestattet gcwesen, dieselbe zu belagern, zu eroberu uud einzunehmen. — Nach Erwigung 
alles detten und der daran gekniipftcn Bitten bcider Tbeiie, babe der Pabst verfugt, daai 
der Orden die Schmsaer, Ddrfer, Vorwerke etc. in dem Zustande, in welchem tie sich zur 
Zeit der Be8iUnahme durch den Orden befunden, dem Erzbitchof und Capitel wieder ein- 
raumen aolle, mit Autnabme der Stadt Riga ; in BetreiT der obgedachten Schaden, Krankungen, 
Sachen, Friichte und Einkiinfte etc. babe er den Antstelleru dieser TJrkunde mundlich aufge- 
tragen, zwitchen beiden Tbeilen einen Vergleich herbcizufuhren und daruber Sr. Heiligkeit 
zu berichten. Nachdem die Vergleicbsunterhandlungen stattgcbabt, der Ordemprocorator aber 
zur allendlichen Bestitigung des Vergleichs keine genugende Vollmacht gehabt, habe der Pabst, 
auf den ihm dariiber abgestatteten Bericht, am 13. Jull 1332 im Consistorium nachatehcnde 
Anordnungen, da fiber die betreffendcn Punkte die Parteien sich gceinigt, getroffen: Der 
Meister und Orden soll alle in den gedachten SchlSsaern, Ddrfern etc. rorgefundenen Mobilien, 
iiber welche gehdrige Inrentirien angefertigt worden tein tollen, dem Erabischof und Ctpitel 

•) Am Schlosi der Crkoode wird er Fernand gebeiuen. 



92 

1334. oder ihren gehdrig bevollraachtigten Procaratoren oder Vicarien, in Natar, oder, wean aie 

nicht vorhandeu sind, deren Werth bis sur nichaten Weihnacht ersUtten. Fiir die von dem 

Orden wihrend seiner Besitaaelt bia mm Tage der Reatitutlon bezogenen Fruchte und Ein- 

kunfte aoll er dem Erabiachof oder deisen Procurator in der Stadt Briigge faj Fiandern 4500 

Florentinische Goldgulden bezahlen und zwar die eine Halfte am obgedachten Weihnachtsfeste, 

die andere an dem darauf folgenden Johannistage; ebenso aoll er dera Capitcl oder deaaen 

Procurator ftir dieselbe Zeit 600 Mark Slb. Rig. Gewicht und 100 Florentiner Goldgulden zahlen, 

and zwar die Halfte, namlicb 50 Gulden, in Brugge, dcn Reit in Riga zu Weihnachten, und 

die ganze andere Hilfte (600 Mark?) in Riga zu Johannia. Diese Aoordnung toll der Orden 

bia zura bevorstehenden St. Andrcastagc ratiftciren, und sobald aolches geschehen, werden 

alle Processe wider Ihn bis zura Feste der Himmelfahrt Marii suspendirt; wenn aber die 

▼erordnctc Restitution bewerkstelligt und die Zahiui^en geleistet sind, sollen alle Processe 

niederge*chlagen werden, und nnr dic wegen der Schadcrt schwebeud bleiben. Leistet da- 

gegen der Orden die Torgeschrlebenen Zahlungen zum Weihnachtsfeste und zu St. Johannis 

nfcht, ao aollen die Proccssc fortgeaetzt wcrden. Wegen der Schiden aollen, da hiesetbst 

dariiber keine Gewiasheit crlangt wcrden kann, zu ernenneude Manner an Ort und Stelle die Unter- 

auchung fuhren, die Sache durch Vergleich oder Rechtsspruch erledigen nnd dariiber dem Pabste , 

berichten. Wegen der Anspruche auf die Stadt Riga endiich soll beiden TheUen ein Termin 

anberaumt werden, binnen welchem sie mit ihren Beweiaen vor dem Pabste su eracheinen haben. 

Nach einern Transsumt vom 14. Seplbr. 1334 (Reg. 903) abgedr. bei Dogicl V, 44 Hr. XLl und 
darnacb im LivlUnd. U.B. Kr. DCCLIX. 

Junl 19. 899. Bruder Luder, geb. Herzog von B raansch weig, Hochmeister des D. O., orkun- 

det, dass darch den Rath der Sudt Lubeck, zwischen ihm und aeinera Orden elnerseits, und 
dem Ritter Marquard Breide andererseits, in Betreff der Streitigkeiten, die zwischen ibnen 
obgewaltet, ein Vergleich zu Stande gekommen: der Hocluneister verspricht dem Marqttard, 
von einigen Danischen Vasallen in Esthiand, welche er wegen ihm zngefugter Schaden belangen 
wolle, bis zum St. Johannisfeste von jetzt ab um ein Jabr, eine Bussc Ccmenda) in Giite 
oder dutch Rechtsspruch auszuwirken; aollte ihm 8oIches'nicht gelingen, ao wiU der Hoch- 
meister, sein Ordcn nnd Alle, die nm ihretwillen thun oder lassen wollen, wenn Marquard 
und seinc Hiilfsgcnossen wider jene Vasallen einen offenen oder versteckten Angriff unter- 
nehmen, sie daran weder hindeni, noch hindern lasaen. Wenn es nicht gelingt, die Vasallen 
zur Zahlung der Busse zu vcrmogen, so soll Marquard dariiber in den bevorstehenden Fasten 
in KenntnisB gesctzt werden. Sollte der Hochmeistcr den Vasallen wider Marquard BeisUnd 
lcisten wollen, so muss es ihm ein halbes Jahr zuvor angekiindigt werden. 

Nach einem Original-Transs. (Reg. 900] im Lilb. Ralluarcb. gedr. Im Livl. U.B. Kr. DCCLX. 

Joni 19. 900. Marquard Breide, Ritter, beschetnigt, daaa er die vorstehende Urkunde (Reg. 899) 

O T 

von dem Liibischen Rathe in Erapfang genoraraen habe. 

Das Orig. aul Perg. im LUb. Rath«rrh. — abgedr. im Llvl. U.B. i\r. DCCLXI - hat kein 
Datum; der Zuaammeuhang lehrt aber (S. Reg. 901), da«» der Lm|>rang der io Rede stehenden 
Urkaode des Hochmeisters an deren Aiustellungstage stattfand. 

Joni 19. 901. Derselbc bekennt, dass alle Streitigkeiten zwischen ihra und dem Hochmelster durch 

Vermlttelung des Liibischen Raths beigelegt sind, dass er daher, ao wie Alle, die nn aeinet- 



Digitized by^jObgle 



willen thun oder lassen wollen, den Hochmeister Luder, aeine Briider ond Unterthanen, wegen 1334. 
diescr Angelegcnheit auf keine Weiae beachtildigen ond anfeinden wollen. 

Da. Orig. auf Perg. lo denu. Arehlv,- abgedr. ioi Llvl. U.B. Nr. DCCLXII. 

902. Jacob, Bischof von Oesel, bekennt, dass nach dem Tode des Kdnigs Chrittoph U, Septbr.5. 
von Dinemark, ais der Ritter Marquard Breide dic Schlosser, welche er Namens des Kdoigs 

in Eathiand inne hatte, aufliess (resignaret), derseibe mit den Briidcrn dea D. O. in Liviand 
cinen Vergleich abschloss, in welchem er jcnen bei seiner Treue (data fide) Tersprach, dass 
er nimmermehr dem Ordcn schaden , vielmehr denselben steta lieben, verebren ond ihn in 
Allem getreolich fordern wolie. Daasclbe wurde wiedcrum dem Marquard von Seiten des 
Ordens durch den Broder Reimer Mumme, d. Z. Voigt von Jerwen, versprochen. Solchem 
Vergleich habe der Bischof Jacob personlich beigewohnt. Ausgestellt ist die Urkunde xu 
Nerona Cohne Zweifel Perona, Pernau) nach daselbst abgchaltcncm allgemcincm Parlament. 

Nach eincr Abschrift In UiArn s Collectaneen I, 117 (Index Nr. 3333) abgedr. \nArndt t Cbronik 
II, 10 Anm. c, bei Suhm XII, 394, in 3t. Brand* Collecianeen S. 26 Anw. uud im Livl. U.B. 
Nr. DCCLXIII. Vergl. die Reg. dipl. Dan. I, 234 Nr. 2118. 

903. Johanne», Prior dcr Predigerbruder in Riga, und Richard, Gardian der Minoriten Sept. 14. 
daselbst, bekennen, dasa am Tage nach Proti und Hyacintbi, d. i. d. 12. Septbr., in Gegen- 

wart Rudolph't y Priors, und der Domherren der Rigischen Kirchc, die Prieater Martin nnd 
Johannes, Hugo, Voigt der Stadt Riga, Laienbruder des D. O., im obern Refectorium der 
gedacbten Domherren, dle Urkunde vom 15. April c. (Reg. 898) exhibirt ond vortragen lassen, 
welche also gelautet: Hier folgt die ebcngedachte Urkunde. Datum anno Domini MCCCXXXIV, 
in feato exaltationis s. crucis. 

Nacb dem Orig. abgedr. bei Dogitl V, 44. Nr. XLI. 

1335. 

904. Der Rigische Rath urkundet, dass vor ihm der Scbneider Heinrich Crans ond 1335. 
Arnold cum Buza, des sel. Arnold 1 » Sohn, bekannt, dass sie 6 Oer jihrlicher ewiger Rente Mal 26 
in dem Erbe des Heinrich Crant, belegen In der Rederestrasse, neben dem Erbe des Johann 
Reinberg, dem Prior ond gani en Capitel der Rigischen Kirche angewiesen, an Stelle der 6 Oer » 
Rente, welche das Capitel in dem Erbe des Arnold cum JBusa hatte, welchen Tanach (per- 
mntatio, Umschreibung) der Rath fur stat und fest erkannL 

Nach dem Orig. anf Perg. in der Kainerl. Sffentl. Bibliothek in St. Pelersbnrg gedruckl in den 
/ , Hittheil. V, 393 Nr. 1 und darnach bn Livl. U.B. Nr. DCCLXIV. S. aoch Mittb. III, 70 Nr. 74. 

905. Die Priore des Predigerordens xu Eibing Wilhelm, su Dantig Heinrich, xu Culm Sepibr. 1. 
Hermann, xo Thorn Johannes, xo Dirschau Wencedaut und xo Brest Bartholomdut, sammt 

ihren Conventen, empfehlen dem Pabste Benedict XII. den Meister und die Briider des 
D. 0., dieae wahren AUethen des Glaubens, deren heiligea und andachtige* Leben sic dnrcb 
vieifiltige Erfahrung erprobt. Sie bewahren und stiften Frieden, iiben Gastfreiheit, spenden 
reiche Almosen, und sorgen eifrig fiir Allea, was auf den Gottcsdienst ond den Schmuck des 
Hauscs de> Herrn hinxielt; sie vermehren und errichten von Tage xn Tagc neue Kirchen und 
reichen Geistlichen und Religiosen Ehren und Beneficien dar. Die Nunticn der Romischen 
Kirche empfangen und behandcln sie mit grosster Ehrfurcbt, wie das .Beispiel von Jacob de 
Rota und Galhard de Carcer{but xeigt Vom Ursprung des Ordens an bis jetst sind sie 



Digitized by Google 



94 

1335. tteta eifrig und nnermtidet gewesen in der Vertheidigung ChristlichcT Linder, nanentlich 

Polens, nnd in der Bekimpfung der Unglaubigen ; und «are ohne ihren Eifer du Reieh Polen 

lingst jimincrlich untergegangen. Daher bitten die Eingangsgenannten den Pabat, er m6ge 

den Meister und die Briider in ihrem loblichen Dienste ffir den Herrn und die Chriatenheit 

•cbiitzen, und ihren Neideru, welche auf ihre fruchttragenden Muhen eifersfichtlg sind, StUl- 

schweigen auferlegen und sie suriickweiaeu. Meister und Brader hitten in Prenssen und 

Livlaud fur den Namcn Christi viel zu ertrageu, und litten oft solche Noth, welche nicht nnr 

Miinnerii cdler Herkuuft und die an weltiiche Gentisse gewohnt sind, sondern anch Menschen 

aus den dienenden Stinden abschreckend nnd nnertriglich erscheint etc. 

Das Orig. auf Perg. im geheiroeu Archiv zu Konigsb. (Index Nr. 333); darnacb gedr. lo Voigts 
Cod. dipl. Prussiae II, 196 iNr. CLl imd iin Livl. U.B. Nr. DCCLXV. 

0. i. 906. Johannes III,, Bischof von Curlaud, atellt den vom Hochmeister und General- 

capitel abgesendeten Visitatoren, dem Trapier Hartung (ron Sonnenborri) uud dem Decan 

der Pomezani'schcn Kirchc Johannes, i,or: Er habe aeine Domherrcn vcrsammelt,»und sie auf 

dcn Wnnsch dcs Hochmeistcrs und dcr Visitatorcn ermahnt, dasa sie die Viaitation des Hoch- 

meisters nach der Gcwohnheit der Kirchen in Preuasen aufuehmeu miigeiu Sie dagcgen hatten, 

nnter Vorweisung dreier Privilcgicn, niimlich dcr ursprutiglichen Stiftungsurkunde des CapiteU 

(Rcg. 606), und zwcicr Bcstitigungsurkunden , dcr einen vom Metropolitan uud Capitel, der 

andern vom Pabstc, dringend gebeten, sie bei ihren Pritilcgien uud Freiheiten zu erhalten. 

Nach Durchlesung diescr Privilcgien tragc er, der Bischof, Bedeuken, den Domherren elwas 

wider.ihrc Freihcit zuzumuthcii, uud bitte daher dic Visitatoren, die beigefiigte Copie der 

ursprunglichen Stiftungsurkuitde dem Hochmeister zu uberreichen, damit er selbst sehcn und 

urlheilen mogc, was zu thuu sei, damit cr, der Bischof, nicht iu die in der apostolischen 

Bestatigung atigedrohten Strafen verfalle. 

Nach dera Orig. auf Perg. in dem KOnigsb. geh. Archiv (Imiex Nr. 2-10) abgedr. in den Mitlb. 
■ VI, 253, u. im Livl. L.B. Nr. DCCLXVI. Der (IrkunJe fchll twar die Jabrzahl, sie muss aber in 
die Jabre 1335 — 38 geselzi werden, w*breod welrher Ilartnng von Sonnenborn das Amt eioes 
obersien Trappiers bekleideie. S. Voigts .Nanteucodex der D. O.-Bcamten in Preossen 8, 19 und 
die Mittb. I. c. S. 249 f 3 . 

; 1556. 

1336. 907. Aussage einiger vor dem Bischof Heinrich vpn Curland, als Schiedsrichter, produ- 
O T 

cirten Zeugen iiber die Gratizeu der zwischen dem Erzbischof Albert und dem Orden strei- 

tigen Herrschaften Astejervae und Sabera, iu Fornj ciucs Transsumtca ausgefertigt. Gegehcn 

zu Riga, im J. d. H. 1330. 

Nur diese Inhalts.-inzeige von dem Original, welches im ehem. erxltischiill. Itig. Arch. sich befand, 
bat sicb in dessen Register, tn den Mlttbeill. III, 70 Nr, 75. erhalten. Das Zeugenverbor muss — 
' - nach den Namen Alberts iuuI Heinricba zu urtbeilen - um da* J. 1260 suttgefonden haben. 

Jao. 6. 908. Nicolaus ron Gcyet, Vasall des Konigs von Danemark, thut kund, dass er den 

Roggen des Bischofs von Rcval fur den Eiceas seines Bruders von Seitcn des Hrn. Marquard 
Breide in dem stcinerntn Hause zu Reval gcmestsen, und derselbe 12 Lasten, 4 Taleute, 
weniger 3 Culmat, betragen habe, wie er, erforderlichen Falls, eidlich crhirteu wolle. 

Nacb dem Origroal auf Perg. ini Revalex Halh.wcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCLXV. 
.Febr. 3. 909. Ludolph, Prior, und dat ganie Capitel dcr Rigischfn Kiichc bcscheinigen, dass 



Digitized by Google 



der Meister des D. O. in Livland tie in ihre Schlosser uud Besitzungen, dercn sie tich 1336. 

bcoiachtigt gehabt, vor dcm jiingstverflossenen St. Andreastage wieder restiluirt, uod ihnen 

fur dic Friichte und Einkiinfte den vom Pabst angeordnelen Ersats (Reg. 898) geleistety 

daber sie deraselben desmittelst quittiren. 

Kacb einem Originaliraiu*iimt v. 15. Decbr. 1415 iin Kooigsb. geb. Archiv (lodex Nr. 714, 3) 
abgedr. Im Llvl. U.B. Nr. DCCLXVIll. 

— Die Buile Pabst BenedictS XJL, wclche Arndt II, 90 Anra. vom 12. Febr. 1336, Febr. 11. 
und das Rcgister des cheroal. erzbischofl. Archivs (Mitthetl. III, 71 Nr. 77) vom 29. Febr. u - ^ 9 - 
1356 datiren, ist ohne Zweifel kcine andere, als.dic unten, Reg. 914, referirte vom 30. 
April d. J. 

910. Mognu», Konig Ton Schweden und Norwegen, ertheilt den Boten, welchc die MSrz 10. 
Grossen (potiores) des Landes Eslhland und die Biirgcr RevaPs an ihn absenden wollen, und 

deren Gefolge, sicheres Geleit, zu ihm zu koromen, mit ihm zu vcrhandcln und wieder heim- 
sukehren, bis zum bevorstehemlen Maria-IIimmelfahrls-Feste. 

Kach dem Orig. im Revaler Rathsarch. abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCLXXlll. 

911. Odeward von Lode bekenut, dass er den Ilof und das Dorf Langedes dem Marx 10. 
Hemrich Have»forde fiir 100 Marck Rig. Slb. verkaoft, mit Vorbebait des Riickkaufsrechts 

und der Verpflichtung zum Ki.ilager. 

Nach dem Orig. im Be.itz dergel. E*thu. Gesellsch. in Dorpat gedr. Im Livl. U.B. Nr. DCCLXX. 
DeuUch in t>. Bunges Brieflade 1, 31 Nr. 39. 

912. Gertrud, Aebtissin, und der ganze Convcnt des (Marien-Magdalenen-) Jongfrauen- Marx 34. 
klosters in Rigs, bekennen, dass der Rigische Rath aus Freundschaft und auf Bitte des 

0. M. Eberhard von Munheim ihnen iiberlaasen hat die Strasse bci ihrem Ktoster bis an 

die Mauer, so weit daa Kloster reicht, unter der Bcdingung, dass sie die Mauer nicht be- 

schadigen (wundcn), noch zu Fcnstern und Pforten (benutzen); und den Thurm nur zur Noth- 

dnrft ihres Korns und ihrer Speise, und zu keinem andern Zwcck, bauen sollen. Sobald 

ubrigens die Stadt in Noth kommt und der Rath dem Kloster cs ansagt, sollen der Thurro, die 1 

Mauer und die Strasse offen und frei sein, die Sladt zu bewahren, zu gehen und zu stehen, 

ohne Widerrcde und Ilinderniss von Seiten des Klosters. 

Nach dem Niederdeuuchen Orig. auf Perg. im Rig. Ratluarriiiv (Ind. Nr. 338) abgedr. in den 
Monum. Llv. IV, CLXXVl Nr. 62 und im Livl. U.B. Nr. DCCLXXI. 

• 

913. Magnut, Konig von Schweden und Norwegen, bitlet Burgermeister und Rath der O. J. 
Stadt Reval, dass sic dcrojcnigcn, wa» seine Rathe Nicolaus Abiornason und, Peter Jonson A P ri ' 11 • 
ihnen im Namen des Konigs bcrichtcn werden, vollkoramenen Glauben schcnken mogen, wie 

wenn der Kdnig personlich zu ihnen redete. 

Nach demLaleln.Orig.aiifPerg.ini Rev. Rathsarchiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCLXX. Die 
Urkunde kat kein Datum uod ist nur mutbuiasslicb bierber locirt, weil *ie viejleicbt mit der K«-„\ 
910 in Verbindung .stcben kiiunie. 

911. Pabst Benedict XII. schreibt au den Bischof von Dorpat: Erzbischof, Probst und April 30. 
Capitel der Rigischen Kirche hatten ihm vorgestellt, wie schon langst Pabst Johann XX.ll. 
dem Meister und deu Briideru des D. O. in Livland bei Strafe vorgeschrieben, die dem Erz- 
bUchof ond zu seiner Tafel gehorigen Schldsscr, Dorfer und Landschaften, die sie gewaltsam 
eingenommen , zu reatituiren, und ihn gebeten, die so lange aufgeschobene Execution dieser 



I 



96 

1336. Vorschrlft aniuordnen. Demnach schreibt Benedict dem Bischof Ton Dorpat Tor, er solle 
selbst oder dorch Andere dem Meiater ond den Briidern dea D. 0. Namens dea Pabatea 
anfgeben, dass sie binncn einer ihnen amuberaumenden, angemesaenen peremtorischen Frist, 
auf Gruudlage der Anordnung Johanrfs XXII. (r. 7. Mai 1330j. welche hier eingeachaltet 
wird (Reg. 876), ohne Schwierigkeit und Verzug die gedachten Schloaaer, Dorfer und Land- 
achaften ihm, dem Biachof von Dorpat, oder dem Voigt oder Vicar dea Erzbischofs, welche 
den Empfang gehorig zu bescheinigen habcn, aualiefern, auch hierzu den Meiater und die 
Bruder, ao wie ihre Obcrn, desgleichen andcre etwanige Widerspeuatige, durch geistliche 
Strafen zu zwingcn, ohnc auf eine Appcllation, noch etwa eingewendete Exemtionsprivilegien 
etc. zu achtcn. 

Das Origioal befand sicb im ebem. erzblscbSI]. Arcbiv n Riga. S. die Millb. III, 71 Nr. 70, 
wo indeas im Daium statl: IL cal. Mariii zu lesen ist: II. cal. Maii. Eine Copie in der Urkonde 
des Biscbof» Jobann von Dorpat vom 29. Decbr. 1470, und mil dleser abgedr. in e. lSunqtU Arcbiv 
II, 63, und darnacb im Livl. U.B. Nr. DCCLXXIII, mit Vergleichuog der Abscbrift in der Urkuode 
des Biscbofs Eogelbert von Dorpat v. 15. Novbr. 1336, Reg. 920. 

Juni 15. 915. Heinrich, Bischof von Liibeck, und Jacob, Biachof von Oesel, urkunden iiber eine 

Vcrhandlung zwiachen dcm Liibiachen Kalhc und den Gcbriidern Bertram und Hermann, 
genannt Friso. Die Urkunde, deren Inhalt fiir Livland iai Uebrigen ganz indiffercnt ist, hat 
nnr durch die Anfuhrung nachstehendcr Zeugen Interesse : Wilhelm von Haren, Bruder dea 
D. 0., Bruder Conrad, Cammercr zu Wendcn, Meister Heinrich Sweime, Doinberr>zu Dorpat, 
Ritter Marquard Breide, Gotttchalk von Fellin, Biirgerraeister zu Dorpat. 

Nacb dem Orig. im Lllb. Rathsarchiv abgedr. ini Livl. U.B. Nr. DCCLXXU. 

Joil 7. — Das Schreiben des Erzbischofs Friedrich vou Riga an dcn Bischof Engelbert von 

Dorpat, welches obeu Rcg. 715 unterm 2. Juli 1306, nach Dogiel, verzeichuct worden, wird 
in dem Rcgistcr des ehem. erzbischdfl. Rigischen Archivs (Mitth. III, 70 Nr. 76) unter dcm 
Datum: Avinione, anno 1336, nonis Iulii, aufgefuhrt. Wennglcich fiir diese Jahrzahl der 
Umstaud spricht, dass daraals (auch uach andern Zeugnissen) Engelbert von Dalen Bischof 
von Dorpat war, wahrend dafiir, dass auCh im J. 1306 ein Engelbert den Biachofssitz iu Dorpat 
eingcnommcn, keiu auderes Zeugniss bckannt iat (vergl. Index II, 358 und diese Regesten am 
Schluss des J. 1306 S. 21), — so ist cs doch auf dcr ainlcrn Scite unwahrscheinlich , dasa 
Ersbischof Friedrich erst im J. 1336 auf Vollzieluing des Schiedsspruchs des Erzbischofs 
/ >om J. 1304 gedrungen, zu einer Zeit, wo die Execution ffir ihn weit giiustigerer Ent- 
acheidungen des Pabstes bcreits angeordnet war. S. Reg. 914. 
Jull 10. 916. Florekin, Biirger zu Narva, bckennt, dass setne Verwandten, Bertold von Corbea 

und Bertold von Ellevern, mit ihra dergesUlt einen Gescllschaftsvertrag geschlossen, dass 
sie ihm 12 Last Roggen, wovon sie ihm die Ilalftc kauflich iiberlasscn, iibcrgaben, ura den- 
selbcn aof seincm Schiffe, auf gemeinsamen Gcwinii uud Veriust, nach Stockliolm zu fiihrcn. 
Nachdem er gliicklich hingckoramen, den Roggcn gcgen andcre Waarcn vcrlauscht, und ebenso 
gliicklich heimgekchrt, habe cr dcn obcngcnannten Kncchten (farauljs) ihren Antheil am Gclde 
fur den Koggen angcboten. Sic hktten jcdoch das Geld nicht empfangeu wollcn, vielmchr 
ibn dringend gebeten, abernrais mit denselbcu Gutern nach Stockholm su reisen. Als er 
darauf entgegnet, dass dic Seercise wegen dcs bevorstehenden Hcrbates gefahrlich sel, hatten 
sie gemciut, ihre Guter seien ja ebenso der Gefahr ausgeaetzt, wie die scine». Durch ihre 



Digitized by Google 



97 



initandige BHten bewogen, habe er noch 6 Lnten von ihnen empfangen und tei auf gcmein- 
■imen Gewinn und Verluit nach Stockholm zuriickgekehrt. Nachdcm er den Roggen und die 
ubrigen Sachen, die er mitgehabt, in Kupfer und Eisen und andere fur sie geeignete Waaren 
t, bube er anf der Ileimkehr awischen den Klippen (? Inter icoplos 1) Schiffbruch 
einen Theil jener Guter verloren, einen andern zwar gerettet, allein Hr. Mattkiaa 
dieaen ganz cntrisscn, obglcich er, Florekin, selbst solchen nicht ohne Gefahr'und 
groise Muhe aus dem Meere geborgen. Mit lictrubtem Herzen heimgekehrt, habe er seinen 
Anlheil an dem Roggen seinen obgenanntcn Verwandlen , wie sich's gebiihrte, bezahlt. Zum 
Zeugniss habe er sein Siegel hieran gehangen, sugleich mit den Siegeln des Bertold von 
Lippe, Richters, des Tilo Ptaten uud des Conrad ron Oalle, welche alies Vorstehende aus 
seinem Munde gehort.- 

Nach dem Orfg. auf Perg. im Revaler Ratbsarcbiv abgedr. im Llvl. U.B. Nr. DCCLXXV. 

917. Peter Joneason, Ritter und Voigt von Wyborg, erklart, er habe ein an ihn ge- Jutl 25. 
richtetcs Schrcibcn dcs Rcvalcr Raths, betreffend das Zeugniss dcr Guter (super tcstimonio 
bonorura) des Heinrich von Liie und anderrr RevaPscher Biirger, ins Feuer geworfen uud 

t vernichtet, daher dic Kraft ntid Wirkung dieses Briefes mit Recht ganz aufgehoben ist etc. 
Nach dem perg. Orig. in dems. Archiv abgedr. ehendas. Nr. DCCLXXVI. 

i 

918. Heinrich, Bischof von Liibeck, transsumirt die Urk. Engelberfs, Bischofs von Aog. 88. 
Dorpat, vom 17. August 1331 (Reg. 884): Datum anno Dora. MCCCXXXVI, in vigilia deeol- 
lstionis b. Iohannis Baptistae. 

Da* Orig. auf Perg. in dems. Arphiv. 

919. Peter Joneuon, Ritter und Voigt von Wyborg, thut kund, dass er den ReTaPschen Sept. 30. 
Burgern die Freiheit und Erlaubniss ertheilt habe, in drei Stadten Finniands, nlmlich Wyborg, 
Weckelax nnd Wyrlax IJandel zu treiben, und dass sie in Allem glcich seinen Untergebenen 
behandelt werden sollen. 

Nach d,m Orig. auf Perg. In dems. Archiv abgedr. io dem Livl. U.IJ. Nr. DCCLXXVII. 

920. Engelbert, Bischof von Dorpat und vom Pabst in dieser Sacbe ernannter Executor Novbr. 15. 
oder Richter, thut dem Meistcr uud den Briidcrn dcs D. O. in Livland kund : Wir haben 

eine vom Pabst Bendict XII. erlasscne Bulfe erhalten, welche uns Seilens des Erzbischofs, 
des Probstea und Capitels der Rigischen Kirche durch des Ersbischofs Vicar, den Domherrn 
Marquard, in Gegenwart des uutcn genannten Notars und der zn nennenden Zeugen iiberreicht 
worden, empfangen, folgeudcn Inhalts : (Hier folgt die Bulle vom 30. April 1336, Rcg. 914;. 
Nach Verlesung dieser Bulle in des Notara und des Zeugen Gegenwart, baten nna Erzbischof 
und Capitel, sur Execution dieses Auftrages zn schreiten. Zur Erfiillung dessen fordern wir 
Ench zum ersten, sweiten und drittenmal peremtorisch auf, und bcfehlen Euch, bei dcn unten 
ansufuhrenden Strafen, von jetzt ab bis zum Sohluss des beiorstehetiden Dcccmbera die 
Schl6sscr,.D6rfer, Landschaften , Besitzuiigen , dis Vich und indere Giiter , welche dem Bi- 
ichof, Probst und Capitel, Ihren Bauern und Leuten gehoren, und von Euch gewallaam in 
Besitz genoromcn worden, mh allcn Rechten und Zubehbrungen , nns oder dem Voigt oder 
Vicar des Erzbischofa zu restituiren, uud wegen d«r Fruchte und Einkunfte, welche Ihr dar- 
aus mittler Zeit bezogep, so wie wegen der zugefugtcn KrSnkungen und Schaden, in den auf 
den obangegebenen Termin uniniltelbar folgenden rier Monaten, Euch in verantworten und 



Digitized by Google 



■ie su befriedigen. Ferner schreiben wlr Euch vor, die in der Bolie Pabst Johann'$ XXII. 
(Reg. 876) enthaltenen Anordnungcn bei den dtselbst angedrohtcn Strafen zu erfullen. Dem- 
nichat befehlen wir Euch, die Belagerung Riga's aufznheben, die freie Zufuhr von Lebena- 
roitteln zu verstatten, den Pralaten der Rigischen Profins, too denen ihr Lehen habt, Gehoraam 
und den Eid der Treue zu leisten. Wenn Ihr aolchen Vorschriften nicht Cenuge leisten 
werdet, so citiren wir Euch peremtorisch, binnen fiinf Monaten nach Ablauf der oberwihnten 
▼ier Monate, — welche funfmonatliche Frist mit dem Anfang dea Maimonata beginnt und 
mit dem letzten Scptember endet — personlich mit allen Euren Exetntionsprtvilcgien vor 
dem Pabste zu erscheinen; wenn Ihr solches unterlasset, werden solche Privilegien suspendirt 
und Ihr Euren Ordinaricn untcrgeben. Ferner befehtcn wir Euch, die Briider dea Prediger- 
nnd des Minoritenordens, und andere Kloster- und Weltgeistliche , welche von ihren Obern 
abgescndet werden, um den Heiden nnd Cnglaubigen Gottea Wort zu predigen, bei Strafe 
der Excommunication nicht zn hindern, sondcrn ihnen sicheres Geieit, Rath und Hulfe su 
ertheilcn ; von der Bedriickung der Ncubekehrten abzulaasen, die Erbauung von Kirchen, 
Oratorien und Capellen an Orten, wo noch kcinc vorhanden sind, in gestatten ; den Kircfaen 
und kirchlichen Personen keine Bedriickungen, Kriinkungen etc. zuzufiigen, durch Gefangen- 
nehmong, Einkerkcrung, IJcberfall, Todtung etc. Ton Pralatcn und Geistlichcn, noch aie, um 
einen Vergleich mit ihnen herbeiiafUiKn , zur Vergebung solcher Gewaltthaten zu iwingen ; 
thre Kirchen nicht zu zerstbren, noch zu verbrennen, aie nicht ihrer Rechte, Freiheiten und 
Guter iu berauben, bei den im canonischen Recht darauf gesetsten Strafen. Alle der Geist- 
lichkcit nachtheilige Vergleiche jener Art caasircn wir hiermit und erkennen nnr dic ihr ror- 
theilhaften fiir rechtsbcstandig ; alle Verbindungen und Verschworungen , die mm Nachtheii 
der Roraischen Kirche geschlosscn worden, crklaren wir fur nichtig; Ihr sollt ihnen entsagen 
und Euch den Anordnungen der Rdmischen Kirche fiigen, und die Excommunicationa- und 
andern Strafen gehorig beobachten. Eure im Karopfe Terwundeten Bruder sollt Ihr nicht 
todten, noch dcren Leichen verbrennen, keine Wabrsagerkiinate iiben, aolchea vielroehr verbie- 
ten; den apostolischen Nuntien, den Procuratoren der Praiatcn der Rigischen Provini, den 
Vasallen der Rigischen Kirche sollt Ihr auf ihren Reisen und in ihren Geschaften keine Hin- 
deruisse bereiten, bei Strafe der Excommunication ; die Besitsungcn , Reohte und Freiheiten 
dea Eribischofs, seines Capitela nnd sciner Suffraganeen nicht in Besits nehmen, Tielmehr die 
in Besiti genommeneu ihneu restituiren. Dagegen sollen auch der Enbischof, aeiu Capitel 
und seine SuiTraganeen dasjcnigc, waa sie Euch elwa abgenommen, Euch wieder erstatten. 
Die Rigischen Biirger stdret nicht in ihren Besitzungen und Rechten, nameotlich in der Be- 
nutiung dcr Diina- und anderer Flussufer: geatattet ihnen, wic den Fremden, freie Landung 
in DunamQnde und Reise nach Riga und luriick. Wenn Ihr aile diese — auf Grundlage 
pabstlicher Befehle — Euch ertheilten Vorschriften nicht gehbrig und Toljatindig in den oban- 
gefuhrten Fristen erffillet, sprechen wir desmittelat die Excommunication uber Euch aus, und 
falls Ihr mit Terhartetem Herzen iwei Monat darin Terharret, unterwerfen wir, alle Euch 
antergebenen Kirchen und Capcllcn dem geistlichen Interdict, dessen Hebuug nur una oder 
unserro Obenr vorbehaitend. Wcnn Ihr dagegen obige Anordnungcn crfuilet, Werden wir dafiir 
aorgeu, dasa Ihr dariiber die gehbrige Recognition erhaltet. Das Original dieaea Schreibens, da 
es znm Beweise des Geschehenen notliig sein kann, konnt Ihr nicht erfaalten, wobl aber, wenn 



Digitized by Google 



stf 



Ibr es wfinschet, eine auf Eure Kosten zu machende Copie. Folgt das Datura und die Auf- 1338. 

fuhruog der Zeugen etc. 

. Nacb der Abschrlft elnes Transsumts rom 22. Sepibr. J393.-iui Rigiscbrn Ratbsarcbiv in Brotzei 
Syll. dlpl. II, -m (Indev Nr. 3333) und darnach im Llvl. U.B. DCCLXXVlll. 

....... ...I .... "II . .1 :. > . • . ' 

921. Olaui, Bischof vou Keval, verheisat allcn deneti, welche zum Bau dcs Rcval'scheo Decbr.20. 
Hafens hulfreichc Iland leistcn , vierzig Indulgenztage von den ihnen auferlegten Pouitcnaen, . ( 
uad bestatigt zugleich die Itidulgenzen , welcbe zu demselben Zweck der Bischof En^elbert 

von Dorpat vcrheissen hat. 

Das Orig. aur Perg. Im Revaler Ratbsarchlv ; darnacb ahgedr. Im Livl. U.B. Nr. DCCLXXX. 

N * 

1557. 1W 

1337. 

922. Bruchaliick eines Berichtes iiber die Verhaudlungen zwischen den Nowgorod» ni q j u y 
und den DeuUchen Kaufleuten daselbst, wegen der Todtung und Beraubung eines Nowgoro- 

ders auf einem SchiiTc durch eincn Dcutsclicn, Namcns Jehbracht,' wobei auch Herbord oder 

Herber zugegen gewesen. Die Nowgoroder zwangen dte Deutschen Kaufleute zur Bestellung 

Pfandrs fur die geraubten Giiter. • 

Dieser Uericht, in Niederdeutscher Sprache, lindet sich auf eiiiem alicn Pergamentblalle, welches 
als Umschlag eines alten CUmmereibucbs Im Revaler Ralbsarchiv diente, das mlt dem J. 1373 
beginnt. Obcn aml aa der rechten Seite ist ein Streifen ahgesebnitten, so dass rfadurch eine Menge 
von Llicken entslanden, die sicb Dbrigens einigerma&seu dem Sinne nach erganzt-n lassrn. Da die 
Begebenheil, von welcber hier die Rede ist, zu der in der Reg. 923 aufgenommenen Urkuode 
offenbar die Veranlassung gegeben hat, da darln eines ilipten Yeltbrrg als MOrder, urrd dea 
Herbord oder Herbert gedacbt wird. so ist das undaiirle BrucbstBck lo dieses Jahr l«37 iu selieo. 
Abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCXXX. 



1558. 

923. Vor dem Bischof vou Dorpat handeln die uberseeischen Sendefaoten Marquard 
von Kosvelde aus Liibeck und Wennemar von Essen aus Gothland mit den Seudcboteu Phiiipp, 
von wegen des „grossen Kfinigs" (Grossfursten), Andrei, Philipp, Paul, Anien und Mikule 
Meienik Felipe (?) von wegen der Nowgbroder, in Gegenwart der Herren Hemrich von Ples- 
secouwe, von dcs Ordensmcisters wegeo, Woldemar con Dolen, Johann von Ixkttlle , Kngel- 
brecht ron Tisenhusen , Johann von detn Levenwalde ond Eilard von Wrangele, wegcn der 
Todtung des Wollus, und wegen seiner Genossen, die in dem Schiife (kogge) gcechlagen 
worden, nnd wegen der Gutcr dcs W*llui. Damit soll der Gast (d. i. der Deutschc Kaof- 
in Nowgorod) nichts zu thun haben, und da dem Gast sein Gut genommen iat.so 



1338. 
Mal 17. 



ii. • « . ... 

sollen sie es ihm wiedergeben. Des Wollut Kinder und Genossen sollen an den Gast keine 

Forderung haben, sondern sich halten (beweten) an ihreu Gegner (sacwolden), Hinse Vett- 

berge. Soilte Hinse in der Kaufleute Stadte oder in ihr Gericfat kommen, so soll man ilin 

aufhalten, und ihnen davon zu wissen thun, und uber ihn Recfat geben nach dcr Kreuzdiisaung. 

Wenn Herbert mit Wollus in dem SchitTe war, so sollen dea WoUus Klnder sieh halten an 

Herbord, und nicht an den Gast; und korarat Herbord auf diese Seite der See, es sei nach 

Dorpat oder nach Velin, so soll man es ihnen zu wissen thun. Ueberhanpt aber soil sich 

jeder Verletzte (sacwolde) an seinen Gegner (sacwolde) balten, ond der Gast (d. i. die ubrigen 

fremden Kaufleute) nichts damit zu thun haben (d. i. nicht daffir verantworten). Der Gast 

aoli haben einen reinen Weg, ohae Hinderniss und Pfandang, der Deutsche, wie der Russische. 



□ l 



gitized by Google 



I 



Sollten die Nowgoroder einen Krieg bekommen mit dem Kbnig von Schweden, oder mit den 
Mannen des Kbnigs ron Dlnemark, oder mit dem Stift Dorpat, oder Riga oder Ocsel, so soll 
der DeuUche Kaufmann damit nichts su thun haben, sonderu sn Wasser, wie su Laude, 
Weg behslten. Hierauf i»t das Kreus gekusset worden etc. 

Da* Niederd. Orig auf Perg. io der Trese «u LBbedc, darnach abgedr. bei Sartoriut- 
btrg II, 349 Nf. CXLll und im Livl. U.B. Nr. DCCLXXXI. 

10. 924. tfoldetnar, Junker und wahrer Erbe des Danischen Reiches und Herzog vou Esth- 

land, urkundet im eigenen, wie in scines Bruders Otto Namen, dass er dem Rathe nnd der 

Gemeinheit der Stadt Gripswold, wie ea schon von ihrem Vatcr Chrittoph und dessen Bruder 

Erich, Konlgen von Danemark, geschehen, das Recht verliehen,- die Hafen seines Reichea mit 

Waaren su beanchcn und im Reiche Handel sn treiben, dort Waareu ansukaufen und von da 

wegsufiihren etc, frei von Steuern und Zbllen jeder Art, so wie vom Strandrecht etc. Ins- 

besondere aber sichert er ihnen su, dass sie auf ihren Fahrten nacb Esthiand nnd Wierland 

bis inm .Narowa-Flusse,' und vou dort nach Nowgorod , weder sur See noch sn Lande irgeud 

beliistigt werden sollen. Auch werden die Gripswolder Biirger von dem Kauf der Bcgrabnias- 

■titten (emtio sepulturae), gewbhnlich Ertkoop oder Ertwin genannt, befreit, 

Nacb eiuer beglaubigten Copie „im DeuUcben Canzleiarchive" abgedr. bei Suhm XII, 404, uod 
daroach im Llvl. U B. Nr. DCCLXXXII. 

• 

,8.' 025. Bruder Johann, Bischof, Bruder Heinrich von Havel, Probst, Br. Conrad von 

Gotingen, Dccan, Br. Johann Lange, Domherr, und das ganze Capitel der Domherren su 

Curland ; Bruder Eberhard von Munfieim, Meister, Br. Reinet Mumme sn Veliu, Br. Hermann 

Gutacker su Goldingen, Br. Heinrich von Hanover su Kiga Comthure, und das ganse Capitel 

der Deutschen Briidersu Livland, thun kund, dass sic alle Granzstreitigkeitcn, die swischen 

dem Stiftc einerseils und dem Ordcn andererseits bisher su Curland stattgehabt, freundiich 

verglichen und die Cranzeii der beiderscitigen Gebit-lc genau betttimmt haben. Folgt die sehr 

detaillirte Beschreibung dcr Gransen, dic in der Urkunde selbst nachgeleaen werden kann. 

Nach einer Abscbrift der alten Urkundensammlung des Museums zu Mitau (Indez Nr. 343) abgedr. 
in Uennings Geschichte Goldingeos S. 189, and im Llvl. U.B. Nr. DCCLXXXIII. Ein Tranxsunit 
des Biscbofs Jobst von Dorpat vom 2L Janr. 1551, copirl in Brotzes Sylloge II, 299 (Index Nr. 
3156;, woraus Im U.B. einige Varianten geliefert sind. Eine Ahscbrift im Popenscben Arcbiv (Mit- 
thelll. IV, 505 Nr. 25). Eln fehlerhafter Abdruck in Piettrlbladrs fasciculus rerum Curland. S. 115. 

t, 8. 026. Heinrich von Havel, Probst, Conrad von Gotingen, Dccan, und das ganze Capitel 

der Curlindischen Kirche bekenncn, dass sie dem Mcisler des D. 0. in Livland und dcssen 

Briidem iiberlasten haben das Schloss Neuhausen (novum castrum) in Curlaud, und Pil- 

■ ■ten nnd das Dorf Kagendorf auf 20 Jahr oder so lasjge, bis das gedachte Schloss mit 

Znstimmung dcs Meistcrs oder des Comthurs von Goldingen abgetragen oder nicht mehr 

gebraucht wird. Dagegen tritt der Orden drm Capitel auf einc glciche Zeit das Land 

Opiten bia su den Papen'schen Feldern ab etc. 

Nach dem Latein. Original auf Pergameot im Mltau'achen Museum (Indes Nr. 3334) abgedr. In 
den Mittb. V, 338»Nr. 5« nnd Im Uvl. U.B. Nr. DCCLXXXIV. 

1339. 1539. 

3. 927. Johanne» von Felht, Prior des Conrenta der Predigerbruder su Reval, protestirt 

fur sich nnd die ibm antergeordneten Briider dagegen, dasa Joharme», Abt des Cislercienser- 



Digitized by Google 



101 



kloslert s« Pades, und Thomas, Decan der Oesel'achen Kirche, in aeiner Kirche sn Reval 
verlaolen laasen (sonari receriitis), sie aeien vom apostoliachen Stuhl m ihren, dea Prediger- 
eoBTenta, Richtcrn ernannt: „Ich halte und erkenne Ench nicht fiir solche, weil der Rdmische 
Stuhl tnit JtVissen verdfchtigen Richtern Sachen nicht fibertrigt, Ihr abcr uus vlelfach ver- 
dichtlg aeld : 1) weil Ihr una Eure angebliche Juriadiction oder daa piballiche Schreiben, 
dnrch weclhea Ihr eine Oewalt uber nna erhalten haben musstet, nicht gesetslich angekundigt 
habt. % iclm. hr billige Richtcr nicht etwa sein, sondern nur scheinen und heiasen wolltet. 2) 
Weil Ihr, obschon ea Eoch bekannt war, daas wir wegen des uns vom Biscliof Olaus und Decan 
<?., so wie vom Capitcl (zuRevalj, durch dic widcrrechtliclte Reerdigung einer Leiche, welche 
Ton Rcchts wegen bei uns beerdigt werden musste, zugefiigten Unrechts, vorlangst an den Ro- 
mischen Stuhl appellirt, auf Eingebung der von Euch begiinatigten Gegenpartci, cs gewagt babt, 
ons an der Fortsetsung unserer Appellation, nicht sowohl betriigerischer, a!a vielmehr gewaltsa- 
mer Weisc, zu vcrhindcrn. 3) Weil, obachon wilirend schwebender Appellation keine Nenerung 
zuliasig ist, und wir Euch, Hr. Abt, miiiidfich, Euch, Decan, aber achriftlich gebeten, dasa 
Ihr in der swischen uns und dem Capitel anhingigcn Sache nichts vornelimen moget, ohne 
nns, wic die Gegenpartei, gehort zu haben, Ihr, Hr. Abt, solchea zu thun versprochen, sccha 
Tage spiter aber cinen entgegengesetsten Schritt gtlhan, Ihr abcr, Ilr. Decan, unacrn Roten 
geantworlet, Hr. JT. Hanevere habe bei Euch bereita wider una verfahren, und wenn Ihr nicht 
gegen uns fortschrittet, wolle die Gegenpartei gcgen uns appellircn. 4) lusbeaondere weii 
Ihr, Hr. Abt, persdnlich eingestanden, Eoch fehle Rechtskenutnisa und Erfahrnng, und Ihr 
wiirdet thun, was dem RevaPachon Domherrn //. Hanevere, unaerm Gegncr, und dcm Ilro. 
Dccan Thoma* zu thun angeraessen erscheine. Ea ergiebt sich hieraua deutlich, dass weder 1 
Eucb, noch dem genannteit Decan, da ihr mit Grnnd rerdachtig seld, der II-. Pabst die Ent- 
scheidung einer streiligen Sache ubertragen werde. Abcr wenn Ihr una auch nicht verdichtig 
wiret, so schcint Euch doch keine Jurladiction iiber una verliehen zusein;"denu das Rcscript, 
anf das Ihr Eyh sn stiitzen scheint, und welches toii den Domlierrn unserm Rruder Johann 
Fiekele, der snfolge vertraulichcr Ucbereinkuuft unter ihnen sitst, vorgelegt worden, das ich 
gcnau durchgesehen, lCidet an einem offenbarcn Fehler. Ee ergiebt aich nimlich aus dessen 
Inhait, dass es erschliclten isl, was nicht geschehen wire, wenn der Cancellar den wahren 
Sachbeatand gekannt hitte. Daher erklire ich, dass Ihr uns weder vorladen, noch irgend 
welche Gcrichtsbarkcit uber uns ausiiben konnt, iind dass wir weder ver Euch, noch einem 
i, uns stcilen werdcn, weil es gefihrlich ist, Toreinem verdichtigcn Kichter zu litigiren." 

Vorstehender Protest findet sich in dem Rrocbstiiek eiors um die Milte des 15. Jabrh. geschrie- 
beneo lleftchen» von 4 Oclavblattern auf Papier im Rerater Ralhsarcbiv, welcbes mehrere StUcke. 
den Streit des Reval'scfaea Predigerconveots mil dem Rischof von Reval betreffeud, eaihSlt, aber 
io mehrfacher llinnicbt defect ist. Deno nach der vorstebead registrirtea und im Livl. UB. Nr. 
DCCLXXXV abgedruckten Urkuode folgen die Worte: 

va— — — — — cal. 

Benedlclus episeopus, servtis serTorom Del, dilectis filiis, abbati monasterii in Padis , Bevallensis 
dioeesis, et decano et scolastico ecdetiae O.iliensls, salulem et aposlolicam benediclionern. 

; va cal. 

Daraus ergiebt sicb, dass auch das Original, von dem diese Copie genommen ist , defecl war, nnd 
bloss vorstehenden Kingang der Bolle Benedicts XII.' enthlell, welcbe wahrscheialicb das in der 
Regeste erwaila*£ ..erschlicbene" Rescript ist. 

928. Kaiaer Ludwig IV. trigt dem Hochmeiater des D. 0., Diedrich von Aldenburg, Mftra 



Digitized by Google 



1339. aof, die Diocese und Stadt Reval und daa Land Eathland, welche »m Danischen Reiche 

gehoren, Namena Waldemart, dea jiingern Konigs von Daneroark, mit aeinen Untergebeneo 

und BrQdern anzugrcifen, su erobern, uod fiir da« Reich Diincmark ao su bewahren, daas sie 

demselben nicht entfremdet werden kdnnen; anch gedachte Dibcese, Stadt nnd Land, aobald 

er dazu aufgefordert werdc, dem Kdnige Waldemar oder dessen Boten, der eine Kaiserliche 

Urkunde daruber vorweist, ohne Weiterea einzuweisen. Schliesslich verspricht der Kaiser den 

Ersatz der Schaden und Kosten, die der Orden bei dieser Gelegenheit haben wiirde. 

Nacb Sukm XII, 400 abgedr. Im Ltvl. U.B. Nr. DCCLXXXVI. Vergl. Reg. dipl. Daa. I, 360 
Nr. 2170. 

Miir» 0. 929. Derielbe schreibt dem Meistcr und den Briidern des D. O. in Livlaud: In dcm 

Lande Esthlatid sei seinem Erstgebornen , dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg, voo 
Seiten seiner Ehegenossin der BrauUchatz augewiesen. Daher trage er dem Meister auf, 
das gedachte Land, sobald es von ihm eingenommen scin werde, keinem Andern, als dem 
Kdnig Waldemar und dem Markgrafen vou Brandenburg, oder deren zuverlassigen Boten, 
welche eine Kaiscrliche Urkunde dariiber vorweisen, abzutreten, wenn sein Erstgeboruer nicht 
etwa friiher seines Brautschatzes wegen befriedigt wird. Fails iibrigens der Orden das gedachte 
Land acquiriren wolle, so wolle der Kaiser ihm dazu behulflich scin. 

Nach einer Abschrift lo lliiirn* Colleclan. I, 121 , (Index Nr. 3335) abgedr. im LlvlSnJ. V.B. 
Nr. DCCLXXXVII. 

MSrs 9. 930. Derselbe erlasst eln im Uebrigen ganz gieichlautendes Schreiben an den Hoch- 

, meister Diedrich von Aldenburg. 

Nach ciner Abschrift im K5nigsh. geb- Ordensarcbiv (Ind. Nr. 346) abgedr. hei Suhm XII, 409 
nnd io Brandis- Colleclan. S. 27 Nr. 3. Vergl. Reg. dipl. Dan. I, 200 ISr. 2171. 

April23. 931. Steno Thurtson, Voigt von Wyborg, bekennt, dem Rathe der Stadt Revai die 

Summe von 16 Mark und 8 Oer schuldig gcworden zu sein, welche derseibe Tiir eine Last 
Fleisch fiir ihn ausgelegt, zahlbar am nachst bevorstehcnden Fastenaonntag. < 

. Nach dem Orlg. aafPergsment im Revaier Rathsarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. OCCLXXXVIII. 
April 30. 932. Ludolph, Prior der Rigischen Kirche, Bruder Johannet, Prior der Predigerbrader, 

aad Bruder Eberhard, Vicegardian der Minoritenbriider daselbst, transsumiren das von Wislaw, 
Fiirsten von Rtigen, der Stadt Riga am 19. April 1282 ertheilte Privilegiom (Reg. t>41). Da- 
tum Rigae, aono Dom. MCCCXXX nono, in vigilia as. Philippi et lacobi apostplorum. 
Das Orig. auf Perg. im Rig. Rathsarchiv. Index Nr. 345. 

1540. 

1340. 933. Der Rcvaler Rath bestimmt Nachstchendes iibcr das Verhaltnisa des Pfarrers ao 
0 T der Capelle zum heiligen Gelst: Was wahrend der Messe auf den Altar dargebrscht wird, 

gebiihrt dcm Geistlichen; die Oblationen nach beendigter Messe kommen dem Hofe (curia) 
zu gut. Von den Einuahmen fitr dic Glocken erhiilt der Gcistliche die eine, der Hof die 
andere Hiilfte; fiir die Todten liiutet dcr Hof, fur die Horcn der Scholar des Geistlichen 
dic Glocken. Dcr Geistliche behiilt nach dcm Alteu seine Prabende,, Er darf die ihna 
couferirte Capelle keinem Andern fur Gcld uberlassen, und nicht irgeMiwo anders sich auf- 
halten; tbut er es, so geht cr dcr Capeile verlustig. Erhalt er eine bessere Pfriinde, so 
verliert er gleicbfalls die Cspelle, and diese kann dann vom Rathe einem Andern verliehen 



Digitized by Google 



19. 



Der Geistliche soll keine besoodere Thfir zom Ein- und Ausgehen haben, sondern 
sich der gemeinsamen Thfir bedienen. Alle Utensilien (supellectilia) , welche der Geistliche 
asch seinem Tode hinterlasst, verbleiben dem Hofe, mit Ausnahme der Bucher und des baaren 
Geldes. Cebrigens mnss der Priester mit Rath bnd That fiir dic Capelle sorgen, und dem 
Rathe in Allem treu sein. Was am Aschermittwoch und su Ostcrn dem Kreuz dargebracht 
wird, gehort halb dem Geiatlichen, halb dem Hofe. 

Aos dem ailesten Pfsndbacbe des Revaler Rathes S.77 abgedr. imLivl.U.B Nr. DCCLXXXIX. 

934. Waldemar, Junker von DSneraark und nerzog toh Esthland, weist seiner an den 

IHarkgrafen Ludwig von Brandenburg verehelichten Schwester Margareta das Land Reval ala 

Brantachati an. Fast wdrtlich ubereinstimroend mit der Urk. Otto's v. 6. Octbr. 1333, Reg. 893. 

Naeh eioer Abscbrlf» lm KBnlgsb. geh. Ordeosarchiv (Indez Nr. 347) abgedr. io Brandit' Col- . 
lectan. S. 28 Nr. 4 und im Livl. U.B. Nr. DCCXC. Vergl. Reg. diul. Dan. I, 262 Nr. 2186. fcine 
andere Abschrift in Uiarnt Collectan. I, 142. 

935. Kaiser Ludwig IV. bekennt, dass er seine Geuehroigung dazu crtheilt, dass sein Man 26. 
Sohn Ludwig, Markgraf von Brandenburg, oder derjenige, den cr dazu ermachtigt, Macht 

haben aolle, mit dem Deutschcn Orden wegen des Landcs Revcle in Unterhandlung zu treten, 

und ratificirt zuro voraus das Rcsultat dieser Unterhandlung. 

Nach einer Abschrift vom Original im Antiqnilaten-Archlv zu Stockbolm abgedr. bei Suhm XII, 
431 und darnach im Livland. U.B. Nr. DCCXCl. Nach einer Abschrift Im Konigsb. gch. Or- 
densarchiv (lodex Nr. 348) bei Brandit Collcctan. S. 32 Nr. 5. Ein Slterer Druck in Gercken, 
cod. dipl. Brandenb. IV, 553. Nocb eine Abschrift in Hiiirnt Collect. I, 144. Vergl.' Reg. Dao. 
I, 262 Nr. 2187. 

— Ein Lehnbrief des Livl. O.M. Burchard von Dreyleven vom 22. Juli d. J. wird sn- Jali 22. 
gef&hrt in den Mittheill. V, 474. 

936. Conrad Preen, Rittcr und Hauptmaiin zu Reval, die Rithe des Kiinigs von Diine- Jull 30. 
mark in Esthiand, und der Rath der Stadt Reval, thun', mit ZusUmmung der beiderseitigcn 
Gemeinden, kund, dsss sie sich dahin gceinigt haben, dass die Koniglich Danischen Vasallen, 

dic dazu berechtigt sind, in dem einen Jahre von dem See Jerwekiille und der obern Miihle 
an, nach dem Laufe des Flusses his zur salzigen Sce das IIcu raahcn sollen. Von der audern 
Seite dea Jerwekiiirschen Sees, dcr obern Miihlc und des gcdachten Flusses sollen in 
demselben Jahre die Revarschcn Biirger das Heu roihen, so weit die Griinze relcht. Im fol- 
genden Jahre miihen dic Koniglichen Vasallen dort, wo die Rcvaler Biirger das Heu gessmmelt, 
und so wrird mit diesen Henschlagen Jahr fiir Jshr gewechselt. Mit den dazu berechtigten 
Vasallen sollen auch Alle, welche rnit ihnen im grdssercn Schlosae wohnen, Heu raaheu, und 
roit den Rcvalschen Biirgcrn alle Milbflrger (concives), welche der Stadt volle Gerechtigkeit 
thun. Uebrigeus soll kein Zcichen (signum) Geltung haben, ehc cs mit Einwilligung beider 

« 

Theilc gegeben ist. Wer gegen vorstehende Anordnungcn sich vergeht, zahlt eine Mark Silb. 
und verlicrt gauzlich sein Heu. Dic Viehtrift bleibt, dem Alten nach, geroeinsam. 

Nacb einem Transaumt des Abtes Kerlold von Padis vom J. 1383 in Eslbliind. Hillerschaflsarchiv 
abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCXCII; nach einer Abschrift iin Privilegienbuche des Rcvarsrhen • 
Raiha io v. Bungft Revaler Herhuqoelleo II, 104 Nr. 26. Eine alte Uebersetzung an« dem An- 
fang des 15. Jahrh. im Revajer Ralhsarchiv in zwei Esrmplaren | darnacb eiu Abdruck im U.B. 
a. a. 0. Nach einer jungern Urherselzung im sog. rotheo Buch im Estbland. Ritterschaftsarchiv 
bgedr. Xn.Hupelt neuen nord. Miscellan XI. 289 Nr. III. 

In Folge dcr Zerwiirfnisse dcs Deutschen Ordena in Preussen mit Polen war der Decbr. 3. 



Digitized by Google 



104 

1340. Hochmeister Diedrich von Aldenburg vorgeladen worden, peraonlich vor dem Biiraischen 
Stuhle in erscheinen, In dieser Veranlassung schreiben die Biichdfe Otto von Culm, Bertold 
von Poraeianien und Johannes von Samland au das Cardinal-Collegium, und entschuldigen du 
Nichteracheinen dea Ilochmeiatcrs vor dem pabstlichen Stuhle mit dem — suverliaaigen Nach- 
richten >u folge — drohenden ElnfaJlfl des Kaisera der Tataren und der Kdnige der Lit- 
thauer und Russen in Preussen, Curland und Livland. 

Narh dem Orig. auf Perg. iro Kiinigsb. geb. Ordensarchiv (Indei Nr. 349) abgedr. in VtngVs 
Codes dipl. Prussiae III, 34 Nr. XXI. Da die ganze Urkunde fllr Livland kein lateresae bielel, ao 
isl in da« U-B. Nr. DCCXCIII nur ein Auszug aufgenomnien. 

O. J. 938. Olaus , Bischof von Beval, achreibt an dcn Voigt, die BOrgcrmeiater und Ratha- 

herren der Stadt Beval : Wundert Euch nicht iiber das Interdict, welches nicht von uns geiegt 

ist, noch von einem Andern, als allein dem Pabste, und von welchem wir — Gott ist unser 

Zenge — bedauem, dasa wir ca nicht heben kiinnen. Wcnn dahcr einigc den Predigerbriidern 

die Schuld oder Veranlassting dasu beimcssen, so thun sie ihnen lehr Unrecht, und wir 

hitten Euch inslandigst, gcdachte Briider weder durch Wort noch durch That su belastigen, 

noch durch die Enrigen belastigeu zu laasen. 

Nach dem Original auf Perg. im Revaler Ratbsarchiv abgedrnrkt im Livl. U.B. Nr. DCCXCtV. 
Das Scbreiben giebt nur den Tag, nicht das Jabr sciner Ausferllgung an, und Itt hierber gesetil 
worden, weil Olau» in den Jabren 13*2-1343 Bischof von Reval war, und dies Scbreibea vielleicbt 
mit der Reg. 927 in Verbindung stcncn kiinnte. 

O. j. 939. Der Rath der Stadt Dorpat bitlct den Reval'achen, bcl Ansicht dieses die Knaben 

des Dorpt'scheii Rathsherrn Johann von Nestwede, namlich Johapn von Nestwede und Johann 
von Medenbeke, tind aiidcrc ihrcr Milbiirger, die in Reval sind odcr noch hinlcommcn werden, 
gegen die Gcfahren und Schaden su sichern, die ihnen von Seiten des Christian Scheren- 
beke uud seiner Mitschuliligen drolien. Denn gedachter Christian verfolge und beunruhige die 
Dorpatenser widcr Gott und «lie Gcrechtighcit auf alle Weise. 

Nach dem Original auf Perg. im Revaler Rathsarcbiv abgedr. im Livl. U.R. Nr. DCCXCV. Das 
Schreiben ixl vora Sonnabend nach Allerheiligen , ohne Angabe des Jahrea , datirt und ist hisr auf- 
geuommen wegen der oflenbar hierauf Bezug habenden Urkunden v. 4. Miirz 1341. Reg. 945 u. 946. 

O. J. u. T. ' 940. M lch . lwan Alexandrowltsch , Gleb's Enkel, Grossfurat von Smolenak, habe verab- 

redet (AOKOHMJn,, wortlich : bceiidetj mit meinem Bruder, dem Meister von Biga, und mit 

dem Biachof, und mit den Riltcrn (puAtan) und mit den Rathmannern, und mit allcu Rigen- 

scrn, die unter aciner Iland (pyxoio, d. i. Gewalt), nach dem Vcrtrage (AosoHiaHio) meines 

Grossvaters nnd nach den alten Vertragcn, uud nach dem Vertrage, den mein alteater Bruder 

Kcdimen abgeschlosscn und deisen Sdhno Gleb und Alkerd: Die Deutschen sollen reisen 

znm Hause der heil. Mutter Gottes und zu mir, und ich aoll mich ihrcr annehmeo (uamcTU^, 

wie mciner Smolensker ; und die Meiucn sollen reisen nach Riga und dcr Meistcr und dic 

Rathmlnner sollen sich ihrer annehmen, wie ihrer Deutschcn. E» sind abcr zu mir gckoramcn 

zum Vertrage von Seiten det Mcisters Peskow, ein Gottearilter , und von Seiten der Ralh- 

mauncr Johunn Pap. Uebcr iliei Alles habc ich das Kreuz gcktisst nieincm Bruder, dem 

Mcister; und sie habcn mir tlas Krcus gckusst in die Seele des Mcistcrs und dcs Bischofs." 

Das Originat dieser Urkunde, von welcber vorstehend eine wortgelreue Uehersetzung (nur mit 
Weglassung von wiederbolten Redensarten) geliefert wordeo. iit auf starkes Lumpeopapler geschrie- 
ben, mit anbiingendeni Slrgel, nnd wird in dem Rig. Rathsarchiv asservirl. Etn Abdruck in deat 
Grafen Rumianzow Co6p«uie Pocc. rpasors ■ Aorosopon Bd. II, Nr. 8. Die. Deutscbe Ueber- 



Digitized by Google 



I 



iOB 

satxnng In fJ. C. Berens) Boasbe Reters des Gr. 1787 S. 13 ist fehlerhaftt vergl. Hupets neae 1340. 
nord. Bliteeltaneen XVIII, 873, fgg. Dle Urkunde hat keln Dalum und wird von dent Grafen 
Rumianzmr, ohne Angabe von GrBnden, in die Zeit xwlschen 1330 und 1359 gesetxt. Der Filrst 
Ivan Alexandrotcittch \on Smoleosk war der Nachfolger seines Vaters Alexander Glebotcittch, 
der Im J. 1313 atarb (Karamsm Bd. IV Anm. 247 der Russ. Ausg.), und regierte bis xum J. 1350, « 
wo er mit Tode abging (das. Anm. 395). - Die Verbindung des Filrsten von Smolensk mit dem 
Grosafiiraten Gedimin von Litthauen nnd dessen Sdbnen Gleb und Olgtrd scheint in die Zeit tim 
daa J. 1340 tu fallen (Karamtin a. a. 0. Bd. IV S. 146, Deulacbe Uebera. S. 199). daber sucb 
nnaere Urkunde wobl nlcht alter aein wtrd. Abgedr. Im Livl. U.B. Nr. DCCXCVI. 

1541. 

1341. 

941. Conrad Preen, Ritter nnd Hanptmann von Reval, und Peler Preen, sein Sohn, Juu. 1». 
bekennen schuldig su seiit dem Winand Lange (Longus), Reinekin Crotcel und Wenemar, 

nnd den iibrigen Herren des Rathg zu Rcval 20 Mark Silb. Rig., nnd geloben gemeinschaftlicb 
(oann coniuncta) bei ihrer Treue, solche Schuld am nachstcn Michaelisfeate su besablen. 
Daa Orig. auf Perg. im Revaler Ratbsarcbiv | darnacb im Livl. U.B. Nr. DCCXCVII. 

942. Waldemar III. (IV.), Konig der Dancn und Siavcn tind Hersog von Esthland, Janr 26. 
trigt teinem Hauptraann im Herzogtbum Eathland, Conrad Preen, auf, dem Markgrafen 
Ludwig von Brandenburg oder dessen dasu spcciell erraachtigtcn Botcn, sobald er dasu auf- 
gefordert wird, die Burgen und das ganse Land EatJand, mit allen Rechtcn, Znbehdrungen, 

den Dicnsten der Vasalien und allen sonst dcm Konigc daselbst zustehendcn Leistungen, su 
iibergeben. 

Nacb einer Abschrift im Konigsb. geh. Ordensarchiv (Inde* Nr. 350) abgedr. in lirandif Coll. 
S. 33 Nr. 6 und im Livl. U.B. Nr. DCCXCVKL Vergl. die Reg. Dan. I, 264 Nr. 2205. 

943. Pabst Benedict XII. schreibt dem Meister und den Briidern des D. 0. in Livland : Febr. •. 
Es sei von den Aebten und Conventen dcr Cistercienser Kldster von Valkena, Padls nnd 
Guthval — dcr Dorpfschen, Revarscheu und Linkoping'scheii Diocese — ihm berichtet 
worden, wie der Ordcn sie gegen die Eingriffe einiger Edelleute und anderer Personen in 

ihre Verroogeiisrechte in Schuts genommen. Als namentlich der Hauptmannu' . . des Diini- 
ichen Reiches, in welchem eines jeuer Kloster licgt und die beiden andern den grosseren 
Theil ihrer Besitzungen haben, jedem der Kldster die Zahlung von 400 Mark Silb. als Steuer 
(tsllia) auferlegf, dadurch ihre kirchliche Frciheit beschrankt. und dic Berichtigung jener 
Sumrae durch die Arrcstirung (captio) von Personen und Giitern habe erswingen wollen, habe 
der Orden eine Slundung in der Zahlung solcher Steuer auf eine gewisse Zeit beim Haupt- 
mann erwirkt, in welcher die Aebte dcshalb an dcn Pabst recurriren konnten. Benedict 
belobt den Ordcn dafiir und empfielilt dic gcdachten Kloster auch fiir die Zukunft seinem 
Schutze. 

Nach einer Abschrift in IMrnU Colleclaneen I, 277 (Ind. Nr. 3336) abgedr. im U.B. Nr. DCC.XCIX. 

944. Ludwig, Markgraf von Brandenburg, verkaisft am Matthiaatage zu Tangermiinde p^, «4. 
dem Hochmeister des I). O. Heinrich Tumter das Hcrzogthum Ksthland fiir 6000 Mark 

Goldes. Konig Waldemar III. von Daucmark fibt jcdocli das Nahtrrccht aus, das er sich 
Torbehalteu und zahlt seinem Schwager die Kaufaummc aus. 

AogcfUbrt in F. Menit bistor. Prodroraus Livl. Rechiens S. 9 § XIII, und daroach bei Amdt 
% 94 Anm. g und bei Gadebusch I, I, 427. 



Digitized by Google 



1*1. »45. Ckrittian und Willeiin von Scherenbeie, Oebruder, bekennen, dasi tie, in Geneln- 

M * r * *■ schift mit den Rittern Bertram von Parembeie nnd Heinrich von Viries, tn ihrem Streit 
mit der Stadt Dorpit einen StiilsUod (treugie) bii xum beTorttehenden Johanuiifeste incl. 
geschlossen. 

Nacb dem Orig. auf Pergament im Revaler Haibsarchiv abgedr. Im U.B. Nr. DCCC. Deotsch lo 
der BrieOade I, 32 Nr. 40. 

MIrs4. 946. Eitard von Wrangel, ltitler, Arnold Staielberg nnd FloreHn von Munnenberg, 

Knappeo, urkunden uber denselben StillsUnd Naraens der Stadt Dorpat. 

Nach dem Orig. in dems. Arcbiv im U.B. Nr. DCCCI. Deutsch io der BrieOade I, 33 Nr. 41. 

Mira io. 947. Conrad Pren, Hauptraann von Rcval, Helmold von Zaghe, Heinrich von Paren- 

beie, Heinrich von Viries, Johannes von Parenbeie und Nicolaus Risbit, Rittcr, Gerhard 
von Tois und Hobeiin von Alwen , Knappen, Rithe des Konigs von Danemark in Esthland, 
bekenncii, dass vor ihnen uud vor dem auf dem Rathhause (in consistorio) versammelten 
Rathe der Stadt Reval, ein Mann, Namens Matthias Esche, erschicnen sei, der einen an den 
Rath der SUdt gerichteten Brief dcs Konigs von Schweden hatle und fiber seiue Schuldner 
nnter den RevaPachen BQrgcrn achwere Klage fulirle. Der Revaler Rath eroffneU ihm all- 
endlich, weun er die Eimelnen ansklagen wolle, es mogrn nun Glieder dca Rathea odcr ihre 
Mitbiirger, Reiche oder Arme sein, so solle ihm Gerechtigkeit widerfahren. Ferner beschwerte 
■ich M. Esche daruber, dass er in Nirti gefangen genommcn worden, und als ihn der 
B rgermeistcr befragte, ob er deshalb einen Reval schen Biirger beschuldigen wolle, verneinte 
Matthias solches, bcschuldigte keinen der Bfirgcr, trat ab, ohne sein Recht weiter su verfol- 
gen, und kehrte nicht snruck. 

Das Orig. auf Perg. irn Revaler Ralhsarchlv ; daraach abgedr. im U.B. Nr. DCCCtl. y 

April 8. 94&. Bruder Hermann Gudacier, Comthur zu Goldingen, verzeichnet in dem daselbst 

gehaltenen Capitel das InvenUr, welches er im Schloss hinterlassen (wahrscheinlich bei der 
beabsichtigten Abgabe des ComlhoramU) : Unter der Obhut dcs Msrschalla 18 Pflngpferde, 
89 Ochsen und 5 Kuhc. Fur den Ackerbau : . . Pflugpferde und 37 Ochsen. Im Hofc des 
Halbbruders Rovien 49 Stiick Vieh und 100 Schafe; im Hofe eines andern Halbbruders, 
dea Giirtners (ortulauus), 3 Pferdc. Im Hofe Alswangen 70 Sliick Vieh, 37 Stuten von 
unserer Stuterei (eqnaria) und 21 Fiillen. Im Stalle des Comlhura 30 Reitpferde. In un- 
aerro Buche haben wir von dem den Bauern dargclichenen Getreide hinterlassen : aus dem 
G o I dl nge n'schcji Schlossgebiet 37 Lasten und 10 Lof Roggcn (siligo ordinaria*)) , aua 
Alswtngen 19 Last 8 Lof, ana Hasenpud 13 Last 3 Lof, aus Neuhansen 7 Last, aus 
Ljndal 21 Last; bei den Leuten des Biscbofs von Curland 1 Last; in Allem 82 Last 12 
Lof c?). ln unsern Kornkaromern, ausser dem Hause Goldingen, 18 Last Getreide ; in Windau 
56 Last, in Ocsel 60 Last, in Perona (Pernau) 50 Laat, in Gothland 45 Last; milhin in 
Allem . ausser dcm Vorrath in Goldingen 311 Lasl Gctreide. Uci den Neugelauftcn haben 
wir atif Pacht*) 308 Kithe hinterlassen. Im Buche bei densclben aus unsern einselnen Schloss- 



*) Siligo nannlen die Romer den frinstrn Weizeo i Im Miltelaller wird es fiir srcale, Roggrn, gehraacht ; 
was hier vollends durrh dru Heisaiz ordinaria bcsUligl wird. — In drr Folge stehi mrlirtuals slatl slliginla 
ordioariae: „sll. et ord." was wohl siliginis el ordei, d. i. Roggen und Gerale bedeulen kiiunle, und ia den 
Regestea dorch den ailgemeioen Ausdruck ..Getreide» wiedrrgrgebeo isl. 



Digitized by Google 



107 

gebieten hinterlassen wir 908 Os. (Oeseringet) ffir die Pacht der Kfihe. (Hier folgt elne IJ41. 
durch Lacken unverstindlichc Stelle.) ln demselben Buche 87 Mark bei den gedacbten 
Bauern. Ferner unter der Obhnt des Droiten 100 (Stfick) Schweinefleisch und 36 (Stfick) 
Rindfleiscb, und eine — bis aur Ankunft frischer aus Meroel — genugende Quantitat Fiiehe. 
Unter dem Schenken : eine bis aur Erlangung Ton neuem hinreichende Quintitat Ilopfen ; 
ferner 6 Schiffpfund subereitetcn (promtus) Hopfcns und im Buche 14 Schiffpfnnd Hopfen 
and 3 Schiffpfund Ilonig. Ferner beim Kimmerer 300 Mark Rigisch, sum Ankauf der Be- 
durfnisse dea Hauses in Gothland, und dis aum Ankauf von 2 Lait Fleisch erforderliebe 
Geld. Beim Comthur in Memel 32 Mark Rig. zom Ankauf von Fischen. In der Kammer 
des Kiromerers eine Tonne Bernstein, fur 13 Curische Mark gekauft; und beim Veigt von 
Candau Bermteiu fur den Werth von 10 Mark Curiach. Bei dem Kaufmann Petrua 20 Mark 
Curisch. In Windau ein Schiff (liburna), 100 Lasten tragend, mit allem Zubehor, und ein 
kleineres Schiff von 14 Lasten, und in unsern Vorrathskammern 20 Tonnen Heringe. — In 
unserer Kiste binterlassen wir 40 Mark Curisch ; endlich das ganse Wachtgeld (?pretium 
ipeculationis*»)), „Wartgut u genannt, welches wir vom Comthur von Wlndau, vom Bischof 
Ton Curland und r vom Voigt von Dondangen habcn mfisscn, und welches ffir dieses Jahr noeh 
nicht gesahlt ist. 

Nach elaera Pcrgamentblatt , welcbca elneru alleo Kuehe rnm Einbande dlenle, gedruckt in E. 
Hennigt Geacbicbte Goldiogen* S. 184 und darnacb im LUl. U.B. Nr. DOOGHI. 

949. Benedict XII. bittet und erroahnt dcu Haiiptnunii von Reval, in Fplge dea ?on April 10. 
den Aebten der Kloster von Vaikena, Padis und Guthvnl erhaltcnen Berichts (fiber welchen 

hier fast mit denselbcu Worten, wie in dcr Rcg. 913, referirt v.ird), nicht nur von der deere- 
tirten Besteuerung der Kloster abiustehen, sondern aach dieselben gegen Beeintrichtignngen 
jeder Art in Schuts zu nehmen etc, da Laien fiber kirchliche Personen nnd Gfiter keine 
Gewalt zusteht ete. 

Nacb einer Abschrilt in HiSrt»'* Collectan. I, 278 (lnd. Nr. 3337) abgedr. im C.B. Nr. DCCCIV. 

950. Borchard con Drcylere, Meister des D. 0. in Livland, transsumirt die Bulle Pabst Mat 30 
Alexander'» IV. v. 15. Mai 1237, Reg. 538. Datum Riga, anno Dom. MCCC quadragesimo 
primo, Dominica infra octavas ascensionis Domini. 

Das Orig. Huf Perg. im Rig. Ratbsarcbiv. Index Nr. 352. 

951. Waldemar III., Konig der Diuen und Slaven, Herzog von Rsthland und Laaland, Mai <jr 
nnd seine Geraahlin, die Konigin und Hersogin /leiliwigis, bekennen, dass sie mit gesammter 
Hand, frei und nicht verleitet, nach reifem Rath und mit Zuitimmung ihrer Gelreuen, fiir 

sich nnd ihre Nachfolger verkauft haben dem Bruder Diedrich, Burggrafen von Aldenhurg, 
Hochmeister des D. O., und des Ordens Brudern, die Linder Esthiand, Harrien, Wier- 
land und Altakcn, das Schloss und dic Stadt Reval, das Schloss und Wcichbild Wesen- 
berg, das Schloss und Wcichbild Narva, und alle im Lande belegencn Bnrgen, nebst Allem 

• ) In dem Lateini§chen Original Mand hier eine Abbreviatur, welcbe E. Hennig undeatlicb war und 
von ihm: canventioue gelesen wurde, w M hier abef. keinen Slnn giebt. Vielleicbt sollte ei cooduclioae 
beiisen, was den hier angeuommenen Sinn baben wOrde. 

•* ' S. Du Cange b. d. W. — Hennig verstebt daruoter, wie ei scbeint, die Keilrage snr Unter- 
baltang der LeuchlthQrnie. Vergl. die Reg. 612 P. 10. 

©• 



Digitized by Google 



i, » ..- «... .. t --uui. m. i. - 1" igmm jleer, wie In 

FlfiMen ond Biichen gehdrt, tnit alleo Rechten ond Zubehoruogen, Stldten, Burgen, Ddrfern, 

Alodien, Feldern, gebauten und uogebauten Aeckern, Wleaen, Girten, Bergen, Thilern, Ebe- 

nen, Wildern, Biiachen, Wiisten, Wegen, Siimpfen, Wiaaern, Wind- und Waasermfiblen , Ge- 

richtabarkeiten, Mfinxen, Zdllen, Lehngfitern, Vaaallen, Rittern, Knechten, Zioanern, Acker- 

bauern, Dienatleuten, aller Eideapflicht der Stadter, der Bauern, mit Streitroasen und mit 

Wagen, Zinsen, Einkunften, Frfichteu und fiberhaupt mit allen und jeden Nutxungen fiber, io 

und unter der Erde, an En- und Metallgruben von Gold, Silber, Kupfcr, Zinn, Blei, Eisea 

ete., Steinbruchen nnd Salxlagern, mit allen Rechten und Forderungen etc, aolche xn haben, 

zu behalteu und xu beaitxen, zu beherrschen nnd xu nutzen, frei und ruhig, mit vollera Eigen- 

thumarecht etc. — fur die Somme von 13,000 Mark reinca Silbers : „welche Snmme wir des- 

mittelat bekennen vora Hochineiater und den Brfidern dea D. O. vollstandig cmpfangen und xu 

onaerem und unsers Reiches Nutxen, inabeaoodere zor Auaatener unaerer geliebten Schwester 

Margartlha, welche wir dem Ilerrn Markgrafen Ludwig von Brandenborg xur Ehe gegeben, 

verwendet haben. Um alleu Nachforderungen unaerer Nachfolger xu begegneti, iiberlaasen wir 

dem Ilochraeitter und Orden insbesondere alles Patreontrecht, daa Recht der Collation von 

Kirchen, Pfrftnden und kirchlichen Rechten,' und verxichten in eigenem, wie dea genannten 

Markgrafen Namen auf die Einrede dea oicht gexahlten Kaufschillinga ; und schenken dem 

Hochmeister und Orden nnwiderruflich daajcnige, waa die Sache jeUt mehr an Werth betrigt 

oder kunftig betragen wird. Diea Allea geloben wir stit und fest xu balten und xu beob- 

•chten, in keiner Weiee dawider xu wirken oder wirken xn laaaen ; verxichten vielmehr fiir 

us nud unsere Erben und Nachfolger auf gedachtea Land Esthland, uud auf alle Behelfe 

dea canoniscben, wie des Civilrechts etc." 

Naeh einer' Copie iu geb. Ordentarchlv tu KSnfgtberg (Index Nr. 351) abgedr. ia Brandit' 
Coll. S. 34 Nr. 7 «nd Im Livl. U.B. ISr. OCCCV. Ein frUberer Abdruck dej Suhm XIII, 28-30. 
Vergl. die Reg. Dan. I, 264 Nr. 2209. Dleae Urkunde scheiol ein bloiter Enlwurf zu tein, da der 
vrirklicbe Verkauf Etlhlandt an den Orden erst im J. 1346 zu Stande kam. S. unten Reg. 1011. 
Vergl. tibrigena Paucker in der Autgabe der Collectan. vou tirandu S. 46 



29. — Die von Arndt II, 95 hierher gesetxte Urkonde der Scherenbeke gehort tum Jahre 

14. 1347 (•. Reg. 1033) und das Schreiben dea Diirpfschen Raths bel ron Sartoritu II, 362, 
kann nicht ver dem J. 1342 ausgeferligt sein. S. uuten Reg. 960. 
Augut 9. 952— 956. Johann, BUchof von Lfibeck, liefert Trausaumte der nachatehcnd genannten 
Urknnden: 1) vom 5. Junl 1254, Reg. 306; 2) v. J. 1256, Reg. 325 ; 3) v. 3. April 1274, 
Reg. 498; 4) vom 25. Juoi 1275, Reg. 501 nnd 5) vom 24. Juli 1299. Reg. 666, aimmtlloh 
von Livlindischen Landeaherren ertheilte Handelsprivilegien. Die Transsumte ffihren alle das- 
■elbe Datum : Lubeke, anno Dom. MCCC quadragesimo primo, in vigilia b. Laurentii martiris. 



Die pergam. Originale aller fiinf Trantturate werden ira Rig. Ralhtarchiv 

Nr. 353-357. 

8eptbr. 957. Bruchatuck eines dem in der Reg. 948 gelieferten ihnlichen Recesses fiber das 

^ 9 - von dem Comthur Hermann Gudacker xu Goldingcn hinterlaaseneu Inventars. Besonders iat 
daraua nur xu beraerken der Vorrath an Fiachtn, der eo «ngegeben wlrd : 2200 Hechte, 5000 
Fische, welche Wemgallen heiaaen, 500 Fiache, Streckevote genannt, 300 Fische, Taymen 



Digitized by Google 



Von elnem sweiten Pergsmentblatte der Art, wie zur Reg. 948 benierkt, entnommen von Btnnig 1 341 
In itiner Geachichte Goldingens S. 186 nnd darnech abgedr. im U.B. Nr. DCCCVI. 



1342. 

958. Engelbert, Erzbischof von Rlgi, tbtolvirt, auf Bitte dea Engelbert von Tisenhtuen, Aug. 17. 
desien Vtter, den verttorbenen Ritter Johann von Tuenhuten, von dem wider dentelben 

Tora Krzbisrltnf Friedrich tusgeiprochcncn Banne, und erklirt den Engelbert v. T. und dessen 
Bruder wieder fiir lehnsfihig. 

Narli einer Copie des in der LitthauUchen Metrika beim Senat in St. Petersburg beGndlirhen 
Originallranssuinles auf Pergament v. '28. Febr. 1343 abgedr. im Livl. U.B. «r. DCCCVII. Deulsch 
in der Brieflade I, 33 Nr. 42. 

959. Helmold von Sagha, Ritter, ttiftet in der St. Barbara-Capelle inf dem Kirchhof Septbr. 
iu St. Nicolai in Revai eine Vicarie von 100 Mark Silbers, und verleiht sie' dem Priester ^ 7 - 
Heinrich Dunevar. 

Nach elner Copie des Orig. iu einem Denkelbuche im Revaler Raihsarcblv abgedr. im U.B. Nr. 
DCCCVIII. Dentsch in der Brieilade I, 30 Nr. 43. 

960. Der Rath der Stadt Dorpat tchreibt an den der Stadt Liibeck : Conrad Preen, c . J. 
Ritter uod gewesener Hauptmann iu Reval, hat im vorigen Jahre in dcr Quadragesima (7 ,u « u - 
Wochen vor Ostern), als Eure Biirger Marquard Volkestorp und Tidekin Pallas mit einigen 
ooserer Milburger nach Nowgorod reitten, zwei von untern Biirgern darch teinen Sohn Peter 

zn sich rnfen lassen, und den andern erlaubt, mit allen Giltern — worunter auch Wisby'tchen 
Biirgern gehbrige waren — von dcn Grinzen der Nowgoroder Russen nsch Narva suruckzu- 
kehren, nnd sie dabci gezwongen, verbotene Wege zu psssiren, in welcher Beziebung er 
selbst sagte, dass sie dadurch Leben und Gflter verwirkt; worauf er sie genothigt, wenn tie 
mit ihren Giitern sich rettcn wollten, bei Ehren und Treuen und eidlich zn versprechen, mit 
ibren Giitern und den dafur eingctauachten Waaren tum nichateo Pfingslfest uach dem Schloaa 
Narva, dicaet mag mit Willeu umgeben aein oder nitlit, zu kommen, woriiber einige Eurer 
und unscrer Milbiirger eineu oifeneu Brief, den Conrad uach tcinem Belieben tchreiben 
1, betiegeln miiasen. Wir sandlen daher, da Hr. Conrad in dem Schlott Wittentten 
gchalteo warde, ein Mitglied unseret Rathet dahin, um mit ihm wegen dea Vor- 
tu verhandeln, was in Gegenwart dea dort anwetenden Livlindischen Ordensmei- 
stert, der Comthure von Velliu und Perntu nnd det Voigls von Jcrwcn gescluh. Hr. Conrad 
erklirte endlich, er wolle tich dem Ausspruch des Ordcnsroci&tert , der Comthure von Vellin 
tnd Pernau und der Herren Bittcr' Woldcmar von Dolen und Johann von Tketkulle unter- 
werfen. Als hierauf der Ordensmeisler und einige seiner Comthure mit unserm Herrn, dem 
Bltcbof Weecelu» von Dorpat, iu Gegenwart der genanntcn Herrcn W. von Dolen und J. von 
Iketkulle, to wie det Herrn Ritters Eagelbert von Tiaenhusen und Anderer eine Berathung 
(placita) hielten, tindten wir zu iliucn einige unserer Rathsglieder lnit der Bitte, sich dtr- 
Bber zu erkliren, was sie in der gedachtcii Sache fur- Recht hielten. Nachdem der hier in 
Abschrift bcigefiigte ofieiie Bricf — welcher vou den Hcrren, die mit dem gedschten Ilerrn 
Conrad den Frieden awischen den (occideutaliichen) Chriiten einerteita und den Rutsen von 
Nowgorod «ndererseiU, wihrend der Krieg mit den Pleskowitern noch forldtoerte, ron Ncaem 
bestitigt hntten, besiegeitwordcn — vorgetragen worden w»r, erklirten der Herr Ordensmei- 



Digitized by Google 



110 



•tcr and die iibrigen Herren : dass nach dtesem BriefeHerr Conrad gegen die genannten B.ir- 

ger unrechtmassig verfahren, nnd dass sie in dieser Beiiehung keine £chuld tragen. — Weil 

nun aber der gedachte Herr Conrad das Obige jetit nicht mgestehen, noch halten will, so 

bitten wir Euch, wenn ihr hort, dass dieser Sache bei dem honige von Danemark oder aonst 

sum Nachtheil fiir uns oder unsere Mitbiirger Krwahnung geschieht, Ihr unserer und der 

Unsrigen Euch annehmen raoget. Wegen Zuriickerlangong des obcrwahnten von Enren uud 

ansern Mitburgern besiegclten Bricfes habcu wir uns bia jetst vergeblich bemuht, werden 

•ber noch uach Kraften dafiir besorgt aein. 

Nacb drinOriKln.il im LQbischen Archiv abgedr. bei v.Sartorhu-Lappenberg I, 363 Nr. CXLVH, 
uod darnacb im Livl. U.B. Nr. DCCCIX. Da Conrad Preen nocfa im J. 1341 aU Uauptaann voo 
Reval eracbeint (Reg. 947) , ao kann dies mit keioer Jahrtabl versefcene Scbreibeo friihesteas ia 
Jabr geselxl 



1345. 

1343. 

0. T 961. „Kckard Sa.ro, Si/rid Oldenborch, Hermann H arschow, M'igger Dortxow, Heinrich 

Laurentii, Conrad Sledorn nnd Bernhard Pepemack, sind verpflichtet, mit gesammter Hand 

dem Herrn Hermann Blumenrod 100 Mark Kig., jede Mark su 36 Schilling Liib. gerechnet, 

m Briigge in FUndern in kleinen Gulden Flaraischen Gewichta, jeden Gulden iu 9 Schill. 

urtd 9 Pfennige gerechnet, vier Wochen nach dem bevorstehenden Osterfest lum Besten des 

Herru Borchard Niger (Schwarz) in Livland su lahlen." 

Diete interesiante Intcription aus cinem LUb. Sladtbncbe vom J. 1343 liefert C. W. PatUi, LO- 
becktcbe Zustande S. 233 Nr. 110« darnach im U.B. Nr. DCCCX. 

Febr. 38. 962. Fromhold, Prior, uild das gatue Capitel der Rigischen Kirche, transsurairen uud 

ratihabiren die LVkunde des Kribischofa Kngelbert vom 17. August 1342, wegen Absolution 
des Johann von Titenhuten und Restitotion seiner Sohne. Reg. 938. 

Nach der Copie des Orlg. in der Metrika beim Senat abgedr. im Livl. UB. Nr. DCCCXI. 

April 5. 968. Rath und Gemcinde der Stadt Reyal urknndeu, dass Johann von Bremen, Mitglied 

des dortigen Rathes, sti Almosen fur diirftige Glieder sciner Familie, eine ewige Rente von 
7 Mark Silb. fiir 112 Mark vom Rathe gekauft etc. 

Nach deroOrig. Ira Revaler Ratluarchlv abgedr. In dem Livl. U.B. Nr. DCCCXII. Deulsch in der 
Brieflade I, 37 Nr. 44. 

April 39. 964. Bruder Gobelin, Abt des Cistercienserklosters Gotwall in Gothland, Bruder Hein- 

rich, Subprior, und der gante Convcnt der Predigerbriider in Wisby, tranasumiren die Ur- 
kunde des Johann Kanna vom 9. Scptbr. 1323 (Reg. 814). Datum Wiaby, anno Dom. 
MCCCXL tertio, in crastino b. Vitalis raartiriaV 
Da» Orig. aof Perg. im Revaler Ralhtarcniv. 

Mai II. 965. Bertram von Parenbeke, Rittcr, •tellvertretender Hauptmann und Riehter der 

Schldsser iu Reval und gam Harrien, Johann von Sortevere, Hermann von Toi», Helmold 
von 7taghe, Heinrich von Virke», Heinrich und Johann von Parenbeke und Dietrich Tolk, 
Ritter, so wie Johann von Meke», Jtser vom Neuenho/e (de Nova Curia), Gerhard von Toi» 
und Johann von Reval, Knappen, bekennen, dass sie mit ihrer Aller und vieler anderer K6- 
niglicher Vasallen Zostimmung verUngt und empfangen haben von dem Rathe der Stadt Reval 
eine Quantitit Getreide, welche dem Kdnige von Dioemark durch den Tod mehrerer grauaam 



Digitized by Google 



Ui 

Leate verfallen wsr. Solches Getreide hfitten sie empfangen su den 1343. 
Bedflrfaiuen des Laadea uad der Schlbsaer, wo jeae Leute beraubt, verbrannt und umge- 
brscht worden, und die gedachten Schldsser darch jenes Getreide mit Menschen und Maaerh 
befestigen Isssen. Dem Revsler Ratbe wird in Betreff der Entrichtung diesea Getreides 
schKesslich quittirt. 

Da« Orig. aaf Perg. int Revaler Ralbsarchiv; Akdrack Im Livl. U.B. Nr. DCCCXIII. 

966. Johann von Sortevere, Hermann von Toii, Otto vonRoten, Heinrich und Johann Mai 16. 
ron Parenbeke , Heinrich von Firket, Heinrich von Lode, Diedrich Tolk, Ritter, Johann 

von Meket, Johann Jtacke, Robert von Alwen, Chrittian von Scherenbeke, Atter vom Neuen- 
hofe (de Nova Curia), Tilekin von Sortevere nnd Heinrich von Bickethovede, Knappen, Rithe 
des Kdnigs und der Krone dcs Reichrs Dinemark in Esthland, Heinrich von Lechtet, Johann 
ton Parenbeke, Bemhard von Toreida, Heinmann Risbite tind Lippold von Aides, Vasalieo, 
80 wie die gesammte Hannachaft des gedachten Kfiniges daselbst, thun kund, dass sie, nach 
reifer Erwigung und Bcrathung — da nach dcm feberfall der treuloaen Eathen, der Beran- 
bung und Ermordnng ihrer Herren, der Piiinderung und Zeratoruug der Giiter deraelben und 
vfelen anderen von ihnen begangenen Schandthaten, das Land durch keiuen Andern gerettet 
ond zur Ruhe gebrscht werden konnte — dcn Ordcnsmeister in Lirland sn ihreni und thres 
Lsndes Schutsherrn (tutor), Hauptrosnn und Vertheidiger erwihlt, und ihm die Schldsser 
leval nnd Wesenberg mit deren Lindern und simmtlichen Pertinentlen Qbergeben , um sie 
fnr die Krone Dinemark getreulich su erhslten, unter der Bedingung jedoch, dass, sobald aie 
einstiroroig die* Riickgabe (resignatio) verlangcn wurdcn, die Schlosscr und Landcr, nebst 
Zubehdr, binneu Monatsfrist, ohne irgend welchen Betrug oder Dolns, ibiien snriickgegeben 
werden sollen. Z.gleich machen sie sich mit gesamler Hand verbiodlich, dem Meister nnd 
Orden vor der Riickgabe alle Kosten, Schaden und Interesse zn vergiiten, welche erweislichi , 
auf die Krhaitnng der Schldsaer verwendet und dadurcli genrsacht worden. Uebrigens soll 
durch diese Anorduuug in Betreff der Schlosser und Linder wedcr dcm Kdnige noch der 
Krone von Dinemark irgend ein 1'rijudis erwachaen, indcm aie vielmehr aus der Besorgniss 
bervorgegangen, dass im Llntcrlassungsfalle die Schldsser und dss Land der Krone Dinemark 
fir immer entfremdet worden wiren. 

Nacb einer Abscbrifl in dem *og. grossen Urkundenbncbe iai geh. Ordensarcbiv su Kiiaigtberg 

(lodex Nr.36U) abgedr. ia JU. Urandis' Colieclan. S. 37 Nr. 8 und Im Llvl. UB. Nr. DCCCXIV. 

FrflbereiAbdrOrke lu drn Acla Borufsica III, 734 u. in Baczkos Geschlchle Preussens II, 142. Vgl. 

dle Reg. Dan. I, 967 Nr. 2231. 1 

967. Daniel Niclitson, Prafcct des ostlichen Tlieils (von Finnland), Johann Gutaeson' Mjl jj 
Voigt des Schlosses Wiborg, Johann BaettHitieou, Hartekin, Nicolaus Magnuiton, Marquard 
Fleegh und Nicolaut Guttaeson thun kund, dass sie, Scitens des Konigs Magnut von Schwe- 

den, Norwegeu und Schonen, mit dcn Rithen des Kdnigs Waldemar von Danemark und allen 
seinen Lcuten in Esthland, mit der Stadt Reval uitd dcren Kinwohnem, vtie mit allen Insassen 
des Dsnischen Ksthiands jedcs Slaudes, eincn fvstcn Waffeustillslatid su Wasser wic zu Laude 
abgeschlossen, von jetst ab bis zum uichstcu Souutag zti Mitfasteu (d. 14. Mirz 1344); so 
jedoch, dass zwischen jetzt und dem bevorstehenden Marlinifest (d. II. Novbr d. J.) die 
Konigl. Dinischen Rathe in Ksthland au dcn KSnig von Schwedcn Boten senden, welche sur 
Brledigung aller su verhandelnden Sachen gehiirig ermichtigt sind. Indeia will Dauiel Ni- 



Digitized by Google 



► 



112 

1343. clitMon den Konig durch einen Bolen von dietem StlllsUnd in Kenntniss cetzen; und falU der- 
■elbe ihn nicht ratihabiren sollte, einen vollen Monat vor dera Wiederansbruch der Feind- 
seligkeiten die Kouiglichen lUthe, den Rath der Stadt Reval und daa Land davon benach- 
richtlgen. 

Nach eioem Transsuml vom 19. Juli 1343 im RcvaUr Ratbsarrbiv (Reg. 988) abgedruekt im Livl. 

U.B. Nr. DCCCXV. 

Joli 19. 968. Gottfried, Decan, und das ganse Capitel der Reval'schen Kirche transaumiren die 

vorstehende Urknude, Reg. 967. Datum Revaliae, anno Dom. MCCCXL tertio, nbbato 
ante featum b. Mariae Magdalenae. 

Nacb dem Orig. auf Perg. iu dems. Archive abgedr. in v. Bungtt Archlv I, 313 Nr. II. 

Aogust 2. 969. JValdemar II/., Konig der Dinen etc, nrkundet, dets er mit Magnut, Kunig voa 

Scbweden, einen feslen Frieden in der Weisc eingegangen, dass er aeinerseiU ans namhaft 

gemachtcn 24 Mannern, ^ingebornen DSnen, 12 su Schiedsrichtern ernennen und acht Tage 

nach St. Michaelis nach Wardberg bringen werde, welcbe alle Streitfragen , welche swi- 

scheu ihm, scinem Reiche und seinen Unterthanen einerscits und dem Kdnige von Schweden 

andrerscits schwebcn, cntscheiden sollcn, in Gemcinschaft mit den vom Kiiiiig Magnut ia 

derselben Weisc ernaiinten 12 Schicdsrichtern etc. 

Nach dem Orig. auf l'erg. im Revaler Ratbsarchiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCXVI. Uebrl- 
gens bat die Urkonde nur eioen Eioschnitt, durch den die Pergamentitreifen xum Siegel gczogea 
siod | da* Siegel SOlbtl fehlt. 

Septbr. 5. 970* Magnut, Kdnig der Rciche Schweden und Norwegen nnd des Landes SUven 

(Schonen?), urkundet, dass er mit den edlen Minnern Johann von Widen, Heinrich Loda 

und Heinrich Liket, WafTentragern , ond mit Wennemar, Rathsherrn su Reval, von wegeo 

aller Bewohner Esthlands und der SUdt Reval, als deren vollmichtigen Boten, sich vcrsohnt 

und verlragen in nachsteheuder Weise : Aller gegenseitige Zwist, Zank und Feindschaft wird 

geslillet und der Vergessenheit iibergehen, und ein fester Friede fur ewige Dauer errichtet. 

Die Rechle, Gcsetze und Freiheiten des Konigl. Schwedischen Schlosses Wyburg sollen in 

ihrer vollen Kraft, wie sie seit jeher gegoiten, erhalten bleiben. Wird von Seiten eines 

Schwedischeu Unterthaus den Leuten iu Esthland wider diesen Frieden cin Unrecht zugefiigt, , 

so soll die Sache ron deu Kdlen des Reiches Scbweden binncn einem Monat, von der Zeit 

an, dass dem Kdnige die Anzeige dariiber gcmacht wird, nach Recht und Geseta erledigt wer- 

den. Dassclbc wird fiir dcit umgckehrten Fall statuirt. • 

Nacb einer Absr.hrift ini sog. rolhen liucbe im Arcbiv der Esibl. Rttterscbaft abgedr. in e>. itungt^t 
Arcbiv I, 314 Nr. 23 und im Livl. U.B. Nr. DCCCXVII. Ein iillerer Abdruck in Uuptt* n. nord. 
Miscellan. XI, 3fi8, u. naih einer Absrhrift in iiiarnt Coll. I, 542 (Indei Nr. 3323), in den Bliilbeill. 
V, 3311. Das Orig. mag wohl Lateiniscb abgefatst gewesen sein. 

Septbr.12. 971. 7V/o von Kele, Priscs des Koniglichen Gcrichts, bekeunt, dass vor ihm und seinen 
Beisitzern, den Riltern Heitirich ron firkit und Johatin von Parenbeke, dcr Rittcr Hermann 
von Toit seiuc tm Mccrcsstraiid im Kirchspiel Lcdenrodc bclegenen Guter, wclchc fruhcr 
zur Mark von Cardis gehdrt, dcm Abte Nicolaut von Padis und dessen Convcnte fiir 00 
Mark Silb. verpfindet habc, und so lange gewahrlcistcn wollc, bis d«;r Kiinig solche Giitcr 
dem Abte und Conrente zueigncn wurde. 

Nacb eloer Abschrift in BiSrn'i Coll. I, 520 abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCXVIII. DeuUth lct 
t>. Bungt'* BrieilaJe |, 37 ,N>. 



Digitized by Google 



972. Olau; Bischof ron Reval, faestatigt > uf Bitte der Elitabet, Wittwe des Revalscheu 1343. 
Bfirgers Johann Lange, die ron diesem, mit seincr Frau und seiner Erfaen Einwilligung, im Sept.29. 
Altar des h. Kreuzes in der Kirche der Nonnea tu Reval von 100 Mark Slb. Rig. trockcoeu, 
nunmehr in zehn Haken angelegten Geldes gestiftete und dem Priester Nicolatu Lgven ver- 
lithene Vicarie. Das Patronatrecht diescr Vicarie aollen gedachte Wittwe und ihre Erben in 
uiedersteigender Linie ausiiben ; sind diese ausgestorben , so wird das Patronatrecht dreimal 
hintereinaoder von der Aebtissin des Nonnenklosters gefibt, dann aber geht ea auf den Bischof 

von Reval fiber. Der Inhaber der Vicarie soll iibrigens jetzt und in alle Zukunft das Anden- 
ken des Johann Lange, seiner Ehefrau und seiner von ihm in directer Linie abstammenden , 
Erben durch Messen und andere fromme Gebete begehen. 

Nach dem Original auf Pcrg. im Revaler Rltraarchlv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCXIX. 

973. Olaut . Bischof, und dss ganze Capitel von Rcval, Bruder Gobelin, Abt des Kio- Octhr. 97. 
iters Ruma in Gothland, Nicolaut, Abt von Dfinamiinde, Wifbrand , Viceprior des Convents 

(der Predigerbriider ?) zu Reval, die oben, Reg. 966, genannten Kbniglich Diniachen Rathe in 

Esthland, nebst der Gemeinschaft der dortigea Vasallen, und der Rath der Stadt Reval, 

um Verleumdungen entgegenzuwirken, dass sie, nur durch die ausserste Noth | 

Meister und die Bruder des D. O. in Livland gegen die aufstandischen Esthen zu Hiilfc 

i, und dass der Orden bloss auf ihre instandigen Bitten erschienen, weil zu furchten 

war, dass, wenn der Tiranuei der Esthen nicht bald gesteuert wfirde, ihre Zahl sich bedeu- 

vermehren werde, zuroal auch andere neubekehrte Landeaeingeborne, durch ihr Beispiel 

t , zu wanken anfangen. 

Nach einer Abicbrift im grosien Urkundenbach des Konignb. Ordensarchivs (lodes .Nr. 361) ab- 
gedrockl in Brandit' Collectan. S. 39 Nr. 9 und im Livl. U.B. Nr. DCCCXX, osd scboa friiber 
in den Acta Borusi. III, 736 ond bei Baczko 11, 144. Vergl. Reg. Dan. I, 267 Nr. 2234. 

974. Heinrich, einstmals Peter von Bechim, Geistlicher der Munster^schen Diocese und Nov. 10. 
Notarius publicus, bezeugt, dasa, in seiner und dazu bcrufcner Zeugen Gcgcnwart, die Biirger- 
meister und Rathsherren der Stadt Riga in dem Wohnhause det Meistera des D. O. in Livland 

bci Riga versammelt gewesen, und, vom O.M. befragt, welche Rechte dcr Krzbischof von 
Riga in gedachter Stadt habe, antwortetcn : die Stadt Riga sei dem Erzbischof im geiatlichen 
Recht untcrgeben, und weun der Rath einen Voigt wahlt, sei er verpflichtet , solchen dem 
Ersbiacbof, wenn dicaer in seinen Landesgrinsen sich befiode und zuganglich sei, zur 
Bestatigung vorzuatellen. Wenn sie Mfinzen achlagen wollen, ao habe der Krsbischof daa 
Recht, sein Zeichen darauf pragen zu lasscn ; die Munze miiase jedoch von Gothlandiachem 
Gewicht sein. Ueberdies bescheinigte dcr Rath, dass er dem Meister und den Brudern des 
D. 0. den Ort angcwiesen , wo diese gegenwiirtig wohnen , an Stelle dea Hauses , welches sie 
ehedem in Riga bewohnt, und welches von tlen Einwohnern Riga's zerstbrt wordcn war. 



cm Ori 8 inal im Rig. Ralhsarrbiv (Indez Nr. 632, vergl. aucfa Nr. 363) abgedr. h» d«n 
I. Liv. ant. IV, CLXXVI Nr. 63 und im Uvl. U.B. Nr. DCCCXXI. 

1544. 1344. 

975. Pabst Clement VI. urkundet, der Hochmeister des D. 0. hsbe ihm berichtet, wie aja 3 |. 
er, desgleichen seine Gebietiger und Heerfuhrer, wenn sie in den Krieg gcgen die Feinde 
des Christenthums siehen, besonders im Winter, wo die Tage in Livland uo 

LM. Urk.-IUf. II* P 



Digitized by Google 



ti4 

IM4. siad, nicbt im Stande seien, n» Anh6ren der MeMe den Anbrnch des Tsgea absnwartea, 
nnd ura Abhulfe gebeten. Demaaeh erlanbt der Pabit dem Meiater nnd Heerf&hrer iHw- 
schallj, auf Feldziigeu auch an tragbaren Altiren durch eigene oder andere Prieater an pa*- 
eenden Orten kun vor Tageaanbrnch Mesteo au halten, jedoeh aoil diea nor ausnahmaweise 
feschehen. 

Naeh dem Orlginal auf Perg. im Kftuigib. geb. Ordenaarchiv (Ind» Nr. 364, wo die Jabrsafcl 
tmrichtig angegeben Ut) abgedr. in VoigCa Codex dipl. III, 7 Nr. XLVIU und im Livl. I I!. Nr. DCCCXXll. 

'Josi 34. g76. Waldemar 111., Kdnig der Danen, dankt dem Orden in Livland daf&r, dais er dle aaf- 

stindischcn Bauern in Ksthland bekriegt und die Schlosser und das Land gerettet und geschuUt, 

und bittet ihn, seinem Vcrsprechen gemiss, dem Stigot Auderaon, den er zum Hauptraana 

iiber Stadt, Schloss und Land ernanut, solchea nunmehr sn ubergebeo. Datom AJbarg, anno 

MCCCXLIV, die b. lobannia Bapt. 

Hiarrii Colleclaoeen erwiibnen dieser Urkunde, al* einer von deoen, welche im Jahr 1631 asa 
Riga und Mitau nach Stockbolm gebracht sind, und referiren daraut daa Voriteheade. Vergl. Arndt 
II, 96 uod BroUet Syll. diplom. I, 208. 

Ang. I. 977. Deraelbe urkundet, daaa er dea Voneiger dieses, Ritter Stigot Andereon, Heupt- 

mana von Eatbland, ermachligt babe, for die Aosfertigung verschiedener ihm vom Kfinige auf- 

getragener Gescbifte in Esthland, Namens dea Kdnigs ein nenea Siegel macben zu lassen, 

und aich desselbea sa des Konigs NuUcn nnd Vortheil rechtiich sa bedienen ; Alles, vtl 

Stigot rechtmiesig aater teichem Siegel schreiben lassen werde, woile der Kfinig bestitigea 

and bei Krtft erhaltea. 

Nr. DCCCXXIIl. P 
Aug. 15. 978. Magnut, Kfinig von Schweden, Norwegen nnd Schonen, that kund, dasa er dem 

Ersbischof von Upsala, Hemming, nnd den Kdniglichen Rathen, Nicolaua Abjornaaaon, Giale- 
niua Elmonaon, Leurentiua Ulfaon nnd Carl Neahanungaaon , Rittern, Vollmacht ertheilt, ia 
eeinem Namen mit den Herren voa Eathland Qber die swischen beiden Theilen achwe- 
bendeo Differensen su unterhsndeln und solche allendlich sn erledigen, nnd versprlcht 
daajenige, was sie beachlieasen werden, sn ralihabiren. 

Nacb dem Original auf Perg. im rJithlftad. RitlewchafUarcbiv abgedr. io v. Bvngtt Arcbiv I, 314 
Nr. «3 OBd Isj U*L U.K. Nr. DCCCXXIV. Sollte in der Jahrufcl nkbt ein Verseben vorgerailon 
ieiu, da dieie Voibnacbt wabracheiolich dem am 5. Septcmber 1343 abgeicbiouencn Frieden ;Keg. 
Nr. 970) vorauigegangeo UlT Vergl. auch Beg. 967. 

Aug. 15. — Die in HupeVa neuen nord. Miscellaneen Stuck 9 S. 547 in dieaes Jahr geaetste 
Urkunde gebfirt erat in das Jahr 1346. S. unten Reg. 1009. 

Sept. 30. 979. Johannat Pege, Johannea Holtkuaen, Gottfried von Paloa, Jocob lborg, Gerhard 

und Albert, Sdhne dea n«. Wennemar von Eaaende, versprechen den Revaiachen Ratha- 
herren Wennemor Holloger, Reinekin Crowel, Gerhard Stalbiler und Tidemann Cosfelt, den- 
selben alleo Schaden su verguten, den aie wegea der 885 Mark Nowgor. Silb. erleiden sollten, 
fiir welchc sie dem Heinrich Rode ton Eaaende voa Seiten Wennemar^a von Essende, Wis- 
bj'schen Rathiherrn, aich verbOrgt. 

Nach dem Origloal auf Perg. im Hevaler Ralbiarcbiv abgedr. im Llvl. U.B. Nr. DCCCXXV. 



Digitized by Google 



1545. 1)4 

980. JFaldemar III., Konig der Dinen und Hersog von Esthland, nimmt die Bfirger 
Reval s, mit ihren Grinzen, ibren G&tern und ihren Angehdrigen in seinen SchuU, und be- 
statigt ihnen die Freibeiten, Privilegien und Rechte, deren aie sich «u Lebseiten aeinea 
Vaters, Konig ChristopVs II., erfrent 

Nach dem Originallranssumt auf Perg. v. t. Febr. 1347 im Revaler Raihsarchiv abgedr. in v. 
Bunges Revaler RechUquellen II, 105 Nr. 27 und im UvL U.B. Nr. DCCCXXVI. Vergl. nnten 
Reg. 993. 

Derselbe beatatigt die Rechte und Privilegien derjenigen, welche Reval besuchen. j an . 

Nach einer Abschrift im Corpos privilegiorum der Stadt Reval im dortigen Arcblv 
v. Bunge's Rev. R.Q. II, 106 Nr. 28. In dem Orlginaltranssumt vom 1. Febr. 1347 ist 
vom Michaelistage datirt, daber aucb unter diesem Datom ins U.B. aufgenommen. S. i 



Derselbe gesUttet der Stadt Reral, Wasserleitungen nnd Muhlen anzulegen etc. Jan. 

Auch dieao Urknnde, nach dem Corp. privil. in t>. Btmgt's Rechtsquellen H, 107 Nr. 29 abge- 
at im Transsumt von 1347 das Datum vom St. Micbaelisiage. S. unten Beg 995. 

983. Derselbe fordert die Aebte ron Valkena, Dunemunde und Gothland auf •»«»• 
und rerlangt, daRS sie von ihren in der Stadt Reval belegenen Ilofen sn der Stsdtmauer und 

zu allcn andern Zahlungen und Scbatsongen (contributiones) ebenso beltteuern mogen, wle 
ea in Betreff der andern Hofe scit jeher fiblich war und noch ist, oder aie ohne Versug sn 
Personen verkaufen, welche bereit sind, dem Konige und der Stadt in dieser Besiebung ge- 
recbt su werden. Das Konigl. Siegei, unter welchem Vorstehendes geschrieben ist, soll volle 
Krsft nnd Wirkung haben. 

Nacb dem Originaltranssumt vom I. Febr. 1347 im Revaler Ralbiarcbiv abgcdr. in Llvl. U.B. 
Nr. DCCCXXVII. Kbeodas. eine alte Uebersetzung aus dem Anfange des 15. Jahrhunderts. 

984. Bnider Borchard von Dregleven, Meister des D. O. in Livland, Br. Wiltekin, Land- Jin - 
marachall, Br. Johann von Widen, Comthur zu Velin, Br. Goswin von Herike auf dem klei- 
nern Schloss sn Revsl, Br. Hermann Gudacker, Voigt su Jerwen, Br. Hildebrand, Voigt su 
Oberpahien, thun kund, dass sie, suf dringende Btttc der Rathe und Gemeinhcit der VassUen 

des Konigs von Dinemark, das Schloas Narva, welches sie ihnen einstiuimig eingewiesen 
nnd ubergebcn, wegen der ihnen von sllen Seiten drohenden Gefshren, eingenommen, um es 
rom berorstehenden Maria-Reinlgungs-Feste (d. 2. Febr.) an suf ein Jahr lang fOr die Kroue 
von Danemark und das Land Esthland zu erhaiten, mit allen Friichten, Einkfinften und Zobe- 
bdrnngen desselben. Wenn jedoch die gensnnten Ritbe nnd VsssUen uns die 1423 Mark 
RJg. Silb., die sie uns rechtlich schulden, sm Maria Reinigungs-Feste kunftigen Jahres nicht 
besshlt hsben werden, so sollen diejenigen, die sich dsffir verbfirgt haben, sofort in die SUdt 
Velin einreitcn und thun nach der von ihnen dariibcr ausgcsteliten Urkonde. Aucb dann 
aber bleibt, auf den dringenden Wunsch der Rathe und Vasallen, das Schloss Narva nebst 
Zubehor in der Gewalt des Ordens, um es ffir die Kronc Dinemark tu erhalteo, bis ohige 
Somme vollstandig bezahlt ist. Ist letzteres geschehen, so muss, binnsjn Monstsfrist von da an, 
wo es von den Riithen und Vassllen gefordert wird, das Schloss vom Orden gcriumt und 
jenen uberlasscn werden, ohue fQr etwn auf das Schloss verwcndcle Kosten und erlittene 
Schiden etwas fordern su diirfen, da der Orden dafur wahrend des Besitzes die Friichte ge- 
das Schloss suf seinen Gewinn nnd Verlust innehat. 

Nacb dem Original auf Perg. tm KfelgL Archiv saj Kopenhagea abgodr. bel Suhm XIII, 794 . 



Diqitfz 



416 

1345. in den hUlor. Abbandlungen der Kfinigl. GeaelUcbaft der WUsenschaften tu Kopenhageo. Deulaclie 

i Ueberteltong II, 365, im Dauiacben Origlnat IV, 203, in t>. Bunget Arckiv I, 315 Nr. 24 und im 

Llvl. U.B. Nr. DCCCXXVIII. Vergl. die Reg. dipl. Dao. I, 270 Nr. 2262. 

Febr. 2. 985. Waldemar III., Konig der Dinen und Herzog von Esthland, verordnet in Betracht 

dessen, daia die Pfarrkirche au Narva — deasen Gebiet durch die Nahc der feindlicheB 

Russen entvdlkert nnd von ihnen fortwihrend bedroht ist, — aich fn grosser Armuth befindet, 

dass der Konigliche Voigt oder wer aonat dem Narvzchen Schlosse torsteht, dcm Pfarrer 

jener Kirche, ao wie desaen Capellan und Scholaren, fiir Rechnung dea Kdnigs freien Tiach 

geben, in jedem Jahre gutes Tuch aum Unterkleid (tunica) und alle twei Jahr aum Oberkleid 

(toga, Mantel) verabfolgen, und iiberhaupt fiir ihre Bediirfoisse sorgen solle; auch sollen, 

damit die Neubekehrten nicht in Beiiehung auf Beichte und Abendmahl vernachlissigt werden, 

zwei Pferde im Schloss zum Gebrauche dea Pfarrers ru.it Heu und Hafer unterhalten werden. 

Nacb einer sebr fehlerbaflen Abschrift einea Tranasumlea vom J. 1425 in Hi&rrit ColJ. I, 121 
rlndt Nr. 3390) abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCXXIX. 

Aprtl 3. 980. Dertelbe nimmt die Burger dca Weichbildet (oppidani) Weseuberg, mit den 

Griinzen dea Weichbildes, die G&ter und Angehorigen der Burgcr in aciuen Schutz, und be- 
stitigt ihnen die von seinem Grossvater, Konig Erich, verliehenen Freiheiten, Rechte und 
Privilegien, deren sie sich, gleich den Burgern Revals, bedienen (Reg. 692), mit dem Hin- 
aunigen, dass Alle und Jede, welche in gedachtem Weichbilde ocler auch ausserhalb dea 
Wesenberg'schen Flusschcns wohnen wollen, jene Rechte nnd Gewohnheiten dca Weichbildea 
beobachten aollcn. 

Nach dem Transsumte io der Urkiinde des Freiherrn Reinhotd von Brederode vom Ostermoatag 
1621 im Archiv der EslblHnd. Gouvts.-Regierung abgedr. im Inland IS37 Nr. 34 Sp. 571 Aaa». uod 
Livl. U.B. Nr. Dcccxxx. 

Aprll 25. 987. Dertetbe verkauft dem Bischof Olaut von Reval das in der Parochie ' Ke le (n 

Wlerland belegene Dorf Kilpever, daa ihm nach dem Tode dea Andreat Rode, seinea Va- 
aallen, heimgefallen. 

Nach einer allen Abscbr. im Kfinigl. Arrbiv tu Kopenhagen abgedr. in v. Bunget Arebiv I, 300 
Nr. 7 und im Livl. U.B. Nr. DCCCXXXI DeuUch in der BrieHaJe I, 38 Nr. 46. 

April 28. 988. Nicolaut, Abt iu Padia, verkaaft, mit Zualimmnng aeinca Conventa, dem Peter 

Rover, Harald Rodeger, Hinko Bodolph, Haquin Chrittiant (Sohn) und Simon Clement (Sohn) 
die Inael Ragoe, nach Schwediachem Recht t fiir 34 Mark Silb. etc 

Nacb einem Transsumt vom J. 1502 in lliarrit CcJI. I, 167 (Indei Nr. 3471) abgedr. im Livl. 
U.B. Nr. DCCCXXXII. DeuUch in der Brieuade I, 38 Nr. 47. Nach einer allen DeuUchen Ueber- 
•etsung Im Inland 1837 Nr. 20 Sp. 330. 

Jonl 25. 989. Waldemar III., Konig d. D. u. II. v. Esthland, beslatigt der Kirche der h. Jung- 

frau Maria im Schloss Rcval, dem dortigeii Biachof und Capitel die von aeinen Vorgingern 

ihncn crtheilten Rechlc, Freiheiten und Privilegien. 

Nach dem Original nnf Perg. im Kdnigl. Archiv tu Kopenbagen abgedr. In v. Bunge'i Arcblv 
I, 272 Nr. 16 und lin UvL U.B. Nr. DCCCXXXIII. 

Juii 25. 990. Dertelbe nimmt die Biirger dea Weichbildea (oppidaifl) Narva etc. in aeincn 

Scbuti, und bestitigt ihncn die von aeinem Grossvater, Konig Erich, vcrliehenen Privilegien, 
Frelheiten, Gnaden und Rechte, deren aie sich, nach dcm Vorbildc Revafa, erfrcnen *), nebat 

*) Dies filteste Privilegium achelnl verloren gegangen tu seini 
ben Jabre 1302, wle daa von Wesenberg. S. Reg. 692 a. 986. 



Digitized by Google 



117 



den Aeckern, Wiesen, Weidcn, Wildern, Gewassern und Fischereien oberhalb and unterhalb 1345. 

des Schlosses, nnd „rait Behalluiig des erttcn Ksufs in dem Aalfange." Kein Kaufmann soll 

auf dem Wasser, Laukc genannt, Handel treiben, „er sei dcnn blcibehd in der Gnnst des 

Schlosses und des WeichbUdes." Soilte das Weichbild von dcn Russen zerstort werden, so 

sollea die Einwohner, mit ihren Hiuaern nnd Gebiuden in die Vorburg (praeurbium) beim 

Konigl. Schloss iibersiedeln, und dort ihre Zelte, Uiuser nnd anderweite Gcbiude anfschlagen 

und fiir immer beuutzen ; auch die Rechte, die sie an der alten Stattc genossen, in der Vor- 

bnrg, ohne irgend welche Einsprache, behalten. 

Nacb einer alten Abschrift ini Revaler Rathsarcbiv abgedr. in dem Livl. U.B. Nr. DCCCXXXlV, 
eine Uebersetzung vom 18. Mai 1426 ebendas., gMchfalls im U.B. wegen mancher Dunkelheilen des 
Originals abgedruckl. Eine andere Abscbrift in IliUrnt Coll. I, 122. Index Nr. 3351. 

991. firuder Goswin, stellvertr. Hanptmann von Reval, und Ileinrich von Lechtes, Ritter, Sept. II. 
thun kund, dass vor ihnen erschienen ein Russe, Namcns Arlemie Pamelim, mit einigen sei- 

ner Briider, uimlich Terentei, Paul, WasseL, Conrad, Maximy, Inwany uud Smoen%, und dem 
Dolmetscher (tolk) Nicolaus, und beksnnte, alle Guter empfangen zn baben, welchc nach 
dem Tode eines Russen, Namens Naxarie, der umgebracbt worden, hinterblieben und nach 
Reval gebracht worden, und zwar 80 Tiicher und 6 Reste, 7 Vepa's (vergl. Reg. 689), 5 Reste 
grobes Tnch (burellum), eine Rolle ,,Tele", 2 Flaschen Zinn, 8 Stiick Kupfer, 2 grosse 
Kessel, 13 Wolfsfelle, 2 Zimmer weniger 1 StGck Biberfellc, 3 Zimmer 4 Sluck Lucorfelle (?), 
7 Zimmer II St.uk Fuchsfelle, 4 Zimmer Marderfclle, 4 Luchsfclle und 1 Korb Feigen. 

Nach dem Original aof Perg. im Revaler Rathaarchiv abgcdr. Im Livl. U.B. Nr. DCCCXXXV. 

992. Gottfried, Decan, und das ganze Cspitel der RevaPachen Kirche, Bruder Nicoiaus, Sept. 26. 
Abt des Cistercienserklosters zn Padis, Bruder Goiwin von Herike, dem dat RevaPsche 
Schloss zum Gebrauche der Krone Danemark znr Bewachung anvertraut ist, und Bruder 
Robcrt, Prior, und der ganze Convent dcr Predigcrmonche zu Reval, transsumiren die Urkunde 

des Kdnigs Waldemar III. vora 1. August 1344. S. Reg. 977. 

Nach dem Original auf Perg. im dems. Archhr abgedr. im Llvl. U.B. Nr. DCCCXXXTI. 

993. Waldemar III., Konig ,d. D. n. II. v. Esthland, beslatigt die Rcchte nnd Privile- Sept. 29. 
fien der Stadt Reval. 

Elne Abschrift im Corpus privil. der Stadt Reval. Da <liese Urkunde mit der unler Nr. 980 
regUlrirten, bis auf wenlge gani unwesentliche Abwelchungen , s. B. „dictos" stntt ..meinorntos", 
„molesta:e" statt „perturhare" u. dergl. , wiirtlicb uhereinslimmt, so ist sie in das Urkundenburh 
nieht sufgenoramen. Der Umstand, dass mebrere Reval ertheilte Prirllrgien — auaser die*em auch 
Nr. 994 u. 995, vergl. init Nr. 981 u. 982 — doppelt, uiiter den beiden Datent den 7. Januar und 
d. 29. Septemher, rorkommen, mochle sich am leichlesten erkliiren, wenn man anulmmt, dass die 
altrren, vom 7. Januar, von drm Hanpiinann Sttgot Andcrston , Namens des KOnig», kraft der ihm 
vora K6nige am I. Aogusl 1344 ertheilten Voltmachl (Reg.977), ausgeferligt, und am 29. Seplember 
vom Kfinige selbsl, bei seiner Anwesenheit In Reval, besliitlgt worden stnd: wonill vielleicbt 
auch im Zusammenhange steht, dass jene Vollmscht wenige Tage vor der Koniglichen Rectiitigung 
Iranssumirt worden : Reg. 992. Fast znr vollen Cewissheit wtrd diese Annahme durcb die Scbluss- 
worle der unler Nr. 983 regislrirten Urkunde erhoben. 

994. Derselbe bcstiitigt Allen, die Rcval jctzt oder in Zukunft betuchen wollen, allc Sept. 29. 
der Ehrbarkeit nnd Freilieit angeraessenen Rechte, welche sie von den Zciten Wahlcmar's II. 

sn genosscn habcn, und bestiramt zugleich, dass diejcnigen, wclcho sich in Rcval nicderlassen 
(esse et manerc) wollcn, das Rccht und die Gewohnlicit dcr Stsdt beobachlcn sollcn. 

Nach dem Originallrsnssumt vom I. Fibrnar 1347 iin Revalcr Raihsarchiv abgedruckt iu dem 
Livl. U.B. Nr. DCCCXXXVH. Vergt. obco Reg. 981 und die Anm. sur Reg. 993. 



Digitized by 



148 

1345, 995. Dertelbe gestattet dero Rathe uod der B&rgerschaft RevaPs, die Quelle, welehe 

Sept. ». uier derMuhle der Nonnen sn Revai in den Hoapitalfluss flieaat, desgleichen die Harietnpe 

genaunte Quelle, wie nicht weuiger alle und jede andere Gewisser, wclcbe die Biirger aua deii 

Flussea, Bacben, Quellen und Meriatea der Sudtmark jetit oder kunftig sammeln kdnnen, 

aei ea von der Sud- oder Weataeite der Stadt, frei nach ihrem Gntbcfinden, wo ale ea am 

sweckmissigsten und niitslichaten eracbten, in die SUdtgraben so leiteu, nnd an dieaeu Griben, 

ao vlel und wo aie wollen, neue Muhlen su bauen und — bei freiem Durchgang und Zuflusa 

des Was8era — mit ewigem Rechte su besitxen. Wenn die Konigliche Miihle, welche den 

Namen der oberstea MOhle fuhrt, dorch jene Wasserleitungen und Mfihlenbauten Schaden 

leidet, sollen Rath uud Burgerachaft befugt aein, solche Muhle fiir sich in BesiU zu liebmen, 

jedoch mit der Verpflichtuog, dem dortigen Koniglichen Hauptmann jihrlich 3Va Last harten 

Getreidca zu liefern, den Bedarf des kleineren Revarachen Schlosses frei zu mablen, und 

iiberhaupt allc Leiatungen tu iibernehmen, welche gedachter Muhle von Alters gegen den 

Konig, den Hauptmann und daa kleinere Schloss obgelegen haben. Wenn iibrigeus dle oberste 

M&hle einer Reparatur bedarf, so soll solche vom Konigl. nauptmann und durch die Eathea 

dea Konigs bewerkstelligt werden. 

Nach dem OriginaltraoMumt vora I. Februar 1347 abgedruckt im-Llvl. U.B. Nr. DCCCXXXVHI. 
Vergl. auch oben Reg. 982 und die Anm. zur Reg. 993. 

Sopl. 29. 996. Dertelbe beatatigt die der Stadt Reval von seinen Vorgangern rerliehenen Kechte, 

, Freiheiten und Privilegien, und verordnet zuglcich, dass Niemand in Esthland, wea Standes 

uud Berufes er such sei, aich unterfangen solle, von seinen Esthen innerhalb der SUdtmauera 

den FischSebnteu su erheben; viclmehr soll Jeder den ihm schuldigen Fiachzehnten an den 

ihm rechtlich sustehenden uud bewilligtcn Orten erheben. Die von den Esthea in die Sudt 

gebrachten Fiacbe dagegen aollen dieselben frei verkaufen, ond Jedermann dieselbea nnge- 

hindert kaufen d&rfen. 

Nacb demselben Tranaauml abgedrockt im LtvL U.B. DCCCXXXIX. 

0. J. 997. Dertelbe belehnt einen Herrn Woldemar von Roten, ncbst deaseu Sohuen und 

Sohnessohn, roit unterschiedenen Hofen und Dorfachaften in Harrien, Wierland nnd Allentakca ; 
wobei Stigot Andcrston als Ritter, Rath und Hatiptmann uber Eslhland sum Zcogen angeftihrt 
Der Konig tiUlirt sie „perdilecti domini et milites." Reval, im J. 1345. 

So referirt Arndt II, 97 Anm. e, aus elner angeblich bei Hi&rn geliefcrtea Urkunde, dl« jedoch 
nicht Im HiSrn zu 



1346 1546. 

Jao. 2. 998. tfaldemar III., Konig d. D. a. H. v. Esthland, nimmt den Dccan und die Dom- 

herren der Revarschen Kirche, deren Angehdrige, alle kirchlichen, bischoflichen und Capitels- 
guter, in setnen besondcrn Schutz, und befiehlt allcn Einwohnern Esthlands, dcm Blschof von 
Reval das ilirn von Alters her gebuhrende Scndkorn gchorig zu entrichten. 

Nach einem Transsumt vom II. Oclober MI8 im KSnigl. Archiv zu Kopenhagen abgedr. io t>. 
ttunges Archiv I, '273 Nr. 17 und im Lfvl. U.B. Nr. DCCCXL. 

Jan. 21. 999. Dertelbe bestatigt dem St. Michaeliakloster zu Reval alle Rechte und Freiheiteo, 

befiehlt ea dem Schutze seiner Vogte, und befrcit es von allcn von den Vasallen oder Vdgten 
angeordneUn Steucrn (Ullia) und Contributionen. Zugleich verordnet er, dass fur die Todtaag 



Digitized by Google 



cinca Mitbruders (confrater) des Kloiters, glelchwie fiir einen Vaiallen, und fur die Tfidtung 1349. 
einea Dienatboten, gleichwie fiir cinen Dentscben, gebfisst werden aolle. 

Das Orlginat auf Parg. im Erthliml, Rittf richafUarchir. Etne alte Copie auf Perg. im KSaigsb. 

Ordensarehlv: Indei Nr.365} darnacb (da da. Orlginal turZeit untoganglich war) abgedr. im Uvl. 

U.R. Nr. DCCCIU. 

1000. Dernlbe bestltigt demaelben Kloiter desien Rechte an die St. Olaikirche in Jan. 21. 
Reval nnd auf die dcm Kloster von v. Braucl veriiehcnen Muhlen. 

Da» Original auf Perg. im EatbtSnd. Ritterschartiarchiv. 

1001. Aeltermann, Aelteste nnd die gesammten Dcutschen Kauflente su Nowgorod geben Nacfc. dem 
dem Revaler Rathe Nachricht, daaa sie auf Grundlage Ton Bricfen und Boten der aus - und '"' tcbr 
inlindischen Stadte nachstehende Beachlflase gefasat: 1) Niemand darf dfter, ala einmal im 

Jahre, nach Nowgorod reisen oder Waaren hinbringen ; wenn dawider gehandelt wird, so ver- 
fillt die Waare an St. Peters Behuf. 2) Wer mit Schlittenbahn nach Nowgorod kommt, aoll 
mit der Schlitlenbahn wieder wegfabren ; ea sei denn, dasa erwcislich ein allgemeiner Beschlag 
(aiene bisettitige) oder eln hastiges Geschaft (doingc) sich ereignete ; dann soll er fahren mit 
dem ersten Waaser; versaumt er dies, ao 'soll er heiasen ein Sommerfahrer. 3) Wer iu 
Wasser nach Nowgorod kommt, boU auch sn Wssser wegfahren, es ereigncte sich denn ein 
Beschlsg (bisettinge) ; versaumt er aber dann das letate Wuser, ao aoll er heiasen ein Winter- 
fahrer. 4) Diese Uebereinkunft (dincht) soll vom verflosaenen Weihnachtsfeste an drel Jahre 
gelten. 5) Niemand aoil „nm Land" mit Gnte reiten, wedcr durch Preussen, noch durch 
Curland, noch durch Schweden ; noch in Waaser (? to der wske? su der Woge?)*), weder 
nch Oesel, noch nach Curland, noch aonst wobin, was „Wakefahrt" heiasen mag, ausser 
von Riga, ReTal oder Pernau ausausegeln. Wer hiergegen handelt, hst Leib und Gnt ver- 
lorea. 6) Wegen dea verfalschten Peliwerka, weshalb jetat hier Boten der Stadte aind, 
in der Eile und bevor mit deo Russen daruber verhandcit worden, nlchta festgesetat 
lndesa iat abgemacht worden, daas vom bevorstehenden Michaelistage an Niemand 
aoll falschet Pelawerk, noch „geaogenes" Pelswerk, noch Haarwerk, daa ein Russe 
gemacht hat, noch geniht, noch gelcimt oder in Bfinden „Doiniasen" , noch irgend wel- 
ches Pelawerk, das gemacht ist „ausser seinem Wesen" ; Herbstpetiwerk ond dergleichen mag 
man wohl kanfen nach aeinem Werthe **). Dies Verbot gilt nicht nur fiir Nowgorod, aondera 
fiir Pleslcowe, Ploskowe, Riga, ReTal, Dorpat, Vellin, Gethland, und fur alle Orte, nach 
ssen su fahren pflegen. Wer obgedachte* Peliwerk kauft, verbricht so viel an 1 
r, als in einem Dutaend ; wer aber an dem falschen Pelawerk slch vergeht, 
das Gnt «ad 10 Mark Silb. m St. Peters Behef. 7) Niemand soll haben mehr ala 1000 Mark 
des Jahres su Nowgerod, weder sn Compagnie,-, noch an Commisaiona-, noch an irgend wel- 
chem Gute ; wer mehr hat, verliert es inm Besten St. Peters und darf kein anderes Gut 
sach Newgorod bringen, ohne St, Peters Znatimmung. 8) St. Peters Aelterleute sollea Jeder- 
■ann das eidliche Versprechcn abnehmen, solchc Beschlfisse su haltcn. 9) Wenn Jemand 
«eimlich oder mit Arglist davon kommt, deasen Gut soll fiir confiscirt (vorvaren gnt) auge- 
iprocben werden, in St. Peters Behnf. 10) Wer iiber 20 Jshre alt iet, darf nicht ala Lehr- 
kiad (tur Erlernung der Ruaaiachen Sprache) in dem Gcrichte sn Nowgorod 



*) ^ er J?'- •■ Sartoriut-Lappenbrrg II, 279 Anm. 1. 

•*) Vergl. elerfiber Oberhaual ». Sartoriut- Lappenberg II, 279 Aam. 9-4 nai 8. 280 Anm. I a. 2. 



120 

1346. *«rden, „weil dcr Kaufmann von den grossen Lehrkindern groases Leiden und 8chwaeh- 
heit bat." 

Nach ilem Origlnal auf Perg. im Revaler Ratbaarchlv abgedr. iro Livl. U.B. Nr. DCCCXLII. 
Diesem Scbreiben febll xwar jedea Datnm: da ea jedoch BeachlUase entbalt, welche in den Artikela 
der Nowgoroder Scra d.d. Anno Dom. MCCCXLVI, in feato catbedrae a. l'etri (bei Sartoriut-Lap» 
penberg II, 269 — 81) zum Theil wdrtlicb entbalten aind, ao i*t es hierher sn atellen gewesen. 

Febr. 23. 1002. Johannea von Bremen urkundet, dass der verstorbcne Johannes Matche eiue Vi- 

carie Ton 7 Mark Silb. , welche der Revaier Ralh jihrlich auszuzahleti hat, in der SL Olai 
kirche gestiftet und dotirt, zu ewigeu Measen fur aeine Seele und die seiner Voreltero, und 
dass ihm , Bremen , das Patronatrecht dieaer Vicarie sustchc. Er verleihe sie demnach den 
Gebrudern j\icolaus uud Johann, Sohuen dcs Johann von Hagen (de Indagine), und da diese 
noch Schiiier scien, so sollen aie noch vorlaufig und bis der iltcre von ihnen, oder, wenn cr 
stirbt, der jiitigere, die Priesterweihe eropfangen, von jenen 7 Mark jihrlich 2 Mark zur Un- 
terstiitzung erhalten; von dem Reat aber dcr Altar in der St. Olaikircbe mit Messen und 
Gebeten besorgt werden. 

Nach dem Orlginal anf Perg. im Revaler Ratluarchlv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCXLui. 

Febr. 34. 1003. Waldemar ///., Konig dcr Daiieii etc, bestatigt dcn den Kirchen vorgeaetaten 

Geistlichen (rectorcs eccleaiarura ) dcr RevaPschen Didcese, fur ihren besondern Eifer, das 
ihnen von aeinen Vorgingern verliehene Gnadenjahr (annua gratiae), dass namlich sammtliche 
Einkiinfte und Friichte ihrer Kircbe im Laufe eines vollcn Jahrcs, von dem Tode eines Jeden 
von ihnen an gcrcchnet, mit allen ihren Mobilien, ihnen und Jedem von ihnen, zur Bestrci- 
tung der Beerdigungskosten und Bezahiung ihrer Scliulden, so wie zur Disposition dariiber 
miltelst Testaraeut^ und zur ( Stiftung von Almoscn, je nach ihrem Ermessen, su Gute kom- 
men sollcn, wie sie sie bei ihreo Lebseiten frei besessen. Zugleich confirmirt er alle iibri- 
gen von scineu Vorfahren ihuen zugestandencn Begnadigungen. 

Abpedruekt in den Acla litteraria Sveciae 1723 I, 379 und darnach im Livl. U.R. Nr. DCCCXLIV. 
Vergl. Reg. dipl. Dan. I, 271 Nr. 2271. 

MSrs 24. 1004. Diedrich von Kele, Mannrichter in Eathland, thut kund, dass Conrad von Ohale 

in seinera Hofe Koschal etc. 6 Mark Silb. fur GO Mark dem Werner von Calmarn, Raths- 
herrn zn Rcval, und dcm Johann Witte verkauft habe etc. 

Nacb einer.Abxchrift in dem Hlleaten Denkelbuche des Revaler Raths Im dortigcn Archiv abgedr. 
in «. Bunges Archiv III, 63 und im Livl. U.B. Nr. DOOCXLV. Deutscb in der Brieilade I, 39 Nr. 48. 

April 27. 1005. Stigot Anderson, Ritter, llauptraann voo Reval , Heinrich Lode, Heinrich Lech- 

tes, Diedrich Tolk, Christian Skerembeke, Gottfried von Paremheke, Ritter, Johann Mekes, 
Johann Wacke, Diedrich Virckes, Heinrich Havcsforde, Asscr von Neuenhof (de Nova Curia), 
Tiedemann Kele, Hermann Risbit, Johann Wolderso, Hartekin Kirketog, Odward Sorsverc, 
Nicolaus Minnekorp und Diedrich Wrangel, Rithe dcs Konigs von Dinemark in Esthland , 
Hermann Moreman, Reinekin Krotcel und Wennemar Holloger, Burgermeister , und die 
iibrigen Glieder des Ratha der Stadt Reval, ordnen, mit Znstimmung der Konigl. Vaaallen 
und der Gemeine der Stadtbiirger, um dcs geraeineu Besten willen und zur Ilebung vielfacher 
Beschwerden, nachstchende Bestiramongen an. Jeder Einwohner von Wierland und Alentakeit, 
weicher aeineo Gliubigcrn Geld unter der Bedingung dca Eiureitena, gewdhnlich ^lnkome" 
genannt, vcrsprochen, muaa, wetin cr 10 Mark Silb. schuldct, seinem Gliubiger einen — mtt 
einem Pferde und (den erforderlichen) Ochaen veraeheneo - Haken aU PftoU aeUen, wu 



Digitized by Google 



gcwohnlieh „Buili" genannt wird, womit eio foter Mua den andern befriedigen kann. Be- 1340. 
trigt die Schuld onter lOMark, nimlich 4, 2, 8, 4 oder 5 Mark, so aoll dafOr gleichfalls AprU 
ein Haken rersetst werden, und aolche Haken kann der Verpfinder vor dem Zius oder nacb- 
ber sur&ckkaofen. Fur ao riel Mal 10 Mark ala Jemand Haken rersetit hat, mnss er dem 
Glaubiger einen geeigneten Bfirgcn atellen, der roit ihm ffir Schiden und ffir das Interease 
haftet. Wenn der Verpfinder dem Gliubiger Schaden oder Gewalt in den rersetsten Haken 
sufugt, so muss er mit seinem Biirgen bei seiner Treue„ binnen 16 Tagen, ron der Ankiindi- 
gung an gerechnet, in die Stadt Reral einreiten, und darf die Stadt nicht eher rerlassen, als 
bis er Schaden und Gewalt gebesaert; nichU desto weniger. behilt der Gliubiger die rer- 
setsten Haken, bis er sein Geld erhalten nnd dir Verpfander die Haken surOckgekauft. Wenn 
einer (dcr B&rgen?) ror dem Rfitkkauf der Haken atirbt, ao mussen die Uebrigbleibenden 
an seine Stelle binnen funf Tagen bei Treuen eiucn gleich w&rdigen stellen. Wenn Jemand 
aeinc Haken ron seinem Gliubiger snr&ckkanfen will, der etwa Schulden darin hat, und wenn 
unter ihnen fiber solche Schulden Streit entsteht, so dsss der Eine sagt, es aeien so und so 
riel, der Andere dagegcn solchcs leugnet, so soll es auf deu Eid desjenigen ankommen, dem 
der Haken rerpfindet ist, wieriel die Schulden betrageu, und miissen solche demnach Ton 
denselben Haken sugleich mit der Hauptsumme bcsahlt werden. Wenn Jemand mit aeinem 
Giiubiger die Bedingung abgemacht hat, dasa er im folgenden Jahre oder spiter in Kersl ein- 
reiten solle, so soll cr, wenn der Termin herankommt, ebenso thun, als er thun m&sste, wenn 
der Termin bereits da wire. Uebrigens kanu Jedcr seine Scbulden in derseiben Munze (cum 
eodem) hesahien, in welcher ihm ausgesahlt worden. — In Belreff Harrien's, welches 
Lsnd sehr rerodet ist, soll Jeder seinem Gliubiger swei Erbe (hereditates) fOr 10 Mark Silb. 
Tersetsen, nach dessen Wahl, Haken bei Haken ; iat er ihm unter 10 Mark — I, 2, 3, 4 oder 
5 — schuldig, so hat er ihm ein Erbe unter den obangegebenen Bedingtingen su rersetzen, 
so jedoch, dass was Jemand in dem ihm rerpfindeten Haken an Pferden, Vieh, Getreide , 
Hauaern und dergl. auslegt, der Eigenthiimer der Haken Solches ersetsen muss, che er die 
Haken surfickempfangt ; desgleichen, was den rerpfaiideten Eathen an Getreide, Vieh und 
andera Sachcn sngestandcn ist, die in dcn Haken bleiben, beror dleselbcn zur&ckgekauft sind, 
ond hat der Eigenthfimer Solches inzwischen nicht su fordern (exigcre), noch sich darfiber sa * 
beschweren. — Wegen Bcwachuug der Stadt Reral wird festgeselst, dass die Biirger, denen 
Haken rerpfindet aind, keinesweges gehalten sein aollen, wegen dieser Haken Kriegsdienste 
(malrara seu expeditionem) su leisten, sondera die in solchen GOtern angesessenen Eathen 
sollen dem Eigenth&mer dea Gutes , als seine eigenen Leute, sum Heere folgen, ohne ihm 
ubrigens in andern Dingen Gehoraam su leiaten. Dergleichen rerpflindete Guter behilt Jeder 
frei in seiner Gewalt, bis der Verpfinder im Stande Ist, sie surucksuksnfen. Wenn sich Je- 
roand gegen diese Bestimmungen auflehnt, uud seinen Gliubiger nicht durch die Verpfindung 
ron Haken aicherhtellen will, so soll der Konigliche Richter in seine G&ter einschreiten und 
soerst eiuen der besten Haken wegen des Vergehens in Besitz nehmen, woron die eine Ilaifte 
dem Konige, die andere dcm Lande rerfillt, und dann den Gliubiger wegen seiner Forderung 
befriedigen, wie oben gemeldet Ist. Wenu sich Jemand hartuickig weigert, die Verpfandung 
iuruckzunelfmen (recipere), so soll der Schuldner (obligatua) ror dem Koniglichen Gerieht 
den Gliubiger seine Befriedigung anbietcn, und dem Richter seiuen Schuldbrief (litterts suas 

Ll»l. Urk.-B«{. II. Q 



Mal 3. 



Mal 12. 



Mal 25. 



■ nper tali obHgatione f.ciendas) 

bewh.det. Entsteht swischen bciden Thcilen ein Strelt, indem etwt der Eine sagt, 
nlebt befriedigt, der Andere aber das Grgentlieil behauptet, to tollen d.rUber iwei in jeden 
Kirchipiel von den Konigl. Rathen dasn Depnlirte entscheiden, wie aie ea selbat Anderen 
thnn wiirden, oder wollen, daas ihnen Ton Andern geschehe, ond wie sie es vor Gott verant- 
worten konnen. — Yorstehende Beschlusse soilen dem Kbnige tur Beetatigung vorgelegt werden. 

N.ch elner Abtchrift im Corpu. prirlleg. der Stadt Rev.l abgedr. In v. Bungtt» Rev.ler R.Q. 
II, 109 Hf. 34 und nach einer siemllch gleichzeitigen Copie im Rev.ler R.tbsarcbiv im Livl. U.B. 
Nr. DCCCXLVI. N.cb der handschriftl. Chronik von D. Werntr in den hl»tor. Abbandll. der K5- 
nigl. Gesellachaft der Wi.sen.ch.rien su Kopenhagen. DeuLcbe Ueber». II, 367, im Diinlschen 
Original IV, 203. Zwel Ab»chriften in Huirn* Collectan. I, 193 u. 544 (Index Nr. 3340). Vergl. 
auch nocb die Rege.la dipl. Danlca I, 371 Nr. »73. 

1006. Waldemar III. , Konig dcr Danen ond Herzog von Esthland, scheukt aum Ileil 

seiner, .einer Gemahlin Helwigii und seilier Vorfahrcn Seelen, der Cathedrale zu Hcval, ala 

Unterstiilzung su dercn Bauten und anderen Bediirfnisien, die Kirche iu St. Slmon und Jacob 

in Katkull zum ewigen Eigcnthum, mit aiien Fruchten und Einkfinften, ond veraichtet fur 

sichund seine Nachkommen auf daa ihncn daaelbst zuslehende Patronatrecht, dem Bischof 

Olaui von Reval die naheren Bestimmungen iiber die Verwendung der Einkiinfte vorbehaltend. 

Nach einer alten Ab.cbrift iro KOnigl. Arcbiv zu Kopenhagcn abgedr. in r. Bungtt Arcbiv I, 
299 Nr. 8 und im Livl. U.B. Nr. DCCCXLVII. 

1007. Aniy und Agcke von Borgha bekennen, dais sie mit gesaromter Iland sicb ver- 
burgt ffidetenus promisisse) dem Herrn Johann Witte (Albns), Voigt der Stadt Reval, in die 
Hinde der Herren des Hathes der Stadt fur 6 (?) Mark Pfcnnige, binnen nun nnd dem bevor- 
atehenden Michaelisfeste sahlbar. 

Nach dem Original auf Perg. im Revaler Rathsarchiv abgedr. Im Livl. U.B. Nr. DCCCXLVIll. 

1008. Waldemar III., Konig d. D. und II . v. Esthlmd, thut kund, dass er der Kirche 
sur h. M.ria in Reval die Parochialkirchen zu Ra'ppel uud Kegel in der Rev.Pschen Dio- 
ceae, in welchen ihm das Patronatsrecht susteht, mit solchem Patronatsrechtc nnd den andern 
ihm dsrin gebiihrcndeii Reciiten, sum Heil seiner, seiner Gemahlin Helwigii, aeincr Vorfahren 
nnd Nachkommen Seelen, mit Eigeuthumsrecht geschenkt, unter der Bcdingung, dass daselbst 
sweimal jihrlich, am Tagc der Kreuzerfindung fd. 2. Mai) und am Tage dea h. Dionysius (d. 9. 
Oclbr.), vom Biachof oder eincm der Domherrcn feierliche Vigilicn uud Menen fur die genannten 
Seclen gchalten werden roogcn, wofiir diese aus den Einkunftcn dcr Kirche Stipendien sn 
erhalten liabeu, Da» Recht, Priester fiir diese Kirchen zu ernennen und solche absusetsen, 
wie iiberh.upt ubcr sie zu verfiigen, soli ausschliesslich dem Biachof und den Doroherren von 
Reval sustehen. 

Nach einer alten Abschrift im Kbnlgl. Archiv zu Kopenbagen abgedr. in ». Bungt'* Arcbiv I, 296 
Nr. 5, nnd im Livl. U.B. Nr. DCCCXLIX. 

1009. Denelbe eroflnet den Riithen, Hauptleutcn, Hofltuteii und Vasallen dcs Herzog- 
thums Esthland, das. sein ilterer Bruder, Junker Otto, roit seiner, des Kdnigs, und der Ge- 
trenen des Reichs Genchmigung, in den Deutschen Orden su treten wunsche. Da nun das 
Herzogthum Esthland „von rcchtem Erbe" dem Junker Otto gehore, so habe er, Waldemar, 
nach vorgiingiger Berathnng mit seinen Getrcuen, mit Otto das gcdachte Ilerzogthum, mit 
Schlosscrn, Stidten und Ddrfern, und roit allcm Rcchte, dem Deutschen Ordcn mit Eigen- 
thumsrecht uberlassen. Die obgenannten Rithe, Hauptlcute etc. roogcn daber dem Hochmei- 



Digitized by Google 




eter den Ordena und seioea Bradera in elien und jedcn Dingea, in allea Rechten and Dieneten, 1340. 
gehoream aein, wie aie ea dent Konige und aeinen Vorfahren gewesen , und erlaaae er, der 
Kioig, ihnen, iu Gonaten dea Hochmeiaters uod der Bruder, ihren Eid , Huidigung und 
Dienatpflicbt etc. 

Voa eieser Urkuade, welebe ursprOnglich of.ne Zwelfel In Latelniacber Spracue ahgefaast war, 
siod uur Deutscbe Ueberselsungeo vorhanden, nach deren einer, In Brandit Colleclaneen , sle lo 
Paucker'i Ai^abe dcrselben S. 43 Nr. II und darnach Im Llvl. U.B. Nr. DCCCL abgedruckt Ist 
Frflhere Drucke in //iipe/"* neuen nord. Miscellaneen IX, 347 ( irrig vom J. 1344 datirt) und ia In- 
land 1840 Nr.23 Sp. 350. Vergl. Reg. Dan. I, 1 271 Nr. 2277. 

1010. DerseUe thut kund, dasa die Jonker Haquin ond Kanut % Sohne dea Knud Porae, Aog. 15. 
Hersoga von Halland, in aeiner und aeiner Rathe Gegenwart, auf alle ihnen *on Kdnig Chrittoph II. 

aof daa Hersogthum Esthland verliehenen Privilegien uod Urkundeu freiwillig und feierlich 
versichtet, solche in des Konigs Hinde ausgeliefert hatten ond dafur tou ihm mit dem Henog- 
tbumnolbeck entschadigt worden seien, so dass weder sie, noch der Konig von Schweden jemala 
Anspruche an Esthland machen, ond dem Hochmeiater und den Briidern des D. 0. den Beiits 
dei Landes nlcht atreitlg machen diirfcn. Wenn ferner auch dcs Konigs ilterer Broder, 
Juuker Otto, \on aeinem Gclobde, in den Deulschen Orden su treten, durch den Tod oder 
auf andere Weise abgelialten wcrden sollte, so soll dennoch aowohl d|e Kdnigliche Scbenkung, 
als auch der Kauf Esthlands durch den Ilochmeiater, da aie fcierlich vollsogen sind, in 
Toller Kraft Tcrbleiben. 

Nach elner Abschrift im grossen Urlrundenbucb des K8nig»b. geh. Arcbiv (Indei Nr. 366) abgedr. ' 
in Brandit' Coll. S. 41 Nr. 10 ond im Livl. U.B. Ifri DCCCLI. Vergl. die Eteg . Dan. I, 271 Nr. 227«. 

1011. Dertelbe Terkauft das Hersogthum Esthland dem Hochmeistcr Heinrich Tntmer ,\ng. 39. 
und den Briidcrn dea D. 0. fur die Summe von 19,000 Mark reinen 8ilbers Colnischen 
Gewichts. Die Detaila der Urkunde sind im Uebrigen meiat wbrllich iibereinstimmend mit 

denen der unter Nr. 951, sum Theii auch der unter Nr. 893, registrirten Urkunden. Alle 

diese Urkundcn, — aoch die unter Nr. 1014 regiftrirte — verralben in den darin angebrachten 

Claoseln Bekanntachaft der Abfasser mit dem Riimischen Recht. 

Nach dem Origlnal auf Perg. Im KOnigsh. geh. Ordensarrbiv (Index Nr. 367) abgedr. in BrandW 
Coll. S. 44 Nr. 12 uod im Livl. U.B. Nr. DCCCLII. Alle Deutsche Uebersrlzungen, sammllich mit 
dem unricbtigrn Datum vom Tage Jnhanni* des Tiiufers 1347, in den bandscbrifilicben Collectaneen 
tob Brandit, in BUmU Coll. I, 140, und gedruckt in Uuptlt neuen nord. Mlscellan. IX, 549 und 
im loland 1840 Nr. 23 S. 356. Daniscb bel Unitfttd I, 494 uad bei Snhm XIII, 156. Vergl. die 
Beg. Dan. I, 272 Nr. 2278. 

1012. Denelbe (iibrigcns mit Weglaaaung dea Titela: Hersog von Esthland) qoittirt Sept. 6. 
dem Hochmeiater Meinrich Tutmer fiber 900 JYiark reinen Siibers, die er dem Rittcr Friedrich 

ron Lochen von des Konigs wegcn gesahlt. 

Nach einer Abschrift im grossen Urkandenburh des Konigsb. Archivs (Indes Nr. 368) abgedr. in 
Brandit' Coll. I, 48 Nr. 13 uod im Llvl. UB. Nr. DCCCLIII. 

1013. Kaiser Ludvig IX. beataligt, auf Bitte des Hochmclsters Ueinrick Tuimer, die Stpl< 30. 

Scheokung und den Verkaof drs Landes Eathland an den D. 0. durch Waldemar, Kouig der 

Diinen, und Ludwig , Markgrafen von Brandenburg uud der LausiU etc. , und alchert dem 

Hochmeiater und Orden das volle Eigcnthumsrecht dea Landes, ohne allc Dienstpflicht, so. 

Nach eloer Abscbrift im Kdnigsb. *eh. Arcbiv (ludes Nr. 370) abgedr. in Branduf Coll. S. 49 
Nr. 14 ood im Livl. U.B. Nr. DCCCLIV. Vergl. die Reg. Dan. I, 272 Nr. 2231. 

9' 



Digitized by Google 



1346. 1014. Ludmig, Markgraf fM Brandenbarg und der Lauaitz. Pfalsgrsf «■ Rhei. ete., 

Spibr. 91. Terktoft den) Hochmeister //«nncA TWier und den Qbrigen Brudern de. D. O. ■« n Her- 
zogthuro Esthlsnd, welches ihm von •einem Schwiegervster, K6oig Ckrietoph II. von Dinemark, 
und seinem Schwager, dem Junker Otto, als Brautschatz aeiner verstorbenen Gemahlin, Afar- 
garetha, mitgegeben worden, far 6000 Mark reinen Silbers Cdln. Gew. Die DeUila aind im 
Wesentlichen, meist wortlich, ubereinstimmend mit der unter Nr. 1011 registrirten Urkuude; 
nur dass.hier noch insbesondere Verzicht geleistet w.ird auf die beim Kaiser erhobene 
Klage wider den Ordeu, wegen der, wie der Markgraf geglaubt, ihm in Esthland an Sachen und 
Peraonen darch den Meister und die Bruder zugefiiglen Schiden und Ungerechtigkeiten. 

Nach dem Original auf Perg. Im Kfinigtb. geb. Arcbiv (Index IV r. 369} abgedr. in Brandi*' Coll. 
S. 51 Nr. 15 und im Livl. U.B. Nr. DCCCLV. Vergl. auch die Reg. Dan. I, 272 Nr. 2282. 

Octbr. Jl. ,0IS - WaMmmr III., Kiinig der Dinen, bekennt, dass, sobald der Hochmeister Jlein- 

rich Tutmer dem Voneiger dieses, Ritter Otto Skenk von Skenkendorf, Namens dea Koniges, 
200 Mark reinen Silbers ausgeiahlt haben werde, dersclbe in Betreff dieser Snmme quittirt 
aein solie. 

Nach einer Abschrift im grossen Urkundeaburh de» Kfinigsb. Arciiivs (Index Nr. 371) abgedr. In 
Brandu- Coll. S. 54 Nr. 16 und im Livl. U.B. Nr. DCCCLVI. Reg. Dan. I. c. Nr. 2283. 

Nacbdem 1016. Johann Zomer, an Stelle des Ritters Stigot Anderuon, Hsuptmannt von Reval, 

J8. Octbr. Galemann, Richter daselbst, von Jo. Zomer ernannt, bekennen, dasa sic mit dera Rathe der 

Stadt Reval die Sachen und Guter deB Styreman Slyter und dcs Baldewin inventirt, welche 

im J. 1346, vor dcm Feste Simonis nnd Judae, in Reval einen Mord veriibt und sodann die 

FJacht ergriffen, und dadurch ihr hinterlassenea Vermdgen verwirkt, welches in Tvachstehendem 

bestanden: 3V» Stflck Kortrisk-Tuch, zwei kleine Betten (fulcra), Hutefasspfuhle*.) genanht, 

eine kleine „Culdedra" (?), xwei alte Oberkleider (togae, Mintel), eine alte „Tolca" von 

Tuch, 7 alte Hemden (linteamlna), zwei alte Mfitzen (capucia), eine „Plate," ein „Poleth" 

und zwei „Hoibeeck," eine „Krawe," zwei Paar „Armleder," 12 alte Sacke, 17 Ellcn Kanyvet 

und zwei Kisten; einc Biichsc (pixis) mit IV» Pfund Confect (specierum confectarum), nebst 

einer Pcrgamentrolle von Schafsleder, enthaltend eine Schilderung der Schifffahrt im Orlent; 

und noch mehrere Kieiiiigkeiten , welche namentlicher Auffiihrung nicht werth waren. 

Nach deui Orig. auf Perg. im Revaler Rath.archiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCLVII. 

Octbr. 31. 1017. Stigot Andersson, Ritter und Vasall des Kdnig* von Dinemark, thut kuhd, wio 

er mit dem Ritter Friedrich ron hochen im Auftrage dea Konigs znm Hochmeistcr des D. O. 
Behufs des endlichen Abschlusses dea Kaufs von Eathland gekommen und sich mit ihm dar&ber 
gecinigt habe, dass dcr Rest «les Kaufschillings am bevorstchcnden St. Johannisfeste zu Lubeck 
ggzahlt werden solle, ohne wcitcre Stundung. Als sie hierauf nach Livland zum dortigen 
Ordcnsraeisters gckommen, der einen Theil der Kaufsumme zu zahlen hatte, ura dera floch- 
meister die Schlnsser und Bnrgen des Herzogthums aufzulassen (ad resignanduro), habe der 
Meister von Livland ihn, den Rltter Stigot, gebeten , genau anzugeben, wie und in welcher 
Miinssorte die Zahlung geschehcn solle. Er habe liierauf erwidert, dass, laut Uebercinkunft, 
jede Mark gedachter Summe in^reinem Liibischen Silber nach Colnischem Gewicbt gezahlt 



•) ..HBdevat" oder „Hu>at" aoll nach dem Bremiacb-Niedera. W.B. II, 665 „einea hOlseraen Fiachbe- 



Digitized by 



126 

werJen m&ase; wean das Silber gans oder na Theil fehli, ao nauaaen die Empfinger flr 1346. 
jede Mark 45 Schillinge Llihiach in richtigen nnd gangbaren Pfennigen snnehmen; fehlea 
auch solche, S ' , gangbare und fi 0Jtige Gulden fiir die Mark, mit Auaachlusa jedoch L&biacher 
Gulden; wenn ea auch an Gulden gebricht, eo iat der Reat mit goldenen Schildmunaen (tcn- 
tatun [e*cu] aeu cllppeua) su sahlen, su 4Vt eolcher Goldmiinsen anf die Mark Silbera gerechnet. 

Nacb einer Abtchrlft In HiHrn s Collect. I, I4S (Index Nr. 3341) abgedruckt Im Llvl. U.B. Nr. 
DCCCLVIIl. Vergl. die Refi Dan. I, 272 Nr. 2284. 

1018. Bruder Gotwin von Herike, Meister dea D. 0. in Livland, Bruder Burchard Novbr. 4. 
rm Dreinleve, Provincial von Reval, die Briider Johann von Widen, Comthur sn Velin, 
Hermann von Gudaeker, Voigt von Jerwen, Diedrich von Warmettorpe , Voigt sn Carchot, 
bekennen, daaa, nachdem Kdnig Waldemar III. das Land Reval dem Hochmeiater geschenkt 

nnd uberltsacn, und die daaselbe bewohnenden Ritter nnd Vaaallen, nach TJebergabe der 
Schlosser, gcnannten Meiater einmuthig lur ihren Herrn anerkannt, aie ihnen zngesagt, eie 
wie die lhrigen sn behandeln, der Hochmeister alle Rechte, Gnaden und Freiheiten, welche 
ibnen von den Kdnigen von Dincmark verliehen worden, und welchc aie ala vernunftig und 
gerecht aufweiaen kdnnen, beatitigen werde und .aie eher mehren ala mindern wolle. 

Nacb einem Trantsuml vom 24. April 1387 im geh. Ordentarcblv in K&nlgtberg (Index Nr. 372) 

abgedr. in BrandW Collect. 8. 55 Nr. 18 uod im Livl. U.B. Nr. DcccLlX. Vergl. die Reg. Dan. 

I, 272 Nr. 2285. ( 

1019. Dieselben geben dem Rathe nnd der Biirgerachaft der Stadt Reval in Betreff der Novbr. 4. 
ihnen von den Diniachen Konlgen bewilligten Recbte, Gnaden und Freihcitcn dieselbc Zusichernng. 

Nacb dem Original auf Perg. im Revaler Ralbtarrbiv abgedr. in v.Bunget Revaler R.Q. 11,112 
Nr. 35 und im LivL U.B. Nr. DCCCLX. 

1020. Daniel, Lagheman'» Sohn, thut kund, daas er von Diedrich Satse sur&ck- Novbr.10. 
gekanft eine Kiste, eine Leiter uod ein Kissen fiir 5 Fcrdinge, wie dem Revarachen Voigt, 

Herrn Johann Witte, btkannt ist. Wenn Qbrigcns gedachter Diedrich Satte von genanntem 
Pfande irgend eincn Schadeu oder Hinderniaa cmpfangen soiite (? recipiat ?) , ao wilf ich ihn 
deahalb mit meitiem Burgen, Conrad JTdvel, vollttindig achadlos halten. 

Nacb dem Orig. aof Perg. im Revaler Ratbtarchiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. DCCCLXI. 

1021. Otto Skenk, Herr von Skenkendorp, thut kund, dass er den Hochmeitter Iiein- Novbr.30. 
rich Tuemer ubcr 200 Mark reinen Silb. Coln. Gcw. , welche er von wegen dea Koniga Wal- 

demar toii Dinemark su zahlen vertproclicn , sobald aolche Summe dem Ueberbringcr dieaes, 
Klaekefan, gczahlt sein wird, fiir dcn Konig und fur aich selbst quittfrc. 

Nach eioer Abtchrift im grotteo U.B. drs Konigsb. geb. Archivt (Index Nr. 373) abgedr. In 

Brandu- Coll. S. 57 Nr. 19 uod im Llvl. U.B. Nr. IKCCLXII. Vergl. aucb die Reg. Dan. I, 272 

Nr. 2286 nod Suhm XIII, 161. 

1022. Ludurig, Markgraf von Brandenburg etc, schrelbt an den Hochmeistcr Heinrich Decbr. 4. 
Tutmer, er sende ihm durch die Rilter Bertold ron Ebenhuten, aeinen K&chenmeistcr, und 
Conrad von Weidenburg, Hautgenoasen dea Burggrafen Johann von Nfirenberg, seinca Oheima, 

die Versichtbriefe Konig Waldemart von Dancmark und Kaiaer Ludwig't, seinea Vatera, ao 
wie aeinen Verkanfbrief iiber daa Land Reval, nnd bittet ihn, den genannten beidcn Rittern, 
und swar jedem besooders 2000 Mark reinen Silb. oder deren Werth in Gulden, wie verab- 
redet tei, ln seinem, des Markgrsfen Naroen, bei Ansicht dieaea ohne Versug anasusahlen. 
Ftlls er, der Markgraf, nicht noch dieaen Winter, wie er beabtichtige, nach Preussen kommen 



i 



Digitized by Google 




«, to moge der Hochmeister die nocii rfickitiiidlgen 8000 Mark gklchfiH. dem 
Bertold, «ob.ld dieter tich mm Empfange legilimirt, autithleii. Sobtld MM geacheheu «eia 
wiirde, wolle cr ihn darch dietet voliig quittiren. Zum Zeichen grdtserer Sicherheil dieter 
bekennt tchliestlich Mirkgrtf Ludwig, datt ihm der Iiochmeitter , tli aie neulich 
im Zelt luf der Heide iu Mitttg getpeitt, ein Jtgdhorn verehrt. 
Naeh eioer Copie io demi. U.B. Indet Nr. 374) abgedr. bei Brandis I. c. S. 58 Nr. 30 and ira 
Llvl. U.B. Nr. DOCCLXIIl. Vergl. Beg Dan. I, 273 Nr. 2237. 

19. 1023. Waldemar lll. f Konig der Diuen, quitlirt den Hochmeitter Heinrich Tuemer und 

den D. O. ubcr 6050 Gulden, welche die Briider Heinrich von Rechter, Adam, Comlhur von 
Wismir, und Ludolph Hake, Comthur des Schlosses Butowe (Bucowe?), dcm Ctniier det 
Kbnigs, Heinrich von Liineburg, ia der Stidt Lubeck ffir 1100 Mirk relnen Silb. Colnischen 
Gewicbtt von wegen det Hochmeiitert tuigcithlt. 

Nacb eiaer Copie In demi. U.B. (Itdex Nr. 375} abgedr. bei Brandii 8. 60 Nr. 91 und ira Livl. 
U.B. Nr. DCCCLXtV. Beg. Dan. I, 273 Nr. 2288. 

29. 1024. Siegfried von der Briiggen (de Ponte), Bertram von Heidehy , Heinrich Pape 

nnd Nicoiaus Schoneke, Riththerren der Stadt Liibeck, bescheinigen, dtis tie mit Willen und 
dct gamen Liibischen Rtlhi lugegen gewesen, ali die vorilehend (Reg. 1023) 
Zihlung gcleiitet wurde. 

Nach einer Abichrift In demi. UB. (lodei Nr. 376) gedr. bei Brandii S. 61 Nr. 22, und in 
Livl. U.B. Nr. DCCCLXV. Beg. Dan. I, 273 Nr. 2289. 

1547. 

1347. ' 1025. Johannes, Bischof *on Dorpat, bekennt, dm ihm die 150 Mirk Liibisch, welche 

Jao. 16. j cr L|j D jg Cne jiaii, seinem Vorginger, dem vcrstorbenen Biachof Weicelu* rechtlich und un- 
widerruflich tchuldig geweten, vollsttndig beiahlt worden, und cr den Lubischen Ralh wegen 
dieier Sehuld desmittelst quittire. 

Nacb dem Orig. im LOblicbeo Batbiarcbiv abgedr. bei v. Sartoriui Lappenberg 11*303 Nr. CLXII 
uod darnach im Livl. U.B. Nr. DCCCLXVI. 

j iD jg 1026. Ludwig, Markgraf von Brtndenburg etc, qnittirt den Ilochmeiater Heinrich 

Tuimer und dcn Ordcn iiber 6000 Mark reinen Silb. Coln. Gew., welche er fiir den Veriicht 
und Verktuf des Landei Rcval durch teine Gctreuen Wolffard von SaatenhuBen nud Bertold 
von ESenhusen eropfangen. ' 

Nach einer Abicbrift im gronen U B. dei Konlgib. geb. Arrhivi (Ind. Nr. 377) ibgedr. bei 
Brandit S. 62 Nr. 23 und im Livl. U B. Nr. DCCCLXVIIl. 

Jao. 24. " 1027. Der Notirius publ. Paului, vormtli Helwiis von Molntdorf, Cleriker der Brei- 
ltu'tchen Diocete, transsumirt auf Bitte dei Hochmeisters Heinrich Tuamer die Bulle Pabst 
AlexandeSi vom 17. Decbr. 1258, Absoiution betreffend. S. die Reg. 576. Ausgefertigt iu 
Schlosi Marienbnrg, im J. 1347, der 15. Indictioo, dcn 24. Jsn., im 5. Jahre det Pontl- 

ficats Clemens' VJ. etc. 

Nach einer Urkundeniammlung Im Curliind. Provincialmuseum (Ind. Nr. 3307) abgedr. in den 
Mittheill. IV, 397 Nr. 19. 

Febr. I. 1028. Briidcr Burchard von Dreynleve , Provincial von Reval, transsumirt (Actum 

Revaliae, anno Dom. MCCCXL septimo, in vigilii purificationit b. Miriie virginit) nochstehende 
Urkunden und Privilegien der Sttdt Revtl: 1) det Kduigt Christoph I, von Datiemark v. 16. 



Digitized by Google 



127 

Aufoii 1255;, Reg. 320; 2) Sriek Ptogpefmtg's rom 15. Mei 1248, Re*. 223; 3-5} drei 1347. 
■ndatirte Urkanden der Kdnigin Margaretka (v. J. 1280?), Reg. 532, 530, 531; 6) Urkonde 
•faraette» t. 13. Mai 1286, Reg. 448; 7) derselben r. 29. Augu.t 1273, Reg. 493 ; 8) dereelben 
t. 20. Septbr. 1273, Reg. 494 ; 9) dersetben r. 24. Juli 1279, Reg. 524; 10) dertelben v. 22. 
Joli 1282, Reg. 546; 11) dee Koniga Erich Glipping r. 2. Juli 1282, Reg. 544; 12) detsetbm 
Tom 10. Auguat 1265, Reg. 440; 13) dettelben r. 10. Octbr. 1273, Reg. 496; 14) desselben 
r. 29. Juli 1282, Reg. 547: 15) desselben r. 10. Octbr. 1273, Reg. 495; 16) desselben, ohne 
Ditum (1280?), Reg. 533; 17) destelben, v. 29. Juli 1279, Reg. 525; 18-19) des Kiinigs 
EHch Menved v. 17. Juni 1297, Reg. 648 und 646; 20) desselben, v.24. Juoi 1288, Reg.596; 
21) des Bischofa Johannes von Reval v. J. 1284, Reg. 557; 22) des Kdoigs Waldemar III. 
r. 7. Jan. 1345, Reg. 982; 23) ChristophU II. r. II. Juni 1321, Rcg. 799; 24—26) Walde- 
ma^slll., v. 29. Seplbr. 1345, Reg.996, 994 und 995 ; 27) desselben r. 7. Jan. 1345, Reg.980. 

Das Orig. auf iwei grossen, am noiern Rande durrh die Schnur, «n wcliher das Slegel biog, 
tusammengehefteten Pergaraentbogen im Revaler Ralhaarchiv. 

1029. Derselbe transsumirt die Urkunde Konig ChristopKs I. von Dinemark vom 16. Febr. I. 

Septbr. 1257 und mit deraelben den der Stadt Reval von dem Liibischen Rathe im J. 1257 

togefertigten Codex des Liibischcn Rechts. 

Eine Deutsrhe Uebersetsuug des unstreitig Laleinischen Qriginals in einer Bandachriii der Rig. 
Stadtbibliothek, welche in v. Ihmgt?» QueUen des Revaler Stadtrecbts, Einleitung S. IX nnd XIII, 
nSber besch/ieben i»t. Das Ganze abgedr. bei v. Bunge a. a. 0. I, 1 -3». Die Beglaubiguog aucb 
im LM. U.B. Nr. DCCCLXVIII. 

1030. Waldemar, Konig der Diinen, bekennt, dass der Hochmeisto- Hattrick Tusmer, Febr. II 

flr sich nnd im Namea des Ordens, dem Kdnigl. Capellan Ileimi -h von Mnebtirg und d*m 

Kosppen Nicolaas Hanen in des Konigs Namen 2900 Mark reinen Silbera in gntem Gcwicht 

gexahlt, und quittirt thn iiber diese Surame. 

Nach dem U.B. im Konigsb. Arcbiv (Indez Nr. 378) gedr. in Brandit Coll. S. 63 Nr. 24 und 
im Livl. U.B. Hr. DCCCLXIX. Vergl. Reg. Dan. I, 273 Nr. 2291. 

1031. Friedrich von Lochem, Ritter, bekennt, dass der Hochmeister Heinrich Tusmer Fabr. 26. 

ihm fflr den Kbnig von Daneraark 900 Mark reineu Silb. Coln. Gew. , und fiir ihn selbst 

besonders 1000 Goldguldcn gczahlt habe, und quittirt ihn fibcr dicsc Surtimen. 

Nach; demselben U.B. (lnd. Nr. 379) abgedruckt bei Brandi* S. 64 Nr. 25 und im Livland. U.B. 
Nr. DCCCLXX. Vergl. Reg. Dan. I, 273 Nr. 2292. 

1032. Stigot Anderson, Ritter, bestimmt den Werlh der Mflnssorten bei der Zahinng Mirs II. 
des Kaufschillings ffir Esthlaud, durchaus gleichlautend mit Reg. 1017, nur mit dem abwej- 
chenden Datum: „Rigae, anno Dom. milleaimo Iricentesimo quadragesirao septimo, Dominica, 

qaa cantatur Laetare." 

Nach dems. U.B. (Ind. Nr. 380) gedr. bei Brandi, S. 64 Nr. 26. Reg. Dan. I, 273 Nr. 2293 

. 1033. Ckristian, Ritter, und WUlekin, Knappe, Herren von Skerenbeke, thun kund, Mal 28. 
dass sie, auf Bitte des Brudcrs Nicolaus, Alls, und scincs Convcnls in Padis, die Gransen 
der D6rfer Marthia eincrseils uud Puggale und Jarkaille andrerseita erneuert und feat 
bestimmt haben. Diese Griinze beginnt v^n dem Graben, genannt Lambyvaha Cayvanda, 
welcher den Hof Taghe von den Dorfern Puggate und Jarkselie scheidet, und sich 
sfidlich nach dem Dorfe Marchia hinzieht, ohd ianga den Feldern des Ilofes Taghe efld- 
wlrts nach dem See Lcmbyvahe Kacko abbiegt. Von da in gerader Linie von Steinhaufen 



Digitized by Google 



id Steinhaofen , immer durch den Graben fortituchreiten, bit iu dem See, genannt Tk- 
t erden - Mecke - Cacko, und dann abwirU ium Morast und lum Ort Karjawomes, 
welcher inm Dorf Marchia -gehdrt; dann durch den Graben weiter (ulterina) bis ia dem 
Orte im Moraat, genannt Lepojo. Der Graben aber soll eioe gewisse und unaweifelhaft* 
Scbelde biiden. 

Nach «iaer Abicbrift ■ Uiarni Coll. I, 447 (lod. Nr. 3342) abgedr. 1« U.B. Nr. DCCCLXXI. 
Deutacb in i». Bungrx Brietiade S. 39 Nr. 49. 

4034. Heinrieh Tu$mer, Ilochmeiater dea D. Ordena, bestitigt in dem Generalcapitel 
tu Marienburg seinen getreuen Edlen, Rittern, Vaaallen und ubrigen Untertlunen , welche 
daa Land Reval bewohnen, und ihren rechtmissigen Erben alle Rechte, Gnaden nnd Freiheiten, 
die ihnen von den Konigeo ron Dinemark verliehen worden etc. 

Nach der Abichrift eines Traniiumli v. 4. Octbr. 1349 in Hi&rnt Coll.l, 155 abgedr. in BrandW 
Coll. S. 68 ad Nr. 27 und Im Llvl. U.B. Nr. DCCCLXXII. Das ebengedachte Tratuiumt enthSll 
diesa und die oachfolgende Urkunde (Beg. 1035), letxlere vor-, enlere nachgeietzt, und xwar folgt 
auf die zweite (1031), ohne dass iie geicbtouen iil, und namenllich ohne daia ihr Dalum angegebea 
Ut, gleir.li dai Datum dei TrannumU (S. unten Reg. 1058). Ei kann jedocb nicht wohl daraa 
gezweifelt werden, daii diese allgemeine Beitiitigung der PrUilegien der Rillericbaft und Kin- 
wobner EitbUndi (1034; voo demaelben Datum : „a. D. MCCCXLVII, die Domin. infra octavas corp. 
Cl.r ", lat, wie die beiden folgenden Urkunden (1035 und 30), welcbe ralt ihr offenbar im genauen 
Zuiammenhange ilehen, und dieielben obenten Ordenigebieiiger namenllich aulTBhrea. Das an 
uniere Urkumie lich io der /?td>n'ichen Abichrift unmillelbar anschlleuende Dalum : ,,a. Dom. 
MCCCXL nono, ipio dle b. Franciici conf," lit daher oftVnbar das Dalura dea Trannumlei. Vergl. 
auch den Ind. V 3346, Paucker in der Auig. der Collectan. ron Brandii S. €8 Anm. I , und dia 
Reg. Dao. I, 274 Nr. 2296. 

1035. Dereelbe beetitigt aile vom Konig Chrutoph II. von Danemark den Junarfrauen 

in Esthland verliehenen Gnaden und Freihciten (Reg. 871), dass sie nitnlich ihre Eltern 

beerben sollen (ut succedsnt iure hereditario), jedoch mit der Beschrankung, dats nach ihrem, 

der Jungfrauen, Tode ihr Nachlass frei und unbedingt dcm Ilochmeister und Orden anheim- 

falle. Ferner beslitigt er, dass der nichste Dlutsverwandte der nach dem Todc ihrer Eltern 

hiuterbleibenden Knaben, bis diese mfindig werden (ad annos discretionia pervenerint), deren 

Vorroond und Vcrsorger sein solle, mit Zustimmung ihrer Verwaudteti. Endlich bewilligt er 

den Rilhen des Lsndea Esthland dieselbe Autorilat im Urtheilfillen, die aie aeit den ilteaten 

Zeiten gehabt haben. 

Nach demielben Tranimmt bei HiSrn I, 155 (Ind. Nr. 3346) abgedr. bei Brandis S. 67 uud im 
Livl. U.B. Nr. DCCCLXXIII. Vergl. die Reg. Dan. I, 274 Nr. 2395 itnd Suhm XIII, 183. 

1036. Derselbe bcstiligt dem Rathc und der Burgerschafl der Stadt Reval und ihren 
Erben und Nachfolgern die ihnen von den Dauischen Kdnigen ertheilten Rechte, Privilegieo, 
Freiheiten und Gnadcn, die ihm vorgescigt worden, so wie auch diejenigen, deren Recht- 
missigkeit sie in der Folge nachweiaen solltcn, und verspricht, dieselbcn eher su mehren, 
als tu mindern. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Revaler Ralhiarchiv gedr. in p. Bungtt Quellea dei Revaler 
Stdtr. II, 113 Nr. 36 uod im Livl. U.B. Nr.. DCCCLXXIV. 

1037. Bruder Goswin von Herike, Gebieliger (praeceptor) des D. O. in Livland, 
Johann von Widen iu Velin, Arnold von Fitinghof au Goldingen, Hillekin von Htede au 
Dflnarounde und Hermann Gudacker su Pernau Comthure, thun kund, dass der Hochmeister 
Heinrich Tusmer , mit Willen und Zustimmiing seiuer Mitgebletiger , den Ausstellern dieses 
nnd ihren Nachfolgern von selner Kammer gelassen und sugewiesen hat (dimisit et usignavit) 

« - 

> 

Digitized by Google 



dai Land Reval, datselbe mit allen Schloeaern, Stidten, Weichbildern nnd Dorfern, Einkunften, M*7. 
Rechten nnd Zubehorungen, frd so conserviren, dergestslt, dan, wenn der Hochmeiater oder 
•eine Nachfolger daa gedschte Land too den Livlindischen Gebietigern surdckverlangen wur- 
dcn, letstere gehalten aein aollen, es ihnen ohne Schwierigkeit und Widerspruch sur&ckso- 
geben (retssignsre), mit Vorbebalt jedoch der 10,006 Mark reinen Silb. Cdln. Gew., welcho 
die Livlend. Gebietiger sum Ankauf dea Landes ausgelegt, und welche ihnen der Hochmeiater 
•der aeine Nachfolger Tor der Auflassung (reiignatio) des Landea wieder erstatten aollen. 

Nach einer Abicbrifl in dem Kdnigfb. geb. Ordenaarchiv (lades Nr.381), auch in Bi&ruU CoU. 
I, 154, abgedruckt in Brandis Coll. S. 69 Nr. 28 ond ini Livl. U. B. Nr. 0CCCLXXVI. 

1038. ttaldemar 111. , Kdnlg der Danen, berichtet dem Pabat Clemens VI, dasa er, j m \ 04. 
aachdem aein Bruder Otte daa Geliibde gethan, in den Deutachen Orden su treten, das Her- 
•ogthum Eathland, daa demaelben mit erblichem Rechte gehdrt, roit seiner Einwillignng, dem 
Hochmeiater und den Brtidern des gedachten Ordena geachenkt, jedoch aus gewiaaen, den 

lonig und aein Reich aDgehenden Ursachen, unter dem Rechtstitel eines Kanfs und Verkaufa 
Tom Meister nnd Orden 19,000 Mark reinen Silb. empfangen, welche der Orden nach setner 
Anweiaung seinen Gliubigern vollstindig auagexahlt. Und wenn daa genannte Ilersogthnm 
anch mehr werth ist oder kunftig mehr werth sein konnte, so habe er solches dem Orden 
snter dem Titei einer reiuen Schenkung uberlassen. 

« • 

Nsch drai Tranisumt ia der pSbitlichen Bestatigungsbulle vom 8. Febr. 1348 im Kdnigtb. geh. 
Arcfaiv (Index Nr. 383 und 384) abgedruckt ia Brandis' CftH. S. 75 ad Nr. 32 ood im LivlSnd. U.B. 
Nr. DCCCLXXVII. Eio Abdruck oach den Regeaten Ctemtns VI. bei Turgenete I, 113. Nr. CXT. 
Vgl. Beg. Dao. I, 274 Nr. 2299. 

— Von demselben Tage wird irrig auch die Urkunde Tom 29. August 1346 iibcr Eath- j UD i 24 . 
laada Verkauf an den Orden in mehreren Abacbriften und Drucken datirt. S. oben Reg. 1011 
Anm., nnd rergl. dartiber Paueker iro Inland 1840 Nr. 23, Sp. 353 fgg. 

1039. Waldemar III. , Kdnig der Dancn , thut koud , dass seine Getreuen Nicolau» j ud i 28. 
Hane und Heinrich vun Liineburg, Cansler, toii den Briidern Diedrich von Stocken, Kim- 
■erer in Vellin, und Heinrich Momevech, Kimraerer in Segewolde, Seitens des Hochmeistert 
Heinrich Tutmer in Preussen und des Ordensracistera Gostcin von Livlsnd ond der Gebietiger 

ond Bruder des D. O. 6000 Mark reinen Silbers, in gesahltem und gewogenem 8ilber und 
Gold, in der Stadt Liibeck auf dem Rathhauae empfangen haben, nnd quittirt den Orden . 
desmittelst flr diese Summen. 

Nach einrm Traassumt v. 29. Juni 1347 (Reg. lOtO) im grotien U.B. des Kiinlgtb. geh. Archivs 
(Indes Nr. 382) abgedruckl bei Brandis S. 70 Nr. 29 und im Livl. U. B. Nr. DCCCLXXVIII. VergL 
dte Reg. Dao. I, 274 Nr. 2301.. 

1040. Heinrich Pape und Hermann von Wichede, Liibische Borger, trsnssumiren die j„ B | 29. 
rCTttehende Quittung, Reg. 1039: „Datum et actnm Lubeke, anno Dom. MCCC quadrage- 

ihno VII., ipso die b. Petri et Pauli apostolorum. u 

Die Abccfarm in dem eben (Reg. 1039) angefUbrten U.B. ih Kdnigsb. Archivs (Indez Nr. 382), 
abgedrockt bei Brandis I. c. 

1041. Dieselben, (hier wird Sbrigens Papo Burgermeiater, ffickede Ratheherr genannt) jyaj g. 
beseugeo, dass die iu der Reg. 1039 beschetnigte Zahlung io Ihrer Gegenwart geleistet wor- 

n 



t 



m 

XW. tfetvwJ. W4*m* Wwto^UfcSltoaw, ln roUu» Silbar, mit de. Lfibltebnn Wtpptn 
(jignum) gewsjclyiet u 0 d in GnWgulden FUndriicbeu Gewichte. 

flacb eJoar AbacbriQ in iiidrni Coll. 1, I5t (tedei Nr. 3343) abgedrockt b«i Brandit 8. 73 No. 

30 und ia Livl U.B. Nr. IKXCLXXIX. Vergl. die Reg. Dan. I, 274 Nr. 23ftl. 

Octbr. 14. 104«. Uieselbe Urkunde, wie die unter Nr. 1037 regiatrirte, nur dasa hier nnter den 

Aoutellern, euaser den dort geoannten, noch folgende aufgeluhrt werden: Bernhard t>on 01- 
dendorp, Landmaracball,, Tymo van Meskede, Voigt von Jerweo, Ernbert, Comthnr in Rlft, 
Hildebrand von Lende, Voigt von Wenden, die Comthure Jfmar cois HUede ku Segewold, 
Heinrich nm Hanover au Leal, Andreas von Stenberg tu Vinda und Wilhelm von Sunnen- 
berg iu Mitau', nnd die Vogte Wilhelm von Capellen von Oberpahlen, Gerhard von HoUtein 
(flolaatua) von Poyda, Tydemann von Wormsdorp von Karlcus und Johannes von Lechtet von 
Sackala. 

Nacb eloer Abachr. in UiSrn s Coll. I, 156 (Itdez Nr. 3345) abgedruckt u> U.B. No. DCCCLXXX, 

Octbr. 14. 1043. Dietelben bekennen, dem Iloehmeiater Heinrich Tusmer und aainen Ntcfcfol- 

gern 14,000 Mark reinen Siib. Cdln. Gew. achuldig zu sein, ffir jede Mark, ao fea-n ea 

Silber febit, 5Va Gulden oder 4'/» goldene Sehildm&nien (acutttea) gerechneL Von dieaer 

Sumroe lolleti, vom Jahre 1348 an, jahrllch 1000 Mark reinen Silb. am St. Johanniatage i« 

Lub eck nnd iu Briigge in Flandern , bis iur Tilgung der ganien Schold , geuhlt werden. 

Nach einer Abachrift in IHSm s Coll. I, 157 (Indei Nr. 3344) abgedr. bei Brandis S. 73. Nr. 31 
und im Livl. U.B. Nr. DCCCLXXXI. 

Novbr. 8. 4044. Ludwig Hamer, Tidemann (von Malchotr '/), frfiher Truchaeaa des Biachofa von 

Dorpit, nnd Johann von Miihlen (de Molendino) bekennen, daaa aie aich geeinigt, almmtlicho 

Geachcnke, — aie mogen nnn in Grunditficken (herediUtibue) oder in fahrender Habe, in 

bMrem Geide oder in andern Giitern beatehen - weiche die Frau Aleydis, Schwester det 

verstorbeaen Bevarachen Bathaherrn Johann von Bremen, jedem von ihnen, Binem mehr, 

dem Andern wentger, tngewieaen, (gemeinachaftlich) ohne jegliche Anforderung oder Hinde- 

ruug, iu beaitien. Diese Uebereinkunft iit geachehen in Gegenwart der Bevaler (Uthsherreoj 

Hermann Moren, Johann Witte und Kberhard von Vnna, ihrer Vorraunder (proviaorea), 

und Bertold con Fickinchusen. Uebrigena aoll die Frau Aleydis, ao lange aie lebt, alle ihre 

Einkuofte (reddilus) genieaeeo, und davon beliebig vergeben d&rfen, wem sie will, «od oo 

Tifil aie wiU. 

Nach einer Auf*f kljnuo« im alleiten DeokeUHKh dea Reval ichen Rtlhsarthiv* abgedruckt i« 

U.B. Nr. DCCCLXXXII. 

O.J.oT 1MS " Der Beval'ache Rath schreibt an den Dtrpt'schen: Bertold Pickinchusen, Mitglied 

des Beval'achen Bathea, und Johann von Miihlen (de Molendino), dortiger Bfirger, i. Z. Vor- 
mfinder der Fran Aleydis von Bremen, bitten aich dariiber beachwert, dtsa die Einkunfte 
(redditua) der eben gedachten Freu durch Tidemann Malchowe abermals in Dorpat ureatirt 
worden aeien. Der Dorpater Bath hitte aber mitgcthcilt, die Streitigkeiten fiber die Eiokunfte 
der Frau Aleydis zwiachen Bertold Vickinchuten uud Thidemann Maichowe seien dahin fried- 
lich beigelegt, daas MaJchowe solche Einkiinfte vtibrend Lebieiten der Frau Aleydis weiter 
nicht arreatiren, noch irgend occupiren aolle. Ueberdiea hatte der Dorpater Bath om aicherea 
GefeU fur Matckwe nach Reval gebeten, auch der BUchof von Dorpat aieb ffir ihn Ter- 
wendet. Ais MaUhowe in Foige deaseo vor dem Bevaler Bathe erachieuen, aei ihm eroffnet 



Digitized by Google 



wordrn, falls er Jemsnden vom Rithe oder atisserhalb detselben beWchnTdlgen woTle, solle ihm I3TT. 

Gerechtiglwit widerfahren. Hleraof habe Bertold Viekmchuun erklirt, falla MatVAo^e ihn 

•der dle Fran ,*7e*rf« beschuldigen wolle, wiirde er, »er<6/rf, ihm d.rttbeV M Freondschaft 

Rcde atehen. Demmch fibcrtrog Malcfiowe den Rerster Raihshrm-n Gerhard StaMter und 

Heinrich MedeMe die Vermittelung selner Ahgelegenhei t, und von dem io Fotge des se n a b - 

gescblossenen Vergleich besitie ein Exemplar Tidemann Malchowe, da* tweite Ludwig ffhmer 

(Rev. Rsthsglied) und des dritte Johann von MShlen, eines aus dem andern geschnitten (sog. 

susgeschnittene Zettei). Hatte sich Tidemann Malchowe fiber andere Sachen beschwert, so 

hltte ihn der Revalsche Ralh in der Ordnung Rechtens beschiedei» Der RevaPsche Rith 

bittet daher der Ddrpt schen, er mbge den Tidemann Malchowe bewegen, dasa er die Eln- 

kfinfte der Frsn Aleydie ibr frei verabfoige und nicht weiter vorenthalte. 

Nach dem Coocept (oder Ahachrift?) im «Iteaten Denkelbucae des Revaler Ratnsarcbiva abgedr. 
Im Livl U.B. Nr. DCCCLXXXIII. Dem Schrelben feblt J.,s Dalumj ea gebiirt aber ohoe Zweifal 
in dlese Zeit, da es mit der Reg. 10« offenbar im Zusammenbanga atcbt. 

1548. 

1040. Nachdem der allgemeine Laudtag (commnnia dies plaeiUrnm) im Dorfe Kydo 13«. 
ibgehaiten worden war, erachienen vor dem Rsth* su Revai die Vasallen: Diedrick ToUc uud 0 T - 
Gottfried ron Parembeke, Riller, Nicolaui von Herkele, Tilo von Kele, ffillekin von Parem- 
beke, Hemrich ron Havciforden und Heinrich von Thoreyda, Kttappen, und sagten, es sei 
svi dem Landtage beschlossen und ihnen aufgetragen worden, mit dero Revalcr Rath to 
iprechen wegen eines Theiles der Stsdtmark. Der Rath antwortete ihnen darauf: er habo 
nichts tn der Sache thun kbmten, es sei denii, dass sie mit den im Schlosse sitsenden so- 
genannten Burgsassen (borgeraite) sprichen; worauf sie sbtraten. — An demseiben Togo 
schkkte Ilerr HHdebrand von Letrten; i. Z. Comthur su Reval , einen Boten an den Rath 
rait dem Verlangen, einige Rathsglieder su ihm ins kleinere Schloss su aendett. Es wnrdea 
demnach vom Rathe dahin delegirt: Reinekin Crowel, Wennemar (Hotlogcr), Rother von 
Stem (de Laplde), Johann Witle , Eberhord von Vnna und Hetnrich von Reke, welche, nW 1 
sie aufs Schloss ksmen, die obgenannten Ritter und Knappen beim Comthur rorfandeil. Ilier- 
snf sprach Gottfried Parcmbeke: Herr Corathur! Da die Bfirger Revalt mit uns wegen det 
neben dem Schlosse belegenen Geheges (spstlum indaginis) nlcht onterhandeltt wollen, und 
sich geweigert hsben, mit uns einen Ritt su machen, um jenes Gehege su besichtigen, wle! 
nns auf dem allgeroeinen Landtage (in die placlti generalls) aufgttragen war, so veralchtefl 
wlr auf onsern Anthell an dem gedachten Gehege der Stadt Reval, nttter der Bedingung, 
dass ons und unscrm Lande daffir Genugthuong (d. i. ErssU) werde. 

Nach einer Aufielcbnung in einem Copiebucbe des Revaler Rathsarcbiva abgedrockt ln dem Lhrl. 
U. B. Nr. DCCCLXXXIV; In denwelbeo Arel.iv noch ein anderea Exemplar, vrle ea acheint, daa Concept; 
desgieichen elne kuriere Aofteichnung. Die in Rede ateheade Verhandlung scheint in Zuaammen. 
bunge xu siehen mit der uoier Nr. 1033 regutrirlen Urkunde, wo das Wort indago durcb Aoppef 
erklart wird. 

1047. Pabst Clemeni VI. bestatigt, auf Bitte des Hochraeisters , dert Verkauf ond dWpabr. 8. 
Schenkung Esthlands an dett Orden, mit Eiuschaltung des an ihit vontf Kfttlg WaUentar /17. 
deshalb ergangenen Schreibens, Reg; 103& 



uigiti 



3d by Google 



1348. Nach dem Original auf Perg. im g «k Ordensarcbiv tu Koaigaberg (Index Nr. 384) abgedrockt b«i 

BrandU S. 74 Nr. 33! and im Llvt. U. B. Nr. DCCCLXXXV. In denuelbeo Archive xwei Abichrif- 
ten (Indes Nr. 383). Nach den Regesten Clemens VI. gedr. bei Turgenew I, 113. Nr. CXT. 
Vergl. die Reg. Dan. I, 275 Nr. 2306. 
', 16. 1048. Margaretha , Aebtissin, nnd der ganse Convent det Nonnenklosters sn Reval, 

bekennen, dasa aie an den der Stadt gehorigen Inaeln Nargeiden, Wolvesoo nnd Karel 
gar kein Nieisbrauchsrecht haben. 

Nacb den Orig. aor Perg. im RcTaler Rathsarchiv abgedr. in ». Btmge* ReTaler RecbUquelleai 
II, 113 Nr. 37 und im Livl. U. B. Nr. DCCCLXXXVl. 

1049. Magnui, Kdnig von Schweden, Norwegen und Schonen, und /Vfru*, Ersb. tou 
Lnnd, transsumiren die Urk. v. 525. Febr. 1304 (Reg. 606): Datum Helsingburgt , anno Dom. 
millesimo tricentesimo quadragesimo octaTO, in die b. Ambrosii, episcopi et confeaeoris. 

Nach einer alten Ab*cbrift aaf Perg. im Groa«herxoglich - MekleoborgUchen Arcbir sa Sehwerio 
abgedrackt in den Mittbeill. II, 471. 

1050. Go$win von I/erike, Meister dea D. O. in Livland, bexeogt, daas der Rath nnd 
die Biirgerschaft der Stadt Riga ihm fiir die 100 Mark, welche aie nach dem Suhnebriefe' 
(Reg. 875) jibrlich dem Ordenahause xu Riga su geben verpflichtet waren, in der Stadt so 
viel an Grundxins (wurt-tinse) und an Renten und an Erben (d. I. Grundstucken) , und au- 
■erhalb der Stadt an Land, — wie der daraber ron Ihnen ausgefertigte Brief ausweist — 
fiberdies auch soviel an baarem Geide gegeben haben, dass dem Orden daran genflgt, und er 
ihnen die Zahlong der 100 Mark eriaase. Wenn die anf dem Grandsina, anf der Rente 
oder den Erben Sitxenden die Rente und den Grandxins nicht xu rechter Zeft sahien, so 
soll der dasu eingesetste Ordensbesmte sie mit Wissen des Stadtvoigta, und wenn der Voigs 
xu laas oder trige wire, aoch ohne ihn — auspfinden dQrfen. WQrde auch von den Grand- 
sinaen, Renteu, Erben oder dem Lande etwaa „an eine weltliche Hand gewandelt werden," 
•o aollen doch die biirgerrechtlichen Leiatungen darauf haften bleiben. 

Nacb dem Orig. auf Perg. im Rig. RatbMrcbiv (ladex Nr. 385) abgedr. in den Monum. Liv. ant. 
IV. CLXXVII Nr. 61 und im Llvl. U. B. Nr. DCCCLXXXYII. 

1051. Fromhold, Erxbischof von Riga, urkundet, wie die Kirche und das Capitel sn 
Riga Ton dem Bischof Mcolaut die Dorfer Jakesel, Kultexelle und Lawe, so wie daa 
Erbe des Liven E ppele, und Tom Ersbischof Johannei II. das SchlossDolen auf der gleich- 
namigen Insel xum Geschenk erhalten (Reg. S68 und 597) und 40 und mehr Jahre in ruhigem 
und ununterbrochenem Bcaits gehabt, bis xn der Zeit, wo der Erxbischof Friedrich diese 
Guter in Anspruch nahm, toii dem 1'robst und Cspitel der Rigischeu Kirche sich rcstituiren, 
•nflasaen, schenken und ubertrsgen liess und in Besitx nahm. Da jedoch diese Restitution ond 
Schenkung durch Gewalt und Furcht, die auch den Beherstesten treifen konnte, bevirkt 
worden, indem Ersb. Friedrich einige Domherren gefangen nahm und durch kdrperliche Quaieo 
ihnen solche Restitution abgedrungen, ao erkenne er, wie schon aein nichster Vorginger, 
Rrsb. Engelbert, beabsichtigt, die Schenkungen des Bischofs JVicolou* und Erxbischofs Jo- 
honnes II. fur rechtsbestandig, und restituire dieselben desmittelst der gedachten Kirche nnd 
dem Capitel. Und selbat flir den Fall, dass die von dem Ersb. Friedrich beanspruchte und 
dnrehgefuhrte Restitution rechtsgultig gewesen wire, — was nicht xugesUnden werden konne, 

er der Kirche und dem Capitel, da aie deasen bediirfen, die mehrgedaehten Guter 



Digitized by Google 



Nach dem Origtnal auf Per* in der Littbaaiicbea Metrika beim Senat in St. Petertburz [vergl. 1348. 
die Mitth. III, 71 Nr. 79) abgedr. io dem Llvl. U.B. Nr. DCCCLXXXVIIt. Nach eioem Traaisuata 
vora Jahre 1350 abgedr. bei Dogiel V, 48 Nr. XLU. 

1082. Bruder Gotwin von Herike, Melster dea D. O. in Livland oud Haoptroann des Octbr. 8 

Landea Reval, thut knnd, daat er mit Rath und Zostimmung aeines Capitela nnd auT Bitten 

dea Rathes, der BSrger und der ganzen Gemeinde der Stadt Reval, dieselben von der Theil- . 

nahme an den Feldzfigen (expeditio) wider Litthanen nnd Rnasland fiir immer befreit, des- 

gleichen von der Haltung eines Kriegsheeres (roalvia), mit Ansnahme det Falles, wenn der 

Feind Ins Land einbricht; dann mussen sie auro Widerstande wider denselben swischen Narva 

and Lageda nach Kraften mitwirken, abgesehen davon, dsss ihre Stsdt wohl bewacht werde. 

Wenn iibrigena ein Glied des Rathea oder ein Burger von dem Ordensmeister ein Lehn er- 

hilt, ao geniesat er in BetrelT solcheu Lehna jener Freiheit nicht, sondern muss zu den Feld- 

zigen und Malvien dasselbe ieisten, wosn die ubrigen Vasallen verpflithtet sind. Fails der 

Orden einen Kriegszug su Wasser unternimmt, rouss die Stadt, wenn es erforderlich ist, 25 

wohl gewaffhete Manner mit einem Schiffe ausriisten. Fur dies Alres hat die Stadt dem 

Ordeh einen Theil ihrer Stadtmark, welche neben dem Reval'schen Schiosse belegen ist, und 

800 Mark Silb. zur Reparatur des Schlosses gegeben, wie solches in der daruber ausgefcr- 

tigten Urkunde des Ralhs (Reg. 1053) genauer enthalten ist 

Nach dem Orig. auf Perg. io dem Revaler Rathiarchiv abgedr. io r, Bunge't Revaler Rethta- 
quelleo II, 114 Nr. 38 ond im Livl. U.B. Nr. DCCCLXXXIX. In demselbea Archiv swei Nieder- 
deutache Translate. Ein frBhtrer Abdrock bei Arndt II, 103 Anm. d. 
1053. Der Rath und die Burgerschaft der Stadt Reval thun kund, dass sie mit dem Novbr.19. 
Ordensmeister Gotwin von Herike und dem Ordenscspitel die Uebereinkunft getroifen, dasa 
sie dem Orden eincn Theil der Stadtmark, welcher neben dem Schloaie belegeo, ao weit der- 
selbe der Stadt gehort, fiberlassen. Dieser Theil beginnt neben dem Wege, welcher auf 
dera flalse fsuper collum) dea Berges in der Lange rechts bia sum Ende des Halsea sich aua- 
dehnt, von da an den Weg entlang, welcher durch den Sumpf bis su einem mit einem Kreus 
bezeichneten Steine geht, von ds in gerader Linie bis su einem andern, ebcn so gezelchneten 
Steine, von da gerade nach cinem Flfiaschen, welches Zip genannt wird, wo ein Stein mit 
einem Kreuze liegt; von dieaera Steine langs dem Flusse bis sum Wege, nicht iiber den Weg, 
bis zum obgcdschten Halse des Berges. Demnachst haben aie dem Orden fiberlassen ein 
Stoek des alten Gehegea (spatium ad antiquum indagiiiem), gewohnllch Coppele genannt, 
«elcher Raum von einem trocknen und geraumigen Wege umgeben aein muss. Endiich hat die 
8tadt dem Orden 200 Mark Silb. zur Reparatur des Schlosses gegeben. Dagegcn etc. Daa 
Polgende, die vom Orden verliehenen Befreiuugen etc, itirorot wortlich mit der Reg. 1059. 

Nach dem Concept im Revaler Kathzarrhiv abgedruckt bei e. Bunge I. c. S. 115 Nr. 39 ond Im 
Livl. U. B. Nr. CCCXC. In demaelben Arcbive finden «ich swei Niederdeutacbe LeberseUungen. 

1349. 

1054. Steno Thurton, Ritter und Marschall des Konigs Magnus von Schweden, Ger- , 346 
hard Sryttc, Hauptmann von Finnland, Benedict Vaderaon ond Martin Rotermunt bekennen, April 28. 
dass die Belastigung und Strafe, welche Seitena des Voigts der Stadt Reval Johann Jfitte 
und seiner Gefolgten dem Knecht (famulus) "Hintekin Quads zugefugt worden , mit freiem 
Willen des Letzteren, fur ihn und seine Freundc und Erben, geborne wie ungeborne, der- 
eestalt ginzlich abgethao ist, daas gedschter Qoaas, aeioe Nicbsten und Freunde darauf ver- 



Digitized by Google 



134 



IX». zichtet haben, den Johtmn WHte, deeeen Erben nnd Gefolgte, oder trgeud eineu ReTai'echen 
Biirger wegcn dcr beregten Sacbe je in Anopruch iu nehmen und su belastigen, ale woriiber 
Hiutekin Quaaa, in Gegenwart der Aneateller vor dem auf dero Rathhanae Tera«mmeitnn Re- 
Taftchen Rathe die Urfehde (caesodium) geteistet hat, und iwar allein, weil «r heiae (Blots-) 
Freunde hatte, weldie neben ihm mit gessmmter Iland den Eid sblegen konnten. 

Nach dera Orig. auf Perg. ira Rcvaler Ralhsarchlv abgedrackl ira f.ivl. U. B. Nr. DCOCXCI. 
Joll 32. 1055. Holdemar 111., Konig der D&nen, bekennt, daaa cr dem Bruder dea D. O. Adam 

fur den Orden, durch aeinen Capellan Nicolau* JohattnU 6oh>, Domherra von Roakild, iu 
LQbeok einen Brief dea Kdniga Chrittoph 17., aeinea Vaters, habe iibergeben lassen, durch 
welchen dem Hersog Canut von Halland ond aeinen wahren Krben daa Heraogthnm Eethland 
sum Eigentham iibertragen war (Reg. £72), woranf der Bruder Adam dem Kdnige 1000 Mark 
reinen Silbera, fur jede Mark 5% Goldgulden gerechoet, auagesabit. Indem der Kdnig iiber 
den Empfang dieaer Summe quiltirt, verapricht er, falla noch ein anderer ahnllcher Brief in 
den Ilanden der Erben dea Herzogs Canut oder anderweitig sich befiuden aollte, ana welchem 
der Orden, der Eathland gekanft, irgcnd in Anapruch genommen werdon konnte, dem Ordea 
deshalb, ao wie wegen jeglicher Anspriiche an Esthlaod, Eviction » leiateu nnd ihn schadloa 
m halten. 

Nacb einer Copie im groesen V B. de* Kdalgsb. Ordensarchivs (Indes Nr. 387) abgedruckt in 
Braniu' Coll. S. 77 Nr. 33 ood im Livl. U. B. Nr. DCCCXCII. Reg. Dan. I, 376 Nr. 23». 

Jali 23. 1036. Bertram von Heidebue, Tidemonn von Guttrowe, Heinrich Pape und Herrmann 

von Wickede, Glieder dea Lubiechen Rathes, beseugen, daaa das unter No. 1055 registrirU 

Geschaft in ihrer Gegenwart geschehen sei. 

Nach einer Copie bt dema. U. B. (Indes Nr. 3C8) abgedr. bei Brandis S. 79 Nr. 34 und im Livl. 
U. B. Nr. DCCCXCUI. Reg. Dan. I, 276 Nr. 3334. 

AogastlS 1057. JFilhelm, Domprobat too Curland, atteatirt eine Zeugenaussage iiber die Granze 

swischen Kartejare, Dunekelle und Zirgen. D. d. 1'ilten, Maria Himmelfahrt 1349. 

Eine Abscbrift vom Deatacbeo Original in dcr Popenschen Brieflade, angefOhrt in den Miub.lV, 
507 Nr. 44. 

Sept. 29. 1058. Gotwin von Herike , Meiater dea D. O. ih Livland, nrkundet, es sei ein Streit 
gewcsen swischen iler Stadl Riga und seinen Liven von Kirchholm wegen der Honigbanme 
in der Stadtmark. Die Liven erklarten aie fiir altc Baume, die eie seit jeher gehabt, die Biir- 
ger dagcgeu bchaupteten, die alten Biiume seien ausgegangcn (vergan) und dies seien neue 
BSume, die sie hlnsugcmacht liallen. Der O. M. vergleicht beide Theile dahin: Von dem 
Fall zuRomele, die Duna abwarte, bis su den Grauzen von Blomendal, von da liings dem 
Wege nach Neuer miihl en , bis su einer Briicke, welche iiber das Wasaer geht, daa hier die 
Muhle vor dcr Stadt treibt, von dort in den nachslen Bruch (Morast) bis sum Elverickes- 
Bach, diesen hinab in den Rodenpoiser-See, um diesen herum bis su Putkermunde, 
von da aufwiirta bie su dem Damm an der Griinse zwischen dem Ordenslande und der Stadt- 
mark, und diese Granse entlang wieder bis su dem Fall au Romele, alle Honigbeume, die 
innerhalb der eben bcseichueten%ranzen stehen, sie seien alt oder neu, und alle, die sie 
hinsuraachen mogen, sollen die Liven von Kirchholm bcsitsen und suf Kinder und Kindes- 
kioder vcrerben, jedoch eoilen sie den dritten Theil tod allem Honig und Wacbs, der toh 



Digitized by Google 



die*« B.amen, auch den neo hinzokommenden, ftllt, der 8t«dt Riga geben , aoch sollen iie die »*». 

(dea honjges aicbt stigen), es seien deon der Siedt 



Narh dem Orlg. iin Bigiacbeo Bathiarcblr (lodex Nr. 388) abgedr. in HuptVs ncoen nord. 
XVII, 135 ood darnacb Im Uvl UB. N*. DCCCXCIY. Eln alterer feblerbafter Abdruck bei 
, II, 104. Vergl. Monom. LIt. ant. IV, CLXXVIII Ifr. «5. 

1039. Broder Gotwin ton Herike, Meister des D. O. in Lirland, die Bruder Gerhard Oclbr. 4. 

(Bernhard) von Oldendorp, Landmarschall, Rudolph Torlc zu Velin, Arnold von Vitinghoff zu 

Reral Comthnre, Diedrick von Warmsdorp, Voigt in Jerwen, Gertach von Haren su Goldingen, 

Johann von Widen sn Wenden, Willekin von llsede sn Diinsmunde, Ernst von Ilsede so Se- 

gewold, Hermann Gudacker su Peruao, Andreaa von Stenherg su Windau, Hillebrand von 

Luthen su MiUu Comthure, Otto Siacke su Oberpalen, Johannea von Lecktel (Lecbtes) in 

Sacken (Sackala) und Ditmar sn Carchus Vdgte, transsumiren des Hochmeisters Heinrick 

Tuamer Bestatiguegen der Esthliiidischen Privilegien vom 3. Joni 1347,, Reg. 1034 ond 35. 

Nacb eioer Ab.chr. io UiSrn's Coll. I, 155 (lodes Nr.3346) abgedr. bei Brandis S. G6 Nr. 27 
uud im Livl. U.B. Nr. OCCCXCY. Vergl. die Aom. tur Reg. 1034. 

1550. 

1060. Fromkold, Erfcbischof von Rlga, bestitigt die Rechte der Stadt Riga. 1350. 
AngefUhrt to.. M , ■ \Wiedou in MiilUrS Samml. Boas. Geacb. IX, »72 ond bei Gadehuek I, 1, O. T. 

448. Ut damit nicbt etwa.das ooten, Beg. 1070, gelieferte Uandclsprivilegium gemelnlT 

1061. Dertelbe fertigt ein sweiUs Exemplar seiner Reatitutlons- und Schenknngsurkunde Janr. 0. 
an das Rigische Domcapitel t. 86. Joni 1348 (Reg. 1051) aus, mit der Bemerkung am Scbluase: 

icin Siegel, detseo er sich xur Zeit der Restitution und Schenkung bedient, sei Terloren ge- 
gsogen, und da dessen Wiedererlangung sweifelhaft aei, so besiegele er diese Urkunde mlt 
seincm neuen Siegel. 

Abgedr. bei Dogiel V, 46 Nr. XI. II Den Zusalx s. in der Anm. inm Abdrack der Urkunde 
sclbat im U. B. Nr. DCCCLXXXVIII, S. 444. Vergl. aucb die Miltbll. III, 71 Nr. 60. 

1062. Deraelbe giebt den Gebriidern Lambert, Gerkard und Otto Alempoi» 17 Haken Febr. 6. 
von beiden Seiten der Wocicnna (?) zu Lehn. Datum Rigae, die aexta mentis Febniarii, 

uno Domini MCCCL. 

Aegefubrt im Begister dei ehemaligen erxbitchdOichcn Archira injlen Milthll. I, 71 Nr. 82. 

1063. Bruder Jokannet, Bischof von Curland, sammt Wilkelm, Probat, Heinrich, Decan, Febr. 28 
ood dem ganzen Capitel, ihut kond, dass er um des Nutzens und des Besten der Kirche 
willen, damit es ihr nicht an SchnU und Vertheidigung fehle, mit Bewilligung des Capitelt, 
gegeben und gegonnl habe dem Alwin und seinem Bruder Heinrick von Jodingen, nnd seinen 
rechten wahren Erben, um scinet treuen Dienstet willen, die Guter zu Sacken, Ulmalen 

ond Ewangen — hier folgt die Granzbestimmmig — zn haben und zu besitsen mil allen 
ibren Nutzungen im Meere wie auf dem Lande, ao lange bis er, der Bischof, oder seine 
Nachfolger das Land *J e m i n e,n und Daizen, welches cr Jenen zuertt gegeben hatte, mit 
Bewilligung dea CapiUls vou den Handen aeiner BrQder (des Ordens ?) freien wiirde. 

Nacb einer alten Abscbrifl in der Slenden acben Brieflade gedruckt Im loland IS46 Nr. 33 Sp. 
777 ond io Livl. U.B. Nr. DCCCXCVI. 



Digitized by Google 



136 



"30- 1064. Reiner Cruvel, Bathsherr zu Reval, verleiht die von ihm in der St. Nicolaikirche 

Mln7. tam A|Ur der h Margarete gegruudete Vicarie, in Betrelf deren ihm das Pttronttreeht 
zuiteht, und welche durch den Tod dei Johann Kramer (Inilitor) vacant geworden, dem 
Scholaren Reiner Cruvel, und stcllt denteiben dem Bischof Olaue von Rerai vor. 
, Nach dem Orlg. aof Perg. in Revaler Raibsarcbiv abgedr. im Livlaod. U.B. Nr. DCOCXGVU. 

Mirz 31. 1065. Bernhard Boos, Vicecomthur von Reval, bescheinigt, dnrch den Revaler Rath 

von den 200 Mark Silbers, weiche derselbe dem Meister nnd Orden fur dte Kriegsreisen nnd 
Malven achuldig aei, wie in deasen daruber ausgefertigtem oifenen Briefe angegeben, 50 
Mark empfangen au haben, und quittirt uber diese Zahlung. 

Nach dem Orlg. auf Perg. io dems. Archiv im Livl. U. B. Nr. DCCCXCVIIf. 

Mal 10. 1066. Fromhold, Erzbischof toii Riga, giebt dem Rath (Biirgermeister) und der Ge- 

meinde der Stadt Kokenhauseu das Land Sackenberg, iiber dem Wasscr Perse ge- 

legen, mit allen banden, Aeckern, Wiesen etc, mit allen Gerechtigkeiten, Freihelti n etc. ei- 

genlhumlich su einem Lehn ( folgt die Grinzbeatiromung), und inveatirt die Biirgermeiater 

damit, nachdem aie su Riga in den gewbhnlichen Eid genommen worden. 

Nach einer sehr feblerhafien HochdeuUchen Ueberaetzung des wabrscheiorkb Latcinischeo Ori- 
ginals abgedr. in deo Mittbeilt. I, 134 und im Livl. U.B. Nr. DCCCXCIX. 

*Mtl 25. 1087. JJeinrich Tusmer, Hochmeister dea D. O., erlasst — nnter Bestitigung der dea 

Einwohnern Harriena und Wierlands von den Dinischen Kbnigen bewilligten Rechte — mit 
Rath und Zustimmung seiuer Mitgebietiger, uber die dcm Orden vou den Giitera dieter Ltnde 
zu leistendcn Dienste, tuf Biltc und roit Einwilligung tller und jeder sowohl Geiatlichen und 
Religiosen, sls snch tlier weltlichen Einwohner gedtchter Ltnde, ntchstehende Verordnung: 
Alle Geistlichen und Religiosen, so wie Ritter nnd Knechte (milites et milittres) nnd ubrigcn 
Einwohuer miissen von jedem Hundert Hiken Ltndes drei Mtnn, ntmlich einen Dentschen 
tuchtigen und wohlbewttTnetcn Mann nnd zwei Ltndeseingeborue, die wenigstcna Heime und 
Schilde haben, mit ihren Pferden, auf ihre Gefahr und mit eigenem Aufwtnd und Kosten, 
zur Heerfahrt (expeditio ic reisi), welche der Ordeusmeister und die Bruder in Livlmd un- 
teraehmen, cinmal im Jahre ausserhalb gedachler Lindcr schicken, um mit dem Orden wider 
seine und dca Lindes Feinde und Angrtifer zu ziehen. Dies bezieht aich indess nicht auf 
dic zu den Ordensschldssern geliorigcn Leute, noch iuf die Giiler dieser Leute dea Ordens, 
iiber welche der Hochmeister dem Orden die freie Verfiigung vorbehilt. Innerhtlb der Grin- 

■ 

zen dcr Flusse Nirowt und Diina sind alle und jede Leute der Geistlichen und Religio- 
sen, so wie die Ritter und Knechte und uberhaupt alie Einwohner Harriens nnd Wierlands, 
auf ihre Gefahr nnd Kosten, mit allen ihren Kriften und ganzcr Macht verpflichtet dem Or- 
dciismeister und dcn Briidern dea Ordens in Livland zu folgen, und gctrculich zu helfen wider 
alle ihre, ihres Laudes uud des Ordens Feinde, wann, so oft und wo sie dazu vom Orden 
aufgefordert werden. Sie Alle miisseu aber tuch selbst iiber die D&na gehen , wenn der 
Ordeii dessen bedarf; nur muss ihnen dinn der Orden fiir Schaden und Kosten 



Nach einer allen Copie Im Konigsb. geh. Ordensarchiv (Indes Nr. 389) fedr. io Ewert Ausg. d«r 
KstlilSnd. Rlller- und Landrechle. * orber. S. X Anm., bei Drandit S. 79 Nr. 35 und im Livl. 
U.K. Nr. CM. Eine alte NiederdeuUche Uebersetzung im Eithland. RitterschafUtrcbiv, daraach 
im Inland 1*40 Nr. 50 Sp. 789. 



Juni7. 1068. Gcrhard Scylte , Hauptmann von Finnland , bekennt, dem Revaler Rathe 



Digitized by Google 



137 



iprochen zu haben, dasa .alle und jede RevaPscheo Bfirger mit ihrea Gttern, tls Tficheni, 1350. 
Sals, Wein, Getreide, Hopfen, Wachs, Fabricaten (epere) und aQderen Sachen, fiberail, m 
Lande uud zn Wasser, aniatehen und aich aafhalten (atare et esse) dfirfen, aicher und frei 
vor dem Kdnige Magnut von Schweden und ailea aeinen Lenten nnd Unterthanen , sofern aie 
nicht nach Nowgorod sich wenden. Wenn sie von Jemand bescbuldigt werden, daaa aie In 
N owgorod gewcsen, dort Handel getrieben und von dort Rusaische Waaren ausgeffihrt, so 
kdnnen sie sich toii allen diesen Beschnldigungen durch ihren Eid reinigen. 

Nacb dem Orlginal auf Pergament \m Revaler Rathsarcblv abgedr. Im Llvl. U.B. Nr. CMl. 

1069. Der Revaler Ralh eroffnet seinen Mitbfirgern, dass GeHtard Seutte, des Koniges O.J. «.T. 
tod Schweden Ilauptmann von Abo und Finnlaod, in Gegenwart dea Comthurs von Reval J»»lt 
Tersprochen, „dass alle and jede unsere Mitbiirger mit allen ihren Gfitern und Saehen sicher 

und frei iu unsern Hafen kommen und Ton dort auslaufen sollen und kdnnen, mit Gottea 

Beistand. Nach Lesung dieaes Schreibens verwahret dasselbe unscrn andern gcgenwirtigen und 

kunfligeu Mitbfirgern." 

Nach einer Abschrift in dem .iltcaten Denkelbuche des Revater Ralhaarchlva abgedr. Im Llvland. 
U.B. Nr. CMIl. Obachon daa Schrelben nicht datirt iat, *o war ea doch, acboa wegen aeinea offen- 
bareo Zusammenbangea mit dem vorhergehenden (Reg. 1068), hlerfaer zu aetseo, zumal auch dle 
Noilxen, dia im genannten Denkelbuche vor und nach dieaem Briefe atehen, vom J. 1350 datlrt 
aiod. Nach aeiuer Stelluog im Denkelbuche wird ea wahracbeinlicb, daaa der Brief iwiscbea Pfing- * 
sten und Jacobi auageatellt iat. 

1070. Fromhold, Erzbiachof von Rigs, transsumirt und beslitigt, auf Bitte des Rathea Saptbr. 6. 
der Stadt Riga und der die OsUee und Livland besuchenden Kaufleute, dis denaelben von 
Johann L, Erzbischof von Kiga, Hermann, Biscliof von Oesei, und Erntt, Meister des D. O. 

io Livland, am 29. Man 1277 ertheilte Handelaprivilegium : Reg. 514; ' ' 

Nach dem Orig. anf Perg. fm Rig. Ralhaarchlv (lodex Nr. 391) abgedr. In den Mitthll. V, 341 
Nr. 58 uod im Livl. U.B. Nr. CMlll. S. aucb Drtger spec. iur. Lub. de lure naufr. S. CLX Ana.8. 

1071. Mehrere Glieder des Revaler Raths und andere RevaPsche Bfirger fibernehmen Novbr.17. 
ror dem Rathe die Bfirgschaft (promiserunt) ffir verschiedene Wiabv'sche Biirger wegen deren 
Wsareo. 

Aua dem altesten Denkelbncha dea Revaler Rathaarchiva abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMIV. Vlele 
Stellen dicaer Aofseichnung aind «o verblichen, daaa ale durchaus unleabar aiod. 

1072. Rolverus, Pfarrer iu Kyrkyoslot in Finnland, Gerhard Smale, Nieolaut Pro- Decbr.98. 
mu» untl das ganze Kirchspiel, bescheinigen, dass Ingeborg, die Ehcfrau des Vorseigers dleaea 
Briefes, Rorik't, nach den Landesgesetzen und dem Canonischen Recht die Schwester der 
Margarethe, Ehefrau des RevaPschen BQrgera Nicolaus Futor, sei. Sle bitten daher allc be- 
treffenden Richter, inabesondere den Voigt und die BQrgermeister ron Reval, dem gedachteo 

Rorik in seinem Geschafte, nimlich bei Einforderong dea beweglichen und nnbewegUcheo 
Nachlaases des genannten Futor, Recht und Gerechtigkeit angedeihen su lassen. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Revaler Rathaarchiv abgedr. Im Llvl. U.B. Nr. CMV. 

Aus der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. 

1073. Der Rath sa LUbeck aehreibt an den Rigischen : sie hitten von den Nowgorod o. J. u.T. 
besuchenden Kaufleuten gehort, der dortige (Handels-)IIof habe Schulden nnd mfiase auch 

baaen; aie biten daher, da sie es ffir nfitslich halten, dass die Rigeoser den Schlfissel su 

Uvk «rk. Rff. U. 8 



Digitized by Google 



Um '1990. der dort beflndlichwi Kbte nach Nowgwrod Mirden mogen, damit mit dem datin cathaleeuen 
Geide die Bedurfnisse des Hofes bestritten werden konnen. 

Nach der Urschrift aof Perg. in dea Arcblv (Weddelade) des Rathi iu Ldbeck abgadr. bei •. i 

Sartoritu- Lappenberg II, 218 Nr. Cll und daroach im Livl. U.B. Nr. CMVl. Ueber die Zeit der 
Abfawung vergl. v. Sartoriu* a. a. O. 

0. J. 1071. Dife Olderminnef, Wehesten und sammtliche Kaufleute des Hofea su Nowgorod 

•ritwdrten •nf ein Schreiben de« Liibischen Rathes : An den Klagen des Rigiscbeb RatheB, 

die sie vernommen, triigen sie keine Schold, wic das bierbeifolgende Heft ausweise, welcftes 

die Scrs enthalte, die rom Liibiachen und Golhl.ndi.cr.cn Rathe und dem „geraeinen Kanf. 

manft" verf.sst sei, und wenn dsrin etwai iu indern wire, aoch voo ibueo geandert werden 

musste. Von einer nenen Rechtsanordnung sei ihnen nichts bekannt. Die Rigenser klageri' 

darfiber, dass sie nlcht aia Olderminncr des Hofes geloost wurden. 'Sie, die Olderminner, 

Weisesten ctc. hatten im „gemeineu Steven" (Versatnrolung) dic Aeltesten dcs Hofes befragt, 

ob ' es durch Gewohhheit bergebradit sei, dass ale (die Rigenser) zu Olderminnern ange- 

nommen werden , und darauf aur Antwort erhaltea , es seien nie Rigenser so Oidermiimern 

ernannt worden. Uebrlgens unterwerfen sie sich gans der Entscheidung LiibecVs und Goth- 

Und'a. — Schliesslich klageu sie ttber viele Belistigungen von Seiten der Russen, dass sie 

n.mentlich die Kraft der Urkonden brechen und die Kfeuskussung nicht halten und bitten 

um Rath und Hiilfe. 

Nach der Urschrift auf Perg. io dems. Archiv abgedr. bei t>. Sartoriu$' Lappenberg II, 221 Nr. 
CV uod lm Llvl. U.B. Nr. CMVIl. Nacb der Hand.chrift selxt •>. Sartoriut ilie.es Scbreibeo lo 
die sweite Hllfie des 14. Jahrh. Nichl unwahrachrlolkh .tefai cs mll den Verhandlungea im Zo>' 
aammenhange, welche im Seplhr. 1373 su Nowgorod gepflogen wurden. S. unlen die belreffende Rege*le. 

O. J. 1075. Die Aeitesten , Weisesten und die gemeinen Deutschen Kauflente su Nowgorod 

•ebreiben an den Ddrpfschen Rath : Es aind hier Laken sum Verkauf aosgestelit worflen, die 

inPoperingen nach Art derer von Valenciennes gemacht sliid ete. Wer solche Laken 

hierher fuhren will , thue ea auf seine Gefahr (evertture) ; wenn Jemand daddrch Scbaden 

leidet, ao wird sicb der gemeine Kaufmann damit nicht befassen ; und kime der getneine 

Kaufmann dadurch in Schadeo, ao wird er sich an denjenigen halten, der die Laken bierhef 

fiihrte. Solcber Sthade ist aber su befirchten, da die Russen bereite von der Saehe aprechen. 

Der gemeine Kaufmann hst in einem „gemeiuen Steven»' unter Vorbchalt der Genehmiguug der 

Stidfe beschlbssen, dass von Ostern an Niemand, der in St. Peters Recbte sein will", (der- 

gtefchen) Ltken herfQhren aollc, weder nach Riga, noch nsch Dorpst, noch nach Revtl, Fellin, 

Gothland odef sonst su den Russen ; wer dagegen bandelt, verwirkt die Waare und iiberdiea 

lOMaik Silb. an den Hof so Nowgorod, su St Peters Behur. 

Nach einem Pergamentblalt in dem». Archlr abgedr. bet t». Sartoriut Lappevbeiy II, 222 Rr. 
CVI und im Livl. U.B. Nr. CMVIU. Ueber die Zeiibestimmung s. v. Surtoriui I. c. 

O.J.O.T. 1076. Der Rath der Stadt Rostock schreibt an den Lirlirid. O. M. Gotwm von He- 

rike: Ala ror Kursem ein Lombarde nach Nowgorod gekommen, hitten die Vorsteher des 

dortigen DeuUchen Hofes demselben — auf Grundlage der dort geltenden Gesetse und Pri- 

vileglen, und der mit den Russen getrofTenen Abmachungen — den Aufeutbalt daselbst ver- 

boteu, und «ich geweigert, ibn in die Gemeinschaft der Kaufleute sufsunehnen, indem 

in dlese seit jeber Niemand •ufgenommen werden darf, der nicht sur Hansa der Desitsct.cn 

Kauflente gehorl. D«fir babe, wie der Rostocker Rath vernommen, der O.M. einige Deut- 



Digitized by Google 



* •ehe Kaufleote der Hansa ■elnen Unwillen fflhlen (angsriaveritio) uud sie verhaften lassen. Um 1350. 
Da nun diese Ktnfleute dem Lombarden weder iu den Landen des O.M., nocb au«ser denselben 
Ckwalt oder Unrecht zugefiigt, aondern isMNowgorod, wo ihr Recht gilt, nur guthan babeu, 
waa eie rechtlich thun roussten, ao bitte der Roatoeker Rath den O.M., er moge seine etwa 
verhafteten Mitburger oder andere Kaufleute wieder auf freicu Fuss aetaen und dem (ge- 
meinen) Kaufmann gestatten, aich der alt hergebrachten Rechte und Priviiegien zu erfreuee. 

Nach dem Coneept aof Perg. im Rostoeker Ralhsarchiv abgedr. bel e. Sartoriut - Lappmbero 
H, 391 Nr. CLXI, c, ond darnach | m LivL UB. Nr. CMIX. Goncin von Herike war OrdentmeUter ' 
in den Jahren 1345-1380. 

1077. Der Rath zu Reval echreibt au den Wisbv'*chen : Er habe suverlassig erf.hren, Q.J...T. 

dast der Wiaby'ache Rath den achten Pfennig.vpn allen Gulern, welche in W»*hv Revarschen 

Burgern darch Krbrtcht zngefaUen, eropfange und inruckhalte , waa sonst in keiuer SUdt 

gpfordert werde. Er bilte daber drjngend, roit den Revaler Biirgern so zu verfahren, ,,wje 

aer Wisbj'sche Rath wfioacht, ,d*ss mR s^Onen Burgern in Reval verfahrcn „werde. 

Aos dem «lt«»ieD Denkelbucbe de. Revaler BathaarcJiiva S. 66 abgedr. im U-B,,Nr. CMX. ,pie 
Zeilbesllmroung des uodatirlen Schreibena lat au» dessen Slelluog tn dem Denkelbucbe bergenommeu. 

»1078. Derselbo achreibt an deu WUbv'acb«n Rsth : Es ial vor uns cmbiencn unscr 0, J. o. : T. 

Mitbfirger Goscalk Stalbiter roit der Anseige, daaa er Eure Mitburger in unserer Stadt nnd 

QBserem Hafen arretiren wolle. Aus Liebe zu Euch haben wir ihn davon abgehallen, sumsl * 

Enre gedachten Bfirger im Begrifl* waren, abzusegeln. Wlr bitten Euch jedoch, dem Goscalk 

Stalbiter freundschaftlich behulflich zu scin, dass ihm Alles, was ihm in Eurer Stadt durch 

Erbrecht zugefallen, verabfolgt werde. (Der Schluss scheint eine Drohung iu enthalten, ist 

jedoch schwer verstandlich). 

Aut dems. Deokelbuche S. 67 abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMXI. Wegen der Zeitbettimmuag 
gilt datselbe, wat aur vorlgen Regetie 1077 nngegeben wordeo. 

1079. Der Rath su Wisby antwortet hierauf : Untcr unscrer Obhut odcr bei uns baben 0. J 
wir nichU, wss, unsere* Wissens, dem Goscalk Stalbiter sugehort. Wisaet demnach, dasa, 

ais Goscalk im vorigen Jahre hier war, vor uns in seiner Gegenwart und roit seiner Einwilli- 
gung seiner Schwester, der Jungfrsu Margarethe, einige unserer Mitbiirger zu Vorrafindern 
bestellt wurden, da genannter Goscalk dem hier belegenen Verrodgcn seiner Schwester nicbt 
lOCatehen konnte, wcil er nicbl unaer Mitburger ist. Ueberdies wisset, dass, .uuserem Rechte 
nach, jener Gotcalk seine Mutter ehentowenig, sls sonat Jemand aeine uoch iebenden Ver- 
«andtcu tbeerbeu (exherediUre) kapn. D*her wplleii wir die in upserer Stadt und der Um- 
gegeud belegeneu Guter seiner Schwester, nach dereo Tode, demjcnigen zuerkenpen, der sjch 
dann nachuuserem Reeht ala jhr Brbe suswetsen wird. Auch schreibt Ihr uns, dass aie da* 
ibriga ton unseru Bfirgero dureh BechUswang (per *trepi,um Juria) erringen wcdJen. Wlr 
bitten Euch jedoch. unsere Milburger unter dem Vorwande unaerer Reehtspflege nicht be|i- 
•tigeu su latsen. Deun waa wir nach Kurem Recht verhandelt erkannt habcn, ubex das hin- 
a«s durfen wir keinesweges urthetlen. 

Nacb dem Orig. auf Perg. im Revaler Rathaarcfaiv abgedr. im Livl . U.B. Nr. OMXII. 

1080. Bruder Boot, Vicecomthur des Ilausea Wittenstein, meldet dem Revaler R»th: o J. u r 
Oer Fleischer (curnifev) Conred, nnaer Burger, ist von Eorem Bflrger, Numena Satte, arretir 




■ 



Vm 1350. worden, wegen einiger Gttter, welche Bruder Godekinut, einst Voigt ron Je 

Conrad mit Beschlag belegt, wegen eines Eicestes des gedachten Saste. Wir 

Sach daher den Satte su veranlassen nnd reap. su swingcn, nach Wittenstein su 

kommeu, ond uns Tor Gericht iber die ihm Torsnlegenden Gegenstinde su antworten; den 

Conrad aber freien Weges geheu su lassen, da das fragliche Geld nicht in teiuer, sondem 

in unaerer Gewalt ist. 

.V.L-h dem Orlg. auf Perg. im Revaler Rathtarchiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMXIII. Dtr Aua- 
ateller dieaea uDdailrten Schreibena itt ohne Zweifel dersrlbe Bemhard Booi, der in den Jaliren 
1330 und 51 alt Vicecomthur voo ReTal, und im J. 1359 ala Procurator d«« Ordena bei der R5mi- 
acben Curie vorkomml. 

0. J. o. T. 1081. Tidemann Malcho, Gerhard von Bremen, Helmich Brunet, Zoreget Vickinchuten 

ond Albert Vertchuiet bitten den Revaler Ratb, daa ron Johann von Bremen geatiftete Al- 
mosen (Reg. 963) dem Vorseiger dieses, Johann Nigenhu$en, su Terleihen, weil keiner von 
den Bewerberu niher Terwandt und irmer ist, als er, und der Johann, dem die Vicarie ana- 
gesahlt iiit (Reg. 1002?). SchHesallch wird bemerkt, dass dies Schreiben in Gegenwart Ger- 
harite von Bremen und mit setner Zuatimmung ausgefertigt ist, der aber kein eigenes Siegel 

Dat mit 4 Slegelo Tersebene Original auf Perg. im Reraler Rathtarchiv ; daraach abgedr. im 
LItI. U.B. Nr. CMXIV. Da Tidemann Malcho oder Malchotc. \nx J. 1347 erw&bnt wird (Reg. 
und 1045), so Ut dieae Urkunde etwa in diete Zeil zu 



O.J.tt.T, 1082. Tidemann von Malchowe, ausserhalb der Mauern der Stadt Dorpat wohnhaft, 

bekennt fiir eine Jongfrau, Namens Gertrud, Schwester der Margarelha, Wittwe des Heinrich 

Klot, 60 Mark Rig. Tom Revaler Rath baar empfangcn und in Gegenwart sweier Glieder 

des Dorpfschen Rathet gedachter Jungfrau ausgesahlt su haben. 

Nach dem Orlg. aef.Perg. in dems. ArchiT abgedr. Im U-B. Nr. CMXV. Ueber dle Zeltbettim- 
mung gill dattelbe, wie fHr die vorbergebende Regette 1061. 

0. J. u T 1083. Demnsch die Domhcrren (su Riga) Stakelberg in Anspruch nehmen wegen einer 

ewigen Vicarie, und die Vicarien geiallich sind und die Domherren es beseugen woilen mlt 
Vicaren, die auch geistlich siixl ; mdgen die Domherren es beweisen mit Briefen und Siegeln, 
dasa die Vicarie ewig und ln einein Landgut gehdrig veraicbert (bewisset) ist, so soll die 
Vicaric ewig bleiben. 

Von einem Blatt Papier, welches In dem Originalcodex det alten (tog. Oelricht'tchen) Rigitchen 
Sudtrechtt lag, abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMXVI. Nach d«n SchriftsBgen gehort diese, wahrschein- 
Udi von dem Rigitchen Rathe herrBhrende Enttcheidung in die Mltle des 14. Jabrh. 

O.J.o.T. «084. Polgendes ist (von den Kimmerern su Reval?) eusgelegt ftir den Kdnig von 
Schweden : dem Gottfried hange 6 Mark Pfeunige ond 2 Artige fur 4 Fiaschen (lagenas) Bier 
mit Holz (cum lignis). Hermann, dem Bicker, 5 Mark Pfeun., weniger 20 Lubische Pfenn., 
fur 280 Brodte, genannt Zemolen (Scmmelnl); dem verstorb. Schmied JSrieh 4 Mark Pfenn. 
fur 3 Fl. Bier mit Hols ; der Frao Vettettche 5 Mark Pf. und 5 ArL fur 4 Fl. Bier mit 
Hots. Elfinchusen 7 MarkPf. f&r 5 Fl. Bier mil Hols; dem Badstober (r* atupenator ?) Rag- 
vatd 12 Ocr fur Fraclit; 16 Oer dem Mentechen fiir Fracht; 8 einem Esthen fttr einen 
Wagen und 20 Oer fdr Fracht. 

Aus dem Shealen IJenkelbuche des ReTsler Rathet abgedr. im UfL U.B. Nr. CMXVU. 

O.J. 1088. Gerhard Schutte, Voigt to« Abo, bittet den ReTaler Rath, dem 



Digitized by Google 



dieses, Olaus Hermannson, Diencr (famnlus) des Kdnigs von Schweden, behulflich su sein Uia (350. 

bei der Beitreibnng \on 18 Mark Pf. Schwed. Muuze, dic er ron dein Jusse, Sohn des Lau- 

rtntius Histhuus aus Abo, der in Revil sich aufhalt, zn fordern hat. 

Nach dem Orig. auf Pcrg. im Revaier Rathsarcbiv abgedr. im U.B. Nr. CMXVIII. Oer Auccteller 
Ul ohne Zweifel dercelbe, der io den Rejt- 1034, 1068 und 1069 unter dern Naiucii Scytta vorkommt. 

1068. Gerichin Skytte bittet den Revaler Rath, das Schifl*, welches Kruse inne hat, o. J. 

da es dem Konige von Schweden gehort, bls auf Weiteres civilrechtlich mit Beschlag zu 

belegen, dem Kruse nicht su gestatten, dass er das Schiff versussere, odcr irgendwohin damit 

segele, die Schiflstsue und iibrigen Pertinentien aber in Verwahr zu nehmen. 

.Nach dein Originat auf Papier in dem*. Arcbiv abgedr. im U.B. Nr. CMXIX. Auch der Aus. 
ateller dieaes mit keiner Jahrzabl versebenen Schreibens kann mit dem ebengedacblen (Reg. 1085), 
ungeacblcl dea elwas abweicbenden, Vornamens, identUch sein ; ohacbon Ireilicb dem Linneopapier, 
worauf der Brief geschrieben, kein so hobes Aller zugeachrieben werden diirfie, da es mioder dick 
uod grob Ut, ala die glcichseiligen in demselben Arcbiv beGndlicben Papierproben. 

1087. Sigismund Petersson, Prafect von Wibnrg, bittet dcn Revaler Rath, ihm zn den O.J.o.T. 
10 Mark Silb. m verhelfen, die ihm der RevaPsche Biirger Brendechin Bode aus einer Biirg- 

•chaft ochuldet, die schon am vergangenen Jacobitage fillig waren, uud mit dencn er den 
Conrad von Reen befriedigen will. 

Nach dem Orig. anf Perg. in dems. Archiv abgedr. im U.B. Nr. CMXX. Nacb den ScfariftsQgen 
Ut dles Scbreibsn in diese Zeil etwa zu setsen. 

1088. Rangwald Goslaesson, Voigt von Nyland, schreibt an den Revaler Rslh : Hind- O. J. 
diin, gen. Dirchraestat , der mir 12 Oer Pfeniiige schuldig war, hat Nyland verlassen ohne 

neine Erlaubniss und ohne micli bezshlt zu haben ; daher habe ich einen ibm gehdrigen 
Anker znriickgehalten und einem Manue in Verwahr gegebeu, der ihn, bevor ich besahlt sei, 
tn Memand ausliefens (assignarej solllc. Hiernach hat jener Hincichin den gedachten Anker, 
der mit vollem Recht wegen der Schuld zuriickbehalten war, dem Vorzciger dfeses, Johann 
AUegalti verkauft und mit Unrecht von dem Johann die Pfindung (? inpignoratio ?) fiir jenen 
Aoker angenommen (?.j. Daher bitte ich Ench, dem genannten Vorieiger dieses, Johann, in 
iieser Sache von obgedachtem Hincichin Recht zu verschaffen, und es anzuordnen, dass Jo- 
kann mit dem Anker nichts vornehmen diirfe. 

Nacb dem Orlg. auf Perg. im Revaler Rathsarchiv abgedr. Im U.B. Nr. CMXXI.- Sollie der 
hier erwfihntc llincichin nicht eiwa derselbe sein, der in der Reg. 1054 vorkommtT — wo. er freU 
licb einen andern Zunamen bal. Den Schriflztlgen narh scheint das Schreiben in diese Zeil sn 
gehdren. Der Aussleller, Rangwald, kommt in der nachsifolgenden Urkunde (Reg. 1069) ontei 
den Zengen vor. 

1089. Ernwastus, Pfarrer in Kirknislaet (in Njiand), nnd die Eingepfarrten des Klrch- O. J. ■. T. 
ipiels cchreiben an den Revarscheu Rath : Wir haben Euren Brief erhalten, in welchem Ihr 

uns ermahnt, den Johann Clippiator, Euren Milburger, wenn wir ihm etwas schuldig seien, 
su befriedigen, wenn nicht, Euch dsriiber Mittheilung zu mschen. Hierauf antworten wir, 
dsss wif dem Johann gar nichts schuldig sind. Er aber hat ohne unser Wissen es gewsgt, 
ein Bild dea heil. Olaus in unserer Kirche aufzustellen, und verlangte, als er wegreiste, das- 
selbe zuriick. Die Vormiinder der Kirche verweigern es ihm jedoch, bis er der Kirche eine 
Mark Pfcnnige Schwed. Miinze bezahlt, weiche er wahrhaft schnldig ist. Cebrigens hat jener 
Jokam nicht nur uns mit Schmiihworten entehrt, aondern er hilt auch nnsere Leute, dic zu 
Eocfa mit Waaren legeln, inrock und arrestirt sie, da wir doch bei Gott fiber jenes Heiligen- 



142 

fjm 1330. hild nie mit ihm fiberelngekommen, noch tibercitizukoramen beabslchtigen. Daher bitten wlr 
Euch, daaa Ihr ihn jon solchem Vorhaben abhaltet ; er aber mag, gobald cr das der Kirche 
aehuldige Geld bezahlt hat, sein Heiligenbild hinbringen, wohin er will.. 

Nach dem Orig. eof Perg. im Revaler Ralhsarcblv abgedr. Im Llvl. U.R. Nr. CMXXII. De» 
' Schrirtiugen narh gehort dleser Rrief in dlcse Zeit. Vergl. auch die Anm. zur Reg. 1098. 

i 

Anhang. 

I. Ausziiffe au dem alteslen Denkelbuehe de» Bovai'»chen Bathea. 

Das Revaler RHthsarchiv bewahrl ein sog. Denkelbuch, bestehend aus 58 Pergamrntblattern in Se- 
dezformat, welches, ohne alle, selbst chronologisolie. Ordnung, in bunteater Reibenfolge, eioe Menge Notisen 
enlb&lt, welche dle atldtischen VerhHttniMe in der eraten Hllfle des 14. JahrhunderU — zum Theil 
elnige Jahre darlber hinaus — betrefen, autserdrm mehrere Copien voo Urknnden nnd Rriefscbaften. 
Dieae letztern »ind in das Urkundenbucb bereits am enlsprecbenden Orte aofgenommen wordep (a. B. 
Reg. I0O4, 1044, 60, 71, 77, 78. 84); der ilbrige Inhalt ist — weil bei dar Einreihung in die cbronolo|isch« 
Ordnung die kurten zusammengehiSrigep Nolfzen iu sebr auseinander gerissen tvorden wareu, — In daa 
Urkundenbncb, uoter einzelne Hauplrubrikea rerlheilt, an dieser Sielle anhangsweise aufgenoaimen. Dieae 
Rubriken sind: 

1090. Bcsetzuog dcs Revai'.cbeu Rathes in den Jahren 1333-35, 1340-69, 1373 uud 

74, f r jedes dieser Jahre einieln. Man crtieht aus dieaen Verieichnissen, dass derseit in 

Reval, wie anch in Lubeck der.Fall war, die Glieder des Hathes ein Jabr um daa andere 

fungirten ; der abgetretene Kath wurde der alte Ralh genannt, der fungirende dagegen hiess 

der neue oder der sitaende Rath. Die Bcstimmung daruber, welche Glieder das nichste 

Jahr sitsen sollten, geschah am zweiten Sonntag nach St. Mfchaelis. 

In das U.B. Nr. CMXXIII slnd dleae Vertekfaoisse volUllndig aufsenomtnen. Vergl. nocfc W. 
Arndt ia ». Bungt t Arcbiv III, 57 fgg. 

1091. Nolisen aus den Protocollen der Wedde zu Revah Regiater von Strafen an 
Gelde, an Bier und Wein, fur versehirdene nur zum Theil naher beselchnete Kxcease, aoa 
den Jahren 1333-1350. 

Abdr. im Livl. U.B. Nr. CMXXIV. 

1092. Verzelchnlsse derer, welche in den Jahren 1337 und 1341 fiir das Biirgerrecht 
(concivium) in Reval sahlen mussten. 

Im Uti U.B. Nr. CMXXV. 

1093. Verscichnisse derjenigen. (Burger), welche den Grundsina (census pro areis) am 
St, Thomasabend entrichtet haben, fur die Jahre 1333, 34, 37 und 41. 
Abgedr. im U.B. Nr. CMXXVI. 

1094. Notisen fibcr den Rathsweinkeller in Reval : Verzeichniss der Personen, welche 
im Rathskeller Wein gelagert. 

Abgedr. im U.B. Nr. CMXXVll. 

1095. Nolizen iiber die Einkiiiifte aus den Staritmuhlen in Reval in den Jahren 1349— 
63. Diese Kinkilnfle scheinen groasteutheils einselnen Rathsgliedern, namenllich den Kam- 
merern, uberlassen gewesen zu sein. Die sog. obcrste Miihle wurde im J. 1350 fiinf Backern 
auf fiinf Jahre verpachtet, welche dafiir jahrlich 3 Latt harten Korna auf das kleinere Schloss, 
eine halbe Last dem Rathsherrn Wennmar Holloger, und der SUdl ein fettea Schwein lie- 



iyiu<_< 



>ogle 



143 

fern montet. Beide Theile verpflichten «ich, falls sie den Vertrag aufauhebm wuatehen, xm Vm 1350. 



Theila aus dem allesten Deokelburh, theilt aui dem 
des Revaler Raihs abgedr. Irn U.B. Nr. CMXXVIII. 

1096. Verzeichniss der Fleischer in Reval, und des Zinscs, den sie der Sttdt fQr die 
Fleischbinke gesahlt, f&r die Jahre 1334, 38 nnd 40. Um diese Fleischbinke wurde unter 
den Fleiachern geioost. 

Aus dem allesten Denkelburh abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMXXIX. 

1097. Verieichniss der Steinbrecher in Reval, und der von ihnen an Stelle des Scbesses 
(tallinm) gelleferten Stelne fur die Jahre 1333, 40 und 49. 

Ebendaher gedr. ira U.B Nr. CMXXX. 

1098. Verschiedenc Notiten Qber 1) gezahltrn und echuldigen Grundzins, 2) eine vom 
Rsthe vermiethete Bude (boda) ; 3—5) Abgsben fur das Sieden von Seehundathran (pecunia 
de foca*.>, pro crematione focae) ; 6 und 7) Lieferung von Mortel nnd Slelnen ; 8) Frohnen, 
welche die Wasserfuiirer (aquaeductores) der Stadt beim Heumahen, vier Tage jahrlich, zu 
leisten haben ; 9) iiber abgeschlossene Ehen, woffir, wie es scheint, der Sudt eine Abgabe 
geiahlt wnrde; 10) iiber Schuldverhaitnissc der Sttdt ; 11) Darbringungen zum Besten der 
Siadt; 12) Bestimmungen uber Kriegsriistungen. 

Ebendaher im U.B. Nr. CMXXXI. 

II .luv/.iit-r aus dem Sltesten Pfand- oder Oberatadtbuehe 

deM Reval'»ehen Rathes. 

Das alteste aog. Pfandbuch des Revafschen Rathrs ieii|sprecbeml dem Oberstadtbuche des LdMschen 
Rathesj besteht aus ifi PergameniblUltern in Quartformat, beginnt mit dem Jahre 1312 und reicbt bis zum J. 
1960. Es entbalt in chroDologischer Reibenfolge elne grosse Zabl sog. Ins< ripiionen, d b. AufzelchouQgea 
flber RechtsgescbHfte aller Art unler Privatpersouen , vor Allem kitufe und VerkSufe von Immobilien, 
Pfandf- and Renlenbestellungen , Servitoten, Mieth- und andere VerlrSge, vorraiinJscbaftliche VeihSltnisfe, 
Erbthetlungen, lelstwilllge Verfugungen u. s. w. Hln und wieder flnden*sirb aber darunter aurb Beschllate 
oder sog. WillKllren des ReValer Ralbet, so wie Nolizen Hber dffenlliche, da* StHdtewesen betreffende 
Verhaltnisse. Diete WillkBren und lelztgedachleo Notizen tind in dat U.B. betondert, und zwar vollttiindig 
aufgenommen, und, wie die abntichen ISollzen aus dem iilieslen Denkelbuche, in einer Znsaroraenstetluag 
des Zosatnmengeb6rigen. Zuleizt tiad aut den Privalinacriplionen Auaziige det Wichligeren, gleichtam ala 
Probca, nnler eioer besondern Rubrik gegeben tvorden. 

1099 W illkQren des Bevaler Rathes : 1) Wenn ein Vorgeladener nicht vor beendeter 

Verhandlung der Sache (vor Gcricht) eracheint, so bu»at er einOer; bei einer dritten Ladung 

S Oer (im J. 1312). 2) Der Ralb beschlLesct mit der Geracinde, dssa, wer Hoehaeit hilt, 

mcht raetir einladen solle, ats zu 60 Schussetn (schutetlas), bei Strafe von 3 Mark Silb. zur 

Stadtmauer. Wenn eine Frau zur Niederkunft (ad puerperium) oder zum Kirchgange (ad 

iagressura ecclesiae) mehr als 12 Frauen einladet, M> bussl der Ehemann I Mark aur Stadt- 

naoer (im J. 1324). — 3) Rath und Gemein Je beschliessen : Wenn ein Bfirger wider seinen 

Mitbilrger klagen will, ao aoll er es durch Vermitlelung sriner MitbQrger und nicht Fremder, 

namenUich irgend welcher Vasallen, Uiun, bei Strafe von 3 Mark Silb. Big. (1326). — 

4) Wer in Buden Seehunde aiedet (focam cremaverit), giebt einen Ferding von jeder Last, 

und ao wie er die Seehnnde kauft, noss er aie mit den Thraa (cum lacrima, dicU fra») 



♦ ) Vergl. nbrlfen» IV. A*dt im Arcbiv III, 77 5 aber auch anlen Reg. 1099 Nr. 4. 



t 

■ 

Digitized by Google 



Ura »350. in die gcdachteji Buden bringen, und sowohl toiq Thran, als toiu Speck einen Ferding filr 
dic Last gebcn ; die Kininierer roiissen diese Bude bewacben, und ihnen ist das daraus flie- 
ssende Geld jihrlich abstilieferu (1341). — 8) Die Badstube (stupa) ausserhalb der SUdt 
muss der Stadt einc Mark Silb. und die Badstube neben St. Olaus 4 Mark Pfcnnige jihrlich 
m St. Michaelis sahlen, fur daa IIols und detisen Anfuhr (1342). — 6) Kin ganses Faas 
Flachs muss mlt dem Hols ein SchitTpfund wiegeu, ein halbes Fass eio % SchitTpfund (1353). 

Aus dem 8ltestcn PfaDdbuch S. 1 , 28 , 59, 75 83 und 128 abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMXXXII. 

Des Zusammenhanges wegen schliessen sich hicr an : 

1100. Andere Wiljkiiren des Reval'schen (aum Theil vielleicht auch des Lubeck'schen) 
Kathes : 1) Wer in einem GrundstGcke Renten hat, darf, wenn sie ihm uicht rechtseilig ent- 
richtet werden, das Grundstuck gleich einem anderen Pfande verfolgen. 2) Wer der Theil- 
nahme an eincm Todschlage bescliuldigt und dcsscn niclit uberwieaen wird, kann der Betchul- 
digung rait aeinera Eide eutgehcn. 3) Wenn Jemand den Andern vor Gericht beschuldigt 
und ihrer Beider Sacbe in ein Urtheii kommt, ao soll der Hauptmann (d. i. Sacheigner) den 
Vorsprecher aufgebcn und nicht der Vorsprecher den Hatiptmanu. 4) Erbloaes Gut soll man 
1—3 Jahr verwahren ; roeldet sich Nieroand, so wird es dcm Rathe ubergeben, in das SUdt- 
buch eingetragen und gehdrt der Stadt. — 5) Wenn Jemand behauptet, mit einer unbeschol- 
tenen Frau su thun gehabt su haben, und Solchcs sich als unwahr ergiebt, so hat er 40 Mark 
Silb. Tcrbrochen, wovon dic Frau swei Theile und das Gericht den dritten Theil erhilt.. 
Kann er nicht sahlen, so kommt er auf ein halbea Jahr in den Thurna bei Waaaer und Brod, 
darnach an den Schandpfahl (Kaak) und aus der Stadt. Indesa steht die Bepriifung dem 
Rathe su, weil an einem Manne wohl mehr Macht ist, als an cinem andern. — 6) Auf eige- 
ncm Bodeu darf jcdcr beliebig baucn, hatte scin Nachbar auch noch so viele Fenstcr nach 
seinem Hofe. — 7) Wer Jalir und Tag unangcsprochen im Besits eincs Tropfenfalls oder 
Wasserganges gewesen, verbleibt dabei. — 8) Tochter- und Sohneskinder sind niher sum 
Erbe, als Schwestern uud Briide». - 9) Ein mit Kindern hinterbllebener Wittwer darf in eincro 
Testaraent nur fiber die Halfte des Gntea Terfiigen, welches er rait der Frau susammen besessen. 
— 10) Ein Mantt, dcr keine Kinder vou seiner Frau hat, soll, wenn er ein Tcstament macht, 
aeiaer Frau aoviel geben, ala sie ihm eingebracht; waa cr mehr giebt, ateht in seinem Be- 
lieben. — II) Wer ein GrundatQck um aein baarcs Geld kauft, darf es, ohne irgend Jemandea 
Einsprache, vcrkaufen, wem er will. — 12) Wer Geld in eiuem Grundstiick hat, hat eln 
Nlhcrrccht auf dasselbe. 

Diesr WillkUren, neben noch 9 anderen, jQngeren, fmden ■lch als Anhang In elnem ln Reval 
gebrauehten Codex des Lubiscben Recfau, der mit dem ofliciellcn Codei (Reg. 530) im Weseallichesi 
Qbere instimmt. . S. dariiber Bunge i Quellen des Revaler Sl.-R. Vprr. S. XXIII fgg., wo auch die 
ge»ammten 21 Willkilren ahgedru.kt sind. In das U.B. Nr. CMXXXIII slnd nur die 12 erslen auf- 
genomraen, weil die folgenden etner ipaieren Zelt ihren Uraprung verdanken, indem namentlirh schon 
die Wlllkiiren 13 — 16 von' einer Hand geschrieben sind, wekhe unzweifelhaft elnem Secretaren 
des Reval'schen Ralhes «ngebflrt, dcr dieses Amt am Scblusse des 14. Jahrbuoderts bekleidele. 

1101. Verschiedene Notiscn iiber Schuldverbindlichkeiten der Stadt Rcval gegen Pri- 

vatperaonen etc. 

Aus dem Bltesten Pfandbuche ahgedr. im Livl. U.B. Nr. CMXXXlV. 

1102. Auswahl von Privatinscriplionen der verschiedcnaten Art, aus den Jahren 1312 

bia 1350, 238 an der Zahl. 

Au* demielben Buche im Livl. U.B. Nr. CMXXXV. 



1351. 

1109. Magnus, Konlg von Schweden und Norwegen, thut kond, daat er die Biirgcrmei- 

tter, Rathiherrea und Biirger Rigt't in seinen beaondern Frieden und Scbuti anrgenommen, 

10 oft aie seine Reiche beauchen and eine Legitimation des Lirlind. Ordensmeistera oder dea 

Comthnr* von Dunamunde bei aich haben. 

Nacb dem Orig. im Rig. Ratbtarchiv abgedr. in Ilupels neuen nord. MUcellan. I, 370, In La- 
gerbrings Swea rikca hlal. III, 414 und Im Livl. U.B. Nr. CMXXXVI. 

1104. Tilo Colner und Willekin Kegele erklaren einen verloren gegangenen Schuldbrief MSra 39. 
dea Corothars von Reval, da er beiahlt aei, fur kraftlos. 

Nach drm Orig. auf Perg. im Bevaler Rathtarchlv abgedr. Im Llvl. U.B. Nr. CMXXXVU. 
Dealacb in v. Bungs's Brlellade S. 40 Nr. 51. 

/ 1105. Heinrich Vredenbeke bekennt, daaa Heinrich Moor 4 Mark Silb. und 20 Oer, April 16. 
die er ihm laut Schuldvcrachreibung schuldig geweaeu, volittiiidig beiahlt, quittirt ihn darober 
and erkliirt die Schuldverachrcibung fiir machtlos. 

Nach dem Orig. in demt. Archlv abgedr. im Uvl. U.B. Nr. CMXXXVIII. 

1106. Bernhard Boos, Vicecomthur von Reval, bescheinlgt, dass der Revaler Rath auf j„nl 10. 
die 200 Mark Silb., die er dem Orden fur die Kriegsreisen und Malvcn achaldet, (abermala) 

50 Mark gexahlt habc und quittirt darubcr. S. oben Reg. 1065. 

Naeh dem Orig. auf Perg. in demt. Arcbiv abgedr. im Llvl. U.B. .V. CMXXXIX. 

1107. Johann, Ilenog von Meklenburg, erkennt an und bestitigt alie Briefe, welche Jali 33. 

tein Brader, Herxog Albrecht, dem Marquard vott Stove gegeben. 

IVach einer beglaob. NlederaKchs. Uebertetxung det Lateio. Originalt im Meklenbargitcben Haupt- 
arcbiv xa Scbwerln abgedr. io den Jahrbb. fflr Meklenburg. Getcblcbte XIV, 305 Nr. VIII, uod dar- 
nach im LtvL U. B. Nr. CMXL. Diese Urkunde bezieht aicb auf die Comihurei Krankow io 
Meklenburg, welche dem Livt. Orden gehfirte. Dle iiltern dieten Gegenttand betreffebden Urkundcn 
werden in dem Nachtrag zum Urkundenbuch geliefert werden. Vergl. uberbaupt 6'. E. F. Lisch 
in den Meklenhurg. Jahrbb. a. a. O. S. 20 fgg. und unten Reg. 1133, 35, 38 und 40. 

1108. Magnus, Kouig von Schweden, Norwegen und Schonen, thnt kaud, dati er, vom Splbr. 17. 
Pabite Clemens VI. daxu aufgcfordert, dci Erxbitchoft Fromhold von Riga sich anxunehmcn, 
gedtcbten Erxbitchof und dessen Kirche, mit den iibrigeu ihm untergebenen Kirchen und 
Geittlichen, in seinen beaondern Frieden und Schntx aufgenommen etc. 

Nach dem Orig. (dereintt im erxbitcbSO. Ardiiv zo Riga, Miltbl. III, 71 Nr. 83) abgedr. bel 
Dogiet V, 47 Nr. XL.Hl uad im Livl. U. B. Nr. CMXLI. 

1352. 

1353. 

1109. Wul/ard von Buren , Geistlicher der Paderborn'sclien Dioceie und ofleutlicher Mlra 7. 
Notar, tranatumirt die von dem Ordeutmeiiter Gosiein von Herike producirte Schenkunga- 
urkunde Mindowe'», Konigs von Litthauen, vom 7. Auguat 1259 (Reg. 383) : „Anno etc. mil- 

leiimo CCC quinquagesimo secundo, ind. quinta, Ciementit papae sexti anno decimo, 

memis Martil die st-ptima in domo habilationis suae (i. e. magittri Livoniae) In 

caitro Rigt-nti." Ali Zeugen werden am Schluaa aufgefuhrt: der Prior der Predigerbr&der 
und der Gardiaa der Minoriten, und die Knappeu (famoai famuli): Johann genannt Waken, 
Xicolaus gen. Somer, Goswin von Lamestorpe. 

Dat Orlg. auf Perg. im geb. Arcbiv xu Kftnigtbarg. Index Nr. 393. 

IM. Drk. lUg. M. T 



I 



1352- 1110. Der$elbe transsurairt die von demeelben O.M. prodocirte Urkunde Mindowe's 

Mar » 31 - Toro 12. Marz 1234 (Reg. 298): „Anno etc. roillesimo CCCL gecundo, ind. quinta, 

Clementit p. VI anno decimo, mensis Martii die ultima etc," «ie Nr. 1109. Auch dieselben 



en, niit Ausnahme dea vorletzten. 

Das Orig. auf Perg. ebendas. Index Nr. 394. 

April 15. 1111. Diedrich ffarmesdorp , Comthur su KcTal, thut kund, dass cr den Hof, welcher 

hinter dem steinernen Ilause belcgen, das er von Gott/ried Lange erworben, der Stadt Reval 
iiberlassen fflr die Steuern (tallea), die Wichter, und alle Laaten (angaria), Ungeld genannt, 
die von wegen des Hauaes zu leisten sind } fibrigcns unter der Bcdingung, dass die Stadt detu 
obgedachten Hause das Licht nicht benehrne. 

Nach dera Orig. auf Perg. im Reraler Rathsarcbfv ahgedr. im Livl. (J.U. Nr. CMXLII. 

Aug. 11. — Die toii Dogiel V, 48 in dieses Jahr gesetitc Bulle Innoceni'* VI. gehort ins J. 

1353. S. unten Reg. 111& 
Seplbr. 1112. Bruder Jacob, Bischof von Samland, urkuudet, dass er, auf Bitte des Bischofs 

24 - Ton Curland, demselben am Flusse Byledow bei dem Wirthshause (circa tabernam) sum 

... *. ...... *. «... a, r» „,.,.. „„a » r» u„ 8 . ^ 

nnter der Bedingung, dass das Haua, wenn es dem Bischof von Samlaud oder; den Seiaen 

hinderlich wfirde oder ihrem Willen tawider, wieder «bgetragen werden mfissc. 

Nach elner AJnkMA im geh. Archlv H Kimigsberg Mnd. Nr. 395) abgedr in den Milthll. VI, 
293 Nr. 26 und bn Llvl. U.B. Nr. CMXLIII. Der nicht genannte Carlind. Bischof war w..hl der 
Blscbof Johann, welcher nach Arndt II, 301 im J. 1353 abging, und — wle im Index a. a. 0. bemerkt 
wird — sirh wahrscfaeinlicb in die in der Urkumle genannte horhst romantische Gegend, lo der 
Nabe dea Preu»*Ucl.en Paradiese» luriirkiog, ura den Fehden, die er mit dem Comthur von Gol- 
diogrn halie, auf iinmer so entgehen. Vergl. auch Voigt V, 103. 

Octbr. 5. 1113. Jrlit Vollwort des Rigischcn Rathcs kaufcn die Brfldcr von dem Caland zn Biir- 

.gerrecht daa Haus, daa bei St. Johannia belegen ist, unter der Bedingung, dass tie dafflr 

Tollthun (d. I. an Abgaben und andern Lelatungen) gleich andern Burgern, t!ie ober- und un- 

terhalb besessen sind. Ferner solien tie oder ihre Nachkommcn mit ihren Siegeln diesen 

• Brief oder seinet gleichen besiegeln, wenn der Rath sie dazu auffordert. Wenn die Bruder 

des Calands sich dem Rathe widcrsetzen det Hausea wegen, so soll das Haus unentgeillich 

nod ohne Widerspruch an die Stadt fallen. Auch hat der Rath verfugt, dass die Briider, 

falls sie verarmten oder vertriebcn wiirden oder dergleichen, das genanute Haus der Sladt 

oder eiucm Bfirger nach Biirgerrccht verkaufen dflrftcn. Dess sum Bckciiutniss haben wlr 

(der Rig. Rath) einen diesem gleichen Brief gegeben unter dem Sicgcl unserer Stadt, Jeder 

(malik) dem Andern die Verabredung (vorwort) zu haltcn. Zum Zeugniss dieser Dinge haben 

wir roit Vorbedacht unscre Siegcl an diesen Bricf gehangcn : Herr Gerbert Berse, Hr. Johanne$ 

rott Ninegal, Hr. Bernd Witte, 1\t. Heinrich von Minten, Hr. Heinrich Leul, Hr. Heinrich 

Dobing, Hr. Ertmar Betpennig, Hr. Littolf Moring, Hr. Nicolaus von Ike$culle. 

Das Orig. auf Perg. befand sich in der Urkuodensammlung des Oberpaslors Lib. c. Bergmann 
(Index Nr. 306), spaler iin Besitz des Paxtor» llvrm. Trey. Abgedr. in llupeit neuen nord. Mi- 
1 scellao. XVII, 21 und im Livl. U.B. Nr. CMXUV. • Vergl. auch die Mon Livon. anl. IV, CLXXVIII Nr.67. 

Novbr. 6. 1114. Waldemar III., Konig der Danen, bekeont, nach Vollsiehung des Kauf- und 
Schenkungsvertrages iibcr dtt Hersogthum Esthland, von dem Hochmeister und den Brfidern 
des D. 0. fflr einige Giiter, dte dem Kiinige zti der Zeit, wo er das Herzogthura besast, 



Digitized by Google 



I 



147 

•ngef.llen, und fur einige ihm losteheade Schuldrorderungen (deblrlS, 3000 Goldgulden and 1353. 

100 Mark reinen Silbers empfingen in luben, nnd qnlttirt daruber, nnter Enlsagung ailer 

ferneren Anspruche anf diese nnd ihnliche Fordernngen fur aich nnd seine Nachkoramen. 

Nacb einer Ahsehrlft im grossen Urkondubuch de. geh. Orderisarchlva tu Kooigaberg (lodex 
Nr. 397) abgedr. in Brandis CoH. S. 88 Nr. 3« und im Livl. U.B. Nr. CMXLV. 

1115. „Der Ordenameiater Gotwin verfcauft der Stadt die heutigen beiden Gildeatuben, Novbr.18. 
die groaae, daa Haua von Munster, und die fcleine, das Haus von Sdat geuannt Der dar- 

iiber auagefertigte Brief ist am St. Eli8abet-Abend unterachrieben." 

Diese Nolis Gndet tick wdrtlicb *o bei Arndt U, 104. Die Urkunde in im Rigitchen Rathtarchiv 
nichl iii fioden. Vergl. uuien Reg. 1117. 

1353. 

1353. 

1116. Ea wird beiengt, diaa im J. 1353 zum Bau der St. Petri-Schule (in Riga) rer- 0 . T. 

auagabt aind 26 Mark Kig. von den Alrooseu, welche iu Eliren dei heil. Petrua dirgobncht worden. 

Von dem Origloal, elnem tog. ausgetrhnittenen Zettel von Pergament, copirt in BroUe'$ ayll. 
D, 112 und darnach im Livl. U.B. Nr. CMXLVl. 

1117. Bruder Goncin von Herike, Meister dei D. O. in Livland, thnt kund, dass er mit Febr. >. 
Rath und Einwilligung seiner beschcidenen Bruder, dem Ralhe und der ginzen Stidt Riga 

die beiden Stubcn, gcnannt von Mttnster und von Sost, in der Stadt Riga belegen, vor Zeiten 
dem Orden ila Ersati fttr eine beatimmte Geldaumme ubcrlisscn, fiir eine bestimmte Summe 
wieder luruckverkauft, und in ihre Hande mit vollem Eigenthum, welchei der Qrdcn bisher 
daran gehibt, frei und ginilich vcrlasaen (resignavimus), nachdem der Orden wegen des 
Geldes von ihnen vollstindige Befriedigung erhalten. 

Daa Orig. aufPerg. im Hig. Rathsarrhiv (Ind. Nr. 396) ; abgedr. in BupeFi neuen nord. MUcellan. 

1. 379 und im Llvl. U.B. Nr. CMXLVII. Auch dieter Urkuade gedenkl Arndt II, 104 im Zatam- 
menhange rnit der unter Nr. 1115 regiatrirten, betleht tie aber, wie et tcbelnl, nicht aof die Gilde- 
atubeo, aondern auf die Capelleo, deren eine der Jungfrau Maria, die andere dem beil. Johannet 
gcwldmet war. Dleaer Capellea wird in unaerer Urkunde (1117) gar nirht gedacbt; die Gildeatuben 

1 aelbat waren aber hCchtt wabrscheinllch den genannten lleillgen gewidmet, wle deon die kleine 
Glldc in Riga noch jeUt die St. Johannisgilde heistt, die groate Gilde frtther aber auch Mariengilde 
genaont wurde. Das gegenscitiga Vrrhiiltniss der beideo Urkuoden vom 18. Novbr. |352 nnd vom 

2. Febr. 1353 Ist acbwer aufsuklaren, da eratere nichl vollaUindlg vorlirgt ; vielleicbt entbielt dieae 
nor die vorlSufige Uebereinkunft uber die Einlosung : die rom J. 1353 aber worde bei Vollsiehung 
der Ucbergabe der beiden Sluben an die Stadt auagefertigt. Vergl. Ubrigens Monoov Livoo. ant. 
IV, CLXXIX Nr. 68. 

1118. Pabst Innocenz VI. schreibt an die Bischdfe von Westcrai (Arosiensis) , Linko- Anguatlt. 
ping und Oeael (? Oaloensia), nach einer ausflihrlichen Recapitulatibn dcr seit den Zciten 
Jokanria XXII. gepflogcncn Verhandinngen in der Streitiache zwischen dem D. O. und dem 
Eribtachof von Rigi (Reg. 769, «25, 876, 898): Ala beim Pabat Clemen* FI. der Eribiachof 
Kngelbert Ton neuem Klagen wider den Orden rorgebracht, und der Orden gleichxeitlg be- 
hauptete, Beachwerden wider den Knbischof zu hiben, habc der Pibst dem Bischof Peter ron 

Sabim nnd dem bereits fruher in dieser Angelegenheit thitig gewesenen Cirdimldiicon Ber- 
trand mundlich aufgctragen, die Parteien m verhoren und ilim daruber iu berichten. ISoch 
ehe dieie Commisairien elnen Scbrltt In der Siche gethan, hibe Enbischof Sngetberl deta 
Pabat Clemen» VI. eiue nochmalige Darstellung der Gewiltthitigkeiten dei Ordeni wider den 
Enbiscbof und die Stadt Rigi iibergeben, and einen nochmiligen Auftrag an die beideu ge- 

T 



« 



Digitized by Google 




1353. nannten Prilaten erwtrk# Von diesen PriUten ael jedoch der Cardlnal Bertrand bald d.rauf 
gpstorben, und zn aeinem Nachfolger Galhard (in einer spitern Urkunde Gelardu» de Mora), 
Cardinaldiacon ior h. Lucia in Cilia, ernannt worden. Vor ihm und dem Biachof Peter hitten 
nunmehr die Procoratoren beider Parteien ibre Beweise und Gegenbeweise vorgebracht und 
daruber discutirt, als auch der Bischof Peter mit Tode abging, an deasen Stelle auf Anord- 
nung Clemem' FL Wilhelm, Cardinalpriester vom Titel dea h. Stephan auf dem Mona Celioa 
trat, bald darauf jedocb, aus gewiasen Grfinden, dnrch Egidiue, Cardinalprieater vom Titel 
des h. Clemens ersetst wurde. Endlich, nach dem Hinscheiden des Pabstes Clemena VL, 
habe er, Pabst Innocen* VI., den gedachten Cardinilen Egidius und Ga)hard aufgetragen, 
ihm Qber den Sachverhalt zu berichtcn. Nachdem nunmehr im Consistorium , in Gegenwart 
des Pabatea, der Eribischof Fromhold von Riga und der Ordcneprocorator Helimch Rove 
dnrch die gedachten Cardinile eine vollstandige Relation in der Sache ubcrgeben, trage er, 
der Pabat, dcn Eingangs gedachten Prilaten bei Strafe der Excomraunicallon auf, dasa ale, 
oder zwei oder einer von ihnen, sich persdnlich ^iach Riga begeben, diese Stadt, da der Orden 
dieselbe nach und entgegen deti an ihn crgangenen Veraoten und Befehlen eingenommen, 
Naroens des apostolischen Stuhls und fur denaelben in Bcsitz nehmen, uttd dcmnichst die Ent- 
Scheidungen Pabst Johann'$ XXII. (Reg. 825) und der Cardinile Jacob und JBertrand (Reg. 
898), aobald sie deshalb angcgangen werden, vollsiehen, so weit dies noch nicht geschehen, 
die Widersetzlichen dnrch geistliche Strafen zwingen, und ihnen eincu peremtorischen Termin 
atellen, in welchem sie personlich odcr — weno es Collegien oder Corporalionen sind — durch 
Procoratoren vertreten vor dem apostolischen Sluhle zu erscheinen haben, sich deshalb za 
verantworten ; auch die Parleien wegen der obberuhrtcn und etwaniger neuer Fragen und Streit- 
punkte nach Moglichkeit friedlich zu vergleichen sucheu. Solite ihnen die Ileratellung des 
Friedena und der Eintracht nicht gclingen, so solleu sie dem Erzbischof, Probst, Ordensmei- 
•ter und Ordenamarschall einen Terroin aetzen, sich personlich, dem ersstiftlschen Capitel 
aber und dero Ordensconvent sich durch Procuratoren , die mit den ampclsten Vollmachten 
versehen s!nd, ini Consistorium vor dem Pabste eiuzufinden, ihre Privilegien und Documente 
mitzubringen, — namentlich in Betreff der Rechte auf die Stadt Riga und das Schloss Duna- 
munde, und der vom Orden pritendirten Exerotion ' von der Gerichtsbarkeit des Erzbiachofs 
nnd der Rigischen Kirche, — und dann abzuwarten und zu vernehmen, wat in allen dieaen 
Beziehuugen und hinsichtlich des von ihnen verschuldeten Uitgehorsams und soustiger Ezccsae 
Rechtena ergehen wird etc. Schlicaslich werden die Commissarien durch die^Exemtion von 
gewissen processualischen Regeln begunstigt etc. 

Nach dem Orig. (frBher im errhUcuiJtlich - Ri-I*rben Archiv: Mtthl. III, 71 \r. 83) ah-clr bel 
Dogid V, 48 Nr. XUV (unrichtig vom J. 1352 datirt), und danuch 1« Llvl. U.B. Nr. CMXLVIII. 

Octbr. ia 1119. Goswin von Herike, O. M., schenkt dem Prohst und den ubrigen Domherren der 
Curlandischen Kirche, nachdero dieselben bereits seit deu altesen Zeitcn >im Besitze der einen 
Ililfte der Aalwehre im Augerbach gewcsen , auch die andere, bisher dcm Orden gehorig 
gewesene Halfte derselben, zu Eigentbumsrecht. Im Uebrigen soll der Anger'sche Bacb, 
wie bieher, die Grinze zwischen den Besitzungen des Ordens und des Capitels bleiben. 

Nach einer Abschrift in einer Urkundensammlung de. 14. Jahrh. Im CurlHnd. Provlacialmoseum 
(lnd« Nr. 3347) abgedr. in den Mittbll. V, 343 Nr. 59 und im Livl. U.B. Nr. CMXLIX. 



Digitized by Google 



119 

■ 

l354 - 1354. 

1120. Schrt der Gesellscheft der Kaufleute — sewohl Giate ala Burger, — der nach- 0. T. 
mals sog. grossen Gilde m Riga, ron der Corporation aelbat verfasst, ursprOuglich aaa 57 
Artlkeln beatehend, tpiter mit mehreren Zusatiem(Art. 58-82) au Terachiedener Zeit, bia 

sum J. 1610, vermehrt. 

Da« Original, auf 16 PergameniblSltern !n Quartformat gescfarieben, Ira Arcfaiv der g rossen Gilde 
sa Rlga. Darnarh abgedr. iu den Monnm. Livon. ant. IV, CLXXIX Nr. 69 und la Llvl. U. B. V 
CML. In den Monnm. a. a. 0. (indet sicb aucb eine in demielben Arrhiv asaervirte Hocbdeulscbe 
Uebersetxung abgedruckl, welcbe der Aelterinann Tonniet FrSlich im J. 1610 anfertlgen latsen. 

1121. Carl IV., Rdmischer Ksiser, bestitigt — auf daa durch den an ihn delegirten j anr . 2. 
Chrittian cen Bintcelt, Comthur iu Cobleni, deshalb angebrtchte Geauch, — die Privilegien 

des DeuUchen Ordens, itisbcsondcre den dcmselbcn erlheillcn Gnadenbricf Kaiaers Fried- 

rick* II. vom April 1221, wodurch er aammtliche Besitiungen des Ordens in seinen besondern 

Schuti nimmt, dieselben toii allen Lasten und Abgaben eximirt, die Privilcgien dea Ordens 

beatitigt, und Allcn, die Lehen vom Reiche haben, gesUttet, solche dem Orden tu iibertra- 

gen, auch Alle, die den Orden in solcher Beiiehung belistigen, mit einer Strafe Ton 100 

Pfund reinen Goldes, halb lum Beatcn der Kaiserlichen Karomer, halb der Beleidigten, he- 

droht. Kaiser Carl bcfichlt allcn geiatlichen und weltltchen Ffirsten, .Grafcn, Vogten etc., 

Stadten o. s. w., solche Privilegien in beachten, bei Verluat ihrer eigenen, Rechte und Privi- 

legien und bei Strafe von 200 Mark Goldea etc. 

Nacb einem OriginaliranMiimt auf Perg. vom 1. Febr. 1355 im geh. Arcbiv su Konigsberg (Index 
Nr. 400) abgedr. im Livl. U.B. V. CMLI. 

1122. Margaretha von JBgclten, Aebliasin des Nonnenklosters su Reral, bekennt, dass Juni 14. 
•ie mit Genchmigung ihres ConvenU und ihres VoigU und Bruders Rolo, ihre bei der SUdt 
Reval belegene Miihle, nebst der Stauung (gurgea) und dem Wasseriufluss, den Wiesen, 
Weiden, Waldungen, Wiasern, Fischereien und allen iibrigen Reehten und Zubchorungen, 

«omit aie die Miihle besesseu, dem Revaler Rath iiun NuUen der SUdt ffir 40 Mark Siib. 
Rig. verkauft habe. 

Nach dem Orig. auf Perg. Im Revaler Ratbsarcblv abgedr. In t>. Bunges Quellen dea Rev. 
R. II, 116 Nr. 40 und im LIvl. U.B. Nr. CMLH. 

1123. Magnut, Bischof su Westeras, aur ErfQllung der pabstlichcu Bulle vom 12. August* Sptbr. 1». 
1553 (Rcg. 1118) in Riga angelangt, fordert, auf Bitte des Ersbischofa Fromhold, den D. 0. 

in Livland auf, binnen 30 Tagcn die Stadt Riga, mit dem daselbat belegenen Hause (d. I. 
Ordensschloss) und andern Befestigungen in dcr Stadt und deren Vorburgen, roit den dasn 
gehirigen Frfichten, Zinaen, Gerillcn und Rechten, dem Biscbof im Namcn des pibstiichen 
Stuhls aufiusagen und su ubcrgeben, bei Strafe der Excommunlcatiou und dea kirchlichen 



Nach einer sehr mangelhaften HochdeuUchen Ueberseizuog im geh. Arcbiv zu KOnigiberg (Indei 



Nr. 309; abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMLIil. 



1124. Dertelbe thut, mit Berufuug auf die pibatliche Bulle vom 12. August 1353 (Reg. Octbr. 33. 
1118) und seinen Erlaaa Tom 15. September d. J. (Reg. 1123), der gesammten Geiatlichkeit 
land, wie der Meister, Marschall, Gebietiger und Brfider des Ordens sich geweigcrt, den an 
•ie ergangenen Befehlcn, wegen Uebergabe Riga's, Folge su leiaten, tich rielmehr diesen An- 



Digitized by Google 



150 

1351 ordnnngen widenetit und roitliin die Excomnjbnicationisenteni verwirkt Er, Biichof 

Magntu, requirirt daher die gesammte Geistlictikeit, binnen sechs Tagen nach Empfang dieiei, 

wider den Meister, Marschall, die Gebietiger, Comthure, Vogte und andere Bearote und Brii- 

der des Ordens, 10 wie jegliche sonstige Widerspensige uud Begfinstiger des D. O., an den ein- 

telnen Sonn- und Festtagen in den Svnoden, Kirchen, und bei allen feierlichen Acten, nnter 

Glockengelinte, bei angeiiindeten und wieder au^geloschten Kerien, die Excoramonication 

feierlich ausmsprechen , und 10 verkfinden, dast ihr Clerui und ihr Volk, die Gemeinheiteu, 

Klrehenund Capellen, und alle sonstigen ihrem Rcchte unterliegenden Orte dem kirchlicheu 

Interdict unterworfen worden, so dass an diesen Orten, desgleicheu an andern, wo sie sich 

aufhalteD und drei Tage nach ihrem Abmge, keine Gottesdienstlichen Handlungen volliogcn 

werden dflrfen bei Strafe der Excomrounicatioii u. i. w. 

Naeb dem Orig. abgedr. bei Dogkt V, 53 Nr. XLV und darnacb im Livl. U. B. Nr. CMUV. 
1 Das Origlnal, und ausserdem eine xweile Kulle verwandten lohalls, lag derefnst im ersbiscbfifl.-Rigi- 
•chen Archive.: Miltbll. III, 71 V. 84 und 85. • 

Novbr.l». tl25. Goawin von Herike, O.M., transsumirt die I >k. des Hochmeisters Werner von 

Oraela, vom 25. Msi 1328, bctreffcnd die Abtretung Meroels an Prenssen ( Reg. 866;. D. d. 

Rigae, die Elisabeth MCCCLIV. 

BJm Abscbrift in lliHrnt Coll. I, 306; Index Nr. 3348. 

■ 

1555. 

1355. 

Febr. 1. 1126. Conrad, dcs Johannet laenbard Sohn, offcnliicher Notar etc. , tranasurairt die 

von Chrittian von BinsveU , Comthur des D. O. iu Cobleni, ihm zu dem Zweck iibergcbene 
Urkuude Kaiser CarV» iV. v. 2. Janr. 1354 (Reg. 1121). Dalirt : Anno incarn. Dom. MCCC 

qoinquagesimo quinto, indictione noua, pontificatoa — > — Innocentii papae VI. anno 

qoarto, prima die mensis Kebruarii etc, in camera infirmorum dominorum relig. virorum, do- 
minorum et fratrum Theutonicorum in Conlluentia etc. 

Das Orig. auf Perg. ira geh. Ordensarrhiv xu Kdnigsberg. Index Nr. 400. 

Febr. 31. 1127. Magnua, Bischof voti Wcsteris, thot allen Geistlichen kund, wle die von ihm 

fiber den Ordeu verhangte Excommunication etc. (Reg. 1124) auch dem Bischof Ludwig von 
Reval, Brnder de» D. O., insiuuirt worden, dieser aber, so wie der Decan, die Doraherren nnd 
das Capitel seiner Kirche, desgleichen die Gcistlichkeit der Stadt und Diiicese Reva.1, die Ex- 
cororaunication unbeachtet gelassen, dagegen appellirt und das Interdict wiederholt verletit» 
hatten. Er, Bischof Magnus, excomraunicire daher gedachten Bischof uebst dcn ilbrigen 
Widerspenstigen , belege sie mit dem Interdict etc, und trage allen Geistlichen auf, solcltes 
feierlich m verkiinden. 

Das Orig. auf Perg., frllher im allen erzbischfifl. Archiv (Millhl. III, 7'J Nr. 86), gegenwlrtig ln 
der Kaiserl. Bibliolhrk zu Sl. Petersburg ; ein — wie es scheint vielfach uagenauer — Abdruck in 
den Mltlbll. VI, 303 Nr. 2, und daroach im Livl. U.B. CMLV. 

Mlu t8. 1128. Wennemar Holloger, Hermann von der Kke und Applomea (Glieder dea Revaler 

Rathes) bescheinigen , dass in ihrer Gegenwart Lombrecht Coafelt bekannt, dasa Albtecht 
Coafelt ihm Rechenschaft abgelegt, woffir er ihm danke, und beide roit einander wegen der 
Versendung von 4'U Dutiend Pelzwcrk (iconwcrk) nach Gothland inm Verkauf iibereingekommcn. 
Nach dem Concej.t auf Papier im Revaler RatbsarcWv abgedr. im LIvl. U.B. Nr. CMLVI. 



igitized by Google 



1129. GoBtein von Herike, Meiaier D. 0. in Livland, verleiht der Stadt Goldtngen 1353. 

ein StickLandes, desaen Granzeii genauer beslimmt werden, und bestitigt der SUdt, wle der A P ril ^ 8 - 

Burgergeraeinde, deren Freiheiten etc. 

Nach der Abschrift eines Tranyiinit* in dem PriTilegium des ilerzog» Jacob von Curland vom 
24. Miirz 1645, in einer Sanimlung Curliindisrhrr Kerhuquellen in der Dorpater Unlversltats-Kiblio- 
thek„ abgedr. im LIvl. UB. Nr. CMLVII. Lelder ist die.er Test sebr incorrect und dadurch der In- 
halt nicbl vollkominen verstilndlicb^ 

1130. Fromhold, Erzb, von Riga, bcstitigt dcm Rigischen Domcapitel die Schenkungen Aug. 3. 
tler Dbrfer Jekeselle, Coltcselle und Langele und des Grundstucks des Liven Eppele 

dnrch Bischof Nicoians (Keg. 268), so wie des Schlosses und der Insel Dolen, nebst dem 
Lande Putilene in der Landschaft Uppemcle durch den Erzbischof Juhanne» II. (Reg. 
597 und 630), welche sie iiber 40 Jahr im ruhigen Besitz gehabt und noch haben. 

Nach dem Orig. anf Perg. in der Llllbauiscben Melrika belm Scnnt In St. Petersburg, frliber Im 
Rig. erzbiseboO. Archiv (Mitlhl. III, 72, Nr. 87), abgedr. im Livl. U. B. Nr. CMLVIII. FrOberer Ab- 
diuck, nacb einem Trans.urot vom 17. Aug. 1300, hei Dogiel V, 64 Nr. SLVML 

1131. Heinrich, Bischof Ton Dorpat, belehnt den Gerd von Edlenkerken mit dem Hofe Octbr. 18. 
iu Ikaver, welcher nach Friedrich BrakeVs Tode ofTen gewordcn, nach Mannrechte. Geg. 

auf dem bischdfl. Schloss zu Dorpat, im J. 1355, am T. St. Lucae des Evangellsten. 

Nach dew Nieilersiiih». Orig. auf Perg. in der hlllslferschen BrieOade augefiihrt in Gadebutchts 
Livl. Jahrbb. I, I, 453. Vergl. v. ttunges BrleOade S. 41 Nr. 52. 

1132. Albrecht, Ilerzog von Meklenburg, thut kund, dass Tor ihm Hermann von Wach~ Octbr. 21. 
kolt, Comthur zu Wismar, uber den Hof, die Dorfer und Giiter in Kranckowe, utid Jacob von 

Stove, Pfarrer zu St. Georg in Wismar, Briider des D. O. (confratres), dazu ermachligt dnrch 
eine Urkunde des Meislers D. O. zu Livland, Namens des Ordcns Marquard von Stove dem 
Aellern und dcsscn Erben dcn gedachlen Hof tuKranckow mit allen dazu gehorigen Gutern 
und Dorfern , in dea Herzogs Lande belegen , fiir 1000 Mark reinen Silbera, welche ihnen 
vollstaudig ausgezahlt worden, zu erb und eigen verkauft, namentlich die Dorfer Kranckow, 
Peterttorp, Qwale, Cimerstorp, Ilermenthagen, Gcbekendorp und 6 Hofe im 
Dorfe Vr e d eb er nchagen, mit allen Zubehorungen, Rechten und Gerechligkeiten , wie sie 
der Livlindische Ordensmeister, seine Comthure, Landmarschall, Bruder nnd ihre Vorfahren 
bisher heaettcn, wie tolches Alles in dem von dem Ordensmeitter dariiber ausgefertigten 
Briefe naher enthalten. Ilerzog Albrechi ratificirt und bcstaligt solchen Kauf und iibertragt 
suf den Marquard von Stove und dcssen Erben daa volle Elgeuthum des gedachten Hofea 
Krancko w etc, mit der hohen Genchtsbarkeit, zu Ilals und Hand, wie mit der uiedem etc, 
nnd verzichlct auf alle Rechte und Gerechtigkeiten, die er und seine Vorfahren darin genosten etc. 

Nacb mehreren vom Original genommenen heglnubigten Abschriflrn aua dem 16. Jabrb. Im geh. 
' Mrkli-nb. Archiv zu Schwerin ab S edr. In den Jabrbb. f. Heklenburg. Gescb. XIV, 206 Nr. IX uod 
im LivlBnd. U B. Nr. CMLIX. 

1133. Carl IV., Itomischer Kaiscr, bestatigt das von Kaiscr Friedrich II. dem D. O. Decbr 17. 
iin April 1221 rerliehene Prnilegiutu. Datum Nurenherg, anno Doro. MCCC quinquagesimo 

quinto, octava indictione, aedecimo talctidarum lauuarii, regnorum noslrorum anno decimo, 
imperii vcro priroo. • , 

Dieae Urk. ist anfgenommen in das vorn Kaiser Wrmel dem D. O. am 17. Octbr. 1383 ertheilla 
Privilegimn, wovon das geh. Arrhiv sn Kdnigsberg ein Transsnmt vom II. Jan. 1384 besiixt (Indez 
Nr. 442, wuselbst gegen die Echlheit der Urkunde Zwcifel erboben werden), uod welche. nach 



152 



1 355. Voigf* Cod. dlpl. IV, VI, sich abgednickt findet In DutUiiu , hlslor. ordln. Teoton. Selecta prrvll. 

p. 19. RistorUfh-diploraatiscber UBlerricbt and Deduction Nr. 18. Lunig'* DeuUcbes Reicbsarcblv 
P. apec. Cont. I, 15. Die Urkoode CarC$ IV. Ut, da sle nlchl» eotbalt, ala eine elntacbe wieder- 
bolle Besiatigung de* Privileginms Friedrich a II. vom April 1>1\, wekhes bereiU oben (Reg. 1131) 
mitgetbeilt wordeo, io daa U. B. nicbt aofgenoramen wordeo. 

1358. I 556. 

Janr.13. 1134t y ico i aug von Hagen (de Indagine) Prieater, bekennt, dass er, mit Einwilligunt; 

der Vorateher der Vicarie des verstorbenen Johanne$ Masche, dea Gitekin Sattler (Sellator) 
und Wicolaut Grdnink, ron dem RevaPschen Rathe 65 Mark Rig. Siib. empfangen, wclche 
Summe der gedachten , von Joh. Maiche in der St. Olai-Kirche m Reval gestifleten ewigen 
Vicarie gehort, — und begiebt sich, fiir sich und seine Nachfolger, in Betrcff der gedachten 
Samme, aller Anaprfiche an den Revaler Rath. * 

Nacb dem Orig. auf Perg. im Revaler Ralbsarcbiv gedr. im Llvl. U.B. Nr. CMLX. 

Janr. 29. U3S. Hermann von Hechelte, Bruder D. O., Comthur zu Kranckow und des Ilofes xu 
Wismax, uod Jacob von Stove, Priester iind Pfarrer zu St. Georg in Wlsmar, thun kund, 
dasa aie mit Wissen und Einwilligung des Meisters zu Liviand,, Gotvin von Jlerike , dem 
Rathe der Stadt Wismar dcn dem Orden in dieser Stadt gehorigen Hof, nebst Gebiuden 
und sonstigen Zubehorungcn, fur 420 Mark Liibische Silberpfennige verkauft; davon sind 20 
Mark empfangen, 400 Mark dagegen bleiben beim Rathe alehen, bis Meister Gotwin durch 
■eine Procuratoren oder Boten einen offenen, mit selnem und zweier Mitgebietiger Siegeln 
veraehenen Bricf nach Lfibeck sendet und dem Rathe vorzetgen lasst, in welchem dieaer 
Kaof des Hofes ratiflcirt iind bestatigt wird (Reg. 1138), mit dcr dem Rathe wegen des 
Hofea zu leistenden volieu Gewahr (warandia), auf Grundlage dcr von beiden Theilen aufge- 
setiten Notel. Nach Ankunft und Vorweisung des Briefcs sellcn obbezeichnetc 400 Msrk den 
Procnratoren und Boten des 0. M. Gotwin iti Lubeck ausgezahlt werden. Der dem Orden 
friiher fiber gedachten Hof vom Rathe erlhellt geweaene Brief wird endlich fur kraft- und 
machtlos erklirt. 

Nacb dem Orig. im Arcbiv der Sladl Wismar abgedr. in den Jabrbb. fiir Meklenburg. Geicbicbte 
XIV, 200 ,Nr. X, und darnacb im Livl. U. B. Nr. CMLXI. 

1 1 ' 1136. Uinke Coitalle bczeugt', dass er vor dem erzstiftischen Mannrichter Woldemar 

Roten das Drittheil, das er im Dorfe Creisdorp habe, den Herren Nicolau» von Titen- 
, Decan von Darpede, Engelbrecht und Bartholomdut v. Titenhuien, Rittern und Brfi- 
dern, fQr 20 Mark verkauft, mit Vorbehalt der Rechte des Bischofs etc. 

Das Orig. auf Perg. in der belm dritten Senatsdepartement asservlrlen Metrika (friiher im erzbi- 
scblifl. - RlgUcben Archiv: Millbll. III, 72 Nr. 88), eine lieglaubigle Absrbrift in der BriefUde des 
Grafen v. Tietenhausen zu Selll ; darnacb abgedr. im Livl. U. B. Nr, C.MLXIIj DeuUch in Bunge'* 
Brieflade S. 41 Nr. 53. Das Daluin Ut in Jer Abschrifi enislellt : „des negeslen dages ingeniave." 
VVeun es etwa Invocavit bedeuien soll, so ist die Urkunde vom 14. Miin su datiren. 

Aprll 27. *I37. Dcr Rath dcr Stadt Reval schreibt an die Wittwe dcs Rilters Steno Thuruon, 

ihr verstorbener Ehcmann sei dem Rathe, Kraft dcs dsrfiber ausgcsteillen Schuldbricfes (Reg. 
931), .16 Mark und 8 Oer schuldig. Daher habc er, der Rath, dcn Nicolaut von Arotia 
(Westcris?), Reval'schen Burger, ermachtigt, solches Geid zu heben, und bltte die gedachte 
Wittwe, ea derosclben auszuzahlen. 

Nach dem Orig. auf Prrg. Im Revaler Ralhsarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMLXlll. 



Digitized by Google 



1*3 

1138. Gowin von Herike, Meister des D. O. fn Llvland, bekennt, dais er auf den 1»«. 
Berlcht dee Pfarrere iu St. Georg in Wisnur, Jacob (von Stove), seioes Mitbrudere (confrm- Mai M - 
ter), — wie dereelbe in Gemeinschaft mit Hermann von Wechelte, gleichfalla dea 0. M. Mlt- 
brnder, Comthur iu Kraukowe und Wiamar, bci dcescn Lebiciten, den Hof des Ordena iu 
Wisnaar nebst Zubehbrnngen dem Rathe der Stadt Wismar ffir 420 Mark Lib. Silber- 
pfennige verkauft, — solchcn Verkaof deamittelst raliflcire und bestatige, beseugt, obige 
Kaufsumme richtig empfangen und mm Besten des Ordeus vcrwendet iu haben, auf die Kiu- 

rede des nicht geiahlteu Geidea und des Betrugea (doli malij und anderweitige Ausfliichte 

veriichtend, und gelobt dem Rathe iu Wismar, fur den gedachten, in eein Eigenthum uber- 

gehenden Hof, die GewShr iu leisten (warandare) u. s. w. Besiegeh vom O. M., dem Land- 

marschall Andrca» Stenberg, und dcm Voigt von Jerwen Helmich von Depenbeke {Depenbrok^. 

Nach dem Ortg. In> Archiv der Stadt WUmar abgedr. in den Jabrbb. f. Meklenburg. Ge.cblchte 
XI/, 212 Nr. XII. und darnacb im LivL U.B. Nr. CMLXIV. 

1139. Carl IV., Rdmischer Kaiser, thnt kmid, wie er auf Bilte Fromhold 1 », Ersbischofs Aug. 19. 
ven Riga, das von Jleinrich, Rdmischem Konig, der Rigischen Kirchc verliehene Privilegium 

(t. 1. Decbr. 1224, Reg.77), desgleichen alle und jede Privilegien, Urkunden, Bcwilligungen, 

Gnadeneneigungen, Freiheitcn, Immunititeu, Leheu, Rechte, Gewnhnheiten und lobliche 

Gebrauche, Ehren, Scl.lbsser, Festen, Eigcntlium, Bcsitiungen , Stadte, Bciirke, Lander und 

Orte, welche seincr Kirchc, auch vor deren Erhehuug lur Mctropole, von den Romischen Kaisern 

and Kdnigen vcrwilligt worden, dcrgestalt bcstatige, als wcnu solclie Pririlegien etc. hier 

•drllicli eiiigeriickt waren. Die Uebertrcter dieaer Vorschrift wcrden mit einer Pon von 

100 Mark reiucn Goldes fiir jcdcn Contraventionsfall, halb lum Bcsten des Kaiserlichen 

Scbatica, halb der lligischen Kirche, bedroht. 

Nach einem su Anfang des 16. Jabrh. gedrnckten Esemplare iin Kunigsb. geh. Ordensarchiv 
(Index Nr. 404) abgedr. iin LJvl. U.B. Nr. CMLXV. Dlese, Im Original mit elner goldenen Bolle 
versehene, Lrkunde befindet sicb auch in dcn Besliiligungsurkundea Carlt IV. v. 23. April 1366 
(bei Dogiel V, 75 Nr. LV, bier jedoch mit dem Ualnm : kal. Sept. 1356) uod KaUer Sigitmundt 
v. 15. Mai 1426 (Indei Nr. 1199 . 

1140. Tf inrich von Kniprode , Hochmcister des D. O. , urkundet, tlass — nachdem Aug. 23. 
Gotwin von Hereke, Meistcr dcs D. O. iu Livland, durch seine Boten, Hermann von Wccholte, 
Comtliur iu Wismar und Krankow , nnd Jacob von Stove, 1'farrcr iu St. Gcorg in Wismar, 

den llof Krankow nebst Zubchor Marquard con Stove dcni Aeltem fur 1000 Mark reinen 
Siib. verkault etc, cr, dcr Hochraeister, den Verkauf solchcn Ilofes — mit Ausnahme jedoch 
des Ilofes iu Wismar und der Eiiikunfte in Dartiow — mit Rath und Genchmigung eeiner 
Mitgebieliger, ratificire uud beelatige. 

Nacb mehreren vom Orlglnal genommenen begtaublgten Ahschriflen au* dem 16. Jahrb. in dem 

grosshenogl. Meklenb. Haiiplarcbiv su Sthwerln abgedr. In den Jal.rhl.. fUr Meklenb. Gescblcbte 

XIV, 214 Nr. XIII ond darnacb im Livl. U.B. Nr. CMLXU. 

1557. 

1357. 

1141. -Ericft, Kdnig von Schweden, Sohn des Konigs Magnu», bestatigt su Wiborg Aug. 14. 
Alles, was seln Vater dem Kloaler Padis geschenkt hatte. 

Nach Dalint Geschlchte Schwedens II, 399 referirt von Gadebutch, Livl. Jabrhb. I, 1, 456. 
IM. t7rk..lU f . II. u 



Digitized by Google 



1559. 

1142. Fromhold, Ersbiachof toii Riga, bekennt, diu er detn Detlev Jtegolle, aeinem 
lieben Getreuen, ffir aeine vielfachen Verdieuate, «o wie seinen wahren und rechten Erben, 
■immtliche Lehngiiter, welche weiland Johannet Perneyaghel, aeiu nnd seiner Kirche Vaaall, 
in Lehn beieasen, und die nunmehr durch seinen Tod ihm beirogefallen, ala wahre Lchngoter, 
die ea too Altera her geweaen, und iu aeinem und der Kirche Lehn gehort, in ihren Grinaen 
and mit allen ihren Zubehdrungen (welche aehr detaillirt verzeiclinet werden) a«f ewige 
Zeiten als Lehn fibertragen. Er beitelle daher ihn und scine Erben iu Herren und Besitaern 
jener Guter nach Lehnrecht, und habe ihn, nachdem er den ublichen Eid der Treue gelei- 
stet, wie es Brauch ist, durch Darreichnng einea Ringea und einca Kuasea mit gedachten 
Giitern investirt. Demnach aoll Detlev, ala getreuer Vasall, nebst seinen Erben, sich der 
Guter frei uud friedaam erfreuen, und der Rechte, Frciheiten uod Priviiegien der andern 
Vasallen dea Kribiachofs und der Kirche theilhaft aein. 

Eothatten in der Urknnde vom 28. Joli 1362 (Reg. 1177) und mit dleser abgedruckt hn Llvl. 
U.B. Nr. CMXCI-III. 

1143. Elitabet, Aebtissin, und der ganae Convent des St. Michaelia-Nonnenklostera in 
Reval, bekennen, dasa sie von den Procuratoren oder Testamentarien des Herrn Bertold, 
genannt Byckenhuten , sel. Andenkena, 19 Mark Rig. currenter Miinze, weniger 8 Oer, em- 
pfangen, welche er lum Heil seiner und seiner Eltern Seelen dem Kloster nnter der Bedin- 
gung vermacht, daaa jahrlich am St. Michaelistage der Costos der Klosterkirche (von dcn 
Zinsen jener Summe) secha Ferdinge lur AnschafTung von Wcin und Oblaten ffir die Kirche 
erhalte. 

Nach deni Orig. auf Perg. in dem Revaler Ratbiarcbiv abeedr. im LivlSnd. U.B. >'r. CMLXVII. 

1144. Kaiser CarVs IV. Verordnung von dieaem Datum wird weiter unten (Reg. 1221) 
mit der, dieselbe auf Liviand speciell auadehnendeii Urkunde desselben Kaiscra vom 18. 
April 1266, geliefert werden. 

1148. Verhandlungen in Snchen dea Erzblnchofs von Riga wider dcn Ordcn, Tor dem 
Cardinalpriester Franeitcu» vom Titei des h. Marcus. 

1. Klage der Procuratoren des Eristifts Riga: Die Stadt Riga, mit dem dor- 
tigen Schloase, und mit den Schlossern Duneborch, Mitau und Bcrg Geraeke, ao wie 
der Luban'sche Sce, mit allen andern Schldssern und Zubehorungen , haben aeit jeher der 
eribischdflichen Kirche an voliem Eigentlium gehort, mit geistlicher und weltlicher Gcrichta- 
barkeit und vollatiindiger Hoheit (auperioritas), und haben in ihrem Besitz gestanden, aind 
aber vom Meiater, den Gebletigern und Brudern des D. O. mit Gewalt (spolium) eingenommen 
worden, und auch jetzt in ihrcm Beaitz, wodurch die Rigische Kirche bedeutenden Schaden 
gelitten. Der Meister, die Gebietiger und Briider des Ordens sind, wenn aie sich in der 
Stadt und dem Erzalift befinden, dera Eribischof als ihrem Ordinarius uud Dioccsan unter- 
worfen; wenn sie sich aber in der Provini (dcm eribischdflicheu Kirchsprengel) aufhalten, 
dem Erabischof, als ihrem Metropolitan, deu Suffraganeen aber, namentlich dcn Bischdfen 
von Dorpat und Oeael, ala ihren Dioceaaoen, uod stehen unter ihrer Gerichtsbarkeit, toii der 
sie nie eximirt gewesen. Das Kloater Dfinamunde und der dortige Hafen gehoren der 
Rigiachea Kirche. Da nun Meister und Ordeu aolches widerrechtlich an sich gerissen, so 



Digitized by Google 



155 



ilad tie som Ersati verpflichtet, uamentlich aoch dcr Einkfinfte, die sie von der Stadt Riga, 1359. 
ton den Schlossern Treyden, Kokenhusen, Lemsal, Wainsel, Smilteselle, Len- 
newaden, Cruceborch und anderen Schloasern, D5rfero und Vorwerken (alodia) beiogcn, 
welche ElnkOnfte, nebst dem der Kirche logefBgtcii Schadcn, slch anf 6830 Mark Rig. ond 
66,000 Goldgulden belaufen, wie man eidlich erharten wolle. Ferner hat der Orden drel 
EribischSfe, Albert, Johatm von Vechtede und Jahann von Schwerin , ohne gesetzlichen 
Grond gcfangeu genommen, lauge Zeit in Gcfangenschaft gehalten uud ihnen an Gutern ffir 
den Werth von 20,000 IVlark Rig. weggenommen. Zwci (Dritt-) Theile der Lander Livland, 
Lettland und Semgallen gehdren der Kirche uud dem Erzbischof iu vollem Recht (pleno 
iore); am drilten Theile bat die Kirche und der Enblscliof das Obereigcnthum (doroinium 
dircctum), und dieses Drittheil haben Melster und Orden von ihnen iii Lehn und siud daher 
Unlerthanen nnd Vasallen der Kirche. — Der Probst und das Capitcl sind ihrer Schlosser 
Cremon nnd Dondangen und anderer Guter durch den Orden beraubt worden, der daraua 
m Fruchteii nnd Eiiikiinfteii bis zum Wcrth von 10,000 Mark beiogcn. Fiir densclbcn Betrag 
bit er dero Erzbischof und dessen Vasallcn und Untertbanen Schaden aller Art zugefQgt. 
In allen diescn Beziehnngen ist der Ordcn in Livland vom Hochmeister und deu andero 
Brodent dorch Rath und That untcrstiitzt worden. Die Procuratoren dea Erzblachofa und 
Cipitels bitten daher, dahin zo erkenncn, dass die Stadt Riga mit dem Schlotse und die 
iibrigen Schldsser, Rcchte und Gercchtigkeitcn der Kirche und dem Erzbischof iu vollem 
Eigeuthum gchoren, dass der Ordeu aus dcm Bcsitz der Stadt, des Klosters", Ilafens, der ' 
Sclilosser und auderen Rechte etc. au verdrangen und die Rigischc Kirche und der En- 
biichof nnd das Cipitel in dieielbe wieder einznsetien seien (mit Ausnahme der Schl&sser 
Cremon und Dondangen, welche das Capitel bereits zurfickerhalten) ; dasa der Orden 
der Jorisdiction dea Erzbischofa und seiner SufTraganecn iu der o'iangcgebenen Weiae 
ontergeben uud ihnen zum Gehorsam und zur Ehrerbietong, bo wie inr AnerkennOng der 
ibrigen erzbisclidflichen und bischoflichcn Rechte vcrpflichtct ici, dass der Verkauf dea 
Klostera (Dunarouude) ond die dariiber ertheilte pibstliche Couflrroation , als erschlfchen, 
zo caasiren; dass ferner der Orden schuldig aei, dem EnbiSchof ffir die entmfsstcn Einkllnfte 
aad crliltenen Schaden die obbezeichneten Summen van 6830 Mark, 66,000 Goldguldcn und 
20,000 Mark, ond dem Capitcl 10,000 Mark zu zahlcn. Sie bitten femer, dass der Orden 
sur Erfullung allcr diescr Leistungen angehalten und da«s ihm hin*ichtlich seiner Ahspruchc 
id die zwei Drittheile von Leltland, Livland und Semgallen, die dem Erzbischof zn vollem 
Rcchl gehoren, ewiges Stillschweigen aufcrlegl, und hinsichtlich des ihm zn Lehn gereichten 
drilten Thcils die ErPullung der Vaaallenpflichten aufgegeben, iiberhaupt der stalos qiiO 
«iederhergestellt, und Meister und Orden angehallen werde», wegcn Gefangennehmung der 
Erzbischofe Genugthuung, wegen des ihnen zugefugten Unrechts Ersali, auch cndlich fflr 
lich und ibre Nachkommen dafur Caution zu leistcn, dass sic die Kirche nicht mehr 
bconruhigen wollen etc. 

2. Antwort iles Ordensprocurators. Erzbischof und Capltel behaupten mlt 
Carccht, daaa dem Erabiachof und der Kirche die weltliche Gewalt und dlc gesamnrte Jarit- 
diction uber die Stadt Riga und deren Mark zustehe; vielmchr haben Meliier und Onlcn 
•eit jeher beseiten ond besitien noch In gedachter Stidt und deren Geblet Ihoser, ein 

w 



US6 

1359. Schlow, die Gerichtsbsrkeit, Befcstigungen, Aecker, Rechte und viele Gflter. Ersbischof und 
Cpitel htben mit Unrecht das pibstiiche Schreiben vom 12. Angust 1353 erschlichen, 
vrorin dem BUchof von Westeria aufgetragen wird, die Sudt Riga dem Orden ■biunehmen 
und in die llande des Pabstes zu iibergebcn, wodurch der Orden in vielfache Procednren 
verwickelt, geistliche Strafen gegen ihn ausgesprochen und verkiindet worden etc. Er bitte 
daher, es rooge ira Endurtheil susgesprocheu werden, dass dem Ersbischof und Cspitel oder 
der Rigischen Kirche keine wcltlichc Gerichtsbarkeit in der Stsdt Kiga und deren Mark zu- 
stehe, densclben dahcr, so wie den Einwohnern Riga's verboten werde, den Orden irgend 
iu belistigen; der Orden vielmehr von den in der Klsgc enthallencn Reschuldigungen freige- 
sprochen, den Gegnern ewiges SlilUchweigen auferlegt, und aie in den Ersati der 
Schiden und Kostcn Tcrnrtheilt werden. Schliesslich bcwahrt er sich dsgegen (protestatur), 
alles Angefuhrte beweisen (probare: durch dcn Eid?) zu aollen. 

3. Endnrthcil des Cardinals und sciner M itri chter. Die vollstindige Herr- 
schaft (ius doiuinii, ius plenum) iiber die Stadt Riga, iu weltlichen wie in geistlichen Dingen, 
hat stets gehort und gehort noch dem Enbischof und der Rigischen Kirche : der Meister 
und aein Orden sind daher aus dcm Besits zu setsen; dcmnach sollen Meister und Orden die 
Stadt dem Eribiachof ohne Vcrzug einriumen, und wird denselben wegen ihrer Anspriiche 
•n die Stadt ewiges Stillschweigen auferlegt. Jedoch soll durch diese Entscheidung dera 
Vergleiche und der Anordnung des ehemaligen Eribischofs von Modena und pibstlicheu 
Legaten Wilhelm in keincr Weise Eintrag geschchen; noch dcm Mcister und Orden in Betreff 
der Einkiinfte, Giiter uud Rechte, welche ihnen etwa in der Stadt sustehen, sofern sie nicht 
die Herrschaft (dominium) iiber die Stadt betrcfTen, cin Prijudiz dadurch erwachsen. Die 
Verurtheilung in die Kosten wird „aus Grunden" unlcrlassen. 

4. Erlauterung des vorstehenden Urtheils: Uuter den Einkunften, GQtern und 
andern Rechten des Ordens, welchc dem Orden in der Stadt Riga zustehen, ohne die Herr- 
■chaft uber die Sladt m betreffen, sind solche iu verstehen, welche der Orden vor dem J. 
1320 daselbst besass. In Betreff des Schlosses, welches der Orden gegcnwarlig in der Stadt 
inne hat, und von welchem in der Klage des Enbischofs die Rede ist, wird bestimmt, dass 
der Enbischof binnen vier Jahren, vom bevorstehenden Feste der Auferstehung Christi an 
gerechnet, auf aeine Kosten dem Orden auf dem Platse aum h. Gcorg ein eben solches 
Schlosa oder Haus bsuen solle, wie dasjenige war, welchea der Orden daselbst vor dessen 
Zeratorung besessen; nach Vollendung dieses Baues soll der Orden binnen Monatsfrist das 
gegenwirlige Schloss riumen und das neuerbsutc besiehen, und jenes niederreissen , bia suf 
diejenige Mauer desselben, welche in einer Linie mit dcr Stadtrosuer liuft und sur Ein- 
•chliessung der Stsdt dient; der Schlossplsti «ber soll frel bleiben. Falls der Eribischof in 
der angegebenen Zeit das Schloss nicht gebaut oder beendet haben wird, so soll dasselbe 
dem Ersbischof verbleiben, der Orden dsgegeu das jelst von ihm bewohnte Schlosg behalten, 
•■ sei denn, dass der Orden die Vollendung des ueu su erbauenden Schlosses irgendwie 
verhindert oder hintertrieben. Wenn ein Zweifel oder ein Streit daruber entsteht, ob daa 
neu tu erbauende Schloss votlendet sei oder nlcht, desgleichen ob es etw« eioen Fehler 
hsbe, so wie, ob nicht der Orden die Erfullung der Anordnnngen des Cardlnala verhlndert, 
so aoll der RlgUche Bath darfiber entscheiden, unbeachadet dea von demselben der einen 



Digitized by Google 



157 



oder der indern Partei geleiateten Huldigungscides, und ohne dass eine Appellation dagegen 
xulissig wire. Uebrigens sollen wegen eines etwanigen Fehlers am Schlosse die fibrigen 
Anordnungen und Erlauternngen des Cardinals nicht aurgehoben sein. Die wider den Meister 
und Orden, ihre Kirche und Lande etc, vom Biscbof von Westeris erlassenen Excororaunica- 
tiona- und InterdicU-Erkenntnisse nnd sammtliche damit in Verblndung stehende Processe werden 
aufgehoben, und sollen Alle, die in jene Strafen Terfallen gewesen, davon absolvirt werden. 

5. Nach Angabe dea Datuma erkliirt der Nutar, dass er rom Cardinal den Auftrag 
erhalten , dem Ersbiscbof und dem Procurator dca Capitels alle vou ihnen eingereichten 
Documente und Schriften zuruckzugeben, so wie dem Bruder Heinrich, auf dessen Bitte, dea 
Cardinals Absolutionsbrief von den geistlichen Strafen zuzustellen. ,JIiermit schliesst der 
vor dem Floreiitinischeu Cardinal, sonst Cardinalpriester vom Tilel des h. Marcus verhan- 



6. Bernhard Boox, Procurator dcs Ordens, bckennt Namena desselbeu vor Johann 
Sagittarii, Oeserschem Probat und Unter-Eiecutor, so «ie vor dem bflentlicheu Notar und 
den sugesogeuen Zeugcn, dass seine Vollmachtgeber den ilim vorgeleaenen pabstlichen Anord- 
nungen gehorsamen wollen. Demnach iiberlaase er und tragc auf (dimitto et resigno ) die Stadt 
Riga und deren Besits dem Oeael'schen Decan Ludolph von Flandern, Procnrator dea Ers- 
bischofa nnd CapiteU, auf OrnndUge der vora Cardinal Franci$cu> gefillten Sentens und 
Erklarungen, so wle dic Herrschaft (dominiuro) fiber die gedschte Stadt durch Ueber- 
der gegenwirtigcn Kappe (capuciuro), jedoch onbeschadet der Guter, Rechle und 
Einkfinfte, welchc, Obigem nach, dcm Orden in der Stadt znstehen, so wie dcs vora Legaten, 
Bischof Wilhelm von Modena, getrofTenen Vergleichs ond seiner Verordnungeu. 

Nacb einer gleichselligen , sehr fehlerfaarten Abschrift im geb. Kdnigsb. Ordensarchiv (Udez 
Nr. 406) abgedr. iin Livl. U.B. Nr. CMLXVIll. Pas Original befand aich im ebenial. erzbisehSf- 
lich - Rlgischen Archlv In zwei Eiemplaren: Mittbl. Bl, 72 Nr. 89 und 90. 

* 360 - 

1140. Schra des Amtea der Goldschmiede in Riga, in 18 Artikeln. Jan. 25. 

Nacb der Abschrifl in dem allen Scbragen- nnd Rentenbuche des Rig. Riitbes abgedr. In den 
Monum. Livon. ant. IV, CCCVII Nr. 3 untl im Livl. U.B. Nr. CMLXIX. Kine sehr alle Abschrift 
Ut anch dem Original-Codes des alten Hig. Sladtrerhts angehSngt. Vgl. J, C. Schteartz in F. C. 
Gadtbwch * Versncben II, 186. 

1147. Pabat Innocenx VI. achrcibt H den Ersbischof von Arles nud die Bischofe von Mlrs 16. 
Wetteris nnd Dorpat : Der Ersbischof Fromhoid von Riga und sein Cspitel hatten bei ihm 
angebracht, wie der D. O. in Livland die SUdt Riga, uber welche die Herrschaft dem Erz- 
bischofe snstehe, bet der Behaoptung, dass sie ihm gehbre, mit Gewalt in Besits genomroen. 
Da die Parten selbst am Romiachen Hofe gegenwartig waren, habe er, der Pabst, dem Cardinal- 
priester vom Titel des h. Marcus, Francucu*. anf Anhalten de» Ordens, den Auftrag gegeben, 
die Sache ansuhoren nnd su entachciden. Demgemiaa hiitten die Magister Wilhelm Parit, 
dea EmbUchofa, Albert Gutgemach, des Capitela, und Heinrich Brvnner, des Ordens Pro- 
curatoren, ihre resp. Sitsachrifien eingereicht, auch in Gegenwart des Cardinals die Eide 
de calumnia et veritate dicenda abgelegt, sodann beide Parteien gewisse Positionen und Artikel, 
so wie Beweismittel beigebracht, dagegen von beiden Theilen Einreden erhohen, auch suletst 
schliesslich verfahren worden, Alles iu den vom Cardinal dazn anberanmten Terminen. Dem- 



Digitized by Google 



158 

1300. nichit habe der Cardinal die Parteien, und namentlich auf Antrag dea Ordensprocuratort, 

den Erzbischof personlich zur Anhdrung dea Endurtheils Torgeladen, welcbes dahin ergsngeii. 

IMer folgt wortlich daa bereiti in der Reg. 1145 Nr. 5 gclieferte' Endorthcil. Hleranf habe 

der Pabst rechtea Wisaens dem Cardinal aufgetragen, solche Senteni in erliutern, hinzuzu- 

fiigen und wegzonehraen, zu verbessern und zu indern, wie es Ihm passend erschelne, nsmerit- 

lich die Uechte, welchc dem Orden in der Stadt zugestanden und ztistehen, genauer au«- 

driicken, und die widcr den Ordcn crgangenen Strafsenlenzen aufzuheben. Demgcmiss habe 

der Cardinal die nachstehende Erliiuterung den Partcicn erofftiet: Mier folgt wiederum w5rtlicli 

die in der Reg. 1148 Nr. 4 referirte Erliuterung. Dann fihrt Pabst Innocenx fort: Indem 

er dieaes Urlheil bestitige, trage er ihnen, den Einganga genannten Prilatcn, auf, dasi sfe, 

oder zwei odcr ciner von ihnen, selbit oder durch Andere, dasselbe Tollziehen, den Ersbischof, 

den Probat und daa Capitcl in den korperlichen Besits der Sudt Riga, der Rechte und ZubehB- 

rnngen, nachdem Meiater nnd Orden daraus entfernt wordcn, eiiifuhren und darin achBtsen, 

und sich tiber die Kinkiinfte und Nntsnngen der Stadt, ao weit aie der Herrschaft gebuhren, 

(vom Ordcn) Rechnung ablegen laasen; diea Alles bei Strafe des Bannes und ohne Brach- 

tung einer Appellalion. 

Enthalten in der Urk. Ludwigt , EribUchofi von Arles, vom 94. Oclbr. 1425, und mil dieier 
abgedr. bei Dogitl V, 116 Nr. LXXV und im Livl. U.B. Nr. CMLXX, hier vereticben mil etaar 
fehlerbaften Copie iin geh. Archiv zu Kfinlgtberg (lodez Nr. 406). Eingang und Schlun der Bulle 
iimlen »ich aurh bei Dogiel V, 57 Nr. XLVI und V, 65 Nr. XLIX, hier mit dem unriclitigen Dalurat 
VII. Calend. April. Dai Original befand »ich in dem ehemallgeii erzbUchonich.Rigi.cben Archlv. 
Mitthl. III, 72 Nr. 91. 

MalO. 1148. Stepkan, Krsbischof von Arles, vom Pabste ernannter Eiecntor in Sacben des 

Erabiachofa von Riga wider den D. O., schreibt an die Bischofe von Oesel, CtiHsnd, Samland, 
Erroelaud, Pomesanien und Culm, an deu Meister, die Gebicliger, Comthore und Briider dea 
D. O. in Llvland, an den Rath, die Richter und Gemeinde der Stadt Riga, und an Alle, die 
die Sache angcht: Mit Beziehung auf die pibatliche Bulle vom 16. Mirs c. (Reg. 1147) 
und dea darin bestatigten Krkenntnisses (Reg. 1146) hitten der Efzbischof Fromhold nnd 
daa erzstiftische Capitel ihn gcbeten, zur Kxecution jener BuIIe zu schrcilen. Zu diesem 
Zweck eroffne er, Stephon, deamittelst den Addressaten den lnb.lt der eben gedachten 
Inatrumcnte, und fonlcre sie zum ersten, zweiten nnd drittcnroale und pererotorisch auf, bei 
den unteti gedachten Strafen, binnen sechs Tagen von der Kennlnissnahme dieses an gerechnet, 
den Ersbischof, Probst und Capitel oder deren Proctiratoreit in den korperllchen Besitz Her 
Stadt Riga, dercn Rechte und Pertinenzen sn setsen, den Orden und andere nnbefogte Ein- 
dringlinge daraua zu entfernen, die Eingesetzten im Beaitz zu schiitzcn, uud ihiten filr die 
Fruchte nnd Nutzungen, welche der ilerrscltaft aus der Stadt gebiihren, zu atehen, und dafur 
zu sorgen, dasa sie itn ruhigen Genuss «olcher Friichte und Nutzungeit verbrciben, unbc- 
schadet etwaniger Huldigungs- und Treo-Eide, welche der Rath nnd die Gemeinde dem 
Orden geleistet, indem sie dieser Eide desmittelst entbunden werden. Wer von den Addrel- 
•aten daa Vorstehende nicht erfiillt oder gar der Erfnllong Hindernisse in den Weg legt od lt 
die Gegner irgendvrie begunstigt, wlrd — • mit Ausnahrae der Biachbfe — naCh voraufgegan» 
gener canonischer Warnung, als mit der Efccommaiiication bclcgt angesehen. HatrdeW eftief 
vou den Bischbfen gegen obige Anortlnungeti aelbat oder dnrch Andere, so wird ihm , nach 



Digitized by Google 



m 



vomufgegangener sechstigiger Warnung, der Eintritt in die Kirche unteraagt; nach abermala 1X0. 

•echa Tagen, wenn er dabei beharrtc, wird ihm die Verrichtojig Gotteadienatiicber Handlun- 

gtn entxogen (• Divinia •uspeudimus); wenn er noch secha Tage in aeinem Widerstand ver- 

harrt, wird er deamittelst excommunicirt. Die Absolntion der dergestalt Gestraften behalt 

Stephan nur sich unil seinen Obern vor. Die pibstliche Bulle und dieser Procesa verbleiben 

dem Urtbischof von Riga; der Orden kann, wenn er will, auf seinc Kosten eine Abschrift 

erbalten. Da Obrigens Erzbiachof Stephan die fernere Execution nicht penbnlich betreiben 

konne, indem er durch wicbtigc Geschifle sciner eigenen Kirche verhindert «ei, so besuftrage er 

dimit die Aebte der Kloster Valkena und Padis, die Probste, Decane, Scholastiken, Treasler 

(tbeoaurarius) und Cantoren der Dorpfscheu nnd Oesel'scheu Kirchc, Woldemar von Roten, 

Gerhard eon Viffhuten, Meinhard Mornewech, Johanne» La», Johann Soct/e (Soye?), Gott- 

fried von Brakele, Johann Varendorp und Wilhelm Narendorp (?), Ddrptsche, Johann Ster- 

nitehe, Jndreat Cotkvl, Johann Cnockei (Knoehei), Barthotomdut von Enna, Nicolaus Prut 

und Gottfried Mespol, OesePsche Domherren, so wie die gesamrote Geisllichkcit in den 

Sprengeln: Lund, Riga, Bremen, Dorpat, Oeael, Westeras, Lincnping, Culra, Reral, Pomesanien, 

Curland, Ermelaud, Samland, Camin, Liibeck, Schwerin, Verden, Ratzeburg unil Koskild, bei 

Strafe der Excommunication etc. 

Nach dem Orig. (vormaU Im ersblschdniehKigUchcn Archiv: Mitthl. III, 72 Nr. 9-2) abgedr. bei 
Dogiel V, 5« Nr. XLVI ond darnacfc im Llvl. U.B. ISr. CMLXXI. 

1149. Fromhold, Ertbiachor von Riga, ertheilt seinen Boten einc lostruction in BetrefT Mai 18. 
der Beaitinahme der Stadt Riga in seinem Namen. 

Da* Orig. befand sleh im ehemal. eribUchflllich-Rigiscben Aicbiv: Mittli. III, 72 Nr. 93. 

1150. Carl IV., Romischer Kaiser, bestitigt dem Ersbischof von Riga, Fromhotd, scincm Juni II. 
getreuen und geliebten FQrsten, und dessen Kirche oder Bisthum, allc von den Kbmisrhen Kai- 

■ern und K&nigen verliehenen Privilegien, Gnadenbriefe, Freiheiten, Rechte, Ibblichcn Gewohn- 

heiten, Ehren, Lehen, Burgen, Festen, Stidte und Linder etc, und verbietet Allen und Jcdcn, ihn, 

den Enbischof, darin irgend su beunruhigen. Allc von den Unglaubigen crerbten oder an- 

derweitig erworbenen Gfiter, Besittungen und Linder soll der Erzbischof und die Kirche tu 

ewigen Zeiten rait dem Rechte des Nutielgenthuroa (dominium utile) besitxen und haben, 

das Obcreigenthura (directnm dominium) und das Hoheitsrerht den Romischen Kaisern und 

Koaigen vorbehiltlkh. Innerhalb des Territoriuma der Rigischen Kirchc darf Nieroand einc 

Burg, Schloas oder andere Befestigung crricbten, ohne des Ertbischofs uud der Kirche aus- 

druckliche Erlaubnias ; dergleichen Bauten verfallen vielmehr dcm Eribischof und der Kirche, 

oder der Erbauer muas sie auf seine Kosten abtragen. Wenn der Erabischof oder jemand 

von den Seinen von Seiten der Ungliubigen angebalten oder gefangen wird, so kann er ohne 

irgend Jemandea Requiaition wieder ausgeldst werden. Der Erzbischof und seine Leote 

diirfen in ihrem eigenen Lande reisen nnd Sachen verfiihren, ohne Erhebung von Steuern 

und Zollen, oder sonst welcher Zahlung. Wer gegen diese Bestimmungen irgend m handeln 

•leh unterfingt, hat, abgeaehen von der Kaiierlichen Ungnade und andcrweiler schwercrStrafe,100 

Pfund reinen Goldc», halb in den Kalserliehen Schatt, halb tum Beaten des Ertbischofs, tu tahlen. 

Nach einem gedruckten Exemplar in dem geb. Ordensarchiv zu Kitnigab. (Index Nr. 407) gedr. 
in Livl. U.B. Nr. CMLXXII. AucJi entbalten io der Bestttligongtbolle Kaiser Carlt IV, vom 23. 
Aprll 1386 und mii dieser gedruckt bei Dogiel V, 75. Nr. LV. 



Digitized by Google 



leo 

tm 1151. Fromhold, Ertb. von Riga, bekennt, dasa er den Gebriidern Johann und Detfo 

Jooi 24. ton Ategalle die durch den Tod seiner Vasallen Gerhard Ainpoys und Johann Lyra heira- 
gefallenen Lehngiitcr etc. als Lehn iibcrtragen. Die Urkunde stimmt ira Uebrigen fast wortlich 
mit der unter Nr. 1142 registrirten iiberein, nur dass es an der betreflenden Stclle heiast, 
dass Detlev fur sich und «einen Bruder J ohann^ nach geleistetem Kide, das Lelin empfangen. 
Mit der bei der Reg. 1142 aogeflhrten Urkande abgedr. irn LM. U.B. Nr. CMXCI-III. 

Aug. 17. 1152. Pabat lnnocem VI. tragt, auf Bitte des Erzbischofs Fromhold von Riga, dem 

Erzbischof von Arles und den Bischofen von Wcstcria und Dorpal auf, die Burgermeister, 
Rathrainner, Burger uud Einwohncr Riga's von dem dem Meistcr und Ordcn in Livland g«- 
leistetcn Eide der Treue zu eutbiuden, und sie anzuweisen, dcm Erzbischof, als ihrem Herrn, 
in geistlichen und weltlichen Dingen zu gehorsamen ; die Widcrspenstigen aber durch geist- 
liche Strafcn dazu zu zwingen. 

Nach dem Orig. (vormal. Im erzbUcbUiilch-Risuchen Archiv i Mittbl. III, 73 Nr. 96) abcedr. bei 
Dogkl V, 60 Nr. XLVII uod darnach iin Livl. U.Ii. Nr. CMLXXIII. hin anderer Abdruck in der 
Urk. v. 24. Octbr. 1425 bei Dogiel S. 121 Nr. LXXV. 

Aug. 17. 1153. Derteibe beatatigt, auf Bilte dcs Probstes und Capitels der Rigischen Klrcbe, 

vom Prattioiistratcnserorden, die densclben vom Bischof Nicolaus und dem Enblschof Johannet 
II. von der bischoflichen Tafel verliehenen Scheukungen und dariiber ausgefertigten Urkunden 
von den Jahrcn 1252 (Reg. 268), 1288 (Reg. 597) und 1294 (Reg. 630), ao wie die Bestiti- 
gungsurkuiide des Erzbischofs Fromhold vom J. 1355 (Reg. 1130). 

Aus drm ebemal. Archiv de* C.ro»»fur*teolhuin» Lillhaueo abgedr. bei DogielV, 61 Nr. XLVIU, 

und darnach im Livl. U.B. Nr. CMLXXIV. 

Aug. 18. 1151. Gerhard Meye, Biirgermeister vou Rlga, vcrlangt in Gegenwart einiger andern 

Rathsglieder, Namens des Raths, der Burger und der Gemeinde der Stadt, von dem Bisehof 

von Dorpat, welcher am gcstrigcn Tage gewiase Processe und apostolische Schreiben widcr 

den Orden verleseu lassen, eine Abschrift solcher Processe und Schreiben, ao weit aie die 

Sladt Higa bctretTcn. Nachdem dcr Bischof Solches zugesagt, erklirt Gerhard Meye, Namens 

der Stadt, vor einem ofleutl. Notar und Zeugen : „IIerr Bischof ! Ich protestire vor Euch des- 

mittelst, wenn und so wcit gedachte Processe und Schreiben den Recbten, Privilegien und 

Freiheiten unserer Stadt, und insbesondere den Anordnuiigen, Vergleichen etc. des einstma- 

ligeu pabstlichen Lcgaten, Bischofs (Ifilhelm) von Modena, zuwiderlaufeu , indem wir darauf 

nicht eingehen, vielmehr seiner Zeit unsern Widerspruch einlegen werden. Auch wollen wir 

iiicht, daas aus diesen Verhandlungen zwischi-n Erzbischof und Orden fiir die Stadt irgend 

eiu Prajudiz erwachse" etc. Hierauf erwidert dcr Bischof vou Dorpat : „Der Erzbischof hat 

mil alleti seiiicn Kraften dahin gearbeitet und arbeitet uoch, dass er Euch und dic Stadt 

Riga befreie, utid beabsichtigt keineswegs Eurcn Rechtcn, Privilegien etc. Abbruch zu thun." 

Dabci schlug er mit der Haud auf scinc Brust, dasa Gott ihm so helfe, und fugte hinao, aie 

radgen, wenn sie ctwas der Art hdrten, detra keinen Clauben scheiiken. Ueber diese Verhandlang 

setzt der Notar Johannes Lupi, im Auftrage des Biirgcrmeisters Meye, dieses Instrnment auf. 

Nach dem Orig. im Rig. Rath.arcbiv (Indez Nr. 408) abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMLXXV. 
Ein frliherer Abdruck iu Hvprts neticn nord. Miscell. I, 372 Nr. 5. 

Aug.25. 1155. Stephan, Erzbischof von Arles, tragt dcn Biscliiifen VM Oesel, Curland elc. 

(gana wie in der Rcg. 1148), mit Beziehnng auf seinen Erlass vom 9. Mai d. J., auf, binnen 



Digitized by Google 



161 

30 Tagen, nachdem ihnen diese Schrifl in Riga vorgclegt und erdffhet worden, nach 1300. 

Maaasgabe der dariiber ergangeuea Sentens and dei pibitlichen Schreibens, dai freie Eigen- 

tham und den Besits der Stadt Riga aufsugeben, und den Ersbischof von Riga und dessen 

Kirche, oder deren Procuratoren, in den korperlicheu Besits der Stadt elnsusetsen etc, so 

wic ihnen sum Besits der aus der Herrschaft iiber die Stadt fliessenden, erhobenen und zu 

erhebenden Friichte uud Emolumente su verhelfen und dafiir su * erantworten. Dieser Exe- 

culion aollen keinerlei Vertrage und Gelubde, wenn sie auch eidlich beitarkt wiiren, liinderlich 

sein. Alle, welche dieaer Auordnung nicht Folge leiaten, ihr aich widersetsen, oder Ilin- 

dernisse in den Weg legen, werdcn mit dcm Baunc bedroht, iti derselbcn Weiac, wie in der 

Reg. 1148, nur dass die Warnungstennine fiir die Biachofe auf 30, 12 und 6 Tage angesetst 

werden. Schliesslich committirt Krsbischof Stephan die Vollsiehung dieser Anordnungen 

denselbcn Persoticn und Autoritaten, wle ln der Reg. IH8, nur dasa su den dort genannten 

Bisth&mern noch hinsngefugt werden : Mains, Trier, Coln, Prag, Magdeburg, Salsburg, Minden, 

Hildesheim und Ilalberstadt. 

Dai Orig. befanJ aich, wie es irhrint In twet Ausfertigungen , in dem ebemal. erxbiicbOdicb- 
Rigiichen Archiv Milth. III, 12 Nr. 94 uad 95. Abgedr. bcl Dogiel V, 65 Nr. XUX und darnacb 
im Livl. U.B. Nr. CMLXXVI. 

1156. Ma»nut, Bischof von Westeras, sehreibt von Avignon aus, an die Probste, Decane, Novbr. 4. 
ions(lgen Domherren und dic gesammle Gcistlichkcit dcr Rigischen, D6rpt'ichen, Oeserschen 

ond Lubischen Kirche, er habe die — hler aufgcnommenc — pibstliche Bitlle vom 17. Aug. 
d. J. (Reg. 1152) empfangcn, sci aber verhiudert, aich sur Vollsicltung dcrselben pcrsbnlich 
eiaxuflnden, und trage daher Solcltcs den Adressatcn bci Strafe der Excomrounication und 
dcs Ititerdicta auf. 

Pas Orig. in demi. Arcblv (MtuM. III, 73 Nr. 97). Kioe Ahichrifl Im geh. Ordeniarchiv xu 
Kiinigiberg (lodex Nr. 409}, nnd daroach abgedruckt Im Llvl. U.B. Nr. CMLXXVII. 

1157. Carl IV., Romischcr Kaiscr, nimmt dcn Deutscheu Orden, alle seine Convente, Decbr.14. 
Hiuser, Leute und Giiter in scinen besondern Schirm, und befrcit ihu von allem dem Kaiscr 

und Reiclie su leistenden Dienst, Steuer oder Bede. 

Nach einer Abnchrifi im geh. Ordensarchiv zu Kiinigib. abgedr. io VoigVt Codex diplom. III, 
121 PJr, XCS, und darnach im Livl. II. B. Nr CMLXXVIII. * 

1158. Carl, Notar der Stadt lleval, bekennt, dass wenn cr iu dem ihm vom Revaler Decbr.17. 
Rilh Sbertragenen Notariat und der ihm verliehenen Virarie, dem Rathe nicht genehm sein 

sollte, der Rath die Vicarie nach Beliebeu eincm andern verleihen konne. 

Nach dem Orig. anf Perg. im Revater Ratbsarchiv abgedr. ira Livl. U.B. Nr. CMLXXIX. 

1159. Wegen dcr in das Notariatsinstrumcnt vom 25. Febr. 1387 aufgenommenen Ur- Decbr.88. 
kuode des Cardinals FranciscuM vom 28. Decbr. d. J. (bci Dogiel V, 83 Nr. LX) iat «uf das 

J. 1387 su Terweisen. 

1160. Inscrlptione» aus dcm Pfandbnch der Stadt Reval aus den Jahrcn 1351 - 60, 24 1351—00. 
an der Zahl. 

Aus dem bei der Reg- 1098 naher bescbriehenrn Pfandbuche wird Im Livl. U.B. Nr. CMLXXX 
ein* Forlietxong von AusxUgen geliefert, und xwar vorxngsweiie lolcher loicrlptlonen , welcbe xu 
ofeutlichen itadlUchea VerkMtnissen In Besieboog stebeo. 

Llvl. t rl - h,, n. » 



Digitized by Google 



I360 ' Um das Jahr 1 3 60. 

O.J.B.T. 1181. Entwnrf zu elner Bursprake fur Reval. 

Dieser Enlwurf ohne Dalom, in dera Revaler Denkelbuche Nr. II aufgeseicbnet, ond iai Livl. 
U B. Nr. CMLXXXI abgedrudtt, i.t wabrecheinlieh die Mteata Redaction einer Buraprake, welche 
bloaa koree Andeutuagcn desaen enlhielt, w«i an dem daxu bealimmten Tage vom Ralbbause aut 
mQndllch verkUndel wurde. Die kurzen Satie (inden Ihre I rlauteruog in den ipSteren Redaclioneo. 
Vergl. Nr. 1162. 

O.J. n.T. 1162. Vollstindiger redigirte Bursprake fiir Reval. 

Nach elner undatlrten Originalaurteichnang im Revaler Rainsarcblv abgedr. in 9. limnges Arcbiv 
III, 84 nnd im Livl. U-B. Nr. CHLXXXII. 

0. J.u.T. 1163. Willkuren dea Revaler Rathes : I) Zur Zeit der lleuerndte darf niemand friiher 
maben, als bia ea (tom Ratbe) verkiindigt wird ; dann soll aber jeder Biirger Heu mahcn 
mit fuuf Senscn, drei Tage bevor er ea einflihrt ; und darf keiner den Audcrn vertreiben, 
bei Slrafe elner Mark. 2) Wenn der Voigt gerlchtliche Handlungen volJzieht, ao «ollen die 
Biirger, wclche zugcgen lind oder dazu aufgeboten werden, und dem Voigt nicht helfen, 
,,das Recht zu Btiirken," nicht wissen, wie hoch sie es biisscu sollen. 3) Wenn eln Auswar- 
tiger, der nicht Biirger ist, einem Biirger lebensgefahrlich droht, letztcrer dann mit dem 
Gericht hingcht, der Auswirtige aber sich widersctit und getiidtet wird, so bleiben die Thiter 
straflos. 4) Wenn ein Auswirtiger einem Biirger „entsagt," in die Stidt kommt, und von 
Burgcrn dabei nnterstiitzt wird, so sollen letstcre nicht wissen, wie hoch sie es biisscn sollen. 

Nach elner undalirlen Aufteicbnung im Revaler Rathsarchiv abgedr. in v. Bunge's Archiv III, 
83 nnd im Livl. U.B. .Nr. CMLXXXIII. 

.36.. *36f. 

O. T. 1164 — 66. Drci von offenllichen Notarien ausgestellte Instrumetitc iiber die Aeussc- 

rungen einiger Bruder des Deutschen Ordens (cruciferi) wider ein piibstliches Schreiben nnd 
wider das Endurtheil, bctreffend die Riickgabc der Stadt Riga an den Rigischen Ersbischof. 
Gegeben su Riga, unter verschiedenen Daten, im obgcdachten Jahre (d. i. 1561). 

ISur diese Notia fmriet aicb in dem RegUter des ehemal. erebUchoflicb-RigUcbeo Archivs in den 
Mittbeilungen III, 73 Nr. 99. 

Febr. 26. 1167. Ueber das Urtheil des Canlinals Franciacut, wegen der Riickgabe Riga's an den 

Erzbisfhof (Reg. 1145) imd das zu dcsscn Kriullung vom Erzbischof Stephan von Arles er- 
lassene Eiecutionsmandat ( Ucg. 1155) hatte sich dcr Ordcn bei dcr pibstlichen Curie 
beschwert. Der vom Pabste iu Folge dessen ernannte Audilor und Richler in dieser Sache, 
Simon von Sudbiria, dcr Rechte Doctor und Capellau des Pabstes, erkennt nunmehr, — nsch- 
dem er die Sache durch dic Bctollmachtigten dcr Parteien, Magistcr Volrad Luttekenborch 
von Seiten des Erzbischofs von Riga, Albert Gudgcmaeh von Seiten des Rigiachcn Capitels, 
und Lambert von Ortoy von Seiten des Ordens, vor sich vcrhandeln lassen, — dass das, auf 
Grundiage des vom Cardiual Franciscut gefalltcn Endurlheils 
des Erzbischofs von Arles atifrccht zu crhalten sei, mlt Ansnahme einiger su 
Worte, betrefleud den Eraatz der Friichte, welche erhoben worden odcr halten erhobcn 
konnen etc. 

Nach dem Original, welcbes aich im ehemal. erzbUchollich - Itig. Arehiv befand (Mitthl. III, 73 
Nr. 96), abgedr. bei Dogiel V, 69 Nr. L und im Livl. U. B. Nr. CMLXXXIV. 




Aprll30. H6a Arnotd von Vitingho/, Meister des D. O. in Livland, bckeunt, dass er den in 



Digitized by Google 



163 

Goldingen wohnenden Bfirgern alle Freiheiten des Gerichta in der neuen Stadt bis zn dem 1361. 
Muhlenflnsse gegeben and beichieden sa gebrauchen and sa habcn, wie sie die Freiheit in 
ihrer slten Sudt frei gebrauchen. Wer in der Stadt Goldingen einen Todlschlag veriibt, soll 
daselbst in der Stadt friedlos sein (des fredens gebrekeA), aasaer aof dem Kircbhofe, in der 
Vorbarg and in dem Schlosse. 

Nach dcr sur Reg. 1129 erwfibnlen Ab»chrift abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMLXXXV. 

1169. Odward von Lode bezeugt, dsss, als er in dem Gericht des Hochmeistera von Juni 24. 
Preusscu (zn Heval?) seinen Beisitzern, Heinrich ron Lode und Woldemar Surtever, prisi- 

dirt, Ueinrich von Lode, des Nicolau$ Sohn, und Ilcnneke, des Nicolaut Bruder, vor ihnen 

den Hof und das Dorf Wolghe und das Dorf Auwariculla dem Hemrieh ffacke ver- 

kanfl ond aufgelassen. 

Nacb einer rehlerbaflen Abicbrift in Hiarn't Collectaneen I, 551 abgedroekt Im Livl. U.B. Nr. 
CMLXXXVI. Deulsch in t>. Buuget Hrieflude S 41 Nr. 51. 

1170. Der Rath der Stadt Liibcck sclireibt an dcn Revaler Rath : Unsere Raths- Novbr.19. 
tendeboten waren mit den Sendeboten des llochmeisters des D. 0., der Rathe der Stadte 

des Landes Prenssen und dcr Sccstadtc am 1. August d. J. in Greifswald versammelt und 
haben einmuthig bcsclilosseu : das Rcich Dancmark und das Land Schonen sollcn von den 
Mitgliedern dcr Deutschen Kansa gcmieden und rnit keincn Waaren besucht werden, bei 
Verlust des Lcbcns uiid der Waaren. Und weil dcr Konig von Dancmark mit scinen Ge- 
aosscn dem „gemeinen Kaufmanu" uud den Stadten auf dem Meere in dieaem Jahre grossen 
Scliadcn zugcfugt, so soll in allcn Seestadten nnd in den Stidtcn Preussens von allen Waaren, 
welche aus deuselben zu Lande oder zu Wasser ausgefiihrt werden (enavigantur) , ein Zoll 
erhobcn werden, namlich von jedem SchifTpfund (lalentum) 4 Groschcnpfenuige Stcrling (gros- 
soruro IV denariorum sterlingoruro), und soll die Krhebung mit dcm Ende des bevorstehcnden 
Winters beginnen und bis zum darauf folgenden Michaelisfcste dauern. Wenn die Stadte 
finden, dasa dieser Zoll lur Vertheidigung des Mecrcs nicht geuugt, so wollen sie eine 
Tagfahrt anberaumen, um zu berathen, ob dic Erhebung deBselben noch langer fortdauern 
solle. Der Zoll ist in der Stadt, ous welcher die Guter ausgefuhrt werden, unter Eidetlei- 
stung zu crhcben, und darftbcr, dass es geschehcn, von der Stadt cio Zeugniss aussufertigen, 
damit von denselben Giittrn keiu weitercr Kin- odcr Ausfulirzoll erhobcn werde. Waa von 
solchom Zoll in den Prcussischcn Stadten crhobcn wird, mu.ss dcn zum Lubischen Drittheil 
gehorigen Stadten, d. i. dcn Sccstiidlen, iibcrgebcu werden. Mit Uanseatcn sowohl, als mit 
Ausserhansischen , welche deu Zoll nicht erlegcn uml Dincmark oder Schoncn besuclien 
wollcn, darf kein Kaufmann Kauf- odcr Verkaufgeschafle abschlicssen. Ferner haben die 
Slidte Kolberg, Stettin, Anklam, Greifswald, Demmin, Stralaund, Hostock, Wiamar, Liibeck, 
Kiel und die fibrigen Seestadte, um das Meer von den Belastigungen von Seiten Daneraarka 
iu befreien, und denjcnigen, welche den Ilafen von Noressond besuchen wollen, freien Zu- 
gan» und Weggang su sichern, mit den Kdnigen von Schwedeu und Norwegen aich dahin 
geeinigt, dass Letztere mit den Ihren den Stadten und die Stadte ihneu gcgen dcn Kdnig 
von Dincmark und Jeden, der sonst das Meer beunruhigen will, mit Scliiffen uud bewaffneten 
lieuten beistehen wollen ctc. Weil der Widerstand der Seefabrer wider «olche Beunru- 
higungen nie nothiger gewesen, als jetzl, so laden wir aich Kuch ein, den gedachten Stadtea 

v 



Digitized by Google 



1361, Euch anzuschliesflcn , ihnen etne Untersttitsung an Schiffen und Bewaffneten sukommen uud 

den Zoll auch bci Euch erheben sn laaien. Wir achreiben uber densetben Gegenstand an 

die Stadt Campen nnd dic fibrigen Stidtc in der Siidcraee und in Klamingen, und bitten 

Euch, die Euch benachbarten seefahrenden Stidtc aufzuforderii , daas auch sic alle obge- 

dachten Bcatimmungen in Ausfiihrung bringen und unverletzt beobachten. Waa Ihr iu dicser 

Angelegenheit zn thun beschlicsst, mcldet den Preussischen Slidten zu Lande, ao wie uns. 

Dieses Schrcibcn haben wir, wcgen der Unaicherhcit des Weges, doppelt ausgefertigt. 

Dai Original auf Perg. ira Revaler Ralhiarchir, wonach drr Abdruck im l.ivlSnd. U-B. Nr. 
CIWLXXXVII geschehen, hal keloe Ao^ahv de* Jahrei. Lelxterei liiiM lich jedoch grnau beilironieo, 
da der iin Eingnnge erwabole llnniatag zu Greifswald am I. Angn»! 13HI grbalten wurde : e. 
Sartoriui- fappmberq II, 490. 

1171. Johanne», Liibischer Dccan, vom Erzbischof Stephan von Arlcs sum Subexecutor 

ernannt, schreibt an den Probst und das Capitel zn Riga, so wie an dic gcsaramte Geiallich- 

keit der Stadi Itiga: Auf Grundlage des in Sachen dea Kigischen P^rzbischofs wider den D. 

0. in Betreff der Herrachaft uber Itiga gefalllen Endurtheils habe der Bischof von Arlea 

durch aeinen Subexeculor Johannet, Oescfachcn Probst, iiber den widerstrebenden Orden 

und aeine Genossen dic Excommqnication und auderc geistliche Strafen verhingt. Da jedoch 

der Orden aich nicht daran gekehrt, vielmchr dic Abtretung der Stadt Rigi nicht nnr ver- 

weigert, sondern auch den Rath und die Burgerschaft boslich zu dcr unrichligen Behsuptung 

verleilet, ala sei dic Stadt scil dcn iltesten Zcitcn dem Orden nnterworfcn gewescn, um so 

den Ersbischof dnrrh neue, endlose Proccsse zu crmiidcti, da ferner der gedachte OeseTsche 

Probst, dadurch abgcschreckt , sich dem ferueren Executionsverfahren enlsogen, so habe 

er, dazu aufgeforderl, der weileren Urtheilsiollstrcckung sich unterzogcn, und bclege dem- 

nach die Sladt Riga roit dero geistlichen Intcrdicl, trage daher der Geistlichkeit auf, jeglicheu 

Gollesdienst in der Stadt cinzustellen , bis sie dazu von ihm, Decan Johanne», oder seinen 

Obern die Erlaubniss erhalteu. 

Nach dem Origlnal , welrhei frtlher io xwei Exemplareo in dem ehemal. erzbiichofllch-Rigischrsi 
ArchW aiifl.nw.hrt wurde (Mllthl. III, 73 Nr. 100 und 101), abgedr. bti Dogitt V, 71 Nr. 51 uad 
im Livl. U.B. Nr. CMLXXXVIU. 



1362 

0. T. 1172. Heinrich ton Tisenhuten bekennt, dass er vom Krzbischof vom Riga 1400 Mark 

Rig. empfangen , fiir wclche das zum Ersbisthum gchorigc Land und Schtoaa Senteselle 
(Sunzel) sciiicm Vatcr verpfiudet (obligala) geweseu. Gegeben su Riga im J. 1362. 
Dai Orig. im ehemal. Rigiich - ersk. Archiv : Milihll. Ul, 73 Nr. 102. 
HrsS7. 1173. Kath und Schoffcn der Stadt Ratingc schreiben au dcn Rath zuRetal: Insere 

Biirger, die Gebriider Mcataus und Heinrich, genannt Schedenmeker , und dercn Schwesler 
Jutta, habcn una angezeigt, wlc durch den bei Euch crfolgtcn Tod Eurca Mitburgers Heinrich, 
genannt ffegghemann, ilinen einigcs bewegliche und utibeweglkhc Got angcfallen, und haben 
nachgewiescn, daas sic, Nicotaus, Heinrich und Jutta, des Heinrieh ff. Geschwister, dahcr dic 
nichsten Erbcn zu dessen Machlass seien, wie dcnn auch wir solches bckennen und Euch zu- 
gleich ersuchen, dass Ihr solchen Nachlasa dem Vorzciger dieaes, Conrad, genannt Suengel, den 
Jene dazu gehorig crmichtigt, ausliefern (resignare) lasset. Dafiir wcrdet Ihr tins zu Euren 



Digitized by Google 



165 



Diensten stets bereit finden, und ubernehmen wir wegen jeder Nachforderung in Betreff ge- 1382. 
dachten Nachlasses jeglicbe Verantwortung etc. 

Daa Orlg. auf Perg. Im Revaler Rathsarchiv ; daroncb abgedr. im Livl. U.B. Nr. CMLXXXIX. 

1174. Fromhold, Erzbischof von Riga, bekennt, dass er zur ewigen Vicarie, welche Jull 20. 
tein Vorganger, Eribischof Engelbert, in dcr Rigischen Domkirchc zu Ehren des heil. Ivo 
gestiftet, die Insel Ostinchusens-IIolm, welche der ohne Erben verstorbene Heinrich 
Ostinchusen von der Kircbe zu Lehn gehsbt, und die nnnmehr an ihn (Fromhold) und 
seine Kirche heimgefallen , mit aller Gericht»barkcit und wclllichem Rechte an Aeckcrn, 
Wiesen, Weiden, roit ihrem Antheil an der Fischwehre (gurgnstium), so vric mit allen iibrigen 
Friichte nund Zubchbrungcn, seincm Rigischen Domcapitel zum freien und ewigen Besitz ver- 
liehen, uud zwar dcrgeitalt, dass dai Capitcl dcm daselbit fungireuden ewigen Vicsr jahrlich acht 
rfark Rigiach, die Mark zu 86 Schilling Liibisch gerechnet, und zwar 4 Mark zu Weihnachlen 
und 4 Mark su Pfingslcn verabfolge, nnd ausserdem 2 Msrk am JahreKgcdachliiissfcst des 
Erzb. Engelbert den die Seelroessen etc. bcsorgenden Domherren und Vicaren. Wenn das 
Capitel diewe 10 Mark im Laufe eines Jahres nichl sahit, falll die Insel an den Erzbischof 
zuriick, welchcr dann aus deren Einkiinften die 10 Mark jahrlicb entrichtet. Die Vergebung 
(collatio) der Vicarie bleibt dem Erzbischof rorbehaiten. 



1175. Derselbe urkundet, ea habe ihro dcr ehrbare Knecht (famnlus) Johann ron Jutl 28. 
Ngenhove angeseigt, wie Dettev Ategalle, Vasall der Rigischen Kirche, wider ihn und seinc 
Ehefrau wegcn gcwisser Giiter, welche einst dem Thiderich Poykejenve, dessen Sohne Conrad 
nnd ihren Erben gehdrt, einen Rechtsstreit su erheben bcabsichtige, tind zeigte uns eine vom 
Ritter Barthoiomaus ron Tisenhusen besicgelle Urkunde vor, des Inhalts, dsss gedachter 
Bartholomaus bekennt, er habe eine von Thiderich Poykejerwe uttd dcssen Sohne Conrad 
besiegelte Urkunde gesehen, in welcher Thiderich, mit Einwilligung seiner Ehefrau und seiner 
Krben, und sein Sohn Conrad gewisse Giiter, im Umfange von II Haken, die ihnen von 
Thiderich ron Hittenstein, Biirger zu Lemeselle, verpfaiidet worden, Johann Perneyaget 
dem Juugern nnd desseu Erbcu fiir 100 Mark Silbers, die Mark su 36 Schillingcn gerechnet, 
nebst allen Zubehdrungen in Besiti uberlasscn, mit der Bedingung, dass des gcdachten Thi- 
derich Ehefran und sein Sohu Conrad }ene Giiter uieder fur 100 Msrk Silb. einldsen kdnnten, 
ubrigens mit Gclde, das aie durch eigene Thatigkeit erworben, nicht mit fremdem, etwa ala 
Darlehn erhaltenen. Nach Verlesung dieser Urkunde habe Johann con Piyenhove gebeten, da 
Detlev behaupte, iiber die gedachten Giiter und Haken Urkunden vora Erzbischof su haben, 
der Erzbischof radge ihm mit seincm Siegel beglaubigtc Abschriften solcher Urkunden sosfer- 
Ugen lassen. Nsch erfolgtcr Einslcht in die enbischdflichen „Biicher und Regestcn," hatten 
sich zwei dem Detlev verliehene Urkunden gefunden, deren Inhalt deronachst folgt (s. die 
Urk. v. |. Janr. 1359 und 21. Juni 1360, oben Reg. 1142 nnd 1151). Schliesslich verlangt 
der Erzbiscbof, falla Detlev Ascgalle noch andere Urkunden habe, dass er solche dero Bischof 
Jokann ron Dorpst, des Enbischofs Bruder (germanus) und Vicar, den Riltern Woldemar 
ond Johann, Gebrudern von Rosen, und Engelbert und Bartholomaut, Gebrudern von Tisen- 



Aus dem Litthauischcn Archiv ahgedr. hei Dogirl V, 72 Nr. I.II nad darnacb im Livl. U.B. 



Nr. CMXC 




166 

1363. huten, offentlich vorleae, und fur ilin nnd die genannten Herren davon Abschriften ausfertigen 
Usse. Gegeben iu Lilbeck etc. 

Das Orig. auf Perg. befand alch elrut io dem Rig. •rehlachdd. Archiv (Miltheill. III, 73 V 103), 
jetit In der Litthauischeo Metrika beim Seoat ; darnacb abgedr. im Llvl. U. B. Nr. CMXU— III. 

Septbr.lt». 1176. Lambert von Hattorpe, weltlicher Richter zu Sost, nrkundet, dass vor ihm tu 
Gericht erscliieuen Johann E., Biirgcr su Sost, rechter Vormund der Hadewig Bovenacker 
und ihrea Sohnea Johann, Biirgcrs sum Hartesberg, und mit Hand und Muud aufgetasaen 
dera Godeke Iturede, Biirger zu Reval, Vorzeiger dicses Briefea, alles Gut, das der Hadewig 
und ihrcm Sohne Johann obgenannt zu Rcval angestorben ist von ihrem Bruder Gerd Boven- 
acker und ihrem Sohne Volmar, es sei Garlen, Antheil an Budeu, cs sei an Geld, an Sals, 
an Gcwand, an Roggen, an Elennshiuten, oder wes Nameus es sei, wenig oder viel ; und hat, 
als ein rcchter Vorraund, daraof einen formlichen (alinge?) Verzicht geleistet und Godeko 
lturede und dessen Erben darin eingesetzt. Allea Vorslehendc hat auch Reinhold Bovenaeker, 
der Hadewig Khcmann, mit Hand und Mund bekrafligt. 

Nach dem Orig. auf Perg. iin Revaler Rathiarchlv abgedr. im Livl. U. R. Nr. CMXCIV. 

Neptbr.TO. 1177. Der Revaler Ratb bezeugt, daas der Vorzeiger diescs den Zoll der von ihra iu 
verschiffcnden Giiter, nsch geleistetcm Eide, bcim Rathe cntrichtet habe. 

Nach dem Coocept auf Perg. Im Revaler Raihaarcblv abgedr. im Livl. U.R. Nr. CMXCV. 

1363. 4365. 

Juni 34. 1178. Der zu Lubeck abgehaltene Hansatag, von Livland aus bcschickt durch Johamt 

von Borentse sus Riga, Herhord Kurler aus Tarbat und Peter StochkeUtorp aua Reval, 
fasate unter Anderm nachstehcnde, Livland betrcffcnde Bcschlusse : 8) Dem Ersbischof von 
Riga ward auf seine Bitte an den Ordensmeister in Livland und an den Rigischen Rath ein 
Bittschreiben gegeben, dass sie ihm den Gcnuss seiner alten Rechte uud Privilegien grstatten 
roochten. — 10) Im Hofe su Neugard soll ein geschicktcr uod fiiliiger Mann sum Aeiter- 
mann gewahlt, und, so lange cr am Orto ansharren kann, nicht abgesctst werdcn, ea aei denu 
wegen eines (su befiirchteiidcn oder verschuldetcn ?) Schadena. Es musa ein Hanaeate, flbri- 
gens gleichviel welcher Nation, der Geistliche dea Hofes aber muss ein Lubecker oder Goth- 
liinder aein. — II) Die von Riga sind zugelassen, dcn dritten Theil des Neugard. > Hofes 
su bewahren (aervare); wenn jedoch dadurch der geraeine Kaufmann einen Schaden erleidet, 
so sollen die von Riga uud andere Zugelassenc fiir den Schadcn haften. Ueber einen Reitrag 
in die Biichse (exactio in pixidcrn) konntc raan sich nicht einigcn. — 15) Auf die an die 
Livlinder gestellte Forderung. die Hansa mit 6 Schiffcn und G00 Bewaffncten su unterstutsen, 
■ntwortetcn dieselben : ihr Land sei nicht volltrcich; sie konnten daher keine Schtffe und 
Bcwaffncte stellen, wollten aber gern einen Zoll cntrichlen und die Stadte sura Kriege mit 
Danemark mit Geld untcrstutsen. Es wurde ihnen jedoch die Wahl gelassen, ob sie 2000 
Mark reinen Silbers gcben, oder mit 200 Bcwaffneten und 3 Schiffen (liburnae) kimpfen 
wollten. Sie crboten sich, Solches ihren Stadten so hintcrbringen , und deren Antwort mit- 
lutheilen. — 18) Die Rathsglieder der Livlindiachen Stiidte genehmigten alle von den „ge- 
neinen Stidten" in Betreff dea Ilandels etc. geroachten Bescliliissc. 

Nach einer Kopenbagener Abachrift ist dieaer Receaa volUtandi- abgedruckt bel v. Sartoriut- 

l* PP e»berg II, »1, Nr. CCXVIII, d, 6. Eio Auasug der Livlaud betreffeoden Slellen im Llvl. U.B. 

Nr. CMXCVl. 



Digitized by Google 



:4«T 

1179. Dominicue, Biachof ron Maeqnartl (?), nnd elf andere Bischofe erkliren, dass 13». 
sie, — wunschend, dus d.is Hospital der Aussitzigen, welches iu Ehren des hell. 
des Tiufers ausserhalb der Mauern der Stsdt Reval gegrfindet worden, mit 
Bbren besucht nnd von den Christgetreuen verehrt werde, — allen wahrhaft Bussfertigen, 
weicbe an den dem Patron dea Hoapitala geweihten nnd an einer Reihe von andern, naraentlich 
lufgefiihrten Feattagen die Cspelie des Hospitals besuchen etc, oder zum Bau dcs Hospitals, 

der Capelle, der Hiihle, des Flusses oder Dammes, an Materialien oder an Gelde, Beitrige 
geben, oder su andern Beiliirfnissen dcs Hospitals oder der Capelle in ihren TesUmenten 
•der aom-t Gsben zukommen lassen und ftir deren Zuweuduug sorgcn, oder ffir dcn Blschof 
von Reval, Bcslatiger (confirmator) der Anstslt, uml den Revaler Rathsherrn, Arnold von 
Renten, Vorateher derselben, wahrend sie leben oder nach ihrem Tode, Seelmesscn lcsen 
lauen etc, so oft sie dergleichen thon, 40 Tage Indulgenzen von den ihnen auferlcgten 
Bussen bewilligen , sofern der Didcesanbischof es genchmigt. — (Jnten und am Rande der 
Urkunde fiuden skh verzeichnet die Ratificationen dcs Biscbofs Ludwig vou Keval, des Bi- 
schofs Jacob von Constanz, Vicars der Revaler Kirche, der Bischofe Johannei und Heinrich 
von Reval, simmtlich ohne Zeitangabe. 

Naeh de» Orig. anf Perg. im Revater Ratbaarchiv abgedr. im LM U. B. Rr. CMXCVII. 

11 80. Die zu Greifswald versammclten Sendebotcn der Stidte L&beck, Wiamar, Novbr.20. 
Rostock, Greifswald, Anklam (Tanglvm), Stettin, Neustargard, Colberg und 

Kiel, theilen mit, diss dcr Waffenatiilsland swischen dcm Kdnig der Dinen und den Stidten 
am bevorstehenden Feste der Emcheiiiung Chrisli (d. 6. Janr.) erlischt, und bitten hicrvon 
den gemeinen Kaufmsnn am Ort, in Schweden, in den umliegendcn Ortschaflcn und wo es 
sonst gut scheinen mdchte, in Kcnntniss sn selzen, und zu ermahncn, dass nach gedachtem 
Termin Niemand . durch dcn Ilafen Noressund aegcln moge. Wenn ein Kaufmann nach 
Deutachland segeln will, so mogc er durch die Elbe gegen Hamburg, der grosseren Sicherheit 
wegen, seinen Weg nehmen. 

Daa ©riginal auf Papier im Revaler Rathsarchlv enthalt weder eine Angabe dea Jabres, noch 
elne Uotersrhrifl des Anaslellera, noch endlich eine Adresae. Der bei «. Sartoriut- Lappenberg 
II, 533 abgedrnckle Uansarereas vom 19. Novbr. IS63 IHsst jedoch Qber das Jabr 1363 keinea Zweifel 
Obrig, und macht ea wahrarhelullch, daaa das Schreiben von Stralsund aus ergangen, und da es im 
Revaler Raliiaarchiv sicb aufbewalirt fiadet, so itt ea an den Revaler Rath gerichtet geweaen, 
entweder direci oder durch Vennittelung einer andern Stadt. Abdrurk im Livl. U. B. Nr. CHXCVIII. 

— Der angeblich nach Kelch's Chronik S. 123, bei Arndt II, 107 tind bei Gadtbutch 
I, 2, 466 bei diesem Jahre angefuhrte Vergleich zwischen dem Erzbischof nnd dem Orden 
gehort in das Jahr 1366 (vergl. Hupeti neue nord. Misccllan. VII, 247 Anm.), und in dieselbe 
Zeit ist die Schrift zu setzen, welche — eine Darstellung der gegenseitigen Anspriiche beider 
Tkeile, die pabstliche Entscheidung und dcu Vergleich enthaltend — in NapierskgU ludex 
Nr. 410 ins J. 1363 gesetzt wird. 

1564. 1M4 . 

1181. Johannes, Bischof von Dorpat, lasst anf Bitte von Siegfried Blomberg, Domherrn Jur, 14. 
der Righicheii Kirche, Namens des Probatcs Arnold und des Capitela dersclben Kirche, die 
Urkonde des Bischofs Albert von Itigs vom 1. Jsnr. 1223 (Reg. 61) transsurairen. 

Nach dem Original, welrhea aich im ehemal. erablsehdflicb - Rigiachen Archtv befand (Mittbl. III, 
74 Nr. 106) abgedr. bei Dogiel V, 73 Nr. Llll und darnach im Livl. U. B. Nr. CMXCIX. 



Digitized by Google 



168 



^ 3 * 1 - 1182. Heinrich (Helmich) Depenbrock, Comlhur iu Reval, und Heinrich, Prlor, und der 

201 ganze Convcnt der Predigcrmonche 2u Reval, traussumiren die Urkundcn I) des Bichofs Theode- 



rich von Reval vom I. Juni 1254 (Beg. 303) uud 2) dea Comthurs Reimar zu Wittenstein 
30. Septbr. 1314 (Reg. 755). D. D. Revaliae, tn vigilia Bcnedicti abbatis, anno MCCCLXIV. 
Klne st-hr ttUcliti^e Abschrift In Hiarni Collectaneen I, 275. Index Nr. 3349. 

1183. Der Revaler Rath schrcibt ati Narwo Ingewaldson, llauptmann von Finnland : 

Unser Milbiirger Ileinrich Ifise hat uns angezeigt, dass er seinem Bruder Brandanus Wise 

45 Zlmmerlasten (timber lasten*) aU Commissionsgut (sendeve) anvcrtraut, um sie zu ver- 

fiihren und in andere Waaren iimzusctzen. Jenc 45 Zimmcr hat nunmehr Brandanu», wic 

Heinrich erfahrcn, gegen Kupfer tind Eiacn, Insgcmcin Oacmund genannt, umgetanscht. Wir 

bittcn Euch daher, solcbc von Brandanus eingetauschle Waare, wie deraclbe sie Ench, Namens 

dea Heinrich, anzeigen wird, uns nach Reval zu senden, da Ihr solche Waare, wie wir erfahren, 

•ls arrestirt und bcschlagen in Eurcr Gewalt habt. Was Brandanu» als dem Ileinrich fur 

die 45 Zimmer tugehdrig mil seinem Eide erweisen wird, will lleinrich vor nna eidlich 

bekraftigeu (rcservare). 

Das Concept auf Papier im Revaler Ralhiarrhiv — wornach Her Abdruck im UvL U.B. Nr. 
M bewcrkslelligt Ist — hat keine Jahre«aogabe , muss inde*», wie aus den Reg. 1184 und 1187 
sich ergiebt, in dieses Jahr geseizt wvrden. 

Mlrz20T i»84. Derseiba schreibt an denselben : Unsere Mitbiirger, Hermann con der Hove, 

Mitglied unacrea Rathcs, und Johann Witle, haben uns angczeigt, dass sie im vcrflosscoen 

Herbst in der Stadt Stockholm 13 Faas Eisen, insgemcin Osemuud genatint, gehabt haben, 

welchc 13 Fass in dcm Schifle, in welchem Brandanus Ifise war, nnd welches, wie wir 

lioren, in Eurer Gewalt ist, uach Rcval gcbracht werden sollten. Daher bitten wir Euch, 

wenn ihr von dcm •ngczeigten Gute wclchea habl, das mil dcm Zcichen dea Hermann von 

der Hoce (worubcr dieser Euch brieflich Milllieiluiig machen wird) veraehen ist, solches 

Namens desselben dera Goswin Preen auszuliefern, damit dicser ea nach Reval senden kdnne ; 

denn ea ist ihnen nicht genau bckannt, ob die 13 Fass Osemuud aich vollsandig im Schiffe 

befunden, oder nicht. Dass das Gnt, welrhcs Ihr mit dcm Zeichen dcs Hermunn veraehen 

findet, ihneu in der That gehbrt, haben sie vor uns eldlich erhartet. 

Das undalirte Originalroncepl findet Mrh im Revaler Kaihsnrrhiv auf demxelhpn Rlalle Papler, 
welcbei das unler ISr. 1183 regUlrlrle Schreiben enthiill, und i>i daher ohne Zweifel damit gleich- 
xeilig. Dass es zum J. 1361 gehiirt, ergiebt sich aus der unter Nr. 1187 regislrirten Aulwort 
auf dasselbe. Abgedruckt iin Livl. U.R. Nr. Ml. 

A P ril23. 1185. Arvold von Vitinghof, Meister des D. O. in Livland, giebt dem Kloster ni P.dia, 

auf Bitte des Abtes, Nicolaus Rysbiter, austatt der demaelbcn von seinem Vorgingcr, Ordens- 

racister Gerhard con Jocke geschenkteii Dorfer Castrcnennc und Metzenkiille (Reg. 788), 

die drei in dcr RevaPschen Diocesc belegenen Dorfer Hemmere, Karieleppe nnd Wal- 

z e n m u h 1 e. 

Nacb einer *ehr flBchligen Abschrlft in ffMmi Collertan. I. 270 (Index Nr. 3350) abgedr. in derw 
Livl. U.B. Nr. Mll. Deulsch in t>. Bungei Brieflade S. 42 Nr. 55. 

1186. Der Rigische Rath urkundct, dass er die Rigischen Biirger Marquard TegeUtr 
und Godeke Lucowe dcrgestalt von einander gcschicdeu, dass weder Godeke, uoch seine 



*) Ea Ist nicbt ganz klar, ob bierunler 45 Zitnmer (Scbock) Felle xu 
auch bedeuien kOnnle — 45 Laslcn Rauholz. 



Digitized by Google 



Ntchfolger im Beslts des Erbe, durch einen Beo der Btdatube») des Martuard, oder seiner 1364 

Nschfolger im Beslts, irgend das Licht benehmen diirfeu. 

Ntch deaa Orlgiaalconcept anf tlwn PersBraf nthlaite, welch.ee in den OriglnalcOdez det Rlgitcheo 
umgearbcileten Stadtrecblt im RigUcben Ratbtarcbiv bineingelegt war, abgedr. im Livl. U. B. Nr. Hlll. 

>> .• . i .• '. '■ . «i •• .! . I .f I O 

1187. Albrecht, Konig der Schweden und Gothen, schreibt an den Revaler Rath : April29. 

Eoer an Hrn. Narwo, unsern Fcind , gerichtetes Sclireiben haben wir empfangen, und daraus 

ersehen, dass Ihr Hrn. Narwo bittct, dass er dem Gliede Eures Rathes, Hermann von der 

Bove, 12 Fass Eisen, welche er in das Schiff des Rrandanu» Jfi»e verladen lassen, sosenden 

moge (Reg. 1184). Da dieser Brief uns zu Geaicht kam, nachdem Albert Hundabeken, der, 

wie wir ersehen, von Narwo durch Hermann von der Hove crmachtigt war, jenea Eiaen su 

empfangen, uns bereits veriassen hatte, so konnen wir uns niclit genug dariiber wundern, 

warum der Brief uns durch einen Andern, als dcn Albert, fiberreicht wurde. Noch raehr 

tind wir darfibcr erstaunt, dass, wShreud wtr mit dcm Hcrrn Narwo in Fcindscliaft begriflen 

tind, und das Schloss Abo belagern, lhr den Brief ohne unsere Erlaubniaa abgefertigt habt. 

Darum wundert Euch nicht, dasa wir den Brief bei una bchalten, bia wir uber dcsscn Aus- 

fertignng (emiasio) gcnauer unterrichtet sind. Geachricben vor dem Schlosa Abo etc 

Nach dern Orig. auf Papier Im Revaler Ralhtarchiv abgcdruckt im Livl. U. B. Nr. MIV. Dem 
defecten und ium Tbeil tchwer zo enlzifTeroden OrigioaUthreiben. fehlt die Aagaue ilet Jahret. Da 
jedocb die Eroberung Finnlandt durch Koolg Atbreeht lo die Jahre 13G4 uod 1305 fSllt, to mott 
dat Scbreiben mit grouter Wabncheinlichkeil in daa ertte dieter Jabre getetzt weraen. . /•'.•. I .fi 

1188. Pabst Urban V. widerrnft alle Provisionen, Confirmationen, Commisslonen und* Aug. 28. 
Commenden, welche irgend welchcn geittlichen Persotien, sowohl Weltgeistlichen als Regti- 

larcn, desgleicheu Laien, in Betreff vou Hospitalern (xenodnchita et hotpitalibus) gemacht 

sind, nnd nicht von Ritter- oder andern geiatlichcn Ordcn beatehen (quac dc militaribus 

ordinibas aut slifs rcliglonibus non exsisUnt), oder wenn bei Stiftnng dersclben nlcht anders 

vorgesehcn ist, nnd bringt solchen Widcrruf zur Kenntnis dca Ersbischofs von Rige und 

teiner Suffraganeen. Datum Avinione, V. cal. Septerobris, pontif. anno II.' ' 

Dlete in ini-brfacher Hinticht dunkle InbnlUanzelge det Originalt, welchet ticli Im ebemal. erz- 
bltchuflich-RigUchen Archiv bcfundeo, liefern die Milthll. III, 1% Nr. 101. 

1189. Magnu», Bischof von Westerla, nebst dem Erzbischof von Arlea und dcm Bi- Octbr. 30. 
tchof von Dorpat vom Romiachcn Stuhlc zum Exccntor emannt, fillt ein Excommunications- 

nrtheil wider den Meister uiid dic Brfider des Deutschen Ordens in Lfvland, wcgcn nlcht 
erfolgter Ruckgabe der Stadt Riga an dcn Erzbiachof von Riga. Datum Stocholraia, XIII. cal. 
Norembris, anno MCCCLXIV. 

Das Original befaod tlcb Im ehemal. enbUcbSflich-Rigitchen Archiv : Mlttbfl. III, 74 Nr. 105. 

1190. Carl von Montreal, Priesler, bekennt, dass er dem Kevaler Ralhe die Capelle des Decbr. 18. 
Hospitals zum h. Johannes ausscrhalb der Stadtmaucrn, die der Rath ilim verlichen gehabt, 

aus freiera und wohl iiberlegtem Willcn, ohne dazu verleitet zu sein, auf dem Saale (thea- 
trum) in der Rathsstube (camera consiliaria), wo der Rath sich auf acine Bitte zu dem Zwcck 
versammelt, frei nnd friedaam anfgctragen (resignaase), dergeatalt, dasa weder er, noch 
jemand von seinct wegen, je auf die Capelle oder deren Verleihung Ansprnche erhebcn 

•) Aestusriom wird bel Ducsnge (I, 115 ond III, 989) durch Slobe und Badttube obertetzl. 
Lltl. (jrk.-SUf. II. W 



Digitized by Google 




•: i I •! ; 
,"•#.."1.1 li '• • 

O.J.u.T. 1191. Der Revaler Rath schreibt tn Narwo Ingewaldton , Hauptroann von Finnland : 

Wi r haben Euren Brief empfmgen, darln Ihr uns bittet, dem Nicolaut Tkurtton keine Gunst, 

noch UnteratQtsiing tu gewthren, suroal Ihr wiisstet, dsss wir mit dero Herra Magnat, ilterem 

K5nige vou Schweden und Norwegen, ao wic mit (scincm Sohne) Haquin, dem jungern Ko- 

nige, und ihren und Euren Angehorigen (familiares) Sn freundschsftlichem Einveraehroen 

■tQnden. Wir aind gedachten Fursten nnd Euch su Dank verpflichtet, nnd bereit, aie und 

Eucb, nach unserera Vermogen su begunstigen nnd sn fordern. Aber auch zu dem Herrn 

Nicolaut Thurtton stehen wir nnr in freundachaftiichem Verhiltnias (und wenn er seiner 

Geachiifte wegen su uns kommt, ao dflrfen wir ihm unaern Bcistand nicht verssgen, nnd 

konnen nur vei«prechen, ihm keine Unterstutsung gegen die gedachten Fursten su gewahren *J. 

Denn wir habeu eine freie Madt, in welche und aus wclcher Jedem in seinen Kauf- und 

Verkaufgeschiften der freie Zugang und Weggang oflen steht. 

Das undalirte Originalconcept im Reraler Rathaarcliiv — abgedr. im Ltvl. U-B. Nr. MVI — 
lat blerber gesetst worden, weil ea mit den unter Nr. 1181 ond 1184 regiatrirlen Schreiben in 
einlger Beslehong aiebt, auch von derselben Hand, wle dieae, geschrieben iat. 

O.J. o.T. 1192. Dertelbe achreibt tn eisien Besurktvorgesetiten : Ener Schreiben, dss Ihr wegea 
des in unterer Sttdt Eurem Mitbiirgcr, dem Kurschner (btid kurtewerte, btld pellifex 
geninat) Hermann, widerfthrenen Unrechtt tn unt gerichtet, habcu wir empfaugen; wir 
haben fruber daa Wthre dcr Sache, wegen der btlben Mtrk nimlich, nicht gektnnt, nnd 
bediuera tehr, dtss lhr durch dieselbe beiittigt worden. Ntmem des Hermann bit 
untera Biirgermeitter «m freiet Geleit und Sicherheit fur ihn. Auf die Frage, tus 
Grunde er geleitet su sein wiinsche, erfolgte die Antwort: weil er mit eiuem unserer Mit- 
burger eine Streitttche (ctustt et negotiaj tu verhandeln habe, uud ihm ntch der Form 
unteret Rechtt tntworten, ihm genugthun und zu votlem Recht steben wolle. Hierauf erwi- 
derte unser Bflrgermeisler : Wena er tnf dem Wege unieret Rechti und Processct antworten, 
genuglhun und vor Gericht eracheinen wolle, so bedflrfe cr keines Geleits uud keiner Sicher- 
heit. Uebrigens verbot unser Voigt, dttu betuftrtgt, dem Ludekin Meyen, wie nnter Recht 
verlangt, dast er Eurem Mitburger nichta Anderet thun oder anhtben rooge, tlt was Rechtcus 
sei. Ntch Empftng Euret Schreibem erhielt indeti der Voigt den Auftrag, von Ludekin 
Meyen die Stellung von Biirgeit (promissorcs) zu verlangeu. Der Voigt fsnd ihn jedoch uicht 
in seiner Wohnung, di er in dss Mdnchskloster geflflchtet wtr. Alle in seiner Wohnung 
vorgefondenen Sichen wurdcn demntchst mit Beichlag belegt, und daraus erhilt der KQrachner 
Hermann durch den Ucberbringer dieses eine hslbe Mtrk. Sobild wir den Ludekin in 
unserm Rechte ergreifen, wollen wir ihn und seine etwa zn ermittelnden Gehiilfen streng 
Dtch der Form unserea Rechts richten. Daher bitten wir Euch, dtss Ihr unsern Mitbiirgera, 
wenu sie in Eurem Besirke (districtus) etwts zu verhandeln habcn, um unaeres Dienstet 
wilien, fbrdcrlich uud gftnstig sein rodget; wir aber wollen, wenu ein Thor thoricht haudelt, 



) Der eingeklamaerie Sat», von den Worten : „undwenner" an, Ut im 



Digitized by Google 



I 



I. 



171 

sobald wir davon Kunde erhalten, ihn atreng richtcn. Wollet daher daa Oeichehene n 
nieht TOTwerfen oder anrechnen, da ea ohne nnaer Wiesen gesobdien. 

Nach dera uadetlrten Concapt aof Paprer ira Reraler Rathaarcblv abgedr. hn LM. U.B. Nr. 
MVII. DaaSchrclben i»t an dleaer NtHle aufgexiommen worden, weil deasen Sciri/Uuge vollkommea 
mit denen der Concepte Nr. IIS3, 84 nnd 91 Uberelnstimmen. An wen <Ja» Schreiben gerichtet 
gewesen, iat nicbt »u eraeben: rlelieicht an den oben mebrmala genanntcn HaOptmann too Flnn- 
land, Naewo Jngttoaldson. U 

1193. Der ReTaler Rath achreibt an Hermann, Biaohof too Oesel : Wir thun Euch 0. J.n.T. 
io wisaen, dass der Roggeo, den Hinselrin mit Beschlsg belegt (beaat) hat in unserem 
Recbte, dem Johann Pallen zugebort ; dasa wir dcnaelben, anf Eure nnd anderer guten Lente 
Bitte, lange Torcnthalten haben, er ihn abcr jetit mit Recht „angesetzt" (ang.esa bat, und 
wir ihn nieht linger vorenthalten kdnuen, da wir ihm nicht Rcchts weigern diirfen. Darum 
bitten wir, daaa Ihr dcn Jokann Pallen Tor Euch kommen und aein Reeht Teraotworten taaset. 

Du nndatirte Originalconeept auf Papkr im Ravaler Rathsarchir — darbaeh der Abdrnck im 
LItI. U.B. Nr. NVIIl — f*t ans denuelben Grunde wie Reg. 1193 in dleaes Jabr geaeltt worden. 

1365. 

m den zo Rerrai : Airf Evcr S hreiben erwidern 
wir, dasa en una gerathen aoheint, dle Briefe wege* der Cantioo, welehe von den 8eestidten 
bei Gelegenheit des von denselben mit dem Konig Ton Dine rnarar aegeaohloeserren Waffen- 
stillstandea rerlangt wird, su Lande abaufertigen. Wcnn Ihr daher dafifcrseid, ao aehicket 
nna baidigst Euer Schreiben, welchc* wfr dann mit dem unsrigen befbrdern wotlen. — Wegen 
der Kurne der Zeit nnd der bcschleunigten Abreise der nach Nowgorod abgegangenen Sen- 
deboten konnten wlr Euch daa, waa wir Euch too Selten der Kaufleute gcschrieben, nicht 
friiher roelden, — was Ihr nns daher nicht rerargen mogct. Bci Rfickkehr der Sendeboten 
werden wir Euch, ao bald ala wir nur kdnnen, nber daa Geschehene Nachricht geben, damit 
die bei Euch befindlichen Kauflcute nichts rersiumen. 

Kaeh dem Orig. auf Papier im Revaler Rathiarchiv abgedr. im Lirl. TJ. B. Nr. MIX. Dem 



:v \fU 



1 » 

ist, am 22. Jnni 13C4 abgeschlossen wurde (abgedr. bei t>. Sartorhu- Lajtptnberg II, 557), und die 
Caolionsscbreiben im April und Mai d. J. au*ge r ertigt wurden (s. unten Reg. 1196 und 1199), so 

br 



.1195. Der Liiblsche Rath schreibt an dcn m Rera! : Ditlev Utdrank, nnser Mitbiirger, Febr.W. 
hat una angescigt, wie ihm, als er einat mlt aeinem Schiffe zwiachen Munsterssund und 
Calmeraaund geankert, die vom Nenen Schloss (illi de Noro Castro) sein Schiif mit den 
darin befindlichen Gfitcrn gewaltsam genommen. Die Guter habe er auf Bitte und durch 
riulfe einiger guten Leute curQckerhalten ; roit dem geranbten Schiffe aber hitten die See- 
riuber ein dem Hermann von der Muhlen (de Molendino) gehoriges, von Hime von der 
Muhlen gefiihrtes, RevalWhea Schiff angegriffen, welchea slch indess nicht nur glQcklich 
Tertheidlgt, sondern anch von dcm feindllchen Schiffe swei Anker und ein Tau, Cabel gemnnt, 
abgeaohnitten und mitgenommen. Wir bitten daber aolcbe Anker und daa Tan, da aie 
Dnserm Mitburger gehoren, dem von demaeiben vor uns zum Eropfange crmichligten Ueber- 
bringer dieses, Johann Bunghen, aoaliefcrn su lassen. 

Nacb dem Orig. aof Perg. Im Revaler Ratbsarcbiv abged/. la Livl. U.B. Nr. MX 



Digitized by Google 



17« 



1365. 1196. Der Rigiache Rath bekennt iur «ich ond die benachbarten Stidte, nimlich 

April6. Wenden nnd Wolraar, daas er den «wiachen dem Konige der Dinen und den SeesUdten 
«bgetchiosaenen Stillstand (r. ft& Juni «64, *. Reg. 1194) genehroige, nnd verspricht die 
mttm «iiwgedrfickten Cantionen und Obserranxen, wie die contrahirenden Seeatidte ffir Rlga 
gutgesagt, fest und uurerletit iu Iialten. 

Nach dem Orig. auf Perg. in der Lttb. Tre»e abgedr. bei v. Sartoriut-Lappenberg U, 573 Nr. 
CCXXI, ood Im Llvl. U.B. Nr. MXI. Eine Abschrift (Conceptt) auf Papier, nebat Nlederaachs. 
• ' " ' ' Uebersetsung, Im Rlgiicben Rathsarcfaiv (Index Nr. 411.) 

April 6. 1197. Der Wenden'sche Rath bekennt, den Rath der Stadt Riga, wegen des den See- 

stldteo in Betreff des WaflenstillsUnds mit Dineraark iur Wenden gegebenen Versprechent 
f/Reg. 1196), getreulich fest und unverletst bewahren xu wolten. 

Nach dem Orig. auf Perg. im Rig. Ralhsarcbiv (Index Nr. 412) abgedr. la den Mitthll. V, 344 
i . Nr. 60 und im LM. U. B. Nr. MXU. 

April 30. 4198. Der Revater Rath giebt dem Liibischen Rathe, so wie den Rithen aller See- 

stidte, fiir Rcval eine Genehmigung uud Zussge, wie der Rigische (Reg. 1196). 

Nach dera Orig. auf Perg. in der LOb. Treae abgedr. bei *>. Sartorius-Lappenberg a. a. O. und 

£<1 , im Livl. U.B. Nr. MXIII. 

Mai II. ....1199. Der Dorpaier Rath genehmigt gleichfalls fur sich, ao wie fur die bcnachbarten 
Stidte, Pernau und Vellin, den mebrgedachten Waflenstilistand xwischen dem Danenkonige 
und den smr Hanaa gehorigen gemeinen Kaufleuten, so wie Alles, was in dieser Bexiehong 
noch rerhandelt werden sollte. 

. , ' Nach dem Orig. auf Perg. in der LOb. Treae abgedr. bet v. Sartorius-Lappenberg I. c. und im 
Llvl. U.B. Nr. MXIV. 

Mai 99. 1200. Helmich von Depenbroke, Comthur xu Rcval, und Odward von Kele, Vasall, 

Schiedarichter des Bischofs Ludwig, des Decsns Heyno, des CapiteU und der Geistlich- 

keit der Revalschen Kirche einerseita, Heinrich von Beke, Burgermeister , und Arnold von 

Renten, Rathsherr der Stadt Reral, Schiedsrichter des Priora und ConvenU des Prediger- 

ordens xu Reval andererseiU, thun kund, dass xwischcn bciden Theilen Streit entstanden 

fiber die Schule weltlicher Personen, welche die Predigerbriider hielten und durcli weltliche 

Personen veraehcn (regere) liessen, und ubcr dic Quart und canoniache Portion, welche der 

Cathedrale, dem Decan, dem Capitel und der Geistlichkeit der Revaler Diocese gebuhrte. Kndlich 

■ei dieser Streit mit Zustiromung dcr Parteieu und des Bruders Peter Osgoti, Vicara dca Dini- 

schen Proviucials dea Predigcrordens, dahin geschlichtct : Prior und Briider dcs Revafschen 

Conventa fibergeben ihre Schule und alle transsumirten Privilegien, die sic daruber haben, 

der Cathedralkirche, und bcgclcn sich aller Kinmischung in dieses Scliulwescn. Die von den 

Brudern zurtickbehaltene und bis jetzt nicht gexahlte Quart und canonische Portion wird 

ihncn erlassen ; fortan sollen sie aber die Quart und canonischc Portion von Testamenten 

und Beerdigungen entrichten, wie in der Constitution iiber dic Cathedrale cnthaltcn ist. 

Au» dem bei der Reg. 927 bescbriebeneD llefte dcs Revaler Rathsarchivs abgedr. im Livl. U B. 
Nr. MXV. 

Junl2l. faoi. Der LSbische Reth «chreibt an den «u Reval : Thidemann Lyngeberg und Johann 

Ifilstede, unaere Hitbfirger, haben vor uns, unter eidlieher Bestirknng, «ngezcigt, dass sic 
mit einem Schifler, Namens Gulsower, 86 Mark Rig. nnd 14 Oer unter Eurem Verwahr durch 
Eberhard WUte niedergelegt (locataa), wovon die Hilfte, 13 Mark 7 Oer, ihnen gchore. 



Digitized by Google 



173 



Zum Eropfang dieses Geldes hsbeu sie den Ueberbringer dieses, unaern MitbQrger Georg 1365. 
Ctott, ermlchtigt ; daher wir diesem da9 Geld ausausahlen bilten, und wegen jeglicher Nach- 
fordcrung die Biirgichaft ubernehmen. 

Nacb de» Orig. aaf Perg. im Revaler Rathaarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. MXVI. 

1202. ffiikelm von Vrimertheim, Meiater D. 0. su Lirland, bekennt, dass er die Muhle, Juli 3. 
welche der Revaler Rath von dem Nonnenkloster daselbst gekauft (Reg. 1122), ncbst allen 
Fruchten, Emolumenten und Rechten derselben, ooit Genehraigung des Hochmcisters, dem 
Rathe nach Lehnrecht in ewigen Besitz verliehen. 

Nach dem Orig. aof Perg. ira Revaler Ratbsarcbiv abgedr. in v. Buvgtt Quellen dei Revaler 
., Recbta II, 117 Nr. 41 und im Livl. U.B. Hr. MXVII. 

1203. Der Revaler Rath transsumirt das von Kdnig Waldemar III. der Stsdt Narva Juli 4. 
ertheilte Privilegium v. 2S. Juli 1845 (Reg. 990). D. D. Revaliae, feria VI. infra octivam 

b. Petri et Pauli apostoll., anno MCCCLXV. 

Eine Ab.chrift in Ui&rnt Collectueen I, Itt. Index Nr. 3351. 

1204. Gerhard, Bischof von Raticburg, transsumirt den richterlichen Ausspruch des Juli 24. 
Bischofs Magnus von Westeras iiber die vom Orden dem Eribischof wieder tu ubergebende 
Herrschaft iiber die Stadt Riga (Reg. 1156). D. D. Insel Onne (Unna), 'in der Ralseburg- 

schen Didcese, den 24. Juli 1365. 

Von dieaer hScbit weitacbweifigea , vflltig inbaiuleeren Urkunde, die daber nicbt ln daa Urknn- 
denbach aufgenommen worden, Gndet ilch nur elne lehr icklecbte, oft kaura veritandtiche Ueher- 
•etzung im geb. Archiv zu KSnigsherg. Indrx Nr. 413. 

1205. Dea Bischofg Magnus von Wcsteras, apostolischen Eiecutors, Eicommunications- Jull 34. 
process wider den Meister und die Briider des D. 0. in Liviand, wegcn nicht erfolgter Riick- 

gabe der Stadt Riga an den Rigischen Erzbischof. 

So wird der Inhalt einer Urkuude dei eheinal. erzbischoOich-Rigischen Archivs angegeben in 
den Mitthl. III, 74 Nr. 107. Uiicbst wahncbelnllck lit dieie Urkunde jedoch nlchu Anderei, ali dai 
Origlnal dei unter Nr. 1904 regiitrirlen Transiumtei. 

1206. Magnut, Biachof von Westeras, hebt daa iiber die Stadt Riga vcrhangte Inlerdict Jnfl 25. 
fir die Zeit auf , wahrend welcher der Erzbischof von Riga und der Ordcn iiber einen Ver- 

gleicb mit einander verhandeln. 

Dai Original befand lich einitnials in zwel Ausfertlgungen In dem erzblscboil.-RIgtschen Ardiiv : 
Mittheilnngen III, 74 Nr. 103 und 109. 

1207. Dertetbe iibertrigt sein Richteramt in Sachen des Erxbischofs von Riga wider den Juli 25. 
Orden dem Eribischof von Arles und dem Bischof von Dorpat, und erraachtigt sie, aeine 
Proeesse xu widerrufen und xu vemichteii, sobald sie daxu vora Erxbischof von Riga und von 

ier Rigischen Kirche aufgefordert werden. 

Dai Original befand sicb in demsillien Archiv : Milthelll. III, 75 Nr. 110. 

1208. Heyno, Decan der Kirche xu Reval nnd sonderlicher (spccialis) Official dcs Aug. 19. 
Bevarschen Bischofs hudtcig, thut kund, cr habe cine doppcltc (dupliccs, in xwel Exempiarcn 
ausgefertigte?), von mehreren Bischofcn ausgcstellte und besiegelte Urkuude gcsclien uud sich 
rortragen Jassen, in weicher allen wahrhaft Bussfertigeii, welchc der Capelle dcs Hausea xum 

heiL Geiat (in Reval) und deu dort bcfiiidlichen Armen railde Gaben spcnden, 1200 von ihm 
berechnete Indulgenstage bewilligt werden ; welche Urkunde in der Folge vom Bischof Ludwig 
von Heval bestatigt und mit 80 Tagen Indulgenx verroehrt worden. Er, Heyno, bittet dahcr, 



Digitized by Google 



174 

1365. e« mogen AiJe die Boteu der gedachten Capelle und der Armen, welche in den Schutz der Re- 
vaPschen Kircbe aufgenororaen worden, wenn ile iu ibnen kommen, wohlwollend aofnehmeu, 
menschlich behandeln, und nicht inlassen, daia sie tob Jemand belistigt werden. 

Das Orig. auf Perg. ira Revaler Ralhsarcblv, «bgedr. im Llvl. U.B. Nr. MAVIU. 

0. J. 1S200. Der Rcvaler Ratb achreibt an Eiengitel Nickeleen (Hanptmann su Wiburg ia 

jTinnland ) : Vor uns ist oifenbare Klage § efiihrt , dass Hinse Bruntwick und seine Genoasen 
„Anevang" gethan, indem er in unserer Stadt Mark und Eigenthum Laken (want) genommea 
und weggeluhrt Wir bitten Euch daher dafur su aorgen, dass denjenigen das Laken wieder 
sokomrae, welchen der Anevang gethan ist. Dat. Sonnabends vor Marii Gebnrt. 

Im Livl. U.B. Nr. MXIX abgedruckt nacb dem Concept im Deokelbocbe des Revaler Ratbs Nr. 
II Ul. 95, b, obne Jahreaangabe, jedocb nacb der Handschrift dieses aod anderer hierinil tusammen- 
hangenden Concepte (t. bcs. Reg. 1213) in diese Zeit su seUen. Uebrigens konnen diese Verhaod- 
Inngen aucb einer etwas spBieren Zeit angebfiren (nacb dem J. 1380), in welcber Erengitel Nickelson 
srter genannt wird, aucb eine ahnliche, vielleicht dieaelbe flandacbrift in Revaler Concepten vorkotnmt. 

O. J. 1210. Dertelbe richtet eine mit der vorhergehendcn Nummer fast gleichlsutenden Bitte 

dlrect an Hinte Bruntwick. 

Das Coocept ebendas., abgedr. im Livl. U.B. Nr. MXX. 

0. J. ISSlf . Der Dorpater Rath schreibt an den zu Reval: Unserer Burger Gesinde hat vor 

uns klagend angebracht, dass ihm scin Laken (want) genommen worden vor Eurer 8tadt, 
auf Eurer Msrk, und dass Bruntwick und die Seinen ea gethsn haben sollen : dsrum bitten 
wir Euch, ihm zur Wiedcrcrlangung scines Lakcns behiilflich zu sein. — Nachschrift: Ferner 
wisset, dsas den Russen das Tuch (want) von Euret wegen bezahlt ist; es febJen aber noch 
acht Laken. Daher bitten wir, dass Ihr solche des ehesten herscndet, da wir allwege Mah- 
nnng darum leiden. Geg. in Dorpat, am Tage nach Maria Gebnrt, d. i. den 9. Sptbn 
Nach der Urschrlft auf Papier lm Revaler Ratbssrchiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. MXXI. 

0. J. 1212. Jlo Jontton, Reichsdrost von Schwedcn, schreibt an den Revaler Ratb: Ans 

Eurem Briefe ersehe ich, dass einer raeiner Dienstleute (farailiaris), Namens Bruntwick, 
Euren Burgern und Gasten, durch Wegnahrae einiger Stncke Laken, Schaden gethan. Auf 
Enre Bitte habe ich dcm Ilerrn Erengitel Niclitson, Ritter, iu Wiborg, und anderen meiner 
Beamten aufgetragen, dasa sie fiir die Zuriickerstattung aller genoramenen Stucke an Eure Biir- 
ger und Gaste Sorge tragen roogen. Wenn iibrigena ich oder meine Gonner der Stadt Dor- 
pat einigen Schadcn augefugt haben oder noch zufugen werden, so kann roan sich daHiber 
nicht wnndern, noch darf es Euch odcr andcreu von mcinen J?reunden und Gonnern mjssfallen, 
welche Kenutniss von den Beleidigungen und dera Ueberrauth (pompae) haben, welohe dieDorpa- 
teuser gegen mich und die Meinigen geiibt und noch iiben. Nichts deato weniger beabsichtjge 
ich, Euch, Euren Biirgern und Gasten, ao wie Andern, deren Gerechtsame Ihr rechtlich su 
vertheidigen habt, iu der obigen, so wie in andern wichtigern Sachen, gefallig m sein, nnd er- 
warte von Eoch ein Gleiches. Geg. am Tage des Evangel. Lncas (den 18. Octbr.). 

Nach dem undalirten Orig. auf Papler im Revaler Ralhsarcbiv abgedr. im Livl. U.B. Nr. HXXIl. 

0. J. u. T. 1213. Dcr Revaler Rath schreibt (vermulhlich an den Reichadrost von Schwedea, Be 
Jontton) : Wir senden zu Euch den Vorzeiger dieses, Hermann von der Lippe, Glied unserei 
Rathes, und bitten Euch, ihm in Allem, was er Euch in unserm Namen berichten wird, vnllen 
Glauben iu achenken, gleich als wcnn wir personlich mit Koch redeten. Vor Allem wunschen 



Digitized by Google 



175 

wb* Eoch su meiden, dasf der Herr Comthnr von Reval mit uus unterhandelt und von uns »«r- IJ65. 
uwft hat, d«u wir die bei uns befindlichen Oiter der Dorpatenaer mit Beschlag belegen 
mochten, dem wlr daraui geantwortet, dass Solchea unserem Rechtaverhiltniss zum Kaufmann 
gflns mwider wire. Hierauf hat uns der Herr Comthur erwidert, wir mdgen uns deshalb an 
Eoch wcndeu und Euch einen Boten sendeu- Daher bitten wir Euch Instindigst etc, uns mit 
einer eolchen Beschlaglegung nicht «u behelligen ; denn ea wire unserm Rechtaverhillnisa zum 
gemeinen Kaufmaun durchaus zuwider, da wir in Gemeinschaft mit den Stadten dieses Landcs 
verpflichtet aind, in den einselnen Sachen, die den gemeinen Kaufmann angehen, snsammen- 
suhalten (insimul permanere). Wenn Ihr abcr mit den Burgern Dorpafs zu thun oder uber 
tie sn klagen habt, so konnt Ihr ihrer Gfiter genug fiberall in Eurem Lande haben. Verschonet 
uns daher mit dieser Sache, da wir mit dcm gemeinen Kaufmann in einer Hansa vereinigt 
aind, und in Flandern, ao wie in Nowgorod, wcnn wir oder die Unsrigen hinkommen, 
es ron den Kaofleuten sebr iibel aufgenommen und uns verdacht werdcn wiirde. 

Nach dem undatirten Originalconcept auf Papler im Revaler Ratb abgedr. Im Livl. U.B. .V. 
MXXIII. Dieaea Schreiben betrifft offenbnr denselben Gegenstand, den das Schreibeo /?o Jontton'* 
(Reg. 1212) berilhrt, und Ist daher aucb hochst wahrscbeinlich an diesen gerichtet gewesen. Auch 
dle Erwabnung Hermannt «on der Lippe, der in den Jahren 1351-1373 - vietleicht aurh noch langer 
— im Revaler Ralhe sass, rechllertigt die Aufoahme dieser, so wie der vorbergehenden .Nummer 
dea U. B. an dieser Stelfe. 

1214. Der Revsler Rath schreibt, ungewisa an wen : Wir melden Euch, wie wir schon 0. J. u. T. 
in «wei «ndereu Schreiben gethan, dasa die bei uns befindlichen „gemeinen Kaufleute" uns 

ofters gebcten, dass wir ihnen erlaubeu mogen, in See zu gehen, und dass aie sebr unzu- 
frieden sind, dass wir sie bisher davon abgehaltcn, seitdem dic Stadte oder Herren die 
SchiflTahrt nicht verboten haben; auch konncn wir nicht nachweiaen, dass sie durch Schreibcn 
der Stadte untersagt sei. Da wir nnn keinen Streit mit den Kaufleuten haben mogen, so 
woUen wir ihnen gestatten, mit ihren GQtern nach Gothisnd oder Preussen oder nach Deut- 
schen Lindern zu segeln, und bitten Kuch, una Solches nlcht zu vcrargen. Uebrigens aind 
wir tod Schweden aus besondera gcwarnt (fmuniti) wordcn, dass die Schiffe hier bci uns 
nnsicher liegen, wie denn auch achon angeordnet ist, fail» wir keine GOler zu verfiihren 
haben, die Schifle lecr Ton hier abgehen zu lassen, woriiber Euch Hermann v. d. Lippe, Glied 
ooseres Rathes, Ueberbringer dieses, miindlich Naheres mittheilen wird. Dcm, was er Euch 
in nnserem Namcn bcrichten wird, bittcn wir vollen Glauben zn achenken. 

Dass dleses Schreiben mit dera vorhergehcnden (Reg. 1213) gleichzeitig erlassen ist, beweiat, 
ausser der Erwabnung Uermanrit v. d. Lippe, als Ueberhriogers, auch der Umstand, dass die Con- 
ccpte beider Schreiben auf den zwei Seiten desselben Blalte* sicb betinden. Abgedr. im Livi. 
U.B. Nr. MXXIV. 

1215. Zu wissen, dasa su des Herrn Peler Stockelstorpe's (Rathsherrn zu Reval) Zeften 0. J.u.T. 
die Mfinze erfibrigte 875 Mark Rigisch. Er antwortete davon aus 350 Mark zu der Stidte Behuf ; 

ISO Mark, von denen Heinrich Krotvel und Droge bezahlt wurdeu ; den Kammerern 100 
Hark Rig. ; zum Behuf des Ziegelhsuses 75 Mark Rig. ; dcm Hinse Pape 10 Mark Rig. ; 
tuiserm Herrn, dem Meiater, 1200 Mark Rig. 

Diese Noliz befindet sich auf einem Blatt Papier ira Revaler Rathsarcblv ; abgedr. Im U.B. Nr. 
MXXV. Peter StoekelHorp sass in den Jabren 1362-67 Im Revaler Ralh ; daher dle Notiz in 
dieae Zeit su actzen. 

1216. Der Rath dcr Stadt Dorpat scndet dera dcr Stadt Reval ein an den Liibischen O.J.u.T. 



Digitized by Google 



IMS. R.U. 



Da. J ^"re,Den mit der fli« e ^ 

»■ * •t. , 217 . Sch - +*. m. »v..»„?. ri ^ e rR,^'"' *- »' 



• 366. 

- K-*.S£ i * 
,m* ^^Wtl^*' °— . »...».„„,,.„„, '•£ *«- •«« 

aic «" Uer n . Ferner J, 8t(C n die P.-i . 0Ur gerliche<i Gericlit C. 

S ' ch - <er GeisUichen I ? " ^^"'^ 
Cn '^'chedie S e, nichtdes 



^Pril 18, 



Digitized by Google 



Handels wegen, sondern zum eigenen Gebrauch, verfiiliren und vcrfuhrcn Issseu, Zoli ver- 1308. 

langen und erheben; die au deu Kirchen uiid Gottesackern Fliichtendcn von dort enlreissen ctc. 

Da nun Statuten und Ilandlungen der Art durch daa burgcrliche, wie durch das canonische 

Hecht Cper sacras civiles ct canouicas sanctiones) verboten sind, so werden jcne Statuten etc. durch 

die angefuhrte Verordnung dcs Kaisers v. J. 1359 cassirt uud fiir uichlig erkannt, uud werden 

alle Laicn, welche einem Geistlichcn entsagen (diffidare), ihn achten, gefangcn nehmen, be- 

raaben, todten, vcratumroeln, oder Personen, die etwas dcr Art vcrubt, beherbergen oder ir- 

gend begiiustigen wiirden, ausscr dcn im Civil- und im canonischcn Recht angeordnetcn 

Strafen, fur ohnc Weitcrca infam und ehrlos crklart, und durfen zu keiuen Lsndtagen und 

Versammlungeu von Edelleuten zugelasscn werden. Die Bischofe und Priilatcn aber solleu 

diese Vcrordnung in Synoden uud Kirchcn bckanut machen lassen, damit ISiemand mit dcrcn 

Nichtkenntniss sich entschtildige. 

Nsch einem Transsurale vom J. 1519 abgedr. bii Dogiel V, 179 Nr. C nnd darnacb im Livl. U.B. 
Nr. MXXIX. 

1*220. Kaiser Karl IV. ernenut, auf Bitte Fromholifs, Erzbischofs von Riga, die Konige April 23. 
von Dancmark, Schwedcn, Norwegcn und Polcn, so wie dic Herzoge von Stcltin und Mckleu- 
burg, iu Bcschiitzern und Vollzithern der dcr Iligischcn Kirche verliehcnen Privileglen uud 
Rcchte, und tragt ihncn auf, sobald und so oft sie dazu aufgefordert werden, zusammeu, wie 
jeder einzchi, den Erzbischof und sciue Kirche zu verthcidigeti, ihm bcizustehen etc. 

Nacb dem Orig abgedr. bel Dogiel V 75 Nr. LV und darnacb im U.B. Nr. MXXX. 

12*21. Pabst Vrban V. bewilligt dcm Erzbischof uiid Capilel von Riga, auf deren Bittc, April 96. 

dass sic untcr dem Vorwantlc eincs bereits erlassenen oder noch zu crlassenden pabstlichen 

Schreibens keinesfalls vor Gericht gezogen oder erocirt werden diirfen, weder gemeinsarn 

noch besonders, wenn ihrer in dem Schrcibcn nicht namcntlich Erwihnuiig gcschehen. 

Aua dem Litlhauucben Arcliiv abgedr. bei Dogiel V, 71 Nr. LIV und darnach itn Livl. U.B. 
Nr. MXXXI. 

1222. Albrtcht, Herzog von Meklenburg, Graf von Schwerin, Herr von Stargird und Ro- O.J.u.T. 

■tock, schrcibt sn den Hochmcistcr dcs D. O., er hsbc kurzlich vernommen, wie die geistliche 

nnd weltliclie Ilerrschaft iiber die Stadt Riga dem dortigen Erzbischof urtheilsmissig zuge- 

sprochen, und einiges Andere zur llerstcllung des Fricdcns angeordnct sei, und bittet uud er- 

mahnt ihn demnach, den Erzbischof wieder ln dcn Bcsitz dcr Stadt zu setzen und den iibrigcn 

Auflsgen des Urtheils Geniige sn leisten. Er, Albrecht, wolle sich alle Muhe geben. Friede und 

Eintracht herbcizufuliren , zumal er iibcrzcugt sei, doss der Erzbischof su dem Zweck Alles 

thun werdc, wss er mit Gott, und ohne seiner Ehre, seinem Sacrament und seiner Kirche zn 

nahc zu treten, thun konne. 

Ans dem im geb. Ordensarchlv zu K6nig»berg befindlicben Fonnularbuch auf Pergament (lodez 
Nr. 414} abgedr. im Livl. U.B. Nr. MXXXII. Das undatlrte Schreiben ist hierber geslellt worden, 
da es wahrsrbeinlich durch Reg. V270 veranlasst ist und der Reg. 1223 voramgeht. 

12*23. Winrich von Kngprotle, Hochmeister des D. 0., vergleicht, mit Znstiromung seiner 7. 
Mitgebieliger, des Gapitels und des ganzen Ordens, din Slrcit zwischen Fromhold, Erzbischof 
von Riga, und seinem Capitel einerseits, nnd Wilhelm von Frimersheim , Meister, und den 
Comthoreu und Brudern des D. O. in Livland aodereraeits, dahin: Meiater und Orden in Liv- 
laad bcgebeu sicb vollig der Herrschaft uber die Stadt Riga, und entbinden die Bfirger der 
LM. Dik-l«f. n. X 



Digitized by Google 



478 

136«. Stadt von den dem Orden geleisteten Eiden; behalten «ich jedoch vor daa Ordenaschlots in 
Rfga, mit dessen Vorburg (suburbium) und allen dain gehorigen Inner- und ausserhalb der 
Vorburg belegcncn Ilausern, mit der Miihle vor dem Schlosae, der Inael Andreasholro, 
ihren alten Hausern und Gcfallen inner- und ausaerhalb der Stadt, desgleichen mit den Hin- 
sern, welchc dcm Comthur von Segewold und dem Voigt von Wenden gehoren, welches 
Allea, nebat den vier Vicarien im Schloas xu Riga, dem Orden verbleibt; die fiinfte, ausser- 
halb dea Schlossea benndliche Vicarie hat der Krxbischof xu veraehcn. Die Reise- (Kriegs) 
Dienate, welclie die Biirger Riga's dem Meiater und Ordcn in Livland xu leiaten veraprochen, 
werden gleichfalla dem Orden vorbelialten, und aollen die Riglschen Burger, auch nachdem 
aie dem Erabischof und der Kirche den Iluldlgungseid gelcistct haben wcrden, glcichwohl, 
wie lur Zeit, Kriegadicnste lciaten; fibrigcns dergcstalt, daas der Enbiachof oder acin Stell- 
vertreter jcdesmal dcshalb requirirt wird, in welchcm Fall er jedoch die Dienste nicht ver- 
weigern darf. Die nenen Gefalle uud den Fiachxehnten, welche die Rigischen Biirger dem 
Orden als Busse (emcnila) gegeben, sollen dem Erxbischof xufsllen. Deagleichen aoll der 
Erxbiachof die aog. Bcrtoldamuhle haben, welche ausserhalb der Stadt liegt und aeit 
jeher dem Orden gehort hat. Die neuen Gefille auaserhalb der Sladt dagegen, welche die 
Burgcr ala Busse dem Orden gegeben, bleiben dem letsteren, ao jedoch, dass die neuen Ge- 
fille dea Ordena auaserhalb der Stadl und dic neuen Gefalle in der Stadt nebat der Bertolda- 
miihle, welche dem Erxbischof iibcrwieacn worden, durch gute Minner abgeschatit und 
ausgeglichcn werden, dcrgcstalt, dasa derjeuige, deasen Gefille iiberwiegcnd sind, dem andern 
Theile den Kurxschuss in Gelde eraetxe, indcm cr ihm fiir die Mark Gefallc 15 Mk. Rig. 
xahlt. Dcr Erxbischof vcrxichtet freiwillig auf die Anspriiche wcgen aller Schlosscr, Hiuaer 
und Befestigiingen, namentlich Burtenlk's, sonst auch Asitjerwe gcnannt, und aller Lin- 
der, welche einst vom Schwertorden an dcn Deutschen Orden gekoromen, wie sic letxterer 
besesscn hat und noch besitxt. Desgleichcn will nnd soll der Erxbischof. den Meister und 
Orden nie mehr in Anspruch nehroen wegen des ihm xu leistendcn Gchorsams uud Huldi- 
gungaeide8. Eudlich haben beide Theile auf alle bisherigen gegeuseitigen Schadcnstandsfor- 
derongen ginxlioh verxichtet. Alles Obgedachte hat der Erxbischof mit Geuchmiguiig aeines 
Capitcls fiir sich und «cine Kirche, und Namens seiner Nachfolgcr verhandelt, sofern es nur 
dem Pabste genehm sein und von ihm beatatigt werden wird. 

Nacb xwei Abscbrifien au» dem Ib. urnl 16. Jahrh. im geh. Ordensarchiv zu Kfinigsbtrg (Indei 
Nr. 416 und 417) abgedr. im UtfL U.B. Nr. MXXXIII. Kine alte Mcderdeutfche Ucherselxung in 
Hupeis neuen nord. Miscell. VII, 245. 

Juni 5. 1224. Arnold, Erzbischof von Auxanum, Kimmerer des Pabsles, sclireibt an den 

Biachof von Oeael : Es hat aich voriingst xwischen Gottfried ffarendorp, der sich Decan und 
Domherrn der Dorpfschen Kirche nennt, einerseits, und Bartholomdu» con Titcnhttsen, Rittcr 
aus der Rigischen Diocese, andererseits, ein Streit erhoben uber gewisse Friichte, Eiiik&nfte und 
Gcfille einer Pribendc, welche jcner Gottfried in Veranlassung einer von uns und der pabstlichen 
Kammer gemachtcn Ccasion in Ansproch genommen, und behauptct, der Ritter habe sie un- 
rechtmassig bexogen, und verachiedene Execotious-Sentenxen gegen den Ritter ausgewirkt, worauf 
der Ritter «ich mit einer Beschwerde an den Pabst gcrfchtet. Dcr Pabat habe nun ihm, dem 
ErxbiBchof, die Untersuchung nnd Entacheidong der Sache ubertragen; da er jedoch iiber 



j 



Digitized by Google 



den Sachverbalt aich in der Rdroischen Curie nicht gehorig htbe unterrichten konnen, und dic 1366. 

Partei des Gottfried von Rora abwescnd sei, so trage er, um den Parteien, bcsonders durch 

Verhandluug der Snche in Rom , nicht ubcrflussigc Koateu zu Teruraachen, dem Biachof von 

Oesel desmittelst auf, nach Vorladung der Vorzuladenden , nach Anhdrung ihrer Vorbriugen 

und Rechtsbehelfe , und genauer Information fiber die Sache, falls die Forderung des Gott- 

fried sich klar und liquid ergeben wiirde, den Ritter zur Zahluug der ganzen Fordtrung oder 

des liqniden Theiles anzuhalten, und, wcnn die Zahlung erfolgt, ihn von dcn Eicorarounica- 

lioussentensen, wenn und in so weit es angemessen ist, loszuaprechen. Wenn «sbcr die For- 

dernng nicht klar und liquid itt, soll der Ritter, — sobald er gehorige Caution geleistet wegen 

der ihm etwa aufsugebenden Zahlung, wegcn Erscheinens vor Gericht und Erfiillung der ihm 

anfsueriegenden Gebotc der Kirche — gleichfalls Ton der Excoinrauniration losgesprochen werden 

etc. Dasselbe soll gescheheu, wenu die Forderung befriedigt ist odcr wenn die Unterlassung der 

Befriedigung nicht vom Ritter verschuldet ist. Die dcn Parteicn ctwa vcrursachten Schaden 

endlich siud iliiien von den Schuldigcn zu ersetzen; iiberhaupt aber soll der Biachof iu Allem, 

vas sonst in der Sachc su thuu ist, nach seiner besten Eiusicht handcln, wie er, dcr Ersbi- 

schof, handelu wurdc. Bis sur derartigen Erledigung der Sache soll dcr Ritter, wegen der 

wider ihn publicirten Sentcnsen, von Nicmand behelligt werdcn ctc. 

Eothatien in der Urkunde de* Kitchoft Conrad von Oesel voni 20. Januar 1369, in der Kaiserl. 
dffrntl. Bibliothek zu St, Pelcrsburg, und darnach ahgedr. Im Livl. U.B. Nr. MXXXIV. 

122;}. Der an diesem Tage zu Liibeck abgelialtene Hansatag war von Livland aus Juni 34- 
dorch nachstehende Sendeboten beachickt worden : Johonnes Bolto aua Riga , Johanne& von 
L.ppr aus Dorpat uiid Mbert von Verden ans Reval. Unter den Verhandlungen dieses Tages 
geht nur eine apeciell Lirland an, narolich ein Strcit swischen dcnen von Wiaby und deu 
Livlindisehen Sladten, iiber das Drittheil, welcl.es aie in Flandern haben (?), und auch 
diese Vcrhandlung kam nicht sum Abschluss. Es heisst im Recess nur: „Item disscnsio est 
inter Wisbyccuses et civitates orientalea Livoniae aupcr tcrtia parte sua, quam habent in 
Flandria, super qua recepcruut dclibcrationem. " 

Der ganze Rece»s Ut abgedruckt bei v. Sartoriut-Lappenberg II, 576. 

1226. Der Rigische Rath vcrmittelt einen Vergleich swischen dem Gardian und den Ocibr. 9. 

Brfidern des Klosters sn St. Catharincn und dem Aeltcrmann und den gemeinen Brudern 

der Gildestnbe von Miinater daselbst, betreflFend eincu Tropfenfall, dic Anlegung von Fcnstern, 

die Vcrmancrung einer Pforte, die Oeffnung der „Rigepforte u dea Klosters, die Reparatur 

einer schadhaftcn Mancr. die Anlegnng eiaer Dachrinne etc. 

Piach dem Original im Ria. Ralbsarrhiv abgedr. in den JUonuni. Livon. ant. IV, CCVII Nr. 76 
und im UvL U.B. ISr. MXXXV. 

I2SJ7. Namens des Deutschen Ordens abgefasste Relation fiber dcn Streit swischen dem 0. J.u T. 
Ersbischof Ton Riga und dcw Dtulschen Orden in Livland. 

I. KlagepuuktedeaOrdenr. 1) Der Erzbischof Johannes von Schworiu ist dcr 
Urfceber dea Streitea gewescn. 2) Auf sein Gebot haben die Rigischcn Burger das Ordens- 
scbloss in Riga, das der Orden von der ersten Stiftung an iu dcr Stadt bescssen , und in 
welchem der Hauptatuhl des Meisters uud seiner Gebietiger, roit einem Convente von 00 
Brfidern zu sein pflegte, zcratort, die Brfider erschlagen, deren Kirchen und Cepcllen, 60 wie 

X' 



Digitized by Google 



180 



136« anderc Ilauser derselben niedergerisscn, und dadurch dem Orden einen Scharien von mehr 
denn 6000 Mark lotliig zugefiigt. Ferner zcrstdrten sie 3) cine gute Miihle von vier Ridern, 
unter einem Tliurmc bclegcn ; von dort ffihrten sie 6 Bruder ins Gefangniss : Schadcn 800 
Mark liithig. 4) Auf Gcbot und Anweisung dessclbcn Krzbischofs nahmen und zcratiirten 
dic Biirger, in Verbindung mit dem Volke des Erzbischofs und ciner Unzahl nngliubiger 
Litthaucr, das Schlosi Karchus, erschlugen daselbst eincn Priester nebst drcl Briidern und 
ihrem Gesinde, nahmen unzahligcn Haub ; crschlugcn alle in dcr Nihe beftndlichen Priester, 
erbraclien die Kirchen, raubten und verslummclten die Heiligcnbilder, fingcn und crschlugen 
roehr dcnn 1500 Menschen, roelst Weibcr und Kindcr. Schadeu roehr denn 10,000 Mark 
lolhig. 5) Den Ordensmeistcr Bruno, der ihncn nachfolgtc mit grosscm Volke, um das Volk 
Christi zu erlosen, crschlugen sic ncbst mehr denn 3000 Menschcn, meist Weibern und Kin- 
dern und theilten unter slch den Itaub. Die Litlhauer wurdeu dabei von den Burgern beko- 
sligt. Schaden mehr denn 20,000 Mk. lothig. 6) Im J. 1316, Sonnabends vor Miserlcordia 
Domini (den 24. April), vcrbranutcn sie das Hakelwerk des Schlosses Diinamiinde, und er- 
schlugcn dasclbst cincn Brudcr mlt allcm Christenvolke, das da versamraelt war. 7) Im J. 
1329, am Donnerstage vor St. Johanuis (den 22. Juni), zur Zeit des Erzbischofs, Bruden 
Friedrich, iiberfielen die Rigischen Biirger zur Nachlzeit das Schloss Dunamiinde, und dai 
sie es nicht zerstoren, noch anderweit „gchaben" konnten, vcrbrannten sie das Hakelwcrk, 
das wieder aufgcbaut war mit vieler Arbeit und Kosten, und erachlngen dasclbst mehr dcna 
100 Minner und Weiber. Schaden des Ordens wohl 400 Mark lothig. 8) In demselben Jahre, 
am Sonntag Laetare (dcn 2. Marz), beabsichligtcii die Riglschen Burger mit aller Macht die 
Ordeusbruder aus Livland zu vertrcibeu, und sandten zutn Konige von Litthauen iwei Boten 
aus dcm Rathc der Stadt, Hannua Tarlowin und Bernhard Dirsowin, uud gelobten ihm die 
Ucbcrgabe aller Schlosser des Erzbisthums, wenn er dcn Orden und die Christenheit aua 
dem Lande vertreiben wollte. Der Orden jcdoch, hiervon zeitig unterrichtet, nahm roit Ge- 
walt ftinf den Unglaubigen zunichst gclegene erzblschofliche Schlosser in Besiti. Als der 
Litthauerkdnig, mit grosser Macht an die Duna herangeruckt, solches vernahm, stellte er die 
Rigischcn Boten daruber zornig zur Rede, worauf dicsc ihm einen andern Weg zu zeigen ver- 
■prachen, wo er den Christen noch mehr Schaden zufugen konne. So fuhrten aie ihn denn 
mit seinem Hecre durch das Krzstift 40 Meilen und gabcn ihm Geieitsleute und Kost, bii 
sie in des Ordens Laude kamen. Hier uberfielen sie zunichst am Kreitag nach Kreuzcr- 
hdhung (den 15. Septbr.) das Gebiet Karchus und bliebeu dort bis zum Miltwoeh. Am 
nichsten Kreitag vcrhcerten sie das achdne Kirchspiel Helmeden, von 400 Haken Landes, 
und thaten dem Orden einen Schaden von 6000 Mark lothig. Am Sonnabend darauf zogen 
sic in daa Kirchspiel Peistcl, zu welchcm 300 Haken Laniles gehorteti ; hier lag der Konig 
mit seinen zwei Brudern zwei Nichte iiber in der Kirche und futlerte seine Pferde. Dabei 
verdarben und zeratbrten sic die Kirchengerathschaften, herrlichen Orgcln und thcueren Glas- 
fenstcr bcider genannten Kirchen; zuletzt verbrannten sic die Peistefsche Kirche, raubten und 
braiiuten in der ganien Gegend, uud tiidtetcn und nahmcn gefangen 400 Menschen, Manner 
aud Weiber. Darnach sprengten sie in daa Gebiet Sakele, namentlich in das Kirchspiel 
Tarvest, von 200 Haken, verwusteten Alles mit Raub und Brand, und erachlogen und fuhrten 
fort mehr denn 400 Mcnschen, Miuner, Welber, Jungfrauen und Kindcr. Schaden des Or- 



Digitized by Google 



181 



dens iibcr GOOO Mark lothig. — 9) Die Losungsgelder fiir Kreuzfahrergcliibdc , welche dem IW>- 
Orden gehiireii, habcn der Erzbischof nnd teine Domhcrrcn empfangen, und den Ordeu darum 
gebracht, fur den Betrag Ton mehr denn 20,000 Mark, um deren Rcstitution gcbettn wird. 

II. Klagepunkte des Erzblschofs, nebst Antworten: Die nachfolgenden Ar- 
tikel sind gesctst von Sciten des Erzbischofs von Riga, und von wcgcu der Biiider die Ant- 
worten, Behufs der Friedensverhandlongen. I. Klage. Zur Zeit dcr Gefangeiinehmuiig des 
Krsbi8chofa Johann con Schwerin durch dcn Orden haben die Bruder aus seincm Kasten 
siiberne Gefasse und aoderes Silber, einen Mantel und eiue Kappe und andcrn Schmock , zn- 
simmen fiir 600 Mark Idthig genommen. "Antwort: Zu den Zeiten Pabst Johannes XXII. 
wurden der Hochmeister Carl mit raehrern Brudern in das Consistorium gerufcn und hahen 
sich dort voilkommen entschuldigt, und erklirt, wic dcr Krzbischof und die Rigischen Biirger 
mit den Litthauern einen Bund geschlossen, um die Briider aus Livland zu vertreibcn, wie 
sic mit dieser Ilulfe das Ordensschlosa Bertoldsmuhlc gcnommcu und zerstort. und BrQder 
und Priestcr thcils erschlagcn, theils in cin schwercs Gefangniss abgefuhrt. liiermit nicht 
sufrieden, Bberfiel der „Vridewarle", Herr Otto von Rosen, Ilanptmaiiii des Erzbischofes, 
anf des ietzteren Gebot die Bruder, die ihre Iliuscr gcgcn die Unglinbigen vertheidigen 
(spisen) wollten, und es entspann sich ein anhaltender Kampr bci dem langen Bcrge ; die 
Bruder siegten jedoch und dcr obgedachte Haiiptmmn blieb ; der Erzbischof aber wurde 
nfcht gefangen, sondcrn in eine „herrliche Hute" gcsetzt und ehrcnvoll i erlich) bchandclt ; 
dasa die Briider bei der Gelegcnheit etwas von seinen Sachen wcggefiihrt oder bchalten, 
ist nicht wahr und wird gelengnet. — 2) Wihrend dcr obgedachten Gefangenschaft des 
Ersbischofs habcn die Briider die Tafelgiitcr des Erzbischofs bekiimmcrt geliabt und darans 
ttber fiinf Jahrc die Rcvenuen bezogen, was sich auf 10,000 Mark liithig crstreckt. Antwort: 
Dies wird mlt Beziehung auf P. 1. gleichralls geleugnet. — 3) Vor dcr BeUgerung Riga\ 
■nr Zeit, wo sich die BrOder mit den Lehnslcutcn und Etlichcn aus dem Capitel verbundetcn. 
haben die Briider gleichfalit fiinf Jahre lang die znm erzbischdflichen Stuhl gchorigen Guter 
bekiimmert und die Nutzungen daraus gczogen , was reichlich 10,000 Mark lothig hctrug, 
welehee Geld, wie man sagt, in dem Landc der Briidcr nicdergelcgt ist. Antwort: Dies 
besieht sieh nicht aur die Briider, denn dicse nahmen nicht den Zins, noch die Hauser, 
noch hatten sic den Besitx. Vielmehr warcn das Capitel und dic Lchnslcutc der RigUchen 
Kirche im Besilz und im Emprangc, bis ans Ende, wie dies vor dem Pabst Johanncs lon den 
Lehnaleuten bekannt worden, uod der Pabst benrlaubte den Meistcr, die Briider und dic 
Lehntleute und liess sie ziehen. Kann ttbrigcns uachgewiesen werden, dass irgcnd etwas 
nnter der Gewalt der Briider nicdergelegt ist, das soll wiedergegebcn werden. — 4) Nachdrm 
die Riickgabe der erzblschdfllchen Tafelgiiter angeordnet war*j, wic auch zwci Cardiniilc 
anssagen, liaben dle Briider dieselben doch noch vicrtchalb Jahr bekummcrt gchalten, nnd 
dadurch dero Erzbiachof 7000 Mark I3thlg entzogen. Antwort: Auf Anorduung der Car- 
dinile Jaeob und Bemhard wurde die Hnlfte (der zu zahlenden Snmrae), namlich 4500 
Floren, In Flandern dem Herrn Marquard, Domherrn der Rig. Kirche und Vicar dct Erz- 
bischofs Friedrich, vollstindig bezahlt, wie die daruber ausgestellten Quittungen beweiaen. 



•) Dies scheint der Sinn des duoklen Satxes zu seio. 




182 



1366. Dic andere Ilalfte wnrde an dem bestimmten Tage gegeben und geantwertet; es wtr aber 
Niemind da, der das Geld empfangen wollte und „Tollkoromeuea Gebot" hatte; dieses Gcld 
wurde niedergclegt, und vor niclit Unger Zeit Ton der Karamer dcs Pabstes Clemms VI. 
genornmen. — 5) An dcru gczahlten Gclde habcn 207 Mark lothig gefehlt. Antwort: Dies 
widerlegt tich durch die obangezogenen Quittungcn, welche die Vicarien und Beamten det 
Ersbischofs soust nicht aus^estellt hatten. Kann man abcr bcwcisen, dasa ctwts gefehlt, so 
aind die Briider bercit, es zu zahlcn. — 6) Die Bruder haben toii den Rigischeo Burgern 
den Fischzehnten , in dcsscn Besitz der Erzbischof war, eingefordert, zum Betrtge von 188 
Mtrk Ibthig. Antwort: Als die Rigischen Biirger suletzt den Krieg mit den Brudern 
tnhuben, warcn es vorzugswcise die Fitcher, welche dtzu tnreisten und den Bruderii beson- 
dcrn Schaden thnten ; sie halten daher, nachdem die Briider die Stadt erobert, die Todea- 
strafe vcrdient ; auf die Bitte der altcaten Biirger jedoch wurde ihnen ala Buate die Zahluug 
einea ewigen Fischzehuten an die Briidcr auferlegt ; ea hat mithin an diesem Zehnten, der 
nicht als solchcr, sondcrn ala Schadensersatz , cntrichtet wird, der Erzbischof uic Antheil 
gehabt. — 7) Dic Brudcr haltcn das Schloss Dunaburg bekuramert, daa dero Erzbischof 
gehbrt. Antwort: Das Haus Diinaburg ist stets und teit Menschen Gcdenken dea Ordens 
Schloss gewesen und ist cs noch. Das Ilaua wnrde vor 60 Jahren too den Litthauem »er- 
tldrt, daselbst Ticlc Brtidcr und Ordcnslcute erschlageu und stand mehr ala 30 Jahr darnach 
wiist. Wegen dcr bestaudigen Einfalle dcr Lilthauer jedoch balen der Ersbischof und das Capitel 
zu Riga, Ilerr Didrich Visrhhusin , Bischof Ton Dorptt, und alle iibrigen Prilaten Livlands 
die Bruder, dass sie das genanntc Ilaus wieder aufbauen mbchten. Da die Briider es nicht 
zu baucn vcrmochten, so sandte ihnen der Biscliof vou Dorpat su Hulfe 400 Maun und 100 
Mark Ibthig, unter der Bcdingung, dass, wenn der Bischof eiti Schloas auf einer wusteu 
Sliitte zum Schuti gegen die Litlhaucr bauen wollte, die Bruder ihm eiue gleiche Unterstu- 
tzung tn Geld und Leulen zukommen Jassen aoliten, woriiber besiegelte Briefe vorhanden 
sind. So wurde das Ilaus im Angesicht der Lillhiuer gebaut, und steht unter dem Schirm 
und im Besitz des Ordens, wicwohl roit grossem Kostenaufwand. Gliubt indess der Ersbi- 
tchof ein Rccht am Hiuse zu luben, so beweise er es, und es soll ihm verliehen werden. 
— 8) Dts Haus lkeskullc, das dem Erzbischof gehbrt, halten die Briider bekummert. 
Antwort: Das Ilaus wurde pfandweise gehaltcn von Herrn Johann (lskull), Herrn des 
Ilauses. Da er abcr nicht vcrmochte, die Kosten der Vertlicidiguag dessclbcii zu tragen, ao 
versetzte er es dcn Briidern nm eine namhaftc Summe Geldes, daroit ilaa Haus nicht in die 
Hatide dcr rnglaubigen komme ; das Geld ist jetst bezalilt und das Hius zuriickgegeben. — 
9) Die Briider haltcu bekiiinmcrt die Ilauser Mitowe und Mesoten, die Seen Luban uad 
Aslijerwe, und bei dicsen Seeu vicle Guter, welche dem Erzbiacbof und aeinen Lehna- 
lcuten gehorcn. Antwort: Die Hauser Mitowe und Metoten sind gebaut auf dem Grunde 
dcs Ordcns und seit Menschen Gedenken unter dessen Schirm gewesen. Nculich sind aie 
aber von den Litthauern verhcert und vcrwustet worden, so dass man sie mit 2000 Mark 
Ibthig uichl wieder in Stand setsen kann. Kann der Eribischof iibrigeiia ein Rccht auf die 
Ilauscr beweisen, was mau nicht glaubl, so wird ihm sein Recht gewahrt werden. — Dea 
See Lttban halt und besitst der Orden fon wegen des Hauses Rosyteu, welchcs ihm der 
Kbnig Constantin ron Ploskic mit allem Zubehor ubcrlasscn, mit Auanahme einea kleinen 



Digitized by Google 



183 



Stuckcs Land, welches an dcn See itosst nnd dem Erzbischof gehdrt, weshalb die Fischcr 13fi6. 
dei Ertbiachofs, gleich denen des Ordens, in dcm See fischen diirfcn ; kann jedoch der Erz- 
bischof roehr Recht aro See beweiseu ctc. Deu Sce Astijerwe mit den herumliegendcn 
Landen besitst der Orden mit Tollera Recht, und h«t ihn stets nnd seit Menachen Gedenken 
ruhig und ohne Einsprache besessen. — 10) Die Briider halten und bekiimmcrn das Ilaus 
Dnbbena und den Werder Kune, welche dem Erzbischof ziigchiiren. Antwort: S 1 ist 
wunderlich, dass der Erzbischof das Haus Dnbbena ron dem Orden vcrlangt, da es wcder 
ihm gehdrt, noch vom Orden besessen und bckfimmcrt wird. Herr Jahann Ikeskulle ist 
EigenthQmer und Besitzer deasetben. Den Werder Kune bekiimmcrn und haltcn nicht die 
Bruder, sondern der Bischof Ton Ciirlaml bchatiptet, cr gehorc ihm, nach der Verordnung 
(ordenanticn), weil er selncm Bislhum viei niiher licgt. — II) Dic Briidcr bckummem iin 
Landc Livland und Litten, und zu beiden Sciten dcr Duna Granzen und Liuder, die 
dem Erzbischof gehoren. Antwort: Dies wird geleuguct und Beweis Terlangl. — VI \ Der 
Ersbischof bittet um Aufrechthaltung der Entschcidung des Erzbischofs harn von Lnnd. 
Antwort: Wcr die Trcuc bricht, dcm ist nicht Treue ztt haltcn. Ja, dic Entscheidung 
ilt von den BrQdern mehr gehalten, als aie schuldig waren ; allcin vom Erzbischof und den 
BOrgern Riga's wurde sie rielfach verlctzt, indem sic gcdachten, die Bruder aus dcin Landc 
zu vertreibcn, nnd sich n.it den Unglaubigen Terbandcn. — 13) Dic Stadt Riga, dic von dcn 
Briidcrn bekiimmert ist, soll vollkommen ,,an minnernissc" (?) mit dem Gebiele und der 
Gerichtsbarkeil dem Erzbischof wieder zuriickgcgeben wcrden. Antwort: Der Erzbischof 
!st der Stadt Riga weder bcraubt gcwescn, noch ist er cs jetzt ; cr ist nie in ihrcm Bcsitz gewcsen, 
sondern der Konig der unglaubigen Litthauer, aus dessen Ilandcn, damit nicht die ganzc Chri- 
stenheit Tcrdflrhe, die Briider mit Arbeit mid Koslen und mil dcm Tode vicler guten Leute, nach 
zweijihriger Bclazemng, die Stadt kraftiglich gcwonnen habcu. Mit der Stadt ist cin Vertrag 
geschlotsen, der ohne Beschwerung der Kirche bestcheii II : allcs Recht, das jc ein Erzbischof 
gebabt hat, mag er, wenn er will, in dcm Stift und in der Stadt tingekrankt behalten, jcdoch mit 
Vorbehalt dcs Rcchts und der Freihcit dcr Brfidcr, und dcs drittcn Thcils dcr Sladt Riga, 
den sie von Altera her besessen, wic cs die Priviiegien dcutlidi aussprechen. — Dass der 
Konig Ton Litlhauen die Stadt bcsessen, kann nicht gelcugnct wcrden: denn das Haus, das 
die Biirger fiir ihn nachst dcr Stadlmauer gebaut, und worln er oft wolinte, beweiset ea noch 
beutiges Tagei. — 14) Feraer vcrlangt dcr Erzbischof, dasa dic Ordcnsbriidcr ihm sollcn Ge- 
horsam thuu uud unter seincm Gerichte sein, wie sie cs, auf Grundlage von Pririlegien, dte 
der Pahst dcm Erzbischof gegebcn, von Rechts wcgcn schnldig slnd. Antwort: Unerhort 
ware es, daaa die Gliedcr dem Haupte cutwcichen und machten eine Thcilung iuul cinc Zwie- 
tracht sothanem heiligcn und nutzbarcn Orden ctc. (Das Folgcndc ist nicht wohl vcrstandlich.) 
Dct ganze Orden ist gcwciht und gcstiftcl auf das Gcliibdc der Freihcit, und dic Privilcgicn 
tind nicht dagegen, da keine erworben sind, bci dcnen dic Brudtr nicht gegfHwarlig gcwesen; 
•olche (angebliche) Pririlrgicn fallcn dcm ganzen Orden und dctn Pabst zur Bcschwerniss , 
«ind danim wollte Alexander IV. den Orden hcwahrcn tind rcrnichtele und vriderrief allc 
Geietze, Brlefe und Urtheile, die Ton dcm pab.stliclien Stuhlc wider die Frciheiten tind Excm- 
llonen (usnemnnge) dei Ordens erworben worden etc. — 18) Die Kirchc zu Riga hat unzih- 
lige Koaten und Schaden durch die Bruder gelittcn. Antwort: Dic Bruder habcn noch riel 



Digitized by Google 



184 



1366. mchr gelitlen von der Kirthe uud dea Rigischen Burgern. - 16) Den Hafen und dss Haos 
Duncniunde soll mau dem Ersbischof wicdcr freigeben. Antwort: Die Briider haben 
Ilaus und Ilafen Duneinunde durcli Kauf von dcu Briidern des St. Bernhardsordens erwor- 
ben und habcn dariiber die Beslatigung des Pabsles. — 17) ,,Dss* die Bruder nicht mogen 
thun, uoch thun Kntsagung, Krieg, Frieden uud Kinlracht mit Litthauern und Russen, und 
Audern, die da sind Feinde des Krcuscs in dcn Stiftcrn Riga, Darbte, Oesel, nicht dass sie 
habcn zum crsten darauf Milfolgung (?) der Herren, des Erzbischofs und der Bischdfe und aoderD 
PraUtcn, dcnen es gcbiihrt an den Dingen zu den Zeiten." — Autwort: Dassin unsern Zeilen bis- 
hcr die Dingr, die man vo» uns gebeten liat, gchalten und gcwahrt siud, und ist das einraal anders 
gesclichen, das ist uicht von dcn Brudern gewesen oder geschehcn, sondern von den Litthaaern 
und Russen. — 18) Dass die Briidcr nicht zwingcn dcn Krzbiscliof und die andcrn Pralaten und 
ihre Untersassen, dass sie in der Briider Reisen (d. I. Feldziigcn) sind ; dic Pralaten erlaubea 
und wollcri nicht, dass ihrc Untcrsasscn in die Reiscn ziehcn. Antwort: Zwang hat weder 
staltgefundcn, noch findct er gegenwartig statt; viclmehr ist cs eine lobllche Gewohnheit, die 
dem Lande niitslich ist ; dcnn da die Lehnslcutc der Rigischen Kirche und die Briider den 
Unglaubigeu am nachitcn sind, so pflegcn sie sich mil eiuander su beschirmen und die Lttthauer 
anzugreifen ; und das ist noch niitze und nothwendig. — 19) Dass der Krzbischof und die 
audern Priilateii stets freie Macht und Gewalt habcn, ihre Boten, sunachst Verkiindiger des 
Wortes Gotlcs und dcs Cliristlichen Glaubeiis, zu deii Russen, den Litthauern, und andern 
Uiiglaubigeit zu senden. Antwort: Wolltc Golt, dass dic Pralaten, und wer auch Ton ihnen 
gesendet ware, das Wort Gottes deu Litthauern oder andern Ungliubigen zu predigeii, ofter, 
als geschchcn ist, untcr den Unglaubigcn wareit, und sie gute Sitto und „Exerapel" lehreten. 
Allein, weon die Pralaten in anderu Angelegenheiten Boten, insbesondere gen Litthauen, scn- 
dcn, so sollcn diese mit dcn unseru, und die unsern mit den ihrigen gleich(icitig) tiehen, 
zu schaflen, was ihncn befohlen ist, wie sic laoge gethsn haben. 

Hierauf folgt eine Uebersetzung der Bulle Pabst Innocens VI. Tom 16. Mirx 1360 — 
(Reg. 1147), und sclilicsslich eine ausfuhrliche Relation Hl dem Vergleiche Tom 7. Mal 
1266 (Rcg. 1223). 

Nach xweicn Abscbriricn, dle in einem Pergsmentcodex des geh. KCnigsb. Arcblvs, „Rjgltche 
ilandelungen" betilelt, ticb finden , (Indcx Nr. 410) abgedr. iin Uvl. U.tt. I». MXXXVI. In 
demselben Codex itl auch eine Laleinisrhe Uebertetzung enthallen- Dietes Actenstdck (durcb 
Inball und Forra tebr interettant, daher in der Reg. ofl wortlich wiedergegeben) ist Termulblich 
(wle auch die einleitenden Worle iles xweiien Abscbniltt anJeulen) ttehufs der 1'riedensunlerhand- 
tungen aufgeselxt worden, deren Resullal der Vergleirh vom 7. Mai 1366 (Reg. 1323) war, ant 
welcbem ein Aiifczug das Ganic tchliestl. Aut dietem Grunde itl dieaes Actentlttck ersl bier, nnd 
oirbi, wie iin Indcx a. a. 0. getchehen, tchon beim J. 1363 aufgenommen worden. 

O.J.o.T. 1228. Dcr Liibische Rath schreibt an dcn zu Stralsund : Wiasct, daas wir wcgen de« 
in Livland ergangenen Vcrbots, dass namlich Niemand Guter, d. h. Sals und Heringe, den 
Russen znfiihrcn solle, unsern Milburgern solchc Zufuhr und den Besuch der Russea onter- 
■sgt, und ihnen nur geststtet, noth Revai zu segeln, und nur, wcnn sie Tom Comthur oder 
vom Rathe daselbst die Erlaubniss dazu erhalten, zu den Russen su reisen. Daher blttea 
wir Euch, unscrn liei Euch weilenden Miibiirgern solches su < rbflnen, auf dan sie sich Tor- 
•ehen, solche G&ter den Russen nicht susufiihren. Was Ihr in Betreff der Eurlgen in dieser 
Hinsicht thun wollt, darubcr rooget Ihr sclbst untcr Euch ubereinkommen. 

Aus dem mit dem J. 1308 tieginnenden allen Liibitrben Rriefropierbuehe S. 70 abgedr. bei e. 



Digitized by Google 



185 



Sartoriutl.appenberg II, 595 Nr. CCXXVll. Nicbt unwahrscheinlich atebt dieset Schreibcn mit 1368. 
dem unter Nr. 1214 re-ittrirlen im Zusamraenhange. 

1567. 

1229. Aegidiut, Cardinal - Priestcr (frater?) dea Titels s. Martini in montibua, und April24. 
Wilkelm, dee Tilels f. Laurentii in Lucina, vorn Pabat lirban V. damit beauftragt, verbieten 

dem Erzbischof, Probst und Capitel der Rigischen Kirche, und dem Meister und den fibrigea 
Wiirdeiitrigern des Deutschen Ordens, dass der znm Nachtheil der Rigischen Kirche crrichtete 
Vergleich (concordia) vollzogen wcrde, ehe derselbe von dem apostolischen Stuhl berathen 
und bepriift worden, und weisen beiden Theilen eiuen Termin an, in welchem sie dieser An- 
geiegenheit wegen Tor der Romiachen Curie tu erschcincn haben. Gegeben zu Avignon, 
am 24. April dca J. 1367. 

Das Orlglnal berand »ich eiaitmalt in dein erzbiichoMth-Rlgltcben Arcbiv ; die bier gegebene 
InbaluansciKC aus den Miltbeill. III, 75 Nr. 112. 

1230. Der Liibische Rath schreibt an den zn Reval: Wir haben Euth geschricben, 0. J. 
dass auf das bcvorstehende Johannisfest eine Tagfahrt in unserer Stadt angcsetzt wordcn. 

Auf den Wunsch der Kdniglieh Dinischen Rilhe aber, welche nicht nach Liibeck kommen 
wollen, wetl sie dann durch Feindesland ihren Weg nehmen mussten, wird jene Tagfahrt xur 
sngegebenen Zeit in Strals und abgehalteo wcrden. Dahin also schickct Eure Rathssendeboten, 
und sorget znglcich dafiir , dass das Pfuudgeld, welches auf Reschluss der gemeinen Stidte 
in den einzelnen Stadten in hergebrachter Weise zur Ausruatung der Vertheidigungsschiffe 
(naves defensiorise, Vredeschiffe), erhoben wird, gesammelt und mit dem friiher zu- 
ssmmengebrachten uns unfehlbar zugestelit werde. 

Das Orig. auf Perg. im Rcvaler Ratbtarcbiv, wornacli dcr Abdruck im Livl. U. B. Nr. MXXXVIII 
bewcrkitclligt worden, hat keine Jabrzahl, diirfte iodett nacb den SchrifizUgen in diete Zeit unge- 
flhr, und dn am 24. Juni I3u7 ein llantalag zu Strultund gehallrn wurde (». Sartorius - Lappen- 
berg II, 5Q7 Nr. 2), mit grOtsier Wabrtchelnllchkeit aucb in diete* Jahr zu seizen seio. 

1231 und 32. Der Rigische Ralh schreibt an den zu Reval : Am Sonnlag in der Him- O. J. 
melfahrtswoche (Dominica dic infra ascensionem Domini, d. i. den 23. Mai) empfuigen wir M,l24 - ? 
von den zu Stralsund Tersaromelten Rathssendeboten der Secstidte ein vom Sonnabend 
nach Misericordiaa (den 8. Mai) datirtes Schrcibeu, dca Inhalts: ,,Wir bitten Kuch auf das 
Dringendste und Instindigste, dass Ihr das bereits crhobene und gcsammelte Pfuudgcld, nach 
Ansicht dieses, des Schleuiiigstcn hcrscndct, um die Vcrtheidigungsschiffc auszurusten, welche 
wir hochst noihwendig in Sland sclzcn miissen." Wisset dcmnach , dass wir da* bei una in 
Higa eingcsammelte Pfundgeld dcn Ilcrrcn zu Stralsund, sobald wir nur irgend konncn, zu- 
Mellen werden (transscribemus). 

Dat Orlg. »uf Perg. in demt. Archiv fabgedr. im U.B. Nr. MXXXIX Dnd MXL) itl gleichfallt 
mit kciner Jahrzahl vertehen, al.er uiii vieler Wahrscheinlicbkeit hierber zu aelzen, da in dieseni 
J. 1367, in welcbcm der Sonntag Miserirordiat auf den 2 Mai liel, zu Siraltuud uta diete Zeit ela 
Hantatag gcbalien, und am 4. Mai ein Recets aofgeoomraco wurde {t. Sartoritu-Lappmberg II, 
599 Nr. 1), in welchem Recet» freilich vom Pfundgelde nicbt ausdrilcklleh die Rcde Ut. 

1233. Wilhelm von Vrimersheim, O.M., und Andreas ron Stenberg, Landmarschall Novbr.7. 
von Lirland , thun kund , dass zwischen ihncn und den Kouigen von Litthauen , Gebriidrrn 
Olgerd nnd Keyttutte , durch sie, die Comthure von Segewold, Mitiu und Doblen und den 
llauscomthur von Riga, Seitens des Ordcns, dorch Woldemar, Qlgerds Sohn, die Herzogc 
Stupeyken (Stirpeyken) und Waysewitt, so wie dnrch Keyttutte, von Lilthauischer Seite, ein 
Priede in Beziehung auf riuberische Ueberfalle (pax latrunculorum) eingegangen worden. 
Dieaer Friede soll begiunen bei Ixkulle, wo der Friedc des obgedachtcn Herzogs Stupey- 
hn endet, und die Duna aufwirts bis zum Flusa Egelamen, so wie von diesem bis Vi- 
dentake sich erstrecken. Diese Friedensgrinzen (limitationea pacis) durfcn durch Riuber- 
horden (latrnnculi) weder unsererseita , noch von Seiten Litlhauens, iiberachrittcn werden. 
Litl l'rk. ne ( . n. T 



Digitized by Google 



1307, Dagegen durfen der O.M. nnd der Landmarschall aowohl mit einem grosicn, ali mit einem 
kleinen Heere dnrch die gedachlen Friedensgransen frti ihren Marsch nehmen, wohin ea ihncn 
beliebt; und daaselbe iat den Kdnigeu Otgerd und Keystutte su jedcr Zeit gcstattet. Weun 
dem Orden dieaer Friede nicht mehr gefillt, musa er In Wilna, — die obgedachten Kdnige 
in gleichem Falle in Riga — Ihn kundigen. Nach erfolgter Kiindigung darf kein Theil dcm 
andern binnen iwei Wochen Schaden sufugen. 

Narh dem Origioal abgcdr. bei Dogiel V, 73 Nr. LVI, uod ditniarh im Livl. U.B., Nr. MXLI. 
Die Kigennaincn sinJ oflenbar, wie bet Dogiet gewuhnlicb, zum Tbeil eolstelll. 

Novbr.19. 15834. Die zu Coln versammelten Ralheseudebolcn dcr Slidtc Liibcck, Rostock, Stral- 
sund, Wismar, Culm, Thorn, Elbing, Campen, Ilarderwrk, Elborg, Amaterdam und Briel, 
fassen nachstehende Beschliiase : Um des manuigfaclieii Schadena uud Unrechta willeo, den 
die Konige ron Dinemark und Norwegeu thun und gethan habcn dcm gemcinen Kaufmann, 
wollen wir ihre Feinde werdcn, und cinander beistehen in dieaer Weiie: Die Stadte von 
der Wendischen Seite mit dcn Livlandischen Stidleu, und dcnjeoigen, die dasu gehdreo, lollen 
ausriisteti zehn grdssere Schiffe (Coggcn), mit jc hundert wohlgewaflneten Mannern auf jedem, 
und zn jedem eolcher Schiffe sollen zwei klcinere (eine Schute und eine Sujcke) gehoren. 

Zur Deckung dcr Kriegskosten soll jeder Kaurmann von aeinem Gute Pfundgeld 

geben, nimlich ron jedem Pfund Grolcti cinen Groten, von 6 Mark Liibisch 4 Pfenn. Lub», 
ron 9 Sundischeii (Stralsundischcn) Marken 6 Suudische Pfeunige, von 4 Mark Preussiach 8 
Pfenn. Preuss., ron 12 Mark Vinkenogen 8 Vinkenogeu, er mag segeln, wohin er will. Des- 
gleichen soilen dicSchiffhcrren ron ihrenSchiffen halbcs Pfundgeid, und von dem Kaufmannsgute, 
daa sie fiihren und dae sich iiber die Kosten (? bovcn kost?) eratreckt, gleich den Kaafleuten 
zahlcu. Dieses Pfumlgeld muss Jeder bci scinem Eide erlegen und swir in der Stadt, aua 
deren Ilafen er ecgclt; flber dic Entrichlung cntltalt er cin Zcugniss, welchea er anf dem an- 
dern Markt, wohin er segelt, vorzuweisen hat ctc. 

Die vollsl9ndige Urkunde Qber dicse sog. Colnische Confuderation lindet aicb bei v. Sartorius- 

I. appmberg II, 606; in das Livlr U. B. Nr. MXCII ist nur ein Aaasinj desjenigen aiifgrnommen , 
was Livland xunitchst inleressirl. 

Novbr.W. 1255. Dic Schoffen und der Rath der Stadt Coln mcldcn verschiedenen Stadten, darunter 
auch Riga, Tarbat, Rcval und Pirona, die in Coln versammelten Rathssendeboten der 
Stidte Lfibcck, Wismar etc. (Reg. 1234) hattcn Rathsherrcn der Stidte Liibeck, Wismar, 
Rostock nntl Stralsund als Botcn an die Adressatcn abgrsciidet, um mit ihnen verechiedene 
Angclegenheiten zu verhandeln, und bitteu dicsen Botcn. uud demjcnigen, was sic vorbringen 
werden, rollcu Glaubeti zu schenken, glelch als wcnn die vcrsammcltcn Scndcboten in Pcraon 
su ihnen redeten ctc. 

Nach der Urarhrift im Archiv iler Alt-Stadt Hildesheim abgcdr, bel v Sarlorius-Lappenberg 

II, 6IJ Nr. CCXXX und darnacb im Livl. U. B. Nr. MXLlll. 

Decbr.26. 1236. Der 0. M. ( Wilhelin von Irimersheim) schrcibt an den Rcvalcr Rath: Im vori- 
gen Jahre crschienen vor uns zur Zeit des Capilels Ilr. Hermann von der Hove, Euer Biir- 
germeistcr, und Conrad Kegeler, Eucr Rathshcrr, und gabcn uns sa crkcnncn, Herr Heinrich 
Crovel, Euer Biirgermeistcr, uud Heinrich Wulf hitten durchnasstes Laken (paiinos madidos) 
in Wiborg, welchea in Gefahr schwebc, wcnii cs uicht vcrkauft wurde; daher sie uns um 
Erlaubniss baten, dasselbe an Kussen vcrkaufcn su diirfen. Solcher Bitte habcn wlc damals 
nachgcgcben, nnd ihnen gestaltet, dicjcuigeii von dicsen Lakcn, welche durchuisst (maddidi) 
waren, su verkaufen. 

Narb dem Origiual anf Papier im Beval.-r Italhsarthiv abgedr. im Livl. U. B. Nr. MXLIV. — 
Das Srhreiben hal keine Jabrzahl, gehOrt aber ohne Zweifel in diesei, oder spiiieslens in das fbl- 
gende Jahr, da Conrad Kegetrr ersl im Jahre 1367 Katb&herr wurde und Heinrich Crowel nur bi» 
xum J. 1363 BQrgermeister war. 



Digitized-by Google 



Liv-, Esth- uud Cnrlandisclies 

Urk II ndenbu ch. 



II. 1301-1367. JH IK IV >I\I IV 

I 



Digitized by Google 



J 1 



Digitized by Google 



DCIV. 

Burchard, Bischof von Curland, hestimmt 
die Granzen des Landes Zerenden , im 
Februar 1301. 

bruder Borchart, von der barmherticbeit Godes 
ein bisscop to Curlande, schriven at den genen, 
die dessen brief sien of horen lesen, heil in ansen 
Heren Ihesu Christo. Sint dat die menscblike 
danck also gelidende und rallende is, so is nut, 
dat man die ding, die in der tijt gescheben, dat 
man die mit tuge der brive unde ingesigele ewieh 
make. Hir umme so solen weten alle die ghene, 
die dessen brif sien of horen lesen, dat wi ge- 
maket hebben die scbedunge der lande in den 
termpten to Zerenden, mit den dumheren unser 
kerken von einer wegen, nnd broder Detmar, 
ttmmeodnre to Goldingen, mit sinen broderen von 
andere wegen, nnd die vaste unde stede faebben 
ond die selve wit wi untobrekeltken ewelike faal- 
den. Dit is die schedunge: die alde wech, dar 
man geit von Goldingen to dcm beligen holt to 
Aralden und beneven dem selven holt nider to gande 
nach den crucen und teichen, die dar selves ge- 
maket und gesat sin. Vortmeir unse lude von Ze- 
renden die solen bebben vri orlof, faoi to slaen 
mit den luden der vorgesprokenen broderen. Disse 
weren gegenwordich : faer Bertolt der prowest, 
her Henrich der deken, her loban von Sabele, 
broder Herder unse voget, broder lohan von Sla- 
deke, broder Reymbert und andere vil getruwer 
lm. o.n. n. 



lude. In welike getuchnisse so taebbe wi unse 
ingesigele an dissen brief gebangen. Gegeven to 
Wittenslein, under den iaren unscs Heren dusent- 
drie bundert unde ein iar, in dem barden mande. 



DCV. 

Erich Menved, Kdnig von D&nemark, ver- 
leiht den BUrgern von Wesenberg die 
Freiheiten und Rechte der Burger Revals, 
den 12. Juni 1302. 

Ericus, Dei gratia Danorum Slavorumque rex, 
dux Estoniae, omnibus praestns scriptum cernen- 
tibus salutem in Domino sempiternam. Notum 
facimus universis, quod nos exhibitores praesea- 
tium, dilectos nobis in Christo cives Wesenber- 
genses, eos cum iuribus suis omnibus et familia 
sibi attinente, sub nostra pace et protectione su- 
seipientes specialiter defendendos, ipsis omnibus 
et singnlis, in civitate propria et extra, omnes 
easdem Itbertates , et iura , et leges , quibus cives 
nostri Revalienses commode uti agnoscuntor, con- 
cedimus per praesentes. Unde per gratiam nostram 
districte inhibemus, ne quis advocatorum nostrorum 
vel eorundem offlcialium seu quisquam aUus ip»s 
vel aliquem de ipsorum familia in bonis aut per- 
sonis super huinsmodi gratiis , a nobis ioduttis, 
praesumat aliquis (?) molestare, prout indtgnationem 
et ultionem regiam duxerit evitandam. In cuius 
rei teatimooium sigillum nostrum praesentibus est 

1 



Digitized by Google 



appeosnm. Datam Wiborg, anw 
simo treeeotesimo secundo, tertia feria in 
pentecostes, in praesentia noslra, testibus domino 
Nicolao Obberso, et plurimis aliis fide dignis, et 
nos in evidentiam praemissorum sigilla nostra 
duximus apponenda*). 



DCVI. 

Isamus, Erzbisckof von Riga. entscheidet 
aU Schiedsrickter den StreU tnischen 
dem D. O. und dem B. von Oesel. den 
16. Juni 1302. 

In nomine Domini. Amen. Nos Isarnus, per- 
missione Divina s. Rigensis ecclesiae archiepiscopus, 
in arbitrem arbitratorem seu amicabilem compo- 
sitorem per venerabilem patrem dominum Conra- 
dum episcopum, decanum, capitulum, populum 
Osiliae et Maritimae, ac Nicolaum, dicti domini 
episcopi capellanum , eidem episcopo adhaerentes, 
ex uua parte, ac religiosos viros magistrum Gode- 
fridum et fratres s. Mariae Tbeutonicorum in 
Livonia ac populum, Iohannem scolasticum Osilien- 
•em, ac Iohannem de Ikeskull militem, praedicto 
magistro et fratribus adhaerentes, ex altera, super 
damnis, expensis, iniuriis et interesse, binc inde 
datis tempore guerrae et ex tunc, communiter electi, 
attendentes quos Ucet per coofessiones ex parte 
dicti magistri ac fratrum ac popnli supradicU, nec 
non per testes supradicti episcopi et sibi adbae- 
renUum praedictorum, de damnis, iniuriis ac aliis 
supradictis, sibi illaUs per magistrum, fratres, ae 
populum saepedictos, ac etiam per confessiones ex 
parte dicU episcopi ac testes dictorum fratrum de 
damnis, iniuriis, ac aliis supradicUs, sibi illaUs, et 
si non per dktum dominum episcopum, per suam 
famUiam, gentem, ac populum Osiliae ac 
«e supradictos plenarie nobis constat. Ni- 



ai »M«fbSrei». 



•i q«i» 

severitaU aliquid detrabendum, prout, 
statu terrarum et mulUtudine et qualitate exce- 
dentium provida deliberalione pensaUs, visum fuerit 
expedrie. Idcirco nos pensantes et manifestissime 
cognoscentes pericula, imminentia in parUbus istis 
ab iofldelibns inimicis notoriis fidei 
; , pro discordia domini ac magistri et 
et popalorum praedictorum eidem episcopo 
adhaerenUum, in hac parte praedicta damna, inio- 
rias, et alia supradicta, pro bono pacis et concor- 
diae ac tranquillo sUtu terrae et fidei ChrisUanae, 
hinc inde inter ipsum episcopum el populos (ec- 
clesiae) supradictae, ex parte una, et praedictum 
magistrum et fratres ex altera, mutua eompen- 
saUone tollentes, praefatum episcopum, familiam 
et gentem et populos Osiliae et MariUmae supra- 
dictos a praediclis damnis, iniuriis, expensis et 
aliis supradictis, per praedictum magistrum et 
fratres pelilis, poteslate nobis concessa a pirUbus 
supradicUs absolvimus, ac ipsos simiUter magistrnm 
et fratres a praedictis damnis, iniuriis, expensis et 
aliis supradicUs per episcopum et populum prae- 
dictum absolvi in his scripUs mandantes, slatuendo 
et ordinando partibus supradiclis, quod, omoi ran- 
core et ira prorsus explosis, praedictis litibus et 
i proseculiooi renuntiantes, sibi fldeliter assi- 
praesertim cum bono statu terrae contra 
quoslibet infideles, qnodque praedictus dominas 
episcopus dictum magistrum et fratres dilecUooe 
paterna diligat, et pertractet, ipsiqne magister et 
fratres ipsum dominum episcopum, ob 
Dei et pontiflcaUs honorem ordinis, 
prosequantur et ipsius coadiutores existaut in exe- 
cntiooe sui offlcu contra inobedientes quoslibet et 
rebelles. Nos autem nunc et ex tunc praedictas 
partes, et earum quamlibet, si cootra praedicta 
aliquid egerint per se vel per alios, publice vel 
occulte, seu quovis exquisito colore, in poenam 
et ad poenam periurii iuramenti praestiti per dictas 

i, pote- 
et io 



Digitized by Googl 



M 

ab iDgreuu ecclesiae, in populum autem interdicti, 
io siugulorum persODM Um ecclesiaslicas quaiu 
saeeulares auctoritate ordiuaria excomiDUDicatioais 
prorerimus io bis scriptis. Ceterum 
aUis quaestiouibus similiter pendeotibus co- 



supradictum ex uua parte, et praedictos magistram 
ac fratres et populum, (iobannem) scolasticum et 
lobannem militem , ex allera, supersedemus ad 
praesens, intendentes eas post reversionem nostram 
de Romaoa curia dante Domino salubriter 



episcopus nihil innovet circa personam, dignitatem 
vel beneficia vel alia booa populi supradicti. Ex- 
cepto quod si idem dominus episcopus velit eum 
removere de castro, in quo noscitur habitare, hoc 
possit libere, dum tamen de alio decenti eidem 
populo provideri procuret. Hoc auteo 
et rogamus domioum episcopum 
ob reverentiam magistri et frairum ac etiam noslram 
praedicta sustineat aequanimiter et observet. Item 
eastra de Lealis*) et Hapisal plene et libere resti- 
toimus cum omnibus iuribas et pertioeotiis suis 
episcopo supradicto, et plenaa 

volumus et mandamus magistro et fratribus supra- 
dictis, quod io insula Osiliae Dulium fortalitium 
de oovo faciant, seu antiquum, praeter quod in 
formam antiquam reflciant, sioe noslra licentia, 



Acta et data sunt haec apud 



Trioitatis, anno Domini MCCCII »). Praesentibus 
praedicto domino episcopo, et Hartuugo canonico 
ipsius, procuratore populorum praedictorum, ma- 
gistro, marscalco ordiuis s. Mariae Theutonicorum, 



•) Bei Turgenew offeabar corrumpirt: „Scalia." 
b) la Jer vou Tu rgenew 
.rrtgeZ.hl: II». 



V> laeWlUO viaEpusuu uvmv iiigtuai, 

de Tost (Rosen ?) milite, Herlaco dicto Rese, 
berto de Scjni (?), civibus nostris Rigensibus, et 
laicis quam plurimis fide dignis. 



DCVII. 



Ii B. wm Culm, und Ckristian, Elect 



Hochmeister des D. O., Gottfried von 
Hohenloke, seine WHarde 
den 18. Octbr. 1303. 

No, frater Hermannus, Dei graUa i 
clesiae episcopus, frater Cbristianus, ecclesiae s. 
Mariae insulae electus, coram universis recogno- 
scimus, et praesenUbus publice profitemur, quod, 
coogregatis in Elbinge: magno commeodatore, 
tbesaurario domus priocipalis io VeneUis, Aleman- 
niae, Livoniae et Prusciae praeceptoribus, ac alus 
provincialibus commendatoribus , advocatis et ce- 
teris fralribus eiusdem ordinis universis ad provi- 
deodum coosulendum ordini iam praedicto, prout 
evideos oecessitas ac uUlitas ipsios ordiois requi- 
rebat, et praecipue de officio magistri generalis, 
quo tunc frater Gotfridus de Ilobenloch, eiusdem 
ordinis, immo longe antea in maous ipsorum prae- 
ceptorom Livoniae, Prusciae, praesentibus multis 
commendatoribus, advocatis et aliis fratribus dice- 
batur resignasse voluntarie, non coactus, prout 
eUam eodem tempore ipsi commendatores et advo- 
cati oculata flde didiceraot, et boc 
communiter disserebant. Et qui 
fratribus de ipsa resigoaUooe dubium fuerat, eo 
quod resignationi non intererant, dubitantibus de 
biis, de quibus dubitandum non est, et in hiis, 
cum publice facta fuerant, volentes viam quaerere 
certiorem, cum superflua non vitient, et supera- 
bundans cautela non obsit secundum legitimas cau- 



frafer Gotfridus de Hobenlocb, qui 
tunc praesens fuerat, requireretur, quod de se 



Digitized by Google 



T 




Ioqaeretur, utpote qai de ficto suo certas esse 
debuerat, et per se recognosceret veriutem. Qui 
tunc interrogatus a nobis et a praedictis provin- 
cUIibus seu praeceptoribus, ac aliis fratribus uni- 
versis, ad excludendum dubium rei gestae, ut co- 
ram nobis suae resignationis meram recognosceret 
veriUtem, idem frater Gotfridus praedictum offlcium, 
scilicct sui magisterii, se resignasse volunUrie ac 
m manus praedictorum praeceptorum Livo- 
in ipso castro Meraele, praesentibus 
fratribus, recoguovit. Addidit etiam et 
dicebat, quod hoc ipsum ante bieonium conceperit, 
quod tunc facto teste complevit, et si denuo elige- 
retur in magistrum, quod neqoaquam vellet prae- 
dictum offlcium prae metu suae conscientiae acce- 
pure. Hiec nos omnia ac singula praemissa vidisse 
et audivisse praesentibus profltemur, dantes snper 
biis praesentem litteram, nostrorum sigillorum 
muniminibus roboratam. Actum et datum aono 
Domini millesimo trecentesimo Urtio, in die Lueae 
evangelisUe. 



DCVUf. 

Der Dexdsche Orden in Livland schUesst 
ein Vertheidiffungsbitndniss mit den Bi- 
schdfen von Dorpat und Oesel vnd den 
KOniglick Ddnischen VasaUen in Esth- 
landj den 25. Febr. 130*. 

\a nominc Domini , amcn. Ad perpettum rei 
memoriam omnibns praesens scriptum eernentibus 
magUter, marscalcas terrae , tn Velin , Wittenstene, 
Wend, Segewold, 1'erona, Leal et in Ascbrad eom- 
mendatores, nec non in ferwU, Trartp^lte, Wetid, 
Sackele et in Carthus adroeati, unirersi quoqne 
fratres hOsplUlU t. Mariac lerosolimitanae domus 
Tbeutonicorum per Livoniam constituti, salutem 
in eo, qui ett omniom vera siltts. Veriutis est 
verbum, omne regnum in se dirisum desolabitur 
et in se unitun 
dicti magUter et 



noslra crebro infesUntium, propria non posse sab- 
■istere virtute, cura anxia et solliciludine doo mo- 
dica, ne nuius novclla planUtio fldei per tam assi- 
daam infestationem diotorum bostium penitus snb- 




amicitiam et coiligationem in 
biliter duraturas, ob praesidium 
patriae, Livoniae videlicet el EstooUe, cum vene- 
rabilibas patribus episcopis, capitulU nec non 
UDiversis vasallis ecelesUrum TbarbatensU et Osi- 



hinc inde fide praest.ta manuali 
solemniter in bunc modum. In printU quU do- 
minus rex gloriosus dictos suos vasallos alienarerat 
a corooa, quod de iure non potuit cam utrorum- 
que eorum pateraa successione ac originaU e&senUa 

ut annexi cam eisdem vasallis, 
sUut dictam est, ipsisqae el nobis in hiis omnibas 
adhoerentibus simiU ac matuo praebabito foedere 
constricti sumus, qood el Uli violentiae, eU ex 
hoc illatae , una cum ipsis prout bacUous restiti- 




Quicunque igitur intiu au t exterius, 
in brevi seu longinquo, de ipsius corooae DacUe 
foro eos niteretur eUminare, eum neminem praeier 
hanc coronam gesuoum habcre velint dominantem 
eis, sicati nee 




>■ eorona videlUet DacUe atiqaa- 
separentar, Uli praesamtori nos partes 
praedictae pro nostris viribus resistemus. Sique 
ratiooe rei gesUe in hac causa in brevi quispiam 
seu longinquo ultionis intentione nos partes tur- 



Digitized by Googl 



10 



■aio, uc rite ac ratiooabiliter ioter oos partes 
ficta, et fide teaus, ut praeuctum est, flrmaU, 
per auemquam alinualiter infrincetur ; praesum- 
tori autem buiusmodi, si quis fuertt, teoebimur mu- 
sobsidiis obviare. De hoe equidem, quod com- 
missuoi est io castris, muoitiooiSus sive terris, aot 
forte postmodum committeodum modo aliquali, 
onlla oostrarum partiom per se omoioo praesumet 
Tel atteotabit ioire , specialem compositiooem sio- 
gulariter, oisi aliarum partium praedictarum coo- 
silio mediaote. Item quod secuodum veterem coo- 
suetudioem, aotiquitus habitam, iofra fluvios Dunam 
etNarwiam, oos et ipsi iuxta posse oostrum mutuo 
parte coadiuvabimus io utraque, boc sane adiecto, 
quod si qois bomicidium perpetravit, de unius 

ca pacem secundum eandem aotiquam consuetudi- 
nem obtinebit. Ceterum quod veoerabilem patrco 
dominum Rigeosem archiepiscopum, qui pro tem- 
pore fnerit, venera biles patres domioi Tharbateosis 
et OsUiensis ecclesiarum episcopi, nos magister, 



stringeraus. Porro, si aliqui quiconque, etiam et 
siuguUritcr cives Rigenses, specialem uoionem et 




ac iotime mooituri, quam pr 
ipsius copian kabere poterimus persooalem, qua- 
teous buic oostrae uoiooi, iospiraote Domioo, ob 
commuoem utiliutem toUus ortbodoxae fldei aic 
coocepUe, dignetur oobis cootra iopugoatores seu 



praesumseriot , et 
deoegareot, et uoiooi oostrae ulriusque partis 
adhaerere, moneodi sunt ules, nobis dicUs partibus 
fideliter ut assistamt ; quod si refuUveriot, io ipsos 
Uoquam hostes publicos commuoi robore iosur- 
gemus. Praeterea si discordia vel disseotio Um 
sit aot forsao in posterum oritura ioter nos dictos 
magislrum et fralres ex una parU, civesque Ri- 
geoses praefalos ex altera, veoerabilis deminus 
episcopus Tbarbateosis , una cum veoerabilibus 
viris dominis Dunemundensis et Valkenaoeosis 
mooasteriorum abbatibus, cum tribus altis prae- 
Utis, quos dictus dominus Tbarbatensis sibi 
cUverit in hac parte, adinoctis i 
militibus ex parte dictorum vasallorum regis, con- 
veoieot, de meritis causae hoiusmodi soUicite co- 
gnituri; quam si pro parte nostra dictorum fratrum 

iusum et ab alU parte 
, «.uucunt dictos cives Rigenses, 
ut ab hac sua iniquiute peoitus resisUDt, aUoquio 
dicUrum ecclesiarum episcopi, capitula et vasaJU, 
oec noo vasalli rcgis praelibaU, oos fratres iuva- 
buot poaae suo, cives ipsos usque ad satisfactiooem 

Verum ex adverso si par- 




dum, quicquid facere decreveril in subsequeotibus 
et praemissis. Si vero civiutes, oppida, vel alius 
qoispiam, seu quicnmque ioter Narwiam et Duoam 
coostituti, ab ihuinsmodi uoiooe se subtraxerint 



forUssis 

flrmato boc per dictos cogoitores sub 
gulorum et omoium sacrameoto , slabuot in pace 
dicti Tharbatensis et vasalli regis, Uoquam per- 
commooes, ouUi nostrorum UUgantium coo- 



prosequemur, donec uua 
nobiscum praefaUe adhaereat uoiooi. Praeterea 
quicnoque, cuiuscuoque etiam conditionis, sUtus 
aut persooae, qui cootra nos dominnm extraoeum 



et fratres, uec oon vasallos regis praedictos, com- 
mnniter vel divisim, ex ona parte, ac Ruthenos ex 
altera , super limiutiooe terrae vel alia causa di- 
scepUtio aUqua oonnuoquam sit emergeos, ex tuuc 
tres boni viri de diocesi Rigeosi, tres quoque de 
si 

Uril commode personalis, sex vero de parte Thar- 



, donec ab ioiquo suo proposilo dicU parte Osiliensi, si illorum copU haberi po- 



Digitized by Google 



11 



1304. 



batensi, sex de nostra parte scilicet fratrum, et 
sex dictorum regis vasallorum, qui a suo rege 
Daciae infeudati sint, conveniunt ad locum com- 
petentem, pro disceptatione bac fldeliter sopienda. 
Qui cogoitores si iudicarerint, aliqoam partium 
nostrarum iustam litem forsitan fovere, et ipsi 
Rutheni e contra dinoscantur iniusti, et ammoniti 
a sua iniuria recusaveriot supersedere quomodo- 
libet vel cessare, ex tunc nos reliquae partea contra 
dictos Rutbenos, quousque resipuerint, alteri parti, 
nostrae consorti bostiliter pro nostris viribus assnr- 
gemus ; verum si praebabiti cognitores partem 
Ruthenorum forte sensuerint fore instam, et par- 
tem oppositam iniustam, qnaecunque pars boc 
affinnaverit suo iuramento, neulram litigantium 
* partem praedictorum aliquatenus adiuvabit. Inter 
nos etiam partes si orta sit discordia , vel forte, 
quod absit, in posterum oritora, sex de Tharba- 
teusi, sex de Osiliensi ecclesiis, sex de nostris 
scilicet fratribus, nec non sex de vasallis regis 
Daciae convenieot, ad eandem amicabiliter sopien- 
dam. Qui si forlasse nicbilum profecerinl, nos 
communiter talem rebellem ad habendam concor- 
diam procellemus. Hoc nichilominus interposito, 
quod nulla pars nostri, reliqua inconsulta, contra 
dictos Ruthenos iniusle bellum inchoabit; quae 
vero pars superegerit, ab alia parte nullum pe- 
nitus auxilium consequetur. Haec autem omnia 
et singula inler nos partes flebant in nullum re- 
verendi patris et domini arcbiepiscopi Rigensis et 
suae ecclesiae praeiudicium , sub partium nostra- 
rum quarumlibet fldei sacramento. Item inter nos 
fratres ex una parte et dictos vasallos ex altera 
est compromissum, si iidem vasalli regis, singn- 
lariler habuerint nostri necessarios pro aliqua 
dissentione orla vel forsitan oritura sedauda, nos, 
cum vocati fuerimus, veniemus. Demom ex parte 
oostra dictorum videlicet magistri, marscbalci, 
commendatornm et advocatoram, si quem de medio 
tolli aul ab officio absolvi contigerit, de Livonia 
in Velin infra sex ebdomadas, ett de Estooia in 
Wittenstene infra quatuor ebdomadas dictis vasaltis, 



postquam ammoniti fuerimus per ipsos, novos iUi 
subrogatas comparebit, omnia et singala praece- 
dentia promissurus. In quorum omnium testi- 
monium nos, dicti magister, marsehaleus, com- 
meodatores et advocati praesentibus litteris sigilla 
nostra ad perpetuum robur duximus apponenda. 
Datnm anno Domini millesimo trecentesimo quarto, . 
in die Matthiae apostoli. 



DCIX. 

Pabst Benedict XI. emennt den Minoriten- 
mdnch Friedrivh zum Erzbischof von Riga, 
den 21. Mdrz 1304. 

Beoedictus episcopus etc. dUectis flliis , populo 
ciritatis et dioeceseos Rigeosis, salutem etc. Dum 
ad universas orbis ecclesias iuxta pastoralis offlcii 
debitum apostolicae vertimus considerationis iotui- 
tum, earum propensior non immerilo solicitudo 
■os angit, quae propriis destitutae pastoribus va- 
eationis incommodis exponuotur. Dudum siqnidem 
felicis recodatioois Bonifacius Papa VIII., praede- 
cessor noster, venerabilem fratrem nostrum I(sar- 
num),Lundensem, tuncRigensem arcbiepiscopum,ad 
ecclesiam Luodensem, et venerabilem fratrem no- 
strum lonannem episcopum, tnne Londensem ar- 
chiepiscopum, ad ecclesiam Rigensem certis ex 
causis doxit de potestatis pleoitudine transferendos, 
sicqoe eadem ecclesia Rigensis per buiusmodi 
translationem sui archiepiscopi solatio deslituta 
pastoris, praefato Iohanne episcopo huiusmodi 
traoslationem de se factam ad dictam ecclesiam 
Rigeosem acceptare nolente, usque adhuc suae 
provisioois remedia expectavit. Nos autem, ad 
provisionem ipsius solicitis studiis inteodentes, ac 
cupientes, lalem ipsi praeesse pastorem, qni eam 
sciat et possit salubriter gubernare, post delibe- 
rationem, quam super boc babuimus cum nostris 
fratribus diligentem, consideratis muneribos gra- 
tiarum, quibus personam venerabilis fratris nostri 
Frederici, archiepiscopi Rigensis, Divina bonitas 



Digitized by Google 



13 



1304. 



U 




litterarum ornat scientia, morum insignit nobilitas, 
spiritualium et temporahum proTidenlia , pluraque 
alia rirtutum dona commendant, direximus oculos 
nostrae mentis, quibus omnibus diligenti medita- 
de persona sua, uobis et 




ipsi Rigensi ecclesiae proTidimus , ipsumque de 
fratrum praedictorum cousilio ecdesiae Rigeosi 
praedictae praefecimus in archiepiscopum et pasto- 
rem, caram et administratiooem ipsius praefato 
arcbiepiscopo in spiritualibus et temr. 



i palleum, 

d< corpore beati Petri sumptum , insigne Tidelicel 
pastoralis offlcii, ab ipso cum ea qua decuit in- 
stantia postulatum, per dilectos fllios nostros Ma- 
tbeum, sanctae Mariae in Porticn, Franciscum, 
sanetae Lucae in Siliee, Iacobnm sancti Georgii ad 

■ 




cardinales fecimus eibiberi; 
in illo, qui dat gralias et largitur praemia, confi- 
deates, quod eadem Rigensis ecclesia sub suo 
felici regimine gratia sibi assistente Dmna pro- 
spere dirigetur et salnbria recipiet 



, per apostolica vobis scripU 
t, qnatinus eundem arcbiepiscopum tan- 
qnam patrem et pastorem aoimarum Testrarum 
deTote recipientes et honeste tractantes, eius sala- 
bribns monitis ct mandatis plene ac humiliter 
iatendatis, ita qnod ipse in Tobis filios devoUonis 



XII 



nostri 



DCX. 

Isarnus, Erzbischof von Lund, entscheidet 

scken dem Orden und der Stadt Riga, 
, den 21. M&rt 1304. 

In nomine Domini, amen. Nos 



primas, quondam Rigensis arcbiepiscopus, arbiter 
arbitrator, sen amicabilis compositor communiter 
electns a religiosis Tiris, magistro et fratribus 
ordiois s. Mariae Tbeutoo. in LiTonia ex parte 
nna, ac ciribns et civitate Rigensi ex altera, super 
guerris et discordiis, moUs inter eos, ae 
pluribus, captiTitatibus, iniuriis, expensis, 
litibns, causis et interesse, tam in Romana curia, 
qnam alibi, inde secutis, intendentes paci et con- 
cordiae partium praedictarum, receptis earum peti- 
tionibus et articulis, ac iuxta qualitatem negotii et 
aobis formam ab ipsis , diligenti 
: , tam per confessiones partium, 
strumentorum et testium, babita super ipsis, quia, 
licel constat nobis, praefatam discordiam ipsis 
partibus damna plurima, ef strage et captiooibus 
hominum, locornm incendiis, bonorum rapinis, et 
aoimalium praedis hactenus intulisse, quodque 
ipsae partes, quod laeti referimus, Dirina gratia 
salnbriter disponente, abolita iniuria, et omni ran- 
core dimisso, buiusmodi damuorum oblitae, ami- 
cahiliter se admitteotes, cobabitanles et pertra- 
ctantes, et sicut amicus amico communicat bona 
sua, de pnriute dictorum magistri et 




per mutuam cohabitalionem , et laudabilem con- 
Tersationem, dante Deo, concordiae ac pacis au- 
ctore, semper in ipsis pullulabunt et crescent, 
diligeoti ac frequenli deliberatiooe habita in prae- 
i, et communicato nobis Tenerabilium patrum, 



Petri, ac fratris Gentilis, tituli s. Martini in moo- 

ad 



Digitized by Google 




per sanctUsimum patrem et uvuuuuu., 
Beoedictum, Divina provideutia papam 
depuutorum consilio et assensu, sup« ^», 
nostrum arbitrium, diffiniUo, compositio seu ordi- 
natio de vultu Dei prodeat, et oculi nostri videant 
aequitatem. In nomine patris et fllii et spiritus 
sancti, amen. Arbitrando, difflniendo, ordinando 
potestate a dictis partibus nobis 
, et omni iure et causa , quibus meNus 
is, pro bono pacis et concordiae, ac ad 
favorem reUgionis et fidei Cbristiaoae incrementum, 
cuios processns per dictam discordiam noseitur 
retardatns et per concordiam creditar propagandas, 
damna huiusmodi pari compensatione toUenda •), 
procurando dictoram magistri et fratrum et ipsos 
in persona ipsius, ac petitiooe procuratorum dicto- 
rum civium et ipsos cives io persona ipsius, et 
petitione dictorum fratrum, quoad dicta damna, 
iniurias et expensas, et omne interesse secutum 
absolvimus et quitamus, assignantes dicUs magistro 



ipsos et cives praedictos in civitate Rigensi et marchia 
eiusdem babuisse noscuntor, proviso, quod inter 
civitatem praedictam ac domnm seu curiam, quam 
dicti fratres inhabitabunt , fiat murus ad expensas 



viarnm et platearum civitatis 
eiasdem, praesertim viae, quae est iater ecclesiam 
s. Georgti et domum, in qua habitat dominus 
Woldemarus dictus de Roza, miles, et quod nullam 
habitaUonem habeant in dicta civitate, nisi infra 
rclusam; et quod posticus 
laUtudinis et sex altitudinis relin- 
quttur in eo, per 



a) Dai Nachfolgende Ist bet Dogiel ofenbar ver- 
•ttlmmelt, und dtirfte «o xu emendlren aeln : „procaratorem 
' olctorum magistri et fratrum et ipaai in peraona Ipalo» a 
petltlone (i. e. impetitlone) procnratorum dictorum civium, 
el procaratorem dlctorum civium et ipsoa clve* In peraona 
a 



intrare valeat libare et etire. 
sive in ecdesia sive atibi haeteras 
en ostnira habeant m ruuro 
einsdem, sieut ante diseordiam habueruut, et quod 
altra viginti fratres, cum totidem servitoribn* dun- 
taxat, non morentur in ea, nec parlamentvm seu 
capitulum ftciant in eadem, nisi semel in 
et tnnc qui occasione venioni 

ostium io dicto muro, parlamentnm in dicu eivi- 
tate fratres faciant snpradicti, donee mnrvs ioter 
dictam domum ipsorom fratrum et civiutem, «t 
praemittitur, sit completns. Item ordinamus, quod 
gnrgustium in flumine dicto Semigailera sit com- 
mune in fructu piscium et expensis fratrilNis «I 
rivibns supradicUs, et quod magister et fratres 
praedicti nullum fortalitium sen turrim facUnt pcr 
se vel per alios in ciriute vel marchia snpradicU, 
ponte, per dictos ci«fcs aediflcato pro sUliUte rei- 
publicaeciviUtlspraedicUe seu 




et magnae possint libere pertransire. Sinili modo 
pronuntiamas, quod dicti magister et fratres per- 
mitunt dictos cives, et dieti cives praedictos fratres 
et familiam ae vasallos eorom, iibere emere, ven- 
dcre et agere in suis mercimoniis, nec redire et 
morari per terras et districtum sunm ad in- 
vicem , et quantum ad ipsos spectabit mntao ct 
benigne se recipient, pertractent, protegant et de- 
fendant , et sine dispendio iustitiae faciant complc- 
meotnm. Nulla nova pedagia, telonea seu qnasvis 
alias novas exactiones alter tb altero per se vel 
per alios quomodo libet exigentes pro 
vel de bonis ipsornm mobUibus, 
liUtis existant, quae de approbata consuetudiae 
vel autoritate sedis apostolicae non sunt imposiUe 
vel in poslerum imponantur. Quodsi dicti magiaUr 
et fratres per se vel per alios praedictos cives 
interfecerint, violaverint, vel mala ceperint capUone, 
si 




Digitized by Google 



17 



4304. 



18 



bonis et iaribus, quae in dicta civitate obtinent 
seu obtioueruot, sint privaU, et bona ipsa et mra 
Rigensi ecclesiae et arcbiepiseopo , qui pro tem- 
pore fuerit in eadem, ipso facto peoilus devol- 
vantur. Item partes praedictas super mille quin- 
gentis uncis terrarum, quos in Curonia et centum 
in Osilia a dictis fratribus vendicant dicti cives, 
ad sedem apostolicam remittimus, et sibi super" iis 
fioale iudicium reservamus. Acla fuerunt Romae, 
anno Domiui uiitlesimo trecentesimo quarlo, duo- 
decimo calendas Aprilis, praesentibus venerabili in 
Cbristo patre ac domino H(enrico), 'Dei gratia Reva- 
iiensi episcopo, ac discretis viris, dominis Bernardo 
de Warniola, archipersbitero Carcassensi , Henrico 
dicto de Lubek, canouico. Rigensi, Porrina de Ca- 
sulis, lacobo de Casulis et magistro 'Petro de 
sancto fienedicto, doctoribus, in Romana curia 
advocatis, et aliis quam pluribus clericis et laicis 
fide dignis, testibus ad hoc specialiter vocatis et 
rogatis. 



DCXI. 

Erich Menved, Kdnig der Ddnen, best&tigt 
die Verordnung Erich GHpping's vom 
11. Juni 1260 in Betreff des Sendkorns, 
den It. August 1804. 

Ericus, Dei gratia Danorum Sclavornmque rex, 
dux Esloniae, omnibus Estoniam habitantibus sa- 
lutem et gratiam. Noveriot universi, nos litteras 
domini Erici, quondam regis Danorum, praede- 
cessoris nostri, sub vero sigillo suo vidisse et au- 
divisse, lenorem qui sequitur cootinentes. (Folgt 

die Vrk. V. 11. Juni 1260, Bd. t. Nr. CCCLIl.) 

Unde oos, ipsius vesligia sequi volentes in hac 
parte, dictas litteras tenore praesentium conflrma- 
mus, vobis omnibus et singulis sub obtentu graliae 
noslrae districtius inhibentes, ne quis, cuiuscunque 
conditionis fuerit, apud vos se ab huiusmodi pen- 
sionis solutione subtrahat quoquomodo, proot 

Uvt V.B. II. 



regiam vitare voluerit ultionem. In cuius rei te- 
stimonium sigillum nostrum praesentibus est appen- 
sum. Datum Slangieodorp, anooDomioi M. CCC. 
quarto, in erastino beaU Laure*nUi marUris, in prae- 
sentia nostra. 



DCXII. 

Derselbe verleiht dem Winand von Stant- 
forde eine JUuhle bei Reval, den 25. 
August 1304. 

Lricus, Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, 
dux Esloniae, omnibus praesens scriptum cernen- 
Ubus salutem in Domino sempiternam. Noveritis, 
quod nos exhibitori praesentium, Winando de 
Stantforde , et suis veris heredibus molendinum 
iuxta Revaliam situm, quod a Iohanne de Hylden- 
sem iusto emtionis Utulo obtinuit, quod quidem 
molendinum pater eiusdem Iohannis prtas a oobis 
iuste io pheodnm teouit, iure coocedimus pheodali 
cum pertinentiis sols, scilicet aqois, pascuis et 
aliis iuribus libere perpetuo possidendam, ita Umen, 
quod ab ipso molendino nostro moleodioo ibidem 
oullum praeiudlciom geoeretur, eo excepto, quod 
ad dictum molendinum annona sragulorum, necesse 
habenUum, libere deducatur. Uode per graUam 
oostram districte prohibemus, oe quis advocatorum 
uostrorum vel eorundem offlcialiam, seu quisquam 
alius, cuiuscunque sit cooditionis, dictum Winao-- 
dum aut suos heredes io ipso moleodioo prae- 
sumat aliquatenus moiestare, prout indignationem 
nostram et ultionem regiam duxerit evitandam. 
In cuius rei testimonium sigillum nostrum prae- 
sentibus est appensum. Datum Roskild, anno 
Domini M. CCCIHI. in crasUno beati Bartholoniaei 
apostoli, testibus dominis Ricboldo Uhbisoo, 
Waldemaro de Rosen, Aghone Saxison et plnribus 
aliis fide dignis. 



2 



19 



4305. 



20 



dcxiii. 

Derselbe yiebt , auf BUte der B&rger von 
Rostock, den fiaufleuten der Seest&dte 
ein Handelsprivtiegium, d. tS. Mai 1305. 

Ericns, Dei gratia Danorum Slavoruinque rei, 
dux Estoniae, salutem in Domino sempiternam. 
Noveritis, quod nos ad instaniiam dilectorum no- 
strorum civium in Rozstoc mercatoribus omnibus 
civitatum maritimarum , mare orientale transire 
voleotibus, gratiara cupientes /acere specialem, ipsis 
omnibus et singulis liberaliter indulgemus, quod 
ad regnum nostrum ubicunqne eis placueril, cum 
rebus et mercibus suis secure vcnire valeant, sive 
boc via terrestri sive aquatica ipsis oportunum 
fuerit, et io eodem libere sua exercerc mercimonia, 
secure pro bobis, ac omnibus ballivis et offlcialibns 
nostris, nec non aliis quibuscunque , qui nostris 
adstricti sunt voluntatibus et mandalis. Singu- 
lariterautem assecuramus eosdem perterras nostras, 
videlicet totam et Livoniam, usque ad 
Narowe, et deinde versus Nogardiam, 
ne quisquam eos sive in mari, sive in terris in se 
vel in suis praesumat aliqualiter impedire. Ceteram 
indulgemus eisdem, quod si eos alicubi infra li- 
mites et terminos totius regni nostri naufragium, 
quod absit, pati contingat, quamdiu res suas et 
naves per se ipsos seu per alios salvare poterant, 
eisdem id faciendi praesentium ttnore liberam 
concedimus facultatem, et quod per neminem ad- 
vocatorum nostrorum seu per quemcunque alium 
de regno nosfro debeant aliquatenus impediri. 
Unde per graliam nostram districte prohibemus, 
ne quis advocatoram nostroram aut quisquam 
alius ipsos mercatores contra tenorem praesenlium 
praesumat aliquatenus molestare, quod qui fecerit, 
regiam non effugiet ultionem. In cuius rei testi- 
monium praesentibus lilteris sigillum nostrum 

Worlbingeburg, 



Iunii XV., praescntibus consiliariis noslris. 



DCXIV. 

Libertus, Abt von Dunamunde, und Ditmar, 
Abt von Falkenau, verkaufen Dunamunde 
an den D.O. in Livland, den 26. Mai 1305. 

No, fraler Libertus de Dunemunde et Ditbmarus 
de Valkana dicti abbates, lobannes, quondam cel- 
-lerarius in Amelongsburae, etTb., quondam hospi- 
talarius in Porta, missi auctoritate nostri capituli 
generalis super causa translationis domus Dune- 
munde, de qua anno Domini M. CCC. III. in ipso 
generali capitulo apud Cislercium fuit diffinitum, 
et snb sigillo dicti capituli domini abbati Mo- 
rimundi commissum in plenaria ordinis pote- 
state, quam ipsum capitulum auctoritate sedis 
apostolicae dinoseilur habere super mutationibus, 
translalionibus abbatiarum ac omnium proprietatum 
nostri ordinis universi, quam scilicet potestatem 
dictus dominus abbas Morimnndi dictis fratribus 
lohanni et Th. eadem auctoritate recommisit, prae- 
sentibus protestamur ac fideiussorie nos obligamus, 
ratum haberi a prioribus nostri ordinis universi 
contractum, quem fecimus cum magistro et fratri- 
bus hospitalis s. Mariae in Livonia sub hac forma : 
Quod pagani dictam domum Dunemunde dudum 
expugnarunt el conventum ibidem interfecerant et 
in rebus ac personis post haec etiam mulla damna 
intulerunt, et eisdem paganis ulterius ibidem re- 
sistere non est, cum dicta domus aedificiis ac pro- 
ventibus deflcere coraprobetur , nos de consiiio et 
consensu totius conventns in Dunemunde, tam con- 
versorum quam monachoram, dictis magistro et 
fratribus iusta venditione dimisimus dictam domum 
Dunemunde, cum omnibus bonis iramobilibus, quae 
ipsa domus possidet inter Semigallera et Tnoreidara 
et mare, circa districtum territorii civitatis Rigeo- 
sis, sive in civitate, sive entra civitatem, areas 
scilicet et domos in- civitate et extra civitalem, 
agros et prata, silvas et aquas, et omnia immobilia, 
praetersedes ligneas oratorii convcrsorum ; insuper 
et omnia bona immobili», quae dicta domus pos- 
sidet in terra Curoniae; utraque booa praedicta 



uigit 



by Google 



21 



1305. 



cum omni iure prprietatis, sicut ordo nosler 
possederat, in perpetuum possidenda, tali inter- 
veniente 'pacto, quod nos in possessione dictae 
domus et bonorum omnium in diocesi Bigensi 
libere manebimus, sicut hactenus mansimus usque 
ad annura post festum s. Michaelis proxime ren- 
turum. Dicti autem magister et fratres dabunt 
nobis in instanli milie marcas argenti puri ad pon- 

dus Colonieuse, et si •) ad pondus Rigense 

dare voluerint, ad pondus marcae Rigensis addent 
dinlidium fertonem argenti et ad purificationem 

addent lotum. Evoluto vero ad festum Mi- 

cbaelis proxime venturum dicti magister et fratres 
dabunt nobis ilem mille marcas argenti puri ad 
pondus eliam Coloniense, et nos eis extunc, sicut 
suprascriptum est, dictas possessiones libere — 

nobis facient sufficientem cautionem de duobus 

adhuc millibus marcarum argenti puri ad pondus 
Coloniense, quarum ultimas mille marcas addila- 

mento Rigensis argenti ad argenti pote- 

runt exsolvere, prout superius est notatum, quam 
scilicet cautionem duarum ultimarum millium mar- 
earum ita facient nobis dicti magister et fralres, 
ot uncos aequivalentes omnibus bonis, quae b ) 

— possidet in terra Gerwiae, et quae etiam 

mooasterium Dunemunde possidet in diocesibus 
Tharbali el Curoniae, ponant nobis eo pacto, ut 
si anno secundo post festum s. Michaelis proxime 
venturum praedictas nobis non solverint mille 
marcas argenti puri ad pondus Coloniense, extunc 
in praediclis uncis, nobis positis, ius habebimus 
percipiendi fructus ab anno pnmo post feslum s. 
Michaelis proxime venturum et deioceps, quousque 
praedictae mille marcae plenarie nobis sinl solutae. 
Et si tertio anno post festum s. Micbaelis proxime 
veoturum item mille marcas, ut supradictum est, 
nobis non solveriot, item exlunc in praediclis uncis 



a) Hter ond an aoderen Stellen l»t daa Origtoaldocu- 
meat zerfreaaen. 

b) Hier fehlcn vennothlicli die Worte: „mooa«teriua 
de Valkana". 



nobis positis uis babebimus percipiendi fructus 
ab anno secundo post festum s_. Micbaelis proxime 
venturum et deinceps, quousque praedictae mille 
marcae plenariler nobis sint solutae, ut sic in 

universo dent nobis «) bonis immobilibus 

tam in diocesi Curoniensi , quam in diocesi Ri- 
gensi, quatuor millia marcarum argenti puri ad 
pondus Coloniense. Porro si dictum contractum, 
qualicunque iniuriosa violentia cogente, quod absit, 
praeflxo tempore tenere non possemus, mllie mar- 
cas, quas prius acceperimus , dictis magistro et 
fratribus ex integro refundemus, eteisdem cautionem 
dabimus, quod dictus locus abbatiae nostrae nulli 

praeter ipsis d ) si pretium dare vo- 

luerint, quod superius est notatum. Praeterea si 
praedictas mille marcas primfr acceptas — pro 
tempore non refunderemus , extunc bona nostra 
immobilia in diocesibus Curonia et TharbaU — 

•) de Yalkana babent in terra Gerwiae 

ita ponimus, ut si dictas mille marcas non refun- 

deremus et nicbilominus f ) pcrficlendum 

impedircmur, extunc in praedictis bonis nostris in 
diocesi Tharbatensi et in terra Gerwiae magister 
et fratres ius babebunt percipiendi fructus ab 
anno primo post festum s. Michaelis proxime ven- 
turum et deinceps, guousque praedictas mille mar- 
cas eis integraliter refundemus, ita tamen, quod 
si ex parte monasterii de Valkana quingentas 
marcas solverimus, bona monasterii de Valkana 
in terra Gerwiae ab buiusmodi obtigaUone libera 
erunt, et cum ex parte monasterii de Dunemunde 

k) solverimus, bona nostra in terra Cu- 

roniae et diocesi Tharbatensi similiter ad nos libere 
revertentur. Verum si dictus contractus processum 

babuerit — de iure warangiam 

faciemus. Item si dictus contractus, Deo dante, 
processum habuerit, dicti magister et fratres se 



c) E» fehlt hier wohl: „pro univerala". 

d) Hierlat xo soppliren : „naglalro et fratrtbot vendelur". 

e) et qoae fraireat 

g) quingeaUu marcaa? 



23 .13 

et suos successores ad hoc obligabunt, ut singulis 
septimanis missa pro defunclis in perpetuum pro 
fratribus Cisterciensis ordinis in cimiterio Dune- 
muodae sepullis dicatur, boc adiecto, quod in 
omnibus commemorationibus defunctorum, sive in 
capitulo sive ubi, ubi — offlcio specialis fia,t me- 
moria pro eisdem. Ut autem haec omnia inviola- 
bilem teneant firmitatem, data manu flde in verbo 
vero promittimus, %l sigillorum nostrorum muni- 
mine roboramus, teslimonio fratrum nostrorum 
subscriptorum , Bertoldi , prioris de Valkana dicti 
Leper, Iohannis quondam abbatis ibidem dicti de 
Hapsele, el Heinrici ditti de Kokenhusen, monachi 
ibidem, et Friderici dicti de Kamburch, monachi 
Dunemundh Datum airao Domini millesimo tri- 
centesimo quinto, in vigilia ascensionis Domini. 



DCXV. 

Erich Menved, Kdnig der Ddnen, erklart 
seine Vasallen in Esthland fiir aerecht- 
fertigt wegen der Besetzung der Kdnig- 
lichen Befestigungen daselbst, d. 25. JuU 
1305. 

Omnibus praesens scriptum cernentibus Ericus, 
Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, dux Esto- 
niae, salutem in Domino sempiternam. Tenore 
praesentium constare volumus praesentibus et fu- 
turis, quod, cum ex parte vasallorum nostrorum 
io Estonia excusatio sufficiens et plena coram no- 
bis facta sit Ucide et ostensa, quod munitiones 
nostras ibidem non receperint nec tenuerunt , nisi 
pro sua et terrae securitate ac bono nostro pro 
futuris temporibus et coronae, et nulla alia inten- 
tione , qua coronae regui subtrahi possent , vel 
nostri contemptus aliquis debeat denotari; nos 
ipsos vasallos nostros omnes et singulos pro eo, 
quod muniliooes huiusmodi ceperunt cum bonis 
nostris et lenuerunt, ut praemitlitur , ab impeti- 
tione nostra et successorum nostrorum quittos per 



praesentes dimittimus et penitus excusatos. In 
cuUtt rei testimonium sigillum nostrum praesen- 
tibus est appensum. Datum Sioburgh, anno Do- 
mini M. CCC. quinto, in dic beati lacobi apo- 
stoli, in praesentia nostra, teste domino N., came- 
rario nostro. 



DCXVI. 

Friedrich, Erzbischof von Riga, uppellfrt 
an den Pabst, wegen der von dern Meister 
und den Br&dern des D. 0. in Livland 
erlittenen Beleidigungen elc, d. 14. Sep- 
tember 1305. 

IVos frater Fredericus , Dei et apostolicae sedis 
gratia s. Rigeosis ecciesiae arcbiepiscophs, videntes 
et cognoscentes, nobis el nostris ecclesiae vasallis 
civitaUque Rigensi per fratrem Godefridum, prae- 
ceptorem fratrum domus Tbeotonicae perLivoniam, 
et per fratres sibi subditos praefatae domus Tbeo- 
tonicae, inferri praeiudicia plurima et gravamina 
manifesta, videlicet, quia antequam venissemus ad 
dictam nostram ecctesiam, praedicti praeceptor et 
fratres domus Theotonicae, illicitis conventiculis 
celebratis, nostros vasallos et cives civitatis prae- 
dictae iudicio suo et domini Tbeodorici, qui se gerit 
pro episcopo Tarbatensi, vasallorumque regis Da- 
ciae de faeto, cum de iure non possunt, subiece- 
runt. Item immemores arbitrii, arbitraU per vene- 
rabilem patrem , dominum Isarnum , quondam 
Rigensem, nunc Lundensem archiepiscopum, de 
mandato sanctissimi patris, domini Benedicti papae 
XI., coram duobus cardinalibus persbiteris, vide- 
licet domino Iohanne monacho , et domino fratre 
Genlile, a civibus nostris Rigensibus, quos pluri- 
bus iniuriis antea gravarant, eis innumerabiles 
molesUas inferendo, contra iusUUam duo millia 
marcarum per ordinaUones ioiustas et iodebitas 
extorserunt, compellentes eos nichilominus, ut ab 
aclione super boois, quae in Curonia possidebant, 



Digitized by Google 



1305 



penitus desisterent, in ecclesiae nostrae praeiadi- 
cium oon modicum et gravaraen. Item castrunr 
nostrum Ikskull noviter occupaverunt a superiori 
parte civitatis, quod nostrum et ecclesiae nostrae 
iuisse dinoscitur ab antiquo. Item abstraxerunt 
nobis bona et redditus, ad nostram mensam perti- 
nentes , videlket lacum , oomine Lubanum , ter- 
ram Astijerwe , castrum Mithoviam et castrum 
Kerchbolm, cum villis, bominibus, agris cultis et 
incultis, pratis, pascuis, montibus, planis, silvis, 
rubetis, piscalionib,us , el cum omnibus iuribus et 
pertipeatiis suis, suo dominio plenarie subiugaront. 
item praedictas camporum , silvarum , pratorum, 
piscariarum et diversas alias possessiones nobis 
nostrisque vasallis et hominibus in tantum abstraxe- 
rant et auferunl omni die, quod" cum deberemus 
babere duas partes et ipsi tertiam, nos vix partem 
tertiam retinemus, el in illis modicis, quae adhuc no- 
bisremanserunt, incessanler nos intolerabilibus iniu- 
riis non desinunt molcstare. Item fecerunt divisiones 
per totam nostram provinciam inter arcbiepiscopum 
et suflraganeos, inter episcopos, inter episcopos et 
capitula eorum, inter capitula, inter communitates, 
inter vasallos, dissensiones et scandala seminando, et 
buiusmodi divisionis subfulti praesidio, diversarum 
ecclesiarum et hominum dominia per potentiam 
possederunt, et gaudentes de discordia, paganorum, 
qui nostra et aliorum Cbristianornm booa cootinue 
destruu.nt, el propter huiusmodi scismata Irbere 
faciunt, quod eis placet, in tota nostra provincia, 
insultibus non resistunt. Item captivitati et eie- 
ctioni contemtibili domini Vitkini, quondam Rigensis 
praeposili, consilium el auxilium praestiterunt, qui * 
tandem sicut profugus cum uno caoonico el plu-* 
ribus aliis in cathedrali ecclesia sunt miserabiliter 
interfecti , eo quod in Romana curia praefatns 
praepositus et dictus canonicus sleterunt contra 
ipsos in subsidium Christianitatis provinciae supra- 
dictae. Item assuraunt arma propria auctoritate 
contra Christianos, el interllciunt communiter non 
consentientes sibi, sive sint clerici sive laici, nullam 
gratifm faciendo. Insuper et tres civer post 



inter eos et dictos cives Rigeoses 
factam occidere praesumserunt , et in 
eorum invaluit saevitia, quod omnes 
rum macerialem gladium expavescunt in 
pro.incia constituti, nec aliquis audet contra ipsos 
verbo vel facto aliquid aitemptare, excepta sola civi- 
tate Rigensi, quae eorum pravis operibus resistens 
viriliter noluit consentire, propter quod eara summo 
odio persequentes dicti fralres nituntur funditus 
subvertere et penitus extirpare, et sic iustitia con- 
culcatur, iniustitia aulem et violentia invalescunt. 
Item gerunt personam cognitoris, potesiatem sibi 
temerarie usurpantes et Neronis imitatores efflci, 
silientes sanguinem innocenlem, mactant crudeliler 
omni miseratione postposita Cbristianos, sicut no- 
viter iri Osilia, timore Dei postposito, facere prae- 
sumserunt, quod factum laraentabile dura ad me- 
moriam revocamus, vix possumus a lacrimis con- 
tinere.- Nam cum episcopus Osilieosis , eorum 
malis factis non consentiens, in quantum poterat 
restitisset, non valentes se de ipso aliter vindicare, 
episcopatum suum , congregato exercitu valido, 
intraverunt, et corda sua ad moduro lapidis indu- 
rantes, mrilta millia hominum sexus promiscui, 
senum et iuvenum et infantium , occiderunt, et 
reputantes se obseqnium Deo de sua malitia prae- 
sUtisse, minusque habentes de conscientia quam 
pagani, poenilentiam de istis et de multis aliis 
gravissimis excessibus non egerunt. Nondubita- 
mus autem^ quod si essent veri fidei defensores, 
tam enormia facta, de quibus aures obstupescunt 
audienliura, non praesiin.erenl altemptare. Item 
vacantibus beneflciis et dignitatibus in cathedralibus 
et aliis inferioribus ecclesiis, sivcsint episcopatus, 
sive inferiora beneflcia, contra formam cleclionis 
et contra canonica inslitula intrudunt personas se- 
cundum suum placitum, et quoque personas minus 
dignas, et eas tuentur maceriali gladio et defen- 
dunt. Iteiu canonicos et alios clericos, qui ad 
eo$ confugiunt, suis ecclesiis damnis et ioiuriis 
irrogalis, fovent in snis munitionibus et conser- 
vant, propler quo'd ecdesiae et eorum redditus in 



Digitized by Google 



27 



1305. 



28 



noslra provincia per omnia destruuntur. Sed nec 
sic eorum appetilus potuit satiari : quioimmo ca- 
nonicos seculares, probos viros utique et honestos, 
de Curoniensi ecclesia eiecerunt, et ibidem cano- 
nicos sui ordinis locaverunt, qui episcopos nisi 
suis ordinis, quos dicti fratres habere volunt, 
eligunl, sub quorum regimine fratres praehabiti 
faciunt, quicquid volunt. ldem autem Curoniensis 
et alii episcopi, de eodem ordine assumti, modicis 
contenti, propter dictorum fratrum metuln, itira 
suarum ecclesiarum defendere non praesumunt, 
et sic per eos fere omnes ecclesiae sunt destructae, 
iidem autem fratres earura possessiones occupant 
et detinent violentcr. Item cum dicti fratres sint 
locati in dicta Rigensi provincia pro defensione 
Rigensis ecclesiae et Chrislianilatis , vocalioois 
suae immemores , castrum nomine Plozk, quod 
est in paganorum frontariam consistutum, perti- 
neos ad archiepiscopum , infldelibus dimiserunt, 
castrum quoque aliud, Duneburch, etiam genlilibus 
pro treceutis marcis vendiderunt, et sic a fron- 
taria recesserant, et tota Christianitas , quae 
ibi fuit, est fugata et abducta de tota frentaria, 
quae magoum et largum spatium obtinebat. Item, 
quod dolor est dicere pariter et audire, arma, 
ferrum et omnia genera mercium vendunt paga- 
nis, et cum ipsis contractus et conventicula cele- 
brant, quod Christianis non est licitum, in de- 
structionem nominis Christiani. Item dum ad no- 
stram ecclesiam de Romana curia transiremus, 
affectantes cum saepenominatis fratribus paeifice 
vivere, Venetias ad eorura magistrum generalem 
declinavimus, ubi cum eo pacta inivimus in hunc 
niqdum videlicet', quod fratres eiusdem ordinis 
deberent ecclesiam nostram ab omnium inimicorum 
iniuriis defensare, et in suis immunitatibus tueri 
et libertatibus conservare, et hostilibus impugna- 
tionibus totis couatibus resistere, occasione quali- 
bet non obstante ; nos vero versa vice promisiiuus, 
eorum iura ac libertates fideliter defensare ; super 
quibus ordinationibus nobis palentes praefatus 
magister dedit lilleras , sui sigilli munimine robo- 



ratas. Sed eaedem litterae nobis pius nocumenti 
quam profectus, dictis fratribus pacla mox violan- 
tibus, praestiterunt. Nam postquara ad eorundem 
castra venissemus et eorum petitiones varias adrai- 
sissemus liberaliter, quod nuoquam antecessores 
uostri feceruot , eortim ferocitatem et saevitiam 
formidantes, tandem ad nostrara ecclesiara pene- 
Dimus, superno nobis praesidio assistente, ubi 
cum lassato corpori ex itinere requiem tribuere 
cuperemus, non defuit inter eos satan, qui corda 
eonfiidem fratrum protinus sifbverlit in tantura , 
quod , paclorum imraemores , praesumserunt 
ausu lemerario nos vexare, volentes pacis foedera 
violare, castrura Duneraunde cum monasterio, in 
nostra sorte ct io nostro situalum dominio, por- 
tumque nosirum, vicinura civitati Rigensi, ultimum 
solatium et exiremum refugium nostrum, ec- 
clcsiae civitalisque nostrarum, et omnium Chri- 
stianorum inibi commorantium , quem portum 
praedecessores nostri constituerunt liberum, ul via 
iutrare volenlibus et exire pateret libere, contra 
conscientiam rapientes et violenler io nostrum 
magnum praeiudicium detinenles ; et sic conclusi 
in civitate praehabila, propter melum, qui potest 
in constanlero cadere, auctoritatem noslri officii 
non possumus in nostra provincia exercere, cum 
dicti fralres comminationes nobis fecerint, dicentes: 
alios archiepiscopos captivavimds, de celero magis 
valet interficcrc cum, ut saltem nobis non faciat 
verecundiam in Romana curia, et eo mortuo nostram 
voluntatem possimus facilius exercere, adiicientes 
haec verba : multura doleraus, qtfod eum, qui nunc 
est archiepiscopus, non suflbcavimus in aqua, quia 
nostris operibus non consentit. Item ecclesias 
parochiales et capellas curaw aniinarum habentes 
sine noslra coDscieotia conferunt, contra canonicain- 
stituta. Item excommunicatos fratres, qui condant») 
ceperunt archiepiscopos, praedecessores nostros, 
in maioribus officiis sui ordinis, nunquam absolu- 
tione petita, nec oblenta, direcle in conterotum 

a) ^quondam!» 



Digitized by Gobgle 



1505. 



30 



Fratres quoque clerici ordinis eiusdem officiant 
ecclesias, absolulione non habita vel obtenta. ltem 
fratres praedicatores et minores detinent, et manus 
qaoque in eos iniiciunt violentas, prohibentes, ne pa- 
ganis et neophitis praedicant verbum Dei, nec pro neo- 
pbilisecclesiasconstruant, nec eliampresbiteros inter 
eos collocant, qui eis sacramenta valeant ministrare, 
et immo adhuc populus est ita errabundus, sicut 
in principio conversionis suae , exceptis Christianis 
advenientibus abunde. Item nullos religiosos, cu- 
iascunque ordinis vel status sint, vel etiam quan* 
tomcunque utiles, inter neophitos loca permittunt 
babere, praeter illa loca, quae fuerunt per nostros 
praedecessores collocata antiquitus et conslructa. 
Item cum reprehenduntur pro suis excessibus ma- 
nifestis, aegre ferentes, calumniose retorquent eos- 
dem excessus in alios toto posse , vel dicunt , se 
ad promotionem fidei boc fecisse. Item cum dicti 
praeeeptor et fratres sibi subditi teneantur nobis 
ad obedientiam et alia plura, ad quae nobis alii 
nostri subditi bbligantur, elevati in superbiam in 
sua potentia confidentcs, reritatique pertinaciter 
resistentes, omnia, ad quae tenentur, minime re- 
cognoscunt. Item adhaerentes nobis et praecipue 
qui contra eos in Romana steterunt curia, maceriali 
gUdio ferociter persequuntur in lantum, quod vix 
potest aliquis inveniri, qui audeat ad Romanani 
ecclesiae nostrae et aliarum ecclesiarum 
deportare, et quando aliquem interficiunt, 
dicunt : papa te iuvabit. Item propria auctoritate 
dant licentiam populo sano cfcforti carnes in qua- 
dragesima manducare. Item faciunt concilia, immo 
potius conventicula, et vocanl episcopos et alios 
inferiores praelatos, quos oportet, contra velle 
suum ad talia conventicula convenire, alioquin per- 
derent omnia, quae babereut; nobis etiam tales 
terminos praefixerunt, ad quos venire noluimus, 
tam quia eorum timebamus saevitiam, tum etiam 
qnia nobis conveniebal ex oflicio, terminos statuere 
ia aostra provincia constitutis. Item dicti fratres 
nostros, citalos per nos peremtorie, pro 



excessibus, iam in 
tutos, in nostrum praeiudicium intolerabile prohibu- 
erunt, in assignato termino comparere, et eis ut 
redirent ad propria mandaverunt. Iidem autem 
homines, nostri subditi, de praedietorum fratrum 
suffragio confidentes, totaliter nos contemnunt, 
nec in eis valemus iustitiam exercere. Tot etiam 
et tantas iniurias episcopis, praelatis inferioribus, 
clericis, laicis, militibus, civibus, diviUbus, paupe- 
ribus, in nostra provincia inferunt, truncando eo- 
rum possessiones et contra iustitiam minuendo , 
mortesque et multas adversitates alias inferendo, 
quod vix est aliquis, qui eorum non sensit laesio- 
nem, et propterea quasi omnes clamant in coelum 
eo, quod non sit iudex, coram quo possent iudi- 
ciario ordine iustitiam invenire, et nullus praesu- 
mit de ipsis publice querulari, quia si quem in- 
venerint buiusmodi querimonias facientem, de 
ipso per vitae privationem protinus sumerent ul- 
tionem. Nos vero, cum graves de eis querimo- 



eos caritative pluribus vicibus et be- 
nigne, ut ab buiusmodi cessarent violentiis, et 
Christianis iniurias de cetero non inferrent, qui fra- 
tres,nostra monita salubria coptemnentes,nobis minas 
multiplices incusserunt. Nos autem mori potius, 
quam eorum consentire operibus eligentes, eis in 
faciem restitirous, auxilio nobis nostrorum civium 
Rigensium et aliorum proborum hominum assisteote., 
Item cum dieti fratres propter hoc locati sint in 
nostra provincia, ut sint defensores Rigensis ec- 
clesiae, in arcum pravum tolaliter sunt conversi, 
ecclesiam nostram Rigensem et totum cleram, in 
nostra conslitulum provincia, hostiliter rmpugnando, 
nec sunt maiores inimici s. Romanae ecclesiae et 
nostrae provinciae, sicut ipsi, quia pef eorum 
enormia facta in magna parte Cbristianitas in 
nostra provincia est deleta, et breviter conclu- 
dendo, fides in substanUa et mores 
pene delelae videntur, el nisi cito 
pia miseratione Christianis compatiens, remedium 
sicut apud Accon et Tripolim, Christianitas 



Digitized by Google 



31 " 13< 

Hi . Livoniae partibus penitus subvertetur. Item 
praedicti fratres partim per suas anfractuosas astu- 
tias , partim etiam per violentiam Yompellunl epi- 
scopos, fratres ordinis sui in bonis ecclesiae^ pro- 
curatores et villicos collocare, et si constituuntur 
viilici, iura et libertates episcoporum eccle.siarumque 
suarum irrecuperabiliter violatit et destruunt, et 
damna eis multiplicia inferunt tolo die, si autem 
dictos fratres procnratores non instiluunt, extunc 
praehabili episcopi, si praescnles sunt, ab eis 
graves persecutiones et innumerabiles molestias , 
patiuntur. Si aulem praesentes non sunt, in lon- 
ginquis agenles, sua ecclesiarunique suarum negotia 
procurantes, ordioant pro suo libitu procuralores, 
per quos bona ecclesiastica per omnia destruuntur. 
Ilem, ut fratres sui ordinis in omntbus episcopatibus 
in nostra collocareot provincia, plurium episco- 
patuuin secularium reddikis minuerunt, aliquos 
vero, qui usque in hodiernam diem sunt deserti, 
propter eorum multiplices iniurias, devastantes 
penitus destroxerunt. Idem autem de episcopalu 
Rigensi et aliis eriiscopatibus secularibus in nostra 
proviacia intendunt facerc, nisi cito sedes aposto- 
lica remedium adhibeat salutare. Unde super liiis 
et aliis gravaminibus, per praedictos praeceptgrem 
et fratres nobis, ecclesiac, vasallis, civitatique 
nostrisRigensi illatis, sedem apostolicam appetlamus 
seu etiam provocamus omni iure quo melius pos- 
sjimus, in hiis scriptis pctentes apostolos cum 
instantia nobis dari, ponentes nos et ecclesiam, 
civitatemque nostram Rigensem et vasallos nostros, 
ac omnes adliaerentes nobis vel in hac parte ad- 
haerere voleutes, nec non omnia alia bona nostra, 
tam in iuribus quam in rebus, ubicunque fuerint, 
et personis, sub prolectione eiusdem, donec huius- 
modi appellationis negotium per dictam sedem 
decisum fueril el finaliter diflinitum. Actum et 
appellatum to civiiale Rigensi, XVIII cal. Octobris, 
anno Domiai millesimo trecentesimo quinto, tertiae 
indictioois. 



5. J2 

DCXVII. 

Friedrich, Eribischof von Biga, bestatigt 
die Privilegien der Stadt Riga, den 9. 
October 1305. ' 

Frater Fredericus, Dei et apostolicae sedis gratia 
s. Rigensis ecclesiae archiepiscopus, universis prac- 
seotes litteras inspecturis salutcm in Domino. 
Dignum est et consonum rationi, ut ea, quae a 
pracdecessoribus nostris rite invenimus ac lauda- 
biliter ordinata, a noslra quoque autorilate robtir 
accipiant flrmitatis; quin etiam decet ampliorem 
eis gratiam cumulare, quos ex devotione continua 
invenimus habiles ad percipiendum maioris gratiae 
increinentum. Quapropter dilectorum in Christo 
advocali, consulum et civium Rigensium precibus 
inclinati, omoia iura seu libertatcs, a praedecesso- 
ribus nostris ipsis coneessas et per scdem aposto- 
licam approbatas et in rescripto legati eiusdem 
sedis expressas, autoritate, qua fungimur, appro- 
bantes, praesenti pagina confirmaraus, exprimentes 
ea de verbo ad verbum, quae in litteris autbentici» 
perspeximus contincri. Videlicet quod a coosti- 
tutiooe civitatis Rigensis bonae memoriae Albertus 
episcopus concessit civibus io genere ius Gothorom, 
et specialiter libertatem a duello, teloneo, caodeote 
ferro et oaufragio. Dubitabatur autem de iure 
Gothorum, etfacU est specificatio in huoc modum, 
videlicet, quod cives possiot sil?i libere iudicem 
eligere civitatis et electum episcopo debeant prae- 
sentare et episcopus ipsum debeat investire. Hle 
vero iudex de omni causa temporali cognoscat. 
Homines autem, qui sunt de iurisdictione episcopi 
vel aliorum, qui ab episcopo fcudum tenent, ut 
magister, praepos-lus et alii, non teoeantur sub 
praedicto iudice respondere. Monetara autem in 
civitate fieri cuiuscunrque forraae sit in potestate 
doraini episcopi, dura tamen eiusdem bonitatis sit 
et ponderis, cuius est moneta Gothorum. Ab omni 
etiam decimatione seu exactiooe quarumcuoqae 
rcrum sint immunes, stcut praedecessorum nostro- 
rum teroporibus noscitur observatum. Oronibas 



Digitized by Google 



33 



intrare Yolentibas civitatem ad habitandum, 
liceat cires fleri praedicUe libertatis. Adiicimas 
etiam supradictis, quod ia praesentatiooe iadicis 
noo est stricte agendum cum civibus supradictis, 
at si dioecesaous praesens ooo fuerit, oec alias 
commode adiri possit, oequaquam ipsis praeiudicet, 
sed praeseotatiooem ipsam dift"erre valeaot, usque 
dum ioveoiant tempus opportunum. Cives aotem, 
taotae gratiae non ingrati, oos etecclesiam oostram 
modis quibus poterunt liberaliter promovebunt. 
Ne autem praelibata a poslerorum notilia elabaotur, 
praeseotes litteras conscribi et sigilli nostri appen- 
sione fecimus communiri. Tesles huius rei sunt: 
fraler Bernhardus, superior fratrum praedicato- 
rum, frater Iohanoes de Osilia, eiusdem ordinis 
in Riga, frater Fridericus, viceguardianus fratrum 
minorum io Riga, frater Iobaones de Poloaia, 
lector, frater Wenzcslaus, frater Gerhardus, de 
eodem ordine ; dominus Gerlacus; dominus Lam- 
pertds ; Iobannes dc Oslinchus, et magister Marcus 
de sancto Germano. Actum Rigae, anno Domini 
MCCCV, VII. idus Octobris, III. 



1306. 

de sic abstractis et 



34 



dcxvih. 

Conrad, Bischof ron Oesel, rerspricht, sich 
mit der Stadt Riga wegen Ermordung 
der Seinigen zu vertragen, den 23. Marz 
1306. 

Conradus, Dei gratia Osiliensis ecclesiae episco- 
pas, omnibas hanc litteram visuris, salutem et 
sioceram io Domino earitatem. Cum nos civitatem 
Rigeosem una cum personis dilexerimus toto corde, 
quod patuit ex boc, quod eosdem cives uostris 



io nostra diocesi advocatos, nostram 
persooam dictae civitati retroactis temporibus prae- 
tentavimas, tamqaam nostris specialibas fautori- 
bus et amicis; dicti autem cives, postposito Dei 
timore, oos io sibi commissis offlciis gravius vol- 
nerarunt, nostra booa, quae poteraot, sine scitu 
cautius abstrahendo, nobis aullam ratiooem 
Lhi. v.n. ir. 



persooam, nec noo oostros uu»», 
moraremur io civitate praedicla pro eorum prae- 
sidio et solatio speciali, tractaotes iodebite io «- 

tremis puoct odebaotur. Et quia praevia 

cognitione Dei, cui noster animus insistit 

postponentes, sic male tractati el habiti in civitate 
iam dicta , faciem nostram . . . . ram nequaquam 
circa eos immutavimus, potius eligentes, in nobis 
et in nostris affligi, quam antedictam civitatem de- 
decorari aliqualiter pateremur. Nec sic grati prae- 
dicti cives, eorum eo* malitia instigante, postpo- 
sito omoi Umore Dei, ad complementum communis 
mali, quod est seeulis prochdolor inauditum, 
snum praepositum et nostrom nepotem, ac nostram 
largam et nobilem familiam inter muros nostrae 
metropolitanae ecclesiae miserabiliter trucidaruat, 
propter quod nec nos nec de ooslris aliquis prae- 
notata propter ullum commodum quaotumcumque 
magnum et altum surdis auribus pertransire, sed 
oltori gladio tantum facinus totis temporibus no- 

stris et successorum nostrorum voluraus 

viodicaodo. Sed quia Deus omnipotens nobis inter 

caetera munera data etiam compassivum, 

liberaliter nobis a Deo datis gratiis grali et gra- 
.... impertimur pro nostro merito et 

Igitur super praebabitis si nobis 

cum eflectu fuerit exhibita, ob amo- 
rem Dei et reverentiam doraioi .... aoimum rio- 
strum, licet renitentera, ad compooeodum ponimus 
cum eisdem, salvo tameo iare Romaoae ecclesiae, 
et praedicti domini archiepiscopi metropolitanae 
ecclesiae ac totius provinciae nostrae, praedictam- 
que compositionem faciendam cum praefatis civi- 
bus praedicto domioo arcbiepiscopo, ita videlicet, 
si eadem compositio nobis placuerit, committentes. 
Si vero nobis ooa placuerit, dicta causa, qoae 
ioter oos et cives praedictos vertilur, stabit per 
omoia, sicut prius. Datnm apod Dunemunde, 
quarta feria anle festum annunciationis s. 



virginis , 



MCCCVI. 



Digitized by Google 



35 



36 



» 



Friedrick, Erzbisckof von Riga t bittet den 
Bisckof Engelbert von Dorpat, fiir die 
Erftlllung des Sckiedssprucks des Erzb. 
Isarn zu sorgen, den 2. JuU 1306. 

VenerabUi io Christo fratri, domioo Bogelb 
Dei gratia Tarbateosi episcopo , frater Fredericos, 
eadeoi gratia s. Rigeosis ecclesiae archiepiscopos, 
sinceram in Domioo charitatem, virtutem, prudeo- 
tiam. Omoibus modis, qaibus possumus, requi- 
rimas, qaod domioj Isarni, nostri praedecessoris, 
et ordioaUooem infradictam observari 
,, et ea, quae ad nos soot devoluta per 
., a magistro et fratribus cum effectu repe- 
tatis, oam oos praeseotes tunc in eius fuimus 
poenitentiariis , quom per dictum praedecessorem 
nostrum exstitit ordinata et facla, cuius tenor de 
verbo ad verbum dinoscitar esse Ulis. (Hier folgt 
der Sehiedespmeh des Erzbuchofe ham vom 21. 
Mdn 1304, oben Nr. BCX.) In quorum omniam 
testimonium et caeterorum Iobaones Ostiachusen 
civis Rigensis, tunc in Romaoa coria procurator 
civitatis Rigensis, hoc arbiinum seu amicabilem 
composilionem ex parte dictorum Rigenslum civium, 
Trullio, praedictae Rigeosis 




rum evidentiam nostrom sigillum praeseotibus est 
appeosum. Dalum Avinione, anno Dqmini mUle- 
treceatesimo sexto, sexto oonas Iulii. 



DCXX. 

Gottfried von Rogga, O.M., quittirt dem 

800*^, den ^JWi^W^^ 

Universis ChrisU fidelibus, praesentes Ulteras visu- 
rts vel audituris, frater Godefridus, magister fra- 



frater Cono, marscalcus per eandem baliam, et 
frater A. dictus Pladere, commendator in Wenden 
eiusdem professionis , salulem in Domioo Ibesu 
Cbristo. Constare volumus universis, praeseotibus 
publice protestaodo, quod bonesU viri, consules et 
cives Rigenses, de mille marcis argenU, qnas no- 
bts et ordioi nostro io restaurum 
scilicet Georgii, dare promiserunt, 
marcas nobis plenius et gratins praesUterunt. In 
cuius rei testimonium sigUla nostra praesenUbus 
duximus appooeoda. Datum aono Domioi MCCCVI, 
in octava apostolorum Petri et Pauli. 



DCXXI. , 

Die Ddniscken VasaJlen in Estkland berich- 
ten dem Kvnige Erick, dass sie seine 
Sckldsser und Besitzungen dem Bisckof 
Heinrick von Reval ubergeben kaben, den 
22. September 1306. 

* 

Illustri ac magoiflco priocipi, domioo suo E(rico), 
Dei graUa Daoorum») Sclavorumque regi, duc 
Estoniae, lobannes de Revalia, Theodericus de Tois, 
Henricus et Hermanous de Lode b ), Tbeodericus 
et Otto de Kivele»), Woldemarus de Rosen, Io- 
hannes et Odvardus de Dolen '), Iohannes de Leven- 
wolde, IohaoDes de TJxkul, Petrus de Haudss, Io- 
bannes de Waygulhe, Conradus de Saga, Wolde- 
marus et Fridcricus de Wrangell, Odvardus de 
Revalia, Claus de Havenfort, Bertoldus et Henricus 
de LecbUs , Bertoldus de Korbis, Nicolaus de Do- 
len, Ludolphus et Iacobus de Parenbeck, Nicolaus 
Asserson, Leo de Orgis, Albertus de Alfen, lo- 
bannes de Wacholt, Gotfridus Daniel et Henricus 
de Brackel, Wilhelmns de Embeck, lohannes de 
Wesenbercb, Gerbardus de Ferckis et lohannes 



a) B«i Dsgltl 



■) Ib der Abicbrift au* Kopenbagen : 

b) Bel Suhm unrichlig: „Rode". 

e) Daa. Irrig: ,/tlvala*'. 

d) Daa.: , 



uigit 



by Google 



37 42 

Diser»), milites, nec non universitas vasallorum 
soorum in Estonia, tam peracum qoam debitam 
totias fidelitatis semper constantiam, cum obsequiis 
indefessis. Ut veriUtis radius inter condensas de- 
trectationam f ) nebulas clarius elucescat, ac de- 
tractatori obtutus veritate efficaciter irradiante, in 
patulo evidentius retundatur, veslrae regiae excel- 
lentiae notnm facimus per praesentes, quod, post- 
qoam castra vestra et munitiones, ad bonorem co- 
ronae Daciae per nos conserratas, ne aiienarentnr 
ab eadem, ad vestram volunUtem ct mandatum, 
ot de iure constringimur , debuimus resignare, 
beoevolentia potiori libentius venerabili domino 
ooslro Henrico, Revaliensi episcopo, quam alicui 
alii, tum propter ipsius erga vestram excellenliam 
rxperlam fidelitatis evidentiam, tum etiam erga 
terram nostram securitatem indubitalam iam pro- 
baiao. Quare omnia, quae vobis et sibi legaliter 
dtbebantur, cum omni mansuetudine usque in 
praesentem diem fldeliter exegerat, omnia negotia 
Testra extra et intra ducatum vestrum honeste et 
pacifice promovendo, et neminem in tota Estonia 
talliando. Nec quisquam ad nostram audientiam 
pervenit, nec est, qui dictum nostrum episcopum, 
vel $uos, super aliquibus iniuriis valeat aliquatenus 
iocosare. Et hoc praesentibus protestamur. Pro- 
pler quod vestrae supplicamus ingenuiUtis magni- 
ficeDliae, quatenus, si qua dominationi vestrae per 
qnempiam in contrarium relata sint vel fuerint, 
?estrae dignitatis animus adverterc dedignetur. In 
praemissorum quidem testimonium sigilla nostra, 
ooa cum sigillo communitatis nostrae, praesentibas 
litteris sunt appensa. Datum Wesenberch , anno 
Domini MCCCVI, in die b. Mauritii sociorumque 
eins, in palatio •) generali. 



e) Bei Sukm; „Dlt«". 

f) Dn.: «obtrectaUonw»". 
D „p!.dto«? 



17. 38 
DCXXU. 

Conrad, Bischof von Oesel, und die Stadt 
Riga vertragen sich negen der in Riga 
bei einem Auflaufe getddteten Personen, 
den 1. Mai 1307. 

Inter venerabilem patrem ac dominum, dominnm 
Conradum, Osiliensis ecclesiae episcopum, ex parte 
una, nec non et honorabiles viros, cives Rigenses, 
exparte altera, mediantibusvirishonestis et discretis, 
fratre C(unone) dicto de OWenberch, commen- 
datore Lealensi, fratre Ravone sacerdote ibidem, 
fratre Herboldo, fratre So. dicto Holsaten, ad- 
vocato per Maritimam, domino Wal, milite dicto 
de Wrangele, domino Gerlaco dicto Rese, do- 
mino Lamberto dicto Seyme, consulibus et nunliis 
dictae civitatis, super controversia orta ex contu- 
melia dicto domino episcopo illaU per interfectio- 
nem et distractionem rerum seu ablationem, com- 
missam in dicu civiute, de consensu utriusque 
partis concordiae ac compositionis forma baec est : 
cives Rigenses reddent ad manus saepedicti domini 
episcopi aut ountiorum eios vel cui reliquerit, aut 
in Novo Molendino aut in Dunemunde omnia ab- 
lata, tam in equis, quam in armis, si exstant, 
iusta-eorum aestimatio, si non extant, in festo as- 
sumiionis beatae virginis nunc insUnti; praesta- 
bunt autem in civitate iuramentum quatuor con- 
sules, videlicet Lambcrtus Seyme, Henrtcus Holste, 
Iohannes de Warendorpe , Giselerus Wyman , 
qui nomine civiutis placitaverant in Perona, alter 
alterins de consulibus, si qui hornm decesserint, 
defectum suppleturi , quod sine dolo, sine dimi- 
nutione, habundantem rerum satisfactionem exhi- 
beant distractarum. Conlumelia vero ex parte 
homicidti in venerabilem palrem dominum archi- 
episcopum et terrae principes diftlnienda refun- 
detur, nisi infra decimum diem poterint de boc 
amieabilh obncordia terminare. Pax plena atque 
perfecta securitas erit Rigensibus per omnes flnes 
Osiiiensis diocesis, nec ipse episcopus, nec sui, 
nee quisquam amore ipsius faoere aliquid aut 

3» 



dimittere volen», eos debent impedire. Qui si ab 
eitraneU forsitan inrasoribus spoliati fuerint in 
mari vel in terra, et buiusmodi spolia ad Osiliae 
sive Maritimae terminos contigerit devenire, advo- 
catus loci talia occupabit, et supervenientibus Ri- 
gensibus iuxta querimoniam suam plenam iuslitiam 
exbibebit. Homines vero Osiliensis diocesis apud 
Rigenses pacem et securitatem similem obtinebunt. 
Debita eUam, quibus saepedictus episcopus obli- 
gatur omnibus memoratis, prout in litteris paten- 
tibus est expressum, praesens negotium nichil tan- 
gent, sed in suo robore permanebunt. Ut autem 
haec ordinatio inviolabilis perseveret , * praesens 
scriptum sigillo dicli patris ac domini Osiliensis, 
nec non et praenominatorum consulum Rigensium, 
domini Gerlaci dicti Rese, domini Lamberli dicti 
Sejme sigiilis in teslimonium est munitum. Actum 
et datum in castro Lealensi, anno Domini MCCC 
septimo, in die apostolorum Philippi et Iacobi. 



DCXXIII 

Erich Menved, Eonig der D&nen, erlaubC 
den Nonnen Cistercienserordens, ihre Be- 
sitzungen in Esthland zu veraussern, den 
1. Mai 1307. 

Ericus, Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, 
dux Estoniae, omnibus Estoniam inbabitantibus 
salutem nostram. Quum regiae dignitatis est ho- 
oore, loca religiosa et sancta pro Dei amore et 
reverentia confovere, ac necessitatibus pauperorum 
Cbristi affectum succipere pietatis, ea propter nos, 
devotionis instinclu, intuituque remuneralionis Di- 
vinae, sanctimoniales ordinis Cisterciensis pio fa- 
vore prosequentes , et bumiiibus eorum precibus 
pia dignatione aures regias inclinantes, damus 
eisdem tenore praesentis plenam licentiam et libe- 
ram facultatem, alodia et uncos, quos habent in 
Estonia, vendendi, pro aliis bonis commutandi ct 
totaliter ordinandi, pro suae libito voluntatis prout, 
aecundum Deum, ordini et coenobio suo commodius 



7. 40 

Tideriot expedire. Ita duntaxat, ut bona praefata, 
quae praenotatae sancUmoniales vendendo seu pro 
aliis commutando dimiserint, de cetero obsequiis 
et iuribus subiaceant regiis, sicut bona nostrorum 
alia vasallorum. Prohibemus insuper firmiter et 
distincte, ne aliquis advocatorum nostrorum vel 
eorum officialium seu quivis alius dictas sancti- 
moniales vel earum advocatos super praemissis 
audeat quomodolibet impedire, seu aliquatenus 
molestare, sicut indignationem et ultionem rcgiam 
voluerit evitare. Datum Othoniae, in praeienUa 
nostra, anno Domini MCCC seplimo in festo bea- 
torum Philippi et Iacobi aposlolorum. 



DCXXIV. 

DerseVbe gestattet dem St. Michaeliskloster 
zu Reval, zu seinen bisherigen Besitzun- 
gen noch 30 Haken Landes hinzuzukau- 
fen, den 12. JuH 1307. 

Erlcus, Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, 
omnibus praesens scriptum cernenUbus, salutem in 
Domino sempiternam. Tenore praesentium con- 
.stare volumus praesentibus et fuluris, quod nos 
Divinae remunerationis intuitu, et ob raerita et ad 
instanliam nobilis dorainaeCristinae, abbaUssae san- 
ctimonialium monasterii s. Michaelis Revaliae, con- 
siliariorum nostrorum consilio et consensu ad boc 
accedente, abbatissae et conventui dicti loci gra- 
tiam volentes facere specialem, ipsis plenam da- 
mus licentiam et liberam facullatem, emendi tri- 
ginta uncos infra terminos ducatus nostri Estoniae 
pro usibus suis et in sustentationem Deo ibidem 
servientium personarum, proviso etiara, quod bona 
alicuius vasalli integraliter non emant, nec etiam 
bona aliqua ad nos ista vice ratione anefaal legi- 
time devolvenda. Unde per gratiam noslram di- 
stricUus inhibemus, ne quis advocatorum nostro- 
rum , vel eorundem officialium , seu quisquam 
alius, cuiuscumque conditionis aut status existat, 
ipsas dominas aut procuratorem eorundem super 



Digitized by Google 



t 



u 



1307. 



12 



emtione dictorum impedial UDCorum in aliquo vel 
molestet, prout indigDationem nostram et ultionem 
regiam duierit evitandam. In cuius rei testimo- 
nium sigillum nostrum praesentibus est appensum. 
Datum Worthingborg, anno Domini MCCC 
die beaU Iacobi apostoli, in 



DCXXV. 

Derselbe bestatigt die Privilegien des St. 
MichaeUsklosters zu Reval, den 25. Juli 
1307. 

E(ricus) , Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, 
dux Estoniae, omnibus praesens scriptum cernen- 
tibus salutem in Domino sempiternam. ' Cum non 
solum pro servando statu domus Domini duci ex 
commisso nobis ofDcio nos oportet, verum etiam 
et sollicitari continuo pro cultu Divini nominis am- 
pliando et cooperari ad sustentatiooem et statum 
bonum in eadem domo servientium Deo personarum, 
nos claustrum sanctimoDialium ordinis Cisterciensis 
Revaliae, et personas ibidem servientes Deo, favore 
regio prosequi volentes et gratia speciali, eis liber- 
latem et proprietatem super locum* in quo resi- 
dent, cum ortis, pomeriis, puteis, dayda et ceteris, 
quae ipsi monasterio ab anliquo adiacuerant et ad- 
iacent, concedimus et donamus, sicut ipsas pro- 
genilorum nostrorum temporibus liberius babue- 
et cum hoc, quod in communi silva ligna 
, et foenura falcandi in prato communi 
et liberam habeant facultatem. Unde per 
graliam noslram districtius inhibemns, ne quis ad- 
vocatorum nostrorum, eorundem offlcialium, seu 
quisquam alius, cuiuscunquc conditionis aut status 
eiistat, ipsas aut earum familiam super praemissis 
impediat in aliquo vel molestet, prout indignatio- 
nem nostram et ultionem regiam duxerit evitan- 
dam. In cuius rei testimonium sigillum nostrum 
praesentibus cst appensum. Datum Worthingburg, 
anno Dom. MCCC septimo, die b. Iacobi apostoli, 
io praesentia nostra, testibus consiliariis nostris. 



DCXXVI. 

Derselbe erweitert die Privilegien des St. 
Michaelisklostfrs zu Reval, den 25. Juli 
1307. 

Kricus, Dei gralia Danorum Slavorumque rei, 
dux Estoniae, omnibus praesens scriptum cernen- 
tibus, salutem in Domino sempiternam. Notum 
facimus universis, qu-od nos religiosas dominas, 
abbatissam et conventum sanctimonialium coenobii 
sancti Micbaelis Revaliae, una com omnibus bo- 
nis suis, confratribus , familiis e't eorum servitori- 
bus quibuscunque, sub nostra pace et protectione 
suscipimus specialiter defensandas. Unde manda- 
mus omnibus advocatis nostris et offlcialibus eorum, 
qui pro tempore aptid nos fuerint, sub obtentu 
gratiae nostrae districte, ut ipsas earumque bona, 
confratres, familiam et servientes eis, ut praemit- 
titur, ab iniuriatoribus omnibus aucloritate nostra 
studeant efflcaciier defensare. Concedimus insuper 
dominabus praemissis hanc gratiam specialem, ut 
si quem ex eorum confratribus, familia aut sibi 
servientibus occidi contigerit, quod absit , pro 
fratre huiusmodi tanquam pro vasallo nostro. et 
pro servitore, cuiuscunque conditionis aut status 
fuerit, tanquam pro Tbeotonico satisfacere debeat 
et plenius emendari. Has etiam dominas et omuem 
familiam earumdem a talliis, oneribus, solutioni- 
bus, servitiis et coolributionum exactlonibus, quae 
pro tempore pcr vasallos nostros, sine nostro et 
nostrorum advocatorum immerito*) et consensu 
fiant, per praesentes babere volumus liberas, 
exemtas et penitus excusatas. Item omnia et sin- 
gula iura, libertates et privilegia, eisdem sancli- 
monialibus a nostris progenitoribus , Danorum 
regibus quibuscunque, indulta vel indultas, ralifl- 
camus et hiis scriptis conflrmamus, cum universis 
et singulis gratiis, cisdem a praedictis nostris 
progenitoribus liberius concessis et indultrs iure 
perpetuo possidendas. - Quare per gratiara nostram 



a) „iojanclo"T 



Digitized by Google 



43 



astrictius iDhibemus, ne quis advocatorum nostro- 
rum, eorandem officialium aut quisquam alius, 
cuiuscunque conditionis aut status existat, ipsas 
et earum confratres sibi serviemes, aut quemquam 
alium ex earum familia contra tenorem praesen- 
lium praesumat impedire aut aliqualiter molestare 
de earum libertate, nequaquam neminem exci- 
piendo, contra nostram gratiam et libertatem, quae 
nos eis dedimus et concessimus, prout indignaUo- 
nem nostram et ultionem regiam duxerit evitan- 
dam. In cuius rei testimonium sigillum nostrum 
praesentibus duximus apponendum. Datum Wor- 
tingburch, anno Domini MCC septimo, in die 
beali lacobi apostoli, in praesenlia nostra, testibus 
domino Henrico comite de Ghlighen , dapifero 
Akone, camerario Kanuto, marschalco 
Kokkii et aliis pluribus fldedignis. 



DCXXVII. 

Beinrich, Bischof von Beval, iranssumirt 
mehrere das St. Michaeliskloster in Beval 
betrefende Vrkunden, den 4. Octbr. 1309. 

Omnibus, praesens scriplum cernentibus, frater 
Henricus, miseratione Divina episcopus Revaliensis, 
Henricus dictus Postok, decanus, tolumque capi- 
tulum .... in vero salutari salutem. Notum 
facimus universis , nos iofra scriptas litteras, 
tam p3pales quam regias, non rasas, non can- 

cellatas, non abolitas, in aliqua sui parte 

vitiatas, salvis buUa et sigillis, fllis et seritis, de 
verbo ad verbum vidisse et diligenter perspexisse, 
huiusmodi seriem continentes : (Nunmehr folgen 
nach einander die Vrkunden, tvelche Bd. 1, Nr.CDIV , 
DXV, CDLXXXlVu. CDLXXXV abgedruekt «nd. 
Sodann die nachttehende Bulle Pabit UrbanS:) 
Urbanus episcopus etc, dilectis flliabus abbatissae et 
conventui monasterii s. Micbaelis Revaliensis Cister- 
ciensis ordinis salutem etc. Monasticae sincerita- 
tis disciplina, quam io puritate ordinis, quem 
tenelis, aclerni conditoris providentia restauravit, 
«llam semper invenit • sedc apostolica clementiam, 



qua et vobis in Domioo propositan accrescit vir- 
tutum et alios devotio vestris provocaret exempUs, 
ut per coelesUum semilum mandatorum ad pro- 
positum bravium feliciter fesUnaret. Inter cetera 
vero, licet ordo vester ea servaverit episcopis dioe- 
cesanis humilitate subieclum, ut salvis ordinalibus 
institutis eorum semper magisterio subiacere, illud 
tamen hactenus de favore ac protectione sedis 
apostolicae obUnuit, ut nullus in monasteria vestra 
vel abbatissas ordinis vestri praeoraU quamlibet 
ecclesiasUcam summam promulgaret, vel personas 
in eodem ordine constitutas excommunicaUonis , 
suspensionis seu interdicti promulgatione gravaret, 
qui vero frigescente caritate nullorum us [....] a 
Deo noscitur malitia habundasse , ut nonnulli 
eorum, qui ecclesiae Dei modernis temporibus sunt 
praelati, transgrcdiantur terminos ab antiquis con- 
slitutos, ut in vestrum specialiter ordinem inde- 
bitam exercere nou dubileot ultionem, praesenUum 
litterarum inscriptione statuimus et auctoritate apo- 
stolica conflnnamus, ut nullus omnino liceat io vos 
vel monasteria vestra vel vos inibi constitutas, contra 

id, quod ab origine [ ] noscitur observatum, 

excommunicaUonis, suspensionis seu interdicU sum- 
mam promerera, quam si de prompta fiunt auctori- 
tate apostolica, decrevimus non teneri, adicientes 
quoque decrevimus, nt arcbiepiscopi, episcopi [in 
recipiendis] professionibus, quod a benedictis vel 
henedicendis abbatissis exhibentur, ea sint forma 
et expressionc contenti, quae ab origine ordinis 
noscuntur instituta , scilicet ut abbalissae ipsae 
sua [peccata] profiteri debeant et contra ordinis 
instituta nullam 'professionem facere compellaDtur. 
Et episcopi in coronatione aut velatione sive bene- 
dictione sanctimonialium nibil ab eis exigant, sive 

cens [ ] iustitialia qualiacunque illa sint. 

Nulli ergo etc. Datom Lugduni, septimo calendas 
Iulii, pontificatus nostri anno octavo. (ZuleM 
folgt noch die Bulle Pabet Alexander's IV. vom 97. 
April1255, abgedr. im V.B.I, Nr. CCLXXXIII, 
und darnach:) Datum Revaliae , anno Domini 
MCCCIX, in die b. Francisci confessoris. 



Uigitized 



by Google 



46 



DCXXVIII. 

Burchard, Bischof von Curland, uberlasst 
dem Orden sein Bisthum fur seine Le- 
benszeit gegen die Kirche Kilgunde und 
25 Mark Rig. j&hrlich, den 3. December 
1309. 

Frater Borchardus, miseratione Divina Curoniensis 
ecclesiae episcopus, omnibns praesens scriptnm 
visuris et auditaris, salutem et pacem in Domino 
sempiternam. Cum bumana roemoria sit labilis 
et caduca, expedit, ut, quae geruntur in tempore, 
litterarum et sigiUorum testimonio perhennentur. 
Noverint igitur universi, quod nos ex consensu 
capitnli nostri perdilecUs nobis in Cbristo fratri- 
bus nostris, dimisimus episcopalam nostrum cum 
castro nostro Pilten ad tempora vitae nostrae, et 
cum omnibus redditibus, quos babemus, et cum 
omni iure et iurisdictione temporali, nobis una 
villa, dicta Vede, cum spiritualibus per tolam Cu- 
roniam reservatis. Si vero dictam castrum no- 
strum Pilten ex infortunio aliquo per 
vel per manus inimicoru 
voluntate fratram, quod absit, nobispro 
tali vel successoribus nostris fratres respondere 
minime tenebuntnr, et idem castrum fratres pro 
soa volunlate cu&todiant et defendant. Item si 
aUqai unci in bonis nostris vacaverint, fratres eos 
sicut nos antea 



praesentibas est appensum. Datum in Goldingen 
MCCCIX, tertio nonas Decembris. 



simus fratribus pro ecclesia Kilgunde et suis per- 
linentiis et pro XXV marcis Rigensis argenti de 
curia Poida annuatim ad tempora vitae nostrae. 
Nos vero post mortem nostram dimittemus fratri- 
bus in ecclesia Kilgunden et in dote ipsius 



i, tuu. utensilibus universis, et qaodcunque 
congregare possimus etiam in eadem, exceptis 
vasis argenteis, argento, deaariis et vestibns no- 
stris, ista dabunt manu fldeles nostri pro anima 
noslra, si oos vivi non disposuimus, prout nobis 
Id coius rei testimonium sigillum nostrum 



DCXXI^. 

Derselbe vergleicht sich mit dem Rigischen 
Domcapitet wegen der Granzstreitigkeiten 
unter den Curen im Dondangen 'schen Ge- 
biet, den 13. Februar 1310. 

Universis Cbristi fldelibus, praesens scriptum vi- 
suris, Borchardus, Dei gratia Curoniensis ecclesiae 
episcopus, salutem in eo, qui est omnium vera 
salus. Negolium tempurale saepe deperit, quod 
non flrmat assertio litterarum. Liqueat igitur tam 
praesentibus, quam futuris, quod venientibus ad 
oos Wiggero et Iohanne, dominis et canonicis 
regularibus s. Rigensis ecclesiae, ac eorum con- 
fratre Iobanne, in Dondagen advocato, ad abolen- 
dam quandam litis materiam pro quibusdam ter- 
minis distingucDdis , ioter dos, ex parte una, et 
discretos viros, videlicet capitulum Rigense, ex 
parte altera, super quo una cum dominis prae- 
dictis maturo supersedimus consilio, nec Curones 
otriosqae partis concordare potnimus ullo roodo, 
propter plures rationes hinc inde aUegatas. Tan- 
dem tamen nostri Curones, quoad capitulum Ri- 
gense, licet aliquantulum recalcitrantes , de mera 
voluntate, quod quicunque per nos 



Quo facto inter nos unili fui- 
mus isto modo, quod seniores et flde digniores 
Curones de Dondagen a terminis villae, quae An- , 
scen dicitur, usque ad dnas arbores signo lilii et 
crucis signatas in longitudine, et a flumine, quod 
•, per latitudinera (limidiae leucae 
pro eorum veris tenninis demonstrare. 
Quibus factis Corones, ad nostnam iurisdictionem 
spectanles, a praedicta aqua Iruwe nuncupata lati- 
tudinem et longitudinem, prout ta . . . est, aequa- 
cius divident per traDsvcrsum, ac Carones de Don- 
dagen partem, quam volunt, liberam eligendt habe- 




Digitized by Google 



*7 13 

bunt facultatero, partem vero alteram iidem de 
Dondagen Curones pacifice perpetualiter et libere 
possidebunt. Unde firmiler decrevimus et volu- 
mus, ut Curones utriusque partis bac divisione 
praenotata, quum in nos consenserunt unanimiter, 
sint contenti. Volumus insuper, ut neutra pars 
Curonum transeat aquam Iruwe praenotatam in 
praeiudicium partis alterius quoquo modo. Testes 
buius dominus Bertoldus, praepositus Curoniensis, 
Reimarus, commcndator in Goldingen, Henricus 
Cule, Henricus de Karcbus, advocatus noster, et Ar- 
noldus, marscbalcus in Goldingen, fratres domus s. 
Hariae Tbeutonicorum per Livoniam. jtem de Cu- 
ronibus nostris Aloyates de Ugale, Laminge de 
Dartzuben, Vetzates de Vetzete, Bitbune de Vetzete, 
Beimege de Ugale, Aloyate de Ugale, Laminge et 
Wargele deUppesede. Item de Curonibus de Donda- 
gen Setele et Meinates de Anscen, Warkele et Mam- 
tilige de Stangen (s. Saugen), Nacken et Minte de 
Gavesen, Stellegaten et Muggules de Zebbedagen, 
Iobannes de Vetba, qui hiis omnibus interpres ex- 
stitit, ac alii quam plures fide digni. In cuius 
rei testimonium sigillum nostrum praesentibus est 
appensum. Datum et aclum anno Domini MCCC 
decimo, proxima feria sexta ante Dominicam, 
qua canlatur : Circumdederunt me. 



DCXXX. 

Pabst Clemens V, tragt dem Erzb. Johann 
von Bremen und dem Domherm von lia- 
venna, Atbertus de Mediolano, auf, ne- 
gen der wider den D. O. in Livland er- 
hobenen Beschwerden eine Untersuchung 
zu veranstallen, den 19. Juni 1310. 

Clemcns etc. , venerabili fratri lobanni, arcbiepi- 
scopo Bremensi, et dilecto filio magistro Alberlo 
de Mediolano , canonico Raveonatensi , capellano 
noslro, salutem etc. In vinea Domini licet immc- 
riti cultorcs positi et custodes, sic in ipsius cul- 
turae salubrisque custodiac ncs debemus minisle- 



i *$ 

riis exercere, ut etiam in ipsa infatigabiliter ope- 
rantes, exstirpandis vitiorum spinis et peccatorum 
tribulis, quae superficiem eius interdum obum- 
brare conantur , nec non plantandis virtutum ger- 
minibus, in quibus Allissimus deiectatur, fervore 
spiritus et diligenti sollicitudine intendendo, ipsam 
ab illis praesertim oflensionum ■) discriminibus 
tueamur, quae, sub pietatis specie cautius subin- 
frantes, difficilius praecaventur. Sane tam prae- 
decessorum nostrorum Romanorum pontificum , 
quam nostris cootinuatis successive temporibus, 
ex clamore valido et insinualione famosa, ad au- 
dienliam sedis apostolicae est deductum, quod prae- 
ceptores et fratres bospitalis s. Mariae Theutoni- 
corum, ad hoc solum per sedem eandem in Ri- 
gensi, Livoniae et Prusciae provinciis constituti, 
ut ecclesias ac personas ecclestasticas , aliosque 
calholicae fidei professores vallo fortitudinis mu- 
nientes , ipsos a paganorum et schismaticorum 
tueantur incursibus, et ad dilatandum ibi catholi- 
cae fidei nomen et cultum iugiter elaborent, in 
gravem proh dolor! nostri redemtoris iniuriam, 
fidelium cunctorum obprobrium et eiusdem fidei 
delrimentum, facli sunt bostes domestici, et fami- 
liares sunt redditi inimici, hon iosurgentes pro 
Cbristi nomine adversus bostes fidei, sed in eorun- 
dem favorem, quod stupet auditus, variis callidi- 
tatum generibus dimicantes potius contra Christum. 
Ad id praecipue, prout evidentia facU ostendere dici- 
tur,intendenies, ut ecclesiisomnibus earumque facul- 
taUbus, aliisque bonis fidelium dictarum parUum, ea- 
rum usibus applicaUs, in rerum amplitudine contabe- 
scant, propterquod, dimissa Christi militia, immo 
contra Christi fideles armis nequiliae bellum misera- 
bile conserentes, nonnullos archiepiscopos, qui fue- 
runt pro tempore, aliosque praelatos etpersonas eccle- 
siasticas in dignitatibus constilutas illarum parUum, 
non absque iniectione manuum in ipsos, Dei timore 
postposito, temere, violento, detestabiii et sacrilego 

ausu capere, diris mancipare carceribus, et aiias 

• » 

v 

•) Bei Dlngo«cb: „oppr«»ionoin". 



Digitized by Google 



1310. 



eis graves corporales afdictiones inferre damna- 
biliter praesumserunt, ac k ) de quatuordecim ec- 
clesiis suffraganeis quas Rigensis ecclesia metro- 
polis partium earundem habere consueverat, septem 
totaliter deleverunt , septem aliis in tali statu di- 
missis, ut plus sint dedecori et pudori decentiae 
pastoralis, quam si pcnitus non adessent. Nam de 
quatuor earum eiectis canonicis, in eis canonice 
institutis, fralres sui ordinis pro canonicis in dictis 
ecclesiis locaverunt , quos in eisdem de facto in- 
stituunt et deslituunt, sicut volunt, et tales eorum 
confratres, pro canonicis se gerentes, eligunt in 
episcopos, quos iidem praeceptores el fratres man- 
dant de suis confratribus eligeodos, electi vero 
taliter falsa, immo verius confirmatione aliqua non 
obtenta, in episcopos se faciunt consecrari, nullam 
obedientiam eidem Rigensi ecclesiae, locorum me- 
tropoli, facientes. In residuis autem tribus cathe- 
dralibus ecclesiis vacantibus intrudunt personas, 
quas volunt, etiam minus dignas, de quibus per 
polentiae suae abusum electionem faciunt celebrari, 
ac de modo et forma electionum huiusmodi, nulla 
examinatione praemissa, per anledictos fratres sui 
ordinis pro episcopis se gerenles, electos huius- 
modi in episcopos faciunt consecrari. Omnia bona 
earundem ecclesiarum, qoae insignes consueverant 
habere pontiBces, cum solennibus capitulis, latis 
et magnis facultatibus et redditibus abundantes, 
propriis usibus, non absque pernicioso earundem 
ecclesiarum dispendio, enormiter applicant, seque, 
— ut liberius in praedictam metropolim et ecclesias, 
ceterosve praelatos et fideles provinciarum et par- 
tium praedictarum valeant desaevire, eorumque 
munitiones, castra, terras, iurisdictiones ct iura 
propriae subiicere ditioni , — eisdem paganis 
nequam amicitiae foedere unientes , ac poblicum 
eis adversus dictos fldeles impendentes auxilium, 
consilium et favorem, ferrum, arma, equos et alia 
mercimoniorum genera, per quae dicti pagani 
fideles eosdem possint acerbius impugnare, ven- 

b) Bcl Dlogotcb: ,"Sic". 
Lirl. O.B. n. 



dunt, et per alios ipsis vendi permitlunt. Quodque 
gravius est, iidem praeceptores et fratres non 
solum a confinibus eorundem paganorum, in quw 
bus contra illorum incorsus debuissent se murum 
defensionis opponere, in detrimentum fidelium re- 
cesserunt, sed quoddam caslrum eiusdem Rigensis 
•cclesiae eisdem pagauis pro certa quantitate pe- 
cuniae venundarunt. Regnurn Polochense «), quod 
quondam rex Polochensis d ) ad fidem Christi con- 
versus, prolem non babens legilimam, eidem ee- 
clesiae Rigensi contulerat pro animae suae salute, 
dictU paganis, non absque iactura multitudinis 
inoumerosae fldelium, dimiserunt; cuius oecasione 
duae solennes cathedrales, Colomensis*) videlicet 
et Rutheniensis ecclesiae , consistentes in regno 
praedicto, totaliter sunt deletae ; quibos castro et 
regno ad manos dictorum infldelium taliter de- 
volilis, dicti pagani, a locis confioium repolsis 
fldelibus, magnam partem dictarum provinciarum, 
tunc fidelium multitudinem populosam , in solitu- 
dinem redegerunt, eisdcra fidelibus partim perem- 
tis gladio, parlim eorundem paganorum miserabili 
iugo suppositis perpetuo servitutis'. Quodque de- 
testabilius est, si quando iidem praeceptores et 
fratres offendendi paganos sob coiusdam umbrae 
pallio velint ostendere se gerere volootatem, illos 
fraodoleoter impugnant, ut ex eorum facto fideles 
atrocius impugnentur, eosdem paganos ex tenois 
praedae damno modico ad destroendum reliqua 
castra eiusdem Rigensis provinciae pravis ooceodi 
artibus irrilantes. Fertur etiam de ipsis execra- 
bile facinus, dirum nefas, quod cum rex paganorum 
cum suis subditis fuisset ad fidem Christi conver- 
sos, ac diversos episcopos soccessive et presbiteros 
seculares, ac fratres praedicatorum et mioorum 
ordinum in toto regno soo ordinassel, ad exsUr- 
pationem errorum et illuminationem ac plantalio- 
nem orthodoxae fldei permansoros, iidem prae- 



c) Bci Dlugoscb: „ Plocxecb". 

d) Dat. : „Plocbeiwi«". 

e) Daa.1 „Zeloviei*U". 

4 



Digitized by Google 



51 « 

ceptoras et fratres, prob pudor ! velut eiusdem 
ftdei subvewores, quosdam eorundem episcoporum, 
presbilerorum ac fratrum exinde deiici, quosdara 
vero interflci , latenlibus et occultis studiis pro- 
curarunt, et (aliter yagani, etiam ad fidem con- 
versi, luiuiue veriialis abieclo, errores, prob dolor! 
pristiuos resumserunt. Et sic quondam Lecbo- 
viensU f ) ecclesia catbedralis in dicto regno con- 
sistens , cura sua civitate et dioecesi , non absque 
multorum fldelium animarum et corporum dcplo- 
rando periculo, miserabiliter fuit delela. Populum 
etiam Cbrislianum terrae Scmigalliae, babentem 
episcppum et presbiteros orlhodoxos, qui eis sa- 
cramenia ecclesiaslica ministrabant, iidem prae- 
ceptores et fratres totalitcr delevcrunt, nobiliores 
eiusdem terrae, quos ad convivium iuvitarant, pro- 
ditionis infandae et miserandae saeviua, mutilatione 
capitum perimentes, reliquam mullitudinem po- 
puli dictae terrae, ullra quam centum millia flde- 
lium utriusque sexus ad terras paganorum cru- 
deliter profugarunt, dictique fideles eorundem pa- 
ganorum, iu depressionera fldei, perpctuae sunt 
redditi servituti, propter quod episcopatus Scmi- 
galliae, qui per terras dictas*} amplam dioecesim 
oblinebat, totaliter de medio fuit sublatus. Ut 
omnino impediatur ampliatio fldei in partibus prae- 
libatis, et proponendi verbum Dei facullas quae- 
libet subducatur, ex eo quod fralres ordiois mi- 
norum castri Brunsberg, eiusdem Rigensis pro- 
vinciae, praedicatiooi dictorum paganorura instan- 
tes b ), verbum Dei continue diffundebant, ac quidam 
frater dicli ordinis, iugiter per paganos discurrens, 
virtute verborum et operum coruscando, die quo- 
libet aulios paganos, cognilione verae fldei illu- 
stratos, sacrae,'} regeneraUonis lavacro innQTabat, 
eisdem fmtribus iwnoribus de dicto loep ignpmi- 
niose eiectis, euadeui locura fundilua destruxeroot, 
nullos omnino eiusdein verbi praedicatjoni insistere 

f) Bel Dog. enUtellt: „L«chonien." 

g) Bei Dltigotch: „»ep«em dieta»" ftUU „t. d." 

h) Bei Dlugosch: „in*i»tente«". 
I) Da».: „»acro". 



permittentes. Ecclesias quoque, oratoria et ca- 
pellas aedificari pro neophitis non permittunt, ita 
quod dicti neopbiti in rudimeniis fidei non instructi, 
ac in ecclesiis cum orthodoxis participium non 
habentes, nec in flde, nec in moribus fidelibus 
sunt conformes. Pessitxum eliam ritum eorundem 
paganorum sectantes, confxalres suos, si quos con- 
tiugil interdum hostili ingressu ») vel contlictu ali- 
quo vulneribus sauciari, contra morem eiusdem 
fidei orthodoxae, priusquam expirent, impietate 
quadam saevissimae feritatis exlinguupt, eorum 
corpora flammarum incendio concremandp, Ac 
ut praemissa et alia eorum detestabilia scelera 
eiusdem sedis effugiant nolionem, universos fldeles 
clericos et laicos, cuiuscunque dignitatis aul status 
existant, ad exponendum querelas de ipsis, lanta- 
rum persecutionum necessitate cogente, ad sedem 
apostolicam accedentes, crudeliter persequuntur, 
mortem eis per sc et alios inferendo, sicut hoc in 
personis quondam magistri AlesiP), doctoris dc- 
cretorum, plebani plebis Tborunensis, et aliorum 
quam plurium, quos redeuntes de Romana curia, 
ad quam venerant contra eos, crudetiter occide- 
runt, dicitur liquido apparere. Necdum finem 
praemissis enormitatibus imponentes , sed mali 
esse et boni credi, sub pallio ignoratae nequitiae 
cupientes, passus et ilincra debita, per quae de 
civilate Rigensi exitus et reditus ad eandem, qua,- 
dam nece*siute ineviiabili peraguntur, sub ea fa- 
ciunt custodia detineri, ut non nisi personis, quas 
volunt». gressus ex ea pateat vcl regressus, sicque 
dicta civitas, exitum et rediium liberum non ba- 
bendo , cuiusdam obsidionis angustae dispendia 
cogitur deplorare. Ad quam quidem obsidiooem, 
prae4usis itinerum quorumcunque vesligiis, fortius 
angustandam, quoddam castrura a superiori parte 
ad portura mpnasterii Dunamundensis Cistercieosis 
ordinis, eiusdem Rigensis dioecesis"), in quo ea- 

k) Da». : „congre«»u". 
1) Daa. : „Alesti". 

tn) Bei Dogiel offenbar corrumpirt: ,,dtcll Bei 
Dlugoach: „eiu»dem civitati» ac dioecetU Rigemls". 



Digitized by Google 



53 



1310. 



54 



dem Rigeosis eeclesia ius obtinet patronatus, ab in- 
feriori parte eiusdem ciritatis consistens, absque 
quibtis civitatcm eandem nec per terrae, nec maris 
vestigia ullus potest ingredi vel exire, qiiodam 
illicito emtionis titulo, cum monasteriorum alie- 
natio sacris prohibila sil canonibus, ct eliam ipsins 
monasterii Dunamundensis per piae memoriae Gre- 
gorii papae noni, praedecesspris nostri, privile- 
giam speciale, cuiuslibet alienationis contractus 
foret specialiter inlerdictus, temcritale propria 
occuparunt et detinent occupata, proptcr quae in 
eisdem provinciis, in quibus ecclesiam suam foetu 
novae prolis, ad fidem conversae, Dominus am- 
pliabat, familiari peste intcstinam cxcrcente saevi- 
tiam non solum fldes radicata et fdndala non pro- 
flcit, sed ex persecutione domcstica deficit, et, nisi 
celeri occurratur rcmedio, nomcn ibi depcrit Chri- 
stianum. Novissime vero ad nostrum pervenit au- 
ditum, quod dicti praeceptores et fratres hospitalis 
eiasdem"), dilecti filii nobilis viri Vladislai, Cra- 
coviae et Sandomiriae ducis, tcrras hostilitcr sub- 
intrantes , in clvitate Gdansco ultra deccm i:iillia 
hominum gladio pcremerunt, infantibus vagientibus 
cuinsvis °) mortis exitium inferentes, quibus etiam 
hostis fidei pepercissct. lidem quoque praeceplo- 
res et fratres quara plura alia delestanda dicun- 
lur commitlere, quorum series se nimis extenderet, 
si singulariter singula praesentibns clauderenlur. 
Nos igitur, qui disponcnte Domino eiusdem Do- 
minicae vineae regimini praesidemus, desiderantes, 
ot io ea virtotes el virtutum palmites convalescant, 
snccisis tribulki vitiorum ; attendentes quoque , 
qood praemissa, qoac de dictis praeceptoribus et 
fratribus refernntor, utpote perniciosa et fidei no- 
strae cootraria, immo cunctorum Christi fideliom 
cor.Jibus inimica, sob dissimolatione transire salva 
conscientia oeqoeamos^ considerantes etiam, quod 
in talibos debitae correclionis difierre r) remedium, 



n) Bei Dog. «ind die Worle „dictl - eiuidem» «ui- 
geJatien. 

o) D»».: „in cu»U". 

p) Bet Dlugosco: ..referre". 



licentiam sceleiibus indul- 
gere, discrelionem vestram, de quorom circom- 
spectionis industrta pleoam in Domino fldociam 
obtincmus, hortaodam attente duxlmus et monen- 
dam , vobis per apostolica scripta districte prae- 
cipierido, maudantes, qualerins ad partes illas, sia 
ad loca illarum parlium, quae vobis pro execu- 
tione huiusmodi negotii videri poterunt magis apta, 
tos personaliter conferentes , et habentes ' prae 
oculis solum Deum, cootra praedictos praeceplo- 
res et fratres eiusdem hospitalis, in diclis provin- 
ciis ct partibos coosistentes, soper praemissis omni- 
bus et singitlis, nec non stip^CT articulis, quos sub 
bulla nostra robis dcstinamas Inclusos , ac saper 
aliis criminibos et excessibos, soper quibus eos 
inveneritis publicc difTamatos, inqniratis diligentius 
verilalem, eaque diligeoter ct solticite inquisita, 
quaecuoqoc invcncritis, in scriptis redacta ac suf- 
ficienler instrucla, nobis sub sigillis vestris pro- 
curetis fldeliter iiitimarc. Caeterum castrum et 
monasteriqm Dunamunde, quod dicti praeceptores 
et fraircs, u t praemittitur, sub cuiusdam emtionfe 
colore dctinent occupatum, per eosdem praecepto- 
res et fratres facientes expeditum et liberam omni- 
no dimitti ipsum, ct illud*)) usque ad eiusdem 
sedis * ) beneplacitum praefatae sedis nomine 
teneri, ac pcr pcrsonas idoneas ct fidcles, quas 
ad hoc eligendas industria vestra perspexerit, fa- 
clatis com dillgcntia cirttodiri. Ut aotem ad prae- 
missorum execulionem eo liberius intcndere valea- 
tis, quo maiori fueritis per nos aoctoritate moniti, 
vobis invocandi ad praemissa omnia et siogola 
exseqoenda, ubi et quando expcdire cognoveritis, 
tam praelatorum qoam etiam principom et aliorom 
secolariom, coiOsconque conditionis vel statos 
existant, vel qUacunque dignita(e praefoTgeant, 
aoxilium et succursom ; contradictores quoqUe, ut 
rebelles, nec non testes, quos ad hoc duxeritis 
convocandos, per excommunicatioois, sospeosionis 



H) DieWorte „et illud" 
r i Bei Dlugosch : 



i Dlugotcb tuppllrt. 
it.tt „e. 
4' 



uigm 



xJ by Google 



55 



4310. 



56 



et inlerdicti, nec non privationis privilegiorum, ei$- 
dem concessorum a sede praedicla, sententias com- 
pescendi, tam de duabus dietis in concilifi generali, 
quam de aliquo extra suam civitatem et dioecesim, 
uisi io cerlis exceptis casibus, et illis ultra unam 
dictam, in flne suae dioeccsis ad iudicium noo 
yocando, et aliis quibuscunque constitutiouibus, 
quae vestrae possent in bac parte iurisdictioni vel 
potestati eiusque libero exercitio quomodolibet 
obviare, aut si testes, quos ad haec evocari con- 
tigerit, fuerint praedicatorum, vel minorum, vel 
aliorum ordinum quorumcuuquc, vel si praedictis 
ordinibus a praedicla sede indultum existat, quod 
praedictorum ordinum fratres ad perhibcndum te- 
stimonium iu quibnscunque causis vel negotiis 
compelli non possint, seu si dictis praeceptori et 
fratribus ab eadejn sit sede indultum, quod ex- 
communicari, suspendi vel interdici non possint, 
per litteras apostolicas, non facientes plenam et 
expressam ac de verbo ad verbura de indullo 
huitismodi mentionem, et quibuslibet aliis indul- 
gentiis, privilegiis et litteris apostolicis quibuscun- 
que, in quacunque forma verborum concessis, per 
quae praesentibus non expressa, vel tolaliter non 
inserta praemissorum executio possit quoinodoli- 
bet impediri, nequaquam obstantibus, plenam vobis 
concedimus tenore praesentium facultatem. Quod 
si non ambo bis exequendis potuerilis interesse, 
alter vestrum ca niliilominus excquatur. Dalum 
Avinione, decimo tertio calendas Iulii • ), pontifica- 
tus noslri anno quinto. 

* 

0 

DCXXXI. 

Erich Nenved, Kdnig der^Diinen, besta- 
tigt dem Nonnenkhster in Reval dessen 
Besitzungen, den 9. September 1310. 

Ericus, Dei gratia Danorum Slavorumque rex, 
dux Estoniae, omnibus praesens scriptum cernen- 

») Bei l)lu K o«cb «tebt Docb, offenbar interpolirt : 
Domini MCCCXI". , 



tibus salutem in Domino. Cum ad regiam spectet 
digoitatem specialiter religiosis persoois et Divinis 
locis misericorditer subvenire et eis dando suble- 
vamen a regia protectione et ad cooOrmationem 
Divini ofBcii, sic nos speciali gratia praevidimus 
monasterium sanctimooialium Revaliae et persooas 
ibidem Deo servieotes. Nos coocedimus et dooa- 
mus eis, neminem ab earum libertale nequaquam 
excipiendo contra nostram gratiam et libertatem, 
quae oos eis dedimus et concessimus, situs ») eas a 
nostris piis progenitoribus habuerunt supra locum, 
ubi monasterium sanctimonialium coostructum est, 
et cum omnibus attineotiis et conferminis praedicti 
loci, cum ortis, pomeriis, puteis et cum dayda 
ibidem adiaceote; et etiam, ut habeant liberam 
potestatem in communi silva ligoa secaodi et io 
commuoi prato foeoum falcaodi. Sic mandamus 
nos advocatis noslris et eorum offkialibus, quod 
sint propugnalores et protectores eisdem sancti- 
monialibus contra vim et violentiam omnium ma- 
lorum homiuum, dumtaxat et ipsi regiam ultionem 
duxcrint evitandam. Eapropter ul praedicla ha- 
beaot roborem aeternae confirmalionis, sic nos io 
omnium rerum testimoiiiuiu nostium sigilium prae- 
sentibus duximus apponeodum. Datum anno Do- 
mini millesimo ducentesimo ») et decimo, proxiraa 
die post nativitatis Manae in earum praesentia. 



DCXXXII. 

Johannes Canne, vom KOnig von Ddnemark 
nach Esthland und Reval gesandt t trifft 
Anordnungen hinsichtlich der Befestigung 
Revals, den 16. September 1810. ' 

Universis praesentes litteras visuris seu audituris 
lohannes dictus Cannc, miles ac *) illustrissimi prio- 
cipis domioi Erici, Dei gratia regis Daciae^ ad 

ad civitatem Revalicnsem 



,lrecenle*imo". 



a} ,.»icut"f 
b) Umu wobl bei 



Uigitized 



by Google 



57 



4311. 



salutem ia Domiao sempiter- 
nam. Quum rite ac rationabiliter acta frequentius 
labente tempore simul cum tempore evanescunt 
aut oblivioni tradita in dubium revocantur, si non 
certis verisque proborum testimooiis seu ' sigillatis 
apicibus io aotitiam deducta fuerint posterorum, 
idcirco tenore praesentium tam posteris nolifico, 
quam raodernis , quod super ordinandis ac dispo- 
nendis circa civitatem Revalieosem munitionibus 
auctoritate regia, mihi plenarie commissa, quem- 
admodum in lilteris regalibus super hoc mihi tra- 
ditis lucidius continetur, pensalis eiusdem civitatis 
quam variis periculis, quae quidem civitas tyrao- 
norum satis patet insidiis crebrisque paganorum 
molestatur iosnltibus, deliberatiooe diligenti prae- 
habila, pro accumulatione honoris regii atque pro 
munimine custodiaque civitatis eiusdem duxi prae- 
seotibus admittendura , ut consules ac cives ipsius 
civitalis Revaliensis murum civitatis ad austrum 
possint supra fossatum civitatis transponere, vel 
io loco nuoc situato retinere, seu iolrorsus civi- 
ipsam ipsum plus retrahere, sic, quod per 
nagDi castri ascendeodo supra 
montero ipsius eundem murum extendere quaotura 
volunt, ita tamen, quod idem murus angulum seo 
corou magoi castri attingat iuxta portam , cootra 
brevem montem situatam, et quod de eodem an- 
gulo murus ullerius in altitudine sex ulnarum in 
australi latere eiusdem brevis montis descendat 
usque ad tres ulnas versus clausuram civitatis ibi- 
dem, quae vulgariier Cvngele ouncupalur, quod- 
que idem thum ulnarum spatium inter ipsum mu- 
rum et clausuram Cyngele dictam tigneis aedificiis 
obstruatur. Murus autem civitatis ad aquilooem 
extra claustrum monialium traoseat, et iuxta stu- 
pam baloei, cum clivum mootis magni castri atti- 
gerit, terminetur. Poteruot etiam saepedictum 
murum civitatis augeodo seu ioaltaodo emeodare, 
ac fossatis, lurribus, propugnaculisque firmare, 



prout communi utilitati civitalis repuUverint expe- 
dire. Moniales vcro in propriis sumtibus de muro 
civiutis aedificare debebunt, prou 
visum fuerit, io quaotum^arum area se 
Adiuncto iosuper, quod praefati coosules et cives 
Revalienses duas clausuras, vulgariter dictas Cyn- 
gelen, unam ante brevem montem castri, et alteram 
ante montem longum libere atque perpetuo habere 
ipsasque clausuras cum voluerint etiam 
re. Civitatem quoque saepedictam versus 
mare quando et quantum voluerint licite poterunt 
ampliare. Ceterum praesentibus recoguosco, me 
coosulibus ac civibus Revalieosibus supradictis pro- 
misisse, quod omoes gratias suprascriptas et sin- 
gulas domious meus rex Daciae ipsis consulibus 
ac civibus Revaliensibus per suas patentes litteras 
regio sigillo roboratas debeat confirmare ; sane ne 
quis ullo unquam tempore saepedictos consules aut 
cives Revalieoses io praevocatis liberUlibus aut ea- 
rundem liberUtum in aliquo impedire vel molestare 
valeat, sed ut omuia supradicta et siogula perpetuo 
siot et raaoeaot irrevocabiliter per praesentes litteras 
stabilila, eas sigilli mei muoimioe roboravi. Da- 
tum Revaliae aooo Domini MCCC decimo, crastioo 
post octavas oativitatis virgiois gloriosae. 



a) Dieae beidea Worle slod im Original doppelt 



DCXXXIIL 

Johannes Canne quUtirt den Esthlandischen 
Vasatten Namens des Kunigs uber die 
Summe von 82 Mark Silb. Rig den i6. 
Sept. 1310. 

Omnibus praesens scriptum cerneotibus lohanoes 
Canoe, illuslris regis Daoorum, ducis Estooiae, oun- 
tius, salutem in Domioo sempileroam. Noveriot 
universi, quod tenore praesenlium recognosco, me 
a viris nobilibus, eiusdem domini mei regis va- 
sallis in Estonia, octoginta duas marcas Rigen- 
ses argeoti, de argeoto, quod dicto domino meo 
regi post recessum domioi Nicolai Cbbaeson ex- 
solvere teoebaotur, aaoo Domioi millesimo tre- 



59 



1311. 



60 



ccnlesimo decimo, feria quarla proxima post dien 
exaltalioois sanctae crucis, habuisse integraliter et 
levasse. Pro qua quidem argenti summa per me 
nomine dicti domini n^i regis recepta, ipsi sint 
quitti et penitus excusati. !n cuius rei testimo- 
nium sigillum meum praesentibus litteris est ap- 
pensum. Datum Revaliae, anno et die supradictis. 



millesimo CCC 
dragesimae, praesentibus consiliariis hostris. 



DCXXXIV. 

Erich Menved, Kdnig der Dunen, best&- 
tigt die von seinem Abgesandten, Johan- 
nes Canne, wegen der Befestigung Hevals 
getroffenen Anordnungen, den 21. Marz 
1311. 

Ericus Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, dux 
Estoniae, omnibus praesens scriptum cernentibus sa- 
lutem in Domino sempiternam. Primi parcntis lapsu 
infligitur huroano generi communiter, ut lapsu 
temporis memoranda merito tollat oblivio, cuius 
praetextu res gestae plerumque et perniciosius 
retractanlur. Quamobrem proinde providit patrum 
laudanda solertia, gestoriun nol ibilium seriem scri- 
pturarum testimonio memoriae comroendari. Id- 
circo tenore praesentium notificamus praesentibus 
cl futuris, quod super ordinandis ac disponendis 
circa civitatem nostram Revaliensero munilionibus, 
pensalis eiusdem civitatis quam variis periculis, 
quae quidem civitas tjrannorum satis patet insidiis, 
crcbrisque paganoruin molestatur insultibus, deli- 
beratione diligenti praehabita et cousiliariorum 
nostrorum ad hoc accedente consilio et consensu, 
pro munimine et cuslodia civitatis eiusdem, dnxi- 
mus praesentibus admittendum, ut consules etc. 
( Vvn hier an worUich iibereinttimmcnd mit der Urk. 
des Joh. Canne «wn 16. Septbr. 1310 Nr. DCXXXl 
bi» V/ den Worten: »poterunt ampliare*. Dann 
heistt ea:) Ut autem praemissa omnia et singula 
ex parte nostra et successomm nostrorum ipsis 
inviolabiliter observentor , praesentes litteras «is- 
Datum Nybergis, anno Doraini 



DCXXXV. 

Johann Kalle leistet den Biirgern Riga's 
Urfehde megen seines ermordeten Bru- 
ders, den 22. Marz 1311. 

Oronibns, praesens scriptum cernentibus, lohannes 
dictus Kallc salutem in Domino sempiternam. Ad 
notitiam praesentium et futororum cupio pervenire, 
quod cum inter discretos viros cives Rigenses ex 
parte una, et me, roeosque fratres, consanguineos 
et amicos quoscunque, ex alteia, ratione occisio- 
nis fratris mei, in civilate Rigensi proh dolor 
perpctratae, rancoris materia hinc inde truciter 
vertebatur, et tandem, nobis partibus pracdiclis 
snper dicta dissensione sedanda convenientibus, 
dicti fives mihi et meis amicis omnibus pro ipso 
fratre meo satisfactionem honoriflcam impenderunt. 
Unde me recognosco praesentibus fecisse caotio- 
ncm, quae orveide dicitur, pro me, meisque fra- 
tribus, et pro meis heredibus, tam natis quam 
nascituris, nec non aliis amicis et consanguineis 
meis omnibus et singulis, perpetue inviolabiliter 
duratnram, ita quod dictos civcs et eorum fami- 
liam in bonis et personis iropetere scu oflendert 
in persona propria, nec fratres mei vel heredes 
nostri el aroici, non debeamus aliqualiter publice 
vel occulte, sed ex nunc eosdem cives promovere 
et honorare intendimus secnndum nostrae possi- 
bilitalis materiam, qnantum possnmus et valemus. 
In cuius rei testimonium sigilla dominorum Ludolfi 
et lacobi de Perembeke, Iobannis Waggete, mi- 
litum , Hinrici de Perembeke et roeum praesenti- 
bus 5 n ii t appensa. Datnm Rigae, anno Domini 
MCCCXI, in crastino BenedicU abbatis. 



Digitized by Google 



DCXXXVI. 

Friedrich, Erzb. von Riga, erlaubt dem 
Rigischen Rathe, das aus dem Hofe der 
Cathedraie f&hrende Thor ( Stiftspforte) 
w vermauern, den 16. August 1311. 

Fraier Fridericus, Dei et apostolicae sedis gratia 
s. Rigensis ecclesiae archiepiscopus, prudentibus 
virii, dilectis sibi in Cbristo, advocato, consulibus 
atque uoiversitati nostrac civitatis Rigensis, salu- 
ten et illam, quam mundus dare non potest, pa- 
cem. Quia redemtor noster, totius conditor crea- 
turae, ad boc propitiatus bumanam voluit carnem 
assumere, ut suae Divinitatis gratia, dirupto, quo 
tenebamur captivi, vinculo serritutis pristinae, nos 
restitueret libertati, salubriter agitur, si bomines 
taiiter liberati et pro eius fide pugnantes eccle- 
siasUcjs provisionibus foveaotur. Igitur cum vos, 
cives Rigensas, fidei zelo ducli, in bis parlibus, 
cunctorum Cbristi fidelium refugium et subsidium 
existatis, propterea iu natiouis perversae medio 
constituti sitis, velut signum, positum ad sagittam : 
quaedamque porta existat in curia ecclesiae nostrae 
Rtgensis, qu«e per nos nec custoditur, nec potest 
siue periculo custodiri, ex qua praedictam civita- 
tem iugressus pariter et exgressus patet et patere 
posset venientibus ex adverso; nos, volentes tan- 
tis poriculfe obviare in quantum possumus , et ut 
vos iB vestro bono proposito permanentes , custo- 
dire vos et defeodere a mahgnorum iucursibus 
valeatis, et in Cbristi libertate viventes, io Salva- 
toris opprobriura in servilutes perpetuas et damoa- 
biles non tradantur, praesentiom teuore concedi- 
mus, nt «um firmo muro possitis obstruere dictam 
portam, exinde eius ianuis omnino remotis. Man- 
dantes et probibentes expresse, quod io muro cin- 
gente curiam et viridarium canonicorum dictae 
nostrce eeclesiae, qui raurus est civitatis Rigensis, 
porta vel fenestra aut apertura aliqua non fiant de 
cetero, et si fierent, -obstraendi ipsam vel ipsas, 
ut de porta pcrmittitur, vcbis plenam concedimus 
potestatem. In cuius rei testimonium et cautelam 



2. 62 

bas pateutes litleras vobis exinde scribi fecimus et 
sigilb nostri appensionc muniri. Datum Rigae, 
anno Domini MCCCXI, XVII. calendas Septembris, 
pontiilcatus noslri octavo. 



DCXXXVII. 

Derselbe urkundet iiber den zwischen dem 
Bischof Hartung von Oesel und der Stadt 
Riga negen der Ermordutg des Probstes 
Wedekin etc. abgeschfossenen Vergleich, 
den 27. Februar 1312. 

Frater Fridericus , Dei et apostolicae sedis gratia 
s. Rigensis ecclesiae arcbiepistopus , universis 
Cbristi fidelibus bas patenles litteras inspecturis 
salutem in auctore salutis. Ad notitiam praesen- 
tium et memoriam futurorum universis notum fa- 
cimus per praesenles, quod venerabilis frater noster 
in Christo, dominus Harlungus, Osilieusis episco- 
pus, et vasaUi Osiliensis ecclesiae, pro se ipsis 
ex partc una, et advocalus, consules et cives civi- 
tatis nostrae Rigensis ex parte altera, coram nobis 
personaliter constituti, super mortibus quondam 
Wedekini praeposili et Henrici canonici Rigensis 
ecclesiae, omniumque aliorum, cuin eis olim in 
eadem ecclesia et in Riga tunc temporis occisorum, 
nec non super omnibus excessibus et singulis at- 
que culpis tunc ioibi perpetralis diligenlem tracta- 
tum habeotes, tandem, Divioa gralia cooperaole et 
medianUbus nobis, ad banc concordiam devenerunt, 
quod in ecclesia fratrum minorum unum altare 
et in ecclesia fratruw praedicalorum Rigae aliud 
altare erigantur, presbiterique ordinentur pro eis, 
qui in ipsis celebrare dcbeaot, et fraternilates pro- 
curent per mooasteria totius Livoniae, et io civi- 
tatibus maritimis, videlicet Lubek, Rostoc, Sundis, 
Wismaria et GoUandia, pro animabus dictorum 
occisorum, nec non tres cives Rigenses ad s. Ma- 
riae ecclesiae de Rupc Amatoris, pro redemtione 
dictaruui animarum deslinenlur. Et una dictarum 
partium alteri ad invicem omne ius, omnemque 



63 



iM2. 



64 



actiooem, quod et quae sibi communiter vel divi- 
sim ex praedictis roortibus et excessibus, vel ipso- 
rum aliquo quoquomodo spectaolia seu pertinentia, 
libere et absolule dimisit pariter et donavit, pro- 
mittentes ad invicem dictae parles, se de cetero 
super praemissis mortibus et excessibus vel ipso- 
rum aliquo, aut occasione eorum, per se, vel per 
alios in iudicio vel eztra oullateous molestarc, nec 
movere aliquam quaeslionem, sed servare perpetuo 
omnia et singula suprascripta , et in nullo contra 
ipsa facere vel venire de iure, vel de faclo, occa- 
sione aliqua sive causa. In cuius fei testimonium 
nostrum sigillum praesentibus duximus apponen- 
dum. Datum Rigae, aono Domini MCCCXII, IV. 
cal. Martii, pootificatus nostri aono VIII. 



DCXXXVIII. 

Auszug aus dem Verhbr des Bruders liein- 
richj Priors des Klosters zu Falkenau, 
in der Klagesache des Erzbischofs von 
Riga etc. wider den Deutschen Orden, 
vom 20. Marz 1312. 

Die XX eiusdem mensis Martii : VII. testis. Reli- 
giosus vir, frater Henricus, prior monasterii in 
Valkena ordinis Cisterciensis , testis iuratus , 
lectis sibi singulariter arliculis suprascriptis , cx- 
aminatus super II. articulo, qui sic incipit: >Item 
quod praedicti praeceptores,» dixit vera esse, quia 
audivit a pluribus, qui dicebant, se fuisse prae- 
sentes , quando infldeles intraverunt diocesiin Tar- 
batensem cum suo exercitu, et depopulaverunt ma- 
goam partem diocesis praedictae, et cum fratres 
tunc essent congregati cum aliis fldelibus *t pos- 
sent cisdem iofidelibus resistere, noluerunt boc 
facere , immo alios fideles impediverunt ; et 
simile contigit io diocesi Rigensi, alio tamen tem- 
pore; et dixit, quod de praedictis, et de biis, 
quac in articulo continentur, erat in provincia Li- 
voniae et parlibus convicinis publica vox et fama. 
Interr. quo tempore fecerint pagaoi praedicta in 



diocesi Tarbateosi, resp. quod esseot X aooi vel 
circa ; et quod in diocesi Rigeosi simile factum 
fuerit, essent III anni. 

It. super IV. arl., qui sic ioc. : »It. quod prae- 
fati« , dixit , quia audivit dici ab aoliquioribus et 
progeoitoribus suis, quod dicti fratres ceperuot 
domioum Albertum, arcbiepiscopum Rigeosem, et 
per violeotiam deduxeruot captivum, et cum eo 
ceperunt queodam caoooicum Rigeosem, Ermao- 
oum oomioe, quem detioeotes io carcere afflixe- 
ruot io tantum, quod post paucos dies exiode 
mortuus est, et dixit, quod adhuc multi vivuot, 
qui praedicla videruot. Item dixit, quod ipse 
tesUs vidit riominum lobaonem de Sverin, olim 
archiepiscopum Rigensem, in castro Weode dicto- 
ruro fratrum detineri captivum per fratres, et cum 
dicto archiepiscopo vidit etiam captum detioeri 
Gerardum, eiusdem archicpiscopi capellaoum. In- 
terr. io qua domo detioeretur dictus archiepiscopus 
captivus, resp. quod io domo fratrum, in qua ipsi ho- 
spites recipere consueverunt. Interr. quo tempore, 
resp. quod esseot XIV aooi vel circa. loterr. qui 
fueruot illi fratres, qui fecerunt illura archiepisco- 
pum detineri, resp. quod.fuit frater Bruoo, tuoc 
magister fratrum de Livonia ; et dixit idem testis, 
quod vidit captum detirieri dominum Iohaonem 
Perama, canonicum Rigeosis ecclesiae, per fratres 
eosdem io castro Velio, qui caoooicus captus foit 
cum dicto domioo episcopo Iobanne de Sverin. 

It. s. VI. art. , qui sic ioc. : »It. quod de 
quatuor,* dixit, quod audivit dici a quodam sacer- 
dote et a multis aliis, quod io ecclesia Curooensi 
olim fuerunt caoooici seculares, et modo suot ibi 
caDonici de ordioe dictorum fratrum, et dixit ipse 
tesiis , quod audivit dici de tribus ecclesiis catbe- 
dralibus io Pruscia. 

It. s. XIV. art. , qui sic inc. : •Item quod 
regoum,* dixit, quod audivit dici a quodam con- 
verso sui ordhiis, qui erat tuoc Plochek, el i 
raultis aliis probis viris, quod cum rex Plochek 
et homioes regoi sui esseot ad fidem cooversi, et 
episcopos et praelatos et alios clericos baberent, 



Digitized by Gbogle 



dicti regni , qood ipsi invocaveruot in eorum ad- 
intorium et defensionem paganos,»qui qnidem pa- 
gani venerunt et expulerunt postea dictos fratres 
et alios fldeles de dicto regno, et aliqnos occide- 
rnnt, et aliquos deduxerunt captivos ex eis, ex 
qno secutum est, qood-illae ecclesiae cathedrales, 
de qulbus in articulo flt mentio, fueront postea 



It. s. XX. art., qui sic inc. : »It. quod prae- 
■ , dixit, quod audivit a quodam converso sni 
ordinis, quod cum frater Gottbifridus , qui postea 
fuit factus magister fratrum in Livonia , fuisset in 
qnodam conflictu vulneratus, confralres sui eum 
voloerunt comburere, sed precibus dicli conversi, 
qui tunc erat secularis, et aiiorum quam plurium,' 
dimiserunt dictum fratrem Gottbifridum, non com- 
burentes ipsum, qui frater,,postea sanatus, factus 
fuit magister Livoniae. 

It. s. XXIII. art., qui sic inc. : »!t. quod ad 
dictum., dixit, vera esse, quae in art. continentur. 
Interr. quod castrum tenerent dicti' fralres a parte 
superiori civitatis Rigensis, resp. qood castrum 
khescul ; interr. quomodo sciret , quod fratres 
teoeaot el occnpaverint castrom seu monasterium 
Duoemuode, resp. qoia fbit praesens, et vidit, 
quando fratres intraverunt dictum castrnm seu 
monasterium armata manu. Interr. quo tempore 
intraverint, resp. quod essent septem anni. Interr. 
qui fuerint illi fratres, qui sic intraverunt, resp. 
quod uoos fuit frater Florechinus, commendator 
io Seegold, et unus alius, qui vocabatur Lesco, 
et frater quidam , cognomine Wil , dicebatur tunc 
advocatus in Wenda, et alii quamolures. 

It. super XXXIII. art. , qoi sic incipit: »It. 
qu. exorbilatio*, dixit, quod ipse fuit praesens et 

* 

andivit, quando nuncii regis Semigalliae propo- 
snerunt praedicta coram archiepiscopo snpradicto 
Rigae in domo fratrum minoruni. Ioterr. qois 
lte archiepiscopns, resp. quod dominos lo- 
de Lune. Inlerr. de tempore, resp. quod 



It. s. XXXfV. art., qui sic indpit: »it. qiod 
rex«, dixit, vera esse, qoae in artieuto conthwo- 
tur. Interr. quomodo sciret, resp. quia pater eias 
missus ad regem Latvinorum cum aliis nuMiia 
per archiepiscopum Rigensem, qni tunc erat; qui 
rex inter alia dixit praediclis nuntiis ,- quod ideo 
nolebat ad fldem converti, qnia timeret exemplom 
Semigalliorum, ne videlicet fratres facerent sibi 
et snis, sicut fecernnt illis de Semigallia, qui 
nunlii retulerant praedicta coram archiepiseopo 
et multis aliis. Interrogatus, qoo tempore fuerint 
missi nontii supradicti, resp. quod essent, tri- 
ginta anni. 

It. s. XLVI. art., qui sic inc: »lt. quod dtctw, 
dixit, quod audivit etiam dici ab illis, qui fuerunt 
in castro tunc temporis, et dixit, quod intelligebat 
ipse testis de illo archiepiscopo, qui erat eo tem- 
pore, quo articulus datus fuit, in curia, scilieet 
de domino lohanne de Sverin. Ioterr. de tem* 
pore, resp. , quod esscnt XIII anni. 

It. s. LXXXXVI. art., qui sic ioc. : »It. qood 
dominus., dixit, vera esse , qui vidit archiepisco- 
pum Rigensem tunc laesum in tibia, et fratres 
praedictos regentes eastra et alia bona arehiepi- 
scopi, qui erat extra civitatem Rigensem. Int. 
quantum temporis esset, resp. XII II anni. 

It. s. LXXXXVTII. art., qui sic inc. : »It. 
pro capitalibus. , dixit, quod vidit 



Int. qui fuerint illi homines, resp. qnod 
fnerunt vasalli et homines fratraro, intelligit tamen 
ipse ttstis, ubi articulus loquitur de praesenti de 
illo tempore, in qno articnlns dajtus fnit in curia. 

It. s. CXII. art., q. s. i. : »It. quod epiaeo- 
pns., dixit, quod fama fuit io Livonia, quod epk 
scopus Tarbatensis cum archiepiscopo Rigensi, qui 
tunc erat, simul interposuerunt se pro parte civium 
Rigensinm, ut pacem ficere possent. 

!t. s. CLIT. art., q. s. i. : »!t. qUod cum dieti 
canonici., dixit, se nihil aliud scire, irisi quod 
dicti fratres expulerant dominum episeopum et 
canonicos Osilienses de locis dictomm 

6 



Digitized by Google 



•7 

ct epUcopi, «c de Apesel et ecclesia cathedrali, 
•t io dicto loco Apesel, ubi erat pracdicta eccle- 
sia catbedralis et dotnus, praedicti fratres canoni- 
cum de suis fratribus posuerunt. Int. quomodo 
sciret, dixit, quod vidit dicturo episcopum sic ex- 
pulsum in civitate Rigensi. Inl. de tempore, resp. 
quod essent XIV anni vel circa. 

It. s. CLIII. art., q. s. i. : »It. quod ecclesia«, 
dixit, quod nesciebat, usque ad quantam quanti- 
tatem ecclesia, capiiulum et canonici io articulo 
nomioati damniflcati per fralres fuerant, sed au- 
divit ex ore episcopi et canonicorum Osiliensium, 
quando de praedictis damnis ipsi episcopus et 
caoooici cooquerebaotur domino Danieli, abbati 
monasterii in Walchenna ordinis Cisterciensis. 

It. s. CLXXXVIII. art., q. s. i. : »It. quod 
praeposilum., dixit, quod vidit litteras roagistri, 
quae dirigebantur dicto Wethechioo praeposilo, 
in quibus ipse magister consulebat dicto Wethi- 
chino, quod secum veniret ad civitatem Rigenscm, 
quia ei suuro praestaret favorem, et vidit etiara 
ipse testis alias lilteras, in quibus ipse magister 
scribebat illi, qui se gerebat pro praeposito, in 
quibus ipse magister dicebat, quod si contingeret 
praedictum Wetbichioum venire Rigam, quod ille, 
qui se gerebat pro praeposito, non permitterct 
ipsnm Witbichinum de suts roanibus evadere, sed 
milteret maoiis io' eum. Iot. quaotum tcmporis 
esset, quod illas litteras vidisset, resp. quod essent 
duodecim dies vel circa. 

It. s. CLXXXV. art., q. s. i. : »U. quod ipsi 
fratres., dixit, quod nichil aliud sciebat, nisi quod 
pagani castrum ecclesiae Rigensis, nomine Marx, 
crudeliter et tam ab ipso castro , quam a vicaria 
magnam quantitatem hominum et praedae dedu- 
xerunt. , 

It. s. CLXXXXV. art., q. s. i. : »It. quod ipsi«, 
dixit, quod publica fama est in provincia Livoniae, 
quod fratres praedicti impediunt omnes, euntes ad . 
Romanam curiaro contra eos, sed utrum alios im- 
pediant, dixit, quod nesciebat ; de captione aulem 
et spoliatiooe ac aliis iniuriis, factis fratri Heorico 



in articulo nominato dixit vera esse, praetcrquam 
baec, quod ibidem dicitur ligatis post tergum 
manibus, quod dixk noo fuisse verum, et dixit 
ipse testis, quod haec sciebal, quia ipse erat ille, 
qui idem frater Henricus, de quo io articulo fii 
mentio. Iot. in quo loco fuerit tunc, quando 
praedicta sustinuit , resp. quod iuxla quoddam 
castrum oomine Rrandenborg, situm in Prussia. 
Int. de tempore, resp. quod essent sex anni et fuit 
feria secunda post Dominicam Iudica. Int. qui 
fuerant illi fralres, qui sibi illa intulerunt, resp. 
quod unus fuit frater lohannes de ISiphel, ordinis 
fratrum praedicatorum, et alii fuerunt servi fra- 
trum, quorum unus sagittarius ex eis erat servus 
commendatoris de Cunningsberg, et alji magistri 
generaiis de Livonia. 

It. s. CLXXXXVI. art., q. s. i. : »It. quod 
excommunicatosc, dixit, se oichil aliud scire, nisi 
quod fratres teoeot apostaUs et com eis commu- 
oicaot. Int. quomodo sciret, resp. quia vidit et 
fuit, ubi fratres ipsi fecerunt apostatas ordinis 
Cislerciensis sacerdotes in eorum locis celebrare, 
et eos teoeot pro capellanis eorum. Int. qui fue- 
rinl illi apostatae, resp. quod unus vocabatur Theo- 
dericus de Illa, alius vero cognomine dicebatur 
de Indese, cuius ipsum oomen non recordabatur. 
Iot. in quo loco viderit praedictos apostatas cele- 
brare, resp. quod in loco, qui dicitur Wittesten 
ct alibi in quadam ecclesia, quae dicebatur eccle- 
sia de Choichel. Int. quanto tempore esset, quod 
viderit praedictos apostatas celebrare, resp. quod 
essent sex anni. 

It. s. CLXXXXVIII. art., q. s. i. : »It. quod 
ipsi omnes., dixit, se nihil aliud scire, oisi quod 
ipsi fratres diflamaverint archiepiscopum Rigeosetn, 
qui nunc est in provincia Livouiae. 

It. s. CCXIII. art. , q. s. i. : »It. quod ipsi 
expulcrunts, dixil, se nicbil aliud scire, nist quod 
fralres praedicti expulerunt monachos Cislercicnsis 
ordinis de raonasterio Dunemundeosi. Int. quo- 
modo sciret, resp. quia vidit, et dixit, quod no- 
viter duos eiecissent monachos de dicto monasterio. 



Digitized by Google 



69 - 1512. 



70 



Int. qui fuerant illi fratres, qui dictos monachos 
eiecerant, resp. quod frater Florechinus , nunc 
commendator in Dunemunde, et frater Lesco, com- 
mendator in Mitlhovia, et frater Hcnricus de Hetch 
(Hecht?), tunc commendator in Dunemunde, et 
magister fratrum de Livonia, nomine Gotbifredus, 
et alii quamplures. Int. qui fuerint monachi de 
dicto monasterio sic eiecti, resp. quod unus voca- 
balur frater lohannes sacerdos, alius fraler Hen- 
ricus de Wismaria, et frater Iohannes Albus*. 
sacerdos, et frater Henricus, conversus, et alii 
quam plures. Int. quo tempore dictos monachos 
eiecerint, resp., quod essent, si bene recordabalur, 
VII anni. 

It. s. CCXXIIII. art., q. s. i. : »It. quod cum 
dicti praeceplor», dixit, quod fratres hospitalis 
praedicti haberent quendam servitorem, Hecberlum 
nomine, procuraverunt eum recipi in conversum 
munasterii Dunemundensis praedicti, qui Hecber- 
tus receptus fuit, et cum prior in articulo nomi- 
natus nollet fratribuj consentire seu eis adhaerere, 
frater Oierus de Goldenberg, advocatus fratrum in 
Ierwen, per suas litteras eidem converso signifi- 
cavit, quod nisi vindictam faceret in praedictum 
priorem, nunquam ante ipsum fratrem Oierum 
esset ausus apparere, nec unquam speraret de 
ipso, nec de fratribus hospitalis praedictiA Qui 
conversus post haec infra paucos dies iniecw ma- 
nus violentas in dictum priorem, et lingua sibi 
absisa et.dextra roanu, eundem sic dimisit, qui 
parum postca mortuus fuit ex praediclis mutila- 
tionibus. Et cum conversus praedictus posl prae- 
missa iret in civitate Revaliae, quidam homines 
voluerunt eum capere propter praedieta, quae 
fecerat de priore praedicto, qui conversus dixit eis : 
Nolite me invadere, quia illi, ex quorum iussu illa 
feci, propter quae me vultis invadere, me eripient 
de manibus vestris. Qui capientes eundem con- 
versum, prae timore fratrum, dimiserunt ipstim 
abire, et ivit ad loca seu castra fratrum, et ibi 
receptus ab eis fuit, et spoliatus vestibus ordinis 
Cistereiensis , dederanl sibi alias vestes secularcs, 



et tenuerunt eum in servitorem. Et cum abbas 
et convenlus monasterii de Walchenua ordinis Ci- 
sterciensis praedicti intellexissent, dictum Hecber- 
tum conversum in castro fralrum manere, mise- 
runt ibi duos fratres de suis Cistercienses , qui 
deberent eundem Hecberlum capi facere, et a fra- 
tribus bospitalis praedicti pelere, qui fratres hospi- 
talis noluerunt eum capi permittere, sed dixerunt, 
quod quicunque ad eos iret, dcberet pacem habere. 
Int. quomodo sciret, quod ad instanliam fralrum 
praedictus Hecbertus receptus fuerat in conver- 
sum monasterii Dunemundensis, resp. qui audivit 
dici ab abbate et cooventu Dunemundensi. Iril. 
quomodo sciret, quod frater Oierus sigoificaverat 
supradicto converso , quod vindictam faceret in 
priorem, prout supradictum est, resp. quia audivit 
dici a quodam monacho eiusdem monasterii de 
Walchenna, qui monachus habuit litteras super 
hoc missas, et eas legit, et cum interrogaretur a 
converso, quid scriberetur in iitteris, supradictus 
monachus noluit exprimere seu dicere sibi; qui 
• conversus sibi fecit huiusmodi lilteras reslitui. Int. 
quomodo sciret, quod prior praedictus fuerit mu- 
tilatus, ut praedicitur, per conversum, resp. quia 
audivit ab ore cuiusdam servi, nomine Vicco vocati, 
qui fuit praesens et vidit routilationes praedictas 
fleri per convcrsum praedictum^ et dixit, qood de 
hoc est publica vox ct fama in Livonia. tnt. quo- 
modo sciret alia, quae circa praemissa dixerat, 
resp. quod praesens fuit, quando abbas de Wal- 
chenna et convenlus miserunt supradictos fratres 
ordinis Cisterciensis -ad repetendum et capi fatien- 
dum supradictum convcrsum, et audivit ab ipsis 
postea responsum eis factum. Int. in quo ioco 
fuerit praedictus prior mulilatus, resp. quod in 
Revalia in una villa monasterii Dunemundensis, 
de cuius villae nomine non recordatur. Int. de 
tempore, resp. quod essent quatuor anni circa 
assumlionem b. Mariae virg. prox. fttt. 



li 



DCXXXIX. 

Conrad, Subprior der Predigermdnche in 
Luberk , und der ganze Convent machen 
die Seelen der zu Riga im Tumult erschla- 
genen Personen der Wohlthaten des Con- 
vents theilhaftig, den 10. Juni 1312. 

UoiversisChrislifldelibus, hanc Utteram inspecturis, 
fraUr Conradus, subprior, totusque conventus ordi- 
nis praedicatorum in Liibeke salutem in omnium 
salvatore. Quum pium est et salubre, pro de- 
functis exorare, ut si in poenis sint, Domino pro- 
pitio citius absolvantur, hinc est quod, ad instan- 
Uam bonorabilium virorum , consulum civitatis 
Lubicensis, ad preces venerabilium consulum civi- 
tatis Rigensis exorUm, animas We. praepositi, 
H. canonici ecclesiae Rigensts, ac quorundam bo- 
nestorum famulorum, in civitate Rigensi prob dolor 
occisorum, ad fraternitatem nostri conventus reci- 
pimus, participationem eisdem omnium missarum, 
vigiliarum, orationum, ieiuoiorum, praedicaUonum, 
abstinentiarum, laborum, ceterorumque bonorum,. 
quae Dominus in nostro conventu fleri dedcrit, 
concedirous tenore praesenUum generalem. Ib 
cuius rei tesUmonium sigillum nostri convenlus 
praesenUbus est afGxum. Datum Lubeke, anno 
Domini MCCCXII, in vigilia Barnabae apostoli. 



DCXL. 

Die Greifswalder urhinden darHber, dass 
die Anfuhrer und Befrachter zneier von 
ihnen genommenen und mieder frei ge- 
gehenen RevaVschen Schiffe die Urfehde 
geschworen , im Jahr 1312. 

esse volumus, quod anno Domini MCCCXII 
tempore gwerrae occupavimus duas liburnas de 
Revalia cum rebus et personis circa festum Pbi- 
lippi et lacobi apostolorum in portu dicto Niendep, 
quos, per informationem quorundam nostrorum 
qui nos expediverunt, ipsos nostros esse 



fldeles «micos et promotores oostrorum burgen- 
sium, salris suis rebus omnibus et resUtutis, Uberos 
dimisimus et solutos, condiUone tali interposiu, 
quod capitanei et domini libunurom, cum uoi- 
versis suis viris et nauUs in eisdem existenUbus, 
qui bona Um parva quam magna in praedlcUs 
babuerunt, arbitrati sunt et firmiter promiseruot 
plenam orveydam pro se suaque civiute Revalia, 
et omnibus suis amicis, Um in civiute Revalia 
exisUnUbus, quam alibi, illam occupaUonem, sic 
raUonabiliter factam, in nobis aut nostris burgen- 
sibus, tam inter praesentes quam extra, nunquam 
vindicare, sed hrmam promoUonem et veram pa- 
cem mutuo observare. Hii sunt domini liburna- 
rum et ipsorum socii, qui nobis promiserunt pro 
negoUis supra scriptis : dominus Sifridus de Hanek, 
consul in dicta civiute, Iobannes Ciclobt, Deghen- 
bardus de Borch, Bernardus Parvus, Heoneke 
Dridinghane, Lodowicus Rosten, Petrns Buntow, 
Fredericus de Ostinghusen, Ilinricus Slutere, Gos- 
winus Colnere, lobannes de Colmar, Ditmarus de 
Werden, Righardus de Uldaghen, lohannes de In- 
dagine , et sic inter ipsos et nos est 
nata et sopiU. 



DCXLI. 

Erich und Waldemar, UerzQge von Schme- 
den, ertheUen den nach Nowgorod rei- 
senden Eaufleuten Uandelsfreiheilen etc. t 
den 12. August 1312. 

In Dei nomine, amen. Ericus et Waldemarus, 
eiusdem gratia duces Sveciae, omnibus, ad quos 
praesens scriptum pervenerit, salutem in Domino 
sempiternam. Noverilis, quod nos ad instantiam 
dilectorum nobis consulum et burgensium de Lu- 
beke, communicato consilio et consensu fidelium 
nostroruro, ac omnium, quorum ad ista consensus 
erat requtrendus, ipsis burgensibus Lubicensibus 
praeseoUs el fuluri temporis, natis et nascendis, 

undecumque fuerint, 



^ Digitized by Google 



< 



73 €31 

per flomeQ Ny cum suis mercibus et bonis tran- 
sire, venire et redire volentibus , Jiberam concedi- 
mus facultatem, liuiusmodi passagium sive traosi- 
tum usque io Nogardiam ezerceodi pro suae libilo 
volontatis, ut veoieodo, morando et redeundo, tam 
in aquis, quam in ripis, io semet ipsis, io boois 
et familiis suis, pro nobis et omoibus successoribus 
oostris, et universis, qui nostris adstricti sunt ob- 
edire maodatis, et pro omnibus aliis quicquam 
nostri causa facere volentibus et dimitterc, liberi 
semper permaneant et securi. El si vel ipsum 
flumeo Ny adeuodo, ibi morando, vel per illud 
redeuodo, vel aliud oavigale periculum perpessi 
fueriot, libere concedimus, quod ob inde nulla 
prorsus in se vel in bonis suis obstacula patiaotur, 
sed quod talia booa libere sine quolibet obstaculo 
pertineant eis cxpedite, quibus ante talia pericula 
pertinebaot, vel, eis defuriclis aut submersis, eorum 
proximi» heredibus pari iure. Ex superabuodanti 
praeterea cOncedimus omnibus et singulis per omnes 
terminos terraram nostrarum et dominii io regno 
Sueciae omnimodam securitatem veniendo, moraodo 
et redeundo aut recedeodo, et undique cam in 
oaufragiis libertatem, quod in naufragiis ipsorum 
bona eis attinere debeant libere, quibus ante nau- 
fragium pertinebant, vel defunotis illis, eorum pro- 
ximis atlineant, quibus hereditario iure debueriot 
pertioere, volenles eos in ceteris libertatibus et 
bonis con&etudinibus iosuper conservare, quibus 
nostris et antecessorum nostrorum temporibus io 
terris nostris liaclenus sunt perfrati. Testes sunt 
venerabiles patres in Christo ac domini Karulus 
Lincopiensis, Stirbernus Stragnensis episcopi, frater 
Hioricus de Stromberg, ordinis domus Theutonicae, 
domini quoque Pbilippus Ulafsen, Birgerus Pae- 
tersson, Gutmarus legifer, et Gotschalcus de Kyren, 
milites, quorum sigiUa una cum noslris sigillis in 
perpetuae stabiliutis memoriam pro testimonio sem- 
pilerao praesentibus sunt appensa. Datum anno 
Oomiui MCCCXII, in die assumlioois b. virginis 
Mariae, io claustro Weraeem. 



i. 74 
DCXLII. 

« 

Heinrich, Abt zu Cistert, bestatigt den 
Vergleich znischen dem Cistercienserabt 
von Stolpe und detn Orden wegen D&na- 
miinde, im Jahr 1313. 

Uoiversis Christi fidelibus praesentes Htteras in- 
specturis frater Hinricus, abbas Cistercii, salutem 
io Domino. NoveriUs, quod anno Domini mille- 
aimo trecentesimo tertio decimo facta fuit diffiniiio, 
quae sequitur, apud Cistercium in capitulo gene- 
rali. Cum ea, quae sunt ad utilitatem petentium, 
condrmalionis beneficium dcbeant merito oblinere, 
translationem et compusitionem , initas inter ab- 
batem de Stolpis, nostri Cistercieosis ordinis, et 
magistrum geoeralem ac fratres dc domo Theu- 
tunica ordinis sanclae Mariae de domo Dunemun- 
dae, conOrmat capitulum generale, ila tamen, quod 
praesens consensus domini papae super hoc re- 
quisitus et petitus habeatur. In cuius rei testi- 
monium sigillum nostrum praesenUbus lilteris du- 
ximus apponendum. Datum anno quo supra, tem- 
pore capituli generaUs. 
• 



DCXLIII. 

« 

Jacob von Columpna, Cardinaldiacon , alh 
solvirt im Auftrag des Pabstes den Or- 
den von der gegen denselben durch Fr. 
von 31oliano ausgesprochenen Excommu- 
nicationssentenz , den 11. Mai 1313. 

Io nomine Domioi amen. Com sanctissimus pater 
et dominus, dominus Clemens, Divina providenUa 
papa quintus, oobis Iacobo de Columpna, sanctae 
Romanae ecclesiae diacono cardinali, causam appcl- 
lationis seu appellationum , interpositarum per ve- 
ncrabiles et religiosos viros, magistrum geocralem, 
praeceptores et fratres bospitalis beatae Mariae 
Theotooicorum Ierusalem., Prusciae et Livoniae 
provinciarum , a quibusdam proccssibus, factis et 
gravaminibus, eis illatis, ac excommuoicationum 



Digitized by Google 



75 



1313. 



76 



sententiis, contra eos, ut dicebalar, promulgatis, 
per venerabilem virum, dominum Francischum de 
Moliano, eiusdem domini papae capellanum, ad 
praedictas provincias super quibusdam arliculis 
contra dictos magistrum, praeccptores et fratres 
per ipsum dominum summum pontificem ad inqui- 
rendum transmissum , in consistorio apud Malan- 
sanam Vasionensis diocesis vivae vocis oraculo 
commisisset, frater Conradus, dicti ordinis frater, 
ac procurator, a roagistro, praeceptoribus et fratri- 
bus praedictis ad infrascripta specialiter constitutus, 
exposuit coram. nobis, quod dictus dominus Fran- 
cischus contra formam roandati, sibi traditi, nulla- 
que causae cognitione praeroissa, magistro generali 
hospitalis s. Mariae Theotonicorum Ierus. existenti 
in Pruscia, el universis pracceptoribus et fratribus 
eiusdem hospitalis per Prusciaro, et Livoniam con- 
stitutis, nullius etiam expresso nomine, mandavit, 
ut dicitur, quod caslrum Duoemunde, ad dictum 
hospitale pertincns, sibi aut aliis, quibus ipse du- 
eeret ccmroiltendum, assignarent et facerent assi- 
gnari, infra adco certum breve dierum spatium, 
quod etiam inpossibile erat eis, sub poena excom- 
municationis, quam extunc in eos, et interdicti in 
eorum ecclesias idem dominus Francischus dicitur 
protulisse. Et quod pro parte eorundcm magistri 
gencralis, praeccptorum et fratrum, et hospitalis 
ab huiusmodi roandato infra ipsum terminum ex- 
titit ad sedcm apostolicam legitime appellatum. 
Quodquc post et conlra diclam appellalionem idera 
dominus Francischus ipsuiu magistrum, praece- 
ptores et fratres dictarum provinciarum in genere 
fecit cxcororaunicatos nuntiari, licet, ut idem frater 
Conradus dicebat, dicta sententia alias nulla esset. 
Quare dictus procurator petiit humiliter et instan- 
ter, se nomine praediclorum magistri, praecepto- 
rum et fratrum, et ipsos magistrum, praeceptores 
et fratres, eliam absentes, a praedicla sententia, 
post et contra dictam appellationem prolata, ab- 
solvi , et interdictum praedictum relaxari ad cau- 
tclam. Cumque de absolutione et relaxationc buius- 
modi petita, sanctissimo patri, domino papae prae- 



dicto, per nos in consistorio expositum fuisset, 
idem sanctissimus pater nobis, cardinali praedicto, 
quod absolutionem praedictam petitam ad cautelam 
possemus impendere, et interdictum relaxare prae- 
dictum in casibus a iure permissis, et prout iu- 
stitia suaderet, commisit oraculo vivae vocis. In- 
stante itaque apud nos pro absolutione praedicta 
praedicto fratre Conrado, magister Petrus de Pi- 
perno, asserens se procuratorcm venerabilis patris, 
domini fratris Frederici, Rigensis archiepiscopi, 
comparuit coram nobis, et exccptioncs et rationes 
quam plures obtulit contra pctitionem praedictam. 
Super quibus omnibus, nec non an idcm magister 
Petrus ad praedicta esset admittendus de iure, per 
advocatos utriusque partis saepius et per intervalla 
quam plura disputato, et plenissime vcrbo et in 
scriptis allegato, tandem eisdem fratri Conrado et 
magistro Pctro ad audiendum delibcrationem et 
voluntatem nostram super propositis et petitis hinc 
inde circa absolutionem praedictam , et ad viden- 
dum ipsam impendi, si foret impendenda de iure, 
ad banc diem pererotorium terminum duximus sta- 
tuendum. Hac igitur die praesenti, per nos ut 
praemitlitur statuta, praedictis fratre Conrado, ac 

i 

etiam magistro lohannc dc Rocca, comprocuratore 
ipsius fratris Conradi, a praedictis roagistro gene- 
rali, praeceptoribus et fratribus ad huiusroodi ab- 
solutionem petendam sptjcialc mandatura babenti- 
bus, et roagistro Petro praedicto, in nostra prae- 
senlia conslitutis, et ipsis fratre Conrado ct ma- 
gistro lobanne absolutionem et relaxationem prae- 
dictam a nobis ipsis iropendi et ficri humiliter et 
instanter postulantibus, nos lacobus rardinalis prae- 
dictus , visis et diligcntcr examinatis rescriptis 
apostolicis ct appellationibus, pro parte dicti ordi- 
nis interpositis, et per fratrem Conradum prae- 
dictum exhibitis, ac omnibus aliis agitatis circa 
praedicta cum diligentia recensitis, ct super omni- 
bus et singulis binc inde proposilis et exhibitis 
quam plurimum sapientnm communicato consilio, 
et roatura deliberatione cum ipsis et nobiscum 
praehabita, Christi nomine invocato, praedictos 



Digitized by Google 



77 



1313. 



78 



fratrem Conradum et magistrum lohannem, 
nobis personaliler constitutos, procuratorio no- 
mine fratris Karoli de Treveris, magistri generalis 
ordinis hospitalis b. Mariae Theoton. lerus. , et 
omnium praeceptorum et fratrum ipsius ordinis 
de Pruscia et Livonia provinciis, ad quos procu- 
ratoria seu mandala in ipsos facla et coram nobis 
producta se extendunt, et ipsos magislrum gene- 
ralem , praeceptores et fratres , in persona prae- 
dictorum fratris Conradi et magistri lohanois, a 
praedicta excommunicationis sententia, in eos, ut 
praemitlitur, promulgata per dominum Francischum 
de Moliano praedictum, absolvimus ad caulelaro, 
per praediclos fratrem Conradum et magistrum 
lobannem in animabus praedictorum magistri ge- 
neralis , praeceplorum et fratrum et procuratorio 
nomine eorundem sacramento prius praeslito, cor- 
poraliter coram nobis, de stando iuri et parendo 
mandatis ecclesiae super bis, pro quibus dicta ex- 
communicationis sententia in eos dicitur promul- 
gata, si constilerit ipsam sentenUam rite et iuste 
fuisse prolatam. Super relaxatione autem inter- 
dicli io ecclesias dicti ordinis, a nobis petita, ex 
certis causis, quae nos movenlur, supersedemus 
ad praesens. In quorum omnium testimonium 
praesenles litteras per infrascriptum notarium no- 
strum fieri scribi et publicari mandavimus et noslri 
sigilli appensione muniri. 

Impensa et facta fuit dicla absolulio ad cau- 
telam, ut supradiclum est, per reverendum patrem, 
dominum cardinalem supradictum Avinioni , io 
bospitio suo pro tribunaii sedentem, anno nauri- 
tatis Domini millesimo treceutesimo terlio decimo, 
indictione undecima, die Veneris undecima raensis 
Maii, pootiflcalus sanclissimi patris domini Cle- 
mentis papae quinti anno oclavo. Praesentibus 
testibus venerabilibus viris , dominis Alberto et 
Bertramo de Mediolano, sacri palalii auditoribus 
causarum, domino Riccardo de Monlenigro, cano- 
nico s. Lateranensis ecclesiae, domino Bertra- 
mino de Carcano, archipresbjtero ecclesiae de 



Cornate, auditore supradicti domini cardinalis, 
et aliis plaribus ad baec vocaUs et rogatis. 

Et ego Magalottns, filius Tantobenis de Mon- 
temagno , civis Pistoriensis , publicus iroperiali 
aucloritate nolarius et iudex ordinarius, et prae- 
dicli domini cardinalis notarius, absolutioni supra- 
scriptae, impensae per ipsum, el praestationi iura- 
menli praedicii, praestiti per procuralores prae- 
dictos, anno, indictione et die suprascriptis , et 
omnibus tunc gestis, una cum dictis testibus prae- 
sens interfui, et ipsa omnia de mandato ipsius 
domini cardinalis scripsi et in publicam formam 
redegi rogalus, et meum signum apposui con- 



DCXLIV. 

Die Bischdfe von Reval und Oesel, der 
StatihaUer von Reval, die OeseVschen 
tmd Diinischen Vasallen und die Revaler 
Bitrger ermahnen den Deutschen Orden, 
mit Riga Frieden zu schliessen, den 15. 
Mai 1313. 

Frater H(enricus) Revaliensis et Har(tungus) Osi- 
liensis Dei gratia episcopi, A(go) Saxison, capi- 
taneus Revaliensis, universique vasalli illustris regis 
Daciae, nec non et communitas civium ibidem, 
cunctique Vasalli Osilienses, dilectis sibi in Christo 
viris, honorabilibus dominis G(erhardo), magistro, 
ceterisque fratribus domus Tbeutonicae per Livo- 
niam, salutem in omnium sahatore. Ex communi 
consensu et consilio totius Christianitatis huius 
terrae mittimus ad vos dominos milites de diversis 
diocesibus electos, videlicet Danielem de Brakcle, 
Woldemarum de Wrangele, lacobum de Parera- 
beke, Henricum de Lecbtes, Nicolaum de Engedes 
et Henricum de Bexhovedc, ac etiam duos cives 
Revalienses, duos eliam orves de Tbarbato, ut vobis 
communiter et divisim publice notificent cx partc 
omnium nostrum, cordibusque vestris efflcaciter 
inprimaot articolos infra scriptos. In primis, ut 



'Digitized by Google 



79 € 

ob bonorem Dei, precam nostraram instantiam 
vebementem, salutemque aoimarum piurium Ibesu 
Christi sanguine redemtarum, ciribus Rigensibus 
libcraliter restituatis omnes libertates et iura, qnas 
vel quae in terra vel aqois, silvis vel pratis, pisca- 
turis, mercationibus per terras et aquas ceterisque 
commoditalibus per quaecunque privilegia vestra 
vel aliorum quorumcunque vetera sive nova, quae 
vel quas babuerant ab anliquo, vel saltem tem- 
pore, quo amici vestri fueranf poliorcs, ipsos cives 
in praemissis omnibus nullatenus impedientes, cum 
omni favore eosdem fovere in licitis et praemonere 
in periculis immineotibus solicite studeatis, Letho- 
winos eiiam iam in civitate Rigensi, vel circa, 
pro pracsidio civium existentes, cum omni securi- 
tate permittatis ad propria remcare, si iidem Lc- 
tbovvini pacifice redire voluerint, vobis vel aliis 
Christicolis nullum damnum seu periculum infe- 
rentes. Item ul, si in aliquibus ipsos offendistis 
vcl laesistis usquequaque, postquam inter vos et 
ipsos cives ante annos aliquos concordia pacifica 
per plures idoneos exstitit ordinata , secundum 
taxationem discretorum virorum, pacis et concor- 
diae aemulorum, quos vos pro parte veslra ele- 
geritis, ac alios, quos praefati cives pro parte sua 
duxerint eligendos, emendam plenariam et amica- 
bilem faciatis. Quod si forte, quod Deus avertat, 
consilium nostrum pariter et rogatum spreveritis 
in bac parte, dictique cives coosilium noslrum et 
rogatum, secundum quod eis in aliis nostris litteris 
consulimus , adimplere curaverint cnm effectu-, 
quas quidem litteras dicti nuntii nostri vobis osten- 
derc tenebuntur, ut vobis commodius et saiubrius 
consulatis, nos ex tunc necessitate compulsi, ne 
tota Christianitas per vestram discordiam confun- 
datur et pcnitus conteratur, dictis civibus toto 
conamine et animo benivolo adhaerentes, ad vestri 
et vestrorum complicum incommodum et gravamen, 
donec sanis acquiescatis consiliis, absque cessa- 
tione laborabimus, consilio, auxilio, toto posse, 
cooperante nobis gratia Ihesu Chrisli. Simili modo 
post praesentem monitionem ullimam et peremto- 



3. 80 

riam, contra praefatos cives toto robore, si forsan 
ipsi nostfis non acquieverint consitiis, cum adiu- 
torio et consilio vestro et omnium nostris consiliia 
acquiescentium , usque ad internecionem ultimam 
studebimus litigare, ordinationibus sanctissimi pa- 
tris domini . . papae, et quibusvis negotiis in Ro- 
mana curia per domioum . . archiepiscopum Ri- 
gensem , per vos , vel per ipsos cives habitis vel 
babendis, domini etiam archiepiscopi eiusdem re- 
verentia , totoque inre ecclesiasiico in omnibus 
semper salvis. Si autem consenseritis in pacis 
unitatem vos ambae partes, Domino inspiranle, in 
praescntia nuntiorum nostrorum , quos ad hoc 
vobiscum decrcvimus exspectare , ipsam pacem 
parte ex utraque taliler conflrmeiis in dictorum 
praesentia nunUorum: Primo potiorum virorum 
praestito inramento, et ipsorum etiam civium dao- 
decim vel plurium, sicut vultis, super Domini 
nostri corporis sacramento. Secundo tolidem per- 
sonarum meliorum hioc inde praestatione fidei cor- 
porali. Tertio datione litterarum sub sigillis partis 
utriusque, cum sigillis dominorum terrae, capitu- 
lorum, aliorumque oobilium, quae vel quos io 
dic placitorum omnium nostrom, proxime affuluro, 
ad hoc cum consilio nostro decreveritis eligendos. 
Damus insupcr praefatis nuntiis nostris plenariam 
et liberam facultatem, praefatos articulos tam in 
praesentia vestra quam civium praedictorum de- 
clarandi ct lucidius exponendi, ac ad obiecta quae- 
libet respondendi, diemque placidi vobiscum reci- 
piendi, ad quem vobiscum una cum dictis civibus 
valearaus comraode convenire, ut, si qua omissa 
sunt in praemissis, consilio vestro et aliorum com- 
plere, et ad finem perfectum deducere com Dei 
adiutorio plenissime valeamus. Volumus autem 
et rogamus bonestatem vestram, quatinus litteras 
nostras oranes , quas vobis ad praesens mittimus, 
nobis absque difffcultate qualibct remittalis nuntios 
per praesentes. In praemissorum autem omnium 
evidentiam firmiorcm sigiila nostra praesentibus 
sunt appensa. Dalum iuxta villam Wosele, anno 
Domini millesimo CCCXIII, feria tertia proxima 



Digitized by Google 



81 



post festum Nerei et AcbiUei, 



DCXLV. 

Dieselben ermahnen die Stadt Riga , mit 
dem Deutschen Orden Frieden zu schUes- 
ten, den 15. Mai 1313. 

Frater H enricus), Revatiensis, et Hart(ungus), Osi- 
lieosis Dei gratia episcopi, A(go) Saxisoo, capita- 
neus Revalieosis, universique vasalli illustris regis 
Daciae, nec non et coramunilas civium ibidem, ac . . 
cuocti vasalli OsUienses, dilecUs sibi in Christo 
viris providis ac bonestis, dominis . . proconsulibus 
el consulibus . . totique universitati civitatis Rigen- 
sis, salutem in omnium salvatore. Ex communi con- 
sensu etC. (gleichlautend mit der vorhergehenden 
Vrkunde bis su den Jforlen:) Christi sanguine 
redemtarum, omni amiciUa familiari et familiarilate 
speciali infidelium Lethowinorum, ex inlimis prae- 
cordiis, praeter.anliquam mercationem, prout tunc 
inter vos. et ipsos. . Lelhowinos, amicabiliter mer- 
catio servabatur, etiam eadem mcrcatio inter vos 
ammodo conservetur, penitus relegalis, cum. . ma- 
gistro et fratribus domus Theutonicae cum omni 
benivolentia firmam et stabilera amicitiam conser- 
vetis, ipsos fratres io suis liberlatibus et iuribus tunc proxime scquentis in anno praedicto, eidem 
in te rra, aqua, sihis, pratis, piscaturis vel quibus- domioo Fraocisco solvere procurarent ; aliter in 
cunqoe aliis commodis, sibi de 'iure comrauni vel 
raUone privilegiorura quorumcunque 'competenti- 
bos, ullatenus impedientes, cum omni favore ipsos 
fovere io licilis, et praemooere io periculis immi- 
oeotibus solicite studeatis, scientes, quod fratres 
Lethowinos, in civilate vestra vel circa pro vestro 
subsidio existentes, cura omni securitate permit- 
tent ad propria remcare, si iidem Lethowini paci- 
fice redire voluerint, fratribus vel aliis Cbristicolis 
ullum damnum vej periculum ioferentes. Item ut 
etc. (Von hier bis zum Schluss durchaus gleich- 
lautend mit der vorhergehenden Urlcunde, nur dass 
uberall »fratres« stalt »cives« steht.) ' 



DCXLVI. 

Nolariats-lnstrument , betreffend die Abso- 
• lution mehrerer Preussischer Pralatenvon 
dem vom Domherm Franz von Moliano 
uber sie ausgesprochenen Banne t vom 
2. October 1313. 

In nomioe Domioi amen. Noverint universi prae- 
sens instrumentum publicum inspecturi , quod, 
cum venerabilis vir, dominus Franciscus de Mo- 
liano, canonicus Laudunensis, domini papae ca- 
pellanus, nuntius super inquisilionis negotio cootra 
magistrum et fratres ordinis hospitalis s. Mariae 
Theotonicorom io Rigensi, Livooiae et Prussiae 
proviociis facicndae a sede aposlolica destioalus, 
mandaverit auctorilale apostolica, ut dicebat, do- 
minis Eberardo , episcopo Warmiensi , Henrico 
Warmiensis, fratri Hermanno Culmensis, fratri Petro 
Pomezaniensis et fratri Gerwino Sambiensis eccle- 
siarum praeposilis, de provincia Prussiae suprt- 
dicta, ut infra certum lerminum quantitatera pecu- 
oiae, eis et ecclesiis supradicUs iroposilam, in 
subsidium expensarum ipsius domini Francisci pro 
sex mcnsibus, incipiendis in cal. Iunii currentibus 
annis Doraini a nativitate ipsius millesimo CCCXH, 
, et finiendis in cal. Decembris 



sotventes excommunicalionis extunc sententias 
protulerit, et ecclesias huiusmodi non solvenlium 
supposueril ecclesiastico interdicto ; quodque dicti 
domini, episcopus et praepositi, huiusmodi pecu- 
niam infra lermioum eis ut praemittilur assigoatum 
solvere oegligeoles, dictas sentcntias incurrerunt, 
quamvis iidem episcopus et praepositi non crede- 
rent se dictis senlenliis innodalos. Postmodum vero 
praedicli doroinus episcopus ct praepositi, nec non 
magistcr et fratres dicti ordinis, civitalum et dio-i 
cesum praedictarum , saUsfecerunl pleoarie dicto 
domino Francisco de peconia supradicta, et per 
rejigiosum virura, fralrcm Conradum dictum Rruel, 
fralrem praedicli ordinis s. Mariae Theotonicorum, 



Digitized by Google 



83 ' 4 

procaratorem eorum , petieruot se a praedicU 
sententia excommunicalioais absolvi, et interdictum 
praefaum relaxari. Qui dominus Franciscus, re- 
cepta plenaria satisfactione de dicta pecunia pro 
sex mensibus supradietis, dc quibus se quitum et 
pacatum vocavit , praedictum fratrcra Conradum 
nomine praedictorum episcopi, praepositornm, ma- 
ghtri et fratrum, auctorilate praedicta, et litterarum 
rererendi in Christo patris domini Berengarii, epi- 
scopi Tusculanensis, offleium poenitentiariae domini 
papae gerentis , quarum litterarum tenor inferius 
ponitur, apraedicta excommunicationis sententia ab- 
solvit et interdietum huiusmodi relaxavit, imposita 
dicto procuratori nomine episcopi, praeposilorum, 
magistri et fratrum eorundem poenileolia saluiari, 
et mandarit sigiilum suum buic instrumenlo ap- 
pendi. Actum Malausanae, Vasionensis diocesis, 
anno Domini a nativitate ipsius millesimo CCCXJII, 
indictione XI., die secundo Octobris, pontiflcatus 
lanctissimi patris Clementis , Divina providentia 
papae quinti, anno octavo, praesentibus Mocho 
Mini de Montepoliciann. et Bore s. Bartholomaei 
de Mootecucculi, Aretinensis et Florentinensis dio- 
cesis, ac Lutpoldo dicto Hover, clerico Augustensi, 
testibus ad baec vocatis et rogatis. Tenor autem 
dictarum litterarum domini Berengarii, episcopi 
Tusculanensis, talis est: < 

Berehgarios, roiseratione Divina episcopns 
Tusculancnsis, venerabili viro Francisco de Mol- 
liano, canonico Laudunensi, salutem in Domino. 
Ex parte venerabilis patris . .' . epscopi War- 
miensis et discretorum virorum praepositorum, 
canonicorum ac clericomm capitulorum Sambien- 
sis, Pomezanensis , Culmensis ecclesiarum, et 
magistri ac fratrum ordinis s. Mariae Theoton. 
Ierusal. nobis oblata petitio continebat, quod 
nonnulli eorum et quidam alii clerici et ecclesia- 
sticae personae Rigensis provinciae, non solvendo 
integre seu partem aliqnam, statutis tcmporibus, 
quantitalis pecuniae, tibi per suromnm pontificem 
concessae in subsidium expensarum luarum, fa- 
«iendarum tam in eundo, quam stando ac redeundo 



ad Rigensem proviociam antedictam, pro inquisi- 
tione facienda super quibusdam articulis seu capi- 
tulis, editis contra magislrum et fratres ordinis 
memorati, excommaDieatioois , suspeosionis seu 
interdicti incurrerunt sentenlias, per te ia lales 
non solrentes seu contumaces existentes multipli- 
citer promulgatas. Verum com ipsi dabiteat, ne 
tua in praediclis expiraverit iarisdiclio, sapplicari 
(ecerunt humiiiter, eis super praedictis per sedem 
apostolicam misericorditer provideri. Nos igitttr, 
qui ipsorum et canctoram salutem ferventi desi- 
derio aflectarous, auctoritate domini papae, cuios 
poeniteotiariae curam gerimas, tuae circamspectioni 
commitlimus, quatinus postquam de praedietis, si 
est, tibi fuerit competenter satisfactum, ipsos et 
eorum quemlibet a praedictis seoteotiis absoivas 
hac rice, auclorilate praedicla. Si rero ecclesiae 
seu loca praedicla per te fuerint propter piae- 
missa supposita ecclesiaslico interdicto, interdictum 
ipsumquc relaxes,»iuxta formam ecclesiae consae- 
tam, et, ipsorum culpa considerata, iniungas eis seu 
alteri eoram aactoritate praedicta pro modo culpae 
poeniteotiam salutarem , prae(missis) post sex 
menses, a data praesentium computaodos, minime 
ralituris. Datom Malaasanae, Vasionensis diocesis, 
II. cal. Octobris, pontiflcatus domini Clemeotis 
papae qoiDti aono octavo. 

Ego Simon, quondam Benvenuli de Aretio 
notarii apostolica et iroperiali aactoritate aolarius 
etci omoia et siogula praeditca scripsi et poblicari 
rogatus. 



DCXLVII. 

Das Rigische DomcapUel urkundet Hber 
den wegen Oeffnung und Vermauerung 
der Stiftspforte mU dem Rigischen Rathe 
abgeschlossenen Vergleich t den 17. No- 
vember 1313. 

Gerhardus, Dei gratia praepositus , Ludfridus 
prior, totumque s. Rigensis ecclesiae capitulum, 



Digitized by Google 



1314. 



86 



uDiversis, ad quos praesens scriptum pervenerit, 
io Domioo sempiternam. Cum porta 
iliquam diu clausa, nunc de consilio, be- 
neplacito, favore et conseosa discretorum virorom 
eoosulum civiutis Rigensis sit aperta, praesenlibus, 
quantumcunque possumus, salvis nostris privilegiis, 
duximus arbitrandum , nos claves dictae portae 
eisdem coosulibus praesentaturos necessitate legi- 
tima, dictis consulibus et ipsorum civitati incum- 
bente, cum a coosolibus super his fuerimus expe- 
diti, quas claves saepe dicti consules pro tempore 
aliquo, proul necessitas poposccrit, resenabunt. 
Attamen interim pro nostra oecessitate dictis cla- 
ubus perfrui volumus, procul qualibet occasione, 
in favore consulum, cauto periculo civitatis. Prae- 
lerea si, qyod absit, memorata oecessitas legilima 
in Untum iovalesceret, ut ratiooe illius reliquae 
portae civitatis ciinoris pcriculi, quam oostra porta 
supra scripta, lapidibus obstruentur, ex tunc, mo- 
nilione recepta consulatus, dictam nostram portam 
obGrmare lapidibus de foris tenebimur propriis 
laboribus et expensis. Si vero a praenominatis 
consulibus, noslro profcctui et honori congauden- 
libus, favorabiliter mooiti, porum praetaxatam ob- 
slruere, prout supra scribitur, oollemus, damus 
et coocedimus iam saepe diclis coosulibus omoem, 
quaoi poterimus, potestatem, ob&trueodi diclam 
portam, ita, quod de cctero noo apcriatur, oisi 
mediante coosilio coosulum praedictorum. lo cu- 
ius rei testimooium sigillum nostrum capituli prae- 
sentibus est appeosum. Dalum Rigae, aooo Do- 
mini MCCC. tertio decimo, sabbato infra octavam 
Martipi. 



DCXLVIII. 

Johann von Heval, Ritter , schenkt den 
Minoriten in liiga eine Hofst&tte in 
Heval, d. 17. Februar 1814. 

Universis Cbrisli fidelibos praeseos scriptum visoris 
miles dictus de Revalia, Odewardus miles, 



eiusdem filiu;, nee ooo Willekinus et Heoricos 
filii, salutem in virginis filio crucifixo. Quia labilis 
est memoria bominum ct ooo adeo labili 
instrumenti, quod est semper quasi reeens, 
cum agilur super aliqua vetustate, maxime io qua 
servitus Christi comprobatur vel aninaarum procu- 
ratursalus, polios creditur iostrumeato, quam 
t£*limooio personarum. Hioc esl qood ad oolitiam 
tam pracseoUum quam futurorum deferimus, quod 
de maluro oostro cooseosu et booa volunute fra- 
tribus miuoribus io Riga conferimus unam aream, 
sitam inRevalia, in perpetuo possideodam, io recom- 
pensam buius, quod iidcm fratres oobis unam 
missam qualibet die ad altare versos claustrum 
assignarunt, io qua memoria iam dicti militis Ip. 
et Odewardii militis, Willekini, Henrici, Nicolai 
et Odewardi, fiiiorum Harberti, adbuc vivis uxo- 
ribus et pueris eorundem, oec ooo pareotum 
dicti Iobaonis militu, videlicet Conradi et matris 
domioae Abelae, et uxoris suae, domioae MargareUe, 
nec ooo Harberti et Everdi, Heorici, Cooradi, fiUo- 
rum Margaretae, domioi Odewardi, Cooradi, 
domini Gevehardi, domioi Everhardi, Io. HarberU 
fllius, Heooe fiUus Wiltekioi, Io. filius Hiorici, 
domioi Cooradi de Saghe, Henr. de Wrangele 
Arooldi filius, domini Daoiel. Et cum praedicU 



adbuc viveotes debitum carois persolveriot, cum 
suis, amicis mortuis io eadem missa memoria ba- 
beatur eoruodcm. Praedictam arcam cqniuncU 
area domini Con. de Saghe in pktea, io qua 
moratur Wernerus Longus, libcram conierimus et 
cum bona volonUte oostra beredumque oostrorum 
dictis fralribus in perpetuo possidendam. Et ne 
dubium super eofacto po&sit aliqua calumnia im- 
pediri, praesens acriptum, hinc inde confectum, 
sigillis oostris roboravimus ia plcoiorem et Ti- 
deoliorem constantiam et munimeo. Datum io 
viUa, qoae dicilur Maydele, anno MCCCXIV., Do* 
mioica, qua cantalur Eslo mihi. 



Digitized by Google 



87 iH 

DCXLIX. 

Zeugniss, betreffend die Erstatlung der 
den Wenden'schen Burgern im Kriege 
abgenommenen GOter von Seiten des Ri- 
gueken Raths, vom 24. Februar 1314. 

Omnibus, hoc scriptum intuentibus, fratcr Frede- 
ricus ac frater Conradus Longus, de ordine prae- 
dicatorum in Riga, frater lohannes de Hildensem, 
nec non frater Hinricus de Cokenhusen, ibidem 
de ordine minorum, pacem in Domino continuam 
cum salute. Recognoscimus publice protestantes, 
nos in consistorio Rigensis civitatis nuperrime 
praesentes cxstitissc, ubi consules ibidem civibus 
de Wendcn liberaliter cxhibuerant pecuniam talem, 
quae proTenerat de bonis eorum, in publica gwerra 
sibi ablalis, prout in placitis iuxla Peronam a 
dominis terrae fuerat finaliter ordinalum. Qui 
pecuniaro talem in parato existentem recipere re- 
nuerunt, dicentes, taliter non fuisse placitatum. 
Hoc audito consules Rigenses dixerunl, se velle 
subire arbitrio illorum decem, ad hoc specialitcr 
electorum, quod si quid quaestionis et discordiae 
inter ipsos oriretur, hoc quinque selecli viri ex 
parte una et quinque ex parte altera discernere 
tenerenlur, prout in authenlico super hoc confecto 
plenius continetur. Ceterum si illi decem super 
hoc amicabiliter non possent concordare, quod ex 
tunc parati essent, se offere. dominis terrae, ut 
ipsi talem dissensionem seu discrepantiam flne 
debito terminarent. Ad haec omnia Wendcnses 
breviter responderunt, se non velle aliquomodo 
subdere arbitrio illorum decem electorum seu etiam 
tcrrae dominorum, sed quod bona sua vellent 
simpliciter rebabere. Et quia sigilla propria non 
habemus, ideo, ad preccs dominorum consulum 
Rigcnsium, praesenteslitteras appensione sigillorum 
nostri prioris ct nostri gardiani petivimus com- 
muniri. Dalum in Riga, anno Domini MCCCXIV., 
DomOiica Invocavit. 



k 88 
DCL. 

Der Ordensprocurator Conrad Gruel speci- 
ficirt die in Sachen des Ordens bei der 
Rdmischen Curie gemachten Ausgaben, 
im April 1314. 

Noverint omnes, quorum nosse intercst, quod 
religiosus et discretus vir, frater Iohannes de Riga, 
sacerdos ordinis hospilalis s. Mariae Theuton. 
Ierus., ex parte fratrum eiusdem ordiuis de Livonia, 
mediante scitu fratris Chunradi dicti Gruel, pro- 
curatoris generalis eiusdem ordinis in curia Romana, 
pecuniam exposuit infra scriplam. Dum primo 
veniret ad eandem curiam, dedit eidem fratri 
Chunrado XXV. duplos aureos de scientia, item 
ad praesentam domini Albanensis carflinalis XX. 
duplos aurcos, ilem doraino Reinherio, advocato, 
el suo notario pro ponendis articulis et formandis 
XVI. duplos aureos, item magistro Christiauo de 
Colonia pro laboribus suis, quia procurator noster 
in audientia, I. duplum, itera pro praesenta domini 
Pelri de Columna cardinalis III. florenos aureos 
de Florentia. Ilem dum secundo veniret ad curiam, 
exposuit praedictus frater Iohannes pro r.raesenta, 
domino papae facienda, quatuor raillia florenorum 
aureorum, jtem domino Raimundo de Sargis, 
cardinali Nepoti .... C. duplos aureos , item 
fratri Bartholomaeo, pro expensis suis, XIV. soli- 
dos Turonenses grossos, item cursoribus domini f 
papae XL. Turonenses grossos, item magistro 
Christiano praedicto II. florenos, item apud s. 
Georgium .... fratri Chunrado ex parte fratris 
M. de Mezzingen pro VII. marcis et V* lotone 
auri, praesentalis dominis cardinalibus, et aliis 
servitiis factis curiae CCCCLXXXVII. florenos cum 
XXV. duplis ; item pro duabus anforis et una cappa 
argenteis deauratis XC. dorenos; item praesenlavit 
in Malansana fratri Chunrado CCCCXXVII. duplos 
aureos, ad serviendura cardiuaiibus et pro aliis 
servitiis curiae, pro necessitatibus ordinis faciendis. 
Caetera expendit pro nccessariis victus ct vestitus 
iam in quarlum annum. ln quorum omnium 



Digitized by Google 



1312. 



90 



testimoDium ego frater Cbunradus supradictas 
sigillum meum duxi praesenlibus appendendum. 
Datum Aurasicae, anno Dowini MCCCXIV. die 
octavam paschae. 



DCLI. 

Erieh Menved, KSnig der D&nen, schatzt 
Christian Scharenber t g im Besitz seiner 
Esthldnd. Lehnguter, d. 13. August 1314. 

Ericns, Dei gralia Danorum Slavorumque rex, 
dux Estoniae, universis praesentes litteras inspe- 
cturis salutem in Domino sempiternam. Noverint 
uuiversi, quod dilecti fldeles vasalli nostri de Es- 
tonia coram nobis Roskildis protcstando invenerunt, 
quod dominus Agbo Saxisun bona io Marte et 
Zarnes et Useokulle, cum curia, in Na.vstenova et 
Apones sila, cum allinentiis universis, pro exhi- 
bitore praesentium, doroino Cristierno deSkerbeke, 
postquam capitaneus noster apud vos eflectus est, 
delinuerat et occupaverat, et adhuc dctinet el 
occupat viblenter et iniuste; undc nos sibi dicta 
booa adiudicamus libere possidenda, mandantes 
capitaneo oostro oomine (sic) et vasallis oostris in 
Eslonia, ut diclum dominum Crislternum in cor- 
poralem possessionem dictorum booorum intro- 
ducant et introductum dcfendant, donec ab ipso 
secundum Icges terrae Estoniae legaliter evincan- 
tor. Datum Roskildis, anno Domini MCCC quarto 
decimo, feria tertia post diem beati Laurentii 
martiris, in praesentia nostra, nostro sub sigillo. 



DCLII. 

fteimar, Comthur von IFeissenstein, enl- 
scheidet mit %uziehung mehrerer Schieds- 
richter einen Gr&nzslreit zwischen dem 
B. von llcval und dem Kloster Padis, 
reegen Sayentake, d. 30. Septbr. 1314. 

Fraler Reimarus »), commendator in Wittenstcine, 
i) ln Transiumt v. J. 1361: „Meynardu«". 



a domino Gerhardo, magistro Livoniae, mediator 
et definitor inter partes, scilicet veoerabilem patrem, 
domioum episcopam Henricum Revaliensem et 
ecclesiam suam , ex parte una , et dominnm Hen- 
ricum, priorem de Padis et conventum suum, ex 
parte altera, mcdiante arbitrio partium earundem 
iostitutu» b ) super limitibus bODorum utrorumque, 
iuxta amnem Saventaken sitorum, de quibus mul- 
tis annis inter Estones partis utriusque coDtentiooes 
et discordiae versabantur, — omnibus, praesens 
scriptum cernenlibus, salutem io Domjoo sempiter- 
nam. Noveritis, quod nos, paci et concordiae io- 
tendentes, una cum railitibus strenuis ct honestis, 
domiois Bruo de Dalhera, Bertoldo de Lecbtes, 
Odoardo de Revalia, lacobo de Parembeke, Fre- 
derico de Wrangcle et Henrico dc Parembeke <). 
limites bonorum parlium pracdictarum iuxta amnem 
antediotum apnd Sayentaken ab inchoatione usque 
ad terminationes eorundem dislinguendos •") irre- 
fragabiliter duximus in bunc modum : Quod vide- 
licet revereodus pater, dominus episcopus memo- 
ratus, et ecclesia sua, omnes agros, prata et pa- 
scua, et alia bona qualiacunque ad partem orien- 
talcm usque in medium amnis perpetao libere 
possidebunt. Similiter e cootra*) praefatus do- 
minas prior et conventus de Padis omnes agros, 
prata et pascua, et alia' bona qualiacunque ad 
partem occidentalem usque in mcdium amois per- 
petuo libere possidebunt. Ne igilur super huius- 
modi limitum distinctione earumque r ) rationabili 
divisione aliqua parlium praedictarum seu suc- 
cessorum earundem materia quaestionis *) sea 
ambiguitatis scrupulus, quod absit, in postcrum 
oriatur, pracscnlibus lilteris sigillum nostrum, una 
cum sigillis veoerabilis patris, domini episcopi 



b) lm Tranwnmt r. 1389: ..loitilueretur." 

c) Die beideo lelzten N.meii fehlen im TranM. v. 1389. 

d) Das Trao»». v. 1389 bat atatt: „u»que - diifin- 
guendoa": „et terminatione earundem distrtcla Wenden." 

e) Im Tran.f. v. 1361: ..Simnlatque regni." 

f) Da». : „eamqne", v. 1389: „tamque.". 

g) Daa.: „l»tigla, quaeatione»" itatt: „m. q." 



91 1. 

saepedicli, nec mm dominorum mililom antedicto- 
rum duximus apponendum, in roboramen evidentius 
et cautclam. Dictum el dalum anno MCCCXIV., 
Revaliae, feria secunda post festum s. Micbaelis. 



DCLIIl. 

IJeidenreich v. Bixhovede, Ritter, versOhnt 
sich wegen des Todes seines Vernmndten 
Mauritius mU der Stadl Riga, d. 18. 
Mai 1315. 

Omnibus praesenlem paginaro inspecturis seu ao- 
dituris, Uey. •) miles dictus de Bixhoveden, salulem 
in eo, qui cunctorum est salvalor. Noverint uni- 
versi, quibus hoc pracsens scriptum visum fuerit 
vel auditum, me nullo cogente, sed solius misc- 
rationis Divinae ob intuitum, omnem inlenlionem 
sinistram, propter mortem mei cognati Mauritii a 
me contra civiiatem Rigenseni habitam, deseruisse, 
taliler quod ego praedictus H., miles de Btxbove- 
deo, una cum meis veris beredibus ac familiaribus, 
singulisque , quorum consensum michi ad boc 
specialiter atlrahcre potero, cives Rigenses volo 
amicabiliter tractare, atque honoriiice pro meo 
posse promovere, damnis quoque ipsorum seu 
agendo vel sciendo nolens interesse, immo eos de 
damnis ac periculis, in quantum far.ullas mei posse 
suffecerit, sibi atlingentibus muniendo, veraciter 
scientes, quod nicbil aliud, quam amicitiam et fa- 
vorem plenum a roea persona seu verarum mearura 
heredum percipient, damnum praedictorum civium 
in secreto vel aperlo prorsus ignorando. In cuius 
rei evidentiam aperliorcm sigillum meum prae- 
sentibus est appensum. Datum Tharbati, anno 
Domini MCCC quinto decimo, ipso die sanctae et 
individuae trinitatis. 

a) Das angrligogte Siegel lut die Lm.ci.rift i „S. 
Iledenricl de Byxbofde". 



DCLIV. 

Das Rigische Domcapitel, der Deutsche 
Orden in Livland und die Vasallen des 
Erzstifts Riga srhliessen mit einander 
ein Srhutz- und TrulzbHndniss ab, den 
23. April 1316. 

In nomine Doraini, amen. Oranibus in perpetoum 
Lutfridus, eleclus io pracpositum, lohannes, prior 
electus, Hermannus canlor, dominus Hinricus»), 
canccllarius, canonici, totumque capilulum s. Ri- 
gensis ecclesiae, frater Gerhardus, praeceplor, 
Henricus, marscalcus, Iohannes de Velin, Reimarus 
in Witlenstein, Herqueberlus in Wcnda, Connow b ) 
in Dunemunde, et Iohannes Ungnade in Segewol- 
dis comroendalores, Georgius Arnoldus de Brakele 
ct Hermannus de Dorslo*), sacerdotes, Nicolaus 
de Persow et llermannus Buch, ccterique fratres 
ordinis domus Theulonicorum per Livoniam, lo- 
hannes de Pala, Woldemarus de Roscn, Iohannes 
et Rudolphus de Ungaria, milites, Iohannes de 
Ikescule et lohannes de Ostinchusen, ccterique 
vasalli eiusdcm s. Rigensis ecclesiae, salulem in 
Domino sempilernam. In medio nationum per- 
versarum positi, videlicet Lcthwinorum inQdelium 
et schismaticorum Ruthenorum, ne novella pian- 
tatio fidei orlhodoxae, multorum fideliuro sanguine 
irrigata, depereat et in nichilum redigatur, sed 
potius, cooperante virtule, altissimi uberius susci- 
piat incremenlum, ad honorem Domipi nostri, 
Ihesu Chrisli, confoedcrationem et unionem sub 
matura deliberatione inire decrevimus sub hac for- 
roa : Primo, quod una pars debet alteri adhaerere 
fideliter et assistere io suis iustilia et liberiatibus 
conservandis consiliis et auxiliis, corpore et rebus, 
ope et opcra, promotionibus et direclionibus, tolo 
posse, publice et occulte, conlra quemlibet seu 
quoslibet bomines, universilatcm vel collegium, 



a) Text »oii 1336: loricui. 

b) Da§. Cono. 

c) Da$. Dorslowe. 



Digitized by Google 



u 



qui dos unirersaliter vel particolariter gravaverunt, 
gravant, vel gravare poteronl in futurum, cuiuscum- 

seu dignitatis 



Rosen, Iobannis et Rudolpbi de Ungaria, militum, 
ac Iohannis de Oslincbusen, coterorumque, sigilla 



amorem, favorem, vel praeceptum, seu aliqua 
sione, quocunque homine,aliquam nostrarum partium 
aggravante, compositionem faciat specialem, nisi 
de omniom nostrorum unanimi voluntate. Ilem 
si ioler partes disseosio, controversia vel discordia, 
quod absit, orta fuerint, unaquaeque partium duos 
viros idoneos ad locum congruum deslinabit, qui 
non separabuntur, dooec discordes concordaverint 
in iustitia vel amore. Praeterea si quis vel qut- 
cuoque homilis vet sublimis occasione buiusmodi 
coofoederalionis et unionis aliquam partium prae- 
sumserit perturbare, talem praesumtorem, quous- 
que a sua pertioacia resipuerit, mutuis coosiliis, 
auxihis et iuribus persequemur. lasuper si qua 
confoederatio vel unio ab aliqoa trium partium 
facla sit, sub quacunque forma Iitterarum vel ex- 
pressiooe verborum, quae possit praesenli confoede- 
rationi praeiudicare, talem unionem et confoedera- 
Uonem revocamus, cassamus et nullius decernimus 
roboris vel momenti. Sanc ut praemissa omnia 
et singula sortianlur robur perpeluae firmitatis, 
obligamus nos et successores nostros ac beredes, 
ad ea flrmiter observanda, sub sacramento iura- 
menti, a nobis tactis sacrosanctis evangeliis corpo- 
rabier praesliti , et sub obteotu fldei et honoris ; 
et qoicunque conlravenerit , erit in perpetuum 
periaras, exlex et infamis, nec admittelur amplius 
ad aliquas legitimas actiones ; insuper mille mar- 
ras auri aut decem miilia marcarum argeoti dabit, 
quarum tertia pars camerae domini papae, et duae 
partes partibus laesis cedent, quae recipientur de 
bonis magis congruis partis reae, pro qua rece- 
ptiooe pars recipiens nullam incurret excommuni- 
cationis sententiam vel gravamen. Io quorum 
omnium evidentiam et validius firmamentum sigilla 
nostri capituli, praeceptoris , marscalci, commen- 
datorum de Velin, Wilteoslen, Wenda, Dunemunde 
et Segewolde, lobannis de Pala, Woldemari de 



DCLV. 



Gerhard , O.M., bezeugt die Aussohttung 
Richolf Wackerbarts mit der Stadt Riga, 
tvegen der iti Riga getddteten Anver- 
nandten des Erstern t den 25. Juli 1316. 



scriplum cernentibus frater Ge- 
rardus, magisler fratrum ordinis domus Theuto- 
nicae per Livoqiam, salutem in Domiqo sempiter- 
nam. Volumus el ex assumli ordinis debito tenemur, 
dispendia litium aer|uitatis compendio indusiria qua 
possimus coartare, ut inter ceteros Christiani no- 
minis professores ad Dei gloriam magnifice pro- 
movendam favor caritatis aesluet, invalescat 
cordiae unitas et animarum idemptita! 
Quapropter tenore praesentium notum esse volu- 
mus universis, quod, ad instantias et requisiliones 
inclili domini regis Sveciae, gravem et periculosam 
discordiam, quae inter honorabiles viros, dominos 
- - consules et commune civitatis Rigensts, ex una, 
et Richolphum Wackerbart, ex parte altera, occa- 
sione fratris et avunculi suorum in civitate Rigensi 
procb dolor occisorum.aliquando exstitit suscitata: 

per interpositiones commeodatoris Danemun- 

densis, ac Domini Georgii, sacerdotis confratrum 
nostrorum, ad formam composilioois amicabilis 
reduximus in hunc modum : videlicet quod violen- 
tiis, caedibus, spo.iationibus, captivationibus, rapi- 
nis seu damnis et offensionibus quibuslibet publicis 
vel occultis obtivioni perpetuae traditis, utrobique 
pars partem de celero in suis opporlunitatibus 
fovere debet et prosequi, dilectionis sincerae et 
amiciliae congruae purilate, et ut praedictae con- 
cordiac unitas peramplias vigeat et aactore Domino 



uigitized 



95 « 

uberius suscipiat iBcrementuiu , memorati cives 
Rigenses missas et vigilias eelebrandas, fraterni- 
tates conveniendas et subsidium contra paganos 
faciendum pro animabus eorundem ut pracmittitur 
occisorumiam plenarie sine diminutione qualibetsi- 
cut promiserant exsolverunt. In quorum omnium 
evidentiam sigilium nostrum una cum sigillis . . com- 
mcndatoris Dunemundensis ac Ricbolpbi Wacker- 
bari praediclorum praesentibus duximus apponen- 
dum. Datum Dunemunde , anno MCCC sextode- 
cimo, in die beati lacobi apostoli. 



DCLVI. 

Sldbung des Eides, den die Aeble von Pa- 
dis dem Bischof ron Reval schwGren 
mussten, den 2. Juni 1317. 

Ego Y, monasterii Padicensis ordinandus abbas, 
promilto coram Deo et sanctis eius, el bac solenni 
fratrum congregatione, fldelilatem dignam, subie- 
ctionem, obedientiam et reverentiam matrici meae 
ecclesiae Rcvaliensi, tibique domino N., meo eius- 
dem ecclesiae episcopo, successoribusque tuis, 
secundum sacrorum canonum institutionem , et 
prout praecipit inviolabililer auctorilas Romanorum 
poDtiflcum. Sic me Deus adiuvet et sancti eius. 



DCLVII. 

Paul, B. von Curland, und die andern vom 
IJochmeister zur Unlersuchung nachDuna- 
mtinde abgefertigten Commissarien statten 
Bericht ab fiber die Weigerungsgriinde 
zur Annahme Joh. v. Hohenhorst's zum 
Ordensmeister in jAvland, d. 19. Juti 
1317? 

Sincerae et approbatae religionis viris, fratribus . . 
magno commendatori, . . bospitalario, (rappario et 
tlicsaurario, celerisque fralribus, in domo principali 
castro sanctae Mariae conslilutis, fraler Paulus, 



7. 96 

Dei et apostolicae sedis gratia Curoniensis episco- 
pus, ountius . . magistri generalis , frater Theo- 
dericus de LichleDhain, commcndator iu Swecze» 
frater Cooradus, commendator in Papow. et frater 
Godefridus, vicecommendator in Kungesberch, nun- 
tii . . praeceptorura Prusciae ad Livoniam pro 
quibusdam negoliis destinati cum sincero afleclu 
ad ipsorum beneplacila se expqsitos et paratos, 
discretioni vestrae notum facimus, quod in oclava 
apostolorum Petri et Pauli venimus Dqnemunde, 
ubi cootinuatis diebus moram contraximus, donec 
. . praeccptores et poliores fratres de singulis 
conveotibus evocali commuoiter conveneruot. Tan- 
dem in Dominica proxima ante festum beatae Ma- 
riae Magdalenae ante prandium, post capitulum 
sicut est moris celebratum, vocati fuimus pro 
legationc nostra proponenda ad locum, ubi . . 
praeceptores et fratrcs conveneraot, soper iacum- 
bentibus negoliis tractaturi. Nobis autem venien- 
tibus, religiosi et honesti viri, personae videlicet 
in ordinc reputalae, duo . . comraendatores et 
duo sacerdotes de collegio fratrum residentium 
in mediam consurgentes , fratrem Iohannem de 
Hoenhorst, ipsis pro . . magistro dcputatum, de 
furto maoifeste, sicut dictanl statuta ordinis, convi- 
cerunt, prostantes, quod tempore, quo . . advoca- 
tuslerwiae fuerat, sit furaius et furtive alienaverit ab 
ordine quandam sumroatnpecuniae, quae adCLXIX 
marchas argenli se extendit. Et banc convictionem 
ct protestationem prius fecerant coram LXV fra- 
tribus, qui orones dictum fratrem lobannem addi- 
xerunt poenitentiae et emendae, quam rigor ordinis 
contra tales trabsgressores praecipit intentari, et 
hoc facto proposuimus legationem, quam habuimus 
in commisso. Qua audita . . praeceplores et 
fralres unanimiter responderunt , quod magistro 
et capitulo generali vellent semper et in omnibus, 
nt tenentur, obedire humiliter et devote, adiun- 
gentes, quod eos non deceret, mcmoratum fralrem 
lohannem de Hoenhorst recipere in magistrum, 
utpote infamem et de manifesto crimine sic con- 
vicluni. Postera atitem die, videlicet io secunda 



Digitized by Google 



97 



feria sequente, dum fratres de mane convenissent 
ad locum designatum, frater Gerbardus, quondam 
. . praeceptor Livoniae, protestans de obedientia, 
quam paratus esset . . magistro generali et suo 
capitulo fideliter exhibere, surrexit, et sigillum 
suum cum officio ad manus praeceptorum prae- 
sentium resignavit, nobis et omnibus fere fratri- 
bus pro sui reverentia ad lacrimas provocatis; com-, 
etiam de Velin , tanquam fllius obedien- 
et sigillum similiter resignavit. 
Quibus omnibus sic peractis voluimus conventus 
omnes singulariter visitasse, sed propter causas 
praemissas procedere distultmus, videnles et no- 
tabiliter advertentes, processum nostrum fore in 
nullo penitus fructuosum. In certitudinem autem 
. . episcopus Curoniensis et nos 
Swecze supradicti, aliis sigilla 
non babentibus, nostra sigilla praesentibus duxi- 
mus appendenda. Datum Dunemunde, feria ter- 
tia ante festum beatae Mariae Magdalenae. » 



densoo, aano Domini MCCC decimo septimo, die 
beaU Bartbolomaei apostoli. 




DCLVUI. 

Erich und Waldemar, Herzdge von Schme- 
den, suhnen stch mit der Stadt Jiiga aus, 
den 24. August 1317. 

* 

Omnibus, praesens scriptum cernentibus, Ericus et 
Waldemarus, Dei gratia duces Sveorum, salutem 
in Domino sempiternam. Noverint universi, quod 
quidquid inimicitiae, rancoris, displicentiae , vel 
contrarietatis contra providos viros et discretos 
civitatenses de Riga, ex quibuscunque casibus aut 
articulis, bactenus contraximus, concepimus et ba- 
buimus, ipsis ex sincero corde remiltimus et totjt 
liter indulgemus, volentes, per nos et per omnes 
alios, qui amore nostri quidquam facere vel omit- 
tere decreverint, eosdem humanilatis favoribus 
et promotionum efleclivis solatiis promovere in 
posterum et amicabiliter expedire. In cuius rei 
sigilla nostra praesentibus litteris du- 



DCLIX. 



Pabst Johann XXII. cassirt das am 23. April 
1316 zmischen dem Rigischen Capitel, 
dem Orden und den Vasallen der Rigi- 
schen Kirche abgeschlossene BQndniss, 
den 21. December 1317. 

Iohannes episcopus etc. ad perpetuam rei memo- 
riam. Dissolve colligationes impielatis, solve fasci- 
culos deprimentes. His scripturae sacrae prae- 
ceplis inducimur, colligationes impietatis, impio vel 



.imus apponenda. Datum apud 



et adiectione cuiuslibet obligationis ad- 
auctam, propensiori stadio velut deprimentes fa- 
sciculos dissipare. Sane relatio fide digna quam 
plurium, et exbibitarum etiam authenticarum series 
litterarum in nostram et fratrum 
tiam aperte deduiit, qualiter 
ecclesiasticac, tam religiosae quam «ecuUres, in 
eisdem iofrascriptis litteris annoUtae, uoa cum 
quibusdam laicis, suis in bac parte complicibus, 
fautoribus atque sequacibus, certas confoedera- 
tiones, convenliones , et colligationes ac ordina- 
Uones impias et iniquas, nedum contra Rigensem 
et nonnullas ecclesias ac ecclesiasticas personas 
illarum partium, quin etiam contra reverentiam, 
Romanae matri ecclesiac debitam, ac in eiusdem 
contemtum , et praeiudlcium evidens ecclesiasticae 
libertatis, non absque conspiraUonis noU seu con- 
iuraUonis oflensa, in animarum suarum periculum 
damnabiliter inierunt, quarum observaUo malorum 
semina spargere, et dissidiorum incentivis de facUi 
suscitatis statui paciflco fidelium iocolarum hosti- 
bus vicinanUum fldei multipliciter derogare, ipso- 
rum fidelium fidem teneram de levi posset inflcere, 
el alia multa discrimina animarum et corporum 
probabiliter germinare. Nos itaque, prospicientes 



Qual- attentius, quanta impietate 



Digitized by Google 



99 



1317. 



100 



resnltent, quantumque pondus importeot, et proinde 
adversns praecavenda pericula, quae minantur, 
salubriter iuxta iniuncti nobis officii debitum oc- 
currere cupientes, eas omnes et singulas, quocun- 
que nomine censeantur, prout vidclicet oarum 
tenor subter annectitur, quas variae ipsarum cir- 
cumstantiae et rationes aperte iuribus invalidas 
detegunt, omnique vacuandas cffeclu et firmitate 
declarant, de fratrum ipsorum consilio, prorsus 
illicitas ac reprobatas a iure auctoritate aposto- 
lica declaramus, easque, tanquam iniquas et be- 
neplacilo Divino coutrarias, iuribus vacuas, ac irri- 
tas et inanes fore decernimus, eas nibilominus 
revocantes, quatenus processere de faclo, el insu- 
per quascunque poenas adiectas , ac iuramenta 
praeslita super illis, sub quibuscunque forma, 
modo vel expressione verborum, pracsertim cum 
iuramentum vinculum iniquilatis esse non debeat, 
ex nooc, de apostolicae plenitudine potestatis nulla 
fore decernimus, et, quatenus de facto processc- 
runt, irrilarous, absolventes omnes et singulos, 
qui confoederationes , colligationes, conventiones 
seu ordinationes buiusmodi inierunt, ab huiusmodi 
poenarum promissionibus , ac iuramentorum prae- 
sUtionibos, ut lota illarum substanlia et effectu 
tam principalitcr quam neccssarie annullatis et 
nullis penitus declaralis, ex ipsarum vigore quacun- 
que ratione, occasione, vel causa, directe vel per 
dbliquum, nulli ad earum observantiam unquam 
io aliquo remaneant obligati. Similes praeterea 
lleri de caetero districtius inhibemus, .decernentes 
irritum et inaoe, si quid contra provisionem no- 
stram buiusmodi fueril altentatum. Eos insuper, 
qui confoederationes , colligationes, conventiones 
et ordinalioncs praedictas, post habitam de huius- 
modi nostra declaratione et annullatione notitiam, 
observare praesuroserint, eo ipso decernimus ex- 
communicationis sententiae subiacere. Tenorem 
vero praediclarom confoederationum, colligationum, 

praesentibus inseri 



(, qoi Ulis est. (Bs folgt A« Urk. vom 
23.A ? r. 1316, Nr.DCLlV). Nulli ergo omnino 
elc. Datom Avinione, XII. caend. Ianoarii, pontif. 
nostri 



DCLX. 

• Derselbe richtet eine Bulle aber denselben 
Gegenstand an das lligische Capitel und 
den Orden, den 23. Decbr. 13 17. 

lolianoes etc. dileclis fHiis, capilulo ecclesiae Ri- 
gensis ct magistro ordiois s. Mariae Theotoo., 
ac pracceptori Livooiae, ceterisque commendatori- 
bus dicti ordinis, in Livoniae et Prusciae partibus 
conslitulis, ac universis vasallis eiusdem ecclesiae 
Rigensis. Et si ex apostolicae servitutis officio, 
quod nobis, licet immerilis, dispositiooe Divina in- 
cumbere noscitur, teneamur, vepres discordiae, dis- 
sensionum seminaria et impietatum vincula de 
cunctorum fidelibus prolligare, ibi tameo sollici- 
tudo nostra versatur attcntius, ibi propensius no- 
ster dirigitor et praeordioator affectos, ibi totios 
roentis diligentia excitatur, ubi malorom semioa 
et dissidiorom proh dolor iocemiva taoto peroicio- 
siora animarom et corporom sunt ablatura peri- 
cula, quanto propter vicinitatem hostium fidei , et 
de novo conversorom ad- fidem, 
et simpliciom, animi deceplionom laqucis 
capiuotor facibus, et dum in solidilate fidei propter 
ruditalem eorum esse ooscontur insubiles, pateot 
ad casum proclivius et irremediabilibos ad roioam. 
Quia igitor tam plurium fidedigoorom relatione, 
quam etiam per cxhibitionem quarundam littera- 
rum autbenlicarum, quae in nostra et fratrum no- 
strorum praesentia lectae fucrunt, ad noliUam 
oostram perveuit, qood nonnulli ex vobis, una com 
quibusdam aliis vestris in hac parte complicibus, 
fauloribus et sequacibus, quasdam confoederaliones, 
conventiones, colligationes , impielalum ordinatio- 
nes (inierunt) contra bonorem Romaoae ecclesiae, Ri- 
et nonnullas alias 



Uigitized 



by Google 



101 



partiam, et persooas ecclesiasticas , in animarum 
vestrarum perniciem, non absque conspirationis 
seu coniurationis oflensa, ex quarum profecto ob- 
servatione status paciflcus fldelium illarum partium, 
bostibus fidei vicinorum, redditur pacis expers, in- 
fideiium robur augetur, noxia malorum societas 
roboratur, et quamplurima alia delestanda, non 
facile commemoranda, praesentibus oriri verisimi- 
liter praesumuntur, gravia statui fidei detrimenta 
procul dubio paritura. Nos tantis et sic deteslan- 
dis periculis, prout ad nostrum spectat officium, 
occurrere cupientes, de ipsorum fratrum consilio, 
omnes confoederationes, conventiones et colliga- 
tiones quaslibet, quocumque nomine censeantur, 
qoae directe vel indirecte adversus dictae Romanae 
ecclesiae honorem, seu eandem Rigensem et qaas- 
libet alias ecclesias scu personas ccclcsaisticas, vel 
slatum pacificum civitatis Rigensis et aliorum fide- 
liom illarum partium redundare noscantur, socic- 
lates quoque tales, ac etiam uniones , quae sic in 
bonis sunt utiles, sic sunt detestabiles in malignis, 
etiamsi fuerint poenarum adicctione, iuramento- 
rum protestatione, vel alia quacumque flrmitate 
vailatae, tanquam iniquas et beneplacito Divino 
eontrarias, per aiias nostras certi tenoris littcras cas- 
<aset irritas nunciavimus, cassavinius et irritavimas, 
el viribus decrevimus omnino carere, iuramenta 
praedicia nihilominus relaxantes de apostolicae 
plenitudine potestatis, ac decernentes omnes illos 
ex vobis et quoscumque alios, qui confoederationes, 
converitiones et colligationes, ac ordinationes haias- 
modi inierunt, ad eorum conservantiam non teneri, 
sed similes de cetero fleri districtius duximu» inhi- 
bendum, si quod contra probibitionem huiusmodi 
factum fuerit, omnino iuribus vacuantes. Haec 
igilur ad nolitiam vcslram tcnore praesentium dedu- 
centes, universitati vestrae destrictius inhibcmus, 
ne quis vestrum de cetero confoederationes prae- 
dictas observarc vel alias de novo facere praesumat, 
alioquia vos et veslrum quemlibet, quis conven- 
liones et obligationes praedictas post notitiam prae- 
sentium observare vel facere de novo pracsumserit, 



eo ipso excomniunicationis sententiae decrevimas 



praesentibus inseri fecimus, qui talis est: (Fotgt 
die Vrk. v. 33. Jpril 1316). Datum Avinione, 
X. calend. Ianuarii, anno secando. 



DCLXI. 

Derselbe citirt den 3Ieister und mehrere 
Gebietiger des Deutschen Ordens t so 
tvie mehrere Pasallcn der Rigischen 
Kirche, nach Rom t d. 23. Febr. 131$. 

lobannes, episcopus elc. , dilectis flliis, magistro 
ordinis domus s. Mariae Theulooicorum lerusale- 
mitanae, nec non praeceptori in Livonia, commen- 
datoribus de Dunemunda et de Vellin et de Vend* 
djcti ordinis, in Rigensi eiusque Livoniae et Prasciae 
provinciis constitolis, nec non Florenlino, decano 
Tarbatensi, atque lohanni de Palo, Valdemaro de 
Resis, lobanni de Tisenhusen, lobanni et Rodulpho 
de Ungaria, militibus, Iohanni Oslinghuseo et 
lohanni Ikeskule, laicis, trinilalis») diocesis et ' 
provinciae Rigensis. Romana mater ecclesia, quae, 
pietatis opera diligens et salutem expetens singu- 
lorum, pervigil et sollicita redditur, ad fidei Chri- 
stianae limites propagandos, ab olim fidedignis 
rclatibus intellecto, quod terra Livoniae, a tramite 
vcritatis cxorbitans, paganitatis sequebatur errores, 
Iabores plurimos subiit, et favorabilem opem im- 
pcndit, ut dicta terra, salubribos ducta consiliis, 
gentiliialis abdicatis erroribus, ad cullum reduce- 
retur fldei orthodoxae. Nonnullis s. Romanae 
ecclesiae cardinalibus, et aliis solemnibus ad partes 
illas sedis apostolicae legatis et nnn'.iis dcslina^is, 
et tandem f.r. Gregorius papa VIII. (?), praede- 
cessor noster, huiusmodi negotium pietatis stadio 
prosequens, ut in dicta terra conversorum fideliam 
aniversitas ad Dei laudem et gloriam ac eius 
exaltationem fidei copiosis proficeret incrementis, 



T 



Digitized by Google 



103 1! 

et paganorum perfldiam, qoae adversus illos co- 
natus exercebal nefarios, favenle Domino, dextera 
contereret triumpbaoti, fldeique vigor robur solide 
susciperet flrmitatis, inter caetera statuit et decrevil, 
ot ea, quae illis partibus pro ecclesiarum et oeo- 
phitorum libertate, aut pro terrae stalu existerent 
per sedem apostolicam ordinata, vel per ipsam 
ordinare contingeret in futurura, a fratribus hospi- 
talis ordinis Theotonicorum io Livonia coostitotis 
inviolabiliter servarentur, et praefata terra, quae 
iuris et proprietatis fore dinoscitur beati Petri, 
per eos ante alios nullius unquam potestatis domi- 
nio subderetur, prout in apostolicis litteris, super 
hoc confeclis, quas archivium eiusdem servat eccle- 
siae, plenius et seriosios cootioelur. Sed oon sine 
multae turbationis materia iamdudum ex clamore 
valido et insinuatione famosa ad praedecessorum 
ooslrorum Romaoorum pontiflcum, et contiouatis 
successive temporibos subsequeoler ad nostrum 
pervenit auditum , quod, licet a principio novellae 
plaotationis fidei in terra praedicta stalus eccle- 
siarum, in dicla terra consistentium, in primarnm 
ecclesiarura novo cultu Divino affluenlia facultatum, 
libertatis quoque el immunitatis praerogativa flo- 
ruerit, et, cooperante Domioo, io dicta terra suc- 
creverit Chrislianae fidei lalitudo, quia posteriora 
non fuerunt confirmata prioribus, sed priora potius 
poslerioribus deformata, diun in primas eccle- 
sias et alias de novo ad fidem conversas, quae 
praecipuis fucrant prosequendae favoribus, ut ad 
susceptionem fldei mentes allicereotur aliorum, sic 
fuisse crudeliler, inbumaniter desaevitum, quod 
plerique, volentes ad fldcm converti, se a conver- 
sione huiusmodi relraxerunt, eeclesia quoquc Ri- 
gensis, illius terrae metropolis, et quamplures 
aliae ecclesiae, in Livonia et Pruscia conslitutae 
Rigensis provinciae, propter contumelias plurimas, 
earom illalas pastoribus, quod dolentes referimus, 
in caslris , possessionibus et ceteris bonis ipsarum 
fere denodatae totaliter dicuntur, ac pro magna 
parte incolae et habilatores diclarum provinciarum, 
dum velut parvuli panes peterent verbi Dei, et 



18. m 

ooo esset, qui frangeret eis, coelestis vitae ipsis 
pabula mioistraodo, sic ab observaolia fidei et mo- 
ribus Romaoae ecclesiae suot redditi alieoi, quQd 
plus osleoduot io eorum ritibus de paganorum 
erroribus, quam de observaotia fidei orthodoxae. 
Et licet praedecessores praedicti, et praecipue f. r. 
Booifacios VIII. et Clemeos P. P. V. , provide at- 
tendentes , quod ex praemissis impedimenta susci- 
piebat fidei propagatio, memorata incepissent studia 
sua convertere, et super his possent ad laudem 
Divini oominis , incremeotum fidei, et quitem fide- 
lium, io partibus illis degeotium, de salubri re- 
medio providere, eorum tamco de hoc muodo 
vocatio, vcl aliarum occupatiooum praepeditio 
praedecessores eosdem super praemissis oportu- 
oum adhibere remedium ooo permisiu Nos igitur, 
freqoeolibos clamoribus, validis et ioculcatis rela- 
tionibus fidedignis saepius excitati, ut super refor 
matione dictarum terrarum Livooiae et Prusciae, 
io dicta Rigensi proviocia consistentium , ecclesia- 
rum quoque ipsarum»), adversus quas plus dino- 
scitur desaevisse Christianorum impietas, quam 
bostilitas paganorum, debeamus itnpendere neces- 
sariam opem, et perutilem operam diligentiae sa- 
lutaris, providimus de fratrum oosirorum coosilio, 
per vos, qui terrarom praedictarum cooditionem 
et deformationem plenius cognovislis, de praedictis 
omoibos eidem sedi relatis pleoarie informari, 
ut, vestra reformatione recepta, auxiliante Deo, 
per sollicitudinis noslrae studium, remedii salva- 
toris provisio super praemissis illis partibus im- 
pendator. Quocirca vobis, et vestrum cuilibet, 
sub magisterii tui, flli magister, oec non sub 
praeceptoriae et comraeodarum, seu qoarumlibet 
admioistratiooum vel offlciorum, quae vos, filii 
praeceptores et commendalores in dicto ordine, 
tibique decane, sub privatione beneficiorum, vobis- 
que, milites et laici, sub feudorum et iuris patro- 
natus, quae a quibuscumquc sea in quibuscumque 



a) Bei Voigt Ge.ch. IV, 329 Ahb. 2: itatt ipsa- 
rum: „et persoMrnm ecclesiasticarum ipslus." 



• DigitizecJ by Google 



105 



1518. 



106 



ecclesiis obtinetis, ac excommunicationis poenis, 



quatinus infra 
sei menses a dato praesentium, quos vobis et 
vestrum cuilibet de peremtoho termino assigua^ 
mus, apostolico vos conspectui personaliler prae- 
senletis, venturi super omnibus, quae praedicti 
eonUngurit et pqssunt contingere, totaliter infor- 
mati, muniti plenius et instructi, quod nos et sedem 
praefatam possitis plenius informare et specialiter, 
per quas vias et modos procedcre regiones et 
terrae ad fldem converli catholtcam, et in ea ser- 
vari melius valeant et efficiacius, parlesque positac 
in vicino, quae adhunc per errorum devia gra- 
dinntur, ad ipsius conversionem fidei propensius 
invitentur, et circumspecta providentia drctae sedis 
ad alia eliam procedere valeat, quae circa hoc 
uUlia fore cognoverit et viderit opportuna, ac 
etiam audituri et facturi super praemissis et ea 
tangentibus, quae vobis duxeriraus iniungcnda. 
Et nibilominus tu, flli magister, privilegia sedis 
apostolicae, si qua tibi vel ordini tuo concessa, 
per quae tu, commendatores et fratres dicti ordi- 
nis, dictusque ordo ab ordinariorum iurisdictione 
et potestate sitis exempli, forsitan oblinetis, cum 
nonnuUi vos asserant non exemtos, illa tecum 
deferre procures, facturus per ea nobis et sedi 
praediclae de exceptione buiusmodi plenam fldem. 
Ceterum, quia ad nostram et eorundem fratrum 
nostrorum audientiam multorum relatione perve- 
nerit, quod vos, veslris iuribus non contenti, sed 
ad bona et iura Rigensis ecclesiae, quae potius in 
consenandis et ampliandis eisdem vestrum, tan- 
quam pugilum fidei, sentire deberel sibi profutu- 
rnm auxilium,* quam in despoliatione ipsorum 
denudationis suae deplorare miserabile tetrimentum, 
manus avidas extendentes, portum Rigensem, in 

quo venerabilis frater noster, archiepiscopus 

Rigensis , ius obtinet patronatus , cum castrd et 
monasterio Dunemunde, ad mensam archiepisco- 
palem Rigensem spectantibus , nec non Toreida, 
Nabel, Levisel»), Dolen, Kercholme, Lenwerde, 



Cockenhuscn, Crusebarch b ), Scelwene, Sundesel, 
Sotekele, Pebalche, Micoman c ), nec non Cremun, 
Ramalam, Donagungis d ) castra, ac etiam villas, 
nemora, prala, pascua, piscaUones, stagna, silvas, 
agros, iura et iurisdictiones, et territoria quaelibet 
dictorum castrorum Rigensis dioecesis, uoa cum 
rebus immobilibus, existentibus in eisdem, ad 
dictam mensam et dilectos fllios capitulum Rigeosis 
ccclesiae pertinenlia, occupastis, seu occupari feci- 
stis, vel occupationem factam ab aliis nomine vestro 
ratam, ut dicitur, babuistis; volumus, vobisque 
sub poeois praedictis praecipiendo mandamus, 
quatinus, si praemissa omnia, quae proponuntur 
de occupatione huiusmoiii per vos, seu de mandato 
vestro, vel aliter nomine vestro facta, vobis tamen 
id ratum habentibus, veritate nitantur, praedicta 
omnia, videlicet portum, monasterium, castra, 
villas, nemora, prata, pascua, piscationes, stagna, 
sHvas, agros, iura, iurisdictiones, territoria, cetera- 
que bona mobilia et immobilia praelibata, alioquin 
illa ex eis quomodo praemisso per vos , scu de 
mandato vestro, vel aliter vestro nomine, vobis 
tamen id ratum habentibus exstUerint occupata, 
faciatis eisdem archiepiscopo et capitulo restitui 
et dimitti, eisdem de damnis et interesse plenam 
satisfactiooem impendi, nullum in bac parte velamen 
excusalionis frivolae praetendentes , quia cum 
huiusmodi facta, quae ipsorum conditio naturae 
fieri minus notorie non perraittit, cum in occupa- 
tione castrorum , et delenlione ipsorum facti qua- 
lilas nequeat occullari, per multorum fide digoorum 
rclationem veram, per quos, utpote tanquam per 
vicarios oculos mundi facta conspecimus, ad 
nostram nolitiam deferantur, si praemissis veritas 
suffragetur, circa restitutionem ipsorum praeve- 
niatis nostrae correctionis officium et sedis apo- 
stolicae disciplinam, quae profecto non vatens 
tantam eiusjdem Rigensis ecclesiae sustinere iactu- 



b) Cniceborch? 

c) 
d) 



iize 



d by Google 



107 • i 

ram, validioribus , si expediret, ulendo remediis, 
sibi prout oportunum fuerit, salubriter providebit. 
Praecipimus etiam vobis sub praedictis poenis, nt 
a quibuslibet iniuriiis ct molestiis archiepiscopi, 
et capijuli, ct ecclesiae, ct civitatis Rigensis, et 
ecclesiarum omnium, el ipsarum ecclesiarum, in 
Livonia et Pruscia consistentium eiusdem Rigensis 
provinciae, per vos, el fratres ordinis vestri penitus 
abstinere curelis. Litlerarum praesentatione prae- 
sentiuro, quas in regestro noslro fecimus regestrari, 
dilecto fllio Conrado, procuratori vestro in Romana 
curia, filii .... magister , praeceplor et commen- 
datores, latori praesentium, quem ad boc specia- 
liter destinamus, dabimus plenam fidem. Datum 
Afinione, VII. calendas Martii, anno secundo. 



DCLXII. 

Gerdt von Jocke, O.M., belehnt den Thide- 
mann von Tulsen mit zwei Hahen «r 
Wilkunpene, d. 15. Mai 1318. 

•Universis Christi fidelibus, praesentes litteras vi- 
suris seu audituris, frater Gerhardus, magister 
fralrum ordinis domus Tbculon. per Livoniam, 
salutem in omnium salvatore. Nolum facimus uni- 
versis, quod praescntium| exhibitori, Thidemanno de 
Talsen, et suis heredibus contulimus in pheodum, 
communicalo consilio fratrum nostrorum, duos 
uncos tcrrae, sitos in loco, qui Wilkunpene dicitur, 
cum terminis sic distinctis: videlicet de palude 
quodam procedendo ad lapidem, in quo crux 
sculpta est, et inde ad alium lapidem cum cruce, 
usque ad antiquam viam Rigcnscm, cum agris, 
pratis, pascuis, ncmoribus, et omnibus, quae infra 
duos uncos obcluduhtur, iurc pheodali perpetuo 
suis heredibus , ut praemittilur, possidendos. In- 
super cidem Thidemanno conlulimus pro foeno 
rcsecando prala, infra dictos terminos posita, quae 
ad ipsam terram pcrtinueranl ab anliquo. Et ut 
haec noMra donatio pcrpetuam obtineat firmitatem, 
praesentem litteram sigilli nostri appensione feci- 



B. ' 108 

mus communiri. Datum Candowe, anno Domini 
M. trecentesimo XVIII., feria secunda posl Domi- 
nicara Iubilate. * 



DCLXIII. 

Pubst Jehatm XXII. verlangt vom Abt von 
Cisterz den Nachweis seiner Defugniss, 
Abteien zu verlegen etc., den 24. Se- 
plember 1318. 

lohannes XXII. ctc. dilecto filio, abbati Cistercii etc. 
Inter ceteros ordines, in agro plantatos ecclesiae, 
Cisterciensem ordinem praecipuae dilectionis pleni- 
tudine prosequentes, in desideriis gerimus, ut pro- 
speris foecundetur eventibus, profectibus augeatur 
ac commodis, et a dispendiis praeservctur. Sane 
nuper, dum in causa, quae inter venerabilem fra- 
trem, arcbiepiscopum Rigensem, ex parte una, et 
magistrum et fralres domus s. Mariae Theuton. ex 
allera, coram nobis super diversis articulis vertitur, 
de monasterio Dunemunde, olim dicti Cisterciensis 
ordinis videlicet, quo acquisilionis titulo ad magistrum 
et fralres (devenerit) quaeretur, pro parte dictorum 
magistri et fratrum domus eiusdem, ad ostenden- 
dum, quod dictum monasterium legitime ad ipsos 
pervenit, exhibita fuit coram nobis et dictis fra- 
tribus nostris quaedam scriptura, quae prima facie 
authentica videbalur, duobus sigillis munita, in 
qua transscriptum quarundam litterarum quorun- 
dam abbatum ordinis eius inseritur, in quibus 
verba scquentia inter alia continentur : Nos fratres 
Libertus de Dunemundc etc. (Hier folgt der Eitt- 
gatig der Urk. vom 26. Afars M03 Nr. DCXIF, 
bis sum Jf orte: recommisit. Dann heisst es wei- 
ter .-) Cum itaque de huiusmodi plenaria potestate 
super mutationibus ct translationibus abbatiarum 
et omnium proprietatum universi Cisterciensis or- 
dinis, quae praefato capilulo dicitur ab apostolica 
sede concessa, nostris et eorundem fratrum nostro- 
rum sensibus magna, nec immerito, admirationis 
materia ingeratur, cum ex huiusmodi poteslale 



Digitized by"Google 



109 



1318. 



110 



plenaria, transferendi abbatias et proprielates in 
alios, menlibns fidelium scandaluin, a quibus fun- 
daliones abbatiarum et concessiones propriclatum 
huiusmodi dicto ordini provenerunt, et eidem or- 
dini gravia procul dubio possint dispendia gene- 
rari ; et propterea iotendimus , de buiusmodi po- 
teslate, per inspectionem litterarum sedis eiusdcm, 
si quas dictus ordo super hoc habeat, plenius in- 
formari , discrelioni tuae per apostolica scripta 
praecipicndo mandamus, quatinus prae- 
litteras diclae sedis, quae propter tanta; 
potestatis pleniludinem , super praediclis ordini 
praelibalo concessam, si praemissis verilas suffra- 
getur, tibi debent exislere non ignotae, sed tam 
tu, quam alii fratres, antiqui ciusdcm ordinis pro- 
fessores, ipsarum haberc debetis notiliam plenio- 
rem, per aliquem monachum dicti ordiuis, provi- 
dum et discretum, nobis procures quantocius de- 
stioare, eidem una cum capilulo seu convenlu tuo 
pleoum niandatum el sufficiens, concedendo, ad pa- 
rendum in omnibus, quae super moderalione po- 
testatis praedictae et alias pro bono et salubri 
slatu et profectu dicti ordinis, auctore Deo, duxe- 
rimus ordinanda ; rescriplurus nobis per tuas lil- 
- teras, harum seriem continentes, diem receptionis 
praesentium, et quicquid super hiis duxeritis fa- 
ciendum. Datum Avinione, VIII. cal. Octobris, 
anno tertio. 



DCLXIV. 

Der Rigische Ratk bezeugt, dass an der 
St. Marienkirche in Wisby stets zmei 
Priester angestellt gewesen, den 24- 
Septbr. 1318. 

Omnibus, hoc scriptum cernentibus, . . advoeatus 
et consules civitalis Rigensis salutem in Domino. 
Ex insinuatione veridica auribus nostris instillarit, 
quod quaedam rancoris , displicentiae et dissen- 
sionis materia ex parte ecclesiae b. virgiois in 
Wisby noviter sit exorta, ex eo, quod episcopus 



Lincopensis , ut dicitur , parochianos eiusdem ec- 
clesiae et universiiatem mercatorum Tlieutonicorum, 
ad eandem ecclesiam pertinentium, in eorum anti- 
qua consuetudine de duobus reclorihus in eadem 
habendis nitilur perturbare, volens, unicum et 
singularem csSe rectorem et instituere in eadem, 
cum ab aotiquis retroaclis temporibus semper in 
ca duos habueriut reclores, ut recolimus, quod 
tenore praesentium publice protestamur. ln prae- 
missorum omnium fidem sigillum nostrum prae- 
sentibus duxiraus a tergo iraprimcndum. Dalum 
auno Domini MCCC. decimo octavo, proxima Do- 
minica an'.e feslum b. Michaelis. 



DCLXV. 

Gerdt von Jocke, Ordensmeister , bestatigt 
die Privilegien der Stadt Pemau, den 
15. Novbr. 1318. 

Brudcr Gerhardl von .loerck, meister der bruder 
Teutsches ordcns in Lifllandt, entbcut allcn ge- 
meinen Chrislglaubigcn hcil in dcmjenigen, die 
da will, dass niemandt verderbe, und begeren 
ihnen allen wissentlicben zu sein, dass wir.gesehen 
baben desjenigen mans bruder Conrads von Man- 
deren , etwan roeister uber das vorgeschrie- 
ben Lifflandt, offenen brieff, der nicht verse- 
riget was, und denselbigen brieff mit volbort 
unserer bescheidenen bruder, als bei namen 
cumpthur und vogt , und andercr in unserem 
capitiel versamlet zu Wenden, gebabl und gesctzt 
habcn in diese wort. (Hier folgt die Vrkunde 
vom 5. April 1265, Bd. I. Nr. CCChXXXlU.) 
Hierumb wann wir gedacht haben, derselbigen 
btlrger seligheit, der trcw und bereitwilligen dienstc, 
so haben wir nach raht und vulbort der vorge- 
sclirieben unser bruder, io dcm vorgemcllen ca- 
pittel versamlet, denseibigen gegeben das halbe 
theil des gerichls, da sie zum ersten das drilte 
part hatten, zu ewigen zeiten zu behalten, doch 
io dieser weis, dass sic nnsere leut vor gelt- 



" Digitized by Google 



111 



1519 



schuhl in der vorgeschriebenen stadt Embeck, 
die nun Pernow heisst, nicht besaten sollen, noch 
in banden gefangen halten, es sei denn, dass sie die 
erst vorklagen vor ihrem Herrn. Item geproch 
in hand und halse, die in der vorgeschriebenen 
stadt geschehen , sollen die vorgenandten bUrger 
nicht richten, sondern der complbur. • Da aber 
under den vorgenaodlen bUrgeren zank oder ir- 
rung uber itzlich recht oder urtell uffstunde, dao> 
von mogen sie sich in der sladt Riga frei beschei- 
den. In welchen dinge zeugnUss und starker 
beweisung wir diesen brieff bestetiget haben mit 
unseres ingesiegels bildc. Gegeben zu Wenden, 
in den jaren unseres Ilerrn tausendt dreihnndertt- 
und in dem achtzehenden jare, dcn funffzeheoten 
des monals Novembris. 



DCLXVI. 

Erich Menved, Kunig der Dunen, verbietet 
den Besnch anderer Schulen in Iieval, 
ah der Schule bei der dortigen Cathe- 
drale, den 3. Januar 1319. 

Ericus, Dei gratia Danorum Sclavorumque rex, 
omnibus et singulis Estoniam et Revaliam inhabi- 
tantibus salulem et gratiam. Cum de iure com- 
muni apud quamlibet matricem ecclesiam scholae 
scholarium esse debent, et cathcdralis ecclesia b. 
Mariae virginis in Revalia, per progenitores nostros 
fundata et dotata, huiusmodi scholarum solatio et 
fructu esse dinoscilur defraudala, nos de consi- 
liariorum nostrorum coosilio statuimus, et pr6 
constitutionc perpetua irrevocabiliter obserrari man- 
damus, quod nullus civium civitatis Revaliae, cuius- 
cunque conditionis existat, filios suos et nepoles 
et privignos, vel etiam extraneos, secum in ex- 
pcnsis existentes, qui scholasticis imbui debent 
disciplinis, aliquas scholas in dicta civitate fre- 
quenlare permittat, praeter ad scholas dictae ca- 
thedralis ecclesiae ibidem, prout poenam decera 
marcarum argenti voluerit evitare. Et si quisquis 



huic constitutioni nostrae in contrarium facere 
praesumserit, et, monitus ab episcopo vel capi- 
tulo eiusdem ecclesiae, non cessaverit, dictas decem 
marcas infra quindenam , scilicet quatuor marcas 
ad sustentationem castri nostri ibidem, tres marcas 
ad praefatae ecclesiae cathedralis fabricam, et trei 
roarcas ad murum dictae civitatis nostrae, exsolvat 
intcgraliter, adinvenliooe qualibet vel de novo 
queasito colore in contrarium non obstante. Ut 
igitur haec praemissa conslitutio rationabiliter in- 
stituta io perpetuum observetur, mandamus capi- 
taneo nostro, qui nunc est, vel qui pro tempore 
fuerit, sub obtentu gratiae nostrae, ut partem, 
castro nostro de dictis decem marcis ascriptam, 
auctoritate nostra exigat integraliter, nullatenus 
omissurus, episcopo vero iniungimus, modis om- 
nibus volentes, ut partem, ecclesiae suae deputa- 
tam, per censuram ecclesiasticam exponi cogat 
totaliter et exsolvi. Residuam vero parlem, muro 
civitatis assignatam, mandamus consulibus dictae 
civitatis, per formam sui iuris firmiter extorcjueri, 
ad quod dictus capitaneus eos iuvare debet oostro 
nomine cum effectu. Insuper omnibus et singulis 
scholaribus, scholas dictae ecclesiae cathedralis 
frequenlantibus, pro ipso capilaneo et sua familia,' 
nec non pro omnibus et singulis, causa nostri 
facere vel omittere volentibus, plenam securitatem 
et pacem firmam damus et concedimus per prae- 
sentes, non obsUnte illo, si idem capitaneus vel 
sua familia, vel quisquis alius contra ipsorum 
parentes et consanguineos causas, inimicilias seu 
indignationcs habeant qualescunque. In cuius rei 
teslimonium sigillum noslrum praesentibus est ap- 
pensum. Datum Wartborg, anno Domini MCCCXIX, 
in octava b. Iobannis apostoli et cvangelistae , in 
praesentia nostra. 



Digitized by Google 



113 



1319. 



1H 



DCLXVII. 

Harlung, Bischof von Oesel, und sein Ca- 
pitel urkunden uber den Vergleich, den 
die Ferwandten der in Riga bei einem 
Tumulte ums Lehen Gekommenen mit 
der Sladt Iiiga eingegangen sind, den 
U. Juni 1319. 

llartuogus, Dei gratia Osilieosis ecclcsiae episco- 
pos, lohannes praepositos, Godefridus decanus, 
totumque eiusdeni ecclesiac capitulum , uoiversis, 
ad quos praesens scriptum pervenerit, salutem iu 
filio virginis gloriosae. Ke ea, quae aguntur iu 
tempore, a memoria hominum labantur cum tem- 
pore, necesse est, litterarum testimonio perhennari. 
Hine est quod nos recognoscimus et publice pro- 
testamur io his scriptis, quod, de consilio nostro 
noslrique capitoli, ac de consensu domini lohannis, 
mihtis de Biiehovede, qui quosdam cives Rigenses 
captivaverat ob eausam sui consanguinei ibidem 
occisi, similiter eliam de consensu omnium alio- 
rum, quorum amici sive coosanguioei in dicta 
civitate Rigensi fuerunt intcrfecti , composilioni, 
factae ab honorabilibus viris, consensimus, prout 
per sequentia declaratur. Scieadum igilur, quod 
propter dictura homicidium, in ipsa civitale Rigensi 
perpetralum, domin^rum scilicct ac canonicorum 
ibidem: Wedikini, quondam pracpositi, Hcnrici 
de Lubeke et Mauriiii de Hude, ac omnium pro- 
borum vasallorum sive famulorum, cum eis ibidem 
iolerfectorum, venerabilis domini, domini Conradi, 
Osiliensis ecclesiae quondam episcopi, composilio 
inte rvenit amicabilis : in hunc modum videlicet quod 
advocatus consulesque praedictae civitatis Rigensis, 
in honorem Domiui noslri Iheso Christi, beatae 
virginis Mariae omniumque sanctorum, unam vica- 
riam in cathedrali ecclesia b. Iohannis evangelistae 
Osiliensis diocesis construxerunt, ad quam vica- 
riam iam dicti Rigenses duodetim uncos, in bonis 
pbeodalibus dicti domini lohaoois Bixehovede sitos, 
in villa, quae d citur Kowrevere, octo, et in villa, 
quae dicilur Saltovere, qualuor, et ab ipso pro 

. IM. UJ. n. 



et quinquaginta marcis argenti 
pondere compararunt, Um diu videlicel, quam 
idem dominus lo. de Bixeboved: tol uncos, ple* 
nam iustitiain dantes, domino cpiscopo saccrdoti(?) 
et suo domino ad praenominatam vicariam emere 
valeat alias iu diocesi supradicta. lus vero prae- 
sentatioois buius vicariae ipse domiuus lo. de 
Bixchovede prima sola vice obtiuebit, secundam 
vero praesenlatiooem consanguinei dicti domini 
Conradi, quondam episcopi, ac consanguinei dicli 
domini Wedikini, quondam praepositi, una sola 
vice obtinebunt; terlia vero vice Osilieose capitu- 
lum praesenlationem et collalionem dictae vicariae 
perpetuis tcmporibus obtinebit. Praelerea ad sa- 
lutem animarum occisorum debent caoouici Ri- 
genses unum altare nominare in eorum ecclesia, 
ubi homicidium contigit, io quo allari singulis 
diebus et perpetuis temporibos eorum memoria 
peragalur. Simililer praefati, scilicet advocatus 
et consules Rigenses, unum altare apud fralres 
maiores ibidem et aiiud apud minores nominabunt, 
io quibus singulis diebus perpetuae missac in eo- 
rum memoriam habeanlur. Fralernitatem etiam 
ad omnia claustra, infra Dunam el Narwiam con- 
stitota, et quae sunt in Gotlandia et in civilate 
Wisbuceosi, in Bremis, Sladen, Hemborch, Lubeke, 
Wismer, Rostoch, Suudis, Gribesvvoll, a festo b. 
Michaclis proximo infra annuiu et diem fldeliter 
procurabont missas similiter M. e! vigilias niilie 
a diclo festo infra annum el diem in corum 
raemoriam faciant celebrari. In die vero beati 
lohannis Baptistae proximo islam comnosillonem , 
ralionabilitcr factam, io eorum consistork» sois 
civibos poblicabont, el io octava ipsius, ponentes 
unum feretrum cum teguraentali solemni in qua- 
libet ecclesia eorum, in vigiliis et niissis, cum caia- 
panarum pulsu, eoroio mcmoria, ac si fuoera 
cssent praesentia , solemniter peragatur. Haec 
composiUo facta est pro salule et remedio omoium 
animarum io saepedicta civiiate Rigensi interfecto- 
rum, qoorum nomina hacc sunt: dominus Wedi- 
kioos, quoodam praepositus Rigeosis, domious 

8 



Digitized by Google 



115 « 

• 

Henricus de Lubeke, Maurilius de Hude, Henricus 
comes, Hcnricus, Qlius Ludolpbi camerarii, lohan- 
nes Wackerbart, Matthias monacbus, Hil. *) de 
Brunsvic, Hil. dictus Sicblrich, Marquardus Albus, 
H. de Sancto Egidio, Lodewicus de Riga, Iohannes 
diclus Beseworm, lobannes de Lubeke, famulus 
Mauritii, Henricus de Konde, Arnoldus Cocus, 
Mondewaste de Arole, Herder et Ludikinus, fllii 
sororis fratris Herderi, et Hcnnikinus dictus 
Durch den Busz ; ad honorem etiam venera- 
bilis patris ac domini, domini . . . ., Osiliensis 
ecclesiae episcopi, suaeque diocesis, et dicli domini 
Iohannis militis de Bixehovede, ac omnium amico- 
rum suorum et singulorum praesentium ac futu- 
rorum, quorum amici sive consanguinei in ipsa 
civitate Rigensi interfecti fuerunt, in quibuscunque 
terris fuerint constituti. Quicunque igilur huic 
compositioni consenUre voluerint, et suas personas 
excipere voluerint, ipsisque Rigensibus damnum 
aliquod in rebus vel io personis <ie hac causa inferre 
Tellent seu facerent, ipsos sive in ista diocesi 
Osiliensi posiU sint sive ab extra venerint, domi- 
ous Osiliensis cum suo capitulo et domious Io- 
hannes de Bixehovede, cum omnibus suis amicis 
et propter ipsos quicquam facere aot dimittere 
volenUbus, et omnes, qui istam compositionem re- 
ceperunt, nec non singuli diocesani dictae ecclesiae 
nullatenus in suis propriis terminis susUnere de- 
bent, nec tales verbo, consilio, facto vel quoquo 
roodo, occulte aut manifeste, in periculum Rigensium 
promovere, sed ipsos Rigenses in omnibus cogni- 
tis malis, quae eis a talibus personis evenire pos- 
sent, promovere, et si aliqua bona, ob dictam cau- 
sam Rigensibus ablata, ad eorum terminos perve- 
nirent, praedicti dicta bona arrestent, donec ple- 
narie ipsis fuerint restituta. Super omnibus istis 
pracmissis ab utraque parle fldes est manu prae- 
stita corporali, per milites ac domiuos scilicet 
lohannem de Bixehovede, Iohannem Wacbholt, 
Henricum de Northcn ex una , . et ex altera' per 



») vitlleichi Hilderict»? 



K 116 

consules Rigenscs, s. Iohannem de Warendorpe, 
Ernestum Diviiem, pro se et suis ex utraque parte, 
fideliter, firmiter et legaliter perpetuis temporibus 
ohservandum. Huius fidei susceptores sunt domini 
ac miliies, scilicet: Woldemarus de Wrangele, Ni- 
colaus, fllius domini Asseri, Kerstianus de Scerm- 
becke, Bartholomaeus de Velyn, et consules Tharba- 
tenses, s. Gberhardus de Mynden, Wesselus Scil- 
lynch. Tesles praefalae compositionis, ad boc spe- 
cialiter nominati et vocati sunl dicli susceptores 
fldei, domini s. Conradus de Lubeke, Henricus 
Lagemannus, canonici Osilienscs, dominus Allcxius 
miles, lohannes de Ruden , advocatus domini Osi- 
liensis, et Hermannus camerarius eiusdem,-et quam 
plures alii clerici et laici flde digni. Ad evidenliam 
omnium praemissorum sigillum nostrnm una cum 
sigillo nostri capituli et cnm sigillis omnium prae- 
dictorum tesUum ac domini Ioh. de Bixehovede 
praesentibus est appcnsum. Datum Lealae, anno 
Domini MCCCXIX, anno pontiflcatus nostri IX., in 
die beati ViU marUris. 



DCLXVIIf. 

Jleinr.ch, Provincial der Minoriten in Sach- 
sen, verleiht den Seelen der in Riga Ge- 
t&dteten die Bruderschaft in den ihm 
untergebenen Kldstern, d. 16. Juni 1319. 

Universis ChrisU fldelibus, praesentia visuris seu 
audiluris, frater Henricus, fratrum minornm pro- 
vinciae Saxoniae minister et servus, salutem et 
pacem in Domino sempiternam. Quoniam pium 
et salubre est exorare pro moriuis, ut, si io poe- 
nis fuerint, propitio Domioo citius absolrantur, 
htnc est, quod ad devotarum precum dominorum 
consulum civitalis Rigensis instanlias, animabus 
dominorum Wedekini, quondam Rigensis ecclesiae 
praepositi, ac domini Henrici de Lubeck, eiusdera 
ecclesiae olim can(onici, et a)liorum cum ipsis, in- 
sU(gantc inim)ico, in praefata civitate heu proh 
dolor occisorum, do et concedo fraternitatem in 
LXXXVI domibus, meae solliciludini et regimini 



Digitized by Google 



117 



1319. 



118 



., F .cuam ipsis parlicipalionem 
rum, vigiliaruro, orationum, ieiuniorum, casUgatio- 
num ac omnium aliorum bonorum , praesentium 
tenore concedens, quae per fratres in eisdem do- 
mibus commorantes operari dignabitur clementia 
salvatoris. Dalum Avinione, XVI calendas Iulii, 
Domioi 



DCLXIX. 

Pabst Johann XXII. setzt den Erzbischof 
von Salzburg und die Bischbfe von Augs- 
burg und Trident zu Erhaltem des Dettt- 
schen Ordens einf den 12. Juii 1319. 

Iobannes, episcopus etc. , venerabilibus (ratribus, 
arcbiepiscopo Salzeburgensi , et Augustensi ac 
. . Trideotinensi episcopis, salutem etc. Et si 
quibuslibet religiosis personis et locis ex iniunctae 
nobis servitutis offlcio assistere defensionis prae- 
sidio teneamur, illis tamen specialius et efflcacius 
adesse nos conrenit, qui, sedi apostolicae immediate 
subiecti, non habeot practer Romanum pontificem 
alium defcusorem. Sane dilectorum niiorum . . 
magistri et fratrum bospitalis s. Mariae Theutoni- 
corum Ierusalemitani, ad Romanam ecclesiam nullo 
medio pertinentis, conquestionc percepimus, quod 
nonnulii archiepiscopi , episcopi, abbates et alii 
clerici, ecclesiaslicaeque personae tam religiosae, 
qifim seculares, nec non comites et barones, nobi- 
les, milites, universitates et alii seculares, civitatum 
tt diocesum, ac partium vicinarum, in quibus di- 
ctum hospitale, nec non et alia loca et membra, 
eidem hospitali pleno iure immediate subiecta, 
ad eandein scdem dumtaxat spectantia, consistere 
dinoscuntur, occuparunt et occupari fecerunt ec- 
clesias, grangias, obedientias, castra, casalia, ter- 
ras, vineas, possessiones, census, reddilus et pro- 
tentus, iura, iurisdictiones et nonnulla alia bona 
mobilia, ad dictum hospitale et alia praelibata 
eius membra speclanlia, seu eadem deUnentibus 
praeslant auxilium et favorem, Donnulli etiam 



civitatum et diocesum , ac partium praedictarum, 
qui nomen" Domini in vacuum recipere non formi- 
dant, dictis magistro et fratribus dicti hospitalis 
in ecclesiis, grangiis, casalibus, caslris, terria, 
iurisdictiooibus , iuribus, bonis et rebus aliis, ad 
hospitale praedictum spectanlibus, multiplices mo- 
lestias ac iniurias infcrunt et iacturas. Quare 
dicU magister et fralres nobis humiliter supplica- 
ut cum valde difficile reddatur eisdem et 



membris suis, pro singulis querelis ad Spo- 
stolicam sedem habere recursum, providere eis 
super hoc pateroa diligenUa curaremus. Nos igitur 
adversus occupatores, detentor.es, praesumtores , 
molestatores et iniuriatores huiusmodi, illo volen- 
tes eis remedio subveuire, per quod ipsorum 
compescatur temeritas, et aJiis aditus committendi 
similia praecludatur, fraternitali vestrae per apo- 
stolica scripta mandamus, quatinus vos vel duo, 
aut unus vestrum, per vos, vel alium seu alios, 
etiam si siot extra loca, io quibus deputati esUs 
conservatores et iudices, magislro et fratribus et 
membris praediclis efficacis defensionis praesidio 
assislenles, non permittatis, eosdem super his et 
quibuslibet aliis bonis et iuribus ad ipsos spectan- 
Ubus ab eisdem et quibuscunque aliis indcbite 
molcslari, vel sibi gravamina seu damna vel iniu- 
rias irrogari, facturi ipsis, cum ab eis vel eorum 
aliquo seu procuralore vel procuraloribus eorundem 
vel alicuius eorum fueritis requisili de praedicUs 
et aliis personis quibuslibet, soper reslitutiooe 
ecciesiarum, grangiarum, castrorum, casalium, 
terrarum, possessionum, iurisdictionum, iurium et 
bonorum immobilium et mobilium, reddituum quo- 
que, proventuum et aliorum quorumcunque bono- 
rum, nec noo et quibuslibet ioiuriis et molesUis, 
atque damnis praesentibus et futuris, in illis vide- 
licet, quae iudicialem rcquirunt indaginem, de 
plano sine strepitu et figura iudicii, in aliis vero, 
prout qualitas ipsorum exegerit, iusUtiae comple- 
Occupalores seu deteotores, molesta- 
«raesumtores et iniuriatores huiusmodi, 
oec ooo cootradictores quoslibet et rebelles, cuius- 



Digitized by Google 



119 431 

cunque staius, ordinis vel conditionis, etiam si 
archiepiscopalis vel cpiscopalis dignitatis cxstitci int, 
qaandocunque et quotienscunqae expedierit, aucto- 
ritate nostra, appellalione postposita, compescendo; 
invocato ad haec, si opus fuerit, auxilio brachit 
secularis. Non obstanlibus felicis recordalionis 

0 

Bonifacii papae VHf, pracdecessoris nostri (lilteris), 
in quibus cavelur, ne aliquis cxtra snam civitatem 
et diocesim, nisi in certis exceptis casibus, ct in 
illis ultra unam dielam a fine suae diocesis ad 
iudicium evocetur; seu ne iudiccs et conservatores 
a sede deputati praedicta extra civitatem et dio- 
cesim, in quibus deputali fuerint, contra quos- 
cunque procedtre, sive alii vel aliis vices suas 
committere, aut aliquos ultra unam dietam a flne 
diocesis eorundem trahere praesumant, seu quod 
de aliis, quam de manifestis iniuriis ct violentiis, 
quae iudicialem indaginem exigunt, poenis in eos, 
si secus egerint, et in id procurantes adiectis, 
conservatores se nullatenus intromittant , et tam 
de duabus dietis in concilio generali, dummodo 
ultra tertiam vcl quartam dietam aliquis exlra 
suam civitatem et diocesiio auctorilats praescntium 
ad iudicium non trahatur, qnam aliis quibuscunque 
constilutionibus, a praedecessoribus nostris, Ro- 
manis pontificibus, tam de iudicibus delegalis et 
conservatoribus, quam personis ultra certum numc- 
rum ad iudicium non vocandis, aut aliis editis, 
quae vestrae possent in hac parte iurisdictioni aut 
poteslati, eiusque libero exercitio, quomodolibet 
Obviare, scu si aliquibus communiter vcl divisim 
a praedicta sit sede indulturo, quod interdici, sus- 
pendi vel excommunicari, seu cxlra vel ullra cerla 
loca ad iudicium cvocari non possint, per litteras 
apostolicas, non facientes plenam et expressam, 
ac de verbo ad verbum de indulto huiusmodi et 
eorum pcrsonis, locis, ordinibus ct nominibus pro- 
priis mentionem , et qualibet alia dictae sedis in- 
dulgcntia generali vel spcciali, cuiuscunque tenoris 
exislat, per quam praescnlibus non expressam vel 
totaliter non inscrtam, vestrae iurisdiclionis expli- 
catio valeat quomodolibet impcdiri, et de qua 



t. 120 

cuiusque toto teuore de verbo ad verbum in nostris 
litteris habenda sit menlio specialis. Celeruro 
volumus, et apostolica auctoritate decernimus, quod 
quilibet vestrum prosequi valeat arliculuro , ctiam 
per alium inchoatum, quamvis idem inchoans ouilo 
fuerit impedimento canonico impeditus, quodque 
a datis praesentium, sic vobis et unicuique veslrum 
in praemissis omnibus et eorum singulis coeptis 
et non coeptis, prae c entibus el futuris, perpcluata 
potcstas et iurisdictio attributa, in eo vigore 
caque firmitale possilis in praemissis omnibus 
coeplis ct non coeptis, praesenlibus ct fllturis ct 
pro praedictis proccdere, ac si praedicta omnia et 
singula coram vobis coepja fuissenj, et iurisdictio 
vestra et cuiuslibct vestrum in praedictis omnibus 
et singulis per cilationem vel modum alium per- 
petuata legitimum exlitisset. Consti'.utionem prae- 
dictam supcr conscrvatoribus et alia qualibet io 
contrarium edita non obstanle. Datum Avinione, 
IV. idus Iulii, pontiflcatus nostri anno tertio. • 



DCLXX. 

Pabst Johann XXII. bestiiligt den Ferkauf 
des Schlosses odfr Klosters Dimemunde 
an den Deutschen Orden, den 25. Juli 
1319. 

lohannes XXII. etc. dileciis filiis, magistro et fra- 
tribus bospitalis b. Mariae Theoton. Ierosol. Ea, 
quae itidicio vel concordia lerminantur, flrma de- 
bent et illibata persislcre, et ne in residuae 
contemtionis scrupulum relabantur, apostolico 
contcnit praesidio communiri. Sane exhibitae no- 
bis vestrae petitionis series continebat, quod prae- 
ccptor et fratres ordinis vestri, qui per Livoniam 
erant pro tempore depulati, castrum seu mona- 
sterium Dunemunde, Rigensis dioecesis, luoc, sicut 
antea diu, ad ordinem Cisterciensem pertinens, 
ab . . abbate et conventu dicti ordinis Cistercien- 
sis, tunc commorantibus et residentibus in eodem 
castro seu monasterio, suadentibus quam plurimis 



i 



Digitized by Google 



12i 



1320. 



122 



ralionibos et causis, quas tilraqoe pars tonc legi- 
timas reputavit, cum omnibus iuribus et pertinen- 
tiis sois pro certa pecuniae quantitate *}, ac pater 
abbas et generale capitulum Cislerciensis ordinis 
memorati, huius emtioois et vendiiionis contractom 
ratum et gratum babentes, illum postmodum ap- 
probaront. Verum praeceptor et fratres praedicli 
ea mooasterium memoratum, ut eo po- 
hostibus fldei possint rcsistere, ipsosque 
fortius impugnare, quo fidem ipsam eiusque cul- 
tores a tirannitis hostium eorundem incursibus 
virilius defensarent, forlificatiooe et custodia, aliis 
emendarunt, in quibus, ac quaestiooibos et litibus, 
ex castro seu monasterio praedicto secuiis processu 
temporis, graodem peconiae qoantitatem expen- 
disse noscontnr. Et licet venerabilis frater noster 
Fredericus, archiepiscopus Rigeosis, ecclesiam et 
arcbiepiscopalem meosam Rigensem io praedicto 
caslro seo monasterio ius babere practeodeos, 
Tobis super eo controversiam moverit, quia tamen 
iam dictus archiepiscopos , conlroversia ipsa ad 
eiamen apostolicae librae deducta, nil probavit, 
et quod ecclesiam et mensam praedictas in eodcm 
castro seu mouasterio nunquam habuisse vel 
babere ius aliqood appareret, quamquaro super 
boc probationes ipsius archiepiscopi, si quas ha- 
beret, recipere obtulerimus nos paratos, quum 
procurator dicti ordinis Cislerciensis quicquam con- 
tra memoratum contractom dicere vel proponere 
recosavit, propter hoc ad oostram et fratrum oo- 
strorom praesentiam evocatus ; nos, vestris suppli- 
cationibos inclinati, venditionem praediclara aocto- 
ritale apostolica ex certa scientia conflrmamus et 
praesenlis scripli patrocinio communimus, cuius- 
libet alterius, praeter dicli Cistercicnsis ordinis, 
iure salvo, supplentes defeclum, si quis intcrve- 
nisset in ea, de apostolicae pleniludine potestatis. 
Nolli etc. ooslrae conflrmationis et supplelionis etc. 
Datum Avinion., VIII. cal. Augusti, anno tertio. 



DCLXXI. 

Gerhard, Livlandischer Ordensmeisier, be- 
lehnt den Toutegoden mit zmei Haken 
landes in Curland, den 6. Mai 1320. 

Universis Christi fidelibus, praesetites litteras visu- 
ris vel audituris, frater G(erhardus), magisler fra- 
trum domus Tbeutonicorum per Livottiam, salutem 
io omnium salvatore. Tenore praeseotium con- 
stare volumus evidenler, quod Toutegodeu et suis 
heredibus, exhibitoribus praesentium, accedente 
fratrum nostrorum discretorum consilio et consensu, 
contulimus io pheodum duos uncos terrae, quos 
Christianus, bonae memoriae praedccessor suus, 
quondam possederat, quorum termini taliler sunt 
distincti : de rivo Zerenden ascendendo lacum, qui 
in volgari Syp dicitur, usque ad cruces in arbo- 
ribns factas, et, sicut croces et signa ostenderint, 
redeundo ad dictum rivom Zerenden ex alia parte, 
ad habendum et cum omnibus pertioenliis per- 
peloo possidendum iore, quo ceteri vasalli ordinis 
in Coronia possident bona sua. Io cuius rei testi- 
monium sigillum noslruin praesentibus est appeo- 
sum. Datum Dunemunde, anno Domini millcsimo 
trecentesimo vicesimo, feria terlia in Rogationibus. 



*) Hier fehlt ofTenbar dat Wort: „ 



DCLXXII. 

Derselbe schenkt dem Klosler zu Padis 
zmei und verhauft demselben vier Ddrfer, 
den 10. Mai 1320. 

Frater Gerhardus, magister fratrum hospitalis %. 
Mariae Theutonicorum per Livoniam, salulem 1a 
omnium salvatore. Cupientcs csse concedente Do- 
mino cooperatores operum pielatis, et volentes 
dicm messionis extremae pcr congrua devotionis 
obsequia praevenire, illius intuitu, qui benefacieo- 
tibus retribuit babundanter, damus et conferimas 
pure, libere, simpliciter et irrevocabiliter ad fabri- 
cam el structuram nominaU monasterii in Padis, 
Revaliensis dioecesis, in quo conventus quondam 



Digitized by Google 



123 



124 



exeiegerat .^,,..™™, 
Caskeooeooe et Meuenkulle, in dioecesi Lebaleosi 
positas, gratialiter cum omnibus pertinentiis et 
cum omni iure, quod nobis et ordini nostro in 
dictis villis hactenus competebat, ila ut fundator 
illius loci perpetuis futuris temporibus habeamur. 
ltem renditioois titulo dimittimus et tradimus, de 
fratrum nostrorum approbatione et consensu, ab- 
bati et conrentoi dicti monasterii in Padis quatuor, 
videlicet: Normes, Tragerevere, Wattele et Ho- 
vestette, positas in praedicla dioecesi Lebalensi, 
cum agris, pratis, pascuis, sylvis, nemoribus, pi- 
scaturis et cum omni iure et proprieUte, ac perU- 
nentiis, ad ipsos spectantibus , quocunque nomine 
censeantur. Et baec pro quingentis marcis Rigeu- 
sis argenti, quas a memoratis abbate et conventu 
recognoscimus nos integraliter recepisse, in evi- 
deolem utilitatem ordinis noslri Gdeliter conver- 
tendas. In harum donationis et venditionis evi- 
dcntiam pleniorem sigillum nostrum , una cum 
sigillis commendatorum in Velin, Wenda, Sege- 
wolde, Lcalis, advocati Icrwiae, duximus prae- 
sentibus apponendum. Datum Dunamundae, anno 
Domini MCCCXX, sabbalo infra octavas ascen- 
sionis Domini. 



DCLXXIII. 

Der Revaler Iiath empfiehlt dem Rath zu 
Soest den einer Erbsrhaft wegen bevoll- 
machtigten Hevaler Itathsherrn Conrad 
Eggardimh, den 13. Mai 1320. 

Omnibus, praesens scripium cerncntibus, consules 
civilalis Rcvaliensis in omnium salvalore saiutem. 
Consliluli in noslra praesentia discrelus vir, Sifri- 
dus Eggardinck, cum sua uxore, dicta Margaretba, 
et filiis suis, videlicet Hcrmanno el Lodevico, con- 
sUtuentes praesentium ostensorem , Conradum, 
fllium Eggardinck, in suum legitimum procurato- 
rem, ad extorqueudum et levandum bona, quae io 
Zozato, quae per mortem sororis dictae Margare- 



Ihae, videl. Albeydis, ad ipsam 
tbam, matrem praescripti Conradi, socii nostri 

consulatus, iure hereditario devoluta. 

Et qoicquid praefatus Conradus in hiis operatur, 
ratum et flrmum manebit, tanquam pater et mater 
Quare petimus, 
quatenus ipsum, nostri 

promovere, ut 

bona praetendo (?), quod paraU erimus deservire in 
casu simili vel maiori. In fesUmonium praemis- 
sorum sigillum nostrum praesentibus est appen- 
sum. Datum anno Domini MCCCXX, io octava 
s. Iohannis ante portam lalinam. 



DCLXXIV. 

Chrisloph 11. j Kdnig der Danen, ersucht 
LUbeck um freies Geleit fur die Hinreise 
RevaVscher Bitrger nach LUbeck und 
ihren Aufenthalt daselbst t den 22. Juli 
1320. 

Obristoforus , Dei gratia Danorum Sclavorumque 
rex, honorabilibus viris, semper in Chri>to dileclis, 
universis consulibus Lubicensibus , sinceram io 
Domioo dileclionem et salutem. Significamus vobis, 
cives nostros de Revalia nobis iniuriam , eis io 
vestra civitate factam, expdsuisse. Nunc vero do- 
minus Alwious Grope, ad oos venieos, oobis re- 
tulit , vos velle eisdem civibus nostris pro anlc- 
dicta iniuria, ipsis illala, ordinare iusUUae com- 
plementum. Unde scire vos volumus, qood si 
eis securum conductum ad vos vcniendi, apud 
vos morandi, dare volueritis, ipsos inducemus ad 
arripiendum itcr ad vos veniendi , pro acqualilate, 
pro iniuria eis irrogata, a vobis recipienda. hi 
Christo valete. Dalum Saxekopingh, die b. Mariae 
Magdalenae , in praesenUa nostra , nostro sub 



Uigitized 



by Google 



DCLXXV. 

Der Wisbysche Bath bezeugt, dass der 
IievaVsche Barger Johannes von Kal- 
mama den Nachlass seiner Ehefrau der 
Kirche zur heil. Maria und zum heil- 
Heinrich in Abo geschenkt, den 14. An- 
gust 1320. 

I • is, praesentes litteras visuris vel andituris, 
consules Visbicenses ulriusque liuguae salutcm 
in Domino sempiternam. Noveritis, quod in prae- 
sentia nostra constitutus vir discretus, Iohannes 
de Kalmarna , civis Revaliensis , bona lure matri- 
monii shre dutis, in dioecesi Aboensi consliluta, 
tam mobilia, quam immobilia, ad ipsum per mor- 
tem uxoris suae, Margarethae Gotzscalci flliae, 
decedentis devoluta, ad fabricam ecclesiae s. Ma- 
riae et b. Henrici in Abo , sive sint in agris, sive 
pratis, fundis vel debitis quibuscunqne, titulo do- 
naUonis, praesentibus propinquis dictae Margare- 
thae benivolc consentientibus , ob remissionem 
ipsius Margarelhae peccaminum, assignavit per- 
petuo possidenda, renuncians omni iuri, sibi et 
suis heredibus in diclis bonis competeoti, ne do- 
nationem buiusmodi ab inposteris suis contingat 
qoomodolibet impediri ; dominis lobanne et Elavo, 
canonicis ecclesiae Aboensis, super boc exsecuto- 
ribus deputalis. In cuius donationis evidcntiam 
sigilla nostra praesentibus sunt appensa. Datum 
Visby, anoo Domini MCCCXX, in vigilia assum- 
tionis b. Mariae. 



DCLXXVI. 

Harlnig, Bischof von Oesel, bevollmachtigt 
den Scholaren Gottfried von Memel zur 
Klage gegen den O.M. Gerhard beim 
Pabst, tvegen veriibter Gemaltthatigkeiten, 
den 23. August 1320. 

Io nomine Domini, amen. Anno eiusdem MCCCXX, 
iodicUone III., meosis Augusti die XXIII. Nove- 



0. 126 

rint universi, praesentes litteras inspecturi, quod 
nos Hartwigus, episcopus, ac Iohannes, praepo- 
situs, ac Conradus, decanus, totumque capitulum 
Osiliensis ecclesiae, bac praesenti die propter hoc 
specialiter copgregati in Hapisal in ecclesia Osi- 
liensi, fecimus, facimus et constituimus, . . . tra- 
mus et ordinamus omnimodo nostrum et dictae 
nostrae ecclesiae et cuiuslibet nostrum procurato- 
rem, actorem et nuncium specialem , Gotfridum de 
Memela, scholarem rostrum, ad defendendum, de- 
nunciandum et exponendum, signiflcanduro et pro- 
ponendum coram sumino pontifice el collegio do- 
minorum cardinalium , nec non auditoribus seu 
auditione deputatis vel deputandis ab ipso summo 
pontifice, et aiiis quibusdam iudicibus ordinariis, 
ut delegatis et delegandis, contra Gerhardum, 
magistrum ordinis s. Mariae Theulonicorum, et 
omnes et singulos praeceptores , commendatores 
et alios rectores et offlciales, quocunque nomine 
censeantur et etiam singulares fratres domorum, 
praeceptoriarum et conventuum dicti ordinis et 
contra ipsos et ipsorum quoslibet, varia, multa, 
diversa gravamina, summarias molestias, persecu- 
tiones, occisiones et aggravationes, intemperanUas 
et insolentias, crimina et delicta, quae et quas 
dom. magister, praeceptores, commendatores, re- 
ctores, officiales, fratres et eorum quilibet, prae- 
dictae ecclesiae, episcopo et capitulo Osiliensi, et 
ChrisUanitati et Christianis gentibus ac ecclesiis 
catholicis et bonis eorum intulerunt et de die in 
diem inferre non cessant, et multas iniurias, mo- 
lestationes, turbationes, homicidia, gravamina et 
delicta persequendum , et, si necesse fuerit, ad 
inscribendum se pro eis et nomine eorum, et prin- 
cipaliter etiam pro se ipso, omni modo et forma, 
quibus inscripUo fieri debebit, ad omnem et quam- 
libet poenam tam singularis generis, quam arbi- 
trarii iudicationis, contra praedictos el singulos 
eorundem , et ad petendum , exigendum et reci- 
piendum, tam in iudicio quam extra, omnia et 
singula iura, eisdem episcopo, praeposito, decano, 
et canonicis ecclesiae Osiliensis debitis et debcndis, 



Digitized by Google 



127. *3 

■ 

ct cuilibet eorum, coutra quascunque personas ct 
a quibuscunque personis, collegiis, universitatibus, 
conventibus et persoois aliis quibuscunque singu- 
laribus, tam religiosis, quam ecclesiasticis, aut 
secolaribus, immo ad exponendum, significandum 
et denunciandum eisdem dominis papae, collegio 
et auditoribus datis et dandis, omnia et singula, 
per quae ipsa Osiliensis dioecesis et ecclesia et cius 
subiecti (?) reformari possit et debet , et ipsam 
informalionem et reformationem petendum et po- 
stulandum tam contra ipsos magistrum, fralres, 
praeceptores, rectores, offlciales et commendatores 
dicti ordiois, et alios quoscunque et cuiuscuoque 
generis, status, condilioois et emiocoliae, tam 
agendom et defcndendum, poocndum et accusan- 
dum super praedictis et siogulis praedictorum con- 
teotis ipsorum magistrum, praeceptores, commen- % 
datores, rectores el ofOciales et fratres dicli ordiois. 
Promittentes booa fide el alias omnimodo, qno 
melius possumus, oos ct quilibet oostrum, sub 
obligatione bonorum nostrorum et ecclcsiae et 
cuiuslibet noslrorum , • perpctuo ratum et firmum 
babere, quidquid per dominuui procuratorem ac 
substilucnduni ab eo aclum et procuratum fucrit 
io pracmissis et quolibet praemissorum , daoles et 
concedcnles eidem procuratori plenam, genetalem 
el liberam potestatem , alium aut alios procurato- 
res scu procurationes substituendi , et substilucn- 
dis ab eo plenam, geoeralem ct liberam potestalem 

abiiciendi ct alios etiam oppooeodi; 

testcs ctntra praedictos et singulos eoiundem, et 
iuiandi de caluninia et vindicta dicenda, et de 
civilibus allerius generis iuramentis scmel ct plu- 
rics prolcstandum ct repetendum, et dilatum susci- 
piendum, et omnia alia et singula facieoda, quae 
io praediclis et circa praedictum ct quodlibe', eo- 
rundeiu fuerint facienda, etiam si mandatum exi- 
gant speciale. Et volentcs demum procuratorem 
et substitucndum ab co relevare ab omni onere 
satisdandi,' quod roboravimus bona fide, ct alias 
omnimodo, quo melius possumus, iudicio sisti et 
iudicatum solvi pro praedicto, sub obligatione 



>. 128 

omnium bonorum nostrorum et cuiuslibet nostrum. 
In quorum omoiom testimooium sigillum oostrom 
una cum sigillo noslri capituli rraesentibus sunt 
appensa. Actum et datum Hapizalis, in praedicta 
nostra Osilieosi ecclesia, iodictiooe, meose et die 
praedictis. 



DCLXXVII. 

Ingiburgis, rerwittnete Herzogin von Sckwe- 
den, vergleicht sich mit den Burgern 
liigas wegen verschiedener gegenseitiger 
Forderungen, den 1. Oclbr. 1320. 

Omnibus, praeseos scriplum cerneotibus, logibur- 
gis, Dei gralia ducissa Sweorum, relicta domioi 
ducis Erici, salutem in Domino sempiternam. 
Noverint universi, quod nos viros bonorabiles et 
discretos, cives Rigenses omnes etsingulos, super 
variis pelKbus, io quibus quoodam marilo nostro 
carissimo, domioo Erico, duci Sweorum bonae 
memoriae, obligati tenebanlur, liberos ex parte 
filii nostri dilectissimi, domioi Magoi, regis Sveciae 
ct Norwegiae illuslris , ex parte oostra et tolius 
regni Sveciae tenore praeseotium diujitUmus et 
quietatos. lta quod praedictus filius ooster, do- 
minus rex, nos et omoes regni Sveciae iocolae, 
pro siligine, in quo praefatus quoodam maritus 
oosler, dominus dux Ericus, praeoomioalis civibus 
Rigensibus obligalus tenebatur, liberi ex parte 
eorundem civiom Rigcosium omnium et singulorum 
esse debeamus in perpetuum et quietati. lo cuius 
rei teslimooium sigillom memorati donioi regis 
Norwegiae el Sveciae , filii nostri carissimi , et 
sigillum nostrum praeseotibos sunt appensa. Da- 
tum apud castrum oostrum Bagbohous, aooo Do- 
mini MCCCXX, fcria quarta post Micbaelis proxima. 



Digitized by 



129 1 
DCLXXVIII. 

Drotherus , Domherr zu Aarhutu, stiftet 
bei der dorligen Kircke eine Dompfrunde 
und pr&sentirt dazu den RevaVschen 
Domherm Johann von Wesenberg , den 
26. JprU 1321. 

In nomine s. et iodividuae triniutis. Ego Bro- 
therus, diaconus, canooicus Arusiensis, hactenus 
temporalium curis et io traositoriis sollicitudioi 
nimiae implicitus et intentus, dudc quasi de grari 
somno et tarde oimis evigilans, circumspiciens et 
revolvens praeteriti temporis ioutiliter et periculose 
deducta studia, praesentis temporis solatia veraciter 
in omoibus dolorosa, futuri temporis in huius 
vitae fallaci curricnlo singula dubia et incerta, in 
veriute conperi, quod mors, linea rerum ullima, 
viventibus in carne incessanter insidians, inimica 
mortalibus omninm certissima, locus vero, modus 
et bora eiusdem penitus nutli certi, et sic incauto 
humano generi sub certo et incerto illudunt misere 
et concludunt sophistice, adeo etiam, quod parati 
et maturr non pauci repentino mortis impulsu sub 
auimae periculo io praecipilium decidunt et labuo- 
tur. Quam ob rem coosullum consuleps decrevi, 
praeligere cautius quam praeveniri, maturius prae- 
veoire et de transilorio Iaboris mei stipeodio eL 
adquUito laboriosae sollicitudinis praemio manen- 
tis quielis requirere gaudia, et felicitatis aeternae 
adquirere solatia, perpetuo duratura, mentis com- 
pos, corpore sanus, possessionum mearum Iiber 
et inmolestatus ab omnibus ordinator, in decorem 
domus Domioi, et ut io eadem Deo servienlium 
numerus augeatur, in duraturam mei memoriam, 
et meorum remcdium peccatorum, canonicatum et 
praebendam , corpus videlicet praebeodae et men- 
sam, sive separatim sive coniooctim maoserint 
canonici in ecclesia s. Clementis Arusii cathedrali, 
coi loco specialius teneor et flrmius obligor, de 
bonis meis, videlicet molendino meo, quod Hol- 
memolnae dicitur, quod ouoc pro undecim oris 
farioae locatum est, curia mea in GryoskUr pro 
lwi v ». n. 



130 

dimidia marcba aooooae, et coric mea .in Bryonae, 
io qua Petrus Aghyson residet, pro sex oris an- 
ouatim, dooec capitulo eiusdem ecclesiae potero 
competeotius' et olilius bona alia, in rcdtiitibus 
aequivalentia , ordinare pro mensa canonicorum, 
qoi pro tempore fueriot, io eisdem canonicatu et 
praebenda et suorum successorum, secundum quod 
hacteous fuerat, est, et fuerit moris et coosoeto- 
diois io futurum, et Holmslorp io parochia Tilest, 
com attiDeotiis suis omnibus, cultis et incultis, 
pro corpore facio et ordino, requisitis prius super 
hoc voluntate veoerabiiis' patris domini Csgeri, 
•piscopi Arusieosis, et capituli ibidem cooseosu, 
et obteotis aeque io omoibos cum prioribos in 
eadem ecelesia canooicis et praebeodis perpetuo 
doraturos. Ad quos, caooDicatum et praebeodam, 
domioum Iohannem de Weseobergh, caoooicum 
Revalieosem, viram moribos oroalam, scientia 
experlom, temporalibos circomspectum et conver- 
satione pacificum et modestum, io nomine Domioi 
ounc primo praesento et iostitui peto in eisdem, 
et volo io ipsam ecclesum et collegium canoni- 
corum colligi et assumi per inslitutiooem caooni- 
cam, videlicet assigaationem stalli in cboro , vocis 
io capitolo, loci io meosa, pro se et famulo vel 
famulis, si ad dignilatem ipsum conscendere con- 
tingat, secundum quod baclenus observatum fuerat 
et consuelum, vel etUm secondom quod coocor- 
datum fuerit communiler et concorditer in capitulo 
in posterum. Si contingai huiusmodi consuelu- 
dinem immutari, praesentationem oicbilomiDUS li- 
beram ad eosdem sub coodiliooibus praemissis ad 
dies meos mibi retioeos et reservans. Ceterum 
aoimadverto diligeotius et ioveoio, qood huius viUe 
tempora motu cootiouo Iraoseuot, et dies hominis 
breves latenti mortis adilo qoasi sioe coosidera- 
tione paulative de die io diem sublilius sobtra- 
buotor, et quod , tiiis deductis, spirilu reddito, 
supra solum solummodo mortuo mortis babitacnlnm 
tantom sepulcrum tenebrosum et miserum attribui- 
tur corpori, et vitae, gestae sive bene sive male, 
in hoc secolo nicbil nisi sola memoria reservator, 

9 



Digitized by Google 



131 



132 



unde cavere volens, ne a memoria labar, quasi 
non fuissem mundo mortuus et neglectus, mortis 
meae diem, quem Deus dedwit, annua sallem revo- 
lutione ab eodem in memoriam redire volens, 
bona mea in villa Tilest, in aoniversarii mei obser- 
vantiam perpetuam in ecclesia cathedrali et ceteris 
ecclesiis civitalis Arusiensis praedictae, et ut in ani- 
mae meae refrigerii augmentum in missis, vigilus 
et orationibus Deo devotius serviatur, ex nunc 
deputo post mortem meam per ipsum dominum 
lobannem et successores suos in canonicatu et prae- 
benda, quos nunc facio, praedictis libere ordinanda 
in perpetoum, et eorundem bonorum redditus 
nunc annis singulis dimidiam marcam annonae 
et duas marcas denariorum solventibus; quas, ut 



augere volo tam in mobilibus, quam in terris, de 
quibus redditibus distributionem fieri constituo in 
hunc modum : primo, quod inter canonicos, qui 
vigiliis et missis interfuerint, quatuor marcae de- 
nariorum, inter vicarios, qui eisdem interfuerint, 
duodecim orae distribuantur et aequaliter dividan- 
tur. Item fratribus praedicatoribus ibidem uoa 
marca, cuilibet sacerdoti parochiali una ora, 
pulsantibus ibidem dimidia ora, in ecclesia cathc- 
drali pulsantibos ona ora , pauperibus scolaribus 
sex orae, et aliis pauperibus decem orae, ipso die 
anniversarii et in promta pecunia, assignentur. Re- 
siduum vero totum ultra praemissa io restauratio- 
nem booorum et candelarum praeparationem annis 
singulis deputo ac dispono. In cuius rei testi- 
monium et observantiam firmiorem sigillum meum 
praesentibus est appeosum. Actum et datum anno 
Domini MCCC vicesimo primo, in Dominica, qua 
Quasimodogeniti. 



DCLXXIX. 

• 

Esger, Bischof von Jarhuus, best&tigt die 
Stiftung und die Prasentation des Dom- 
herrn Brotherus, den 26. April 1321. 

Omnibus, pracscns scriptura cernenlibus, Esgerus, 



Dei gratia Arusiensis episcopus, Iohannes Dius, 
archidiaconus, lacobus cantor, totumque capitulum 
eiusdem ccclesiae, sic per bona temporalia sa- 
pienter incedere, ut mereantur ad bona perpetua 
feliciter pervenire. Breves dies hominis molu ce- 
leri tanquam fumus deficiunt, et anni eius cum 
festinatione transeunt, velut umbra, unde prudeotis 
est aoimi sibi provide providentis, dum adhuc vigor 
viget corporis, temporis adest oportunitas, et in 
temporalibus habetur copia facultatis, in eisdem 
sic prudenter inccdere, et mature animae solalium 
ordinare, ut praemissis omnino nudalus post vitae 
vesperam continuo non defleat se deceptum. Quod 



s, rebus et corpore adbuc potitus, 

ones, hactenus corporis indigentiae con- 
cessas et babitas, non sine gravi onere solicitudi- 
nis et laboris, affectat et intendit, in cultus Divini 
nominis augmentum, domus Dei decorem et ani- 
mae suae salutem et manentem perpetuo requiem 
commutare , et de eisdem possessionibus suis io 
ecclesia nostra s. Clementis Arusii praebendam 
eanonicalem et pro canonico facere, in laudem 
Dei et sui memoriam perpetuo duraturam, petens 
a nobis bumiliter et instanter, ut huiusmodi in- 
teotiooi suae piae et otili nostras adhibere velimus 
voluntatem, benevolentiam et conseosum. Unde nos, 
qui io vinea Domini laborantes, pondera Dei 1 
mus et aestus, ut per nos Deo dignius et plenius 
vialur, et cooperatorem babeamus salutiferum et 
laboris nostri froctuosius relevamen, eidem coo- 
seotimus, et gratum in hoc adhibemus consensom, 
ut ipsa devota sua intentio in ecclesia nostra sopra- 
dicta locum habeat et effectum, ac Dominum lo- 
bannem de Wesenbergh , canonicum Revalien- 
sem, moribus et scientia merito commendandum, 
quem idem dominus Brolherus nobis ad ipsam 
canonicalem praebendam praesentaverat, gratanter 
colligimus, et omni iure, quo canonicus colligi 
solet et debet, nobis assumimus in canonicum et 
et in fratrem, stallum sibi in choro, locum in 



Digitized by Google 



m 



133 



mensa, et vocem in capitulo assigoando; eidem 
etiam domino Brothero cupimus et 
quotiescunqae diebus suis ipsam 
bendam vacare contingat, pcrsonas idoneas ad 
eandem ius plenum habeat et possideat praesen- 
tandi. Ul aulem huiusmodi canoniae et prae- 
bendae observanlia io ecclesia nostra saepedicta 
perpetuo permaneat, idem dominus Brotberus iure 
soo praesentandi ad eosdem diebus suis nullatenus 
defraudetar , sigilla nostra io huius facti testi- 
monium evidens et robur flrmius praesentibus lit- 
teris duximus apponenda. Actum et datum anno 
Domini MCCCXX primo, Dominica, qua cantatur 
Quasimodogeniti. 



DCLXXX. 

Christopkj, Konig der D&nen, versjtrickt, 
die Estkland. RUtersckaft bei ikren Reck- 
ten zu schutzen, tmd fordert sie auf, in- 
nerkalb eines Termins von einem Jakre 
vor ikm zu ersckeinen und sich beleknen 
zu lassen, den 9. Juni 1321. 

Christoffer, von Gades gnaden ein kOnig der M- 
nen und Schlaven uud ein hertzog in Estland, deo 
edlen manoeo, ridders und wapeners, sinen leven 
geschworeo inwoncnden in Estland, salicheit und 
gnade. Welen sall iuwer leffte, dat de edlen und 
beschedenen manne, berren Friedrich von Wrangel, 
Carsten von Schorrenbecke , Iobann ron Sorsvern 
und Bartholomaeus von Vellio, sonderlichen baden 
iuwers gemeinheit, von iuwenlhalbeo uos vorwit- 
licket hebben, dat gi uns und unseren nachkom- 
lingen to unserem rike nunmehr andon wollen 
trulicke deeoste, plichtinge, buldinge und alle 
andre dinge, wclckern gi schuldig sin voo rechtes 
halven iuweo herren, gelick als tovOren dan, und 
holdeo willeo mit aller schuldigen treuheit, guter 
tirentaeit ond leffte, und nummehr vor der kronen 
to Dennemarcken gescheden werden; um welcke 
iuwe leefflicke truwheit willen iuw mit angeoeh- 



mer vulborl entgegen gao, gelick idt betemet Kn- 
oiglicber hoheit, eotfangen iow aileo uod eioeo 
jedero gelick angeoehme ltlde to uoser gnade, ut 
dem herlen iuw. vergewen deo toroeo und misz- 
hegligkeit des toroes, hergekameo von waterlei 
sacke, uod willeo iuw ou ehreo, leeff bebben, 
und macbtiglichen to der ehre verheveo uod wed- 
der aodoo alle andre dinge, de ein fQrst oder 
herr sioeh leweo gehuldigedeo schuldig is aa- 
todoo, mit aller goter tirenbeit uod gunsten, 
und in iuwen oldeo recbte, von uosern vor- 
vaders gehat, gOnstiglicben bewareo, und datstll- 
veste io nenen dingen to verflrgern, mebr lewer 
in deu goden und mUglichen gnadiglichen verbe- 
tero. Hierenbaven voo der buldiog uos to doo, 
uod de belehoungen von iuwen gUdern von uos 
to empfangen, willen wi iuwen siaat also stercken, 
dat gi um de huldioge uos to doeode, und iawer 
gtlder, ais vorberuhret is , von oos de belebntoge 
to empfaogco, diszeo sommer, wo vele gi kOooen, 
to uoser gegeowertigkeit kamen , uod desgelickea 
io tokameoden sommer, under we!ckern termin 
wille wi iuw aoe vertoch gODSliglicken, gelick wi 
plichtig sin, belebnen. So aver mitler Ud d« 
RUssen oder heiden iuw begunden antofecbten, 
dat efft sin mochle, and opeotlicbe perical edder 
dringende nOde apstUnden, um welckerer de reise 
iuwer aller to uns in einer tid to doo mocbte ka- 
mcn io eioe verstierioge unsers genomeden Est- 
landes, wi dann die capilainen, de wi dencken 
iuw to senden, to unscr nOttigkeit und iuwer pro- 
vitte mit iuw von iuwer reise scbickede metigen 
io veleo edder io wenigeo, willeo wi eigeotlick 
und festig holdeo. Id ein getuchousse welckeres 
dinges is uose insegel an diese gegenwerdige 
scbrift gebangen. Gegeven Worlingeborg, im iar 
des Herrn dreihundert und «in und twintig, des 
dingstages in dem pfingstfeste, in der gegenwer- 



9» 



Digilized J^y Google 



135 



136 



DCLXXXI. 

Derselbe best&tigt den Burgern RevaVs die 
Rechte, die sie unter seinem Bruder 
Erick genossen, den 11. Juni 1321. 

Christopboros, Dei gratia Danoratn Sclavorumque 
rex, dux Estoniae, omnibus, praesens scriptum 
cernentibus, salutem in Domino sempileraaro. Te- 



nos dilectos cives nostros Revalienses, 
terminis eiasdem civitatis nostrae Revaliae, et bona 
eorundem civium noslrorum , cum familia sibi 
attinente, sub nostrae pacis protectione recipimus 
specialiler defendeudos, dimittentes eis omnes eas- 
dem libertates, gratias et iura, quibus temporibus 
fratris nostri, domioi Erici bonae memoriae, quon- 
dam regis Danorum, liberius usi fuerant, prout 
in ipsius privilegiis, super liuiusmodi liberlatibus, 
gratiis et iuribas confectis, plenrus continetur. Ac 
ipsa eorandem privilegia, libertates, gratias et 
iara conscripta, rata et stabiiia haberi volentes, 
ipso tenore praesentium auctoritate nostra regia 
cooflrroatuus. Unde per gratiam nostram districte 
pr hibemas, ne quis advocatorum nostroram vel 
eorundem officialiam seu quisqaam alius, cuiascua- 
qae conditionis, dignitalis aut status exsistat, dictos 
cives noslros dilectos contra ipsorum privilegia 
aote dicta et tenorem pracsenliam praesumat ali- 
qualenus molestare, sicut indignationem nostram 
et altionem regiam duxerit eviiaodam. In cuius 
rei teslimonium sigillum nostrum praesentibus lit- 
teris duximus apponendum. Datum Wortingeburg, 
anno Domini MCCCXXI, feria quinta in festo pen- 
testibus domino Ioanne Kanne et caeteris 
nostris. 



DCLXXXII. 

JSicolaus iunior de Scelige giebt dem Ratke 
und den BUrgern RevaVs sickeres Geleit, 
den tt Juli 1322. 

Nicholaus iunior de Scelige suique conindices ibi- 



dem viris discretis ac in Cbristo dilectis, 
bus in Revele, salutem in omnium salvatore. Di- 
scretiooi vestrae magnitudinis praesentibus decla- 
ramus, quod nos, deliberato concilio, vobis ac 
vestris concivibus liberam damus el concedimus 
facultatem et secnrilatem, venieodi sive traoseandi 
ad praesentiam nostram, apad nos manendi et 
recedendi. In cuius rei teslimonium sigillum no- 
strae universitatis praesentibus est appensum. Da- 
tum anno Domini MCCCXXII, in vigilia beatae 
Margarelae. Valete. 



DCLXXXIII. 

Conrad, Stellvertreter des Livtdnd. 0.\l., 
quittirt die Rigiscken Domkerren uber 
die Zahlung von 80 Mark, den 18. De- 
1322. 



>, piauEin avnjiiuui vsi IMWM , 

Conradus, praeceploris frairam Tbeutonicorum 
per Livoniam vices gerens, ac frater Henricus Hol- 
salus, eiusdem ordinis commendator in Doneminde, 
salutem in Domino sempiternam. Tenore prae- 
sentium protestamnr et recognoscimus, quod*reli- 
giosi et honesti viri, domini . . , canonici s. Rigensis 
ecclesiae, LXXX marcas, in quibus Livonibus no- 
stris de Segewolden tenebantur, ratione terraram, 
arborum melligerarum et aliorum contractuum, 
inter ipsos specialiler habitoram, integraliter et 
expedite ad manus nostras duabus vicibus iam 
solverunt. Ila quod finalem certitudinem ipsis 
dominis . . canonicis facimas pro nobis et omni- 
bus, quoram interesse poterit, de dicta pecunia 
ulterius non petenda. In cuius solutionis eviden- 
liam pleniorem sigilla nostra praesenti sunt ap- 
pensa. Datum Doneminde, anno Domini MCCCXXn, 
sabbato quatuor temporum posf festum beatae 
Luciae virginis. 



Uigitized 



byGoOglc 



137 

DCLXXXIV. 

Pabst Johann XXII. gestattet dem D. O., 
die Krenzfahrer vnter Umst&nden von 
ikrem Gelubde zu absolviren, im Jahr 
1322 f 

lohannes XXII. elc. fratribus bosp. s. Mariae Theu- 
ton. in Livonia salutcm etc. Devotionis vestrae 
precibos inclinati, praescntium vobis auctoritate 
concedimas, ut illis ex fralribus vestrU presbiteris, 
qui sunt providi et discreti, crucesignatis in Livoniae 
subsidium , postquam votum suum fuerint exse- 
quuti, ac eliam eis, qui propter infirmitatem et 
debilitatem aut alia impedimenta legttima vota sua 

— i *), iuxta fonnam, super boc vo- 

bis et fratribus ordinis vestri de Pruscia ab apo- 
stolica sede concessa, ad reqoisitionem ipsorum 
tollere valeant, ac redimenlibus vota buiusmodi, 
iaxta quantitatem subsidii el devotionis afiectum, 
illam concedere peccatorum veniam, quae in litte- 
ris x pro subsidio Livoniae ac Prnsciae, a dicta sede 
concessis eidem ordini, continetur. Proviso, quod 
redemtiones votorum ipsorum per vos , secundum 
Utterarum continenliam earundem, in praediclum 
snbsidium integre ac fideliter convertantur. Nolli 
ergo etc. 



DCLXXXV. 

Die Comthure von Wenden und Duna- 
mUnde nebst mehreren Rittern urkunden 
uber ein im Namen der Christenheit mit 
den Nowgorodem abgeschlossenes Bund- 
niss t den 28. Januar 1323. 

Alle de gene, de dessen brefT sen und boren, 
de latet groten de comendur van Wenden , her 
Reymar Hane, und de comendur van Dunemunde, 
ber Hinrich Holtzete, ber Olto Bramhorn, her 



*) Hi«r febleu offenbar einige, dem Slone nach leicht 
m suppliriende Worie. 



138 

Woldemar van Dolen, ber Hinrich van Parenbeke, 
her Helmolt van Saghen , mit heile an unseo be- 
ren Ihesu Christo. Kundich do wi dat, dat wi 
van des menen kerstendomes wegene to Novgar- 
den in botschaft hebbet gewesen, und dat wi 
mit den biscope Dawida, und mit den borchgre- 
ven Olfermegy und mit deme hertoge Awarine 
und mit den menen Novgarderen ond mit alle eren 
underdanen ene ewige vorbindige hebbet gemaket, 
de ewich bleven scbal, dat de Novgarden uns 
helpen scholen und wi en weder uppe de Letto- 
wen und uppe alle de gene vrunt und ere hel- 
pere sint der Leltowen. Were dat de Novgarden 
koning mit derae Leltoweschen koniuge uppe de 
Novgardere ten wolde, dar scholde wi ere helpere 
to wesen. Vort mer ift der Novgardere koning 
mit deme Lettoweschen koninge up uns ten wolde, 
dar scholden de Novgardere unse helpere to wesen, 
mit sodanen reden also hir na stan : Dat de Nov- 
gardere nenen vrede maken scborden mit den Let- 
towen ane use volbort, und wi och nencn vrede 
maken scholden mit den Lettowen ane der Nov- 
gardere volbort ; vort mer de Novgardere scholen 
uns helpen reisen uppe de Lettowen mit alle erer 
macht, und wi scholen weder mit en reisen uppe 
de Letloweo mit alle user macht. Were och dat 
den Ruzen ienegerleie scade schude van unseme 
lande, dar scholden se ere boden to senden, dar 
de scbade were geschen, de scholden dat untwei- 
ten an minne eder na rechte ; were och dat also, 
dat des de gene nicht weder don ne wolde, de 
den scbaden hedde gcdan , swat denie vort mer 
dar umme schude, dar ne scholde de vrede nicht 
mede gebroken wesen. Were dat unseme lande 
ienegerleie schade schude, so scholde wi use bo- 
den «enden, dar de scbade were geschen, dat 
scholden se weder don na minne eder na recbte; 
were dat des nicbt en schude, ift men dar gicbt 
umme dede, dar mede ne scholde de vrede nicht 
gebroken wesen. Were och dat also , dat de 
Pleschowere van den Leltowen nicht lalen ne wol- 
den, so scholde wi den Novgardercn helpen dar 



1325. 



DiQitized by 



Go 



139 



1325. 



UO 



to, und orlogen also lange mit den Novgarderen, 
und se mil uns up de Pleschowere, bet se den 
Novgarderen underdanich werden. Vort mer ift 
ienegerleie lant kif up sta twischen den landen 
umme lantschedinge, umme vischerie, umme ho- 
nichbome, umme hoislacb, dar scbal men to komen, 
mit walle recbte en winnen wille, dat he mit deme 
selven rechte weder vorlese, och dat roalk sine 
lant scede beholde, als it van oldinges heft gewe- 
sen. To er tuginge so hebbe wi vorbenomeden 
Ruzen unse ingesegele an desscn breft* gehangen , 
de is ut gegeven na den jare uses Heren in deme 
dusendesten , in dem drehundersten , in deme dre 
und twintegesten, des lesten vridages vor des hei- 
ligen kerstes dagc. Dat de rechten breve der 
Ruzen, de ut gegeven sint uppe de vorbindinge 
twischen den Novgarderen und deme menen ker- 
stendome, van worde to worde aldus spreken, 
da so bebbe wi heren Hinrick van Parenbeke, 
Helmolt von Saghen, de ridderc, unse ingesegele 
an desse iegenwordigen utscrift gehangen. 



DCLXXXVI 

Zeugniss Ober die berUtenen Gr&men des 
. Weichbildes der Stadt Hapsal, den 25. 
Mai 1323. 

Sciendum, quod anno Domini MCCCXXIII, in pro- 
festo corporis Christi, doroinus Iacobus, episcopus 
Osiliensis, praesentibus dominis infra scriptis: Con- 
rado de Lubeke, Ludolpho de Alba Curia, lobanne 
de Udenkule, Sifrido de Brakele, Scgebodone et 
Bertoldo de Alba Curia, fratribus, Wesselo Schil- 
lingk , Friderico Schillingk , Friderico Saewer- 
dingk, aliisque clericis et laicis, marcbiam civitatis 
Habsellis equitavit in hunc modum : a molendino 
Pandesar ascendendo sursum circa ripam aquae 
amnis molendini ad locum, ubi uncus mensae fuit, 
deinde ad pontem Richenbrugge, de ponte ad Cu- 
rientacke, ubi illi de Udenkule uncum babuerunt, 
deinde ad magnum lapidem, situm in Wittenszee, 



de illo lapide trans Pargeleide ad alium magnum 
lapidem, situm iuxta mare. 



DCLXXXVII. 

Gedimin, Konig von Lilthauen, schreibt an 
den Pabst iiber seine Absichi, das Chri- 
stenthum amunehmen, im Mai 1323. 

Excellentissimo patri, domino lohanni, Romanae 
sedis summo pontiOci. Gederoinne, Letwinorum 
et multorum Ruthenorum rex etc. Diu est, quod 
audivimus, quod omnes cullores Christianae fidei 
vestrae aucloritali et paternitati debent esse sub- 
iecti, et quod ipsa fides calholica iuxta provisionem 
Romanae ecclesiae gubernatur. Hinc est quod re- 
verentiae vestrae pracsentibus litteris declaramus, 
quod praedecessor nosler, rex Mindowe, cum toto 
suo regno ad fldem Chrisvt fuit conversus, sed 
propter atroces iniurias et innumerabiles prodi- 
ditiones magistri fratrum de domo Tbeulonica omnes 
a flde recesserunt, sicut proh dolor et nos usque 
in hodiernum diem in errore ipsorum progenito- 
rum nostrorum permanere. Nam multociens prae- 
dccessores nostri nuntios suos dominis archiepi- 
scopis Rigensibus miserunt pro pace facienda, quos 
crudeliter occiderunt, sicut patet per dominum 
Isarnum, qui nobiscum et cum fratribus de domo 
Thcutonica ex parte doroini Bonifacii pacem et treu- 
gas ordinavit, et litteras suas nobis misit, sed, 
nuntiis de domino Isarno revertentibus, in via alios 
occiderunt , alios suspenderunt et ut se ipsos 
submergerent colgeruot. Item praedecessor no- 
ster, rex Viten, misit litteras stias domino legato 
Francisco et doroino archiepiscopo Fredcrico, ro- 
gans, ut sibi duos fratrcs de ordine minorum fra- 
trum mitterent, assignans eis locum et eccleMam 
iaro constructam. Hoc intelligentes fratres Pru- 
sciae de domo Theutonica, miserunt exercitum 
per devia, et praedictam ecclesiam igne succen- 
derunt. Item domioos archiepiscopos et episcopos 
et clericos capiunt, ut patet in domino Iohanne, 



Digitized by Google 



4323. 



qui temporibus domiui Bonifacii in curia fuit dc- 
functus, et in domino Frederico archiepiscopo, 
quem fraudulenier de ecclcsia eiecerunt. Item 
clericum' unum, domidum Bertoldum, quem in 
ciritate Rigensi in propria domo crudeliter occi- 
derunt. Item terras ponunt desertas, ut patet in Se- 
migallia et in aliis ttultis. Sed dic